Castle Crashers - 4 haun aufm Putz

GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Blauer Ritter Grüner Ritter Königliche Wache Oranger Ritter Roter Ritter
16.07.2019
08.10.2020
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21.07.2019 5.383
 
Als sie sich am nächsten Morgen gerade zum Frühstück im Rittersaal einfanden, sahen sie, dass auch einige andere Ritter da waren, aber lange nicht so viele wie gestern Abend.
„Wo sind die denn alle?“ fragte Pyro unzutreffend, denn die Mehrzahl der Ritter war ja da.
Ein Ritter in einer rosafarbenen Rüstung, der gerade an ihm vorbeilief, sagte freundlich: „König Alfreds Sohn, der Prinz Alfonso ist mit Prinzessin Smaragda zur Jagd in den Wald aufgebrochen. Unter uns: er will ihr wohl zeigen was für ein toller Hecht er ist. Hihi.“
Pyros Augen wurden groß.
„In den Wald?!!!“
„Ja genau, in den Wald. He, äh? Ist alles in Ordnung mit dir… ähm mit euch?“
Denn auch Cyrill und Venom standen schreckensstarr da und schnappten nach Luft. Nur Thunder wusste nicht, warum er das machen sollte.
„Der Wald ist viel zu gefährlich für die Prinzessin“, sagte Cyrill missbilligend.
Der Fremde Ritter sah aber nicht beunruhigt aus.
„Ach was, ich denke das geht schon. Prinz Alfonso ist mit über zwanzig Rittern unterwegs. Es sollte keine Probleme geben.“
Darauf gaben die Eliteritter offensichtlich nichts, denn ohne sich weiter zu erklären, rannten sie los, das Frühstück längst vergessen, aus der Burg hinaus. Sie pfiffen ihre Maskottchen herbei, sattelten zwei Kamele und zwei Krokosaurier und ritten los. Im Eilspurt überquerten sie die frisch getaufte Barbarenebene, erreichten den Waldrand und ohne Zögern ritten sie hinein. Sie waren schon weit gekommen, da zog Venom an den Zügeln seines Krokosaurus, um ihn zum Anhalten zu bewegen. Er stieg ab und untersuchte den Boden.
„Ja, wir sind ganz in der Nähe.“
„Ja, ganz klarer Fall“, sagte Pyro und nickte zustimmend, während er probierte, ob sein Kamel über Venom hinweg spucken konnte.
Es konnte tatsächlich.
„Was? Worum geht es eigentlich? Würde mir endlich mal einer sagen was los ist?“ fragte Thunder ungehalten.
„Das da“, sagte Venom und zeigte auf braune Spuren, die über den Waldboden führten.
„Ist das …. Kacke?“ fragte Thunder verwirrt.
„Exakt. Die Tiere in diesem Wald scheißen sich ein, wenn der große Troll in der Nähe ist. Hoffen wir, dass wir die Prinzessin noch finden, bevor es der Troll tut.“
Ein Schrei zerriss die Stille des Waldes.
Cyrill seufzte.
„Zu spät.“
Derart gelotst fiel es ihnen nicht schwer die Prinzessin zu finden. Sie stand in die Enge gedrängt am Rande einer Lichtung. Prinz Alfonso versteckte sich wenig rühmlich noch hinter ihr. Von seinen zwanzig Rittern waren nur noch fünf übrig, die selbst wie Espenlaub zitterten und wenig überzeugend ihre Schwerter hoben, um den riesigen Troll vor ihnen auf Abstand zu halten. Zu Füßen des schwarzen, haarigen Ungeheuers lagen die getöteten Ritter, die versucht hatten ihren Herrn mit ihrem Leben zu schützen. Ein Feuerball traf den Troll am Kopf und dessen schwarze Haare fingen an zu brennen. Der Troll heulte auf, patschte sich mit seinen großen Händen an den Kopf, um das Feuer zu ersticken und drehte sich dann bebend vor Wut um. Seine Augen schienen aus ihren Höhlen zu treten. Es war nicht schwer zu sehen, dass er Venom, Cyrill und Pyro sofort wiedererkannte. Brüllend rannte er auf sie los, stampfte mit seinen Füßen nach ihnen und versuchte sie mit seinen riesigen Händen zu schlagen. Die vier Eliteritter teilten sich auf, damit sie schwerer zu erhaschen waren und immer, wenn der Troll sich einem von ihnen zuwandte, feuerte ein anderer einen mächtigen magischen Angriff ab, um die Aufmerksamkeit des Trolls zu erringen. Das Ungetüm wollte das aber wohl nicht lange mitmachen, er wich vom Kurs ab und riss einen alten knorrigen Baum aus, den er jetzt als Keule verwendete. So hatte er eine höhere Reichweite und es wurde viel schwerer für sie auszuweichen. Pyros glorreiche Idee den Baum auch noch anzuzünden ging gründlich nach hinten los. Er hatte dem Troll jetzt auch noch eine riesige Fackel in die Hand gegeben. Überall dort wo der Troll hinhaute bildeten sich kleine Brandherde. Cyrill versuchte die Flammen zu löschen, damit sie sich nicht weiter ausbreiteten. Thunder wagte sich besonders weit vor und rammte dem Troll sein Schwert in den großen Zeh. Der Troll jaulte und griff sich den roten Ritter. Er hob ihn hoch. Es war nicht klar, ob er ihn sich ansehen oder fressen wollte, doch so lange wollte Thunder nicht warten. Er konnte seine rechte Hand hochreißen und schleuderte einen kraftvollen Blitz ins rechte Auge des Trolls. Instinktiv ließ der Troll ihn los und patschte sich seine Hände auf die Augen. Wimmernd torkelte er von einem Bein aufs andere und trat dabei einige junge Bäume um. Als er seine Hände wieder wegnahm, schüttelte er wild den Kopf. Offenbar konnte er nicht mehr klarsehen. Er grollte und wütete, jammerte und heulte, aber es wurde nicht besser. Offensichtlich war ihm die Lust am Kampf gründlich vergangen. Er trollte sich und ließ die Menschen auf der zerstörten Lichtung zurück. Venom half Thunder hoch. Der Sturz hatte ihn ganz schön mitgenommen. Cyrill rief den anderen Rittern, dem Prinzen und der Prinzessin zu: „Alles in Ordnung bei euch?“
„Ja“, kam es leise von der Prinzessin, die jetzt zum Prinzen sah, der offenbar immer noch zu verängstigt war, um etwas zu sagen.
