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~Falling Leaves~

von BigPanda
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Bang Chan Kim Woojin
16.07.2019
16.07.2019
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Falling Leaves




„Anyone who thinks falling leaves are dead


has never watched them dancing on a windy day.“




Seit er denken konnte, war der Herbst Chans Lieblingsjahreszeit gewesen. Schon von klein auf hatten ihn die satten Farben der bunten, tanzenden Blätter fasziniert, während sie, wie Teile des Regenbogens leuchtend, auf den Boden gesegelt waren. Manchmal erinnerten sie ihn auch an Teile eines riesigen Puzzles, zu groß, um es je vollständig zusammenzusetzen. Und das Licht der Sonne, die jedes Mal zum Sommerende besonders stark zu scheinen schien, war wohl das Faszinierendste an dem farbenfrohen Schauspiel gewesen. So, wie es die Welt in ein goldenes Licht hüllte, in dem alles so unwirklich schien, so zerbrechlich und doch stärker denn je. Genauso wie er.

Es war kaum zwei Jahre her, dass Chan ihn zufällig beim Üben getroffen hatte. Oder besser gesagt beim Singen. Der Blondhaarige war auf dem Weg zum Tanztraining gewesen, als er durch die Gänge des riesigen Entertainments gehetzt war und ihn dort erstmals hörte.

Seine Stimme hatte ihn sofort an das kräftige Rot-Gelb der, auf den Straßen liegenden Blätter erinnert. Warm und weich waren die Töne dahingeflossen und die angenehme Stimme hatte sich so sanft an die Töne des begleitenden Klaviers geschmiegt wie Seide. Es war die perfekte Harmonie entstanden. So perfekt, dass Chan sich kurzzeitig hatte fragen müssen, ob da wirklich noch ein Mensch und nicht schon ein Engel sang. So gefühlvoll und doch technisch fast perfekt hatte die Stimme des Unbekannten sogar bei extrem hohen Noten förmlich wie Honig geklungen.

Und hatte Chan, wie er da vor der Tür stand und lauschte, all seine Pläne vergessen lassen. Bis das Lied verklungen und er endlich wieder zu sich gekommen war und einen Moment ziemlich verloren vor dem Raum herumstand, nicht wissend, ob er nun hineingehen oder lieber draußen bleiben sollte. Doch diese Entscheidung wurde ihm recht schnell abgenommen, als nun jemand aus besagtem Raum herausgekommen und unweigerlich mit ihm zusammengestoßen war. Chan hatte sich natürlich sofort entschuldigt und seinem Gegenüber dabei geholfen, die heruntergefallenen Papiere aufzusammeln.

Wie sich herausstellte waren es genau die Noten des Liedes, das er eben gehört hatte und Chan sah entsprechend überrascht auf. „Warst du derjenige, der vorhin ‚When i was your man‘ von Bruno Mars gesungen hat?“, fragte er sicherheitshalber nochmal nach und sah nun zum ersten Mal wirklich den vor sich stehenden Jungen an. Braune Strähnen fielen ihm ins Gesicht während er sich runter beugte und die klugen, braunen Augen musterten ihn kurz, bevor Angesprochener lächelnd antwortete: „Ja, ich habe mich mal an so einer Art Cover versucht. Wie fandest du es?“

Seine Augen waren durch das Lächeln kleiner geworden, trotzdem konnte Chan sehen, wie sehr sie leuchteten. Das kantige Kinn und die geschwungenen Lippen wurden jetzt noch besser in Szene gesetzt als ohnehin schon. Alles in Allem war der Junge wirklich hübsch, das musste Chan einfach zugeben. „Hey, alles in Ordnung?“, fragte der Junge vorsichtig und das lächelnde Gesicht verwandelte sich in ein Besorgtes.

Ertappt zuckte Chan zusammen und sah auf den Boden, tat so, als würde er die Blätter in seiner Hand sortieren. Wohlwissend, dass seine Ohren wahrscheinlich kirschrot geworden waren, murmelte er ein „Ja, alles gut.“, bevor er ein Lächeln aufsetzte und sich erhob. „Ich war bloß gerade in Gedanken. Aber deine Stimme passt echt super zu dem Lied. Es hört sich klasse an!“ Nun war es an dem Braunhaarigen, rot zu werden: „Danke. Ich muss zwar noch ein bisschen dran feilen, aber wenn du es so gut findest, dann hab ich wohl doch nicht mehr so viel zu tun, wie ich dachte.“ „Wenn du willst, kann ich dir ja dabei helfen. Ich bin übrigens Chan.“, stellte sich Besagter mit einer schnellen Verbeugung vor. „Woojin.“, erwiderte der Junge und verbeugte sich ebenfalls.

