Castle Crashers - 4 haun aufm Putz

GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Blauer Ritter Grüner Ritter Königliche Wache Oranger Ritter Roter Ritter
16.07.2019
08.10.2020
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13.10.2019 7.502
 
Am nächsten Morgen wachte Andy höchst unsanft auf, weil ihn ein Kissen ins Gesicht traf.
„Kissenschlacht!“ schrie Pyro ihm ins Ohr und haute noch einmal zu.
Der rosane Ritter setzte sich stöhnend auf.
„Oh Mann Pyro, ich hatte gerade einen schönen Traum.“
„Du kannst es einfach nicht lassen, oder?“ beschwerte sich jetzt auch Cyrill, der wenig später ebenfalls ein Kissen an den Kopf geknallt bekam.
Doch sein Freund lachte nur übermütig und schlug noch einmal zu.
„Ach du lachst also gerne, ja?“ fragte Cyrill schelmisch und warf dann einen vielsagenden Blick zum rosanen Ritter. „Andy, du weißt was zu tun ist.“
„Was? Nein!“, rief Pyro, der zu spät geschalten hatte.
Cyrill hatte ihn aber schon rachsüchtig an den Armen gepackt und auf den Rücken gedreht und Andy stürzte sich mit einem neuerlichen Kitzelangriff auf den morgendlichen Ruhestörer. Pyro zappelte, um frei zu kommen, doch es half ihm gar nichts. Gegen diese Übermacht war er chancenlos.
„Nächstes Mal überlegst du es dir bestimmt, bevor du uns so weckst“, sagte Cyrill belustigt, der überhaupt kein Mitleid mit seinem sich windenden Freund hatte.
Als sie der Meinung waren, dass der Feuerritter seine Lektion gelernt hatte, ließen sie ihn los. Dann  legten die drei ihre Rüstungen an und verließen das Zimmer. Als sie die Treppe herunterkamen sah der Wirt sie strahlend an. Er kam zu ihnen und schüttelte ihnen voller Freude die Hand.
„Dank euch wurden die anderen Gäste beschützt. Ich möchte mich im Namen aller herzlich bedanken.“
Die Ritter sahen sich verwundert an.
„Was haben wir denn gemacht?“ fragte Cyrill.
„In der Nacht haben Räuber versucht durch die Ställe ins Gasthaus einzudringen, aber eure Tiere haben das verhindern können. Diese Halunken drangsalieren meine Gäste schon seit Monaten.“
„Tja, dann … gern geschehen“, sagte Pyro, der am schnellsten mit dieser neuen Wendung klar kam.
Tatsächlich, als sie zu ihren Reittieren gingen, sahen sie, dass Cyrills Krokosaurus gerade den letzten Rest seines Opfers, einen abgebissenen Arm, vertilgte und Pyros Arschknaller einen zerfetzten Leichnam am Boden bearbeitete. Der Arschknaller hatte schwächere und dünnere Kiefer als der Krokosaurus, so dass er die Knochen nicht durchtrennen konnte. Er musste das Fleisch so aus dem Kadaver reißen. Sebastian, das Einhorn, tänzelte unruhig in seiner Box herum. Ihm gefiel wohl gar nicht was er da sah.
„Sehr gut, dann müssen wir uns gar nicht mehr ums Füttern kümmern“, sagte Pyro zufrieden.
„Pyro!“ empörte sich Andy.
„Was ist? Ich sehe es doch nur positiv“, kam als Antwort zurück.
Sie sattelten ihre Tiere und verließen eilig den Gasthof. Cyrill führte sie an und so kamen sie noch vor dem Mittag zu den Hühnerzüchtern. Um sie herum lagen Maisfelder, die sich zwischen kleinen, dunklen Wäldchen drängten. Die Bauern hier hatten ihre früheren Heldentaten nicht vergessen und begrüßten sie freundlich, aber auch vorsichtig, weil sie sich an die Macht der Ritter nur zu gut erinnerten.
„Wir möchten gerne einen kleinen Bestand von Behemoth-Hühnern für König Castle aufkaufen. Am besten kommt einer eurer Züchter auch mit zur Burg, damit die Hühner dort weiter gezüchtet werden können“, erklärte Cyrill, kurz nachdem er abgestiegen war, an einen älteren, graubärtigen Mann gewandt, an den er sich als den Dorfältesten erinnerte.
„Hm…“ machte der und fuhr sich an den Bart. „Wir möchten euch gerne helfen. Wir vermissen aber selber einige Hühner und eine sehr vielversprechende junge Hühnerzüchterin, die mit ihren Tieren auf dem Weg aus dem Nachbardorf hierher war. Sie hätte vor einer Stunde hier ankommen müssen. Normalerweise ist sie immer sehr pünktlich. Wir fürchten, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte. Sicher versteht ihr, dass wir in Sorge um sie sind und uns momentan nicht um euer Anliegen kümmern können so lange sie vermisst wird.“
„Aber wenn wir sie finden und wohlbehalten hierherbringen, dann werdet ihr uns helfen?“ fragte Candy Andy nach.
„Das werden wir“, stimmte der alte Mann zu. „Das Dorf liegt in Richtung Norden. Ich hoffe ihr findet sie bald.“
„Na dann los“, kam es motiviert vom Eisritter, der zurück in den Sattel sprang und seine Truppe nach Norden führte.
Sie ritten an Feldern vorbei und durch dunkle Wälder, ohne auch nur eine Spur von der Hühnerzüchterin zu finden. Durch Lücken in den Baumkronen sahen sie einen kleinen Berg.
„Vielleicht ist sie einfach nur spät dran und wir finden sie in ihrem Dorf“, vermutete Pyro.
„Es hat nicht jeder so eine lässige Einstellung zur Pünktlichkeit wie du“, erklärte Cyrill und wies auf etwas kleines, weißes, das er auf dem Boden liegen sah. „Da!“
„Was ist da?“ fragte Pyro.
Cyrill war schon von seinem Krokosaurus abgesprungen, um den Gegenstand aufzuheben.
„Eine Feder. Bestimmt von einem Behemoth-Huhn.“
Das Reittier des Eisritters kam heran, schnupperte an der Feder und beugte sich dann zum Boden um zu schnuppern.
„Ja, gut so, such!“ wies Cyrill ihn an.
Entweder gehorchte das Tier, oder es hatte sowieso vor gehabt der Spur nachzugehen. Es kam aufs selbe raus. Der Krokosaurus hatte die Witterung aufgenommen und stratzte zwischen einigen beschädigten Büschen in den Wald hinein.
„Halt nicht so schnell! Du kannst mich doch nicht einfach hier stehen lassen!“ rief Cyrill ihm nach, doch offensichtlich konnte sein Tier das sehr wohl.