Alfonsos Ritter kamen zu den siegreichen Kämpfern und beglückwünschten sie zu ihrem Erfolg. Dann nahmen sie die Königskinder in ihre Mitte und eskortierten sie. Cyrill und Venom übergaben ihnen ihre Krokosaurier, damit die beiden Hochwohlgeborenen nicht laufen mussten. Recht schweigsam gingen sie langsam zur Burg zurück. Vielleicht war es dem Prinzen peinlich in so eine Situation geraten zu sein. Die Prinzessin überlegte wohl, ob der Prinz wirklich der Richtige war und Alfonsos Ritter betrauerten stumm ihre Kameraden. Sie hatten sie zurücklassen müssen und es war unklar, ob sie zurückkommen könnten, um ihnen ein anständiges Begräbnis zu bereiten. Kaum waren sie zurück im Hof der Burg, merkten sie, dass es innen einen Aufruhr gab. Venom, Cyrill, Pyro und Thunder ließen alles stehen und liegen und eilten zum König. Der ging verzweifelt im Thronsaal auf und ab, warf aufgebracht die Hände hoch und schimpfte. Viele der anderen Monarchen waren auch im Thronsaal, doch verhielten sie sich recht still. Das Zeichen der Schwäche haftete am Regenten wie ein Fluch.
„Wo zum Henker seid ihr gewesen?!“ herrschte er seine treuen Diener an.
„Prinzessin Smaragda hatte da ein Problem im Wald mit dem großen Troll“, sagte Venom sofort und zeigte mit dem Daumen hinter sich.
Die Prinzessin und der Prinz gingen gerade durchs große Doppelportal. Beide immer noch sehr blass um die Nasenspitze. Es sah so aus, als ob der König alle vorbereiteten Anschuldigungen hinunterschluckte und dann stattdessen sagte: „Der miese, elende Verräter König Ramirez hat Prinzessin Rubinia in einer heimlichen, hinterhältigen, armseligen Aktion aus dem Schloss entführt, als ihr nicht da wart. Folgt ihm und bringt mir meine Tochter zurück!“ befahl der König.
Die Ritter wollten sich sofort auf den Weg machen, doch hielten sie noch mal kurz inne und Pyro fragte: „Wo wohnt der denn?“
Der König beschrieb ihnen grob den Weg und schickte sie dann fort. Ohne sich weiter vorzubereiten gingen sie los. Immerhin hatten sie schon alle Reittiere und Maskottchen bei sich, so dass der Aufbruch sofort anlaufen konnte. Der Weg bis zur Grenze war sehr ereignislos. Cyrill, Pyro, Thunder und Venom waren im Reich des Königs inzwischen so berühmt und berüchtigt, dass sich niemand traute sich ihnen in den Weg zu stellen. Jedenfalls … bis sie zur Grenze kamen.
„Ritterlizenzen und Ausreisepapiere bitte!“ kam es vom Wachmann, der an einer Mauer stand, durch die ein Durchgang mit rotweißer Schranke führte.
Er stand stramm in seiner fein gebürsteten blauen Uniform und seine Stimme klang als duldete er keine Widerrede. Die Ritter seufzten geplagt. Da waren sie gerade so gut in Fahrt und dann das. Murrend zogen sie ihre Ritterlizenzen hervor. Der Wachmann sah sie aufmerksam durch und gab sie dann zurück.
„Ausreisepapiere haben wir nicht, aber der König hat uns befohlen Prinzessin Rubinia von König Ramirez zurückzuholen. Das muss reichen,“ erklärte Cyrill.
„Er hat sie entführt“, setzte Thunder hinzu.
„Ach wirklich?“ fragte der Wachmann erstaunt.
„Hast du sie denn nicht vorbeikommen sehen?“ fragte Pyro verwundert.
