Mehr als Freunde, enger als Brüder (Newt x Albus (x Grindelwald))

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
Albus Dumbledore Gellert Grindelwald Newt Scamander
22.07.2019
08.01.2020
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Newt musste erst mal seinen Herzschlag beruhigen, als er vor dem Nifflernest stand. Und vor allem musste er sich klar werden, warum sein Herz überhaupt so aufgeregt pochte! Es war doch gar nichts passiert... Nun, außer, dass sein Ex-Professor ihm überaus intensiv die Schultern massiert hatte. Seufzend rieb er sich mit seinen Händen über seine glühenden Wangen. Es war nur eine Massage gewesen unter Freunden – kein Grund nervös zu werden! Tief durchatmend griff Newt nach den Nifflerbabies und setzte sie in das Nest, ehe er sich zurück auf den Weg nach oben machte.
Vielleicht hatte Dumbledore recht und er brauchte wirklich eine Pause und einen entspannten Abend? Er überlegte, ob er nicht vielleicht baden gehen sollte. Sicher würde sich Dumbledore nun auf den Weg machen wollen. Immerhin hatte Newt ihm schon genügend seiner Zeit gestohlen, mit seiner ausgiebigen Führung durch die Gehege.
Als Newt in die Küche kam, fühlte er sich bestätigt, weil er Dumbledore dort stehen sah anstatt am Tisch sitzend. "Alle ausgebüchsten Niffler sind wieder sicher verstaut. Es war wirklich schön, dass Sie...", wollte er sich bereits von dem Älteren verabschieden, als sein Blick allerdings auf die Weingläser fiel. Er erstarrte überrascht.
Dumbledores Mundwinkel zuckten. „… geholfen haben?“, fragte er, um den Satz zu beenden. Er schenkte Newt ein charmantes Lächeln und trat, die Gläser in den Händen, auf ihn zu. „Unter anderen Umständen würde ich mich nun höflich verabschieden und dir für die Führung und die Vorstellung deiner Tierwesen danken“, sagte er und seine Augen funkelten, als ihre Blicke sich begegneten. Eilig wandte Newt den seinen ab. „Allerdings habe ich die Befürchtung, dass du dich, sobald ich aus dem Haus bin, wieder in die Arbeit stürzt und dich selbst vernachlässigst”, setzte Dumbledore hinzu und als Newt dieses Mal scheu aufblickte, zwinkerte Dumbledore ihm zu und reichte ihm das zweite Glas.  
Bei der doch sehr treffenden Analyse färbten sich Newts Wangen erneut rosa. Ja, er hätte tatsächlich weiter an seinem Buch gearbeitet, sobald der Ältere gegangen wäre.
“Daher würde ich es vorziehen, zu bleiben“, fuhr Dumbledore fort und nachdem Newt das Glas entgegengenommen hatte, nutzte Dumbledores‘ ausgestreckte Hand die Chance und strich langsam von Newts Schulter über den Oberarm hinunter zu seinem Ellbogen, wo sie einen Augenblick verweilte.  
"E-es ist mehr Vergnügen als Arbeit für mich", murmelte Newt, während er mit seinem Blick der Hand folgte, welche seinen Arm hinab wanderte. Als Dumbledore ihn dann losließ, wagte er kurz einen scheuen Blick in die blauen Augen des Älteren. Erneut merkte er, wie sein Herz aufgeregt zu schlagen begann.
“Und morgen ist ein weiterer Tag, an dem du dein Vergnügen ausleben kannst“, sagte Dumbledore mit einem sanften Lächeln. “Aber vergiss nicht: Auch positiver Stress ist Stress. Und deine Muskeln sprechen eine eindeutige Sprache.“ Er legte Newt eine Hand auf die Schulter und dirigierte ihn aus der Küche hinaus und zum Wohnzimmer hin. Bereitwillig ließ Newt sich führen.  
“Ein-zwei Stunden Ruhe auf dem Sofa können da wahre Wunder wirken“, setzte Dumbledore einschmeichelnd hinzu, während er ihn zu besagtem Sofa hinführte und sich dann neben ihm in die weichen Polster sinken ließ.  
"In ein-zwei Stunden wäre es ein Wunder, wenn ich noch vom Sofa hochkomme”, scherzte Newt. “Zumindest, wenn Sie vorhaben bis dahin Wein mit mir zu trinken", fuhr er mit einem Schmunzeln fort.  
Dumbledore erwiderte das amüsierte Schmunzeln. “Wenn das nötig ist, um dir ein wenig Ruhe zu verschaffen, trinke ich sehr gern ein-zwei Stunden lang Wein mit dir. Da sind noch einige Vorräte, die wir leeren können.“
Newt lachte leise. "Versuchen Sie gerade mich abzufüllen, Professor?", hakte er spaßeshalber nach.
Dumbledore ging nicht sofort darauf ein. Newt, der mit einer sofortigen Ablehnung solcher Unterstellungen gerechnet hatte, wurde nervös, als sein Gegenüber lediglich vor sich hinlächelte, ehe er ihm ein charmantes Lächeln zuwarf. „Und wenn es so wäre?“, fragte er.
Newt fühlte sein Herz schneller schlagen.
Ehe er sich fragen konnte, wie das gemeint war und was er hineininterpretieren sollte, wandte Dumbledore erneut den Blick von ihm ab und lenkte ihn stattdessen auf sein Glas. “Du hast einen ausgezeichneten Wein-Geschmack“, stellte er fest und lächelte dann, “Oder sollte ich für diesen Vorrat eher deinem Bruder danken, der dir die Flasche zu Weihnachten geschenkt hat?“
Sein scharfer Verstand führte dazu, dass Newt auflachte und die Fragezeichen in seinem Kopf für einen Moment vergaß. Der Mann hatte ein unglaubliches Gespür für Details. "Richtig”, gab er also zu, “Theseus gebührt der Dank."