Andy reichte ihm wortlos eine Hand und der blaue Ritter schwang sich hinter ihm auf das Einhorn und sie verfolgten den Krokosaurus, wobei Pyro und sein Arschknaller wieder die Nachhut bildeten. Querfeldein durch den Wald kamen sie schlecht voran. Hier gab es sehr viel Schlingpflanzen und Gestrüpp. Bäume und der Boden waren bemoost und rutschig. Sie konnten den Krokosaurus selbst nicht mehr sehen, aber sie konnten erkennen wo er durch das Unterholz gebrochen war. Endlich lichtete sich der Wald allmählich und sie hörten erst empörtes Gegacker, dann schrilles Hühnergeschrei. Endlich sahen sie auch den Grund. Cyrills Krokosaurus hatte die Hühner gefunden. Etwa zwei Dutzend befanden sich noch in den Käfigen des zerstörten Wagens auf dem die Züchterin sie von einem zum anderen Dorf transportieren wollte. Große Schrammen und Kratzer waren auf dem Holz zu sehen. Ein Wagenrad fehlte komplett, eine Achse war zerrissen und die Tiere, die den Wagen gezogen hatten waren nirgendwo zu sehen.
„Fußspuren“, erklärte Pyro und zeigte auf den Boden.
„Sieht aus wie von einem Bären“, überlegte Cyrill.
„Aber ein riesiger Bär muss das gewesen sein“, sagte Andy, der beunruhigt auf die Tapsen starrte.
Während die Ritter sich noch wunderten, hatte der Krokosaurus die Käfige mit dem Maul geöffnet und fraß laut schmatzend die Hühner im Inneren.
„He, aufhören!“ befahl Cyrill, aber das Reptil gehorchte nicht.
Pyro lachte.
„Er ist wie du, er hat einen enormen Appetit.“
Cyrill warf ihm einen eisigen Blick zu und sprang vom Einhorn ab, um sein Reittier davon abzuhalten auch noch die anderen Hühner zu fressen. Doch zu spät. Schneller als gedacht waren keine Hühner mehr übrig und der Krokosaurus stieß ein markerschütterndes Brüllen aus. Das Tier wuchs enorm, sprenge dabei den Sattel und brüllte noch einmal laut auf. Von jetzt auf gleich standen die Ritter einem fünf Meter großen zweibeinigen Riesenreptil mit enormen Beißwerkzeugen gegenüber. Der Krokosaurus schüttelte sich und sah sich um. Sein Blick fiel auf Cyrill, seine Augen verengten sich und er schnappte nach ihm. Der Ritter musste mit einem kühnen Hechtsprung ausweichen.
„He, lass das!“ rief er.
Vermutlich war das Tier in seinem Denken beeinflusst und dachte im Moment nur an Kämpfen und Fressen. Andy kam Cyrill zu Hilfe, indem er sein Einhorn neben ihn lenkte, so dass er aufspringen konnte, während Pyro und sein Arschknaller den Krokosaurus ablenkten. Der Arschknaller hatte den Krokosaurus zum Wald gelockt und gerade als das große Schuppentier nach ihnen schnappten, ließ Pyro den Arschknaller einen Haken schlagen und sein Reittier schoss glühend in die Luft und landete knapp hinter Sebastian. Der Krokosaurus brüllte, wendete umständlich und folgte ihnen dann. Die Ritter und ihre getreuen Reittiere flüchteten zu einem nahen Berg, das Riesenreptil immer auf den Fersen. Es folgte ihnen, die donnernden Schritte waren noch weit zu hören und immer wieder schnappte es nach ihnen. Sie sahen eine kleine Höhle und lenkten ihre Tiere auf sie zu. Sie konnten sich hindurchzwängen und waren so fürs erste vor dem Riesen Krokosaurus sicher. Das Tier beugte sich zur Höhle herunter und versuchte seine Schnauze durch die Öffnung zu schieben, doch es misslang. Mehr als die Nase passte nicht durch.
„Puh, ich hoffe, die Wirkung lässt bald nach“, sagte Cyrill und atmete angestrengt aus.
„Ich glaube nicht. Er ist ein Krokosaurus, bei denen hält Futter immer recht lange vor“, sagte Pyro.
„Du weißt aber auch nicht was du willst, vorhin meintest du noch, es hätte einen Appetit wie ich“, wandte der blaue Ritter ein.
„Fressen wollen und fressen müssen sind zwei unterschiedliche Sachen“, grinste der orangene Ritter.
„He, wer seid ihr und warum streitet ihr euch in meinem Versteck?“ fragte eine helle Stimme aus dem Dunkel.
Pyro erleuchtete die Höhle mit kleinen Flammen, die er in seiner linken Panzerhand entstehen ließ. Das flackernde Licht fiel auf eine junge Frau mit kurzen schwarzen Haaren. Sie sah etwas schmuddelig aus und ihre Kleidung hatte auch gelitten.
„Dann bist du vermutlich die vermisste Hühnerzüchterin?“ fragte Cyrill.
„Ja, ich bin Alexandra“, kam es vorsichtig von dieser. „Und wer seid ihr?“
„Wir sind Ritter und haben den Auftrag Behemoth-Hühner für König Castle zu beschaffen. Jemand aus deinem Nachbardorf hat uns gesagt, dass du und deine Hühner vermisst werdet.“
„Ja, ein Bär stand plötzlich auf dem Weg und sah in meinen Hühnern leichte Beute. Er ist riesig geworden und so wie es aussieht hat euer Krokosaurus auch die restlichen Hühner gefressen.“
„Ohje, das heißt, da draußen streift auch noch ein Riesenbär umher?“ fragte Candy Andy bang.
„Ach das sollte kein Problem sein. Fell brennt gut“, sagte Pyro optimistisch.
Doch soweit musste es gar nicht kommen. Sie hörten draußen jetzt nicht nur das Knurren des Krokosaurus, sondern auch noch ein viel dröhnenderes Brüllen, das nur von einem Bären stammen konnte. Von einem Riesenbären. Vorsichtig sahen sie ins Freie zwischen den Beinen des Krokosaurus hindurch und erblickten einen fünf Meter großen braunen Bären, der vom Wald her auf seinen neuen Rivalen zukam. Offenbar schätzte er es gar nicht, dass das Schuppentier in sein Revier eingedrungen war und all seine Hühner gefressen hatte. Vielleicht hatte er sie für später aufsparen wollen und fühlte sich jetzt um seine Appetithäppchen betrogen. Der Krokosaurus brüllte warnend, doch der Bär ließ sich nicht einschüchtern. Er drohte jetzt seinerseits, indem er sich auf die Hinterbeine stellte und aufgerichtet eine Höhe von Sieben Metern erreichte. Er ging auf den Eindringling los und versuchte ihn aus dem Weg zu rammen, doch der Krokosaurus verlagerte lediglich ein Bein nach hinten, um den Stoß abzufangen. Er öffnete sein großes Maul und schnappte nach der Kehle des Gegners, die jetzt bloß lag. Der Bär stöhnte. Sein dichtes Fell bewahrte ihn vor einem tödlichen Biss, doch das Schuppentier wollte nicht los lassen. Der Bär stemmte sich mit seinen kräftigen Vorderbeinen jetzt gegen den Unterkiefer des Krokosaurus. Die langen tödlichen Krallen hinterließen tiefe Spuren. Das Reptil musste vom Bär ablassen. Sie gingen auseinander, um eine neue Angriffsposition zu finden, dabei traten sie einige junge Bäume um, die ihnen im Weg waren. Der Riesenbär schlug mit seinen Krallen aus, doch die Schuppen bewahrten den Krokosaurus vor dem schlimmsten Schaden.
„Los mach ihn fertig!“ feuerte Cyrill seinen Krokosaurus an.
