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One Step Closer

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
21.07.2019
15.12.2019
26
85.977
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21.07.2019 3.737
 
Wir grüßen euch!


Gestern war für uns ein schwerer Tag, so wie es der 20. Juli wohl immer sein wird. Und eigentlich sollte das hier gestern schon kommen, aber ich hab es total vergessen. Tschuldigung

Egal, jetzt kommt es aber, und zwar unsere Linkin Park – Story ONE STEP CLOSER

Sie ist bereits auf einem anderen Portal online, hier jedoch nicht und das möchten wir gern ändern. Wir posten 2-mal die Woche und nach Belieben, wenn uns danach ist ^^

Sie spiegelt nicht die tatsächlichen Vorkommnisse der Anfänge der Band wieder, aber eine von vielen UNSERER Vorstellungen, wie es auch gewesen sein könnte.

Hier geht’s um schwule Jungs, wers nicht mag: Weiterklicken!
Hier sind Mike und Chester schwul! Wers nicht mag: Weiterklicken

Für alle anderen: Habt verdammt viel Spaß mit den Jungs von Linkin Park!

Küsschen
Juli & ihr Hörnchen



Der Wahnsinn des Mr. Shiny



„Warum wohnst du nochmal in diesem Loch?”, fragte Dave seinen Freund, als er ihn an diesem Morgen abholte und das wacklige Schlüsselloch betrachtete. „Hier kann dir jeder in die Wohnung kommen.”

„Gibt doch nichts zu holen.” Mike packte seinen Laptop ein. „Okay, den hier, aber das wars auch. Und ich will sparen. Ich brauch das Geld für andere Sachen.” Mike schaute sich suchend um. „Hab ich alles?”

„Ich wüsste nicht, was du hier brauchen könntest. Mikey, wir können uns auch Wohnungen leisten und wenn du mal fragen würdest, könnten wir auch nach einer großen WG suchen. Hier hat man ja Angst, nachts abgestochen zu werden.”

Nun lachte Mike auf. „Phoenix, die Gegend ist total harmlos. Neben mir wohnt eine alte Frau, auf der anderen Seite ein alter Mann. Unter mir eine Mutter mit drei kleinen Kindern! Für die bin ich der Gangster.”

„Sage ich ja! Die würden alle viel ruhiger leben, wenn du nicht hier wohnen würdest.” Dave grinste Mike an. „Na los. Die Anderen warten schon.”

„Dabei bin ich voll der harmlose Softie.” Mike nahm seine Tasche und schloss hinter ihnen ab. „Irgendwie mag ich es hier.”

Verständnislos sah Phoenix ihn an. „Warum?”

„Ist kuschelig.” Mike schaute über das Geländer zu den spielenden Kindern. „Friedlich, irgendwie.”

„Hm … und die Tapeten lösen sich.”

„Nicht in meiner Wohnung! Hey, ich mags.” Mike schubste ihn freundschaftlich Richtung Treppe. „Zisch ab!”

„Und das Geländer wackelt!” Dave lachte und machte sich auf dem Weg nach unten. „Du kannst es viel schöner haben.”

„Hat nicht jeder eine andere Vorstellung von schön?”

„Ja, du bist ja auch nicht schön, richtig?”

Mike hob die Augenbrauen. „Ich bin wunderschön!”

„In deiner Vorstellung.” Dave trat aus den Gebäudekomplex in den Innenhof und grinste Mike an.

„Nicht nur in meiner. Warts erst ab, bis wir berühmt sind. Dann küssen mir die Mädels die Füße ab!”

„Träum weiter. Das ist doch Nicks Traum. Klau ihm den nicht!”

„Nick ... unser Superstar.” Mike seufzte leise.

Sie arbeiteten an ihrer ersten Single, hatten gerade den Vertrag für das erste Album unterschrieben und das Label fand Nick supertoll. Nur Mike selbst und auch seine Freunde Dave, Brad, Rob und Joe nicht. „Er sollte aufpassen, dass er nicht auf seiner eigenen Schleimspur ausrutscht!”

