Castle Crashers - 4 haun aufm Putz

GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Blauer Ritter Grüner Ritter Königliche Wache Oranger Ritter Roter Ritter
16.07.2019
08.10.2020
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15.09.2019 5.428
 
Aus zunächst unerfindlichen Gründen waren Pyro, Venom, Thunder und Cyrill dieses Mal vor Sir Nesselsuppe im Unterrichtsraum. Sie wollten sich gerade darüber wundern, da dies sonst nie der Fall gewesen war, als ihr Lehrer mit Schwung die Tür auffliegen ließ und mit festen schnellen Schritten vor sie trat. Im Allgemeinen hatten sie von ihm die Auffassung, dass er streng war, aber diesmal erlebten sie ihn wirklich wütend.
"Wer zum Teufel hat mir diesen Attentäter-Dschinn in der Dusche auf den Hals gehetzt?"
Venom, Thunder und Cyrills Augen wurden groß und sie sahen sich verwundert an. Nur Pyro ließ sich nicht anmerken, dass er etwas damit zu tun hätte und gerade das entlarvte ihn.
"DU warst das, hab ich Recht?" blaffte Sir Nesselsuppe ihn an. "Hätte ich mir ja denken können. So etwas verantwortungsloses ..."
"He, es sollte nur ein kleiner Scherz sein. Und ich war wirklich nicht verantwortungslos. Ich hab es vorher selbst ausgetestet und hielt es für einen kleinen Spaß", versuchte Pyro seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen.
"Spaß!" zischte sein Lehrer. "Vielleicht ist es für dich Spaß, wenn ein blutrünstiger Dschinn dich aus dem Nichts heraus angreift, ICH für meinen Teil möchte mich unter der Dusche einfach nur entspannen. Es sind die einzigen ruhigen Minuten des Tages für mich und was ich da ganz bestimmt nicht brauche ist ein potenziell tödlicher magischer Geist aus der Seife."
Pyro wollte wieder etwas einwenden, doch diesmal ließ Sir Nesselsuppe nicht zu, dass er unterbrochen wurde.
"Egal welche Ausflüchte du vorbringen willst, ich glaube dir nicht. Du kannst mir nichts vormachen. Ich nehme es als persönliche Beleidigung, dass du und zu gewissen Teilen auch deine Kollegen ..."
Er funkelte jetzt einmal mit seinen Augen durch den Raum.
"... meine Intelligenz so gering schätzt. Natürlich wollt ihr mich loswerden. Ich bin der Grund warum ihr hier in der Burg nicht mehr machen könnt was ihr wollt, klar, dass ihr mich loswerden wollt. Und du ..."
Er wandte sich mit all seinem Ärger wieder dem orangenen Ritter zu.
" ... hast dir wohl gedacht, dass so ein Attentäter-Dschinn die beste Lösung wäre."
Sir Nesselsuppe rümpfte die Nase.
"Nun ... ich muss dich enttäuschen. War es nicht. Doch ich bin erschüttert, dass du geglaubt hast, dass ich ihn nicht besiegen könnte, oder, dass ich jetzt aufgeben und euch einfach gewähren lassen würde. Hältst du mich wirklich für so willensschwach?"
Pyro sagte nichts, sondern legte leicht den Kopf schräg, was schon Antwort genug war.
"Und ihr?" fragte Sir Nesselsuppe jetzt die anderen. "Haltet ihr mich auch für schwach? Widerstrebt es euch deswegen meinen Befehlen Folge zu leisten?"
Die Ritter sahen sich an.
"Naja ..." kam es schwach von Venom, der mit den Schultern zuckte.
Cyrill schaute schuldbewusst drein. Thunder guckte aus dem Fenster. Sir Nesselsuppe schritt im Zimmer auf und ab, hob wild gestikulierend die Hände und sagte aufgebracht: "Ja, ihr denkt euch wohl, dass ihr die tollsten seid, euer Erfolg ist euch zu Kopf gestiegen, nur weil ihr ein paar Abenteuer erfolgreich gemeistert habt. Ganz nach dem Motto: Der Stärkere hat Recht. Was soll so ein alter Knacker euch da noch beibringen, was? Ich mach euch einen Vorschlag: Wir kämpfen das aus, gleich jetzt unten im Hof. Ihr vier gegen mich. Wenn ihr gewinnt, dann werde ich sofort von hier verschwinden und ihr müsst mich nicht mehr als Lehrer ertragen, aber wenn ich gewinne erwarte ich, dass ihr endlich aufmerksam meinem Unterricht folgt, keine Widerrede mehr gebt und zumindest versucht euch zu vorbildlichen Rittern weiterzuentwickeln."
"Du gegen uns vier?" fragte Thunder verwundert.
Sie berieten sich kurz.
"Sollte kein Problem werden, wir haben schon ganz andere besiegt", sagte Thunder schulterzuckend.
"Heizen wir ihm ein!" sagte Pyro mit funkelnden Augen, der es gar nicht abwarten konnte, dass es endlich losging.
"Sollte schnell gehen", kam es von Venom.
