Katharine, Katharine

von Minou
GeschichteRomanze / P18
Felix Brummer / Kummer OC (Own Character)
22.07.2019
15.09.2019
20
49200
7
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
"Es ist so schön wieder bei dir zu sein." Seufzend lässt sie sich an seine Schulter fallen. Wie automatisch legt er seinen Arm um sie.
"Wars so schlimm heute?", fragt er und küsst ihre Schläfe.
"Nein… doch… doch irgendwie… schon", druckst sie herum. Wie soll sie ihm das denn sagen.
"Anni?" Er sieht sie eindringlich an, spürt sofort, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
"Ja…" Hochkonzentriert starrt sie auf ihre Hände.
"Was ist passiert? Du stehst total neben dir." Er streicht ihr eine Strähne ihrer sonst immer so perfekten Haare aus dem Gesicht, die gerade irgendwie… zersaust aussehen.
"Ich muss dir was sagen…", beginnt sie so leise sie kann.
"Na dann… hopp", fordert er und doch hat er sofort ein komisches Gefühl im Magen. Warum macht sie es so spannend?
"Als ich vorhin im Hotel war... den Kunden... den kennst du." Verzweifelt versucht sie ihren Atem zu kontrollieren. Verdammt, wie soll ich ihm das denn sagen?
"Oh... echt? Will ich's wissen?" Er verdreht die Augen, will eigentlich direkt das Thema wechseln.
"Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich muss es irgendwie… loswerden…", erklärt sie ihm unsicher.
"Musiker?", forscht er nach.
"Mhm…" Sie schluckt hart, hat Angst, dass es gleich ein fürchterliches Donnerwetter gibt.
"Einer meiner Freunde?" Felix ist jetzt schon unfassbar genervt. Was soll denn die Scheiße?
"Ja…"
"Anni, jetzt lass mich doch hier nicht so raten!", schimpft er. Auch sein Herzschlag beschleunigt sich. Welcher Vollidiot fickt seine Freundin?
"Es war Till." Sie schließt die Augen, traut sich nicht zu ihm zu sehen.
"Till?" Felix ringt nach Luft. Nein, nein, nein, nein, nein! Das kann nicht sein, das darf nicht sein, das ist nicht passiert. "Till Kummer?"
"Ja", sagt sie und sieht ihn immer noch nicht an.
"Okay...?" Felix fühlt sich, als hätte eine eiskalte Hand nach seinem Herz gegriffen. Alles in ihm ist kalt. Und so widerwertig gefühllos.
"Er hat mich... engagiert." Sie hört die Unsicherheit in seiner Stimme. Und auch den Schmerz.
"Ja, das dachte ich mir fast", bemerkt er sarkastisch.
"Bist du sauer?", fragt sie und schaut ganz vorsichtig auf. Felix antwortet nicht, sieht sie nicht an. "Felix?"
"Und wer ist besser?", presst er hervor. Am liebsten würde er weg von hier. Till eine runterhauen, sie anschreien, irgendwas.
"WAS?" Überrascht reißt sie die Augen auf. Das ist ja wohl nicht sein verdammter Ernst!
"Na, mit wem ist der Sex besser? Hat er es dir richtig besorgt?", fragt er bitter und presst dann seine Lippen aufeinander. Wie konnte sie nur?
"Nein… nein ich…", stammelt sie und vergisst vollkommen zu atmen.
"Ich weiß, mich sollte das nicht so aufregen, es ist dein Job. Aber… Till. TILL! Mein Bruder!" Tränen steigen in seine Augen. Der eine Mensch, bei dem es ihn wirklich verletzt.
"Felix... ich hab… nicht! Ich hab nicht mit ihm geschlafen." Sie nimmt seine Hand, sieht ihn fest an.
"Wie... hä?" Er kann ihr nicht mehr folgen, sieht sie irritiert an.
"Er wollte nicht mit mir schlafen. Er wollte wissen, wie weit ich gehe", erklärt sie. Vielleicht hätte ich damit anfangen sollen…
"Äh, was?", fragt er jetzt vollkommen irritiert.
"Na... ob ich es durchziehe... ob ich mit ihm schlafe. Er wollte wissen, ob ich dich nur verarsche. Wie auch immer er das damit rausfinden wollte…" Müde lächelt sie, beginnt damit, über seinen Handrücken zu streicheln.
