Castle Crashers - 4 haun aufm Putz

GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Blauer Ritter Grüner Ritter Königliche Wache Oranger Ritter Roter Ritter
16.07.2019
08.10.2020
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16.07.2019 3.872
 
Von den Caslte Crashers gibt es tausende Geschichten und sie alle sind wahr! Bei dieser hier geht die Wahrheit gebückt und hin und wieder stolpert sie und rutscht aus, aber das ist ja erstmal egal.
Ich widme diese Geschichte meinen drei guten Freunden Dragonfly, Aryn und Nightshade. Wir haben schon viele Spiele zusammen gespielt, aber das hier hat mir am meisten gefallen. Hier sind jede Menge Insider versteckt.

Es war einmal ein Königreich in einem weit, weit entfernten Land. Da lebte ein alter König mit seinen vier Töchtern Rubinia, Smaragda, Saphira und Goldi. Doch eines Tages kam ein böser Zauberer, tötete viele Ritter des Königs, stahl den magischen Kristall und obendrein wurden die vier Prinzessinnen durch eine einfallende Barbarenhorde entführt, welche die Gunst der Stunde genutzt hatten. Der König war starr vor Schreck, doch der Zauberer lachte bloß und verschwand. Als der König sich wieder gefangen hatte, befahl er seinen drei besten Rittern den Zauberer zu verfolgen und seine Töchter zurückzuholen. Gerade eben hatten sie noch im großen Festsaal zum Gedudel der Musikanten abgerockt, doch sofort ließen sie alles stehen und liegen und stürzten sich ins Abenteuer. Der erste Ritter hieß Cyrill. Er trug eine blaue Rüstung und konnte eisige Zaubersprüche einsetzen. Der zweite Ritter war Venom und er hatte eine grüne Rüstung, außerdem beherrschte er Giftmagie. Der dritte Ritter war Pyro, in orangener Rüstung. Seine Spezialität war Feuer. Wie befohlen rannten sie los und trafen schnell auf die Barbaren, denen der böse Zauberer befohlen hatte die Burg des Königs anzugreifen. Sie konnten noch sehen, wie diese Rohlinge die Prinzessinnen höchst unsanft davonschleiften. Davon wollten die Ritter sie natürlich abhalten, doch waren es so viele Barbaren, dass sie unmöglich zu den Prinzessinnen durchkamen. Sie mussten kämpfen und die wilden Horden Stück für Stück zurückdrängen. Pyros Zauber war noch recht schwächlich. Ein zartes Flämmchen züngelte an der Fellrüstung seines Gegners empor. Auch Venom und Cyrill mussten noch mit ihrer Magie trainieren. Bisher hatten sie noch nie vor so einer großen Herausforderung gestanden. Sie ahnten schon, dass sie mit den Hindernissen ihres Abenteuers wachsen mussten, um es zu bestehen. Verbissen kämpften sie die Horden nieder. Endlich flohen die Barbaren aus der Burg. Für einen kurzen Moment herrschte Ruhe. Doch ohne sich lange auszuruhen stürmten sie den Eindringlingen hinterher. Draußen vor der Burg offenbarte sich ein wahres Schlachtfeld. Die Heere des Königs und die der Barbaren prallten aufeinander. Es flogen die Fetzen. Die Barbaren stürmten unnachgiebig vor. Obwohl sie schon die Prinzessinnen entführt hatten, hofften sie wohl das Königreich ganz und gar dem Erdboden gleich zu machen, doch die treuen Ritter des Königs taten alles um das zu verhindern. Beide Seiten hatten viele Verluste zu beklagen. Auch die drei Eliteritter des Königs trugen ihren Teil bei und verbesserten sich schon mit ihrer Magie. Die Barbaren griffen mit einer Belagerungsmaschine an. Sie hatte einen großen Rammbock an der Front und schoss mit Kanonen. Die Ritter mussten sie aufhalten, bevor sie zum Schloss vordrang. Immer wenn die Kanoniere nachluden nutzten sie die Chance, um sie anzugreifen und konnten so einen Barbaren nach dem anderen ausschalten. Endlich hatten sie das Gefährt zerlegt und gingen jetzt sie in den Gegenangriff über und fielen in ein provisorisches Lager der Barbaren ein. Einige schliefen dort, erschöpft von der