One Step Closer

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
21.07.2019
15.12.2019
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Hallu :)
Das Hoernchen hier. Die Juli hat scheinbar vergessen zu posten, und selbst wenn nicht, gibt es heute ein Kapitelchen. Nur weil ich morgen frei habe :P

Viel Spaß

Alles etwas verschwommen




Als Mike am nächsten Morgen die Augen aufschlug, blinzelte er, versuchte, sich zu strecken, doch das ging nicht, irgendwas versperrte seinen Beinen die Freiheiten. Und dunkel war es auch ... so halbwegs. „Hallo?” Er streckte die Hand nach oben und stellte fest, dass sämtliche Polsterauflagen, wie eine Höhle über ihm aufgestapelt waren. Nachdem er sich freigekämpft hatte, stöhnte er auf. „Fuck, ich bin ja im Garten!”

Dave lag mit Jake auf dem kleinen Sofa im Wohnzimmer und hielt sich den Kopf. „Scheiße… muss das immer so ausarten?”, nuschelte er leise. Dass ein Kerl in seinen Armen lag, realisierte er nicht wirklich.

Jake fühlte sich pudelwohl. Er lag an einem weichen warmen Körper. Erst, als er feststellte, dass er komplett nackt war, riss er die Augen auf. „Oh ... böse Falle!”

Dave sah Jake verwirrt an. „Was …” Der halbe Abend fehlte ihm. Was war schon wieder passiert? Er sah an Jake runter. „Warum … bist du nackt?”

„Woher soll ich das wissen?”

„Naja … solltest du das nicht wissen? Du liegst nackt auf mir. Fuck, was ist denn gestern alles passiert?”

„Weiß ich nicht”, nuschelte Jake und ließ sein Gesicht an Daves Hals sinken. „Ich hab einen verdammten Blackout.”

„Sind wir ja schon zu zweit.” Dave sah sich um und schmiss einen Bierdeckel nach Brad.

„Muuuum, geh weg”, nuschelte der.

„Braaaad! Schäfchen! Wach mal auf!”

„Warum denn?”, nuschelte der ins Kissen. Er hatte sich auf dem Sessel zusammengerollt.

„Ich  hab einen Blackout. Was ist passiert?”

Brad rührte sich nicht, machte den Eindruck, als wäre er eingeschlafen. „Joe ist ... im Poolhaus mit seiner ... na dieser Rothaarigen. Rob hat Mike und seinen Stecher aus seinem Bett geworfen. Waren beide hackedicht”, murmelte er, ohne sich zu bewegen. „Mikey pennt im Garten, der andere im Bad. Und deine Klamotten sind im Pool, Jake.”

„Braddy?”

„Hm?”

„Warum sind Jakes Klamotten im Pool? Er ist ja jetzt nackig.”

„Du hast gesagt, dass er die nicht mehr braucht.”

„Das soll ich gesagt haben? Hast du getrunken?”

„Jop ... so wie wir alle.” Brad hob den Kopf, als es an Daves Hals leise schnarchte.

„Alter … Brad du solltest hier liegen.”

„Jaaah, sollte ich. Deswegen liegen deine Klamotten auch im Pool. Nur dein Schlüppi nicht, den hast du verteidigt!”

„Na zum Glück, der krabbelt mir fast rein. Komm her, Baby.”

„Hast du Angst?”, fragte Brad lachend.

„Ja! Ich kenn den doch gar nicht!”

Brad raffte sich auf und warf sich zwischen Dave und Sofalehne, kuschelte sich auch noch mit unter die Decke. „Der ist ja wirklich nackt. Liegt er richtig auf dir?”

„Naja, so fast. Braddy, was ist denn passiert? Ich erinnere mich an das geile Essen.”

„Ihr habt nur geknutscht, Phoenix. Keine Panik.”

„Wir haben geknutscht? So richtig?”

„Aber hallo. Du hast ihn fast aufgefressen. Er dich aber auch. Wir mussten euch nicht mal wirklich ausziehen.”

Dave murrte und legte den Kopf an Brads. „Scheiße… ich war so breit, dass ich sone scheiße mache.”

„Hm ... du hast auch mit deinem Mikey geknutscht. Weißt du das noch?”

„Nein … wirklich?” Dave starrte ihn an. „Ich hab mit Mike geknutscht?”