Dumbledore nickte anerkennend, nahm einen weiteren Schluck und schien sich dann in Gedanken zu verlieren. Den Stil seines Glases rollte er zwischen den Fingern. Deutlich nachdenklicher und ruhiger fuhr er fort: „Weißt du, ich hatte mich schon immer gefragt, welche Art von Leben du wohl eines Tages führen würdest. Du hast sehr früh erkannt, dass ein Leben im Büro nicht das ist, was dir vorschwebt. Du wolltest immer schon raus in die große weite Welt.“ Er schaute auf und suchte Newts Blick. „Ich finde es beneidenswert, derart frei sein zu können. Doch ich frage mich, ob dabei nicht andere Dinge für dich auf der Strecke bleiben. Dinge, die dir nur ein fester Wohnsitz geben kann.“
Der plötzliche Themenwechsel überraschte Newt. "Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht ganz folgen”, gestand er, “Ich habe hier einen festen Wohnsitz."  
Dumbledore nickte. „Sicher, du besitzt eine Wohnung“, bestätigte er, „Aber du bist kaum hier. Hattest du je das Bedürfnis, selbst eine Familie zu gründen? Jemanden zu finden, mit dem du alt werden kannst?“ Als wollte er die Schwere aus seinen Worten nehmen, wurde Dumbledores Lächeln wärmer und er schüttelte leicht über sich selbst den Kopf. „Es waren nur Gedanken, die mir gekommen sind“, schmunzelte er, „Ich kenne dich schon viele Jahre und habe deine Entwicklung beobachtet. Da ist dieser eine Punkt, der für dich nie in Frage zu kommen schien. Das erscheint mir einfach… ungewöhnlich. Wo in deinem Alter doch alle damit beschäftigt sind, zu heiraten und sesshaft zu werden.“
Newt schaute peinlich berührt drein, weil er bei diesem Thema tatsächlich nicht mitreden konnte.  Sesshaft werden, heiraten, vielleicht sogar Kinder... Das erinnerte ihn sehr an Diskussionen, die er mit Theseus immer und immer wieder geführt hatte und teilweise noch heute gelegentlich ertragen musste.  
Allerdings war Dumbledore nicht Theseus und es sah ihm nicht ähnlich, Newt über seine Lebensführung belehren zu wollen. Er machte im Moment auch gar nicht den Eindruck, als wollte er das. Dennoch war Newt etwas vorsichtiger bei der Wahl seiner nächsten Worte: "Ich habe in gewisser Weise meine Familie durch meine Tierwesen”, sagte er langsam, “Auch, wenn das sicher die meisten nicht so sehen oder gar verstehen können." Newt warf Dumbledore einen unsicheren Blick zu. "Und ungewöhnlich war ich schon immer”, sagte er, als müsste er sich dafür entschuldigen.  
Dumbledore schenkte ihm ein warmes Lächeln, von dem er nicht wusste, womit er es verdient hatte. “Für Menschen wie dich und mich bevorzuge ich die Bezeichnung ‚besonders‘“, sagte Dumbledore und trank noch einen Schluck Wein. Beinahe verschwörerisch fügte er hinzu: “Es ist nicht schlimmes daran, ‚besonders‘ oder ‚ungewöhnlich‘ zu sein. Es ist in gewisser Weise sogar sehr befreiend. Wenn man dazu steht, kann man tun, was man möchte. Das ist eine Freiheit, die viele nicht nachfühlen können.“ In einem unerwarteten Anflug von Kameradschaftlichkeit lehnte sich Dumbledore ein Stück zur Seite, bis ihre Schultern aneinander lagen. Sonderbarerweise störte das Newt nicht. Er dachte gerade noch über das nach, was Dumbledore eben gesagt hatte. Sein Professor hatte schon immer ein Talent für Worte gehabt. Eine Eigenschaft, für die ihn Newt durchaus bewunderte und ein wenig beneidete, machte es doch mit Sicherheit so vieles leichter im Umgang mit anderen. "Nur ecken Sie durch Ihre 'Besonderheiten' nicht an", sagte Newt schmunzelnd, während er an seinem Wein nippte.
Dumbledores Lächeln wurde amüsiert. “Du würdest dich wundern“, sagte er mit einem Lachen und warf Newt einen Blick zu. “Ich habe nur ein paar Jahre mehr Lebenserfahrung und dementsprechend gelernt, mit Menschen zu sprechen, die nicht meine Einstellung teilen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen.“ Er wandte den Blick wieder ab, noch immer schmunzelnd und trank einen weiteren Schluck.  
„Ein wenig anzuecken, gehört zum Leben dazu“, sinnierte er weiter, „Doch jeder, der dich wirklich kennen lernen möchte, merkt sofort, dass dein Herz den Tierwesen gehört. Ein überaus tugendhaftes Lebensziel, das du da hast, die Zauberer aufzuklären und so vielen Tieren wie möglich zu helfen. Es lässt dich strahlen. Und als einer von denen, die das Glück haben, dich näher zu kennen, kann ich dir sagen, dass es schwer ist, nicht fasziniert zu sein von deiner Leidenschaft und deinem Engagement. Genau diese Begeisterung ist es, die andere in deinen Bann schlägt. Du solltest mehr darauf achten. Dann hättest du weniger das Gefühl ‚anzuecken‘.“
Nun schaute Newt doch von seinem Weinglas auf und blickte mit einer Mischung aus Unglauben und Faszination hinüber zu seinem ehemaligen Professor. Fast fühlte er sich ein wenig wie damals, wenn er Dumbledore im Unterricht bei jedem Wort an den Lippen gehangen hatte, nicht nur bei den Lektionen in Verwandlung, sondern auch allen anderen Geschichten, Anekdoten und Lebensweisheiten.  
"Mir reicht es, wenn ich bei ein paar wenigen Menschen nicht anecke", sagte er schließlich nach einem kurzen Augenblick mit einem schüchternen Lächeln.