„Doch, er saß auf einem weißen Pferd und die Prinzessin war auf der Kruppe festgebunden. Sie hat geschrien, aber ich hab sie nicht verstehen können, es war zu schrill.“
Die vier Ritter tauschten einen vielsagenden Blick.
„Dann lass uns jetzt durch!“ befahl Thunder.
„Ihr könnt gehen, aber eure Tiere müssen hier bleiben!“, stellte der Wachmann klar.
„Tiere? Was denn für Tiere?“ fragte Pyro scheinheilig, während sein Kamel gerade versuchte eine vorbeifliegende Hummel mit seiner Spucke zu erwischen.
„Die Tiere auf denen ihr reitet und diese anderen, die um euch herumschweben“, stellte der Wachmann klar.
„Das sind Maskottchen“, versuchte Venom sich rauszureden.
„Es sind aber auch Tiere und gemäß der Vorschrift 432a Paragraf 54 Seite 7III Abschnitt 6b dürfen Tiere zwar ins Land eingeführt, aber nicht ausgeführt werden. Sie müssen hierbleiben.“
Die Ritter stöhnten. Da waren sie schon auf einer wichtigen Rettungsmission und dann mussten sie sich mit der Bürokratie herumschlagen. Sie saßen ab und zogen alleine weiter. Sie liefen und liefen und zur Abwechslung liefen sie noch ein bisschen weiter, die Nacht hindurch, unermüdlich, unerschütterlich und unerschrocken, mit dem hehrem Ziel Prinzessin Rubinia zu retten. Das Gras wurde erst spärlicher, dann braun, dann hatte es gar keine Lust mehr zu wachsen. Das Brachland wich noch kärgerem Land und schließlich Sand. So befanden sie sich also wieder in der Wüste. So weit südlich waren sie aber letztes Mal noch nicht. Die Sandburg lag noch etwas weiter im Norden. Schon seit Stunden hatten sie keine anderen Menschen mehr gesehen, dafür viele Skorpione. Mit großer Leidenschaft metzelte sich Cyrill durch das Gekröse. Es wurden trotzdem immer mehr.
„Noch mehr Ameisen!“ rief der blaue Ritter laut und setzte einen Eisangriff ein, um den Vormarsch der wuseligen Armee zu stoppen.
Ganz plötzlich verharrten die Tiere und drehten dann eilig um.
„Ha! Ja, flieht zurück in euer Nest!“ sagte Cyrill lachend.
Venom guckte nachdenklich.
„Hm… ich glaube nicht, dass sie vor uns fliehen.“
Thunder legte sich sogar auf den Boden, um zu horchen.
„Was machst du da?“ fragte Pyro neugierig.
„Ich versuche herauszufinden, ob hier irgendwelche Vibrationen oder Geräusche sind. Da ist was. Es kommt näher, was Großes.“
„Und von wo?“ wollte Venom wissen.
Die Frage erübrigte sich, denn mitten zwischen ihnen brach der Sand auf und ein Schlund aus Zähnen reckte sich ihnen entgegen. Sie sprangen eilig zurück, hatten aber Mühe sich einen sicheren Stand zu suchen. Der Sand rutschte immer weiter nach in das Loch, dass dieses wurmartige Biest gegraben hatte.
„WAH!…. Was ist denn das?“ fragte Thunder erschrocken.
„Ein Graboid, Vorsicht, damit er euch nicht mit seinen Tentakeln ins Maul zieht“, sagte Cyrill und war schon dabei nach zwei schlangenartigen Tentakeln zu schlagen, die dem Ungeheuer aus dem Maul krochen.
Aus allen Rohren feuerten sie ihre Magie ab, aber es schien wirkungslos.
„Verdammt! Die Haut des Monsters ist zu dick. Da gibt es nur eins. Man muss es von innen töten!“ sagte Venom kühn.
„Nein! Warte!“ rief Thunder, doch zu spät, mit einem beherzten Sprung hatte sich Venom mitten in den Rachen des Ungeheuers geworfen, noch im Flug zeigte er seinen Freunden das Victory Zeichen und wurde verschluckt.
„Verdammt! Was hat er sich dabei gedacht?“ fragte Cyrill genervt, aber auch erschrocken über dieses vorzeitige und plötzliche Ende seines Freundes.
„Ach, der macht das schon“, sagte Pyro lapidar mit unsinnig unerschütterlichem Vertrauen in seinen Freund.
Der Graboid tauchte unvermittelt im Sand ab.
„Schnell auf die Felsen da!“ kommandierte Cyrill.
Wie drei Orgelpfeifen standen sie schließlich auf den Steinen und suchten mit den Augen den Sand ab.
„Sieht bestimmt total bescheuert aus wie wir hier mit gezogenen Waffen auf diesem Felsen rumstehen und auf den Sand glotzen“, sagte Thunder und sah sich um.
Niemand war zu sehen.
„Meinst du es kommt noch mal hoch?“ fragte Pyro besorgt.