Schlacht. Die Ritter griffen sie sofort an. Sicher war es nicht sehr ritterlich, doch sie waren noch zu wütend und fanden, wenn diese Rohlinge schon die Dreistigkeit hatten einfach die Prinzessinnen zu rauben, mussten sie jetzt auch mit sowas klarkommen. Schnell hatten sie sie überwältigt und rannten weiter auf ein mit einer Palisade umzäuntes größeres Lager zu. Erstaunlich einfach konnten sie eindringen. Zu spät erkannten sie, dass es eine Falle war. Unzählige vorfreudig johlende Barbaren saßen auf den Rängen der provisorischen Arena, in der sie sich jetzt befanden. Vom Rand riefen ihnen die, an hohen Pfählen gefesselten, Prinzessinnen hilfesuchend zu. Sie hofften natürlich bald gerettet zu werden. Goldi, Saphira und Smaragda wurden jedoch sehr schnell von einigen Dieben fortgeschleppt, welche die Gelegenheit nutzten, dass die Barbaren abgelenkt waren, weil sie die Ritter in der Arena beobachteten. Nur Rubinia war noch da, vielleicht war sie den Barbaren als Kriegsbeute versprochen wurden. Das würden die drei Eliteritter natürlich nicht zulassen. Sie forderten die Barbaren heraus. Ein großer, kräftiger Barbar vor einem großen Tor lachte nur, doch blieb es ihm im Halse stecken, als dieses Tor mitsamt dem Barbaren unangespitzt in den Boden gerammt wurde und ein noch um ein Vielfaches größerer Barbar erschien, ein wahrer Zerstörer. Er war der größte Typ, den sie jemals gesehen hatten, aber wie echte Helden überwunden die Ritter ihre Angst und gingen zum Angriff über. Es war ein harter, langwieriger Kampf. Der Riese schien unempfindlich gegen ihre Magie- und Schwertangriffe. Obwohl sie ihr äußerstes gaben wich er nicht zurück, sondern griff mit einer bisher ungekannten Wildheit an. Er nutzte das Tor sowohl als Schutz, als auch als Waffe, mit der er nach den Rittern schlug und es war schwer auf diesem beengten Raum auszuweichen. Die übrigen Barbaren feierten diese Rauferei grölend, denn sie war ganz nach ihrem Geschmack. Andere Ritter hätte dieses laute Tosen und so ein übermächtiger Gegner vielleicht eingeschüchtert, aber nicht die Eliteritter des Königs. Unerschrocken standen sie der Gefahr gegenüber und verursachten immer wieder kleine aber schmerzhafte Angriffe. Endlich zeigte sich ein erster Erfolg. Der riesige Barbar brauchte etwas länger, um sein Tor zu schwingen. Als die anderen Barbaren das sahen, sprangen einige in die Arena, um ihrem Champion auszuhelfen. Sofort waren die Ritter zahlenmäßig stark unterlegen. Doch davon ließen sie sich nicht entmutigen. Verbissen kämpften sie weiter.
„Gleich haben wir es geschafft. Dieser Schrank von einem Barbaren schwächelt schon“, sagte Cyrill frohgemut.
„Ihr wisst doch was dann kommt, oder?“ fragte Venom aufgeweckt.
„Der Sieg“, freute sich Pyro, der gerade die Fellklamotten eines Barbaren in Brand setzte, der nun wild schreiend umherrannte.
„Nun das auch, aber der Sieger küsst außerdem die Prinzessin“, kam es von Venom, der seine vergiftete Klinge jetzt tief ins Bein des großen Barbaren trieb.
„Wa…? Argghhh“, kam es von Pyro, der jetzt natürlich rein zufällig von der großen, aus den Angeln gerissenen Tür des riesigen Barbaren getroffen und bewusstlos wurde.
„Wovon redest du?“ fragte Cyrill beunruhigt.
„Na, es ist doch allgemein bekannt, dass der Retter einer Prinzessin sie küssen muss, das ist so vorgeschrieben“, belehrte Venom.
Cyrill stand einen Moment stocksteif da, dann wurde er völlig überraschend von einem kleineren Barbaren K.O. geschlagen, den er eigentlich spielend leicht hätte besiegen müssen. Venom seufzte, vergiftete den Übeltäter und wandte sich dann wieder dem Riesen zu. Der holte laut grölend aus, doch Venom sprang hoch und schlug ihm den Kopf ab. Dann machte er sich daran Prinzessin Rubinia zu befreien, als wäre nichts weiter gewesen.
