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After us

OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Hardin Scott Tessa Young
20.07.2019
20.07.2019
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After us

Wir standen in der Küche und sahen den Kindern beim Rausgehen zu.
„Als wir in Emerys Alter waren, haben wir uns kennengelernt“, stellte ich lächelnd fest und lehnte mich an die Küchentheke. Es war keine einfache Zeit. Das wissen wir beide. Aber wir haben es soweit gebracht.
„Da hast du recht, Baby“, grinste Hardin und strich sich durchs Haar.
„Denkst du, sie ist verliebt?“ Ich sah ihn fragend an. Doch er wiegte den Kopf hin- und her. Das hab ich mich schon so oft gefragt.
„Ich weiß es nicht. Wieso sollte ich es wissen, aber du nicht?“ Leise lachte ich. Dabei ist es doch so offensichtlich.
„Du hast den besseren Draht zu ihr. Sie vergöttert dich, Hardin“ Er grinste vor sich hin und ich lachte leise. Es ist wahr. Emery war schon immer eher das Kind, was sich besser mit ihren Dad verstand als mit mir. Dafür waren Auden und ich ein eingespieltes Team. Das war okay. Sie waren unsere Kinder. Das, wofür jahrelang gekämpft haben. Unser Stolz. Unser Erfolg. Nach all den harten Jahren.
„Vielleicht weiß Landon ja was“, grübelte ich und biss mir auf die Lippe. Er würde es mir sicher sagen.
„Du denkst, er weiß mehr als wir. Wie gemein“ Hardin grinste, aber ich verdrehte die Augen. Er weiß, wie gut Landons Tochter und unsere befreundet ist. In ihrem Alter hätte ich meine Geheimnisse auch lieber meiner besten Freundin erzählt als meiner Mutter. Wobei ich sogar Noah damals nicht alles gesagt habe. Dafür hatte ich Landon, der immer für mich da war.
„Addy und Emery sind beste Freunde“, meinte ich, während ich mir was zum trinken machte.
Der junge Mann fragte, ob er Landon fragen sollte. Doch ich schüttelte den Kopf und erklärte ihm, dass ich am Mittag ihn besuchen gehe und ihn selbst fragen werde. Er nickte und sah sich die Bilder an der Wand an. Familienbilder.
„Hoffentlich hat sie nicht so eine tragische Geschichte wie wir“, murmelte ich noch so laut, dass er es hören könnte.
„Ach, so schlimm waren wir nun auch wieder nicht“ ich sah ihn nur mit einem Ist-das-dein-Ernst?-Blick an und schüttelte den Kopf.
„Mhm. Wir haben mehr gestritten als alles andere. Den Grund, warum wir jetzt hier sind, müssen wir ja nicht weitererläutern. Und das ganze Drama um uns herum… Das möchte ich ihr nicht antun. Auch wenn sie so gut wie alle Eigenschaften von dir hat. Sie ist unsere Tochter, Hardin. Das, was wir vor vielen Jahren hatten, muss sie nicht auch haben“, ich stelle mein Glas weg und legte meine Hand auf seine Wange. Sanft landete seine auf meine.
„Wir sind gute Eltern, Tess. Wir müssen nicht wie unsere werden“, flüsterte er und ich nickte. Das möchte ich auch nicht werden. Meinen Kopf legte ich auf seine Brust und lauschte seinem Herzschlag.
„Wir werden alt, Hardin“, flüsterte ich und seufzte theatralisch.
„Denkst du, wir sind ihnen peinlich oder verhalten wir uns altersentsprechend?“ Ich sah zu ihm hoch und grinste. Das ist eine gute Frage. Hoffentlich sind wir es nicht. Emery wird in ein paar Monaten aufs College gehen und auch Auden wird langsam erwachsen. Ab und zu kamen mal ein paar Freunde vorbei. Sie machten einen netten Eindruck. Auch wenn Hardin bei manchen sehr kritisch war. Ich erinnerte mich noch als unser Sohn mit einem Jungen namens Jeffry nach Hause kam. Ich fand ihn eigentlich ganz nett. Auden anscheinend auch. Bloß Hardin sah ihn skeptisch an und stellte ihn allmögliche Fragen. Während des Essens hat der arme Junge mich hilfesuchend angesehen, doch Hardin hatte nicht aufgehört. Als die Jungs dann im Zimmer verschwanden, hat mein Verlobter mir gebeichtet, dass er ihn für einen verwöhnten Schnösel hielt. Gut, er hatte schon gewisse Eigenschaften von so einer Art Mensch. Er trug ein Hemd, Lackschuhe und seine Haare waren mit Gel zurückgekämmt. Irgendwo hatte er Ähnlichkeiten mit Noah. Bloß dass Jeffry eine Spur extremer war. Eventuell war er doch ein Schnösel. Aber einer von der netten Sorte. Wir sahen ihn nie wieder und Auden erwähnte ihn auch nicht weiter. Anscheinend waren wir so schlimm, dass er nichts mehr mit Auden zu tun haben wollte. Es schien unseren Sohn auch nicht weiter zu stören. Bis jetzt hatten wir auch nie was gegen seine Freunde. Aber solang er nicht auf die falsche Schiene gerät wie Hardin, war alles gut.
„An was denkst du gerade, Tessa?“, riss mich Hardin aus meinen Gedanken und ich zuckte die Schultern.
„Ich musste gerade an Jeffry denken“, gab ich zu und legte eine Hand auf seine Brust.
„An den verwöhnten Schnösel? An den denkst du, aber nicht an mich? Das nehme ich jetzt persönlich“, er lachte und ich lächelte ihn an. Sanft hob er mich auf die Anrichte und fing an meinen Hals mit vielen kleinen Küssen zu bedecken. Ich legte meinen Kopf in den Nacken und zog sanft an seinen Haaren. Er strich zwischen meinen Oberschenkeln entlang und ich lächelte leicht. Dabei fiel mein Blick auf seine Haarpracht. Sah ich da etwa ein graues Haar? Bekam mein Verlobter etwa graue Haare? Wenn er das wüsste…
„Was ist los, Baby?“, hauchte er und sah mich fragend an. Nachdenklich betrachtete ich ihn und fragte mich, ob ich es ihn sagen sollte. Es wird ihn schon nicht umbringen.
„Ich glaube, du wirst alt, Babe“, grinste ich und strich ihm durch die Locken. Ich weiß, dass er es mag, wenn ich ihn Babe nennen. Allerdings hat er in den letzten Jahren mir den Eindruck vermittelt, dass ihm seine Haare wichtig waren. Zumindest betrachtete er sich und sein Kopf relativ oft im Spiegel.
„Wie kommst du darauf?“ Er klang verwirrt und ich erzählte ihm von meiner Entdeckung. Am Anfang sah er mich nur schockiert an, dann deprimiert. Das gehört allerdings zum Altern dazu. Genauso wie Falten. Diese blieben uns bis jetzt aber allerding erspart.
„Ich will keine grauen Haare bekommen. Dann werde ich alt“, schmollte er und ich lächelte ihn liebevoll an.
„Hardin, du BIST alt. Ein graues Haar bringt dich nicht um. Außerdem… weißt du, was der schönste Beweis ist, dass wir alt werden?“
Er schüttelte unwissend den Kopf. Lächelnd zeigte ich auf das Familienbild von uns vieren. Es hat lange gebraucht, bis Hardin damit einverstanden war Bilder von sich machen zu lassen. Aber umso schöner war dann der Fototermin.
„Unsere Kinder, Hardin“
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