"Der kann was erleben. Spinnt der? Da vertraut man ihm einmal etwas Wichtiges an… und er macht so 'ne dumme Aktion?" Am liebsten würde Felix direkt aufspringen und seinen Bruder töten.
"Hab ich ihm auch schon gesagt. Er hat es ja gut gemeint", verteidigt sie Till. Sie sieht genau, wie wütend Felix ist.
"Was ist daran gut?", schnaubt er abschätzig.
"Er will halt auf dich aufpassen." Sie schüttelt den Kopf. Je länger sie darüber nachdenkt, desto niedlicher findet sie es.
"Und das macht er, wenn er mit meiner Freundin schläft?" Felix knurrt es fast.
"Er hatte ja gehofft, dass ich vorher aufhöre", erklärt sie noch einmal.
"Hast du? Oder hat er?", will er wissen und hat ein bisschen Angst vor der Antwort.
"Er." Es schmerzt sie selbst, es zu sagen. Aber sie wird ihn nicht anlügen.
"Wie weit seid ihr gegangen?" Seine Stimme zittert. Sie hätte es also durchgezogen.
"Geknutscht. Und als er mehr wollte... hab ich angefangen zu heulen", beichtet sie unsicher.
"Du hast... geweint? Süße..." Und plötzlich wird ihm klar, wie es gelaufen ist. Wie sehr sie in einem Zwiespalt war.
"Ich dachte, er will mich erpressen oder so." Ihr ist ja inzwischen selbst klar, dass das eine dumme Annahme war.
"Erpressen? Wie kommst du denn darauf?", fragt er und streichelt sie zärtlich. Es muss furchtbar für sie gewesen sein.
"Weil... also... gratis vögeln... oder was weiß ich. Es haben schon so viele versucht. Aber sie hatten kein Druckmittel, weil mir das alles egal war. Du… nicht", gibt sie leise zu. Du bist eben… besonders.
"So ist Till nicht. Außerdem hat er bestimmt hunderte Weiber die er anrufen könnte." Er sieht, wie aufgewühlt Anni ist.
"Die machen aber vielleicht nicht das, worauf er steht." Sie zuckt unsicher mit den Schultern.
"Hat er dir das erzählt?", forscht er weiter. Jetzt ist er doch ein bisschen neugierig.
"Ich... wusste es schon", sagt sie und sieht ihn unsicher an. Weiß er es nun, oder weiß er es nicht?
"Wie du wusstest das schon?" Er kann ihr nicht so ganz folgen.
"Na... weil wir doch schon Mal... also weil er mich schon Mal engagiert hat." Jetzt kann sie auch alle Karten auf den Tisch legen. Dann ist es wenigstens ein für alle Male geklärt.
"Für sich??", fragt Felix und kann es kaum fassen. Sein Bruder hat ihm damals Katharine engagiert, weil er sie wirklich getestet hat?!
"Ja."
"Und ihr hattet Sex?!" Felix schließt die Augen, schüttelt den Kopf. Er fühlt sich wie in einer verkackten Telenovela.
"Ja. Vier oder fünf Mal." Jetzt ist es eh egal.
"Das meinst du jetzt nicht ernst, oder? Du machst doch wieder einen dummen Witz." Er kann es nicht fassen, sieht sie flehend an.
"Doch... bevor wir... was hatten. Darum hat er mich vermutlich für dich engagiert." Sie sieht seinen Blick und ihr Herz bricht ein bisschen. Es verletzt ihn so sehr.
"Und da konnte er niemand anderes nehmen? Steht der darauf? Boah ich hasse ihn gerade abgrundtief!", grummelt Felix und schlägt seine Hände vors Gesicht.
"Ich konnte es dir nicht sagen... Nicht ohne sein Einverständnis", erklärt sie ihm und hofft, dass er es versteht.
"Und du hast ihn heute gefragt, oder was?"
"Ja. Hab ich. Er meinte, du wüsstest das." Und ich hab geahnt, dass das nicht stimmt.
"Äh, nein?" Felix schüttelt den Kopf, versucht zu rekapitulieren, ob Till ihm das jemals gesagt hat… und ist sich plötzlich gar nicht mehr so ganz sicher.