*


Albus tanzte um das eigentliche Thema herum, das wusste er. Er hatte Newt nicht daran erinnern wollen, dass er in den Augen einiger als ‘sonderbar’ galt. Nein, seine Anspielungen hatten einen anderen Hintergrund gehabt: Er wollte nur… in gewisser Weise… Gewissheit; dass Newt nicht vergeben war; dass Albus keinen Fehler beging, der ihre Freundschaft riskierte.
Er konnte spüren, wie schwer es Newt fiel, sich diesem Thema zu öffnen, doch es sollte Albus den Weg ebnen für seine nächsten Schritte.
„Nun, bei mir definitiv nicht“, antwortete er mit einem warmen Lächeln auf Newts Worte. Er drehte sich mit dem Oberkörper zu Newt hin, der ebenfalls ihm zugewandt saß, und schaute ihm einen Moment in die Augen. Da war dieses Funkeln in ihnen, das Albus in seinen Bann schlug.  
Ohne, dass er es bewusst steuerte, sank sein Kopf ein Stück nach vorn. Ihre Gesichter näherten sich und Albus‘ Augen fielen wieder auf Newts volle Lippen, die vom Rotwein nun noch roter waren. Er ließ sein Glas zum Couchtisch schweben, konnte aber sonst keine Entscheidung treffen. Unfähig, sich wieder fortzubewegen, verharrte er, leicht nach vorn gebeugt, viel zu nah an Newts Lippen und doch so unendlich fern. „Ich glaube, ich bin nicht mehr in der Lage, meine Augen von deinem Strahlen fortzunehmen“, gestand er leise. Es war beinahe ein Flüstern. Sein Blick wanderte wieder hinauf, zu Newts Augen.  
Etwas an seinen Worten oder seiner Handlung musste Newt überraschen. Denn dessen Augen waren geweitet und er schien vergessen haben, zu atmen.  