„Ich raff nicht, warum wir uns den Sänger nicht selbst aussuchen dürfen. Nick singt toll, aber er passt nicht zu uns. Das ist mega beschissen”, murrte Dave leise.

Mike nickte langsam und blieb an Daves Auto stehen. „Ich versteh es auch nicht. Er hebt sich wahnsinnig hoch. Dabei sind wir noch nicht mal oben!”

Dave nickte. „Wobei man ja zugeben muss, dass er alles mit seinem Zahnpastalächeln bekommt. Mädchen, einen Vertrag …”

„Vielleicht müssen wir auch mehr lächeln. Ich meine ... es ist unser Baby und er läuft uns den Rang ab! Das kanns doch wohl nicht sein.”

„Aber Mikey! Er ist doch so schön!”, sagte Dave übertrieben und lachte. „Oh Mann … ehrlich, wäre er nicht so ein Idiot, dann hätte ich kein Problem mit ihm. Aber irgendwie … haben die nicht gemerkt, was für Musik wir machen?”

„Was denkst du? Wo passt er denn rein? Backstreet Boys?”

„Mindestens! Wir brauchen was total upgefucktes. Sowas da!” Er deutete auf einen Kerl Mitte zwanzig, der in einem Durchgang stand und Lebensmittel aufhob, die ihm aus der Tüte gefallen waren. Er trug eine rot-schwarz karierte Hose an, eine zerrissene Jacke und trug eine schwarze Mütze. Dazu eine große Brille und wenn Dave richtig sah, hatte der Kerl Unmengen an Piercings.

Mike schaute zwischen Dave und dem Kerl hin und her. „Bist du so verzweifelt mit Nicky?”

„Warum? Der würde doch super zu uns passen. Er sieht aus wie ein Penner, wir machen Pennermusik … Mr Shiny passt nicht.”

„Wir machen was? Pennermusik? Junge, du fliegst gleich aus der Band!”

„Du kannst mich nicht rausschmeißen, Mikey-Boy.” Dave lachte und schloss sein Wagen auf. „Los, steig ein.”

Das tat Mike, dennoch nickte er. „Kann ich wohl.”

„Wenn du das kannst, warum schmeißt du Nicky nicht raus?”

„Na, so viel Macht hab ich nicht. Da müsste ich ja zum Olymp hoch.”

„Verstehe. Vielleicht schaffst du das ja irgendwann.”

„Hältst du mich echt für so groß?”

„Aber klar! Du wirst irgendwann ein Musik-Gott.” Dave grinste und fuhr los. „Nein mal im Ernst. Ich will den nicht.”

„Was sollen wir tun?”

„Weiß auch nicht. Einen besseren Sänger suchen? Also … jemanden, der das mal gemacht hat, damit die Idioten da oben auch ja zusagen.”

Mike schaute nachdenklich aus dem Fenster. „Haben wir doch versucht. Wir sind gescheitert und deswegen haben wir jetzt diesen Pseudoadonis.”

„Was er uns auch jedes Mal auf die Nase binden muss.”

„Ich hau ihm eine, wenn der so weiter macht.”

„Oh ja! Mach das bitte!”

Mike lachte auf. Klar, dass Dave es gefallen würde. „Machst du dann mit?”

„Sicher. Ich halt ihn fest und du schlägst zu.”

„Ich bin ein Hardcoresoftie. Ich halt ihn fest und du schlägst zu!”

„Nein. Wird Zeit, dass du voll der Gangster wirst.”

„Gangsterrapper, was?”

„Ja! Und dann wirst du voll von dir eingenommen und behandelst uns wie Dreck.”

„Wieso? Du bist dann der Starbassist überhaupt!”

„Das hoffe ich für dich, nicht dass du uns für den ganzen Elektro-Mist stehen lässt.”

„Joe macht den Elektromist”, lachte Mike. Sie redeten gern abfällig. Wussten sie doch, dass alles Spaß war. Sie standen absolut hinter ihrer Musik.

„Ja! Schlimm! Irgendwann bist du dann nur noch mit ihm unterwegs.”

„Jaaah, und du machst mit Brad rum. Was wird aus Robbie?”