"Es ist unsere beste Chance ihn loszuwerden, also strengt euch an", schwor  Cyrill seine Freunde auf den Sieg ein, drehte sich dann zu Sir Nesselsuppe um und erklärte: "In Ordnung. Die Wette gilt. Auch wenn es etwas unfair ist, immerhin sind wir zu viert und du nur allein, aber immerhin hast du es so vorgeschlagen."
Der alte Ritter nickte knapp und rauschte dann aus dem Zimmer und die Treppen hinunter in den Hof. Sie stellten sich auf, Cyrill, Pyro, Thunder und Venom auf der einen Seite des Hofes von dem flugs alle Bediensteten flüchteten, weil sie ahnten, dass hier gleich die Hölle losbrechen würde und Sir Nesselsuppe auf der anderen Seite.
"Na los, worauf wartet ihr?" fragte der alte Ritter, der sein Schwert gezogen hatte.
Er trug noch nicht mal eine Rüstung.
Venom griff als erster an, feuerte einen Giftball zur Ablenkung ab und stürmte los wie ein Stier. Seine Kameraden verteilten sich, um ihren Kontrahenten von einer anderen Seite anzugreifen. Die Giftkugel näherte sich immer schneller, doch Sir Nesselsuppe brauchte nur einen sparsamen Schritt zur Seite zu gehen, um dem Angriff auszuweichen. Ebenso wie Thunders Blitz und Cyrills Eisangriff. Es war ganz erstaunlich wie Sir Nesselsuppe genau abschätzen konnte wo die Magie einschlagen würde und wie viel er sich deswegen bewegen müsste, um den Geschossen gerade so auszuweichen. Venom legte jetzt all seinen Schwung und seine Masse in seinen Sturmangriff, um seinen Gegner einfach umzurennen und auszuknocken, doch es kam anders. Sein Lehrer streckte die linke Hand aus und nutzte die Hebelkräfte, um Schwung und Masse gegen Venom einzusetzen. Hart kam der grüne Ritter auf dem Boden auf und wurde bewusstlos. Pyro hatte sich von hinten angeschlichen und griff mit einem Feuerwirbel an. Das heiße Feuer verschlang Sir Nesselsuppe, wütete und gipfelte in einer großen Flammensäule.
"Ha, erledigt", freute sich Pyro und grinste.
"Meinst du nicht, dass das ein bisschen übertrieben war?" fragte Cyrill, der ahnte, dass Pyro sich jetzt für einen weiteren Mord verantworten musste, doch als sein Kumpel seinen Angriff beendete, sahen sie erstaunt, dass ihr Lehrer völlig unversehrt war.
"Was zum Teufel ..." fing Pyro an, doch eine unsichtbare Faust fegte ihn von den Füßen und rammte ihn an die Hofmauer.
Cyrill und Thunder reagierten schnell, sprangen los, Thunder von links und Cyrill von rechts und nahmen ihren Kontrahenten mit einem magischen Angriff in die Zange. Ihren Gegner schien das überhaupt nicht zu beeindrucken. Er schwenkte seine linke Hand und lenkte den Blitz des roten Ritters an sich vorbei zu Cyrill, der aufgrund seiner Rüstung nichts zu befürchten hatte, doch die Eiskugel, die der blaue Ritter abgeschossen hatte, wurde abgelenkt und traf Thunder, woraufhin dieser eingefroren wurde und deswegen auch seinen Blitzangriff abbrach. Venom richtete sich kopfschüttelnd auf, um sich wieder zu sammeln doch sein Einsatz im Kampf währte nicht lange, denn Cyrill hatte zu spät gesehen, dass sein Freund Sir Nesselsuppe von hinten angreifen wollte und als dieser auswich, traf den grünen Ritter seine Eiszapfenattacke.
"Ups", kam es von Cyrill und wurde überraschend von Venoms Giftangriff getroffen.
