Brautsträusse und Strumpfbänder

GeschichteAllgemein / P12
Celebrían Elrond Erestor Galadriel Glorfindel Haldir
21.07.2019
25.07.2019
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Nach all dem harten Tubak der letzten Wochen, den ich mir mit "Liebe meines Lebens" aufgebürdet habe, heute mal etwas Leichteres für zwischendurch. Es ist eine Kurzgeschichte von Morgana, aber um sie in einem Satz zu bringen, ist sie doch ein wenig zu lang, deswegen werde ich sie in schätzungsweise vier Kapitel aufteilen, damit Eure Augen vom Lesen nicht müde werden. Viel Spass damit!

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Brautsträusse und Strumpfbänder von Morgana


Das Jahr 109 des Dritten Zeitalters


Und wieder lauert er in den Schatten. Selbst jetzt, während der Hochzeit, sondert er sich ab, beteiligt sich nicht an der fröhlichen Feier. Es machte Glorfindel traurig, sah er doch das schwache Lächeln auf Erestors Gesicht. Der Ratgeber hatte alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, um das Hochzeitsfest perfekt zu machen, weigerte sich jedoch, aus der schattigen Ecke hervorzuteten, in der er sich verbarg. Sich gegen eine Säule lehnend, wunderte sich Glorfindel einmal mehr über das Mysterium, das Erestor war und versuchte, dahinterzukommen.

Elrond und Erestor kannten sich aus Lindon, soviel wusste er. Als Glorfindel sich Elronds Haushalt angeschlossen hatte, waren Erestor und ihr Lord bereits gute Freunde gewesen, und Erestor war der beste Berater, den sich ein Herrscher wünschen konnte. Aber gleichzeitig passte Erestors Verhalten nicht wirklich zu dem eines einflussreichen Beamten. Während Sitzungen oder Verhandlungen stand Erestor hinter Elrond, flüsterte in dessen Ohr; hatte er einmal seinen Satz gesprochen, verschwand er wieder in den Schatten – stellte die Macht, die er wahrhaftig in den Händen hielt, niemals zur Schau. Glorfindel brauchte eine Weile, um herauszufinden, dass Erestor schüchtern war – aussergewöhnlich schüchtern – und der dunkelhaarige Elf sprach nur selten jemanden persönlich an. Er versteckte sich, versuchte, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu lenken. Und doch sah er alles.

Glorfindels erste Mission war es gewesen, sich mit Erestor anzufreunden, und er hatte es tapfer versucht. Er hatte Erestor zum Abendessen eingeladen, einen Spaziergang in den Gärten vorgeschlagen oder sich zu den Minnesängern in der Halle des Feuers zu gesellen, um ihrem süssen Gesang zu lauschen. Und jedes Mal, wenn er vorgeschlagen hatte, Zeit miteinander zu verbringen, geriet Erestor in Verlegenheit und hatte sich dann rasch entschuldigt, so, als wäre er ängstlich, Zeit in seiner Gesellschaft zu verbringen. Warum nur? Das hatte er bisher noch nicht herausgefunden. Und selbst jetzt, während Elronds und Celebrians Hochzeitsfeierlichkeiten, versuchte Erestor, mit dem Hintergrund zu verschmelzen. Aber das war schlichtweg unmöglich. Erestor war eine viel zu seltene Schönheit, um übersehen zu werden.

Hungrig fuhr Glorfindels Blick über Erestors geheimnisvolle Gestalt. Das dunkle Haar, das der dunkle Elf normalerweise offen trug, war nun fein säuberlich geflochten. Die winzigen Zöpfe, geschmückt mit goldfarbenen Perlen, hatten sofort seine Aufmerksamkeit erregt und sorgten dafür, dass Glorfindels Herz vor Verlangen laut klopfte. Erestor hatte sich dafür entschieden, dunklen Samt zu tragen, eine warme Farbe, die zwischen braun und dunkelrot changierte und seine schokoladenbraunen Augen auf erstaunliche Weise betonte. Die köstlichen Lippen zeigten einen leicht schmollenden Ausdruck, und als Erestor seine Lippen befeuchtete, setzte allein dieser Anblick Glorfindels Leistengegend in Flammen. Oh, er wollte ihn! Er wollte Erestor schon seit einer ganzen Weile, hatte aber alle Hoffnung aufgegeben, als Erestor damit fortgefahren hatte, ihn abzuweisen. So lieblich.