„Oh, mein Retter“ jubelte die Prinzessin und warf sich dem grünen Ritter in die Arme.
Der Kuss dauerte lange. Vielleicht war es einer dieser Küsse der ewigen Liebe, oder wovon Märchen normalerweise erzählten. Endlich lösten sich die Beiden wieder voneinander. Die Barbaren grummelten und zogen dann enttäuscht ab. Hier gab es jetzt nichts mehr zu sehen. Prinzessin Rubinia wurde von einigen nachfolgenden grauen Rittern zurück zur Burg eskortiert. Doch für die drei Eliteritter hatte das Abenteuer gerade erst angefangen. Sie mussten ja auch noch die anderen drei Prinzessinnen retten. Unermüdlich setzten sie ihren Weg fort und auf der nahen Ebene hatten sie die Entführer endlich eingeholt. Die selbsternannten Umverteiler des monetären Eigentums trugen Kapuzen unter denen ihre Gesichter nicht zu erkennen waren. Ein Prinz des nördlichen Industrieschlosses schloss ein dubioses Geschäft mit ihnen ab, um Prinzessin Goldi in die Finger zu kriegen. Als er die Ritter sah, machte er sich eilig aus dem Staub. Seine Handlanger trugen die Prinzessin fort. Auch die Diebe sahen jetzt sehr beunruhigt aus und verschleppten die anderen beiden Prinzessinnen weiter in den Wald, während andere von ihrer Bande die Ritter hinhalten sollten. Auch bei ihnen waren einige kräftige Rüpel dabei, die sofort begannen auf die Ritter loszugehen. Doch damit nicht genug. Der Anführer, ein kleiner, etwas mickriger Kerl saß auf einem Krokosaurus, den er nach ihnen schnappen ließ. Venom stieß ihn kurzerhand aus dem Sattel und lenkte das Tier um, so dass es jetzt Jagd auf die Räuber machte. Venom und sein Reittier scheuchten die Tunichtgute über die ganze Ebene, bis ein listiger Gegenangriff den Ritter herunterriss. Doch schon war Cyrill zur Stelle und eroberte das Tier zurück. Es gab noch einiges hin und her, bis sie alle Banditen erledigt hatten. In gewisser Weise war auch diese Ebene nun zu einem Schlachtfeld geworden.
„Weiter in den Wald!“ rief Cyrill, der jetzt mit ausgestrecktem Schwert in die Richtung wies.
Seine beiden Kameraden folgten ihm und Venom schaffte es sogar den Krokosaurus zu überholen.
„He, wo willst du denn so schnell hin?“ fragte Pyro verwundert.
„Äh… ich hab da hinter dem Busch noch was gesehen, glaube ich“ antwortete Venom ausweichend.
Das es aber kein Bandit war, wurde ihnen bald klar. Es schepperte und dann plätscherte es. Verständnisvoll warteten die anderen. Wenn man muss, muss man halt. Der Krokosaurus wollte offensichtlich nicht weitergehen. Er sträubte sich und wand sich.
„Sieht aus, als will er nicht in den Wald“, sagte Pyro.
„Hm… na schön, dann lassen wir ihn eben hier. Vielleicht findet die königliche Garde ihn und bringt ihn zu König Castles Burg“, sagte der blaue Ritter.
Als Venom zurückkam trug er eine kleine Eule auf der Schulter.
„He seht mal was ich gefunden habe“, präsentierte er sie stolz.
„Muss ich mir jetzt Sorgen machen?“ fragte Cyrill trocken.
Die Eule rieb sich verschmust an Venoms Helm und schuhute vergnügt.
„Die wird uns bestimmt noch nützlich sein. Sie kann uns im Wald den Weg weisen“, sagte Venom völlig überzeugt von den navigatorischen Fähigkeiten seines kleinen neuen Haustiers.
