Freiheit am Horizont

von Yvey
GeschichteDrama, Fantasy / P18
Armin Arlert Eren Jäger Hanji Zoe Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille OC (Own Character)
18.07.2019
17.09.2019
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Knarzend wurde die Tür zum unterirdischen Kerker geöffnet, die Fackeln an den Wänden flackerten, als ein frischer Windzug durch die Gänge streifte. Langsam schritt der Kommandant Erwin Smith, gefolgt von Levi und Hanji durch den langen Flur. Der Kerker war abgelegener, als das Verlies, wo sie Evelyn untergebracht hatten. Hier standen die Wachposten 15 Schritte jeweils auseinander und bewachten die dort untergebrachten Gefangenen.

Nur minimal hatte der Kommandant die Sicherheitsmaßnahmen gesenkt, es gab mehr zu Essen und zu Trinken, jedoch gehörten die strengen Kontrollen und die Bewegungslosigkeit weiterhin zu Reiner und Berthold. Es war immer noch zu gefährlich, dass sie sich gegen den Aufklärungstrupp stellen könnten.
Vor einer schweren Eisentür angekommen, trat ein Soldat hervor und schloss die Tür auf. „Sie haben bereits zu essen bekommen, er stellte heute erneut die gleiche Frage“, der Soldat salutierte und öffnete dann die schwere Tür.

Vom Licht geblendet kniff Reiner seine Augen zusammen. Er befand sich in einer engen, steinernen Zelle, lag auf einer dünnen Matratze die mitten im Raum lag. Schwere Eisenschellen fixierten Reiners Arme und Beine, die wiederum mit langen Eisenketten an Boden und Wänden fixiert waren. Um Hals und Hüfte befand sich ein schwerer Eisenring, der am Boden eingelassen war.

In seinem Mund befand sich ein Eisenknebel, welches in weiche Stoffe eingewickelt wurde. Langsam öffnete Reiner seine Augen und versuchte zur Tür zu sehen, jedoch war es ihm kaum möglich sich zu bewegen. Erwin nickte Hanji zu, die näher trat und den Knebel aus seinem Mund entfernte. Der Soldat kam rein und reichte der Frau eine Feldflasche.
Vorsichtig kippte sie etwas Wasser in Reiners Mund und betrachtete ihn. „Wie…“, kurz hustete er und leckte sich über die Lippen. „Wie geht es ihr?“, krächzte er und sah Hanji an.
„Bemerkenswert gut.“, Erwin trat nun näher, damit er Reiner in die Augen blicken konnte. „Der Hauptgefreite lieferte mir gerade einen Bericht über sie. Daher sind wir jetzt hier.“
„Ist etwas passiert?“

„Dank dem Blut von euch, ist sie wieder quick lebendig. Sogar mehr als das.“, während Erwin sprach lehnte Levi sich gegen die Zellenwand und musterte den am Boden fixierten Soldaten. Er verschränkte seine Arme vor der Brust. „Sie springt, sie lacht, sie rennt.“
Reiner sah dem Kommandanten in seine Augen. „Sie strotzt über vor Energie. Unruhig, wettkampfbegierig… Uns scheint, als wäre sie über den Punkt ihrer Genesung weit hinausgeschossen.“

Sekunden verstrichen, während Reiner dem Kommandanten weiter in die Augen starrte, ganz langsam weiteten sich seine Augen. „Sie… hat sich erholt?“, ihm wurde zugenickt. „Und sie… läuft?“, erneut wurde genickt. „Sie … benimmt sich merkwürdig?“, erneut wurde genickt. Sein Blick richtete sich an die Decke. „Ich weiß nicht, ob ich weiterhelfen kann. Berthold und ich kennen nur die Gerüchte um diese Forschung. Da wir selbst am Titanen-Forschungs-Programm teilgenommen haben, waren wir nahe an der Quelle. Aber nachdem es immer hieß, dass alle Experimente fehlschlugen…“, seufzend sah er zu Erwin. „Wir wissen, dass bereits unser Blut in Evelyn fließt. Titanen wie Eren, Berthold und ich regenerieren uns mit der Zeit, auch die anderen Titanen können das. Evelyn ist aber ein Experiment. Sie kann sich von alleine nur sehr langsam regenerieren. Unser Blut gibt ihr die Kraft, um den Vorgang zu beschleunigen. Es war ein Wunder, dass wir drei ausgereicht haben.“
„Was meinst du mit ausgereicht? War das nicht sicher?“, fragte Hanji.