Cyrill knickte stöhnend ein. Venoms Angriffe töteten nicht immer sofort. Dieser Angriff war hässlich und würde ihn langsam dahinsiechen lassen. Wenn er Sir Nesselsuppe noch besiegen wollte, blieb ihm nicht viel Zeit. Ihm ging langsam auf, dass der alte Ritter auf Kraft verzichtete und sie allein mit Taktik und Geschick gegeneinander ausspielte. Er verfluchte sich, dass er den alten Ritter unterschätzt hatte und versuchte jetzt seinerseits eine Taktik zu entwickeln, um ihn zu besiegen. Er setzte erneut einen Eiszapfenangriff ein, aber nur als Ablenkung, und während der alte Ritter auswich, kam er von links, führte eine Finte aus und griff dann von hinten an. Er war sich seines Sieges sicher, doch wie staunte er, als Sir Nesselsuppe seinen Angriff grinsend konterte und ihm einen schmerzhaften Hieb gegen den rechten Oberarm versetzte. Cyrill biss die Zähne zusammen. Der Angriff war nicht darauf ausgelegt gewesen ihn zu töten, sondern ihn in seiner Bewegung einzuschränken. Sein Arm war jetzt geprellt und es kostete ihn mehr Anstrengungen sein Schwert zu führen. Er versuchte es erneut mit einer Finte, diesmal die komplexeste, die er auf Lager hatte, doch auch diese wurde durschaut. Es entspann sich ein packender Zweikampf, doch egal was er tat, Sir Nesselsuppe schien immer schon im Voraus zu wissen wie er seine Angriffe parieren oder gegen ihn selbst einsetzen sollte. Vielleicht wäre der Angriff von Pyro, der sich jetzt mit gezogenem Schwert von hinten seinem Lehrer näherte, geglückt, wenn Cyrill nicht automatisch mit den Augen zu ihm gesehen hätte. Als der alte Ritter das sah, wusste er, was auf ihn zukam. Er stieß seine linke Hand in einer kraftvollen magischen Geste nach vorn und wieder wurde die telekinetische Magie des alten Ritters eingesetzt um seinen Gegner von sich weg zu schicken. Cyrill kam hart auf dem Boden auf und blieb regungslos liegen. Sir Nesselsuppe wirbelte herum und parierte Pyros potenziell tödlichen Schwertangriff und nutzte dessen Schwung gleich, um einen Gegenangriff auszuführen. Der Lehrer startete danach eine Finte, auf die der orangene Ritter prompt hereinfiel und ebenfalls einen schmerzhaften Hieb an der rechten Schulter einstecken musste. Pyro schnaubte, was er immer tat, wenn sein Blut zu kochen anfing. Er entfesselte seine hitzige Magie und ließ ein Dauerfeuer auf seinen Lehrer hereinbrechen, doch der nutzte ebenfalls wieder seine Magie, um das Feuer von sich abzuleiten, so dass eine etwa fünfzehn Meter hohe orangerote Feuersäule in den Himmel schoss. Obwohl Pyros Unterfangen wirkungslos war, brach er seinen Angriff nicht ab, oder änderte seine Taktik. Er blieb dabei. Sein Körper war so mit Adrenalin geflutet, dass er nicht in der Lage war sich eine wirkungsvolle Strategie zu überlegen. Stattdessen schnaubte er noch einmal wie ein wütender Stier, seine Magie glühte intensiver und er pumpte all seine Energie in seinen Flammenangriff. Das Feuer glühte jetzt so gleißend hell, dass es in den Augen schmerzte, die Flammen schienen wütend zu brüllen. Das Kopfsteinpflaster um Sir Nesselsuppe herum fing an zu glühen und zu flirren und dann zu schmelzen, doch auch davon ließ sich der alte Ritter nicht beeindrucken. Er musste diesen Angriff einfach nur aussitzen, bis Pyro schwer atmend inne hielt, weil er all seine Kraft in diesen energiefressenden magischen Angriff gesteckt hatte. Sein Lehrer erteilte ihm eine Lektion, indem er ihn mit Telekinese am Schlafittchen packte und einfach hochhob. Egal wie sehr der orangene Ritter zappelte und fluchte, es half ihm alles nichts. Sir Nesselsuppe wartete, bis sein Schüler endlich einsah, dass er machtlos gegen ihn war, dann verpasste er ihm eine magische Ohrfeige, die ihn besiegte. Thunder schaffte es jetzt aus dem zum großen Teil geschmolzenen Eis auszubrechen und griff jetzt seinerseits an. Die Blitze warf Sir Nesselsuppe auf ihn zurück. Thunder geschah nichts, die Blitze zuckten einfach nur um seine Rüstung herum, doch für den alten Ritter würde es jetzt gefährlich werden in den Nahkampf zu gehen. Deswegen sah er davon ab sich mit dem roten Ritter zu duellieren und beendete diesen Zweikampf schnell indem er ihn mit seiner Magie gegen die nächste Hofmauer feuerte. Venom wollte sich gerade wieder mühsam aufrichten, doch Sir Nesselsuppe titschte ihn beinahe sanft mit seiner Magie auf den Boden zurück. Zufrieden lächelnd sammelte er die vier mit seiner Magie ein, ließ sie vor sich schweben und sie dann nicht ganz so sanft auf die harten Kopfsteine vor sich fallen. Die vier Ritter stöhnten leidgeplagt.
"So", begann Sir Nesselsuppe lächelnd, "vielleicht sollte ich mich erneut vorstellen. Ich bin Sir Nesselsuppe, bester Ritter von König Wilhelm und euer Lehrer. Da wir das jetzt erledigt haben, fordere ich von euch, dass ihr mir nun endlich aufmerksam zuhört und auch wirklich beabsichtigt euch zu bessern. Bleibt ruhig unten!"
Seine vier Schüler hatten sich geraden nacheinander aufrichten wollen, doch ein sanfter Stoß von Sir Nesselsuppes Magie unterband dies und sie sanken in eine kniende Haltung zurück.
"Also. Ihr gebt doch zu verloren zu haben, oder?" fragte ihr Lehrer bohrend.
Die vier Ritter sahen sich betreten an, grummelten und murmelten: "Ja", "Ist ja gut", "Wir haben verloren", "Du hast gewonnen."