Auf jeden Fall führte die Eule sie zu jeder Menge weiteren Banditen. Sie waren sich nicht sicher, vielleicht hatte sie beobachtet, wie sie sich auf dem Feld rauften und war der Meinung es läge einfach in ihrer Natur sich zu kloppen, oder sie empfand die Räuber als Eindringlinge im Wald und sah in den Rittern jetzt die Retter der Natur. Der Wald kam den Rittern aber recht seltsam vor. Zum einen war es recht still, keine Vögel die sangen, oder Eichhörnchen in den Bäumen, zum anderen litten alle Tiere, die sie sahen an Dünnpfiff.
„Die haben bestimmt alle Angst vor uns“, sagte Venom selbstbewusst und marschierte voran durch den lichten Wald.
An einer Furt kam es wieder einmal zu einer wilden Keilerei mit tödlichem Ausgang für die Banditen und mitten in all dem Tohuwabohu schwebte ein kleines Tier am Rand des Flusses und beobachtete sie versonnen. Es war ein seltenes schwebendes Seepferdchen, von der Unterart der grünen Flusspferdchen. Unverzagt schwebte es einfach da und sah sie mit großen Augen an.
„Noah, ist das putzig“, sagte Pyro, dem sofort das Herz warm wurde.
Seine beiden Freunde verdrehten die Augen.
„Na kleiner Freund willst du mit mir kommen?“
Pyro kraulte das Seepferdchen unter dem Kinn. Es wieherte und hüpfte in der Luft herum. Es hatte wirklich seine Vorteile ein schwebendes Seepferd zu sein.
„Was willst du denn damit?“ fragte Cyrill abgeklärt. „Immerhin kann Venoms Eule die Umgebung auskundschaften, aber dieses Tier kann doch nichts.“
„Naja außer wenn du Baden gehen willst, dann kann es vielleicht deine Ritterlizenz tragen“, witzelte Venom.
„Es macht mich glücklich, das ist doch Grund genug, oder?“ sagte Pyro vergnügt und sah dem kleinen
grünen Winzling dabei zu wie es wiehernd über Stock und Stein schwebte.
„Tu was du nicht lassen kannst“, sagte Cyrill und ging los, damit sie weiterkamen.
Im Wald trafen sie auf weitere kapuzierte Banditen, die allerdings kein Problem darstellten. Eine kleine Feuerwalze hier, Eiszapfenregen da und immer wieder Gift und alle Probleme waren schnell beseitigt. Wenn die drei Ritter ehrlich sein sollten machte es ihnen mächtig Spaß so auf den Putz zu hauen. Ständig nur in der Burg herumstehen und vielleicht hin und wieder im Hof zu trainieren war dagegen so derbe langweilig, dass sie es mit dem Erfüllen ihres Auftrags gar nicht so eilig hatten. Es dämmerte und sie konnten immer noch nicht absehen wie lange sie noch in diesem Wald unterwegs sein würden.
„Ich hab Hunger“, gab Venom bekannt.
„Wo sollen wir denn hier was zu essen herbekommen?“ fragte Pyro.
„Wir könnten ja was fangen“, schlug Cyrill vor.
„HUNGER!!“ maulte Venom weiter.
„Ist ja gut, sieh mal da vorne, ein Hirsch.“
Sofort rannte Pyro mit hoch erhobenem Schwert auf ihn zu. Natürlich rannte der Hirsch weg. Pyro sprang ihm über Wurzeln und Steine nach, aber er musste die Verfolgung sehr schnell aufgeben, denn schon war das Tier außer Sichtweise.
„So wird das nichts“, erklärte Cyrill. „Wenn man ein Wildtier erlegen will, muss man mit Bedacht vorgehen.“
„Na, dann mach du das doch, wenn du alles besser kannst“, kam es grantig von Pyro zurück.
„Nach dieser Aktion hast du bestimmt alles vertrieben, was wir jagen könnten.“
„HUNGER!!!“ jaulte Venom.
„Ist ja gut, ist ja gut“, beschwichtigte Cyrill ihn. „Wir gehen noch ein Stück und dann machen wir ein schönes Lagerfeuer.“
Dafür war natürlich Pyro zuständig, was hieß, dass sie liefen, bis er etwas Geeignetes sah (in diesem Fall eine fünf Meter hohe abgetrocknete Fichte) und es in Brand steckte.
„Fertig, das perfekte Lagerfeuer.“
„Das Feuer ist viel zu weit oben. Wie sollen wir denn da was braten?“ krittelte Venom.
Cyrill sagte gar nichts, sondern feuerte seinen Eiszapfenangriff auf den Stamm.