„Es war reines Glück. Vermutlich lag es daran, dass das Blut von Eren neu war. Sie hat nur das Blut von dem Vorbesitzer von Erens Kräften in sich getragen. Wäre nun erneut so eine Situation weiß ich nicht, ob wir sie wieder retten könnten.“ Kurz erstarrte Reiner und sah zu Erwin: „Ihr sagtet, sie würde nicht aufhören sich zu regenerieren… vielleicht… Erens Blut war noch nicht in ihrem Kreislauf. Es ist nicht wie üblich über die Spritzen in ihren Körper gedrungen. Der Zyklus muss durcheinander sein.“
„Wenn ich das richtig verstehe ist Erens Blut an dieser Misere schuld? Wenn ihr Körper sich unaufhörlich weiter regeneriert…“, Hanji sah zu Erwin hoch. „Ein Körper der erholt ist, strotzt über vor Energie und Kraft. Jemand der sich lange nicht bewegen konnte, freut sich, wenn er laufen kann, wenn er es aber nicht kann, wird er unruhig und die Seele beginnt darunter zu leiden.“

„Wenn das so weiter geht, könnte ihr seelischer Zustand daran zugrunde gehen, willst du das damit sagen?“, warf Levi nun ein. Hanji nickte und sah zu Reiner runter: „Wie können wir das stoppen?“
„Ich weiß nicht… was habe ich nur getan?“, murmelte er leise und schloss seine Augen.
„Was würden die Forscher in diesem Falle tun?“, fragte nun Erwin.
„Wenn wir in Marley wären… die Forscher… sie würden… sie würden ihr eine weitere Injektion geben.“
„Die Spritzen!“, rief Hanji aus und sah zu Levi. „Wir haben doch noch welche… oder?“
„Ja zwei Stück. Sie sind in meinem Zimmer…“