"Schön", sagte Sir Nesselsuppe, der demonstrativ übers ganze Gesicht strahlte. "Dann komme ich wohl endlich dazu euch etwas beizubringen. Fangen wir gleich mit den Lektionen an. Venom, du solltest erst nachdenken, bevor du angreifst. Auf sie mit Gebrüll ist selten die beste Methode. Ich kann dir nur raten auch immer ein Hintertürchen bei deinen Attacken offen zu halten. So wie du mich angegriffen hast, blieben dir nur zwei Möglichkeiten, mich zu überwältigen oder zu versagen. Ein feindlich gesinnter Gegner hätte dich einfach töten können."
Er sah jetzt vom grünen zum roten Ritter.
"Thunder, du hast mich zuerst vollkommen unterschätzt. Obwohl es sonst nicht deine Art ist, hast du es deswegen komplett versäumt dir zu überlegen wie du mir am besten begegnest. Erst später, als du mich als Gefahr erkannt hast, überlegtest du dir etwas. Und noch so als Tipp, wenn du gegen Feinde mit Rüstungen kämpfst: Wie du gesehen hast ist Elektrizität auf komplett mit Metall geschützte Gegner nicht sehr wirkungsvoll. Da musst du dir wohl etwas anderes überlegen."
Er trat jetzt vor den blauen Ritter.
"Cyrill, auch du hast mich maßlos unterschätzt und dir deswegen nicht überlegt welche Taktik du gegen mich anwenden willst. In einem echten Kampf hätte dich das dein Leben und das deiner Kameraden kosten können. Später hast du dir zwar etwas überlegt, aber mich immer noch unterschätzt. Du hast dir einfach nicht vorstellen können, dass ich jede deiner Finten kennen könnte und so wissen würde, was du als nächstes tun würdest. Merke dir, selbst ein scheinbar schwacher Gegner kann eine tödliche Gefahr sein. Und nun zu dir Pyro."
Er trat vor den orangenen Ritter und sah wütend auf ihn herab.
"Du hast dir wohl überhaupt nichts bei deinen Angriffen gedacht, oder? Taktik, Strategie, davon hast du wohl noch nie etwas gehört, was? Obwohl du gemerkt hast, dass dein Feuerangriff dich nicht weiterbringt, hast du einfach weitergemacht und noch dazu all deine Kraft in diesen völlig sinnlosen Angriff gelegt. Im Kampf lässt du dich allein von deiner Intuition leiten und deine Emotionen lassen dich nicht mehr klar denken. Dass du noch nicht gestorben bist, ist wirklich ein Wunder. Und was sollten diese hinterhältigen Angriffe? Du bist ein Ritter, vergiss das nicht! Wenn du es mit ein paar Strauchdieben zu tun hast, meinetwegen, aber gegen einen Ritter will ich solche Angriffe nie wieder sehen, hast du mich verstanden?"
Pyro nickte wiederwillig. Sir Nesselsuppe stieß genervt die Luft aus und fuhr dann fort: "Nicht nur, dass ihr mich alle völlig unterschätzt habt, nein, ihr habt auch noch versucht mir schwer zu schaden. Ich bin schwer enttäuscht. Es sollte doch eigentlich klar sein, dass verbündete Ritter nicht mit potenziell tödlichen Angriffen bedacht werden. Beinahe alle eure Attacken zielten darauf ab mir tödliche Verletzungen zuzufügen, während meine Angriffe euch immer nur außer Gefecht setzten, oder ich eure eigenen Attacken gegen euch richtete. Ihr habt wirklich noch sehr viel zu lernen. Und jetzt Abmarsch zum Krankenzimmer und morgen will ich euch pünktlich im Unterricht sehen. Ich erwarte ab sofort immer, dass ihr gut mitarbeitet, mir wirklich zuhört und das gelernte auch anwendet. Ich muss zugeben, es wird nicht leicht, aber so einfach will ich nicht aufgeben, um aus euch vorbildliche Ritter zu machen."


Die Ärztin war etwas überrascht gleich alle vier zu sehen. Cyrill hatte es am Schlimmsten getroffen, da er Venoms Giftangriff abbekommen hatte. Ein halber Heiltrank war fällig. Sie schimpfte etwas, weil kaum noch etwas übrig war und erklärte, dass die anderen so klar kommen mussten. Da die anderen drei hauptsächlich in ihrem Stolz verletzt waren, sahen sie das nicht so eng. Während des Mittagessens herrschte bedrückte Stimmung.
„Er hat Recht, wir haben ihn unterschätzt“, kam es von Thunder, der zuerst das Wort ergriff.
Pyro zuckte zusammen, als hätte sein Freund ihm eine verpasst.
„Musst du das denn noch aussprechen? Schlimm genug, dass wir gegen den alten Zausel verloren haben.“
„Du bist mal ganz still, was war denn das überhaupt für ein Attentäter-Dschinn von dem er sprach?“ fragte Cyrill wütend.
„Das war kein Attentäter-Dschinn, sondern ein Gladiator Genie aus der Seife. So wie Venom erzählt hat.“
Thunder und Cyrill sahen ihn verständnislos an.
„Die Männerduschprodukte“, half Pyro nach, damit es bei ihnen Klick machte.
