Dark Secrets of Neverland

von ChrisWulf
GeschichteFantasy / P18
19.07.2019
20.07.2019
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Langsam stieg der alte Samuel Pete von seiner Leiter. Er warf noch schnell einen Blick zur Gaslaterne hinauf, die er soeben angezündet hatte. Ihr Licht erhellte die schmucke Straße, in der Familie Darling ihr Haus hatten. Es ist Freitagabend und Mr. und Mrs. Darling machen sich fertig, um eine Dinnerparty alter Bekannter zu besuchen. Mr. Darling, ein cholerischer Mann, schnaubte vor dem großen Spiegel im Elternschlafzimmer. Die widerspenstige Fliege wollte einfach nicht so, wie sie die dicken Finger des Bankiers haben wollten. Mrs. Darling gab ihren drei Kindern Wendy, Michael und John noch einen Gute-Nacht-Kuss, eher sie ihrem Mann zur Hilfe eilte.
Kurz darauf wurde das Flurlicht gelöscht und die Kinder kuschelten sich in die weichen Kissen ihrer Betten.
Irgendwann in der Nacht wurde Wendy durch ein schluchtzen geweckt. In der Ecke neben einer Kommode kauerte ... ein Junge? "Hallo?" flüsterte Wendy. "Warum weinst du?" Das Schluchtzen verstummte Augenblicklich und die Gestalt rappelte sich auf. Eine leise, glockenhelle Jungenstimme antwortete ihr aus der Dunkelheit. "Ich krieg ihn nicht mehr dran." Wendy legte den Kopf schief. "Wen kriegst du nicht mehr dran?" Die Gestalt hob etwas tiefschwarzes empor und Wendy glaubte, es würde sich an der ausgestreckten Hand winden. "Meinen Schatten." Die Antwort klang so selbstverständlich, als würde er über eine Hose oder ein Oberhemd sprechen.
Nun wachten auch Michael und John auf und erblickten ebenfalls die Gestalt in der Ecke. Geistesgegenwärtig entzündete Michael eine Kerze auf seinem Nachttisch und erhellte den Raum. Die Gestalt in der Ecke war ein etwa zwölfjähriger Junge mit feuerroten Haaren, spitzen Ohren und frechen Augen die im Schein der Kerze funkelten. Ganz und gar in Reben und Blättern gehüllt und von oben bis unten schmutzig entblöste er ein Milchzähnegebiss, als er die drei freundlich anlächelte.
Wendy blickte nun auf das tiefschwarze Ding in seiner Hand, das sich nun im Licht wie eine Schlange wandt und, so fern das überhaupt möglich war, an schwärze noch zugelegt hatte. "Wer bist du?" John, der jüngste der drei Darlinggeschwister, rieb sich noch den Schlafsand aus den Augen, während er den Jungen betrachtete. "Ich bin Peter Pan!" Mit diesen Worten schwebte er in die Lüfte und flog unter die Zimmerdecke. Als Ergebnis erntete er drei offenstehende Münder. "Du, du kannst fliegen? Das ist unmöglich!" Michael begann wie wild mit seinem Nachthemd seine Brille zu putzen, eher er sie ungläubig wieder auf die Nase schob und den immer noch unter der Decke schwebenden Jungen fassunglos anstarrte.
"Natürlich kann ich fliegen. Oder wie nennst du das hier?" Peter Pan flog einen Looping unter der Zimmerdecke samt anschließender Zehn-Punkte-Landung auf Wendy's Bettknauf und Verbeugung. Wendy und John applaudierten, während Michael immer noch nicht fassen konnte, was er da sah. Peter schaute zu Wendy. "Hilfst du mir bitte meinen Schatten wieder dranzumachen?" Wendy sprang aus dem Bett und holte eine Blechkiste aus einer Schublade. Klappernd setzte sie sich wieder auf ihr Bett und bat Peter Pan sich zu ihr zu gesellen. Kurz darauf begann sie, Peter's Schatten wieder mit ihm zusammen zu nähen.
Voller Freude und mit einem kehligen Hahnenschrei schwang sich Peter in die Luft und vollzog einige Flugkunststücke, eher er sich wieder zu Wendy setzte. Er bedankte sich überschwenglich bei ihr und machte den dreien einen Vorschlag, der ihr Leben für immer verändern würde.