Plötzlich erbebten der Boden und die Wände. Die Soldaten hielten sich an den Wänden und am Boden fest. Kleine Steinchen und der Putz rieselten zu Boden. Erneut erschütterte etwas den Kerker und dann hörten sie ein gedämpftes Brüllen!
Alle sahen sich erstarrt an.
Ein Soldat kam hereingerannt und brüllte: „Wir werden angegriffen! Ein Titan!“, dann rannten sie alle raus, bei Reiner blieben die stationierten Soldaten zurück und verschlossen seine Zelle wieder.

~~~


Gemeinsam mit Jean, Sasha und Connie, lief ich ganze zwei Runden. Dann brauchten sie eine Pause und ich blieb bei ihnen stehen. Ich konnte nicht so ganz nachvollziehen, warum sie jetzt schon außerpuste waren. Immerhin konnte ich noch ruhig atmen.
Die drei setzten sich auf den Boden und lehnten sich gegen den Zaun. Sasha und Connie begannen miteinander zu sprechen, während Jean mich betrachtete. „Du hast eine sehr gute Ausdauer. Wenn du eine Soldatin wärst, wärst du sicher ein guter Gewinn.“, lächelnd stand er auf und stemmte seine Hände in seine Hüfte.

„Ich eine Soldatin?“, fragend sah ich an und dachte darüber nach. Mir gefiel das Outfit, die Kleidung von ihnen bereits sehr. Aber eine Soldatin zu sein? Kämpfen? War das überhaupt etwas für mich? „Ich bin mir nicht sicher, ob das was für mich wäre. Mhmmm… ich glaube, ich könnte niemandem weh tun. Ob Mensch, Tier oder Titan… dafür bin ich wohl zu weich.“
Jean hob seine Schultern und lächelte dann sanft: „War auch nur so eine Idee. Auf jeden Fall hast du uns ganz schön abgezogen vorhin.“ Grinsend sah er zu Sasha und Connie. „Wir müssen dann irgendwann unsere Wettschulden einlösen bei dir. Wie wäre es mit morgen?“, Jean sah wieder zu mir. Lächelnd nickte ich.

„Bis dahin kann ich mir ja noch überlegen, was ihr alles für mich tun müsst.“, grinste ich breit und ging nun vor Sasha und Connie in die Hocke. „Ich habe Jean einmal gefragt, warum er Soldat werden wollte… warum seid ihr eigentlich Soldaten geworden?“
Die beiden sahen sich kurz an und dann lächelte Connie: „Ich wollte meine Familie stolz machen. Wenn man als Soldat ausgebildet wird und dem Militärdienst antritt, dann hat man eine sehr hohe Stellung… verdient gut…“ Sachte nickte ich.
„Hast du deine Familie stolz gemacht?“
Schatten legten sich über sein Gesicht und er erstarrte. Schweigend sah er zu Boden. Hatte ich etwa einen wunden Punkt getroffen? „T-Tut mir leid.“, murmelte ich leise und rutschte etwas näher, um meine Hand auf Connies Schulter zu legen. „Ich wollt nicht…“
„Nein. Nein schon gut. Das konntest du ja nicht wissen.“, schwach lächelte er und sah mir mit traurigen Augen entgegen. „Leider wurde das Dorf, wo ich lebte, vernichtet.“
„Waren es Titanen?“, murmelte ich leise.

„Sie wurden zu Titanen gemacht.“, hauchte er ganz leise. Ich erstarrte und zog meine Hand langsam zurück. Sie hatten die Teufelsspritzen hierhergebracht. Sogar zum Einsatz gebracht! Menschen litten hier mehr als mir bewusst war. „Es… es tut mir leid.“, hauchte ich leise und erhob mich langsam wieder. Marley hat hier eine Zerstörung hinterlassen, die ein größeres Ausmaß annahm, als ich erst dachte. Auch in Sashas Augen konnte ich den Schmerz und die Verzweiflung sehen. Hier, hinter diesen Mauern lebten Menschen, glücklich und zufrieden, nichts ahnend was hinter der Mauer lauert und dann, ganz plötzlich waren sie hierhergekommen.

Rissen die Mauern ein und töteten unzählige Menschen. Berthold und Reiner waren mitschuldige gewesen, aber sie konnten es nicht besser wissen. Sie waren Kinder, so wie ich, die manipuliert wurden und hierhergeschickt wurden. Wie hätten sie es denn besser wissen sollen?
„Mach dir keine Gedanken Evelyn. Dafür kannst du nichts.“, Jean berührte mich an der Schulter und traurig sah ich zu ihm auf. „Wir sind einfach in einen merkwürdigen Krieg hineingeraten. Wir können nur das Beste draus machen, nicht wahr? Jeder gibt hier sein bestes…“, er sah zu Sasha und Connie, dann wieder zu mir. „Jeder hier hinter der Mauer hilft sich und anderen. Und wenn es nur ein kleiner Teil ist.“ Schwach begann ich zu lächeln.
Gerade als ich etwas sagen wollte, erbebte der Boden unter unseren Füßen. Ich schwankte und Jean wollte mich gerade noch packen, jedoch riss ich ihn mit nach unten. Erneut bebte der Boden unter uns und dann hörten wir ein ohrenbetäubendes Brüllen!

Wir schreckten hoch und starrten zur Burg. Dahinter war ein Titan aufgetaucht. Meine Augen weiteten sich. Er war riesig! Sein Gesicht war Grotesk verzogen und er hatte lange schwarze Haare. Erneut brüllte er und ich wurde auf die Beine gezogen. „Scheiße!“, fluchte Jean. „Wir müssen-…“, er verstummte als er zu Sasha und Connie starrte, ich folgte seinem Blick und sah dann, wie sie bewusstlos auf dem Boden lagen. Beide hatten sie eine große Platzwunde am Kopf, Blut tränkte den Boden. Hinter ihnen stand ein maskierter Mann in der Kleidung des Aufklärungstrupps und starrte uns an. Er hielt einen langen Schläger in der Rechten.

„Lauf!“, brüllte Jean mich an und schubste mich zur Seite. „LAUF!“, Jean zog aus dem Gear eins der Schwerter und rannte auf den Maskierten zu, während ich rückwärts wankte. Jean schwang seine Waffe und ich drehte mich weg, als er zuschlagen wollte.
Ich drehte mich weg und rannte los, doch ich kam nicht weit, denn ich lief in jemanden hinein. Dieser jemand packte mich an den Oberarmen und ich hob blinzelnd den Kopf. Ein weiterer Maskierte war aufgetaucht. Ich schrie laut auf, doch dann schlug er mir gegen den Kopf und alles wurde schwarz.






((Liebe Leserinnen und Leser!
Vielen Dank, dass ihr mich bis hier hin bereits begleitet habt...
Es liegen noch ein paar Kapitel vor uns und ich würde mich freuen,
wenn ihr das Ende mit mir zusammen erreicht...
Ich würde mich über Reviews sehr freuen! :)
Auch bedanke ich mich beim titanenboy für seine täglichen Reviews!
Wünsche euch einen schönen Tag
Eure Yvey))
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