„Ich mache mit Brad rum? Dann darf Robbie die Lampe halten.”

„Uhhh, wie sexy. Nackt oder angezogen?”

„Erstmal angezogen. Wenn er mitmachen will, muss er lieb sein.” Dave lachte und fuhr in eine noble Wohnsiedlung am Rande der Stadt.

„Lieb sein? Brad steht doch eher auf die harte Nummer!”

„Dafür bin ich ja dann zuständig.” Sie stiegen aus und gemeinsam betraten sie die Garage des weiß gestrichenen Hauses, wo bereits die anderen vier warteten. Es war die Garage von Robs Eltern.

„Uhhh ... ich will ein Video.” Mike stellte seine Tasche ab. „Macht mich ganz rattig.”

„Was macht dich rattig?”, fragte Joe neugierig und drückte den beiden frech ein Bier in die Hände.

„Wenn Rob bei Dave und Braddy die Lampe hält.”

„Schon wieder? Man Jungs! Irgendwann will ich aber auch mal Action haben! Ich mach euch bald die Lampe an und geh dann”, schmollte Rob leicht.

Dave grinste. „Ich hab überlegt, ob du vielleicht dazu kommst. Was meinst du, Braddy?”

„Nur, wenn er lieb ist”, murmelte Brad abwesend und strich sich eine Locke aus dem Gesicht.

„Sage ich ja. Was machst du da?”

„Twittern. Wo ist Nick jetzt hin?”

Die Jungs schauten sich um und Mike seufzte, weil Nick vor dem Spiegel im kleinen Badezimmer stand. „Er striegelt sich. Nicky, komm, wir wollen anfangen.”

„Bin ja schon da. Ich glaube, ich sollte mal wieder zum Frisör. Was meint ihr?”

„Hm ... Kahlschlag. So wie Dave. Würde dir gut stehen”, sagte Brad grinsend.

„Spinnst du? Ich seh mit Glatze komisch aus.” Der Blonde schüttelte den Kopf. „Nein, nein.”

Mike musterte seine Freunde. Joe mit Stachelhaaren und ... etwas rundlich, Rob mit Glatze und Zickenbart, Dave mit Vollbart und Kahlschlag, Brad mit üppiger Wolle auf dem Kopf und einem ... Vollbart ist auch was anderes und er selbst trug sein Haar länger und wuscheliger. Dazu war ihr Kleidungstil bei allen von Baggy bis offenen Hemden über Langarmshirts. Nicht der Style, aus dem Schwiegermutters Träume sind. Ganz anders, als Nick, der immer aussah, als würde er zu einer Preisverleihung gehen.

Rob sah hin und her und zuckte mit den Schultern. „Lasst uns anfangen, okay? Wir werden sonst nie fertig.”

Die Jungs machten sich an die Arbeit. Mike regte sich das eine oder andere mal auf, weil Nick seine Solonummer fuhr. Am Mischpult zu sitzen und zu hören, wie sein eigener Song verunstaltet wurde, ließ ihn mit den Zähnen knirschen. „Stopp!”, rief er und stellte den Playback aus.

„Was ist los?”, fragte Nick und sah Mike verwirrt an.

„Was, zum Teufel, singst du da? Das ist nicht mein Text!”

„Natürlich ist das dein Text! Ich habe nur ein paar Worte geändert. Das passt viel besser!”

„Darf ich selbst entscheiden, was besser passt? Schreib einen Song, den wir mit reinnehmen können und du kannst singen, was du willst. Aber an meinen Texten fuscht du nicht rum!”

„Dann sing sie doch komplett allein!”

Mike blies die Backen auf und schaute zu Dave, der hinter ihm stand. „Das passt nicht, du ... Primel!”

„Dann sing’s allein. Dann wird es nur ein Rap. Ich bin gespannt, wie das ankommt”, sagte Nick und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Eben weils kein Rap ist, geht es nicht. Sag mal, machst du das mit Absicht?”

„Was? Deinen Song retten?”

„Ich komm dir gleich hin!”, knurrte Mike und stand auf. „Dave, ich kann so nicht arbeiten und das meine ich ernst!”, sagte er aufgebracht. „Ich brauch eine Zigarette!”

