*Calamity Star*

GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P16
Legolas OC (Own Character) Thranduil
16.07.2019
09.11.2019
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-Kapitel 3-

Legolas ging durch den Wald. Es war bereits später Nachmittag. In seiner rechten Hand hatte einen Korb, wo zwei Karotten sowie etwas warme Suppe, die sein Vater gekocht hatte drinnen waren. In seiner linken Hand hielt er ein Beutel Wasser.
Der kleine Junge blieb hinter einem Baum versteckt vor der Barriere stehen und sah sich um. Niemand war zu sehen. Schnell lief Legolas durch die Barriere in den Berg.
Einen Moment später war er in der Höhle und stand vor dem Gefangenem.
„Ich habe dir etwas zu essen und zu trinken mit gebracht“, sagte Legolas und stellte alles vor ihm auf dem Boden ab. Da fiel ihm ein, dass sich der Gefangene gar nicht bewegen konnte. „Warte, ich mache die Ketten los.“
Legolas ging zu dessen linkem Handgelenk und legte seine Finger um die Kette. Mit aller Kraft zog er daran, doch sie bewegten sich nicht. Erneut versuchte er es, doch es funktionierte nicht.
„Ich bekomme die nicht los“, sagte er, als sein Blick auf einen Stein fiel. „Ich habe eine Idee.“
Legolas bückte sich, um den kleinen Stein auf zu heben und daraufhin diesen gegen die Eisenkette zu schlagen. Als der Stein die Kette berührte erschien eine blaue flimmernde Barriere. Blaue Runen erschienen. Die Augen des Jungen weiteten sich. Mit seinen Fingern berührte er die Runen.
Da leuchteten sie hell auf und wie aus Zauberhand rührten sich die Ketten. Sie ließen zu, dass wenn der Gefangene seinen linken Arm ausstreckten bis hin zum Essen kam.
„Woah! Wie hab ich das gemacht?“, fragte Legolas erstaunt. Dann erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. „Ich mache noch dein anderes Handgelenk frei.“
Er lief auf die andere Seite, um den Vorgang zu wiederholen und somit auch die rechte Kette etwas lockerer zu machen.
„Iss, dass schmeckt lecker“, sagte Legolas fröhlich und hielt dem Dämonen die Suppe mit Löffel hin. „Die hat mein Paps gemacht.“
Der Dämon antwortete nicht, noch rührte er sich.
„Wenn du keine Suppe möchtest… Willst du vielleicht eine Karotte? Oder vielleicht etwas Wasser?“ Sein Gegenüber sprach kein Wort. „Wie soll ich denn wissen was du magst und nicht magst wenn du nicht mit mir sprichst?“
Der kleine Junge bückte sich, um in das Gesicht des Dämonen zu schauen. Dieser hatte seine Augen geschlossen.
„Oh, du scheinst du schlafen.“
Plötzlich öffnete der Dämon seine Augen. Erschrocken fuhr Legolas zurück und plumpste auf seinen Hintern.
„Ouch!“
Schwer atmend holte der Dämon Luft. Langsam hob er seinen rechten Arm, um den Beutel Wasser in seine Hand zu nehmen. Doch er war zu schwach, sodass dieser zu Boden fiel. Er versuchte er noch einmal, aber erneut fiel der Beutel wieder zu Boden.
„Warte, ich helfe dir“, sagte Legolas.
Der kleine Junge richtete sich auf, nahm den Beutel mit Wasser und führte die Öffnung vorsichtig an den Mund des Dämons. Langsam flößte Legolas es ihm ein. ‚Es scheint, als hätte er schon sehr lange nichts mehr getrunken so gierig wie er ist‘, sagte der Junge in den Gedanken. ‚Wie lange er wohl schon hier ist? Was er wohl getan hat? Warum ist er gefangen?‘
Legolas schüttelte seinen Kopf, um die gesamten Fragen die sich stauten verschwinden zu lassen.