„Oh ja. Wobei ... das war echt süß. Keine wilde Knutscherei. Süße, intensive Küsse. Bin fast neidisch geworden. Aber nur fast, Baby.” Brad grinste breit. „Sag mal, warum schnurrt der Kerl? Streichelst du ihn?”

Dave wurde etwas rot und hielt seine Finger still. „Jake, wach auf!”

„Was?”, zuckte der zusammen.

„Aufstehen. Geh deinen Freund wecken, wir müssen alle mal ins Bad.”

„Mein Freund ist im ...” Jake starrte Dave an und wurde Feuerrot. Wie angestochen sprang er auf und flitzte die Treppe hoch.

„War das ein Ständer?”, fragte Brad lachend.

„Kerle stehen auf mich.”

”Oh ja, das tun wir.”

Jake klopfte heftig an die Tür. „Chaz? Chester! Fuck, wieso ist denn verriegelt?”

„Fuck, kann man hier nicht mal in Ruhe aufs Klo?”, fragte ein Kerl, der die Tür aufschloss. „Man, Junge … es ist gerade mal zehn!” Er ging an Jake vorbei und machte somit die Sicht aufs innere des Bads frei.

Chester lag zusammengekrümmt auf dem Warmen Boden, bedeckt mit drei riesigen Handtüchern.

„Chaz? Scheiße! Baby, hey, wach auf!” Splitternackt kniete Jake neben seinem besten Freund.

Nur langsam kam der zu sich und blinzelte. Ihm war schwindlig und schlecht und sein Kopf fühlte sich an, als würde er zerspringen. „Jake?”

„Ja, verdammt! Was hast du getan?”

Chester sah sich vorsichtig um. „Ich weiß nicht … Jake, wo bin ich?”

„Im Bad von diesem Robbie. Also ... hast du gesoffen? Scheiße, Chaz, hast du getrunken?”

„Ich …“ Chester runzelte die Stirn, dann wurde er extrem blass und stürzte zum Klo.

„Fuck”, nuschelte Jake und sank auf den Boden. „Oh Gott ... Fußbodenheizung”, murmelte er und kuschelte sich in die weichen Handtücher.”

„Fuck, Jake … wach mache ich jetzt?”, fragte Chester nachdem er sich den Mund ausgespült hatte und sich neben ihn lehnte.

„Wieder in deine Gruppe gehen. Chaz, bitte. Ich brauche dich!”

„Diese Gruppe bringt doch nichts. Ich hab das auch allein geschafft.” Er seufzte leise und lehnte sich an Jake. „Warum bist du nackt?”

„Ich weiß nicht. Lag auf Dave und ... ich weiß gar nichts mehr. Chaz, machs nicht mit dir allein aus. Das bist du nicht, okay?”

„Ich weiß. Ich habe dich.”

„Ja, das hast du.” Jake seufzte leise. „Chaz?”

„Hm?” Der legte den Kopf auf Jakes Schulter und schloss die Augen.

„Warum ... knutsche ich mit euch?”, fragte er nuschelnd.

Chester lächelte leicht und nahm Jakes Hand. „Weil du keine Hete bist, mein Süßer.”

„Doch ... ich meine, ich hab Sex mit Frauen.”

„Hab ich auch. Baby, schon mal daran gedacht, dass du bi bist?”

Jake schaute ihn verzweifelt an. „Chaz ... warum ... jetzt? Ich versteh das nicht.”

„Du bist jetzt in dem Alter, wo du damit umgehen kannst. Wenn man es vorher nie versucht, kann man auch nicht wissen, ob man es mag.”

„Ich hab vergessen, wen ich alles geküsst hab. Bin ich jetzt eine Schlampe?”

„Nein. Vielleicht ein bisschen, aber das sind wir alle.” Chester seufzte leise und rieb sich das Gesicht. „Mir ist so schlecht.”

„Du brauchst Wasser. Und ich brauche Klamotten und wir sollten mal runter gehen.”

„Ich will nicht aufstehen.”

„Doch. Komm schon. Setz dich unten hin und ich suche mir etwas zum Anziehen.”

„Guck bei Rob. Der dürfte deine Große haben.” Chester seufzte und kämpfte sich hoch, um schwankend ins Wohnzimmer zu gehen. „Morgen”, nuschelte er.

„Meine Sachen müssen ja irgendwo sein”, murmelte Jake und hielt sein handtuch fest um die Hüfte gewickelt. „Ähm ... Dave?”, nuschelte er mit roten Wangen.

„Ja?”