"Ahnte ich schon. Sieh es so... ohne ihn hätten wir uns nicht kennen gelernt", versucht sie das Ganze etwas in eine andere Perspektive zu rücken.
"Trotzdem fasse ich das gerade nicht", seufzt er.
"Tut mir leid." Sie sieht wieder auf ihre Hände. Doch schon spürt sie, wie er sie näher zu sich zieht, wie er ihre Haare küsst.
"Dir muss das nicht leidtun!" Aber ihm wird es leidtun.
"Tut es mir aber. Weil das immer wieder passieren wird. Ich kenne mehr deiner Freunde nackt, als du." Sie muss leicht grinsen.
"Okay... Es reicht, dass ich das mit Till weiß. Mehr will ich wirklich nicht wissen. Job ist Job", stellt er fest und schüttelt den Kopf. Felix will seine Freunde noch anschauen können.
"Danke."
"Solange du mir jetzt nicht immer sagst, wer auf was steht." Er legt den Kopf in den Nacken, kann immer noch nicht fassen, was hier gerade passiert.
"Gott, NEIN! Das willst du wirklich nicht wissen. Dann kannst du die nicht mehr angucken", lacht sie und schüttelt ihren Kopf.
"Gut. Aber... darf ich was über Till fragen?", will Felix wissen und sieht sie an. Schon seit Ewigkeiten brennt ihm eine Frage unter den Nägeln.
"Eigentlich… nicht." Sie zieht die Nase kraus.
"Komm schon… das hat er mehr als verdient." Er schiebt seine Unterlippe hervor, sieht sie flehend an.
"Na dann los…", seufzt sie. Irgendwie hat Felix ja recht.
"Steht Till wirklich aufs Anpinkeln?", fragt er.
"Hat er dir das erzählt?" Sie macht große Augen. Woher hat er denn bitte solche Ideen?
"Ja. Er war sehr betrunken."
"Und das willst du jetzt wirklich wissen?", fragt sie unsicher.
"Oooh ja", stellt er grinsend fest. Und eigentlich hast du es mir damit schon verraten.
"Ja."
"Tilli, eh..."
"Das sagst du ihm aber nicht!!!", bittet sie ihn. Till würde ihr das sicher nie verzeihen.
"Er hat mir das doch selbst erzählt", erklärt Felix.
"Trotzdem ist es was anderes, wenn du es ihm sagst. Und mach dich da nicht drüber lustig. Jeder hat halt irgendwie 'nen Fetisch, Fesseljunge." Sie sieht ihn bittend an, weiß noch sehr genau, wie verdammt unangenehm Till das beim ersten Mal war. Wenn Felix sich jetzt auch noch darüber lustig machen würde…
"Aber es ist mein Bruder und irgendwie ist es... ja komisch. Und lustig." Er grinst, doch verkneift es sich direkt wieder, als er ihr vorwurfsvolles Gesicht sieht.
"Ich finde das gar nicht lustig. Stell dir vor, du stehst auf was und traust dich niemals, das deiner Freundin zu sagen", nimmt sie Till erneut in Schutz. Dieses Rumhacken auf dem kleinen Bruder ist irgendwie unnötig.
"Er hat keine Freundin", stellt er trocken fest.
"Warum wohl nicht?!" Sie kann sich sehr genau vorstellen, dass das miteinander zusammenhängt.
"Als ob nur deswegen!" Felix zieht die Augenbrauen hoch.
"Nein. Aber es ist trotzdem scheiße. Könntest du mir sowas sagen?", will sie wissen und lehnt sich etwas von ihm.
"Dir? Ja."
"Ja, mir. Weil das mein Job ist. Aber jedem anderen Mädchen? 'Hallo Schatz, könntest du mich bitte anpissen?' Weißt du, wie viel Überwindung das kostet?" Anni kann Till sehr gut verstehen. Auf ungewöhnliche Sachen zu stehen ist nicht so leicht, wie man denkt.
"Ich denke, wenn man das ruhig angeht und irgendwie vernünftig bespricht, geht das", sagt Felix und nickt überzeugt.
"Ist aber schon hart. Und dann geht man leichter zu 'ner Nutte", erklärt sie, was sie schon so oft erlebt hat.
"Aber das ist doch auch irgendwie... Scheiße." Felix nimmt sie wieder in den Arm.