„Wie ist denn dein Name?“, fragte er freundlich, nachdem der Dämon das gesamte Wasser ausgetrunken hatte. „Ich bin Legolas und wohne abseits des Dorfes welches am Fuße des Berges liegt.“ Der Gefangene antwortete nicht. „Wie heißt du?“, fragte er noch einmal nach.
Der Dämon antwortete wieder nicht.
„Hast du keinen Namen? Dann gebe ich dir einen Namen“, sagte Legolas lächelnd und begann nachzudenken. „Wie wäre es mit-…“
„Was riecht hier so?“, hörte er plötzlich eine männliche Stimme.
Sofort packte Legolas seine Sachen ein und versteckte sich hinter einem großen Stein, von denen es Mengen in dieser Höhle gab.
Gerade noch rechtzeitig, denn zwei Männer in weiß kamen zum Vorschein. Jeder hielt einen Stab mit dem blauen Stein in den Händen. Einer war um einiges jünger als der andere.
„Du hast es dir sicherlich wieder eingebildet“, meinte der jüngere.
„Hmm…“, murrte der andere. „Siehst du, es ist alles gut bei diesem Viech.“
„Das ist seltsam.“
„Was?“
„Die Ketten. Die Ketten sie nicht mehr an der Wand.“
„Na und? Komm, lass uns wieder gehen. Ich will heute noch ein bisschen was trinken gehen“, murrte sein Kollege.
„Ich weiß, aber wir sind dafür verantwortlich das dieser Dämon nicht abhaut!“
„Der soll abhauen?“, höhnte er lachend. „Der Dämon ist nun bereits seit 50.000 Jahren hier eingesperrt. Der wird niemals ausbrechen können. Schau ihn dir doch an? Diese Ketten verhindern, dass er seine Kräfte einsetzt, also ist er so nutzlos, wie eine Schnecke ohne Haus.“
„Wir sollten es dem Obersten Rat mitteilen, dass die Ketten-…“
„Warum sich solche Umstände machen? Schau her.“
Der ältere Priester trat an den Dämonen heran und schlug ihm mit dem Stab gegen dessen Kopf. Der jüngere zuckte erschrocken zusammen, während sein Begleiter laut auflachte. Frisches Blut rann an der Schläfe des Dämons herunter.
„Siehst du, du hast nichts zu befürchten. Komm, lass uns gehen.“
Die zwei Priester verschwanden aus der Höhle und Legolas kam hinter dem Stein hervor. Schnell lief er zum Dämonen. Er riss sich ein Stück seines Hemdes ab, um es um dessen Kopf zu wickeln und somit die frische Wunde zu verbinden.
„Du bist also ein Dämon“, sagte Legolas. Der Gefangene antwortete nicht. „Ich lasse dir die Suppe und die zwei Karotten hier, falls du noch Hunger bekommst. Ich komme morgen auf jeden Fall wieder und bringe dir wieder etwas mit, Yin*. Ich hoffe du magst den Namen, den ich für dich ausgewählt habe. Ich habe ihn gewählt, weil dein blondes Haar ab und zu silbern glänzt. Bis morgen.“
Legolas stand lächelnd auf und lief aus der Höhle.


Es war bereits dunkel geworden und sein Vater wartete auf seinen Sohn. Als er Legolas auf ihn zukommen sah, rannte er ihm entgegen.
„Paps!“
„Legolas, weißt du, welche Sorgen ich mich um dich gemacht habe!“, rief sein Vater, als er bei ihm war. Tränen hatten sich in seinen Augen gesammelt. „Ich habe dich überall gesucht und nirgends gefunden. Ich war so um Sorge um dich.“
Er drückte Legolas fest an sich.
„T-Tut mir leid, Papa“, murmelte der kleine Junge. „Ich wollte dir keine Sorgen bereiten.“
„Wo warst du denn den ganzen Tag über?“, fragte sein Vater, nahm ihn an die Hand und beide gingen zum Haus.
„Ich habe heute einen Freund gefunden“, sagte Legolas strahlend.