„Weisst du, wo meine Klamotten sind?”

„Jap. Im Pool. Braddy war eifersüchtig auf dich.”

Jake runzelte die Stirn. „Warum?”

„Weil wir wohl geknutscht haben und ich der Meinung war, dass du die nicht mehr brauchst.”

„Und ... also ... er war eifersüchtig? Seid ihr zusammen?”

„Nein. Brad ist noch etwas schüchtern.” Dave lachte leise und stand auf, als Chester sich aufs Sofa legen wollte. „Oh Mann. Jake, zieh dir was an und dann bring die Schnapsleiche nach Hause.”

Jake nickte langsam und ging hinaus. Seine Klamotten im Pool zu sehen, ließ ihn fast weinen. Das war gerade etwas viel.

„Mike? Mike, ist alles okay?”, fragte er verwirrt, weil der inmitten der Polster saß und sich nicht rührte.

Mike drehte den Kopf ganz langsam zu Jake und sah ihn einen Moment schweigend an. „Denke schon. Ich … weißt du, wie ich hier hergekommen bin?”

„Ich stehe nackt vor dir, weil meine Klamotten von deinen Kumpels in den Pool geworfen wurden und ich kann mich an nichts erinnern. Also nein. Sag mal ... was hat Chaz getrunken?”

„So ziemlich das gleiche wie ich. Bier, Vodka … Da war noch dieser saure Apfel von Robbies Mum.”

„Du weißt wohl nicht, dass Chaz seit sechs Monaten trocken war, oder?”, sagte Jake traurig.

„Trocken? Du meinst … Chaz ist … also du weißt schon.”

„Chaz ist Alkoholiker, Mike.”

Mike starrte Jake an und schluckte hart. „Scheiße. Warum hat er nichts gesagt?”

„Weil er nicht darüber redet.” Jake sah zum Pool und seufzte. „Ob mir jemand Klamotten leihen kann? Dann bring ich ihn nach Hause.

„Weißt du, wo Robs Zimmer ist? Er schläft denke ich, aber er hat sicher nichts dagegen, wenn du was von ihm nimmst.” Mike biss sich auf die Unterlippe. „Wieso hat er getrunken?”

„Weil er süchtig ist, Mike.” Jake sah ihn kurz an, dann lief er die Treppe hoch.

Mike selbst ging langsam ins Haus. „Klamotten im Pool, Jungs? Sind wir wieder in die High School?”

„Sag das Brad. Das war seine Schuld”, sagte Dave schmollend. Zu wissen, dass er mit Mike geknutscht hat, war komisch. Vermutlich konnte der sich noch daran erinnern.

Mike seufzte und hockte sich vor das Sofa, auf dem Chaz lag. „Hey Katerchen. Warum hast du nichts gesagt?”

„Wenn ich das mal wüsste.” Er seufzte leise und lächelte schief. „Ich weiß nicht mal, wie das angefangen hat.”

„Es fing mit verdammt vielen Küssen an ...” Mike lächelte sanft und küsste ihn auf die Stirn. „Jake bringt dich Heim und ich komme nachher zu dir.”

„Kann ich vielleicht zu dir?”

„Jetzt gleich?”, fragte er leise.

„Ja. Ich würde gern auf Nummer Sicher gehen.” Chester schloss die Augen. „Ich bekomme unangemeldeten Besuch und ich will lieber nichts riskieren.”

„Verstehe. Lass mich kurz mit Dave reden, dann können wir los, okay?”

„Okay”, sagte er leise und hielt sich die Hand an die Stirn. „Hat jemand Aspirin?”

„Klar.” Mike holte aus der Küche etwas für Chesters Kopf, dann zog er Dave sanft mit raus und setzte sich auf eine Liege. „Wie gehts dir?”

„Ich hab einen Filmriss und etwas Kopfschmerzen. Und wie gehts dir?”

„Ich habe meinen besten Freund geküsst und es war umwerfend. Nur weiß er nichts mehr davon. Das ist sehr schade.”

Dave lachte leise. „Gib mir ein paar Stunden, dann sollte alles wieder da sein. Mikey, wir sollten echt langsam auf Zuteilung trinken. Jeder nur zwei Bier und dann ist Schluss. Das ufert immer aus.”

„Dann hättest du mich nicht geküsst, hab ich Recht?” Mike streichelte dessen Wange. Irgendwie machte ihn Daves Nähe verdammt selig.

