Twist of fate - Wink des Schicksals (Übersetzung)

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Albus Dumbledore Cedric Diggory Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
21.07.2019
08.12.2019
25
88263
25
Alle Kapitel
119 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
Meine Lieben,

vielen, vielen Dank für eure tollen Reviews und Nachrichten!!! <3 Es freut mich, dass euch meine Übersetzung bisher so gut gefällt. Die Nachrichten beantworte ich noch, versprochen!

Eins würde mich aber noch interessieren, bevor ich euch in das Kapitel entlasse: Warum seid ihr eigentlich alle so gegen Cedric? Das könntet ihr mir mal schreiben ;)

Aber jetzt halte ich euch nicht länger auf. Viel Spaß :)



~~~*~~~


Am nächsten Tag entdeckte Harry Cedric in der Bibliothek. Er winkte ihn auch gleich an seinen Tisch und sie arbeiteten beide eine halbe Stunde lang still vor sich hin, bis Harry endlich den Mut fand, ihn zu fragen.

„Du willst, dass ich was?“ Cedric sah ihn ungläubig an. „Malfoy will tatsächlich zulassen, dass du ihn mit einem Unverzeihlichen verhext? Das klingt so gar nicht nach ihm.“

Harry sah sich verstohlen um. Er musste sichergehen, dass ihnen auch wirklich niemand zuhörte. „Ich weiß. Ich glaube … ich glaube, er hat Angst, dass jemand den Fluch an ihm anwenden könnte.“

„Ich würde auch alles dafür tun, jegliche dunkle Magie abwehren zu können, wenn ich einen Vater hätte, der im Verdacht steht, ein Todesser zu sein. Mein Vater ist sich ziemlich sicher, dass Lucius Malfoy einer der Todesser war, die die Muggel an der Weltmeisterschaft gefoltert haben. Du und Malfoy waren nie wirklich eng befreundet. Gerade letzten Monat wollte er dich hinter deinem Rücken verhexen.“ Cedric lehnte sich ein Stück näher zu Harry. „Glaubst du, du kannst ihm wirklich vertrauen?“

„Da kommst du ins Spiel. Du dienst mir als Zeuge, falls wir erwischt werden.“ Harry wusste, dass das nicht genug sein würde. Wenn es hart auf hart kam, konnte man dem Slytherin nicht trauen. „Bist du dabei?“ Ein bisschen hoffte Harry, dass Cedric ablehnen würde. Er hatte die ganze Nacht wach gelegen und über Malfoy nachgedacht. Er konnte selbst nicht verstehen, weshalb er ihm zugesichert hatte, es sich zu überlegen.

„Kommt drauf an. Warum willst du es machen?“ Cedric sah ihn eindringlich an. „Warum denkst du überhaupt darüber nach?“

Harry erwiderte seinen Blick. „Malfoy gibt mir Nachhilfe in Zaubertränke.“

Cedric hob eine Augenbraue. „Das scheint mir kein fairer Tausch zu sein. Du wirst einen Mitschüler mit einem Unverzeihlichen Fluch verhexen. Das ist strafbar …“

„Ich weiß. Ich baue darauf, dass du als Zeuge fungierst und wir sind beide minderjährig. Wenn wir erwischt werden, könnte es einfach als Dummer-Jungen-Streich abgetan werden. Aber wichtig ist, dass wir eben nicht erwischt werden.“

„Bist du dir sicher, dass es nicht noch einen anderen Grund gibt, weshalb du ihm helfen willst? Er sieht nicht schlecht aus, wenn man auf große, blonde …“

„Was? Malfoy? So schwul bin ich dann auch wieder nicht“, flüsterte Harry lachend. „Ehrlich. Nein“, setzte er nach, als Cedric ihn zweifelnd ansah.

Dann zuckte Cedric mit seinen Schultern. „Ich muss darüber nachdenken, es hängt auch viel davon ab, ob ich für das Trimagische Turnier als Champion ausgewählt werde. Niemand weiß, wie viel Zeit dafür drauf geht. Aber wo wir gerade von schwul sein reden …“ Cedric lehnte sich etwas vor. „Hast du es schon deinen Freunden gesagt?“

Harry nickte. „Letzte Woche. Es lief gut. Ich hätte das schon letztes Jahr machen sollen. Dann hätte ich mir eine Menge Sorgen erspart.“

„Hast du noch über etwas anderes nachgedacht?“ Cedric lachte, als er den verwirrten Ausdruck in Harrys Gesicht sah. „Hast du darüber nachgedacht, mit jemandem auszugehen? Wenn nicht mit Malfoy, dann mit jemand anderem?“

„Jemand anderem? Oh nein. Ich kenne ja niemanden, der … so ist wie wir. Und, ähm … ich glaube, ich bin noch nicht bereit, es noch jemand anderem anzuvertrauen.“ Harry spürte, wie sein Gesicht tiefrot anlief.

„Du wirst überrascht sein, wie viele es von uns in Hogwarts gibt. Du musst nur ein bisschen aufmerksamer sein. Wir verstecken uns eigentlich nicht wirklich, es ist dir wahrscheinlich nur noch nie aufgefallen.“

Harry nickte. „Trotzdem, ich glaube nicht, dass ich den Leuten noch einen weiteren Grund geben möchte, über mich zu reden. Ich würde gerne ein Schuljahr mal einfach nur in der Masse untergehen. Dieses Jahr wird das hoffentlich klappen, mit dem Trimagischen Turnier. Glaubst du, dass du es schaffst?“

„Keine Ahnung. Ich weiß von mindestens einem Dutzend anderer, die es auch versuchen werden. Es gibt keine Garantie, dass ich ausgewählt werde.“ Cedric lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und ließ seinen Blick durch die Bibliothek schweifen. „Ich bin auf die Durmstrang- und Beauxbaton-Schüler gespannt, die nächste Woche ankommen. Dann geht das Turnier auch endlich los. Wegen der anderen Sache: Arrangiere ein Treffen mit Malfoy. Ich will erst mit euch beiden gemeinsam sprechen, bevor ich mich entscheide.“ Cedric griff nach seiner Feder und beugte seinen Kopf wieder über seine Hausaufgaben. Harry nickte und versuchte, sich ebenfalls auf seinen Verwandlungsaufsatz zu konzentrieren.