Sie sahen aber immer noch nicht so aus, als würden sie verstehen wovon er redete, Venom wohl schon, denn er sah schuldbewusst auf seinen Teller.
„Hast DU ihm von diesem Mist erzählt?“ fragte Thunder ihn jetzt gereizt.
Der grüne Ritter sah ihn unglücklich an.
„Ich kann doch nichts dafür, es war doch nur ein kleiner Spaß, als ich ihm davon erzählte. Ich konnte doch nicht ahnen, dass er die Gladiator-Genie-Seife wirklich kaufen würde, um Sir Nesselsuppe eins auszuwischen.“
„Sag mal wie lange kennst du Pyro jetzt eigentlich schon?“ kam die rhetorische Frage von Cyrill. „DU.DARFST.IHM.VON.SOLCHEM.GEFÄHRLICHEM.KRAM.DOCH.NICHT.ERZÄHLEN!!!“
Bei jedem Wort hieb er so kraftvoll mit seinem Panzerhandschuh auf den Tisch, dass die Teller und das Besteck klirrten.
„Und du hast auch nicht ein bisschen nachgedacht, oder?“ wandte er sich wieder Pyro zu. „Was hast du denn erwartet was passiert? Entweder er wird sauer, oder dieser komische Genie tötet ihn und du hättest noch mehr Ärger am Hals.“
„Wie gesagt, es sollte nur ein kleiner Spaß sein, um ihn zu erinnern, dass wir nicht ganz so glücklich mit ihm sind. Außerdem, vielleicht hätte er es ja ganz interessant gefunden mal wieder zu kämpfen. Ich fand es toll.“
„Was … soll das heißen?“ wollte Thunder wissen.
„Natürlich hab ich es vorher selbst ausprobiert.“
„Ach deswegen sieht der Duschraum jetzt aus wie er aussieht“, kam die düstere Stimme eines grauen Ritters von rechts. „Als einige von uns heute früh duschen waren, haben wir uns ganz schön erschreckt. Der Duschraum ist völlig verwüstet.“
„Ach verwüstet, verwüstet, das ist nur ein bisschen Ruß“, wehrte Pyro die Anschuldigungen des grauen Ritters ab.
„Ach ja? Vorher mussten wir jedenfalls nicht durch einen halb eingestürzten Tunnel kriechen“, sagte der graue Ritter aufgebracht und auch einige seiner Freunde sahen jetzt wütend zu Pyro hinüber.
Pyro fing an zu grinsen und wie die anderen Ritter seit dem Arenakampf mitbekommen hatten war das nicht unbedingt ein Zeichen für Freundlichkeit. Tatsächlich war es wirklich schwer festzustellen, ob Pyro sich einfach nur freute, wenn er grinste, oder drauf und dran war jemandem den Kopf abzuschlagen. Es war geradezu gruselig und so verwunderte es nicht weiter, dass einige der grauen Ritter beunruhigt waren.
„Ach, und jetzt wollt ihr euch bei mir beschweren? Vielleicht wollt ihr auch mal einen tollen Duschkampf erleben? Lässt sich leicht einrichten, oder wir kloppen uns gleich hier.“
Er stand auf und hieb seine rechte Panzerfaust in seine flache linke Hand. Die grauen Ritter wichen zurück. So wütend sie auch waren, sie wollten sich ganz sicher nicht mit ihm schlagen. Mal ganz abgesehen von den offensichtlichen Risiken könnte es sie ihren Job kosten, wenn sie sich mitten im Ritterspeisesaal prügelten.
„Jetzt hör doch mal auf mit dieser Aggroscheiße!“ kam es genervt von Thunder und rollte mit den Augen.
„Ja, sei artig Pyro, oder willst du wieder einen Regenbogenangriff von unserem Kumpel kassieren?“ zog Venom ihn auf und winkte gleichzeitig lässig zu Candy Andy hinüber, der am nächsten Tisch saß und die Situation wachsam beobachtete.
„Nein, will ich nicht“, knurrte Pyro und ließ sich widerstrebend zurück auf seinen Platz sinken.
„Wie hat sich das eigentlich für dich angefühlt, als du von diesem Regenbogenangriff getroffen wurdest?“ fragte Cyrill neugierig, während er seinen Eintopf löffelte.
Pyro sagte zuerst nichts und rief sich das Gefühl wieder in Erinnerung.
„Es war … als würde all der Ärger von mir Abfallen. Als hätte ein Wind all meine Gedanken weggefegt. Die Welt kam mir viel bunter und fröhlicher vor, so als würde es nichts geben das gefährlich wäre. Und ständig dudelte in meinem Kopf ein Lied über Sonnenschein, Lollis und Regenbögen. Es war sehr seltsam…“
Seine Freunde sahen ihn leicht verstört an.
„Jaahh… so hört sich das auch an“, sagte Thunder langsam.
„Du solltest wirklich auch langsam wieder was essen“, kam es von Venom, als er sich seinen zweiten Nachschlag nahm. „Hier sieh mal, lecker Schnitzel.“
Venom wedelte damit vor seinem Visier herum, doch Pyro schob ihn weg.