„Vielleicht sollten wir ihm helfen?“ fragte Pyro.
„Und dann werden wir in diesem wilden Kampf zertreten, oder was?“ fragte Andy zweifelnd.
Auch die Hühnerzüchterin schaute gespannt beim Kampf zu und hoffte, dass sich vielleicht sogar beide Ungeheuer gegenseitig zur Strecke brachten. Der Krokosaurus trieb den Bär zum Wald zurück. Ganz plötzlich und unvermittelt setzte die Rückverwandlung ein und beide Kontrahenten sahen überrascht aus. Das Reptil nutzte die Gunst der Stunde um Meister Petz zu erledigen. Er nahm seine Beute ins Maul und stapfte in Richtung eines großen Sees davon.
„Puh, das ging ja überraschend glimpflich aus, vielleicht war es doch gar nicht so schlecht, dass er die Hühner gefressen hat“, sagte Cyrill.
„Doch gar nicht so schlecht?“ fragte Alexandra empört. „Das sind immerhin MEINE Hühner, von denen wir hier reden. Kannst du dir überhaupt vorstellen wie schwer und langwierig die Zucht von Behemoth-Hühnern ist?“
„Äh… nein“, gab Cyrill zu. „Aber immerhin bist du noch am Leben, das ist doch das wichtigste.“
„Ja“, kam es jetzt verlegen von der Hühnerzüchterin. „Du hast Recht. Ich will nicht undankbar erscheinen. Danke, dass ihr mich gerettet habt. Könnt ihr mich zu dem Dorf bringen? Meine Hühner sind weg, ich muss mit meinem Käufer sprechen. Er wird gar nicht glücklich sein, dass er jetzt leer ausgeht und ich bin ruiniert.“
Die Stimmung war gedrückt. Andy schlug vor, dass die junge Frau bei ihm auf seinem Einhorn ritt. Cyrill stieg zu Pyro auf den Arschknaller, der es gar nicht zu mögen schien jetzt mehr als das doppelte Gewicht tragen zu müssen.
„Was machen wir wegen dem Krokosaurus?“ fragte Andy.
„Ich weiß noch nicht. Wie lange war der Bär so groß? Wann hat er dich überfallen?“ fragte Cyrill Alexandra.
„Etwa vor einer Stunde.“
„Ok, gehen wir davon aus, dass der Krokosaurus länger braucht, dann sollte er spätestens Morgen wieder normal sein“, überlegte Cyrill.
„Hört sich aber sehr unzuverlässig an“, stichelte Pyro.
Diesmal musste Andy ihm Recht geben.
„Was ist, wenn er jemanden verletzt?“
„Wir bringen erst Alexandra zurück, dann warnen wir die umliegenden Dörfer, dass sie vorerst zuhause bleiben sollen“, erklärte Cyrill.
„Das sollte kein Problem sein. Hier in der Gegend gibt es öfter mal ärger mit riesigen Tieren. Wir nutzen die Kirchenglocken der Dörfer, um Alarm zu geben, die sind dann weithin zu hören und so verbreitet sich die Nachricht immer weiter. Ihr müsst deswegen nicht noch einmal extra los. Außerdem glaube ich nicht, dass die Wirkung bis morgen früh anhält“, erklärte Alexandra.
„Und was ist mit dem Krokosaurus? Willst du ihn nicht zurück?“ fragte Pyro seinen Freund skeptisch.
Cyrill seufzte.
„Nein, ich denke, jetzt wo er einmal frei ist, würde es sehr schwer werden ihn wieder einzufangen. Er hat mir lang genug gedient. Ich werde mir wohl demnächst ein anderes Reittier suchen müssen.“
Sie kamen jetzt auf den Waldweg zurück, dort wo sie die Feder gefunden hatten.
„Hier hat mich der Bär angegriffen“, erklärte die Hühnerzüchterin.
„Da du ja so eine Art Profi im Umgang mit Behemoth-Hühnern bist …“ fing Cyrill an.
„Ich BIN ein Profi“, stellte Alexandra klar.
„Richtig“, lenkte der blaue Ritter ein. „Ich hab Fragen. Uns ist aufgefallen, dass manche Leute, die von dem Behemoth-Hühnerfleisch essen in eine Art Kampfrausch verfallen, während andere mental relativ normal bleiben. Woran liegt das?“
Alexandra schmunzelte und sagte dann: „Das liegt meist an der Psyche der Person, die das Fleisch isst. Wer sowieso schon eher kämpferisch ist, verliert schnell mal die Beherrschung, wenn er vom Fleisch kostet, weil alle Empfindungen enorm gepuscht werden. Ruhige Naturen verändern sich zwar auch und werden wilder, aber gerade solche, die sonst nie jemandem ein Leid zufügen sind meist fast normal. Die Gespräche sind vielleicht nicht so geistreich wie sonst, aber immerhin ist es noch eine Unterhaltung. Außerdem kommt es auch drauf an, wie oft die Person Behemothfleisch schon gegessen hat. Hier wachsen die Leute damit auf. Jeder kennt hier das berühmte Behemoth-Hühnerfleisch und weiß welche Wirkung es hat. Wir tasten uns hier mit niedrigen Dosen heran, so dass wir uns daran gewöhnen. Wenn Gefahr droht brauchen wir nur das Hühnerfleisch essen, um uns verteidigen zu können. Das ist unsere Art. Doch anderswo ist das Fleisch völlig unbekannt. Wenn so jemand Behemoth-Hühnerfleisch isst, kann es schnell passieren, dass diese Person von der Wirkung völlig überwältigt ist. Männer reagieren außerdem stärker auf das Fleisch, die Wirkung hält aber nicht so lange an wie bei Frauen. Anderswo ist es vielleicht üblich Frauen zu schikanieren und herumzuschubsen, aber nicht hier. Bei uns lässt sich keine Frau klein halten. Dem Behemothfleisch sei Dank. Wenn eine von uns in Schwierigkeiten ist, dann braucht sie nur das Fleisch zu essen und kann sich zur Wehr setzen.“
Alexandra wirkte stolz und sie sah tatsächlich so aus, als wenn sie schon häufig zur Superfrau wurde, um einen unflätigen Herren in die Schranken zu weisen.
„Oh, gut zu wissen“, sagte Cyrill, der froh war all diese Informationen von ihr zu bekommen.
„Ihr vermute König Castle will mit dem Behemothfleisch sein Heer verstärken?“ fragte die Hühnerzüchterin.
„Es soll für den Notfall sein, wenn die Burg angegriffen wird“, erklärte Cyrill.
Alexandra schnaubte.
„Ja, ganz bestimmt“, sagte sie sarkastisch. „Vielleicht fängt es so an, aber bestimmt fällt ihm später ein, dass Sandwiches mit Behemothfleisch auch ein gutes Pausenbrot für seine Soldaten wären, die einen Angriffskrieg führen sollen. Nun gut, ich will nicht meckern. Immerhin habt ihr uns schon früher geholfen und ich muss darauf vertrauen, dass ihr das Richtige tut. Noch dazu verkaufen wir ja auch Behemothfleisch zu den Lavafeldern. Der Handel mit dem Fleisch ist sehr wichtig für uns.“
Sie gelangten zum Dorf, wo Alexandra freudig empfangen wurde. Die Dorfbewohner waren sehr froh sie wiederzusehen und bedankten sich bei den Rittern. Die schnell erzählten was geschehen war. Der Dorfälteste gab dem Priester Bescheid, der in die Kirche lief und die Glocke läutete. Der hohe Ton hallte über die Felder und Wälder und nur wenige Minuten später hörten sie das Antwortgeläut aus den Nachbardörfern.