Erestor spürte Glorfindels Blick auf sich ruhen, hatte aber beschlossen, den Captain zu ignorieren. Glorfindel hatte versucht, sich mit ihm anzufreunden, aber Erestor hatte ihn auf Distanz gehalten aus Angst, sein Herz an den sagenhaften Krieger zu verlieren. Er wusste, er war gewöhnlich, und er versuchte, sich angemessen zu verhalten. Dass Elrond seinem Urteil vertraute, schmeichelte ihm, aber er erkannte auch, dass er ein Aussenseiter war. Wo der grösste Teil der Elfen von Imladris schnell bereit war, Spass zu haben, zu tanzen, zu scherzen und zu lachen, fühlte er sich ausgeschlossen. Er verbarg sich in den Schatten in der Hoffnung, niemand würde Notiz von ihm nehmen. Er war zufrieden damit, an der Seite zu stehen und das Leben an sich vorbeiziehen zu sehen. Was sonst konnte er tun? Das Leben schloss ihn nicht mit ein. Er war ein Zuschauer – ein Beobachter.

Sein Blick legte sich auf das frisch vermählte Paar. Celebrian und Elrond strahlten vor Glück. Ihr Lächeln funkelte voller Fröhlichkeit, und ihre ineinander verschränkten Hände sprachen von der grossen Liebe, die sie füreinander empfanden. Erestor träumte davon, eine grosse Leidenschaft wie die ihre zu finden, wusste jedoch, dass es für ihn keine gab. Er war dazu bestimmt, in den Schatten zu stehen und Elrond zu beraten. Sein Platz war nicht der Mittelpunkt.

Erestor verbarg seine Hände in den langen Ärmeln seiner Robe und lächelte zufrieden, als Elrond seine Frau leidenschaftlich küsste. Sie waren glücklich – so glücklich – und er war glücklich für sie.

Celebrian wechselte einen Blick mit Elrond und stellte fest, dass in den grauen Augen ihres Mannes ein grüblerischer Ausdruck lag. „Mein Liebling, was bedrückt Dich?“ Sie folgte der Richtung seines Blickes und fand sich in den warmen braunen Augen von Erestor wieder.

„Wir müssen einen Weg finden, sie dazu zu zwingen, sich ihre Gefühle füreinander einzugestehen,“ sagte Elrond. „Das ist lächerlich.“ Über die Jahre hatte er die beidseitige Anziehung wachsen gesehen, und doch weigerten sich Erestor und Glorfindel, sich zu ihren Gefühlen zu bekennen. „Aber wie?“

Celebrian drückte die Hand ihres Mannes. „Vielleicht weiss ich einen Weg.“

Elrond schenkte ihr einen überraschten und hoffnungsvollen Blick.“ „Du weisst einen?“

„Warte nur ab, Du wirst schon sehen.“

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„Alle ledigen männlichen Geschlechts bitte in einer Reihe aufstellen“! rief Celeborn aus, der das Fest in vollen Zügen genoss. „Der Bräutigam wird jetzt gleich das Strumpfband werfen!“ Dies war einer seiner liebsten Momente, und er war überaus gespannt und neugierig, wer wohl das kleine blaue Kleidungsstück fangen würde. „Ich kann es kaum abwarten, zu sehen, wer als nächstes heiraten wird!“ Er blinzelte Galadriel zu und wackelte dann zweideutig mit einer Augenbraue.