Der brennende Baum fiel mit lautem Krachen wie eine riesige Wunderkerze auf den Boden und knisterte einfach weiter vor sich hin, als wäre nichts gewesen. Das traf sich gut, denn mittlerweile war es dunkel und kalt im Wald geworden. Es war richtig erholsam, einfach nur dazusitzen und in die Flammen zu starren.
„Wie sollen wir eigentlich was braten?“ fragte Venom nach einer Weile. „So ganz ohne Kochkram?“
„Kochkram?“ fragte Pyro.
„Na du weißt schon. Töpfe und Pfannen und so“, holte der grüne Ritter weiter aus und wedelte unbestimmt mit seiner rechten Hand in der Luft herum.
„Echt? Ich dachte wir grillen einfach irgendein Tier und rupfen dann das Fleisch raus“, sagte Pyro nachdenklich.
„Du kannst echt nicht kochen, weißt du das?“ sagte Venom grinsend.
Der orangene Ritter kam gar nicht dazu eine Antwort zu geben, denn sein blauer Kollege hatte schon eine Pfanne hervorgezogen.
„Wo hast du die denn her?“ fragte Venom neugierig.
„Die lag in einem Banditenlager. Mitten im Getümmel hab ich sie benutzt, um so nem Typen den Schädel einzuschlagen.“
„Gut gemacht“, „Sehr gut“, kommentierten seine Freunde und besahen sich die eingedellte Pfanne.
Es knackte im Gebüsch.
„Da ist was“, sagte Cyrill und drehte sich vorsichtig um.
„Los schnell! Sonst läuft uns das Essen wieder weg!“ kommandierte Venom, doch Cyrill entgegnete: „Nicht so voreilig. Hier ist es besser besonnen vorzugehen.“
Ganz langsam stand er auf, die malträtierte Pfanne hinter seinem Rücken verborgen.
„Es ist ein Reh und es hat gar keine Angst.“
Er ging ganz langsam auf das Tier zu. Nicht verstohlen wie ein Räuber, sondern ganz langsam und unbeschwert, wie jemand, der Freundschaft schließen möchte. Das Reh machte keine Anstalten zu verschwinden. Es beobachtete den blauen Ritter genau und spitzte die Ohren. Cyrill redete ihm sanft gut zu: „Hallo kleines süßes, saftiges Reh. Wie geht es dir denn? Du bist aber ein hübscher Braten. Komm hinein in mein Gericht!“
Wenig später brutzelte das Rehfleisch über dem Feuer und die drei Abenteurer schlugen sich ordentlich die Bäuche voll.


Als sie am nächsten Tag ihren Marsch fortsetzten, trafen sie zwischen einigen Ruinen auf kleine schwarze, haarige Trolle. Sie waren zu schwach, um ein echtes Hindernis zu sein, doch stellte sich heraus, dass es nur Aufklärer waren, denn nur wenig später kamen sie zu einer alten Mühle aus der ein mittelgroßer Troll trat, der wie ein Mogwai bei Wasserkontakt kleine Bällchen umherschoss aus denen dann wieder neue Trolle wurden. So hatten die drei Ritter alle Hände voll zu tun, um die kleinen Plagen loszuwerden. Ihnen war klar, wenn sie hier lebend rauskommen wollten, musste die Ursache sterben. Sie vereinigten ihre Kräfte und schlugen den Troll zu Brei. Sie glaubten schon gewonnen zu haben, doch plötzlich bebte die Erde. Neuerliche Erschütterungen sagten ihnen, dass es sich um Schritte handeln musste und all die vielen Tiere, die völlig verängstigt an ihnen vorbeirannten, bestätigten ihren Verdacht, dass es sich um ein äußerst gefährliches Biest handeln musste. Um die Tiere in der Mühle zu beschützen, folgten sie ihnen. Doch offenbar hatte das Ungeheuer sie gesehen. Es war ein riesiger Troll, sein Auge war fast so groß wie das Scheunentor.
„Nicht bewegen! Vielleicht sieht es uns dann nicht und geht wieder weg“, sagte Venom und sie rührten keinen Muskel.