„Ein gutes System“ sagte Cyrill beeindruckt.
Der Dorfälteste lächelte.
„Danke. Es hat uns immer vor Gefahren gewarnt. Es wird aber wohl nicht mehr lange dauern, bis der Krokosaurus wieder seine natürliche Größe annimmt.“
„Vielleicht sollten Wachen die Konvois bei der Überführung der Hühner von einem Dorf zum nächsten beschützen?“ schlug der Eisritter vor.
Der Dorfälteste lächelte verlegen.
„Nun, normalerweise gibt es die auch, aber offenbar hat Alexandra nicht so viel Wert darauf gelegt.“
Er beugte sich etwas weiter zum Eisritter hin und flüsterte: „Sie ist etwas ungestüm und meint immer alles besser zu wissen. Ich denke, sie war im festen Glauben auch ganz allein mit allem fertig zu werden. Nun muss sie die Konsequenzen ihres Handelns tragen. In ihrem Heimatdorf hat sie sich mit vielen verkracht, deswegen wollte sie hierher umziehen und einen Teil ihres Bestands verkaufen. Nun hat sie gar nichts mehr. Ihr Hühnerbestand ist aufgebraucht. Sie kann einem Leidtun.“
Der alte Mann lehnte sich wieder zurück.
„So, ihr wolltet Behemoth-Hühner für König Castle kaufen, richtig?“
Cyrill nickte.
„Es sollten schon ein paar dutzend sein, damit wir züchten können. Es wäre natürlich am besten wenn einer eurer Hühnerspezialisten mitkommen und künftig für den König arbeiten könnte.“
„Hm…“
Der Dorfälteste wirkte nachdenklich.
„Das könnte schwer werden. Wir mögen es in unserem Dorf und die meisten Leute haben ihre Familien hier.“
Cyrill lächelte.
„Ich kenne eine junge Hühnerzüchterin, die ich vielleicht überreden könnte.“


Tatsächlich war Alexandra schnell dabei. Sie hatte sich mit ihrer Familie überworfen und da ihre Hühner alle getötet wurden und sie bankrott war, hatte sie hier keine große Zukunft als Hühnerzüchterin. Die Ritter behielten etwas Geld für die Rückfahrt zurück und verwendeten alles andere, um die Hühner zu bezahlen. Nun, das hieß Cyrill und Andy bezahlten und Pyro zeigte seine leeren Taschen vor. Seitdem der König seinen Lohn zum großen Teil einbehielt, war auch er meistens Pleite. Schließlich zogen drei Ritter, eine Hühnerzüchterin, zwei Ochsen und dreiunddreißig Behemoth-Hühner ab in Richtung des Binnenmeeres. Der Wagen auf dem Cyrill und Alexandra saßen, rumpelte über die von Schlaglöchern geplagte Straße. Andy und Pyro ritten langsam neben dem Karren her und hielten die Augen nach Gefahren offen. Sie kamen langsamer voran, als zuvor, doch noch vor dem Sonnenuntergang waren sie am Pier. Sie hatten Glück. Ein Handelsschiff von König Castle lag vertäut am Landungssteg und sie brauchten noch nicht einmal etwas bezahlen, da Pyro und Cyrill als Ritter von König Castle wohl bekannt waren. Die letzten Strahlen des Horizonts versanken gerade im Meer, als sie losmachten und die Fahrt begann. Die Matrosen waren unruhig, weil sie befürchteten, das grüne Monsterseepferd könnte über sie herfallen. Alexandra fragte worum es sich dabei handelte, woraufhin die Seemänner ihnen gruseligen und sehr kreativen Seemannsgarn über diese Kreatur erzählten. Cyrill und Andy glaubten ihnen zwar nicht alles, da sie sehr gut wussten worüber sie hier sprachen, doch sie wollten sich lieber nicht ausdenken was mit diesem Seepferd passieren würde, wenn es auch noch die volle Wagenladung Behemoth-Hühner fressen würde. Der einzige, der sich überhaupt keine Sorgen machte war Pyro. Er starrte auf das Meer hinaus und hoffte geradezu, dass sie seinem kleinen großen grünen Freund begegnen würden. Sie schliefen auf dem Schiff und als der Morgen graute, legten sie am Westufer an und gingen von Bord. Hier waren die Straßen besser ausgebaut und nichts und niemand kam auf die Idee sie anzugreifen. Tatsächlich war der Weg fast schon langweilig. Cyrill saß wieder mit Alexandra auf dem Kutschbock und fragte sie über die Behemoth-Hühner aus. Die Frau erzählte ihm ausführlich über die Tiere und fühlte sich wichtig, weil der Ritter so viel über das Geflügel wissen wollte. Endlich konnten sie die Heimatburg sehen und es dauerte nicht mehr lang, bis sie vor dem großen Eingangstor standen. Dort befand sich jetzt ein neues Schild, auf dem ein durchgestrichenes Feuer gemalt war und darunter war in großen Buchstaben geschrieben: „Kein offenes Feuer erlaubt“, und kleiner darunter:  „das gilt ganz besonders für dich, Pyro!“
Der Feuerritter zog ein langes Gesicht, guckte aber auch empört.
„Was soll das denn?“
Cyrill lachte.
„Ich vermute, sie sind immer noch sauer wegen der Trümmer, die sie wegräumen müssen.“
„Welche Trümmer?“ fragte Pyro verwundert.
„Ist nicht dein ernst“, wurde Cyrill mit einem Mal Todernst und sah seinem Freund in die Augen, der verwirrt zurücksah.
„Das Feuer, das du gelegt hast!“ herrschte der blaue Ritter ihn an.
„Welches?“ fragte Pyro nach.
„Siehst du!“ sagte Cyrill. „Wenn du schon nicht mal mehr weißt, welches Feuer von all denen die du gelegt hast, gemeint ist, dann hat dieses Schild doch wirklich eine Daseinsberechtigung.“
Jemand hatte sie offenbar schon von weitem gesehen, denn im Hof stand der Berater des Königs und hieß sie willkommen.
„Wie ich sehe bringst du Hühner mit? Was hat es damit auf sich?“ schnarrte er.
Die Hühnerzüchterin blickte verwundert zu Cyrill und fragte sich, ob er sie belogen hatte. Wollte der König gar keine Behemoth-Hühner?
„Es stellte sich heraus, dass das Hühnerfleisch der Sandwiches für die kurzzeitige übermenschliche Kraft verantwortlich ist. Es stammt von Behemoth-Hühnern und jetzt haben wir genug Hühner für einen großen Vorrat und eine Hühnerzüchterin, damit wir noch lange Freude am Geflügel haben.“
„Hm…“ machte der Berater und taxierte die Neuankömmlinge mit einem strengen Blick. „Sieht ganz so aus, als hättest du deine Aufgabe mit Bravour bestanden.“
Er wandte sich an Alexandra.
„Du bist die Hühnerzüchterin?“
Sie nickte.