Galadriel kicherte und versteckte ihr Grinsen schnell hinter einer Hand. Als ihr Blick über die versammelte Gruppe schweifte, fand sie heraus, dass jemand fehlte. „Wartet!“ Sie eilte zu der Ecke, in der sich Erestor noch immer verbarg und zog den widerstrebenden, leicht dagegen ankämpfenden Ratgeber vor die aufgereihten männlichen Elfen. „Ihr seid unverheiratet und noch zu haben und solltet deshalb hieran teilnehmen.“

„Meine Dame, bitte lasst mich gehen!“ Aber Galadriels Griff war fest. Von Panik egriffen, blickte er sich um und sah, wie ihn etliche der Junggesellen angrinsten; Glorfindels Grinsen war das grösste von allen. „Ich möchte nicht daran teilnehmen.“

„Wollt Ihr mir das etwa abschlagen?“ Celebrian ging zu Erestor hinüber und lächelte raubtierhaft. „Das ist eine Tradition, Erestor, und Du kannst sie nicht einfach beiseite schieben.“

Erestor seufzte zutiefst betrübt. „Ich werde Euch nicht entehren, meine Dame.“ Er blieb auf dem ihm zugewiesenen Fleck stehen, und endlich liess Galadriel seine Hand los. Nun, wo ihn alle anstarrten, fühlte er sich miserabel, und er versuchte, sich hinter seinem Haar zu verstecken. Aber die schwarze Mähne war geflochten und bot nicht wirklich viel Schutz. Er wünschte sich, der Boden würde sich auftun und ihn verschlingen. Alles war besser, als hier stehen zu müssen!

Glorfindel beobachtete Erestor genau, er spürte das Unbehagen, das wie in Wellen von dem dunkelhaarigen Elfen ausging. Warum? Warum verhielt sich Erestor auf diese Weise? Wusste er denn nicht, dass die Hälfte der im Raum versammelten Elfen – männliche und weibliche – ihn begehrten? Nein, Erestor wusste es nicht, stellte er traurig fest.

Celebrians Kichern erregte seine Aufmerkamkeit, und der Blonde lächelte, als er sah, wie Elrond vorsichtig das Strumpfband seiner Gemahlin entfernte, genaustens darauf achtend, dass den Zuschauern kein Fleckchen Haut zur Schau gestellt wurde. Er ist geschickter mit seinen Fingern, als ich dachte!

Elrond warf seiner Frau einen anbetenden Blick zu und drehte sich dann herum. Um die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken, räusperte er sich. „Es ist Zeit,“ kündigte er in einem leicht boshaften Ton an. Er legte das blaue Strumpfband um seinen Finger, hob eine Augenbraue und zwinkerte Glorfindel zu. Dann kam ihm eine unartige Idee. Ah, das war es, worauf Celebrian hinauswollte, erkannte er, als er Celebrian auf Erestor deuten sah. Sich daran erinnernd, wo Erestor stand, drehte er sich herum und warf das Strumpfband.

Verschieden Hände streckten sich in die Luft, um das Strumpfband zu fangen. Erestor tat das natürlich nicht und versuchte sogar, sich zu ducken, als ihm das blaue Kleidungsstück entgegenflog. Hände, die sich nach dem wertvollen Stück gereckt hatten, gingen wieder nach unten, und es ertönte ein Kichern, als das Strumpfand ziemlich unelegant auf Erestors Kopf landete. Sprachlos starrte der Ratgeber – schielend – auf den beleidigenden Gegenstand, der seinen Kopf nun wie ein Diadem umgab.

„Sieht so aus, als wärest Du der Nächste, Erestor,“ stellte Elrond laut kichernd fest.

Erestor wurde sichtlich nervös, und nachdem er das Kleidungsstück entfernt hatte, starrte er auf den Boden. Er sah den Elfen an, der ihm am nächsten stand – Orophin – und versuchte, dem Galadhel das Strumpfband in die Hand zu schieben. „Hier, für Dich!“

„Oh nein,“ sagte Orophin und schüttelte den Kopf. Lächelnd hob er die Hand und zeigte mit dem Finger auf Erestor. „Du hast es gefangen.....“

Haldir unterbrach seinen Bruder. „Eigentlich hat das Strumpfband ihn gefangen!“

Noch mehr Gelächter umgab ihn nun, und Erestor fühlte sich elend. Was hatte er getan, um das zu verdienen? Auf welche Weise hatte er die Valar verärgert? Dann traf sein Blick auf Glorfindel. Der Blonde lächelte ihn tatsächlich an und wackelte mit der Augenbraue auf die gleiche Weise, wie Celeborn es getan hatte bei seinem Blick auf Galadriel. Nun, wo er mit dem Strumpfband festsass, versteckte er es in seinen langen Ärmeln und versuchte sein Bestes, so zu tun, als sei nichts passiert. Er war nicht der nächste, der heiraten würde! Wer könnte ihn überhaupt haben wollen?