Dumm nur, dass unter den Tieren beim Anblick des Trolls wieder die Flitzekacke losging. Die Ritter fackelten nicht lange … und ergriffen die Flucht. Indem sie auf den Rehen ritten nahmen sie praktischerweise den gleichen Weg wie sie. Der Troll brüllte wütend und bahnte sich kriechend einen Weg durch die scheinbar endlos lange Mühle und riss dabei alles mit sich, was im Weg war: Stroh, Wagenräder, Mühlsteine, Zwischenwände, Baumstämme und kleine Tiere. Doch die Rehe und mit ihnen die Ritter mussten all diesen Hindernissen ausweichen. Endlich erreichten sie das Ende der Mühle, sie lief in einer eleganten offenen Veranda aus, welche die Rehe kurzerhand hinunter in den jetzt breiten Fluss sprangen. Der Troll setzte ihnen nach, doch konnte er wohl nicht schwimmen, denn er rettete sich kurze Zeit später wieder ans Ufer. Da stand er nun, pitschnass und wütend bis auf die Knochen. Er brüllte laut, um seine Beute betrogen und stampfte dann missmutig in den dunklen Wald zurück. Die Ritter hatten jetzt aber andere Sorgen. Sie befanden sich inmitten eines reißenden Flusses und sie trugen schwere Ritterrüstungen, die drohten sie unter Wasser zu ziehen. Schon waren ihnen die Rehe davon geschwommen. Sie waren viel elegantere Schwimmer und überließen sie den hiesigen gemeinen großen Grünbauchfröschen, die schon bald aufgetaucht waren und nach ihnen schnappten. Es war schwer zu schwimmen und gleichzeitig zu kämpfen. Sie versuchten auf herbeigeschwemmtes Treibgut zu springen, um ihre Zauber anzuwenden. Die Kämpfe waren sehr mühsam, doch wären sie lieber dabeigeblieben, wenn sie gewusst hätten was ihnen bald blühen würde. Das Wasser brodelte und aus den Fluten brach ein gewaltiger Katzenhai. Der Name war Programm, eine überdimensionierte ziemlich hässliche Katze, mit Krallen und riesigen Zähnen, auf dem Rücken eine Haifischflosse und sie konnte schwimmen. Gegen dieses Ungeheuer mitten im Strom zu kämpfen war eine echte Herausforderung. Venom schoss Gift auf den Katzenhai und Cyrill malträtierte ihn mit Eiszapfenangriffen. Lediglich Pyro stand etwas verloren da. Sein Feuerangriff hatte angesichts all des Wassers kaum Wirkung. Einmal setzte er eins der großen Fellknäul in Brand, welche der Katzenhai auswürgte, aber das brachte nicht viel. Das Mischwesen hieb aus und wieder und wieder mussten sie ausweichen. Cyrill sprang geschickt hoch, startete eine Eisattacke nach der anderen und landete geschickt auf einem biologisch mutierten Hai, der mit Süßwasser klarkam. Pyro stellte sich dagegen etwas dämlich an und landete platschend im Fluss. Einen Moment trieb er wie eine tote Stockente auf dem Wasser, dann drohte er unterzugehen. Etwas Hartes rammte seinen Helm. Es war ein Kutter. Obenauf eine riesige Kanone und vor ihr der König. Vielleicht hatte er daran gezweifelt, dass seine drei besten Ritter ausreichen würden, um seine anderen Töchter zurückzugewinnen, oder er war so sehr in Sorge, dass er es nicht aushielt tatenlos in seiner Burg herumzusitzen. Jetzt gab er seinen grauen Rittern auf dem Kahn den Befehl aus allen Rohren zu feuern. Das gab dem Katzenhai saures. Nachdem der eine Kanonenkugel mitten in die Fresse bekommen hatte, tauchte er lieber ab, wechselte die Position und kam dann plötzlich an anderer Stelle erneut aus dem Wasser, um anzugreifen. Durch so einen Überraschungsangriff erwischte er Cyrill, der K.O. ging. Venom, der gerade Pyro aus dem Wasser gefischt hatte, rettete jetzt auch ihn. Mit dem unverwechselbaren Geräusch einer sich öffnenden Dose kippte er eine Ladung „Crazy Wolf“ in Cyril hinein, damit er wieder auf die Beine kam und grummelte dabei: „Muss ich denn immer die Nanny für euch spielen? Ihr könnt froh sein, dass ihr mich habt.“
Währenddessen schüttelte sich Pyro, um etwas von der Nässe loszuwerden. Er hatte eine Idee und winkte seinem Flusspferdchen.