Der nickte und ging mit Mike vor die Garage, um ihm eine Zigarette zu geben. „Ich wusste, dass er das wieder macht.”

„Warum? Der Song ist toll, so wie er ist. Dave, kannst du ihn nicht singen?”

„Du weißt, dass ich nicht singen kann.”

„Der macht mir alles kaputt!” Mike war kurz davor, aufzugeben. „Nick, trab mal an hier!”

Der kam auf die beiden zu. „Hör zu, Mike. Wenn ich singen soll, dann muss das stimmig sein. Dein Text passt nicht zur Melodie.”

Mike presste einen Moment die Lippen aufeinander. „Okay, da hab ich jetzt eine andere Meinung zu. Ich finde, das passt sehr gut. Ich hab mir ja was dabei gedacht.”

„Ach und was? Sag es mir.”

„Der Song handelt vom Freitod einer sehr guten Freundin. Ich war vierzehn. Verstehst du? Die düstere Stimmung war gewollt. Das ist kein verdammter Happysong!”

„Das sage ich ja auch nicht, aber wenn ich nicht bis zum Ende der Strophe komme, ist das beschissen.”

„Woran scheiterst denn?”

„Die Lines sind zu lang! Du kannst keinen Roman in einen Song quetschen.”

So langsam wurde Mike das Ganze zu bunt. „Und wie ich es kann. Joe!”, brüllte er. „Geh ans Mischpult. Ich zeige unserem Superstar jetzt, wie das passt!”, fauchte er.

Nick schnaufte. Seiner Meinung nach waren die fünf komplette Anfänger. „Dann zeigs mir, du großer Musiker.”

Mike schüttelte den Kopf und wartete auf Joes Zeichen. Er schloss die Augen, dachte an Keira und spürte den Song mehr, als jeden anderen. Auch wenn es nicht aufnahmefähig war, weil er einmal zu schnell gewesen war, sang er das Stück komplett durch.

„Hm ... passt alles”, sagte Brad grinsend.

Dave sah zu Mike. „Du solltest ihn singen. Deine Stimme passt viel besser.” Und er musste Nick einen Song weniger hören.

„Ehrlich?” Mike sah zu seinen Freunden, die allesamt nickten. „Na schön. Die Beats stehen, ich mach das nachher mit euch beiden allein”, sagte er zu Dave und Joe. „Fein, dann gehts weiter.”

Drei Stunden nahmen sie weiter auf, diskutierten und ärgerten sich über Nicks Alleingang. Seiner Meinung waren immer die Sänger die Stars, also hatten sie auf ihn zu hören. Dave war es, der alles abbrach. „Okay, das reicht für heute. Schluss. Ich hab keine Lust mehr auf die Kacke.”

„Dito. Wenn ich noch eine Note höre, laufe ich Amok!” Rob warf seine Drumsticks aufs Sofa und stand auf. „Ich geh was essen. Kommt jemand mit?” Er schnaufte, wie ein Stier auf Freigang.

„Hier”, meldete sich Joe sofort und auch Brad nickte. Dave sah zu Mike. „Wollen wir auch?”

„Nur wenns ein Bier dazu gibt.”

„Klar. Ich fahr dich nachher ja nach Hause.”

„Du bist ein Schatz.” Ohne auf Nick zu achten, räumten sie auf. Erst an der Tür siegte Mikes ausgeprägtes Sozialverhalten und er drehte sich zu ihm um. „Ähm ... willst du auch mit?”

„Du willst, dass ich mitkomme?”

„Gehörst ja auch irgendwie dazu.”

Nick sah zu den restlichen Jungs, die am Auto auf Mike warteten. „Vielleicht ein anderes Mal. Ich denke, ich treffe meine Freundin.”

„Wie du willst. Bis morgen.” Mike hob die Hand und begab sich zu seinen Jungs.

„Alles okay, Mikey?”, fragte Joe und klopfte neben sich.

„Klar, ich wollte nur nett sein.” Mike grinste. „Ich bin zu gut.”