Seitdem war viel passiert. Zwar hatte Chan zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seiner Aufgabe, eine Gruppe zusammenzustellen, gewusst, doch das ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Und da sie bis dato immer wieder zusammen trainiert hatten, war es natürlich auch nicht mehr verwunderlich, dass Chan Woojin als einen der Ersten fragte, ob er Lust hatte, Teil seiner Gruppe zu werden.

Doch niemandem schien dabei aufgefallen zu sein, wie Chan nervös seine Hände knetete und sich durchs Haar fuhr. Er selbst hatte es auf die enorme Verantwortung geschoben, die ihm nur kurz vorher übertragen worden war. Und nachdem sich ihre kleine Gruppe gebildet hatte, war diese Lapalie sowieso in den Hintergrund getreten.

Stattdessen hatte sich alles um die Survivalshow gedreht und das hieß für sie Üben, Üben, Üben. Und Überleben. Die Schwierigkeiten hatten sie alle zusammengeschweißt und so waren gegenseitige Kuschelattacken auch nichts Besonderes mehr. Und ein Kribbeln im Bauch nur etwas, dass Chan auf den Stress schob.

Auch nach Ende der Show und ihrem gemeinsamen Debut war Kuscheln etwas Alltägliches geblieben, wie eine kleine Tradition. Es wirkte beruhigend. Auf sie alle. Und auch Chan fühlte sich danach immer ausgeglichener. Außer bei Woojin. Es war nicht das erste Mal, dass die Nähe zu Woojin sich anders anfühlte, dafür aber das erste Mal, dass es ihm auffiel.

Und seitdem war das Ganze nicht gerade besser geworden. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer, und Chan konnte sich weder dagegen wehren, noch Woojin meiden, ohne dass es auffiel. Es war beklemmend und eine zusätzliche Belastung und je größer der Druck wurde, desto gestresster war er.

Und das fiel dann doch irgendwie auf. Zwar merkte man nicht unbedingt, was genau nicht stimmte, dennoch unterschied sich Chans jetziges von seinem vorherigen Verhalten. Aber was sollte er schon machen. Er fühlte sich wie ein Käfer, der langsam aber sicher zerdrückt wurde und er schlief kaum noch. Stattdessen arbeitete er an ihren Songtexten, komponierte neue Lieder oder machte verschiedene Soundtracks für 3Racha. Wenigstens dort konnte er seinen Gefühlen freien Lauf lassen.

Die Tage wurden regnerisch, die Tropfen prasselten förmlich auf die Dächer der Großstadt und das riesige JYP-Gebäude schien wie ein Leuchtturm, so wie es dem Himmel entgegenragte und dem schlechten Wetter trotzte. Manchmal verzogen sich die Wolken, sodass man einen Blick auf den, sonst so strahlend blauen Himmel erhaschen konnte. Oder auf das nächtliche, sternenbesetzte Himmelszelt.

Es war eine dieser Nächte, als Woojin ihn schließlich doch mal während einer seiner schlaflosen Phasen besuchte. Die Anderen waren auch des Öfteren schon mal vorbeigekommen, wenn sie nicht schlafen konnten, doch Woojin war tatsächlich zum ersten Mal hier. Und nachdem sie sich dazu entschieden hatten, einen Film zu schauen, da doch nichts Sinnvolles an Songtext auf das Papier wollte, kuschelten sie sich zusammen auf das, im Raum stehende Sofa.

Der Film war wohl ganz interessant gewesen, zumindest konnte der Blondhaarige das anhand von Woojins Mimik feststellen. Er selbst achtete kaum auf den Bildschirm, sondern beschäftigte sich lieber mit dem Gesicht des Anderen. Versuchte, jedes noch so kleine Detail in sich aufzusaugen, als würde Woojin im nächsten Moment einfach so verschwinden. Manchmal lachte er auf und jedes Mal fühlte es sich für Chan so an, als würde die Sonne aufgehen. Die warme Herbstsonne, die ihm wie früher angenehm ins Gesicht strahlte und ihm das Gefühl von Sicherheit gab, gerade an den trüben Regentagen.

Und an diesem Abend gab er es zu. Hörte auf, sich selbst zu belügen. Er hatte sich in Woojin verliebt. Nein, hatte sich in ein Stück Herbst verliebt. Zumindest fühlte es sich so an. Und an diesem Abend schlief er zum ersten Mal seit langer Zeit wieder friedlich. Vermutlich, weil er endlich wieder mit sich selbst im Reinen war.

Chan fühlte sich jetzt wesentlich besser. Obwohl das nichts, aber auch rein gar nichts an der Tatsache änderte, dass Woojin es wohl nie erfahren würde. Das Risiko war einfach zu groß. Es würde Stray Kids gefährden. Und das würde der Blonde niemals zulassen. Und so vergingen weitere Monate voll schlechtem Schlaf und stressigen Tagen.