Just in diesem Moment erschütterte ein Schlag die Felsen. Der Graboid wollte wohl noch einen Nachschlag, denn er gab sich nicht mit Venom zu frieden. Er hatte sich wieder eingegraben, um an anderer Stelle wieder hochzukommen und sie zu überraschen, doch die Felsen waren zu hart, als dass er sich durchwühlen könnte. Stattdessen kam er am nächst möglichen Punkt hoch, richtete sich weit auf, fast wie eine Schlange und versuchte sie zu erhaschen. Die Ritter konnten leicht ausweichen, denn da er blind war, waren seine Bewegungen nicht sehr koordiniert. Plötzlich verharrte es, dann wiegte es seinen Körper in stummer Qual von links nach rechts und zurück und fiel tot um.
„Ist es tot?“ fragte Pyro leise.
Cyrill sprang zum Riesenwurm und tippte ihn mit seinem Schwert an.
„Sieht so aus.“
„Natürlich ist es tot!“ kam eine gedämpfte Stimme aus dem Wurm.
Es war Venom, der jetzt aus dem Schlund des Monsters kroch. Über und über war er mit Schleim, Spucke und anderem Glibber bedeckt.
„Ich hab ihn von innen heraus vergiftet. Haha! Dummes Biest, als wenn ich mich so einfach fressen lassen würde.“
Er keuchte etwas angestrengt und versuchte sich das Visier frei zu wischen. Die anderen sahen ihn anerkennend aber auch ein bisschen angeekelt an. Nach einer kurzen Rast setzten sie ihren Weg fort. Sie kamen zu einem kleinen verlassenen Außenposten. Auf den ersten Blick war nicht zu erkennen wie lange schon niemand mehr hier gewesen war. Das Dach und eine Mauer waren eingestürzt, die angrenzenden Mauern fehlten teilweise. Eine alte Kanone ruhte in ihrem Gestell. Unbenutzte Kugeln und Pulver standen in Kisten daneben. Sonst gab es nur einen wackeligen Stuhl. Ein Türrahmen führte weiter ins Innere der Ruine.
„Hört ihr das?“ fragte Pyro und hielt seine Kollegen zurück.
„Was ist denn?“ wollte Cyrill wissen.
„Da ist ein Geräusch“, sagte der orangene Ritter.
„An diesem Ort? So ein Quatsch“, kam es von Cyrill.
Doch sie lauschten.
„Was kann das sein?“ fragte Thunder.
„Es hört sich an wie ein Kratzen und Scharren, aber da ist auch so ein … komisches matschen“, erklärte Pyro etwas unbeholfen.
„Ameisen!“ kam es sofort von Cyrill.
„Nein, das hört sich anders an“, sagte Venom nachdenklich.
„Vielleicht ist es ein Eremit, der sich hier verschanzt hat und jetzt kratzt er die Kohlen aus seinem Kamin, damit er für die Nacht neues Holz reinlegen kann“, schlug Pyro vor.
„Hier ist es doch warm“, hielt Venom dagegen.
„Aber in der Nacht wird es kalt“, entgegnete Pyro.
„Und was ist mit dem matschen?“ fühlte Cyrill ihm auf den Zahn.
„Hm… vielleicht hat er sich eine Suppe gekocht, eine Ameisensuppe!“
„Und wenns eine alte Oma ist, die auf einem Hamster reitet, wenn wir nicht nachsehen, finden wir es nicht raus“, sagte Thunder und setzte der Diskussion damit ein Ende.
Er setzte sich in Richtung der Geräusche in Bewegung. Die anderen drei sahen sich kurz an und folgten ihm dann mit einigem Abstand. Leise schlichen sie immer näher, dann plötzlich verstummten die Geräusche.
„Hm… es hat aufgehört“, sagte Thunder nachdenklich und duckte sich, um auf einen möglichen Angriff vorbereitet zu sein.
Ein lautes Rauschen und Dröhnen erscholl und die Ritter versuchten auf alles vorbereitet zu sein, doch auf das was dann kam, waren sie doch nicht gefasst. Ein Monster so groß wie sie selbst schoss aus dem Gebäude, Flammen schossen ihm aus dem Hintern. Überrascht standen die Ritter zuerst nur da und vermutlich hätte es ein schlimmes Ende genommen, wenn sie nicht intuitiv ihre Schilde erhoben hätten. So donnerte das Biest gegen ihren Schutz und riss sie zu Boden, doch vorerst blieben sie unverletzt. Sie rollten zur Seite und versuchten außer Reichweite zu kommen. Das Ungeheuer lief auf zwei Beinen, hatte einen schmalen Hals und einen länglichen Kopf mit scharfen Zähnen und links und rechts, sowie am Schwanz ragten sowas wie Hautsegel an Stacheln hervor.
„Das ist ein Arschknaller, er reagiert auf Wärme“, klärte Cyrill sie auf.
„Was? Wie heißt der?“ fragte Venom lachend.
„Was du dir immer für Namen ausdenkst“ gluckste Thunder und feuerte einen Blitz ab, woraufhin das Biest fauchte und bedrohlich mit seinen Stacheln rasselte.
„Das denk ich mir nicht aus, das heißt wirklich so. Steht alles im Bestiarium.“
Während der blaue Ritter sprach, griffen seine Kollegen schon an und hieben mit ihren Waffen nach dem Untier.