„Kleiner Softie”, lachte Dave und fuhr los. „Wo genau wollen wir dieses Mal hin?”

„Mir egal, aber irgendwo hin, wo es auch Nudeln gibt. Wenn ich zum achten Mal hintereinander Pizza essen muss, kotze ich”, sagte Rob.

„Armer Robbie”, lachte Dave und fuhr in die Stadtmitte, wo er hielt. „Okay, dann hier. Und ja, Mikey, es ist etwas teuer, aber ich lade dich ein.”

Mike murrte leise. Er hatte nicht so viel Kohle, wie seine Freunde, die Eltern mit genug Asche hatten. „Ich schaff das schon!”

„Na wenn du meinst.” Dave zuckte die Schultern und betrat den Laden, wo er sich einen Tisch am Fenster suchte. „Also … Pizza?”

„Ja ... denke ich.” Mike schaute in die Karte. „Erklärt mir mal, was an der Salamipizza für fünfzehn Mäuse anders ist, als an der von gestern für zehn?”

„Vielleicht war das hier ja eine edle Kuh?”, fragte Joe und grinste frech. „Das ist so, als würdest du fragen, was an der Frischen besser ist als an der Tiefgefrorenen.”

„Die Tiefgefrorene war auch mal frisch. Ist sie noch, sie ist ja auf Eis gelegt.” Mike schaute die Karte rauf und runter. Seine Kreditkarte war eh überzogen. Drauf geschissen, auf eine Pizza kam es nicht mehr an.

Als der Kellner kam, gaben alle ihre Bestellung auf. „Wir sollten mal wieder eine Gartenparty machen. Mit Grillen am Pool.”

„Uh ja!” Rob klatschte begeistert in die Hände. Seine Familie hatte einen tollen Pool. „Kommt zu uns, Dad sucht schon verzweifelt Leute, die er füttern kann. Mum ist doch seit neustem Vegetarier und verschmäht sein Grillzeug.”

„Der Arme. Dann sollten wir das ganz schnell machen. Kann ja nicht sein, dass der arme Mann keinen zum begrillen hat”, grinste Dave zwinkernd.

„Genau. Ich sags ihm nachher.”

Mike hatte derweil einen kleinen Block aus der Tasche gezogen, auf dem er herumkritzelte. Er wollte endlich vorwärts kommen, er wollte Musik machen, doch dass er jeden Tag ausgebremst wurde, machte ihn wahnsinnig. „Morgen sperre ich unseren Pascha aufs Klo, wenn er wieder zickt.”

„Wenn er zickt, kann er gehen. Ich habe ständig den Drang, ihn gegen die Wand zu donnern”, murrte Dave leise und zuckte die Schultern, als die anderen ihn ansahen. „Was denn? Ist doch so.”

„Was genau hält dich ab? Joe hilft dir bestimmt.”

„Wir brauchen Mr Shiny. Ich hab schon zu Mike gesagt, dass wir einen anderen suchen sollten.”

„Wesley liebt den. Sagt mir, was ihr wollt, die vögeln. Mr. Ich-bin-so-unwiderstehlich hat vielleicht den Wunsch, sich hochzupimpern”, überlegte Brad. Irgendwie kamen sie gegen ihren Plattenboss nicht an. So langsam fragte sich Mike, ob es nicht ein Fehler war, zu unterschreiben.

„Hm … Mike? Wäre die Band es dir wert dich auf Wesleys Tisch zu legen?”

„Für Xero leg ich mich überall hin.”

„Dann wäre das ja geklärt”, grinste Joe. „Mikey pimpert mit dem Ekeltypen und wir sind Nicky los.”

„Nur, wenn du die Lampe hältst, Baby”, gab Mike trocken zurück.

„Nur wenn ich Kopfhörer und eine Schlafmaske tragen darf.”

„Hallo? Bist du nicht bereit, Opfer für uns zu bringen?”

„Ich will nicht erblinden!”

„Deswegen heißt es Opfer!”

„Aber dann bin ich ein blinder DJ! Das geht nicht!”

„Gab schon blinde Pianisten. Stell dich nicht so an!”