„Heißt das jetzt wirklich, dass wir auf diesen Typen hören müssen?“ fragte er und meinte damit Sir Nesselsuppe.
„Ich fürchte schon“, sagte Thunder und steckte sich den Rest seines Eierkuchens in den Mund.
Pyro schnaubte gereizt. Seine Freunde gingen nicht ganz so offen mit ihrer miesen Laune um, die auch am Nachmittag nicht verflog, als sie die Prinzessinnen bewachen mussten. Es war ein langweiliger Nachmittag, in dem überhaupt nichts passierte, das sich lohnte zu berichten. Am Abend schlug Venom vor einen trinken zu gehen. Die anderen waren so niedergeschlagen und missmutig, dass sie darauf eingingen. Es war der Gasthof „Zum Landstreicher“, am Rand eines Feldwegs, etwa einen Kilometer von der Burg entfernt. Als der Wirt kam, um die Bestellungen aufzunehmen, zählte Venom auf: „Also, eine Hühnersuppe, einen Bohneneintopf, ein Schweinekotelett mit Rüben und Erbsen und dann noch ein Rinderfilet mit Rotkraut, dunkler Soße und Schwarzwurzeln.“
Der Wirt nickte und wollte gehen.
„He, wir wollen auch noch bestellen“, rief Thunder ihm zu.
Der Wirt drehte sich mit großen Augen überrascht um, doch die Ritter gaben ihm gar nicht die Zeit, die er brauchte, um sich wieder zu fangen.
„Für mich eine Regenbogenforelle und ne Wildschweinkeule“, kam es vom roten Ritter.
„Und für mich nur eine knusprige Gans“, sagte Cyrill was ihm einen plötzlichen genervten Blick von Pyro einbrachte.
Der orangene Ritter sah gar nicht aus, als wenn er noch etwas sagen wollte, deswegen kam es schmunzelnd von Venom: „Und für Pyro den Kinderteller. Achja und noch vier Starkbier.“
Venom hatte gerade seinen Bohneneintopf aufgegessen und Thunder war mit seiner Forelle fertig, als Cyrill seine halb aufgegessene Gans kurz allein ließ, um sich Pyro zuzuwenden, der immer noch nichts von seinem Eierkuchen essen wollte.
„Ich versteh gar nicht wie man nichts essen will. Das schmeckt doch gut. Oder willst du lieber was von meiner Gans haben?“
„Nein“, knurrte Pyro, der immer noch schlechte Laune hatte.
„Wäre vielleicht auch keine gute Idee“, kommentierte Venom. „So viel Fett auf leerem Magen. Da kotzt er bestimmt nur wieder.“
Pyro warf ihm einen vernichtenden Blick zu und Cyrill bedeutete dem grünen Ritter, dass er ruhig sein sollte, da ihr Kumpel eh schon verärgert war.
„Guck mal, du musst irgendwann was essen. Ist nun mal so. Und du willst doch auch wieder mit uns losziehen und Abenteuer erleben, oder? Wenn du dann so entkräftet bist, dass dich der nächste Windhauch einfach umweht, dann macht das doch keinen Spaß, oder?“
Pyro sagte nichts, schnaubte dann und nach einigem Zögern griff er endlich nach dem Besteck und fing an zu essen.
„Siehst du, hab ich doch gesagt, ist nur eine Frage der Zeit“, sagte Venom mit vollem Mund, als er sich ein paar Rüben reinschaufelte.
„Du kannst es nicht lassen, oder?“ fragte Cyrill genervt.
„Was denn?“ fragte Venom unschuldig und trank noch von seinem Bier. „Schade, schon alle. Ich bestell mal nach.“
Sie hatten drei Runden hinter sich, als Thunder, Cyrill und Pyro schon recht angetrunken waren. Venom natürlich nicht. Er sah einfach nur belustigt auf seine Freunde und sagte schmunzelnd: „Höhö, ihr solltet euch sehen, ihr vertragt einfach gar nichts.“
„Gar nicht wahr“, kam es von Cyrill, der einen leeren Blick entwickelt hatte und leichte Gleichgewichtsstörungen hatte.
„Doch is so“, sagte Thunder und versuchte Cyrill sein Bier wegzunehmen.
„He, das ist meins“ kam es verärgert vom blauen Ritter und wollte sein Bier zurück.
Sie kabbelten sich, was damit endete, dass alle anderen Gäste fluchtartig den Gasthof verließen.
„Ach schön, jetzt haben wir alles für uns“, sagte Pyro und starrte dösig in die Flammen des Kamins.
„Ich werd immer müde vom Trinken.“
Er gähnte ausgiebig und seine Augen wollten zufallen.
„Du verträgst halt nichts, weder Essen noch Trinken“, sagte Venom und beendete sein vier Gänge Menü mit den letzten Resten der Schwarzwurzeln.
„Ach ja?“ fragte Pyro gereizt und in seine Augen wurden plötzlich wieder wach.
„JA!“ sagte Venom mit Nachdruck und trank demonstrativ noch ein Bier mit einem Zug leer.