„Pyro lenk ihn mit deinem Flammenangriff ab! Bei so viel Hitze könnten wir sein Sichtfeld einschränken“, schlug Cyrill vor.
Pyro sprang um das Monster herum, um Platz zwischen sich und seine Freunde zu bringen und heizte dem Monster dann mit einer Flammenwalze ein. Der Arschknaller gab schrille Schmerzenslaute von sich. Es funktionierte. Anscheinend hatte er die anderen Ritter vergessen und konzentrierte sich ganz auf Pyro. Ständig schnappte er nach ihm und der orangene Ritter musste rasch ausweichen, um nicht als Futter zu enden.
„Was immer ihr auch vorhabt, beeilt euch damit!“ rief er den anderen zu.
Er sah wie seine Freunde hinter ihm mit Eis, elektrischen Entladungen und Gift angriffen, doch die Angriffen schienen das Monster nur noch wütender zu machen. Rasend griff es an, stieß Pyro zu Boden und versuchte ihn mit seinem weit geöffneten Maul zu verschlingen. Geistesgegenwärtig sperrte der seinen Schild zwischen die Kiefer des Angreifers, um Zeit zu gewinnen. Der Arschknaller schüttelte den Kopf, um den Schild loszuwerden. Ein starker Hieb von Thunders Schwert und Kopf und Hals waren voneinander getrennt.
„Das war’s für dich, du Mistvieh“, sagte der rote Ritter triumphierend.
„Puh… na endlich, ihr habt euch aber auch Zeit gelassen“, kam es erleichtert von Pyro und er rappelte sich hoch.
„Das Biest war erstaunlich widerstandsfähig“ sagte Venom.
Als Pyro um die Leiche herumging, sah er was er meinte. Überall waren tiefe Schnitte am Körper zu sehen, doch davon hatte es sich nicht aufhalten lassen. Sie untersuchten die Ruine und tatsächlich fanden sie dort drin einen einzelnen Mann, oder zumindest das was von ihm übrig war.
Sie wussten jetzt womit sie es hier in der Gegend zu tun bekamen und waren auf ihrem weiteren Weg vorsichtiger. Es wurde gerade wieder dunkel, da fühlten sie neuerliche Erschütterungen im Boden.
„Meine Fresse, dafür, dass das hier eine verlassene Wüste ist, ist hier verdammt viel Betrieb“, sagte Thunder genervt.
Erneut brach der Boden auf. Dieser Graboid war sogar noch größer als der Letzte. Bestimmt war er über zehn Meter lang.
„Was jetzt? Angriffe von außen haben irgendwie keine Wirkung“, sagte Thunder, der wieder versuchte den Wurm zu elektrisieren.
„Damit das klar ist: ICH klettere nicht noch mal in so ein Vieh rein. Nein! Ich hab meinen Teil getan“, sagte Venom nachdrücklich.
Die Anderen sahen sich an. Keiner hatte Lust darauf es ihm nachzutun. Venom sah es ihnen an.
„Ach na, wenn ich nicht alles mache. He! Ich erinnere mich, dass an diesem verlassenen Außenposten eine Kanone stand. Hier ist mein Plan: Wir locken das Vieh dorthin und schießen ihm eine Kanonenkugel mitten in die Fresse, dann muss keiner in das Vieh rein und wird nicht vollgesabbert.“
„Ein guter Plan“, Thunder strahlte.
Und so rannten sie los, der Graboid war ihnen ständig auf den Fersen. Wenn sie auf die Felsen kletterten, konnten sie zwischendrin mal rasten, doch war der Weg zurück auf den Sand dann umso gefährlicher, weil das Ungeheuer nur darauf wartete. Es kam zu einigen heiklen Situationen, in denen sie beinahe in die Sandstrudel gefallen wären, die das Monster erzeugte. Endlich hatten sie den Außenposten erreicht.
„Los schnell einladen, der Graboid ist gleich da!“ befahl Cyrill und Venom und Thunder luden schnell eine Kugel ein, während er sich um das Pulver kümmerte.
Schon brach der Riesenwurm aus dem Sand, und hielt genau auf sie zu. Er öffnete sein mit mehreren Zahnreihen bestücktes Maul und war nur noch einen halben Meter entfernt, als Venom kommandierte: „Feuer!“
Pyro setzte einen minimalen Flammenangriff ein und die Kanone ging sofort los.
„Ja, friss das!“ rief Venom euphorisch.
Die Kanone schoss dem Graboiden direkt ins Maul und die gewaltige Aufschlagskraft zerriss ihn innerlich. Graboidenblut, - schleim, - und -stückchen regneten vom Himmel und ließ vier mit allen erdenklichen Körperflüssigkeiten bedeckte Ritter zurück.
„Wie war das mit dem nicht vollgesabbert werden?“ fragte Thunder seinen grünen Kumpel.

