Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Erotik / Luca(s)

Luca(s)

von Escanora
GeschichteDrama, Humor / P18 Slash
21.07.2019
16.10.2019
12
19594
14
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Hallo und Willkommen zu meiner neuen Geschichte "Luca(s)." Ich freue mich auf meine Stammleser und hoffentlich auch über ein paar Neuankömmlinge! Aber reden wir nicht so viel herum! Lasst uns beginnen! <3 Übrigens das Dorf Purple River habe ich mir einfach ausgedacht, ich weiß nicht, ob es vielleicht ein echter Fluss oder eine Stadt ist. Keine Ahnung. xD

Eure Esca.



LUCA

Ich stand mitten in dem weißen Raum, was einst mal mein Zimmer war. Ein Zimmer, dass mein zu Hause war. In dem meine Freunde waren, in dem ich für mich war, einfach etwas, was meins war.

Doch jetzt, ist es einfach nur noch ein Raum mit weißen Wänden. Keine Poster mehr, keine Bilder. Nur noch Klebereste vom Tesafilm und Löcher der Reißzwecken. Ich streiche darüber, als wären es alte Freunde die ich verlassen müsste. Und irgendwie ist es ja auch so.

Seufzend hob ich meinen Rucksack auf, den ich mir für die endlos lange Autofahrt von Sieben Stunden gepackt hatte. Handy. Ladekabel. Bücher. Mein Nintendo 3DS. Irgendwie musste ich die Zeit ja tot schlagen.

Ein letztes Mal schaute ich aus dem Fenster, wo ich meine Mutter Andrea mit meiner älteren Schwester Emilia sah, die gerade die letzten Sachen in unseren kleinen Suzuki einluden. Dahinter stand ein LKW vollgepackt mit unseren Möbeln, den mein Onkel hinter uns herfahren würde. Er lebte ebenfalls dort, in dem Ort, wo auch wir hinziehen würde.

Mein Dad lebte nicht mehr. Er starb als ich elf Jahre alt war an Magenkrebs. Es wurde zu spät entdeckt und die Ärzte konnten nichts mehr tun. Aber Onkel Adrian hat uns immer beigestanden und deswegen fährt er den LKW, der im Übrigen auch seiner ist, für uns nach Purple River. Ein Kaff irgendwo im Nirgendwo, mit einer Bewohnerzahl von gerade mal etwas an die Siebenhundert. Also ein >Hier kennt jeder Jeden< Dorf.

Und warum wir umziehen? Weil meine Mutter in der Großstadt keinen Job bekommt. Sie ist Konditorin, aber hat hier einfach keinen Erfolg. Deswegen hat sie sich meilenweit beworben und ausgerechnet dort, einen Job bekommen. Aber was tut man nicht alles für Geld, oder?


Die Autobahn zieht an uns vorbei, so wie der Himmel und die Bäume. Während meine Schwester vorne sitzt bei meiner Mutter, habe ich die Rückbank eingenommen. Ich höre Musik von meinem Handy, damit ich nicht das Gejaule aus dem Radio hören muss, zudem meine unglaublich talentierte Familie dann noch schief mit singt. Ich verdrehte die Augen und lehnte meinen Kopf an die Fensterscheibe.

Wir fuhren nun schon seit drei Stunden, als meine Mutter an einem Rastplatz mit einem Diner hält. Gott sei Dank. Ich musste elendig auf Toilette und mein Magen hing mir auch mittlerweile in den Kniekehlen. Im Rückspiegel erkannte ich, dass Adrian ebenfalls schon hinter uns war.

Kaum dass wir angehalten hatten, sprang ich sofort aus dem Auto.

"Luci, was ist denn?", rief meine Mutter mir hinterher.

"Klo!", antwortete ich nur kurzsilbig und flitze in das Diner.

Die Leute die mich dabei komisch ansahen, beachtete ich gar nicht.


Als ich mich erleichtert hatte und aus dem Klo komme, steht bereits ein anderer Junge am Waschbecken. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass hier noch wer rein gekommen war.

Als er mich sieht, grinst er. "Du pisst ganz schön laut, Alter."

Ich zuckte nur mit den Schultern und wusch meine Hände ebenfalls. Der Junge lässt nicht locker.

"Wo geht's hin?"

"Purple River."