„Ich geh mal auf den Donnerbalken“, erklärte Thunder trocken, um dem Ärger aus dem Weg zu gehen, stand auf und torkelte davon.
Seine Freunde bekamen es gar nicht so richtig mit.
„Wir können das ja gleich hier und jetzt klären!“ rief Pyro laut und seine Magie flackerte hitzig um ihn herum auf.
„Kämpfen, oder was?“ fragte Venom gelangweilt. „Ha, damit klären wir gar nichts. Geht ja ums Essen und da bist du eine Niete. Du schaffst ja nicht mal eine Rinderkeule.“
„Na warte, dir werde ich es zeigen. Ich geh jetzt raus und fress die halbe Kuhherde!“ rief Pyro feurig und sprang auf.
„Ja na klar“, sagte Venom, ohne ihn weiter zu beachten und hob abermals seinen nachgefüllten Humpen, um zu trinken.
Zu spät merkte er, dass die Tür knallte.
„Scheiße! Cyrill, meinst du, der macht das echt?“
Doch Cyrill war auf dem Tisch eingepennt und schnarchte leise vor sich hin.


Als Pyro am nächsten Morgen aufwachte, fehlte ihm zuerst jede Orientierung. Verwundert sah er sich um. Es war das ganz normale Verhalten nach einem Saufgelage mit den typischen Fragen am nächsten Morgen: Wieso bin ich auf einer gründlich verwüsteten Weide? Warum liegen hier so viele angekokelte Kuhkadaver? Und warum zum Teufel habe ich eine halb angefressene Kuhkeule in der Hand?
Er warf sie fort und richtete sich stöhnend auf. In der Ferne hörte er einige der verbliebenen Kühe ängstlich muhen. Der Ritter überlegte wo genau er war, wie er hierher kam und wo seine Freunde sein könnten. Offenbar war er genau zur richtigen Zeit aufgewacht, denn in der Ferne näherten sich einige Menschen. So wie es aussah, Leute vom nächsten Dorf und bestimmt war da auch der Besitzer der Kühe dabei.
„Oh mein Gott, was ist nur hier geschehen?“ fragte eine Bäuerin und schlug die Hände vor den Mund.
„Kam ein Drache und wollte sich die Kühe holen?“ fragte ein vielleicht zwölf Jahre altes Mädchen.
Pyro war dankbar für diesen Einfall, denn im Moment war der Teil seines Gehirns, der sich Ausreden einfallen ließ, noch nicht ganz wach.
„Genau. Ein Drache. Er kam hier mitten in der Nacht vorbei und hat mit seinen Flammen die Kuhherde zusammengetrieben, dann wollte er sich welche greifen.“
„Soso, ein Drache also“, kam es vom bärtigen und ziemlich kräftigen Besitzer der Kühe, der schon viel von Pyro gehört hatte. „Und warum sind dann keine Spuren von dem Biest zu sehen?“
„Na, der ist natürlich geflogen“, log Pyro ohne rot zu werden.
„Aha … und wie hat dieser Drache ausgesehen?“ bohrte der Mann weiter.
Pyro brauchte nicht lange, um sich etwas einfallen zu lassen und unterstrich seine Worte mit ausholenden Gesten.
„Er war sieben Meter groß und sechzehn Meter lang. Seine Flügelspanne betrug sogar achtzehn Meter. Er war vollkommen schwarz mit noch schwärzeren Streifen und blutroten Augen. Seine Zähne waren so lang wie Dolche und er hatte ein großes Maul mit kräftigen Kiefern. Stacheln verliefen von der Schnauze bis zum Schwanz, das in ein scharfkantiges Drachenviereck auslief. Seine kürzeren Vorderbeine nutzte er, um die Kühe wegzufangen. Auch mit den kräftigen Hinterbeinen hat er sich welche geholt, bevor ich ihn vertreiben konnte.“
Diese bildliche Darstellung überzeugte alle, selbst den Viehbesitzer.
„Gut, dass du da warst und die restliche Herde gerettet hast“, sagte die Frau des Kuhmannes.
„Ja, naja, dazu bin ich ja da“, sagte Pyro. „Ich hab aber jetzt noch anderes zu tun. Bis bald.“
Und er ging, ohne noch einmal zurückzusehen zur Straße und von dort zum Gasthof zurück, wo nur noch sein Kamel angebunden da stand. Seine Freunde waren wohl schon zur Burg zurückgekehrt. Er fand sie im Hof, wo überraschenderweise auch Sir Nesselsuppe war.
„Du kommst zu spät“, schnarrte er.
Pyro schwang sich von seinem Reittier und log ohne rot zu werden: „Ich musste noch gegen einen finsteren Drachen kämpfen, der ein paar Kühe der Bauern gejagt hat.“
„Soso, ein Drache also“, sagte Sir Nesselsuppe, der Pyro kein Wort glaubte.
Das erkannte sein Schüler sofort.