„Melde dich beim Haus- und Hofmeister, damit er dir einen Platz für deine Tiere und dich zuweist. Er gibt dir auch das nötige Gold, um die Tiere füttern und pflegen zu können.“
Ohne abzuwarten, ob sie noch etwas zu sagen hatten, drehte er sich um und ging in die Burg, vermutlich um König Castle Bericht zu erstatten.
„He, da bist du ja, wir haben schon gedacht du bist verschollen“, witzelte Gwendal, der weiße Ritter von König Damian und klopfte Andy, der gerade von Sebastian heruntergestiegen war auf die Schulter.
„Ja, es hat doch etwas länger gedauert als gedacht.“
„Und? War es ein aufregendes Abenteuer?“ fragte jetzt Viorel.
„Oh ja, wir wurden von Räubern überfallen, sogar mehrmals und am Ende gab es einen Monsterkampf zwischen einem Riesen Krokosaurus und einem Megabären.“
„Ich finde, es hätte ruhig etwas mehr sein können“, mischte sich Pyro ein. „Mal ehrlich, wir mussten doch kaum etwas machen. Vielleicht hätten wir doch selbst gegen den Bären kämpfen sollen.“
Cyrill warf ihm einen schiefen Blick zu.
„Du hättest ja auch den Krokosaurus angreifen können, als er hinter uns her trampelte.“
„Nein, das wollte ich ihm nicht antun, das hat er nicht verdient, nachdem er dich so lange durch die Gegend getragen hat“, wehrte Pyro ab.
Viorel, Gwendal und Andy schauten dumm aus der Wäsche, beschlossen dann aber sich von den anderen abzusetzen, um mal wieder ausführlich miteinander zu quatschen.
„Also erzähl von deinem Abenteuer, von Anfang an“, forderte Gwendal und ging neben seinen Kollegen her, die auf die Ställe zusteuerten, um Sebastion dort unter zu bringen.
Pyro und Cyrill sahen wie Andy im Laufen wild gestikulierte.
„Er hat bestimmt viel zu erzählen“, sagte Cyrill nachdenklich.
„Da seid ihr ja wieder“, riss Thunder ihre Aufmerksamkeit an sich.
Sie wandten sich um und sahen ihre Freunde, wie sie die Stufen zum Hof herunter kamen und sie freudig begrüßten.
„Und gibt es irgendwas neues?“ fragte Pyro in die Runde, der seinen Arschknaller am nächstbesten Pflock festmachte.
„Ja, und ob“, sagte Thunder grinsend. „Der König baut gerade eine Feuerwehr auf. Jeder, der will …“
Er warf einen schiefen Blick auf Pyro. „Naja, fast jeder … darf mit machen. Es hat sich schon überall in der Burg herumgesprochen und bald kommen bestimmt auch Leute aus den umliegenden Dörfern, oder Städten. Der König hat einen guten Lohn für diejenigen versprochen, die sich gut schlagen.“
Venom lachte.
„Ja, sie ist zwar kaum zwei Tage alt, heißt aber innoffiziell schon Pyrowehr.“
„He!“ empörte sich der orangene Ritter. „Dabei war ich doch gar nicht da.“
„Naja, aber du kannst dir doch wohl denken zu welchem Zweck er diese Truppe aufbaut, oder?“ neckte Thunder ihn.
Pyro sagte gar nichts und schaute nur unschuldig zum azurblauen Himmel hinauf, durch den einige friedliche Schäfchenwolken zogen.
„Immerhin bist du der Hauptverantwortliche für die Brände im Königreich“, stichelte der rote Ritter weiter.
Venom lachte immer noch und sagte dann: „Im Moment sind sie noch damit beschäftigt Schilder aufzustellen. Schätze, ihr habt so eins schon gesehen.“
„Ja, haben wir“, bestätigte Cyrill. „Vielleicht bringt es ja was.“
„Glaub ich nicht“, grinste Venom. „Ehrlich gesagt freu ich mich schon darauf die Pyrowehr im Einsatz zu sehen.“
Cyrill sah ihn verdrossen an.
„Jetzt bring ihn nicht wieder auf dumme Ideen! Mir hat das letzte Feuer gereicht. Er soll ja nicht die ganze Burg abbrennen.“
„Ach nicht die ganze? Also nur einen Teil?“ lachte Venom laut.
„Und was war sonst so los?“ drängelte Pyro und versuchte vom Thema abzulenken. „Oder habt ihr nur die Prinzessinnen bewacht und es war gar nichts weiter los?“
"Ich hab die Prüfung verkackt", sagte Venom mit hängenden Schultern.
"Na, dass du das verkackst wundert mich jetzt nicht. Kann ja nicht jeder so gut sein wie ich", sagte Cyrill.
"Wir sind übrigens alle durchgefallen", klärte der rote Ritter auf.
"Oh", sagte Cyrill plötzlich kleinlaut.
Venom zeigte auf den blauen Ritter und lachte ihn aus. Cyrill grummelte: "Aber ich war der Beste oder?"
"Naja ... irgendwie schon, dann kam ich und dann diese beiden Idioten hier", sagte Thunder und zeigte auf die anderen beiden Ritter. "Aber durchgefallen ist durchgefallen. Lag wohl an diesem Teil über die Minne und dieses höfische Getue."
"Oh ja, ich erinnere mich. Da wusste ich kaum Antworten auf die Fragen", kam es von Cyrill.
Sie wurden kurz still. Thunder war auch nicht bester Laune, doch Pyro schien es vollkommen egal zu sein, ob er die Prüfung geschafft hatte.
„Sonst … mir wurde ein Zahn gezogen“, berichtete Thunder.
„Wow, wirklich?“ fragte Pyro gespielt ganz aus dem Häuschen. „Krasser Scheiß. Da sind wir einmal kurz weg auf einem langweiligen Abenteuer mit Riesenbiestern, die sich kloppen und hier geht die Post ab. Ein Zahn gezogen, Wahnsinn!“
„Hör auf mit dem Blödsinn“, raunzte ihn Thunder an. „Ist vielleicht nichts weltbewegendes, aber das war echt unangenehm. War einer von ganz hinten. Die Ärztin meinte ein Weisheitszahn.“
„Ui… und jetzt bist du nicht mehr so weise?“ neckte ihn jetzt Cyrill grinsend.
Thunder verpasste ihm einen freundschaftlichen Knuff und Cyrill knuffte zurück.
„Außerdem hab ich einen unserer Shrieker gegen ein tolles Pony eingetauscht. Das muss ich euch zeigen, kommt mal mit!“
Sie folgten ihrem Freund zu den Ställen.
„Aus irgendwelchen Gründen werden es immer mehr und mehr Shrieker. Der König meint, es ist jetzt eine Zucht und er verkauft sie an alle, die einen haben wollen. Das spült ein wenig Geld in die Kasse. So wie ich das gehört habe, kann das Königreich das auch dringend brauchen.“
Thunder verschwand kurz in den Ställen und kam dann mit einem hübschen Pony heraus. Es war gar nicht so klein, wie man sich ein Pony vorstellen würde. Klar, kleiner als ein Vollblut, und viel viel kleiner als ein strammes Kaltblut, aber es war wirklich ansehnlich. Es hatte ein Stockmaß von einhundertfünfundvierzig Zentimetern, war schwarz, mit wallender lockiger Mähne und geradezu hypnotischen orangenen Augen. Das Sattelzeug war Lila, was wunderbar zum schwarzen Fell passte.