„Einen Freund?“
„Ja, sein Name ist Yin“, erzählte ihm der kleine Junge. „Er redet zwar nicht sehr viel, aber ich glaube er ist ein freundlicher Dämon.“
Sein Vater blieb abrupt stehen. Er sah Legolas mit großen Augen an.
„Ein Dämon! Wo hast du einen Dämon gesehen!“
„Dort“, sagte der kleine Junge und zeigte in Richtung des Berges.
„Du warst in dem Berg?! Wie bist du durch die Barriere gekommen?“
„Ich weiß es nicht. Ich kann einfach hindurch gehen. Warum?“
„Legolas, versprich mir, dass du niemals mehr wieder dorthin gehst. Hast du mich verstanden? Ich will nicht, dass du noch einmal zu diesem Scheusal gehst!“
„Aber, Papa, er ist nicht böse. Die Männer in den weißen Mänteln sind böse. Sie tun ihm weh, obwohl er sich noch nicht einmal wehren kann.“
„Legolas. Dieser Dämon ist nicht ohne Grund in diesem Berg gefangen. Er vor vielen vielen Jahren Hunderttausende Menschen getötet. Er ist das pure Böse“, erklärte ihm sein Vater. „Bitte. Bitte versprich mir, dass du nicht noch einmal in diesen Berg gehst, um den Dämonen zu besuchen. Okay?“
Legolas nickte.
„Versprichst du es?“
„Ich verspreche es.“
„Gut. Komm, wir sollten jetzt etwas essen und dann ins Bett gehen. Ich muss morgen früh aufstehen, um auf dem Markt Samen für unser Gemüse Beet zu kaufen“, sagte sein Vater.


In den nächsten Tagen schlich sich Legolas hoch zum Berg, um den Dämonen zu besuchen. Er brachte ihm immer wieder frisches Wasser und ein bisschen Gemüse, sowie Fisch, den er aus dem Fluss geangelt hatte. Er sprach davon, wie er allein mit seinem Vater lebte, dass seine Mutter nach seiner Geburt gestorben war. Das er von den Bewohnern im Dorf nicht gemocht wurde und von den Jungs und Mädchen des Dorfes manchmal verfolgt und geschlagen wurde. Der Dämon jedoch sagte kein Wort, er hatte seine Augen immer wieder geschlossen. Es schien, als würde er nur schlafen, doch Legolas glaubte, dass er wach war und ihm zuhörte.


Eines Nachts erwachte der kleine Legolas und setzte sich erschrocken auf.
„Hallo? Ist da wer?“, fragte er laut.
„Legolas.“
„Wer ruft mich?“
„Legolas.“
Es war eindeutig eine männliche Stimme. Der kleine Junge schaute sich um, doch er konnte nichts erkennen.
„Legolas.“
„Wer ruft mich denn?“
„Legolas. Hilf mir.“
„Wie kann ich dir denn helfen, wenn ich nicht weiß, wo du bist?“
"Hilf mir. Legolas!"
„Ich-…“
Da erschien auf einmal eine rote kleine Flamme vor seinem Fenster, welches nur aus Bambusstöcken bestand. Es flog vor sein Gesicht und dann wieder hinaus. Legolas schaute hinaus und sah, dass die rote kleine Flamme in Richtung Berg flog.
„Yin!“
Sofort schlug er die Decke weg, zog sich hektisch seine Hose, das Hemd sowie eine dünne ärmellose braune Stoffjacke über und schlich aus dem Haus. So schnell ihm seine Beine trugen rannte der kleine Junge durch den Wald und kam schlitternd vor der Barriere zum stehen. Aus dem Berg konnte er laute Schmerzensschreie vernehmen.
„Yin!“, rief Legolas und rannte hinein.