Endlich hatten sie die Festung von König Ramirez gefunden. Sie sah undurchdringlich aus. Die vier Ritter versuchten das Portal aufzuschlagen, doch von oben kam ihnen ein Pfeilregen und später sogar noch heißes Öl entgegen. Sie konnten nicht riskieren dort zu bleiben. Dann versuchten sie es von der Seite, doch die Steine boten keinen Halt um hinauf zu klettern und sie konnten förmlich spüren wie die Wachen oben nur darauf warteten, dass sie es weiter versuchten. Ab einer bestimmten Höhe würden sie bestimmt auf sie schießen oder wieder was auf sie hinunterkippen und dann würden sie bestimmt in den Tod stürzen. Resigniert zogen die Ritter ab. Sie suchten sich ein Lager auf einem felsigen Hügel, damit sie vor möglichen Graboidenangriffen sicher waren. Zerknirscht sahen sie auf die Festung, die im hellen Mondschein noch gut zu sehen war. Thunder übernahm die erste Wache und die anderen legten sich schlafen. Vielleicht würde ihnen morgen eine Idee einfallen wie sie es doch noch schaffen konnten. Als Pyro mit der Wache dran war hörte er ein Geräusch ganz in der Nähe. Er sah zu seinen Freunden. Sollte er sie wecken? Sie sahen so erschöpft aus, bestimmt brauchten sie ihren Schlaf. Er beschloss erstmal selbst nachzusehen. Er lief auf das Geräusch zu, was per se die beste Möglichkeit war, um auf ein gefährliches Biest zu treffen. Tatsächlich traf er zwischen einigen Felsen auf einen Arschknaller. Das Biest schnappte nach ihm und Pyro musste zurückweichen, um nicht erwischt zu werden. Er nutzte seine Magie um das Biest zu blenden, doch schnappte es jetzt so rasend blind herum, dass es nicht einfacher wurde. Es hatte den orangenen Ritter in die Enge getrieben. Mit einem verzweifelten Sprung warf sich Pyro am Kopf des Monsters vorbei auf dessen Hals und klammerte sich dort fest. Das gefiel dem Arschknaller gar nicht. Er zündete seinen chemischen Analvorrat und hob laut dröhnend ab. Der Flug dauerte nur wenige Sekunden und er landete inmitten der schlafenden Ritter, die sofort hellwach waren.
„Was zum Teufel treibst du da?“ fragte Venom genervt.
„Ich versuche nicht gefressen zu werden“, kam es von Pyro zurück.
Der Arschknaller buckelte, schüttelte sich, schlenkerte nach links und rechts, rannte los, schlug Haken und sprang wie angestochen herum. Pyro wurde zwar wild durchgeschüttelt, doch er hielt sich eisern fest. „Hui, hui, das ist ja wie beim Rodeo. He, langsam macht mir das spaß“, kam es euphorisch von Pyro und er lachte fröhlich.
Er veränderte seine Position, so dass er jetzt in die gleiche Richtung sehen konnte wie der Arschknaller.
„Ich probier mal was“, sagte er und schoss eine Feuerkugel.
Sofort rannte der Arschknaller der Hitze nach und als sie erlosch, blieb er abrupt stehen. Um seinen Test zu bestätigen widerholte Pyro das noch einige Male. Der Arschknaller rannte immer dem Feuer nach.
„Hihi, es klappt. Ich hab da so eine Idee.“

Der Morgen brach an und die Sonne ging hinter der großen Festung von König Ramirez auf. Ein fliegendes Monster, aus dessen Hintern Flammen schlugen, flog durch den Morgenhimmel, überwand die hohen Mauern und landete im Innenhof. Schrille Schreie und lautes Brüllen erklang, als drinnen die Panik ausbrach. Hin und wieder war ein heller Flammenschein zu sehen. Dann endlich ging das große Tor auf. Venom, Thunder und Cyrill hatten sich bereitgehalten und nur darauf gewartet. Sofort stürmten sie rein und das Gemetzel nahm seinen Lauf. Ramirez Krieger hatten ihnen nicht wirklich etwas entgegenzusetzten. Sie waren hervorragende Bogenschützen, doch auf kurze Distanz waren sie klar unterlegen. Da die vier Ritter erfahrene Retter waren, wussten sie wo sie nach Prinzessin Rubinia suchen mussten. Sie stürmten in den Thronsaal wo der König sie schon erwartete. Er war ein hagerer, hochgeschossener alter Mann. Sicher würden sie ihn schnell besiegt haben. Doch zu früh gefreut. Er verschwand eilig hinter ein Gitter, wo die Prinzessin gefesselt lag und zog an einer Kordel. Ein rohes Metalltor in der Mitte des Thronsaals ging auf und und acht Bestien rannten in den Saal.
„Shrieker!“ rief Cyrill.
„Und was können die?“ wollte Thunder wissen.