„Es ist super intelligent“, erzählte der rote Ritter und sagte zum Pony: „Links!“
Der Kopf des Ponys zuckte nach links.
„Rechts!“
Der Kopf des Ponys zuckte nach rechts.
„Was ist die Quadratwurzel aus zweihundertfünfundachtzig?“
Das Pony stand einen Moment still, indem alle Ritter es gespannt musterten, dann stampfte es vierzehn Mal mit dem Fuß auf. Thunder blickte stolz in die Runde.
„Seht ihr, ein schlaues Tier.“
„Aber die Quadratwurzel aus zweihundertfünfundachtzig ist doch gar nicht vierzehn, sondern sechzehn Komma acht acht“, wandte Cyrill ein.
„Bist du sicher?“ fragte Thunder skeptisch.
„He, du wirst mir doch wohl zutrauen, dass ich besser rechnen kann als ein Pony“, kam es frostig vom blauen Ritter.
„Naja …“, sagte Thunder kleinlaut, weil er zugeben musste, dass er keine Ahnung hatte was die Wurzel aus zweihundertfünfundachtzig war.
Eine Bote kam angelaufen und sagte atemlos: „Ihr sollt sofort zum König kommen.“
„Wir alle?“ fragte Thunder verwundert.
Der Bote warf einen verunsicherten Blick auf die Ritter.
„Cyrill und Pyro.“
Damit zischte er ab. Er hatte seine Aufgabe schließlich erfüllt.
„Ach wir kommen trotzdem mit“, erklärte Venom frei heraus und so gingen die vier Eliteritter in den Thronsaal, wo überraschenderweise nicht nur der König auf seinem Thron saß und der Berater neben ihm stand, sondern auch Sir Nesselsuppe zugegen war.
„Ich habe gehört, du hast eine Ladung Hühner mitgebracht und eine Hühnerzüchterin“, sagte der König langsam.
„Ja, es sind Behemoth-Hühner. Ihr Fleisch ist es, das kurzzeitig große Kräfte verleiht“, erklärte Cyrill erneut.
Er dachte sich zwar, dass der Berater den König bereits über diese Neuigkeiten unterrichtet hatte, doch er hielt es für angemessen es selbst noch einmal zu sagen.
„Hätte ich einfach nur einen Vorrat an Sandwiches geholt, wären diese schon nach kurzer Zeit verdorben und damit unbrauchbar geworden. Da wir jetzt über einen eigenen Bestand an Behemoth-Hühnern verfügen und eine Züchterin haben, die für Nachschub sorgt, sollten wir auch langfristig gut versorgt sein.“
„Hervorragend. Ich bin sehr zufrieden mit dir Cyrill. Du hast die von mir gestellte Aufgabe sogar noch übertroffen. Deine Weitsicht und Einfallsreichtum machen dich zu einem exzellenten Ritter. Du hast dir mein Vertrauen zurückverdient.“
Der Blick des Königs wanderte von Cyrill zu Pyro und die Wandlung die sein Gesicht dabei durchlief war ganz erstaunlich. Eben noch wohlwollend und gutmütig verfinsterte es sich und Zornesfalten bildeten sich auf der Stirn des Königs.
„Was ich von dir nicht behaupten kann Pyro. Was fällt dir ein einfach abzuhauen!“ polterte König Castle.
„Ich …“ setzte Pyro zu seiner Verteidigung an, doch sein Arbeitgeber ließ ihn gar nicht zu Wort kommen.
"Du hast dich nicht abgemeldet, kein Wort zu irgendwem und hast den dringend nötigen Unterricht bei Sir Nesselsuppe einfach sausen lassen, um irgendwelchen Abenteuern hinterher zu jagen.“
Der König holte tief Luft, was Cyrill ausnutzte, um sich einzumischen.
„Euer Hoheit, Pyro hat mich bei der schwierigen und gefahrvollen Reise unterstützt. Ohne ihn wären wir vielleicht gar nicht wieder hier angekommen. Immerhin mussten wir gegen einen Riesenbären kämpfen, der einen Wagen voller Behemoth-Hühner gefressen hatte.“
Pyro war verwundert, dass sein Freund dem König offen ins Gesicht log. Sicher, es hatte einen Riesenbären gegeben, aber sie mussten nicht wirklich gegen ihn kämpfen, da dass der Krokosaurus erledigt hatte und ansonsten gab es keine Gefahr, die Cyrill nicht auch alleine hätte bewältigen können. Der Feuerritter wusste ganz genau, dass er im Grunde völlig überflüssig gewesen war, doch um seinen Freund bei seiner Flunkerei nicht zu verraten und auch seine eigene Haut zu retten, tat er so, als wäre jedes Wort wahr und nickte nachdrücklich, um diese Geschichte zu bestätigen. Der König sah verwundert zu Cyrill und sah ihn schief an.
„Ist das so?“
Der Eisritter nickte.
„Ja, euer Hoheit.“
„Hm… na dann. Das mildert es etwas ab, doch es ändert nichts daran, dass Pyro sich einfach davon gestohlen hat. Ich verlange eine Entschuldigung!“
Pyro richtete sich kerzengerade auf und sagte dann feierlich: „Eure Majestät, es tut mir sehr leid, dass ich einfach gegangen bin, ohne um eure Erlaubnis zu erfragen, aber ich wollte, dass die Mission ein voller Erfolg wird und hoffte Cyrill bei seiner schwierigen und gefährlichen Mission eine Hilfe zu sein. Ich verspreche, dass ich mich nicht mehr unerlaubt von der Burg entfernen werde.“
Fast könnte man glauben er meinte es ernst, jedenfalls schien der König damit zufrieden.
„Und jetzt entschuldige dich bei Sir Nesselsuppe, weil du dich unerlaubt von seinem Unterricht entfernt hast!“ befahl der König.
Der Feuerritter räusperte sich und sprach: „Sehr geehrter Herr Nesselsuppe. Es tut mir abgrundtief Leid, dass sie als mein Lehrer in den letzten Tagen nur noch ein halbvolles Klassenzimmer vor sich sahen und hoffe, dass ich es mit meiner Anwesenheit und Mitarbeit in den nächsten Unterrichtsstunden wieder ausgleichen kann.“
Sir Nesselsuppe lächelte dünn. Er hatte Pyro völlig durchschaut und amüsierte sich über ihn.
„Nun gut“, kam es vom König. „Da du dich entschuldigt hast, sei dir verziehen. Dennoch gebe ich dir eine Strafarbeit auf, damit du die Konsequenz aus deinem Vergehen ziehst. Sir Nesselsuppe hat eine sinnvolle Aufgabe gefunden, damit du deine Zeit nicht mit Unsinn verbringst.“
Er sah zum alten Ritter, der sich jetzt zu Wort meldete: „Damit auch diese Burg über das Standartwerk "Das Studium des Rittertums, Lernen fürs ganze Leben“ verfügt, wirst du es abschreiben und auch die Bilder übertragen. Du hast ja bereits bewiesen, dass du akzeptabel zeichnen kannst.“
Jetzt stahl sich doch noch ein Grinsen auf das Gesicht des alten Ritters. Pyro stöhnte. Diese Aufgabe würde bestimmt eine halbe Ewigkeit in Anspruch nehmen und langweilig war sie auch.