Glorfindel spürte Erestors Unbehagen und seine Misere und wünschte sich, es gäbe einen Weg, sie ihm zu nehmen, aber der Ratgeber würde ihn nicht in seiner Nähe dulden. Er seufzte tief und fragte sich, warum Erestor auf diese Weise reagierte.

Celebrian ging auf Erestor zu und lächelte ihn voller Wärme an. Sie hob ihre rechte Hand und streichelte damit zärtlich über das Gesicht des Beraters. „Ich hoffe, es gibt jemanden, der den Weg in Euer Herz finden wird, sagte sie leise und aufrichtig.

Erestor biss sich auf die Unterlippe. Er konnte ihr unmöglich sagen, dass es bereits jemanden gab, der sein Herz gefangen hatte, und dieser Jemand war Glorfindel!

„Nun, trink einen Schluck Wein,“ schlug Elrond vor, als er sich zu Celebrian und Erestor gesellte. Er bot Erestor ein Glass von Imladris bestem Wein an und fing dabei leicht den sehnsuchtsvollen Blick Glorfindels auf. Teil eins ihres Planes war abgeschlossen. Nun war es an Celebrian, auch den zweiten Teil davon erfolgreich umzusetzen.

**********

„Die Blumen! Die Lady wird jetzt ihren Brautstrauss werfen!“ Alle unverheirateten Mädchen versammelten sich, jede einzelne von ihnen hoffte, die Glückliche zu sein, die den Strauss auffing – besonders jetzt, wo Erestor das Strumpfband gefangen hatte. Erestor war eine exzellente Partie, und mehr als eines der Mädchenherzen brannte vor Verlangen nach dem dunkelhaarigen Ratgeber.

Glorfindel stellte fest, dass die meisten der mit Wein gefüllten Karaffen leer waren und wollte sich gerade auf den Weg zu den Küchen begeben, als Celebrian ihren Strauss warf.

Elrond erkannte seine Chance und rief: „Fang auf!“

Sofort wurden Glorfindels Instinkte in Bewegung gesetzt, als er die Stimme seines Hern und Freundes hörte, so fing er ganz automatisch die Blumen auf. Die weiblichen Elfen, die um ihn herum standen, sahen ihn finster an, und Glorfindel zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Das ist Elronds Schuld!“ Warum hatte der Halbelf auch gerufen? „Hier, Du nimmst sie!“ Er versuchte, die Blumen dem Mädchen, das am nächsten bei ihm stand, in die Hand zu drücken, aber die Elfe warf ihm einen tödlichen Blick zu, kreuzte ihre Arme über der Brust und hob stolz ihren Kopf, nicht gewillt, das Friedensangebot anzunehmen.

„Es tut mir wirklich leid!“ sagte Glorfindel in dem Versuch, das Mädchen zu besänftigen. Schliesslich wandte er sich von ihnen ab und sah sich einer grinsenden Celebrian gegenüber. „Hier, werft ihn noch einmal!“

„Du hast ihn gefangen, Glorfindel. Du wirst Imladris nächste Braut sein,“ bestätigte Celebrian und lachte leise.

„Braut? Braut?“ Mit unnatürlich geweiteten Augen starrte Glorfindel Celebrian geschockt an. „Das kann nicht Euer Ernst sein!“

„Es ist Tradition,“ begann Galadriel sanft, „dass der Mann, der das Strumpfband fängt, es an dem ihm bestimmten Platz anbringt.“ Ein leichtes Grinsen legte sich auf ihr Gesicht. „Ich hoffe, Du trägst unter diesen Roben keine Leggings, Glorfindel. Falls doch, wirst Du sie vorher ausziehen müssen. Das Strumpfband muss auf der nackten Haut platziert werden.“

Glorfindel schluckte entgeistert. „Was?“

„Nun komm schon, Erestor, sei nicht schüchtern!“ Celebrian hatte Erestor an die Hand genommen und schob den dunkelhaarigen Elfen jetzt an Glorfindel heran. „Triff Deine Braut.“

Erestor und Glorfindel sahen einander voller Entsetzen an. Das hier konnte nicht die Wirklichkeit sein!