"Aber denk Mal... DU lachst ihn schon aus." Etwas vorwurfsvoll sieht sie ihn an.
"Weil er mein Bruder ist", erklärt er kopfschüttelnd. Natürlich lacht er da.
"Verstehst du ihn denn gar nicht?", fragt sie entnervt.
"Doch... Ein bisschen." Er will nicht weiter darüber reden.
"Ein bisschen?" Sie presst ihre Lippen aufeinander.
"Ja... ein bisschen mehr vielleicht", grummelt Felix und will dieses Gespräch einfach nur schnell beenden.
"Stehst... stehst du da etwa auch drauf?", will Anni wissen und streichelt über seinen Arm.
"Nein?!" Okay, WAS zur Hölle passiert hier bitte?
"Was meinst du dann mit 'ein bisschen'?" Ich kann dir nicht folgen, Kummer-Junge.
"Ich dacht du bist sauer wenn ich ihn nicht irgendwie versteh! Deswegen hab ich das gesagt..." Felix sieht sie ein bisschen schuldbewusst an.
"Nein?"
"Okay sagen wir es so. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, seiner Freundin das zu sagen. Aber dann muss er einfach Eier in der Hose haben. Und ich steh nicht aufs angepinkelt werden", macht Felix noch einmal deutlich. Nicht, dass noch mehr Missverständnisse entstehen.
"Oder er tut es eben nicht. Weil er vielleicht auch gar nicht will, dass seine Freundin das tut. Weil er diese Seite nicht von ihr sehen will", versucht sie zu verdeutlichen.
"Mh... Kann auch sein. Erstmal braucht der eine Freundin, um es ihr zu sagen."
"Soll ich ne Kollegin fragen?" Kurz muss sie über ihre eigene Idee lachen.
"Er müsste ihr wenigstens nichts erklären. Kennst du jemand Nettes?", fragt Felix lachend.
"Genug. Sag mal... was willst du ihn jetzt verkuppeln? Warst doch selbst vier Jahre Single!", lacht sie und schubst ihn ein Stück weg.
"Hab vergessen, wie schön das sein kann." Grinsend tippt er auf ihre Nase.
"Bist du glücklich?" Sie sieht ihn von unten an, atmet seinen unvergleichlichen Duft ein.
"Jaa... Du?", fragt er leise.
"So sehr!", seufzt sie und kuschelt sich wieder an ihn. Eine Weile schweigen sie. "Bestellen wir nachher was zu essen?", fragt sie schließlich.
"Was magst du denn?"
"Pizza, nein! Pasta." Ihr läuft das Wasser im Munde zusammen bei dem Gedanken an eine Lasagne.
"Pasta koch ich dir. Das müssen wir nicht bestellen", stellt er fest. Für Nudeln zahlt er doch kein Geld!
"Willst du wirklich jetzt noch kochen?", fragt sie skeptisch.
"Stimmt. Nö." Nicht heute. Viel zu emotional alles.
"Haben wir mehr Zeit in meinem gemütlichen Bett." Und genau da wäre sie gerade am allerliebsten.
"Um was zu tun?", fragt er grinsend.
"Mhhh... ich würde ja gerne nochmal ein paar Sachen aus meiner Kommode mit dir ausprobieren", schlägt sie vor.
"Ach?" Er gibt ihr schnell einen Kuss, grinst frech.
"Ja, da liegt so viel drin." Verführerisch sieht sie ihn an.
"Irgendwas Spezielles?", will er wissen.
"Nein, ich nicht. Du denn?", forscht sie nach.
"Oh, ich hätte Bock auf diesen Satisfyer. Der soll ja atemberaubend sein."
"Ist er."
"Besser als ich?" Felix schiebt die Unterlippe hervor, sieht sie so niedlich an, wie er kann.
"NICHTS ist besser als du", gibt sie ehrlich zu.
"Nicht mal Till?", fragt er lachend.
"FELIX!" Lachend schubst sie ihn noch einmal von sich. Dann springt sie auf, rennt Richtung Schlafzimmer. Doch noch vor der Tür hat Felix sie eingeholt, hebt sie hoch, obwohl sie quietscht und versucht wieder loszukommen, und trägt sie auf ihr Bett. Nichts und niemand kann ihn davon abhalten, sie genau so zu mögen, wie sie ist.
Review schreiben