„Die können auch Wärme sehen.“
„Dann sollte das kein Problem sein“, sagte Pyro großspurig und setzte den Thronsaal in Brand. Die Wandteppiche, Stühle, Tische, der Thron und die Gemälde an den Wänden brannten ganz ausgezeichnet. Die Shrieker mussten sich tüchtig anstrengen, um sie in diesem Gewirr an Sinneseindrücken aufzuspüren. Mittlerweile hatten die vier Ritter den Dreh mit den Wüstenbiestern raus. Nahkampf war hier die beste Methode. Venom schlug einem den Kopf ab, einem anderen ließ Thunder stolpern indem er ihm erst an die Beine schlug und sein Schwert dann tief in den Hinterkopf des Biests trieb. Cyrill spießte gleich mehrere mit seinem Eisangriff auf und Pyro wollte es sich nicht nehmen lassen den Thronsaal weiter in eine Vorhölle zu verwandeln. Sie hatten die Hälfte der Monster erlegt, da begannen die übrigen zu kuschen. Sie hatten genau mitbekommen wie ihre Artgenossen dahingeschlachtet wurden und zogen es vor nicht auch so zu enden. König Ramirez entglitt sein Lächeln. Er wollte sich gerade absetzen, da streckte ihn Thunder mit einem gezielten Blitzschlag nieder. Der Verräter war sofort tot. Thunder sah sich um. Die Shrieker drängten sich wimmernd in einer Ecke, der Thronsaal glich einer Taverne nach einer ordentlichen Schlägerei mit ein paar Leichen und hinter dem Gitter, neben dem gestürzten König lag Prinzessin Rubinia, die jetzt hoffnungsvoll zu ihm hinsah. Thunder spürte einen Stoß von hinten. Es war Venom. Offenbar war er der Meinung das sollte diesmal sein Freund übernehmen. Thunder straffte seine Gestalt und ging dann entschlossen zur Prinzessin, um sie von den grausamen Fesseln des unseligen Unheils zu befreien. Er half ihr charmant auf, ihre Blicke trafen sich, die Prinzessin sah ihn erwartungsvoll an, sie kamen sich näher und es folgte der Kuss der Ewigen Liebe, bla, bla, bla und so weiter und so fort. Als das endlich erledigt war, sammelten sie sich im Thronsaal und brachen auf. Es war an der Zeit nach Hause zurückzukehren.


Als sie die Grenze erneut passierten, staunte der Wachmann nicht schlecht. Die Ritter hatten ihren Fuhrpark drastisch erweitert. Cyrill, Venom und Thunder, zusammen mit Prinzessin Rubinia, saßen auf wilden Shriekern, während Pyro auf dem Arschknaller ritt, hin und wieder sein Tier dazu brachte abzuheben und jedes Mal laut „Hui!“ rief. Vielleicht hätte er das irgendwann mal lassen sollen, spätestens zuletzt, als der Arschknaller mit viel Getöse die Königliche Kutsche im Burghof traf und sie zerschmetterte. Der König krabbelte aus den Trümmern und wollte schon zu einer Schimpftirade ansetzen, da sah er seine Tochter zusammen mit Thunder auf einem Monster durchs Tor reiten. Dem König blieb die Luft weg. Venom und Cyrill folgten ihnen knapp danach auf ihren Tieren. Der allgemeine Aufruhr hatte so ziemlich alle Einheimischen und Gäste zusammengetrommelt. Völlig baff beobachteten sie das Eintreffen der Helden und die Rückkehr der Prinzessin. Der Arschknaller rappelte sich nun mühsam wieder hoch. Pyro patschte ihm ein paar Mal ordentlich mit seinem Panzerhandschuh auf den Hals und gab das Ungeheuer dann an den völlig verängstigen Schirrmeister ab.
„Ihr habt es wieder einmal geschafft“, stimmte der König seine Rede an. „Ihr habt meine Tochter Rubinia gerettet. Wieder einmal habt ihr eure Fähigkeiten und die Treue zu mir und meinem Land unter Beweis gestellt. Meine Gedanken und die der anderen Könige und ihrer Familien waren bei euch und eurem heiligen Auftrag. Wir freuen uns, dass ihr Siegreich zurückgekehrt seid.“
Der König redete noch eine geschlagene halbe Stunde lang, dann durften die vier Ritter endlich gehen. Sie hatten mächtig Kohldampf. Zu Recht, immerhin hatten sie vor drei Tagen zuletzt gegessen. Sofort begaben sie sich in den Rittersaal wo die Köche zusahen, dass sie ordentlich was auf den Tisch brachten. Es war ein gegrillter Ochse. Die anderen Ritter, auch die vielen Gastritter, setzten sich sofort zu ihnen und bedrängten sie von ihrem Abenteuer zu erzählen. Die meiste Zeit redete Venom, wenn er den Mund gerade voll hatte, mussten die anderen aushelfen. Die Zuhörerschaft lauschte gebannt und wollte immer mehr Details wissen. Es wurde viel Bier getrunken und immer lustiger. Diesmal achteten Cyrill, Pyro und Venom aber darauf nicht zu tief ins Glas zu schauen.


Zwei Tage später war der Thronsaal voll mit Monarchen. Alle warteten gespannt was der alte König zu sagen hatte.