"Das gibt's ja nicht. Da komm ich auch her. Ich komme gerade mit meiner Familie aus dem Urlaub aus Kalifornien. Dann sehen wir uns bestimmt in der Schule. Du bist wahrscheinlich der Neue, von dem uns schon erzählt wurde."

Ich sah den Kerl nur schief an. War ja klar, dass sich sowas schnell verbreitete.

"Das kann schon sein.", bemerkte ich trocken.

"Naja, dann sieht man sich bestimmt bald. Ich bin übrigens Damien." Er hielt mir die Hand hin.

"Luca." Ich schlug ein.

Dann ging er weg.


Als ich mich zu meiner Familie setze, sah ich mich um, aber Damien ist schon weg. Wahrscheinlich hatten sie nur kurz für die Pipipause angehalten oder so.

"Habt ihr schon bestellt?", fragte ich nach.

"Nein, wir haben auf dich gewartet. Hast du gekackt, oder was?", fragte Emilia und mein Onkel verschluckte sich an seiner Cola.

Emilia lachte.

"Emi!", ermahnte Mum sie.

"Nur die Getränke, Liebling. Ist alles okay? War dir wieder schlecht?" Besorgt sah sie mich an.

"Nein, nein. Ich musste wirklich nur dringend pinkeln."

Sie nickte nur und beließ es dann dabei. Ich konnte lange Autofahrten nicht so gut vertragen und ich merkte ihr an, dass sie mir nicht so ganz glaubte. Aber das war mir egal. Wenn sie sah, wie ich gleich einen fetten Hamburger verdrückte, würde sie mir schon glauben.

Nebenbei erzählte ich dann, was solange gedauert hatte. Emi lachte wieder nur. Meine Mum fand es gut, da sie hoffte, dass ich so besseren Anschluss finde. Ich war eigentlich immer mehr der einsame Wolf. Im Grunde hatte ich nur einen besten Freund gehabt. Felix. Es hatte schon etwas krass unser Band zerbrochen, als ich ihm sagte, ich würde wegziehen. Wir waren zusammen seit wir im Kindergarten gewesen waren. Wir waren nicht nur beste Freunde. Wir waren Brüder. Aber nun wohnte ich meilenweit weg und wir wussten nicht, wann und ob wir uns überhaupt wieder sehen würden. Außer beim skypen oder so.


Die nächsten Stunden verschlief ich und wurdee irgendwann wach, weil das Auto von uns über einen Bordstein rumpelte. Wir waren angekommen. Mum parkte gerade vor der Garage die zu unserem neuen Haus gehörte.

Als wir ausgestiegen waren, hielt Mum uns links und rechts im Arm.

"Sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder?"

"Es ist wirklich ganz hübsch.", gab Emilia zu, die anfangs am meisten darüber gemeckert hatte, dass wir umziehen.

Dabei hatte sie außer ihren schnöseligen Freundinnen gar keinen Grund, sich zu beschweren. Sie ist zwar schon Zwanzig und hat eine Ausbildung als Köchin. Aber sie war nicht sehr bemüht darum, sich irgendwie in das Arbeitsleben zu integrieren. Aber Mum wird ihr hier hoffentlich mal in den Arsch treten.

Ich nickte ebenfalls, denn Mum sah mich erwartungsvoll an.

"Es ist okay."

"Na, also! Dann kommt. Wir haben noch viel zu tun heute!"

Sie marschierte euphorisch zum LKW, wo Adrian gerade die Lade hinten runterließ. Emilia sah gelangweilt auf ihr Handy und ich betrachtete mein neues zu Hause. Es war wirklich ganz hübsch. Es hatte drei Stockwerke. Der Anstrich war schlicht weiß, so wie alle anderen Häuser hier in der Nachbarschaft. Die Fenster vorne lagen in einer Nische. Ich ging davon aus, dass sich Emi direkt eines davon schnappen würde. Aber sollte mir recht sein. Der Vorgarten sah etwas verhunzt aus und lag hinter einem Zaun, dessen Tor nur noch halb in der Angel hing. Super. Hoffentlich sah das drinnen nicht genauso aus.

Und das sah es Gott sei Dank nicht. Innen war alles okay. Weiß und schlicht, aber schön an zu sehen. Wir brauchten noch einige Zeit, bis wir endlich alles im Haus hatten. Abends saßen wir alle Vier platt im Wohnzimmer und Adrian bestellte uns Pizza.

Da waren wir also nun. In unserem neuen Haus. Im neuen Ort. Im wirklichen Leben. Hilfe...
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