„Aber … ach man!”

„Gewonnen!” Mike lachte triumphierend. Doch als die Pizza kam, schlief es ein. „Stand in der Karte Minipizza? Rob, ruf Daddy an, ich hab Hunger, Mann. Und dafür soll ich fünfzehn Mäuse blechen?”, regte er sich auf.

„Du Armer. Vielleicht hätten wir zu Mäcces fahren sollen.”

„Jaah, vielleicht hätten wir das. Heeey, Mister, ist das ihr verfickter Ernst?”, rief er dem Kellner zu.

„Beruhige dich, Mann. Fang an zu essen.”

„Na, lange brauch ich dafür nicht.” Und so war es auch. Als erster fertig, murrte er. „Und was gibts als Hauptspeise?”

„Meine Faust, wenn du nicht gleich still bist. Mann, bestell dir doch noch was.”

„Hier? Vergiss es. Das ist ja was für den hohlen Zahn. Ich frag mich gerade, wie bei denen ein Salat aussieht. Drei Blätter und ne Möhre!?”

„Weißt du, dass du echt peinlich bist?”

Mike schaute Dave an und legte sein Kinn auf dessen Schulter. „Deswegen liebst du mich doch.”

Der seufzte und hielt Mike ein Stück Pizza vor dem Mund. „Wenn ich wenigstens was davon hätte.”

Mike biss ab und lachte leise. „Kannst doch in mein Bettchen kommen. Willst ja nicht.”

„Ne, da ist es mir zu gefährlich.”

„Warum? Ich beiße nicht. Ich lecke nur.”

„Ja … aber deine Wohngegend ist doof.”

„Du vögelst nicht in meiner Wohngegend, sondern in meinem Bett! Ha! Das ist es. Shiny hat keinen Sex mit seiner Torte!”

Nun war Dave verwirrt. „Was?”

„Deswegen ist der so Scheiße. Vielleicht sollte ich ihn flachlegen.”

„Und du meinst, dass das helfen würde? Dann tu dir keinen Zwang an.”

Eine Weile saß Mike schweigend da, futterte sich durch die Teller der Jungs, die schon gar nichts mehr sagten und schüttelte dann den Kopf. „Nee ... habt ihr die hohen Töne heute gehört? Das klang gruselig. Wenn er beim Sex auch so klingt, dann gute Nacht!”

Am Tisch brachen alle in Gelächter aus. Die Vorstellung, dass Mike mit Nick Sex hatte und dieser dann quiekte war einfach zu komisch. „Wie ein Meerschwein”, kicherte Joe los.

„Jaaah ... eins, wo man draufgetreten ist”, stimmte Rob lachend zu.

„Oh Gott!”, lachte Joe und hielt sich den Bauch. Sein Kopfkino funktionierte hervorragend.

Mike grinste nur breit. „Okay, Jungs. Bezahlen und dann noch etwas arbeiten?”

„Oh Mike! Wirklich? Ich mag heute nichts mehr machen!”, jammerte Rob leise.

„Ohne Nick klappt’s doch super!”

„Ja, dann vögel halt mit dem Plattentypen. Dann sind wir den ganz los.”

„Nee, ich hab auch meinen Stolz.”

Dave legte einen Arm um Mikes Schultern. „Lasst uns morgen einfach früher anfangen, bis er dazukommt.”

Mike schaute hin und her. „Faule Säcke!”

„Wir haben vier Stunden heute gearbeitet. Das reicht!”

„Bitte?” Mike lachte. „Sollten wir jemals erfolgen haben, sind es dann zehn Stunden mehr!”

„Vergiss es. Das machst du allein.”

„Wie wollt ihr jemals erfolgreich werden?”

„Na, mit unserem Können. Wir können voll viel.”

„Jaaah vor allem könnt ihr voll schnell Feierabend machen.”

„Kann ja nicht jeder so ein Arbeitstier sein wie du.”

„Na schön, dann arbeite ich zu Hause noch ein bisschen.”

„Mach das. Ich fahr dich gleich.” Die Jungs bezahlten ihr Essen und gingen zum Auto.