Der Regent stand für sein Alter und seine Gebrechlichkeit erstaunlich erhaben da und sagte mit brüchiger Stimme: „Es gab in den letzten Tagen viele Gespräche, über die Zukunft unserer Länder. Wir haben noch viel zu besprechen, aber ich möchte einiges Klar stellen: Sollten meine Töchter und einige eurer Söhne heiraten, wird mein Königreich durch vier geteilt. Ich bestehe darauf, dass meine Töchter weiterhin unter dem Schutz ihrer Ritter bleiben. Sie werden sie in ihr neues Reich begleiten, ihnen dienen und natürlich für ihren Schutz weiterhin verantwortlich sein. Prinzessin Rubinia wird von Thunder beschützt. Venom ist Smaragdas Ritter. Der Leibwächter von Saphira ist Cyrill und Goldis Ritter ist Pyro.“
Der König sprach noch weiter über Heiratsformalitäten, doch Thunder hörte gar nicht mehr zu. Das eben gehörte beschäftigte ihn zu sehr. Es ließ sich nicht vermeiden. Thunder musste einfach verwirrt zu seinen Kollegen schauen. Hatte er was verpasst? War es, weil er noch nicht so lange dabei war? Von solchen Absprachen hörte er jetzt das erste Mal. Er konnte die Mimik seiner Kollegen nicht deuten, sie standen reglos da, so wie es von ihnen verlangt wurde. Doch er konnte ein unterdrücktes Prusten von einem Ritter hören, der hinter König Alfred stand. Machte er sich über sie lustig, oder kannte er solche Situationen einfach, als Untergebener als Letzter von solchen Dingen zu erfahren?
Später, als sie alle vier zusammen im Speisesaal der Ritter saßen, herrschte eine gedrückte Stimmung. Wortlos hatten sie den Thronsaal verlassen, doch jetzt konnten sie nicht länger schweigen.
„Ich will nicht von euch getrennt sein“, klagte Venom.
„Ich auch nicht“, „Nein“, „Auf keinen Fall“, stimmten seine Freunde zu.
„Ihr habt davon doch auch noch nichts gewusst, oder?“ fragte Thunder nach.
„Ne, kein Stück“, sagte Venom bitter.
„Aber wir haben doch einen Vertrag auf Lebenszeit beim König“, kam es verwundert von Cyrill.
„Naja, aber von der Sache her würden wir ja weiterhin für ihn arbeiten, nur eben aus der Ferne. Er hat uns ja im Prinzip den Befehl gegeben seine Töchter zu beschützen“, sagte Pyro zerknirscht.
„Sowas dummes“, fluchte Venom. „Wenn er unbedingt sein Land vergrößern will, könnten wir auch einfach in die anderen Länder einmarschieren.“
„Hört, hört!“ kam es von einem Ritter in lilaner Rüstung.
Er gehörte zu König Wilhelm, hatte sich zu ihnen an den Tisch gesetzt und jetzt kamen auch noch ein paar andere Ritter herbei.
„Einfach so einmarschieren was?“ fragte der lilane Ritter spöttisch.
Es war ihm anzuhören, dass er es nicht böse meinte. Er war eher belustigt.
„Tja, also … immerhin gäbe es dann wieder was zu tun, anstatt hier nur irgendwelche Scheinkämpfe in Turnieren und so durchzuführen“, sagte Thunder.
„Solche Scheinkämpfe sind mir viel lieber als qualvoll in irgendeiner Schlacht zu sterben“, sagte ein älterer Ritter ernst.
„Ja, mir ist schon aufgefallen, dass ihr gerne kämpft, aber bedenkt doch auch, dass wir dann gegen euch antreten müssen. Wir führen doch auch nur die Befehle unserer Könige aus“, sagte der Ritter in rosafarbener Rüstung. „War ja irgendwie lustig zu sehen, dass ihr von den Plänen eures Königs noch überhaupt keine Ahnung hattet.“
„War das so offensichtlich?“ fragte Thunder geknickt.
„Naja, für ungeübte Beobachter vielleicht nicht, aber wir anderen Ritter haben die Zeichen natürlich deuten können“, sagte der lilane Ritter.
„Schon Scheiße, wenn man als Letzter davon erfährt“, kam es von einem Ritter in glänzender Rüstung.
„Ja, kenn ich“, fing der Alte an und imitierte dann die Stimme seines Königs. „Heinrich, morgen begleitest du die Karawane mit magischem Erz. Überall werden Banditen und Rebellen sein, die euch die Ladung abnehmen wollen, aber du wirst das schon machen.“
„Also ich versteh mich gut mit meinem König“, sagte der rosafarbene Ritter. „Er spricht solche Sachen schon im Vorfeld mit mir ab.“
„Schön für dich“, kam es vom alten Ritter zurück.
„Was sollen wir denn jetzt machen?“ fragte Pyro verzweifelt und unterbrach damit das Gekabbel der beiden Ritter.
„Ihr könnt da gar nichts machen“, sagte der alte Ritter ernst. „Ihr habt unter Eid geschworen die Befehle eures Königs zu befolgen.“
„Naja, im Prinzip gelten diese Befehle doch nur, wenn die Prinzessinnen wirklich heiraten, oder?“ sprach Cyrill seine Überlegungen aus.
„Und was soll das heißen?“ fragte der lilafarbene Ritter finster.
„Ihr wollt doch wohl nicht etwa die Pläne eures Königs sabotieren?“ fragte der rosafarbene Ritter aufgeschreckt.
Thunder, Venom, Cyrill und Pyro sahen sich an und sagten dann tonlos: „Nein, das können wir wohl nicht machen.“
„Puh… ich dachte schon. Ich hatte euch ja auch eigentlich als ehrbar eingeschätzt“, kam es zurück.
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