„Kann man nie so genau wissen. Tut mir leid, dass ich es nicht mehr weiß.”

„Ich kann es auffrischen.”

„Nicht jetzt, okay? Sei mir nicht böse aber … ich würde mich lieber erstmal daran erinnern.”

„Wehe du willst dann nicht mehr.” Mike gab ihm einen Kuss auf den Kopf und stand auf. „Ich bring Chaz nach Hause. Sehen wir uns morgen?”

„Soll ich euch vielleicht fahren? Das geht  vielleicht schneller.”

„Kannst du schon wieder fahren?”

„Aber ja. Ich fahre vorsichtig.”

„Du bist ein Schatz.” Mike lächelte und betrat mit Dave das Haus, wo er Jake bei Chester vorfand. „Dave bringt uns nach Hause.”

Der nickte und sah zu Jake. „Wo wohnst du? Dann bring ich dich auch.”

„Mein Auto steht bei Chester. Müsste eh selbst fahren.”

„Okay. Dann kommt.”

Gemeinsam brachten sie Chester zum Auto, wo sich dieser auf der Rückbank an Mike kuschelte, während sich Jake nach vor setzte. Während der gesamten Autofahrt herrschte ein peinliches Schweigen.

Als Dave hielt beugte sich Mike nach vorn. „Sehen wir uns morgen früh? Telefonieren wir nachher nochmal?”

„Entscheide dich für eins”, sagte Dave frech und drehte den Kopf zu ihm.

„Ich will beides, Phoenix. Weißt du doch. Ich bin unersättlich.”

Dave schnurrte leise an Mikes Ohr und grinste. „Ruf mich an.”

„Das wollte ich hören. Lieb dich, Baby.”

„Ich dich auch.” Er lächelte Mike an und lehnte sich zurück, während Chester sich aus dem Auto kämpfte.

Kaum waren die beiden weg, hob Jake den Kopf. „Ähm ... also, ich habe eine Frage.”

„Wo dein Auto ist? Das weiß ich nicht”, grinste Dave ihn an.

„Nein. Hat dir jemand gesagt, was letzte Nacht passiert ist?”

„Brad. Vorhin, wo ich ihn gefragt habe, aber du bist wieder eingepennt.”

„Oh ... okay, also ... sagst du es mir?”

„Er sagte, dass wir beide ganz schön rumgeknutscht haben, was totaler Schwachsinn ist, denn sowas mache ich nicht.” Dave sah ihn an. „Scheiße, wenn sich keiner erinnern kann, hm?”

„Hm ... ja.” Jake schaute aus der Frontscheibe. „Hm ... und wenn es doch wahr ist? Ich meine, denkt sich ja keiner aus, oder?”

„Nein. Ach ich weiß auch nicht. Wir waren halt ganz schön betrunken. Da passiert sowas, oder?”

„Chaz sagt immer, dass ich nicht hetero bin. Der Gedanke macht mir Angst, aber ... vielleicht hat er ja recht. Ich meine ... Rob war auch besoffen und hat nicht mit einem von uns geknutscht, oder? Er ist doch hetero?”

„Rob? Ja, aber er hat auch eine Freundin. Die hätte ihm nie erlaubt, zu knutschen.”

„Gut, dann Joe. Ach man, du weißt, was ich meine.”

„Ja, ich weiß.” Dave rieb sich das Gesicht. „Ich will darüber einfach nicht nachdenken.”

Jake schaute ihn einen Moment an, dann nickte er. „Verstehe. Ähm ... danke fürs fahren.” Jake stieg schnell aus und lief die Treppe hinauf.

„Oh Mann”, murmelte Dave. Er hatte einfach kein Talent, mit anderen zu reden. „Jake!”

„Nein ... nein, schon gut. Alles gut, wirklich.” Jake stand auf der Treppe und biss sich auf die Lippe.

„Oh, Junge!” Dave stieg aus und ging ihm nach. „Was ist dein Problem? Man, ich meinte doch nicht, dass es vielleicht nicht schön war. Ich weiß es doch nicht mal. Ich will nur lieber nicht darüber nachdenken, ob ich schwul bin oder sonst was.”

„Was mein Problem ist? Ich ... dachte, ich bin hetero! Und dann kommst du und ... Chester. Und plötzlich steht alles in Frage, an das ich geglaubt habe. Und mein bester Freund ist rückfällig geworden und ihm gehts richtig schlecht und ... scheiße, mein Kopf platzt gleich. Das ist zu viel. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade nichts festhalten kann!”, rief Jake aufgebracht und wischte sich wütend die Tränen aus den Augen.