~~~*~~~

Harry sah Malfoy erst am nächsten Tag in Pflege Magischer Geschöpfe wieder. So sehr Harry Hagrid auch mochte, sah er dennoch keinen Sinn darin zu lernen, wie man einen knallrümpfigen Kröter pflegte. Doch selbst das war keine Entschuldigung für Malfoys Verhalten gegenüber Hagrid.

Auf dem Weg zurück ins Schloss trödelten Ron, Hermine und Harry hinter Malfoy und seinen Handlangern hinterher. Wie so oft fragte sich Harry, warum er überhaupt darüber nachdachte, dem Slytherin zu helfen. Er hörte kaum zu, was Ron und Hermine diskutierten. Er war vielmehr damit beschäftigt, sich zu überlegen, wie er Malfoy allein erwischen konnte, um ihm von Cedrics Forderung zu erzählen.

Als sie dem Schloss näher kamen, verabschiedeten sich Ron und Hermine in Richtung Gemeinschaftsraum, sie wollten vor dem Abendessen noch lernen. Dabei sah Harry, dass Malfoy auf der Eingangstreppe stand und auf Goyle einredete. Genau in dem Moment, als sie an den Slytherins vorbei kamen, sagte Harry deshalb laut: „Ich komme in ein paar Minuten nach. Ich will nochmal schnell in die Eulerei. Schauen, ob Hedwig wieder da ist.“

„Sollen wir mitkommen? Glaubst du, sie hat einen Brief von Tatze?“, fragte Ron und blickte Malfoy im Vorbeigehen argwöhnisch an.

„Nein, wir treffen uns dann im Gryffindorturm. Sie ist wahrscheinlich sowieso noch nicht zurück, obwohl sie jetzt schon seit zwei Wochen unterwegs ist. Also wird sie hoffentlich bald wiederkommen. Bis dann.“ Harry drehte sich nicht um, um zu sehen, ob Malfoy den Wink verstanden hatte, sondern eilte direkt zur Treppe, die in den westlichen Turm führte. Als er bereits den zweiten Stock erreicht hatte, erhaschte er einen Blick auf Malfoy, der ihm tatsächlich folgte. Harry stieg weiter die Stufen hinauf und blieb erst in der Nische vor der Tür zur Eulerei stehen.

