Von Helden und Monstern

von binuclear
GeschichteRomanze / P16
OC (Own Character)
20.07.2019
05.09.2019
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Worte können mächtig sein.
Sie können Frieden schenken und Kriege hervorrufen.

In Ishikos Fall waren die Worte berührend wie verstörend zugleich, was auch viel mit der Tatsache zu tun hatte, das sie die Worte unerlaubterweise erfahren hatte.
Zumindest, wenn es nach ihrer Mutter ging.




Es war ein heißer Sommer und das beständige rasseln der Klimaanlagen war allgegenwärtig.
Ishiko, die als Verkäuferin in einem kleinen Geschäft arbeitete, hätte dieses Geräusch ignoriert, wenn nicht an diesem Tag genau solch ein Gerät seinen Geist aufgegeben hätte und ihre Chefin daher eher schloss. Nun war die junge Frau mit den langen schwarzen Haaren auf dem Nachhauseweg, der zu ihrem Glück nur einige Straßen entfernt war.
Seit nun beinahe zehn Jahren lebte sie zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Haus in P Stadt. Die Stadt lag weit abseits des Trubels, demnach wenig wirklich große Gebäude gab es. Man kannte seine Nachbarn und musste Nachts nicht aufpassen überfallen zu werden.
Es war friedlich und da selbst Monster hier nur alle paar Jahre mal auftauchten, besaß P Stadt nur eine kleine Anzahl von Helden.

Einen kannte sie sogar persönlich, auch wenn er den Titel Held in ihren Augen nicht verdiente. Der eher kleine Mann mittleren alters, patrouillierte mit zwei Nunchakus regelmäßig in ihrer Nachbarschaft und war mit den roten Leggins, die er trug, auch eher eine absurde Gestalt als abschreckend. Dennoch war er ein netter Mann, der sich stets um die belange, seiner Mitmenschen einsetzte.

Die Tür hinter sich ins Schloss ziehend, war Ishiko wie sie es vermutet hatte alleine. Um diese Zeit war ihre Mutter meistens bei einer Freundin, daher nutzte die dunkelhaarige die Zeit und räumte etwas das Wohnzimmer auf. Die Hände voller Dinge, die sich hier angesammelt hatten, brachte sie alles an seinen eigentlichen Platz, bis sie nur noch die e hielt, die ihre Mutter ihr kürzlich geliehen hatte. Die Box auf den Schreibtisch ihrer Mutter legend, wollte sie auch hier einige Dinge grob zusammenräumen, als ihr einige Blätter aus der Hand fielen. Sie schnell aufhebend, fiel ihr Blick dabei auf einen Brief, der samt Umschlag sofort auffiel. Er war handschriftlich verfasst und was sie am meisten verwunderte an sie persönlich adressiert.
Ishiko fragte sich, wer ihr einen Brief schreiben sollte, eher sich der Gedanke in den Vordergrund schob, warum ihre Mutter ihn geöffnet hatte.

Achtlos die anderen Papiere liegen lassen, nahm sie den Brief und setzte sich damit auf die Bettkante und besah sich zuerst den Umschlag.
Noch während sie ihr Name und ihre Adresse darauf las, bemerkte sie das noch etwas in ihm steckte. Rasch hielt sie einen silbernen Schlüssel in der Hand, der mit einem roten Bändchen versehen war. Wundernd drehte sie den Umschlag und fand ein schlichtes B als einzigen Hinweis auf den Absender.
Da sie daraus nicht schlau wurde, tat sie sich dem eigentlichen Brief zu, der sie bereits nach den ersten Zeilen schockierte.
Er war von ihrem Großvater.
Einem Mann der ihr sehr am Herzen lag, auch wenn es Ewigkeiten zurücklag seit dem sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Er schickte ihr jedes Jahr eine Karte zu ihrem Geburtstag, aber dieser lag noch einige Tage voraus.
Ihr Großvater lebte in Z Stadt und ist wie einst ihr Vater ein Held. Aber nicht irgendein Möchtegern Held, der sich in ein schillerndes Kostüm steckt und die Bürger vor kleinkriminellen beschützte.
Ihr Großvater war einer der ganz großen.
Bang oder besser Silber Fang war immerhin die aktuelle Nummer 3 der S Klasse.
Eine Tatsache auf die sie immer Stolz war, auch da es sie an eine Zeit erinnerte, an der ihr Leben noch so einfach war.
Ishiko hatte Jahrelang zusammen mit ihrer ganzen Familie in Bangs Dojo gelebt und ihr Vater hatte wie zuvor seiner ihr das Kämpfen beigebracht.
Es war nicht immer einfach, aber Ishiko hatte nur schöne Erinnerungen an ihre Kindheit.
Zumindest bis zu dem Tag, als ihr Vater im Kampf von einem Monster getötet wurde.
Als Held lebte man gefährlich, aber wo man Ishiko den Vater genommen hatte, da entschied sich ihre Mutter sie von alledem fernzuhalten und ging mit ihr hier her in diese Stadt an dem nie etwas Aufregendes geschah.

Die Zeilen ein zweites Mal durchgehend, waren sie nicht sonderlich lang, aber Ishiko brachten sie dennoch dazu sich wieder zu erheben.
Da stimmte was nicht.
Sofort überkam sie ein drückendes Gefühl der Sorge, da Bang ihr in diesem Brief nicht wie vermutet zum Geburtstag gratulierte. Vielmehr las er sich von Mal zu Mal mehr wie eine Art Abschiedsbrief der gekrönt wurde, als er ihr berichtete, dass er ihr sein Dojo vermachte. Schockiert auf den Schlüssel in ihrer Hand sehend, überkam Ishiko der Drang mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Es musste eine logische Erklärung für alles geben.
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