Dave runzelte die Stirn. Rückfällig? Er nahm Jakes Hand und zog ihn einfach an sich. Er kannte ihn nicht wirklich, aber vielleicht würde ihn das ja beruhigen. „Atme mal tief durch.”

„Ich kann nicht ... ich kriege keine Luft”, flüsterte Jake.

„Echt jetzt? Fuck, wehe du klappst jetzt ab! Ich kann das echt nicht gebrauchen!” Dave nahm Jakes Gesicht in die Hände. „Sieh mich an und atme!”

Jake hob den Blick, schaute in schokoladenbraune Augen und seufzte leise. Er liebte Schokolade. Einfach reinkuscheln ...

„Jake? Hallo?” Dave hob die Augenbrauen. „Hörst du mich?”

„Hm?” Jake holte tief Luft.

„Na endlich. Wehe du klappst ab, Mann!”

„Nein ... nein, mach ich nicht.”

„Gut.” Dave lächelte und gab ihm frech einen Kuss auf den Mund. ”Ich fahr dann mal.”

„Okay. Ähm ... ich kann ja Mike meine ... Telefonnummer geben.”

„Mach das. Vielleicht sehen wir uns ja mal. Ich bin ja fast jeden Tag hier.”

„Okay. Würde mich freuen.”

Dave lächelte und ging wieder zu seinem Auto. Gestern hatte ihm echt nicht gut getan.

Mike streichelte über Chesters Stirn. „Ich hole Lucky, wenn du mir deine Schlüssel gibst. Er muss Hunger haben.”

„Es ist offen. Du kannst einfach reingehen.” Chester lächelte schief. „Katzenfutter ist im Küchenschrank.”

„Okay, bis gleich.” Mike ging rüber und öffnete die Tür. „Oh ... scheiße.” Mike starrte in den halbdunklen Raum. Auch wenn Chester sicher nicht viel besaß, so war das wenige weg oder zerstört. „Scheiße ... Lucky? Katerchen, komm her.”

Nichts war zu hören. Mike verließ die Wohnung und schaute über das Geländer. „Jake! Komm her, schnell.”

Jake sah hoch und kam Mike entgegen, nachdem er einen Moment durchatmete. „Was ist los? Ist was mit Chaz?”

„Das wird sich noch rausstellen”, sagte Mike leise und öffnete die Tür etwas weiter.

„Ach du …“ Jake starrte in die kleine Wohnung. Die Fenster waren zerschlagen und die Wände voll mit Graffiti. „Fuck.”

„Hat Chaz Feinde, von denen ich noch nichts weiß? Und wo ist Lucky?”

Der war getürmt, als zwei Sturzbetrunkene Kerle sich in der Wohnung ausgetobt hatten. Nun hatte er Mikes Stimme gehört und tapste auf leisen Pfoten zu dessen Wohnung. Als er Chester auf dem Bett entdeckte, maunzte er herzzerreißend.

Chester sah zur Tür und streckte die Hand aus. „Komm her, mein Süßer.”

Verängstigt lief Lucky zu ihm und sprang aufs Bett, fest kuschelte er sich an Chester, vergrub das Köpfchen unter dem Kissen, während sein Hinterteil noch in der Luft hing.

„Hey, was hast du denn?” Chester drehte sich auf die Seite und streichelte den zitternden Kater. „Lucky?“ Er hob den Kleinen hoch und gab ihm einen Kuss auf das Köpfchen.

Hilflos strampelte er mit den Beinen, dann ließ er sich leise maunzend hängen.

Chester drückte den Kleinen an sich und streichelte ihn sanft. „Alles ist gut, süßer. Wo hast du Mike gelassen, hm?”

Der kam langsam mit Jake rein. „Oh Gott sei Dank. Da ist er ja.”

„Wo sollte er sonst sein?”, fragte Chester leise und kraulte seinen Kater. „Du wolltest ihn doch holen.”

„Ja ... ja, er war nicht da. Chaz, ich muss dir was sagen.” Mike setzte sich auf die Bettkante und streichelte den Kater.

„Was denn? Wie kann er nicht da gewesen sein? Ich hab doch die Tür zugemacht.”

„Und irgendwer hat sie aufgemacht und ... deine Wohnung ... auseinander genommen. Baby, es tut mir leid, wirklich. Ich ... oh Mann ...”