„Potter“, begann Malfoy, als er bei ihm angekommen war. Harry hatte sich an die Wand gelehnt, während er auf ihn gewartet hatte. „Was hat Diggory gesagt?“

„Er will ein Treffen“, antwortete Harry und stieß sich von der Wand ab. „Er wird erst zustimmen, wenn er mit uns beiden gesprochen hat. Wir können uns heute nach dem Abendessen im alten Verwandlungsklassenzimmer im zweiten Stock treffen. Das neben dem Wandvorhang mit dem grünen Drachen.“

Malfoys finsterer Blick spiegelte seine Ungeduld. „Merlin bewahre mich vor euch zwei. Es ist doch nur eine einfache Frage. Entweder ihr macht es oder ihr macht es nicht.“

„Ich bin dabei, wenn Cedric dabei ist. Du wirst ihn davon überzeugen müssen, dass das kein perfider Plan deines Vaters oder von dir ist.“

Malfoy lachte bitter auf. „Du kannst dir sicher sein, dass das kein böser Plan meines Vaters ist. Ich muss das lernen, Potter. Und ja, es belastet mich, dass du der einzige bist, der es mir beibringen kann.“ Er kam einen Schritt näher und Harry musste dem Drang widerstehen, einen Schritt zurück zu weichen.

„Wie bekämpft man das Gefühl, in diese Schwerelosigkeit zu gleiten? Wie kann es sein, dass jemand wie du sich dagegen wehren kann, wenn ich es bereits mehrfach versucht habe und jedes Mal gescheitert bin?“ Malfoys graue Augen bohrten sich in Harrys, als könnte er in ihnen die Antworten auf seine Fragen finden.

„Das ist das Problem: Ich weiß nicht, wie ich das mache. Ich fühle die Ruhe, die mich einhüllt und das gefällt mir nicht. Ich höre den Befehl und dann sagt etwas in mir, dass ich nicht darauf hören soll“, antwortete Harry zögerlich. „Ich weiß nicht, ob ich dir beibringen kann, den Fluch abzuschütteln. Wir gehen alle ein großes Risiko ein für etwas, von dem ich selbst nicht weiß, wie es funktioniert. Außerdem weiß ich nicht einmal, ob ich einen Imperius richtig ausführen kann.“ Harry war von der Nähe zu Malfoy überfordert. Unter dem Vorwand, zu überprüfen, ob jemand kam, trat er einen Schritt in Richtung Treppe.

Malfoy drehte sich zum Fenster um, stützte seine Arme auf der Fensterbank ab und blickte hinaus. „Das ist ja wunderbar, Potter. Von allen in der Schule musstest ausgerechnet du der Einzige sein. Und du hast absolut keine Ahnung, was du tust.“

„Hör zu, Malfoy. Für mich wäre es vollkommen in Ordnung, wenn wir das Ganze hier einfach wieder vergessen.“ Harry hob seine Schultasche vom Boden auf. „Soll ich Cedric für das Treffen zusagen oder nicht?“

„Ich werde da sein.“ Ohne Harry anzusehen, drehte er sich vom Fenster weg und rauschte mit hoch erhobenem Kopf die Treppe hinunter, dabei wehte seine Schulrobe dramatisch hinter ihm her.

Harry schaute ihm nach und dachte amüsiert, dass er wohl niemals in der Lage sein würde, einen solch theatralischen Abgang hinzulegen. Kurz blieb er noch stehen und lauschte den leise verklingenden Schritten, dann machte er sich doch noch auf den Weg hinauf in die Eulerei. Hedwig war tatsächlich noch nicht zurück, doch er blieb eine Weile und beobachtete die Sonne, wie sie mit dem Horizont verschmolz. In seinen Gedanken ging er die Unterhaltung mit Malfoy noch einmal durch. Er hatte gesagt, er hätte mehrfach vergeblich versucht, den Imperius abzuschütteln. Doch Harry wusste genau, dass Moody ihn nur einmal mit dem Fluch verhext hatte. Wer hatte den Unverzeihlichen also noch an ihm benutzt?
Review schreiben