Mittlerweile war es wieder Herbst geworden. Die Blätter fielen raschelnd auf den Boden und der Wind rauschte durch die Bäume. Es war frisch in Seoul. Trotzdem strahlten die Bäume wieder golden, sobald die Strahlen der Sonne auf das, an den Bäumen hängende Laub trafen. Und das Tanzen der herabfallenden Blätter im Wind war genauso schön wie jedes Jahr. Ihr kleines Grüppchen hatte sich dazu entschieden, endlich mal wieder etwas gemeinsam zu unternehmen. Ohne Kameras oder sonstiges. Einfach nur sie. Nur Stray Kids.

Den ganzen Morgen waren die anderen schon aufgeregt umhergerannt. Jeongin hatte quietschend die Flucht ergriffen, gejagt von Changbin und Felix, die wieder irgendeinen Schwachsinn im Kopf hatten. Seungmin hatte bloß den Kopf geschüttelt und Woojin weiter dabei geholfen, die Sachen, die sie für ihren Ausflug in den Freizeitpark benötigten, einzupacken. Sie verstanden sich ausgesprochen gut, das hatten sie schon zu Beginn und Chan wandte unwillkürlich den Kopf ab. Eifersüchtig musste er deshalb nun wirklich nicht werden, immerhin hatte er nicht mal das Recht, Besitzansprüche auf den Teddybären der Gruppe zu erheben.

„Was starrst du denn so?“, fragte eine Stimme an seinem Ohr, sodass er sich ruckartig umdrehte und sich den Kopf an der Wand stieß. Hyunjins Gegacker kommentierte er bloß mit einem trockenen Schnauben. „Hey, das hat wehgetan!“, murmelte er, während er sich grummelnd den Hinterkopf rieb. „Warum hast du dich so erschreckt?“, grinste der hübsche Asiate augenbrauenwackelnd. Amüsiert schüttelte Chan den Kopf, bevor er mit einer Gegenfrage antwortete. „Was machen Minho und Jisung?“ „Die sind gerade nach draußen gegangen. Hier drinnen zu warten, macht Minho mordlustig.“, Hyunjin zuckte mit den Schultern, „Du kennst ihn ja…“ „Ja.“, seufzend erhob sich Chan, bevor er Jeongin, der gerade von seinen zwei Verfolgern durchgekitzelt wurde, befreite. Die Drei sollten sich jetzt verdammt nochmal endlich fertig machen, schließlich wollten sie ja heute noch loskommen.

Und nachdem sie weitere 10 Minuten gewartet hatten, saßen sie endlich vollständig im Mini-Van und starteten die Fahrt Richtung „Lotte World“. Die Fahrt ging beinahe schon unbeachtet an Chan vorbei, der sich in seinen Fenstersitz gequetscht hatte und der 2000-Line freie Hand ließ. So wurde der Wagen die ganze Fahrt über gut unterhalten und niemandem fiel auf, dass Chan die ganze Zeit nur aus dem Fenster sah, weit weg mit seinen Gedanken bei einem Thema, das er, sobald man ihn aus seiner Gedankenwelt zurückgeholt hätte, sofort wieder vergessen hätte.

Als sie dann endlich ankamen sprangen Jeongin und Hyunjin sofort Richtung Eingang los. Der Rest folgte, nachdem sie ausgestiegen waren. Allein Woojin wartete auf den Leader, der schlendernd dem Rest der Gruppe folgte. „Du bist heute ziemlich ruhig.“, stellte er fest. „Ich hab nicht viel geschlafen letzte Nacht.“, antwortete Angesprochener, während sie ihren Weg fortsetzten. „Jaja, als ob du überhaupt geschlafen hättest in den letzten Tagen.“, erwiderte der Braunhaarige grinsend. Kurz lachten sie gemeinsam, dann setzten sie schweigend ihren Weg fort.

Es war nicht unangenehm Nichts zu sagen. Jeder konnte seinen Gedanken nach hängen ohne sich darüber Sorgen machen zu müssen, dass es auf irgendeine Weise seltsam wirkte. Der Wind fegte durch ihre Haare und wehte einige Blätter auf, die in kleinen Windkreiseln durch die Luft gewirbelt wurden, bevor sie wieder gen Boden segelten.