Chester sah von Mike zu Jake und wieder zurück. „Was?” Er drückte Mike den Kater in die Hände und stand auf, um in seine Wohnung zu gehen. Was er sah war die Hölle. Er hatte ja nun wirklich nicht viel Wert auf die Einrichtung gelegt aber das war… „SCHEISSE! VERDAMMTE KACKE!”

Mike folgte ihm mit Jake und Lucky. „Chaz?” Er trat hinter ihn und legte einen Arm um ihn. „Soll ich die Polizei rufen?”

Chester löste sich sofort von ihm und sah sich um. „Die haben mein Gras mitgenommen … und meine Zigaretten.” Er ging in die Küche. „Haben die den Arsch offen? Selbst mein Essen ist weg!”

Jake hob die Augenbrauen. Das Gras? „Chaz, willst du es melden?”

„Bringt mir das was? Fuck, Mann! Denen ist das hier doch voll egal! Wir sind hier im Ghetto!”

„Ähm ... also, guck, ob du noch etwas mitnehmen willst und dann kommst du erstmal mit zu mir. Ich .. scheiße Baby, es tut mir unendlich leid”, sagte Mike.

Chester knurrte leise und sah zu Jake. „Wenn die Bilder weg sind, raste ich aus, das schwöre ich.”

„Wo hast du sie denn aufbewahrt?”

„Unter der Matratze.” Chester ging darauf zu und trat sie beiseite. „Ein Glück”, sagte er leise und hockte sich vor einem kleinen Stapel Fotos von einem Baby.

Mike beobachtete ihn. „Chaz ... wer ist das?”

Chester nahm die Bilder und sah ihn an. „Mein Sohn.”

„Dein ... Dein, was? Dein Sohn? Du hast ... ein Kind?”

„Ja.” Er seufzte und nahm Lucky zu sich. „Baby, keine Angst. Wir bekommen das wieder hin. Und als erstes gibt’s ein richtiges Schloss.”

Lucky maunzte leise und leckte über Chesters Kinn.

„Baby, komm mit rüber, okay?”

„Okay. Danke, Mike.” Chester sah sich nochmal um. „Oh man … der Tag ist nicht meiner.”

Zwei Stunden später hatte Chester etwas geschlafen, während Mike sich in dessen Wohnung nach den Klamotten umgesehen hatte. Alles, was noch heil war, brachte er rüber. Gott sei Dank, hatten sie nicht alles von Luckys Futter mitgenommen.

Dann legte er sich neben Chaz. „Wie gehts dir?”, fragte er leise.

„Etwas besser. Mein Kopf tut noch weh, aber das halte ich aus.” Er kuschelte sich an Mike und seufzte. „Nie wieder Alk.”

„Nie wieder. Ich pass auf dich auf.” Mike küsste ihn sanft. Lucky zittert immer noch. Miese Schweine.”

Chester nickte und streichelte das schwarze Fellknäul. „Du musst keine Angst mehr haben. Ich bin jetzt bei dir.”

„Und ich kann meine Wohnung abschließen, Baby.”

Chester lächelte. „Ja. Halt es mir mal noch unter die Nase.” Er nahm Lucky auf seine Brust und streichelte ihn sanft.

„Tut mir leid, das musste sein.” Mike lächelte. „War eine verrückte Nacht. Und wenn ich so darüber nachdenke ... wir haben vergessen zu singen.”

„Das holen wir nach. Ich muss jetzt mehr in den Park.”

„Entweder das, oder ... du vertraust mir und kommst morgen früh mit mir mit.”

„Und wohin? Baby ich muss Geld auftreiben.”

„Ja, ich weiß. Das machen wir am Nachmittag. Ich möchte dir morgen früh etwas zeigen, was ... mir sehr, sehr wichtig wäre.”

„Okay, wenn du meinst. Ich bin gespannt.”

„Darfst du auch sein. Es könnte alles für uns beide verändern.”

„Das klingt, als willst du eine Bank ausrauben oder irgendwo einbrechen. Was uns beide dann in den Knast bringen würde und dafür bin ich zu hübsch.”

„Stimmt, ich müsste mir die ganze Zeit sorgen um deinen Knackarsch machen. Nein, dann lieber keine Bank.”

„Gute Entscheidung.” Chester lächelte leicht und küsste ihn auf die Wange.