„Gut, da wir das dann erledigt haben…“, fing der König wieder an. „… darf sich Cyrill seine Belohnung in Gold beim Haus- und Hofmeister abholen, während Pyro mit Sir Nesselsuppe mitgeht und seine Strafarbeit beginnt.“
Die Ritter trennten sich. Während Venom und Thunder mit Cyrill gingen, der erst sein Geld holte und sie dann zu einem ausgelassenen Abend in der „abgebrannten Taverne“ einlud, stieg Pyro missmutig hinter seinem Lehrer die Stufen zum Unterrichtsraum hinauf. Während er sich an seinen Platz setzte, legte ihm Sir Nesselsuppe ein Blatt Papier und eine Ausgabe von "Das Studium des Rittertums, Lernen fürs ganze Leben“ vor die Nase und befahl: „Schreib erstmal vor! Ich möchte sehen wie du dich schlägst, bis ich dir ein leeres Buch anvertraue.“
Pyro seufzte und nahm lustlos eine Feder zur Hand und begann zu schreiben. Sir Nesselsuppe sah für einige Minuten aus dem Fenster, wo draußen die wunderschöne spätsommerliche Landschaft und die Strahlen der untergehenden Sonne lockten. Dann wandte er sich wieder Pyro zu und musterte das von ihm geschriebene.
„Großer Gott, was ist denn das? Deine Sauklaue kann ja kein Mensch lesen.“
„Toll, oder?“ fragte Pyro grinsend. „So ist es gleich verschlüsselt. Ungemein praktisch, wenn ich Botschaften verschicken will. Stell dir vor: Mitten im Krieg, überall Feinde, welche die Brieftauben abfangen wollen, doch sie dürfen natürlich nicht wissen was in den Nachrichten steht. Eine ordentliche Schrift kann jeder lesen, aber meine Hieroglyphen, die können nur ausgewählte vertrauenswürdige Leute entziffern. Der perfekte Nachrichtenschutz.“
„Wir sind aber nicht im Krieg“, gab Sir Nesselsuppe zu denken. „Und bei dieser Aufgabe geht es um Lesbarkeit. Gleich nochmal! Schreib diesmal in Druckbuchstaben, genau so wie es im Buch vorgegeben ist!“
Pyro murrte und setzte sich dann erneut an die Aufgabe die erste Seite abzuschreiben. Der Lehrer schüttelte den Kopf.
„Es ist schon interessant wie du dir immer wieder neue Ausreden einfallen lässt, aber du gehst nicht eher, bis ich mit deiner Schrift zufrieden bin.“
Pyro wusste, dass es so war. Natürlich könnte er sich etwas ausdenken, um aus dem Klassenzimmer abzuhauen, aber das würde seine Situation auf lange Sicht nur verschlimmern, deswegen setzte er sich diesmal ernsthaft mit seiner Aufgabe auseinander, betrachtete die verschlungenen Buchstaben im Buch genau und begann dann zu schreiben. Es war fast wie malen. Tatsächlich sah sein zweiter Versuch schon wesentlich besser aus, nur dass die Schrift schief über das Blatt verlief. Sein Lehrer gab ihm ein zweites Blatt.
„Leg das über das Erste unter die Zeile, die du gerade schreiben möchtest. So behältst du eine Linie bei, achte nur darauf Buchstaben, die unter diese Linie geraten wie g,q,p und so weiter auszuschreiben. Da musst du das Blatt dann eben mal kurz wegnehmen.“
„Das ist aber umständlich“, beklagte sich Pyro.
„Vielleicht, aber es soll doch hinterher ordentlich aussehen“, gab der Lehrer zu bedenken.
Pyro schnaufte genervt und schrieb weiter.
„Ich weiß, dass dir Geduld nicht liegt und dieses Buch abzuschreiben erfordert enorme Geduld und Feingefühl. Es ist deswegen die perfekte Methode um das bei dir zu trainieren.“
Pyro warf ihm einen miesepetrigen Blick zu.
„Ja, ich weiß, dass dir das nicht gefällt.“
Sir Nesselsuppe lächelte.
„Aber bei dieser langen Strafarbeit kannst du dir ganz genau durch den Kopf gehen lassen was du falsch gemacht hast. Glaub ja nicht, ich hätte deine fadenscheinigen Entschuldigungen nicht durchschaut. So einfach kommst du nicht davon. Natürlich braucht ihr alle vier die Anleitung eines erfahreneren Ritters, aber bei dir ist das besonders nötig. Es hat schon einen Grund warum König Castle dieser Unterricht wichtig ist. Du kannst nicht einfach abhauen wie es dir gefällt. Du hast deinem König Treue geschworen, aber bisher habe ich vor allem gesehen wie du es ihm schwer gemacht hast. Du musst wirklich noch an dir arbeiten.“
Pyro sagte nichts, sondern schrieb einfach nur weiter. Sir Nesselsuppe sah nachdenklich auf seinen Schüler herunter und fragte sich, ob aus ihm jemals noch ein angemessener Ritter werden würde. Er kontrollierte erneut was der orangene Ritter geschrieben hatte und nickte dann zufrieden.
„Viel besser. Jetzt kann man lesen was da steht. Nicht so gut wie das Original, aber akzeptabel. Hier hast du ein leeres Buch. Du kannst loslegen. Ich lass dich dann allein. Immerhin kann ich mir auch was Besseres als das hier vorstellen.“
Er reichte Pyro ein leeres Buch, in der gleichen Größe wie das Original und ging dann zur Tür. Bevor er verschwand hielt er noch einmal inne, wandte sich um und drohte mit dem Finger.
„Und lass dir nicht wieder irgendeinen Stuss einfallen! Der Geduldsfaden deines Königs ist im Moment sehr dünn.“
Die Tür knallte und Pyro war mit seiner Strafarbeit allein.


Währenddessen hatten Cyrill, Venom und Thunder viel Spaß in der „abgebrannten Taverne“. Neben ihnen stand ein Stapel leerer Teller. Satt und zufrieden scherzten sie und tranken Bier. Der rote Ritter bestellte sich gerade noch eins nach. Cyrill wunderte sich etwas, weil es gar nicht Thunders Art war so viel zu trinken.
„Was ist passiert?“
„Thunder trinkt jetzt auch“, sprach Venom das Offensichtliche aus.
„Was?“ fragte Cyrill erstaunt. „Welcher Schicksalsschlag hat ihn denn dazu getrieben?“
„Ich!“ lachte Venom.