„Erestor, Du hast das Strumpfband gefangen,“ stellte Elrond in einem übertrieben offiziellen Ton fest. „Und Du, Glorfindel, hast den Brautstrauss gefangen. Die Tradition gebietet, dass das Strumpfband an Deinem Bein befestigt wird, mein liebster Freund.“ Oh, Celebrians Plan funktionierte perfekt! Als seine Gemahlin ihn an die alte Tradition erinnert hatte, war ihm schlagartig klar geworden, das genau das die Lösung dafür war, seinen Ratgeber und den Captain zusammenzubringen. „Sei nicht schüchtern, Erestor!“

Erestors Gesicht nahm eine dunkelrote Farbe an. Seine Hände zitterten, und er konnte niemandem in die Augen sehen. „Ich kann nicht,“ flüsterte er in einem verzweifelten Ton.

„Und warum nicht?“ fragte Glorfindel, der angesichts dieser delikaten Situation neugierig geworden war.

„Ich kann nicht!“ Erestor wand sich scheu. Im nächsten Moment drehte er sich herum und versuchte, zur Tür zu rennen.

„Ich denke nicht.“ Celeborn, der Erestor am nächsten stand, griff nach der Schulter des Ratgebers. „Du willst doch diesem Tag keine Unehre bringen?“

„Ich kann nicht,“ wisperte Erestor in flehentlichem Ton. Allein der Gedanke, seine Hände am nackten Bein von Glorfindel entlangleiten lassen zu müssen, liess in ihm den kalten Schweiss ausbrechen. „Bitte, verlangt das nicht von mir.“

„Wenn Du Dich weiterhin weigerst, den alten Traditionen Folge zu leisten.....“ begann Galadriel in einem völlig ruhigen Ton, „werden wohl drastischere Massnahmen notwendig sein.“

An diesem Punkt tat Glorfindel Erestor langsam wirklich leid. Die ganze Körpersprache des dunkelhaarigen Elfen zeugte von Unbehagen – sogar Furcht. „Vielleicht sollten wir nicht.....“

Aber Elrond wollte nicht nachgeben. Dies hier konnte eventuell die einzige Möglichkeit sein, die er bekam, um Erestor dazu zu bringen, Glorfindel seine Gefühle für ihn zu offenbaren – und umgekehrt. „Orophin? Haldir?“

„Ja, mein Herr?“ Die beiden Brüder sahen den schelmischen Ausdruck in Elronds Augen und waren dazu bereit, ihren Teil zu diesem Plan beizutragen.

„Schliesst Erstor und Glorfindel in einem der Gästezimmer ein.“ Nachdem er den beiden Elfen seine Anordnungen gegeben hatte, sprach Elrond Erestor an. „Sie werden Euch erst wieder herauslassen, wenn dieses Strumpfband an seinem vorbestimmten Platz ist.“

Nun wurden auch Glorfindels Augen gross wie Teller. „Elrond?“

„Führt meine Befehle aus,“ sagte Elrond verschmitzt und ignorierte Glorfindels verwirrten Gesichtsausdruck. „Und zwar jetzt gleich.“

Bevor Erestor wusste, wie ihm geschah, wurde er in den Korridor gescheucht. Haldir zog ihn hinter sich her, und er hörte Glorfindel leise fluchen. Er klammert sich noch immer an die Blumen. Warum? Das Absurde ihrer Situation hatte sich noch nicht völlig zu erkennen gegeben, als er in eines der Gästezimmer geschoben wurde.

„Hey, aufhören!“ Glorfindel starrte Orophin finster an, aber der Galadhel war nicht beeindruckt und schob auch ihn hinein. Die Tür ging zu und wurde verschlossen. Das Geräusch von Metall, das an seinen Platz fiel, erschreckte Glorfindel. „Ich kann nicht glauben, dass Elrond das getan hat!“ Mit grossen Augen wandte er sich an Erestor, der genauso geschockt aussah.

„Ich.....auch.....nicht“ stotterte der sonst so redegewandte Ratgeber, der in Panik geraten war, jetzt, wo er mit Glorfindel in den selben Raum gesperrt worden war. Daraus konnte nichts Gutes erwachsen.