Der kleine Junge blieb am Eingang der Höhle stehen und lugte vorsichtig um die Ecke. Er konnte vier Gelehrte sehen. Die standen vor dem Dämon und hielten ihre Stäbe in die Höhe. Vier feine blaue Strahle der blauen Steine hatten sich zum Dämonen gebahnt und trafen auf dessen Körper. Der Dämon krümmte sich vor Schmerzen, während die Gelehrten lachten. Einer der vier trank einen Schluck aus einem Krug aus Ton. Legolas Augen weiteten sich. Sie mussten betrunken sein, sonst würden sie seinem Freund nicht solche Schmerzen zufügen.
„So viel spaß hatte ich schon lange nicht mehr“, meinte einer der vier lachend.
„Ja, dass war die beste Idee, die du hattest!“, sagte ein anderer.
Legolas’ Augen wanderten wieder zu Yin der am Boden lag. Da entdeckte er, dass eine kleine rote Flamme auf dessen rechten Seite der Schläfe aufleuchtete. Also musste Yin ihn gerufen haben!
Fieberhaft dachte der kleine Junge nach, wie er seinen Freund retten konnte. Legolas zog sich ein kleines Stück in den Gang zurück und ließ seine Augen wandern. Irgendwas musste es doch geben, dass er benutzen konnte, um die vier Gelehrten aus der Höhle zu schicken. Da fiel sein Blick auf eine der brennenden Fackeln.
Legolas schnappte sich eine davon und ging zurück zu seinem Platz. Vorsichtig schaute er wieder um die Ecke und wartete auf den richtigen Zeitpunkt. Yin wurde durch die blauen feinen Strahlen gegen die Wand geschleudert und kam unsanft wieder auf den Boden auf. Der Dämon spuckte Blut und atmete schwer.
‚Jetzt oder Nie!‘
Ohne zu zögern lief Legolas hinter einen der Steine und wartete einen Augenblick. Doch die Gelehrten hatten ihn nicht bemerkt.
„Wie sollten sein Leben beenden. Warum sollen wir auf dieses Monster aufpassen, wenn er doch sowieso nicht einmal mir etwas tun kann“, meinte einer der vier.
„Ja, wieso nicht.“
„Hey, riecht ihr das auch? Hier riecht es so verbrannt“, meinte auf einmal jemand.
Alle vier drehten sich um. Ihre Augen weiteten sich. Ihre Schleppen an den weißen Gewänder hatten Feuer gefangen.
„Was zum-…“
„Ah! Heiß!“
„Wir müssen es irgendwie löschen!“
„Aber wie! Hier gibt es kein Wasser!“
„Nein! Kipp kein Wein drauf, du Idiot! Dann fackelst du nur noch schneller ab! Schnell verschwinden wir von hier!“
Die vier Gelehrten rannten so schnell sie konnten aus der Höhle.
Legolas kam hinter dem Stein hervor und lief sofort zu dem Dämonen, welcher regungslos am Boden lag.
„Yin! Yin, kannst du mich hören?“, fragte der kleine Junge besorgt.
Anstatt einer Antwort spuckte der Dämon Blut. Er zitterte am ganzen Körper. Vorsichtig wischte Legolas seinen Mund vom Blut sauber, zog seine ärmellose braune Stoffjacke aus und legte diese unter dessen Kopf.
„Ich bin gleich wieder da. Ich hole nur schnell ein bisschen Holz“, sagte Legolas und lief aus der Höhle.
Draußen sammelte er so schnell er konnte ein bisschen Reisig und Äste auf, bevor zurück in die Höhle lief. Er legte das Holz so nah es ging an den Dämonen heran und benutzte eine der Fackeln um ein kleines Lagerfeuer zu machen. Yin hatte die Augen geschlossen, sein Brustkorb hob und senkte sich nur sehr schwach. Zudem hatte die kleine rote Flamme an Yins Schläfe aufgehört zu leuchten. Legolas setzte sich ans Feuer, umschlang seine Beine und legte seinen Kopf auf die Knie. Eine ganze Zeit lang ruhten seine Augen auf Yin, bis sie sich schlossen und Legolas tief und fest einschlief.





*Yin = Silber
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