„Ich kann ihnen auch eine Zeichnung machen.“
„Nein, nicht nötig, wir haben heute anderes zu tun. Wie ich deinen Kollegen bereits sagte: Es wird Zeit, dass ihr euch um eure Bauern kümmert. Es geht darum, dass ihr darauf achtgebt, dass ihnen keine Gefahren drohen, dass sie ihre Ernte einfahren und die vorgeschriebenen Abgaben an den König zahlen.“
„Na siehst du, ich hab schon angefangen“, sagte Pyro verwegen.
„Und du kannst gleich damit weitermachen. Die anderen werden dich über die Einzelheiten aufklären. Ich will das jetzt nicht nochmal alles vorkauen müssen. Mein König hat eine Aufgabe für mich und da hab ich heute nicht mehr Zeit für euch. Das ist eure Chance euch zu bewähren. Ich erwarte, dass ihr euch wie richtige Ritter benehmt. Ich will keine Klagen über euch hören. Morgen früh, will ich euren Bericht lesen.“
Als Sir Nesselsuppe in der Burg verschwand, sagte Thunder: „Gar nicht schlecht. Können wir den heutigen Tag draußen verbringen. Na los, gehen wir zum Großbauern. Der wird uns noch am ehesten sagen können was anliegt.“
Der Großbauer hatte seinen Hof kaum zwei Kilometer von der Burg entfernt. Er besaß das meiste Land in der Umgebung und all die kleineren Bauern, die kein Geld hatten, pachteten bei ihm Felder, um darauf ihr Land zu bestellen. Die Ritter ritten auf den Hof, stellten ihre Reittiere einfach dort ab und fragten den erstbesten Knecht der ihnen über den Weg lief, wo sich sein Herr befand.
„Drinnen“, sagte der Mann ängstlich und machte, dass er davon kam.
Sie brauchten nicht lange nach dem Chef zu suchen. Er saß an einem Tisch und schrieb Zahlen in ein kleines Büchlein. Pyro ging ohne irgendwelches Vorgeplänkel zu dem Großbauern und fragte: "He du, alles in Ordnung hier? Brauchst du Hilfe?"
Der Bauer erkannte Pyro sofort, seine Augen fielen ihm vor Schreck beinahe aus den Höhlen, sofort ließ er sich auf den Fußboden fallen und kniete flehentlich vor dem orangenen Ritter, der nicht wusste was das sollte.
"Bitte! Brennt meine Felder nicht ab, wir mussten so schwer ackern, damit wir diesmal eine gute Ernte bekommen."
"Aber ich hab doch gar nicht vor..." setzte Pyro an.
"Bitte! Ich flehe euch an! Verschont uns!"
"Weg da Pyro, du machst ihm ja Angst! Lass mich mal", sagte jetzt Cyrill und schob seinen Kollegen zur Seite. "Hast du Probleme mit irgendwelchen Viechern oder Räubern?"
Der Bauer sah schüchtern auf und sagte gepresst: "Räuber gab es früher mal, aber ihr habt das Problem sehr gut in den Griff bekommen, doch immer öfter zerwühlen Wildschweine die Äcker und zerstören Teile der Ernte."
"Wildschweine? Echt jetzt?" fragte Pyro genervt und atmete schwer aus. "Kann es nicht irgendwas Gefährlicheres sein? Mantikore oder Greife, oder Gorgonen oder was auch immer? Wildschweine? Ist ja lachhaft."
Der Bauer sah ängstlich zu ihm und ihm war klar anzusehen, dass er sehr froh war, dass sich solche Scheusale nicht in ihrer Nähe befanden.
"Ach komm Pyro, jetzt stell dich nicht so an. Schwein ist Schwein und wenn’s den Bauern Stress macht ist es ebenso eine Bedrohung wie eine Gorgone oder Harpien oder was auch immer", sagte Cyrill, um den in letzter Zeit schnell gereizten Pyro zu beruhigen.
"Na schön", sagte der wenig begeistert und folgte seinem Freund.
Zusammen gingen die vier in den Wald und jagten dort bis in die Abendstunden Schwarzkittel. Sie hatten so viele getötet, dass sie gar nicht wussten wohin mit der vielen Beute. Schließlich verluden sie alle auf einen Wagen, den Pyros Kamel zu den Bauern zog. Die konnten gar nicht glauben, dass sie die Hälfte abbekamen, also immerhin sechzehn Schweine. Das war mehr Fleisch, als sie sonst in zwei Jahren zu Essen bekamen. Sie bedankten sich immer wieder vor den Rittern und buckelten. Venom, Cyrill, Thunder und Pyro war das schon unangenehm. Sie fanden die Bauern sollten sich nicht so zum Affen machen, denn immerhin war es doch ihre Aufgabe sie vor solchen Tieren zu schützen und irgendwo musste das Fleisch ja dann auch hin. Die andere Hälfte nahmen sie mit zur Burg und luden es bei der Küche ab. Die Küchencheffin kam sofort herausgestürzt, schlug ihre Hände aufs Gesicht und schwankte zwischen Dankbarkeit und Verzweiflung, weil sie nicht wusste wo sie auf die Schnelle all die Helfer herholen sollte, um die Tiere zu verarbeiten, bevor sie verdarben. Die vier Ritter fanden, dass sie das Thema Lebensmittelbeschaffung bravourös erledigt hatten.
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