Als Chester am Abend in seinen Armen schlief, rief Mike seinen besten Freund an.

„Hey, Mikey”, kam es sofort von diesem.

„Na, wie geht es deinem Köpfchen, Phoenix?”

„Ist alles wieder gut. Ein starker Kaffee wirkt Wunder, solltest du mal versuchen. Und dir? Alles gut?”

„Naja, wie gut hier alles sein kann. Sie haben Chesters Bude auseinander genommen. Wir sind froh, dass es seinem kleinen Kater gut geht.”

„Oh. Wie gehts ihm?”

„Geht so. Er schläft viel. Er ist ausgerastet.” Mike seufzte. „Sag mal ... kommen denn die Erinnerungen langsam wieder?”

„Ja. So langsam kommt da was. Wir haben ganz schön gebechert.”

„Ja, das haben wir ... und dann haben wir sehr schöne Dinge getan.”

„Das ist alles noch etwas verschwommen.”

„Verschwommen ist nicht weg”, grinste Mike. „Erinnerst du dich ans Flaschendrehen?”

„Ja und ich weiß, dass ich den Punk küssen musste.”

„Zwei mal. Und ich bin leer ausgegangen. Niemand wollte mich küssen.”

Dave lachte leise. „Du warst aber auch schlimm drauf, gestern.”

„Warum?”, lachte Mike. „Ich wollte nur küssen.” Er schwieg einen Moment. „Du hast mich geküsst ...”, sagte er leise.

„Ja, ich weiß. Mike… das macht mir Angst.”

„Warum?”, fragte Mike leise.

„Du bist mein bester Freund. Mein Mikey.”

„Ich werde immer dein Mikey sein, egal, was zwischen uns passiert ist. Baby, ich liebe dich.”

„Ich liebe dich auch.”

„Dann denke nicht so viel darüber nach. Lass dich drauf ein. Am Ende ist es egal, wen du küsst, solange es sich gut anfühlt. Und es hat sich verdammt gut angefühlt.”

„Warum weißt du das alles noch?”

„Weil ich selten Blackouts habe. Ich weiß alles.”

„Ja? Und wie bist du in den Garten gekommen?”, fragte Dave amüsiert.

„Ich wollte Baden gehen, aber da schwamm so viel Zeug im Pool. Chaz war schlecht, er ist ins Bad gegangen. Dann bin ich müde geworden. Da wir nicht drüber gesprochen haben, wo ich schlafen soll, hab ich mich auf diese Polster gelegt. Irgendwer hat dann ein Zelt über mir errichtet.”

„Du bist kacke, Mikey.”

„Nein. Ich bin glücklich.” Mike schloss die Augen. „Kannst du dich denn an unseren kleinen Moment richtig erinnern?”

„Noch nicht.” Dave schwieg einen Moment. „Und jetzt?”

„Was meinst du?”

„Was wird das jetzt mit uns?”

„Was hättest du denn gern?”

„Weiß ich auch nicht wirklich.”

„Dann stellt sich die Frage nicht, Schatz. Ich liebe dich, du liebst mich. Wir haben geknutscht, werden es vielleicht noch einmal tun, oder auch ganz oft. Wir machen Musik, wir haben Spaß. Du bist mein überaus charmanter und heißer Chauffeur und mein Gott, wenn ich dir auf diese Weise danken könnte, wie es angemessen wäre ... Baby ....” Mike seufzte genießend und schnurrend. „Du bist mein Phoenix und du wirst es auch immer bleiben!”

„Wofür willst du mir wie danken?”

„Für alles, was du so für mich tust. Und ... wie ... Baby, irgendwann zeig ich es dir. Sowas kann man nicht mit Worten ausdrücken.”

„Du bist versaut, Mikey.”

„Und das wissen wir.” Mike lachte leise. „Hör mal, ich würde Punky morgen gern mitnehmen.”

„Warum? Kann er nicht mehr allein bleiben?”

„Nein.” Mike lachte leise. „Nee, ich würde jetzt gern sagen: Lass dich überraschen, aber ... ich weiß nicht, ob das passiert, was ich erhoffe, also ... abwarten.”

„Du verwirrst mich total, weißt du das?”

„Steh ich drauf”, schnurrte Mike.

„Ich weiß. Gute Nacht, Mäuschen.”

„Ohhhh ... Mäuschen? Das gefällt mir. Träum von mir, Phoenix!”

„Immer. Bis morgen.”
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