Cyrill hatte erwartet es sei ein Scherz, aber Thunder, der sich wieder über sein Bier beugte, erklärte: „Wenn er von morgens bis abends nur über Geschichten wie Korgoth dem Barbaren oder die rechte und die linke Hand des Teufels, oder die unbeugsamen Zaubertrankschlucker oder weiß der Himmel wen noch labert, halt ich das einfach nicht nüchtern aus.“
„Oh ja, kennst du den schon?“ fragte Venom und fing wieder an eine seiner Geschichten zum Besten zu geben. „Zwei Barbaren wollen zur Armee. Ein kleiner Blonder mit Flügelhelm und ein großer Rothaariger mit Wildschweinhauerhelm. Um nach dem Weg zu fragen verprügelt der große eine Patrouille Soldaten, woraufhin sein Freund ihm erklärt, er hätte auch liebenswürdig sein und einfach nach dem Weg fragen können. Sie stehen schließlich vor der Kaserne, doch die Wache lässt sie nicht durch. „Kein Durchgang Barbar! Wenn du dich freiwillig melden willst, stell dich hinten an!“ Doch der kleine blonde Barbar hat keine Lust sich anzustellen. Er schluckt einen Zaubertrank und bekommt übermenschliche Kräfte, damit pfeffert er die Wache zur Seite und geht einfach durch. Woraufhin sein großer Freund sagt: „Ich kapier nicht ganz den Unterschied zwischen seiner Liebenswürdigkeit und meiner.“ Auch er will hinein, doch die Wache, die sich wieder aufgerappelt hat, ermahnt ihn keine Geschichten zu machen und sich hinten anzustellen wie alle anderen. Doch auch er hat darauf keinen Bock und ruft seinen Freund zu, dass die Wache, zu der er so liebenswürdig war, sehr liebenswürdig zu ihm ist und ob er zu ihm auch liebenswürdig sein darf. Sein Kumpel gibt das ok und der vollschlanke Barbar verpasst der Wache einen Kinnhacken, der sich gewaschen hat. Später als sie sich eingeschrieben hatten, sitzen sie beim Essen. „Je besser die Armee, desto schlechter das Essen. Das hält die Krieger bei schlechter Laune.““
„Wow, dann muss unsere Armee ja scheiße sein“, grinste Cyrill.
„Stimmt, bei uns schmeckt es immer gut“, stimmte Thunder zu und nahm noch einen Schluck Bier.
„He, unterbrecht mich nicht mit meiner Geschichte!“ raunzte Venom sie an, räusperte sich und fuhr dann fort.
„Der blonde Barbar probiert das Essen und sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass diese Armee so gut ist. Jetzt mal ernsthaft was soll das sein?“ Woraufhin der Hilfskoch erklärt: „Korn, Speck und Käse, aus Rationalisierungsgründen zusammengekocht.“ Damit nimmt er seinen fast noch vollen Topf und zieht ab. „Ungenießbar, widerlich, ekelhaft“, sagt der blonde Barbar und er und sein Kumpel gehen in die Küche, um den Köchen die Meinung zu geigen. Der Chefkoch tut erst so, als spielte er mit: „Ah, die großen Feinschmecker möchten das Essen gerne vorher bestellen.“ „Ja, ich würde gerne Wildschweine bestellen“, sagte der rothaarige Barbar und meint das völlig ernst. „Hätten die Herren vielleicht lieber etwas ausgefalleneres, etwas delikateres?“ „Na also, du hast es genau begriffen“, sagt der kleine Blonde. „RAUS AUS MEINER KÜCHE! ODER ICH LASS EUCH IN DEN KERKER WERFEN!“ brüllt da der Chefkoch, der komplett austickt. „Darf ich liebenswürdig zu ihm sein?“ fragt der große Barbar den Kleinen. „Ich wollte dich gerade darum bitten“, sagt sein Freund grinsend. Der Chefkoch bekommt einen Satz warmer Ohren und landet mit großem Karacho in seinem eigenen großen Suppentopf mit dem ekligen Fraß, das über dem Feuer hängt.“
Venom fing an schallend zu lachen. Cyrill und Thunder grinsen nur müde. Es schien ihren Freund nicht zu stören, dass sie gar nicht richtig mitlachten.
„Weißt du“, fing Cyrill an. „Deine Geschichten sind ja unterhaltsam, aber nach ner Zeit nervt das auch.“
Venom warf ihm einen giftigen Blick zu.
„Ja, ist so“, gab Thunder seinen Senf dazu.
„Außerdem erwartest du, dass wir dir zuhören, aber selbst hörst du uns oft nicht zu, oder es ist dir einfach egal was wir sagen“, sagte Cyrill säuerlich.
„Ja, ist so“, wiederholte der rote Ritter und nahm noch einen Schluck.
„Ihr hört mir auch nicht immer zu“, beschwerte sich Venom und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Meistens aber schon“, behauptete Thunder.
„Aber eben nicht immer“, beharrte der grüne Ritter.
„Ach ja?“
„JA!“
Ihr Streit schauckelte sich immer weiter hoch, bis er in einer ordentlichen Prügelei ausartete. Die Wut hatte sich über die Jahre angestaut und brach sich jetzt Bahn. Der Wirt, der das schon von früher kannte, verschanzte sich eilig hinter der Bar und hoffte, dass seine Taverne diesmal nicht wieder völlig zerstört würde. Stühle flogen, Tische brachen, während die halb angetrunkenen und damit enthemmten Ritter all ihrem Ärger freien Lauf ließen. Zugegeben, bei Venom war es weniger der Alkohol, als die Wut. Eine Giftwolke waberte durch die Taverne und eilig sprangen alle noch verbliebenen Gäste aus den Fenstern, manche ließen sich auch einfach hinausfallen, weil sie es in ihrem betrunkenen Zustand nicht mehr anders konnten. Immerhin gaben sie so dem Gift eine Möglichkeit, um abzuziehen. Elektrische Entladungen zuckten durch den Schankraum und Eiszapfen hingen von der Decke und durchbohrten einige Wände. Nach über einer Stunde legte sich die Wut der Kämpfenden. Die Ritter keuchten erschöpft und besahen sich das Chaos, das sie verursacht hatten.
„Woho, ging ja ganz schön hoch her“, sagte Thunder und etwas Stolz, aber auch ein bisschen Beschämen schwang in seiner Stimme mit.
„Ja, es ist etwas … ausgeartet“, gab Cyrill zu und suchte nach dem Wirt, der inmitten von zerplatzten Flaschen zitternd in der Ecke hinter dem Tresen kauerte. „Tut mir echt Leid“, erklärte Cyrill und warf dem Wirt einen Goldbeutel zu. Es war alles Gold, das er im Moment dabei hatte. Wie gewonnen so zerronnen.
„He, gebt auch was dazu!“ forderte Cyrill seine Freunde auf.
„Es war deine Schuld, dass es überhaupt so weit kam“, brauste Venom wieder auf und sah gar nicht ein, etwas herauszurücken.
„Meine Schuld?“ kam es eisig von Cyrill.
„Ja, deine Schuld!“ giftete Venom zurück.
Die Situation drohte wieder zu eskalieren.
„Woho, stopp, stopp, stopp!“ rief Thunder und ging dazwischen.
„Wir hatten ja alle unseren Spaß und haben unsere Standpunkte, denke ich, mehr als deutlich gemacht. Nun ist aber gut. Wir sollten die Taverne stehen lassen, sonst kriegen wir noch Hausverbot.“
Ein ungläubiges Röcheln und Gurgeln kam hinter dem Tresen hervor.
„Na gut, in Ordnung“, hörte Venom auf seinen Freund und zückte seinen Geldbeutel und legte ihn auf die Bar.
Thunder tat es ihm gleich und zu dritt verließen sie die „abgebrannte Taverne“.
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