*


Es fiel Newt sehr schwer, seine neu aufflammende Hoffnung nicht sofort von sich zu schieben. Das musste Einbildung sein. Es war unmöglich, dass Albus Dumbledore sich tatsächlich in diesem Moment zu ihm herüber beugte. Dass er ihm ein Kompliment machte, das über alles hinaus ging, was jemals jemand zu ihm gesagt hatte und das dazu führte, dass sein Herz einen immensen Sprung machte. Dass er ihm näherkam, als Freunde sich kamen...
Die Vorstellung davon, dass just in diesem Moment tatsächlich etwas eintrat, das er sich nicht einmal ausmalen konnte, überforderte Newts Geist. Er hielt den Atem an, sein Herz raste ihm in der Brust und sein Körper erstarrte. Newt wagte es nicht, sich zu bewegen, als Dumbledores Kopf dem seinen immer näher kam. Sein Hirn suchte noch nach irgendeiner Antwort auf diese Situation, die nicht bedeutete, dass Dumledore gerade versuchte, etwas Romantisches zu beginnen. Nein, das war nicht möglich! Wieso sollte er auch? Bisher hatte noch nie jemand Interesse an Newt gezeigt und dann ausgerechnet Dumbledore?
Anstatt sich zurück zu ziehen, wie Newt es beinahe von Dumbledore befürchtet hatte, spürte er mit einem Mal dessen Hand in seinem Nacken. Und dann, um jeglichen Zweifel auszuräumen und jede Frage zu beantworten, senkte Dumbledore langsam den Kopf und legte seine Lippen auf Newts.

Kaum, dass ihre Münder sich trafen, schloss Newt seine Augen und spürte das warme Kribbeln, das in seinem Bauch begann und sich in seinem ganzen Körper ausbreiten wollte. Es war kein zaghafter Kuss, doch er war auch nicht dominant stürmisch. Er zeugte von einer gewissen Selbstsicherheit und fühlte sich an wie ein Geschenk. Kein Zwang. Keine Angst vor Zurückweisung oder ein Aufdrücken von Gefühlen. Der Kuss, den Dumbledore ihm gab, war leicht und frei, als könne Newt ihm die Bedeutung geben, die er ihm geben wollte.  
Und, sehr zu seinem Leidenswesen, dauerte er keine drei Sekunden an.  
Der Kuss war so schnell vorbei, wie er für Newt unerwartet begonnen hatte und er fragte sich vor allem, warum. In seinem Magen bildete sich ein Kloß, während die Sorge in ihm aufkam, ob er es vielleicht falsch gemacht hatte. Gut, Newt hatte nicht gerade viel Erfahrung im Küssen. Genau genommen keine, außer einmal eine eher unbeholfene Knutscherei mit Leta, als sie beide 14 Jahre alt gewesen waren. Daher wäre es vermutlich nicht überraschend, wenn Dumbledore bereits nach dem Versuch, ihn zu küssen so enttäuscht war, dass er ihn gleich wieder abgebrochen hatte. Mit Überwindung zwang sich Newt nach ein paar Sekunden dazu, die Augen wieder zu öffnen und nervös den Blick zu heben.