„Komm mal her kleiner Freund!“
Neugierig kam es herbeigeschwebt und wich dabei spielerisch einer neuerlichen Salve aus, vor der sich der Katzenhai im Fluss versteckte.
Pyro nahm das Seepferdchen in die Arme und sagte: „Bestimmt kannst du uns dabei helfen mit diesem Ungeheuer fertig zu werden, stimmt’s?“
Venom und Cyrill sahen zu ihm hin und tippten sich an die Stirn. Vielleicht hatte ihr Freund was abbekommen, als der Kutter ihn gerammt hatte. Das kleine grüne Tier sah Pyro aus großen treuherzigen Augen an und wieherte vergnügt. Er kraulte das kleine Tier noch einmal unter dem Kinn, dann warf er es in die aufgewühlten Fluten. Schwebende Seepferdchen waren logischerweise dazu da zu schweben, auch auf dem Wasser, doch jetzt war es nicht mehr auf dem Wasser, sondern im Wasser drin, im tiefsten und brutalsten Teil des reißenden Flusses. Zuerst geschah gar nichts, doch bald kräuselten sich leichte Wellen, dann spritzte das Wasser meterhoch nach allen Seiten, als ein gewaltiges grünes Flussungeheuer hochschoss und furchteinflößend brüllte. Irgendwoher erscholl dröhnende Death-Metall Musik. Venom und Cyrill blickten mit offenen Mündern auf dieses Biest. Es hatte äußerlich mit dem kleinen süßen Seepferdchen nichts mehr gemein. Sein Körper bestand aus einem dicken Panzer. Die Augen leuchteten Pupillenlos in hellem grün. Das Maul ein Schlund aus langen, spitzen Zähnen, Stacheln ragten am Kiefer hervor und liefen von der Schnauze über das gesamte Rückgrat. Das Seepferd hatte den Katzenhai angepeilt und boxte mit seinem Schwanz nach ihm wie ein Preiskämpfer. Es traf genau ins Schwarze, ins rechte Auge des Katzenhais. Der war verwirrt und griff zuerst nicht an. Eine Kanonenkugel traf ihn in die Brust und ließ ihn nicht zu Atem kommen. Das Seepferd näherte sich und tauchte dann ab. Der Katzenhai hatte ihn gerade mit seinen Krallen bearbeiten wollen, doch jetzt sah er sich irritiert um. Die Ablenkung währte jedoch nicht lang, denn dann wandte er sich wieder dem Kutter zu und wollte sich diesmal die Ritter und den König vornehmen. Wasser spritzte, als das Seepferd hinter dem Katzenhai erschien, sich ruckartig hinunterbeugte und sein Maul um dessen Kopf schloss. Es knirschte grotesk und als sich der Kopf des grünen Seepferds wieder hob, fehlte dem Katzenhai ein Stück Hirn. Offensichtlich tot trieb der besiegte Feind am Kutter vorbei. Pyro winkte dem Seepferd unbekümmert zu.
„Danke kleiner Freund. Jetzt schwimm los und erkunde die Welt!“
Vielleicht hatte es ihn verstanden, denn es tauchte ab und war nur mehr an einer leichten Kräuselung der Wasseroberfläche zu erkennen. Weiter Flussabwärts sahen sie wie einige Fischerboote eins nach dem anderen nach unten gezogen und zu Kleinholz verarbeitet wurden.
„Alter, was war das denn?“ fragte Venom, immer noch perplex.
„Seht ihr, es war sehr wohl nützlich“, sagte Pyro mit Genugtuung in der Stimme.
„Aber wie ist es denn so riesig geworden?“ fragte Cyrill laut.
Der Ton von Pyros Antwort sagte klar und deutlich, dass das doch eigentlich jeder wusste.
„Na kennst du denn nicht diese kleinen Gipseier wo Spielzeugtiere für Kinder drin sind? Wenn man die ins Wasser tut wachsen sie auch um ein Vielfaches. Ist doch ganz logisch.“


Anbei noch ein kleines Bild:
https://www.deviantart.com/finsterdrache/art/metalocalypse-meets-castle-crashers-805941456?ga_submit_new=10%3A1563310058
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