Als Mike die Tür in seiner kleinen Wohnung hinter sich geschlossen hatte, atmete er durch. Er liebte seine kleine Wohnung. Es war nicht viel, was er hatte, aber es war seins.

Es kratzte an Mikes Haustür, als würde irgendwas in dessen Wohnung wollen, gefolgt von einem leisen, kläglichen Piepsen.

Verwirrt ging Mike zur Wohnungstür und öffnete sie. „Oh nein ...”, hauchte er und hob das kleine, schwarze Kätzchen auf. Irgendwie schielte das arme Ding. „Na du siehst ja niedlich bekloppt aus”, grinste er und schaute sich um. Niemand schien das arme Ding zu vermissen.

Das flauschige Katzenkind maunzte leise und schmiegte seinen Kopf an Mikes Brust.

„Wo kommst du her, hm? Ich hab dich noch nie gesehen.” Er trat ans Geländer und schaute hinunter. „Was mach ich jetzt? Ich kann ja nicht überall klingeln.”

Das Kätzchen wackelte mit den Ohren und legte die Pfoten an Mikes Shirt, um damit zu spielen und reinzubeißen.

„Äh ... du, ich hab nicht so viele Klamotten. Hm, ich hab nicht mal was zu Fressen für dich.”

Als hätte der Kleine ihn verstanden, wechselte er vom Shirt zu Mikes Hand und knabberte dort rum. Unschuldig sah er nach oben.

„Mir scheint, du hast Hunger. Bekommst du nichts? Bist du ein Straßenkätzchen?”, fragte er und hängte leise hinten dran: „Welches zu oft an den leeren Bierpullen im Park geschnüffelt hat?”

Das Kätzchen maunzte erneut und knabberte weiter an ihm, während seine Krallen leicht über Mikes Arm kratzten.

„Au ... hey!” Er lachte leise. „Mir scheint, du verstehst mich. Okay, wo könntest du hingehören? Zu der Alten von nebenan? Nee, da wärst du schon verhungert. Da ist ne Familie unter mir. Willst du da hin?”

Das Kätzchen sah Mike einfach nur mit großen Augen an und leckte sich über die Nase.

„Okay, klopfen wir da mal.” Er verließ die Wohnung und ging die Treppe hinunter. Beherzt klopfte er an die gelbe Eingangstür.

Das Kätzchen sprang von Mikes Armen, als die Tür aufging und zwei Kinder vor ihm standen. Die sahen ihn mit leuchtenden Augen an, wunderten sich aber, dass das Kätzchen einfach den kleinen Gang zur Treppe lief.

„Ähm ... okay, also ... hat sich wohl erledigt. Hey, bleib hier!”, rief Mike und lief hinterher.

Maunzend sprang das Kätzchen die Treppen wieder hoch.

„Aber nicht wieder zu mir laufen!”

Oben angekommen sah das Kätzchen zu Mike hoch und sprang vor dessen Füßen rum.

Das Lachen unterdrückend schaute er einen Moment zu. „Du hast echt ein Ding weg!”

Maunzend rannte das schwarze Kätzchen den Gang hoch und runter, nur um dann wieder vor Mike zu sitzen und sich über die Nase zu lecken.

„Drogen? Es waren bestimmt Drogen. Hast du gekifft?”, fragte er nachdenklich.

Das Kätzchen legte den Kopf schief und legte sich dann platt auf den Boden. Manchmal waren Menschen komisch.

„Okay, also ... du musst ja irgendwo hergekommen sein. Lauf nach Hause.”

Das Kätzchen maunzte wieder leise und sah Mike auffordernd an.

„Na Mensch, ich weiß doch nicht, wo du wohnst. Bei mir nicht, das wüsste ich!”

Der kleine Kater wackelte mit den Ohren, als plötzlich eine Stimme rief.

„Lucky? Hey, komm her! Essen ist angerichtet!”

Grinsend schaute Mike zu, wie die Ohren sich aufrichteten, der Kopf hochschoss und der Kater wie der Blitz verschwunden war. Woher die Stimme gekommen war, konnte Mike allerdings nicht sagen.
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