*


Als Albus die Lippen wieder fortgenommen hatte, den Geschmack von Wein und Newt auf der Zunge, fühlte er, dass es seinen Puls beschleunigt hatte. Wenig brachte ihn aus der Ruhe, doch das hier ließ seine Nervenenden wohlig kribbeln. Langsam hatte er sich ein wenig von Newt entfernt, um zu sehen, wie dieser reagierte. Und um, sollte es tatsächlich der falsche Schritt gewesen sein, schnell alles geraderücken zu können. Er ließ die Hand in Newts Nacken liegen, wo sie sich warm an seine Haut schmiegte.  
Bei dem unsicheren Blick, den Newt ihm zuwarf, musste Albus schmunzeln. „Du siehst enttäuscht aus“, stellte er fest und sein Daumen strich Newts Nacken entlang. „War der Kuss so schlecht?“
Newts Augen wurden größer bei der Frage. "N-nein!", versicherte er wie aus der Pistole geschossen. "Und für Sie?" setzte er dann kleinlaut hinterher, während seine Wangen noch eine Spur roter wurden.
Albus erlaubte sich ein leises Lachen. Es entsprang der Erleichterung, dass Newt dem Ganzen nicht abgeneigt zu sein schien. Es versetzte ihn in ein leichtes Hochgefühl. „Um das beurteilen zu können, muss ich das wohl noch einmal wiederholen“, sagte er und senkte den Kopf erneut langsam zu Newt herunter. Er ließ sich mehr Zeit dieses Mal, schob sich Zentimeter für Zentimeter nach vorn, um Newt die Chance zu geben, sich darauf einzustellen. Er fühlte den heißen Atem des Anderen bereits auf seinen Lippen und sein Griff in Newts Nacken wurde eine Spur stärker, ohne ihn zu sich zu ziehen. Er sehnte eine neue Berührung ihrer Lippen herbei.  
Newt kam ihm dieses Mal sogar ein Stück entgegen. Das löschte auch noch Albus‘ letzte Zweifel aus. Er genoss ihr erneutes Zusammentreffen, hörte das leise Seufzen, das Newt ausstieß, als ihre Münder miteinander verschmolzen, schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Gefühl. Newts Lippen waren so unendlich weich und sein Seufzen ging Albus durch den ganzen Körper und beschleunigte seinen Puls. Er konnte fühlen, wie das, was er begonnen hatte, dabei war, ihn abhängig zu machen. Eben noch war es nicht viel mehr gewesen als ein Austesten, ein Versuch. Er hatte darauf geachtet, nicht zu viel Emotionen hinein zu investieren, um am Ende Newt gegenüber versichern zu können, dass sie Freunde bleiben würden. Doch mit jeder Sekunde, die die Lippen des Jüngeren länger an den seinen hingen, fiel es ihm schwerer und schwerer, an diesem Vorhaben festzuhalten. Er bemerkte, dass es etwas in ihm auslöste, ein rastloses, hungriges Verlangen nach mehr. Als sie einige Zeit lang nur die Lippen gegeneinander bewegt hatten, schob er seine Zunge vor und stupste damit Newts Unterlippe an.  

*


Newt wusste gar nicht wo ihm der Kopf stand und das allein von diesem Kuss. Wie oft hatte er sich als Teenager vorgestellt, Dumbledore zu küssen oder war dank ihm morgens mit einer eindeutigen Erektion aufgewacht? Natürlich war diese übertrieben Schwärmerei für seinen Professor mit den Jahren abgeflaut, hatte sich von einer hormongesteuerten, rosaroten Teenagerobsession zu einer realistischeren, stillen Bewunderung für den Mann gewandelt. Und doch war es nun so viel besser und aufregender als jede Vorstellung und jeder Traum, den er damals gehabt hatte!
Als er Dumbledores Zungenspitze gegen seine Lippen stupsen spürte, lief ihm ein angenehmer Schauer den Rücken hinab und er öffnete zaghaft seine Lippen.
Newt keuchte leise in den Kuss, als Dumbledores Zunge sich tiefer schob und seinen Mundraum plünderte. Warme Hände legten sich an seine Wangen und drehten seinen Kopf zur Seite, um Dumbledore besseren Zugang zu verschaffen.  
Newt erwiderte den Kuss so gut wie möglich, auch, wenn es eher zaghaft wirkte, da es eine völlig neue und überwältigende Erfahrung für ihn war.  
Völlig auf die Lippen und die Zunge des Anderen konzentriert, bemerkte Newt erst, dass er sein Weinglas zur Seite kippen ließ, als dieses plötzlich umfiel und den teuren Wein über seinen eigenen Schoß verteilte. Erschrocken zuckte er ein wenig zurück, löste dadurch den Kuss und lugte kurz hinunter, ehe er bis zu den Ohrenspitzen rot anlief.  
"V-Verzeihung, ich...", begann er bereits leise zu stottern.
Dumbledore, der einen Moment ähnlich überrascht zu sein schien, wie er, lachte leise auf, als würde ihn die Situation erheitern. Er griff nach dem Glas, stellte es auf den Tisch und schenkte Newt ein entschuldigendes Lächeln. "Ich bin es, der sich entschuldigen sollte", sagte er höflich, "Verzeih meine überstürzte Handlung. Ich hatte nicht an den Wein gedacht."
Newt wich dem Blick des Mannes aus und griff nach seinem Zauberstab, ehe er mit feuerrotem Gesicht einen leisen Zauber murmelte, um seine Hose zu säubern. “A-alles gut", murmelte er, etwas aus dem Konzept gebracht, während er den Blick gesenkt hielt und sich innerlich selbst ohrfeigte. Natürlich musste ihm so etwas in SO einer Situation passieren. Sicher hatte er sich nicht nur als tollpatschiger Idiot dargestellt, sondern damit auch die Stimmung komplett zerstört!
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