Die frische Brise ließ Chan frösteln und auch Woojin kuschelte sich tiefer in seine Jacke, wie Chan mit einem Seitenblick auf den Sänger ausmachen konnte. Diese Momente waren auch ein Grund, weswegen er sich in diesen Jungen verliebt hatte. Lächelnd wandte er sich wieder ab und ließ den Wind seine Locken durcheinanderbringen. „Wir sollten uns vielleicht doch ein bisschen beeilen.“, meinte er mit Blick auf den chaotischen Haufen, der in einiger Entfernung ungeduldig auf die beiden Nachzügler wartete.

Im Laufe des Tages fuhren sie viele Fahrgeschäfte und streiften in kleineren Grüppchen durch den riesigen Spaß-Park, doch nie schien sich wieder so ein Moment, wie der von vorhin auf dem Parkplatz zu ergeben. „Hey Chan, ich und Jisung wollen uns nochmal das Fahrgeschäft dort drüben anschauen. Kommst du mit?“, fragte Seungmin breit lächelnd. Chan jedoch schüttelte den Kopf und beobachtete lachend, wie Seungmin förmlich von Jisung davon gezerrt wurde. Dass gerade ihr Lead Vocalist heute so gut gelaunt war, überraschte ihn aus irgendeinem Grund. Sonst war er eher nicht so der Typ für Freizeitparks, zumindest soweit der Rapper das beurteilen konnte.

Da die anderen beiden ihres kleineren Trupps ja nun beschäftigt waren, beschloss er, sich auf eine der umliegenden Parkbänke zu setzen und das bunte Treiben der Menschen zu beobachten. Die Atmosphäre hatte etwas verträumtes mit den vielen Geschäften und den überall verteilt herumliegenden, bunten Blätter. Die Luft roch nach Herbst, nach Laub gemischt mit dem typischen Duft von Zuckerwatte, wie es von „Lotte World nicht anders zu erwarten war. Genießerisch die Augen schließend versuchte er, sich diesen Moment genau einzuprägen. Es war perfekt. Aber irgendetwas fehlte.

„Was machst hier so allein?“, fragte eine weiche Stimme, die Chan sofort wiedererkannte. Blinzelnd sah er zu Woojins Gestalt auf, die sich direkt vor der Sonne abzeichnete. Langsam setzte sich der Asiate zu ihm. „Also?“ „Ich genieße einfach den Moment.“, kam es als Antwort zurück, ganz so, als wäre das Erklärung genug. Und tatsächlich schien sich Woojin damit zufriedenzugeben und brummte bloß als Zeichen des Verstehens.

Da war sie wieder. Diese angenehme Stille. Doch diesmal brach Chan sie vorsätzlich. „Was ist eigentlich deine Lieblingsjahreszeit?“, ohne auf eine Antwort zu warten fuhr er fort, „Meine ist der Herbst.“ Ein paar Sekunden war es ruhig, bevor eine Antwort kam: „Meine auch.“ „Das freut mich.“, sagte der Blonde, streckte glücklich lächelnd sein Gesicht der Sonne entgegen, „Weißt du, mir gefällt die Farbe der Blätter. Aber die Herbstsonne ist das Schönste, so, wie sie immer alles anstrahlt.“ „Das sieht man.“, hörte er Woojin sagen. Sein Lächeln wurde breiter.

„Du erinnerst mich an den Herbst.“, flüsterte er, darauf hoffend, dass der Andere es vielleicht nicht gehört hatte. Er hatte das jetzt einfach loswerden müssen, sonst wäre er womöglich noch geplatzt. Unsicher öffnete er die Augen und späte zu seinem Sitznachbarn hinüber. Der sah etwas verwirrt, aber irgendwie auch glücklich aus. „Danke, schätze ich.“, verlegen kratzte er sich am Hinterkopf. Jap, er hatte es definitiv gehört. Unweigerlich verfärbten sich Chans Ohren feuerrot. Schnell wandte er den Kopf wieder ab.

„Was genau an mir erinnert dich an den Herbst?“ Die Frage stand eine Weile zwischen ihnen. Der Wind rauschte laut in Chans Ohren und er traute sich kaum, die ihm gestellte Frage zu beantworten. Zögerlich öffnete er den Mund, doch kein Laut kam heraus. Er konnte nicht lügen. Aber die Wahrheit sagen konnte er auch nicht.

Einen kurzen Moment schien die Welt still zu stehen, bevor er sich dann doch entschied zu antworten: „Ich weiß nicht genau.“, oh doch, und wie er das wusste, „Am meisten, glaube ich, dein Lächeln. Es erinnert mich an die Sonne.“ Okay, das war noch nichts, aus dem man etwas herausinterpretieren konnte. Er hatte schnell gesprochen, darauf geachtet, Woojin nicht direkt anzusehen. Trotzdem hatte er das Gefühl, sich verraten zu haben.

„Mein Lächeln, ja?“, der Braunhaarige hatte sich zu ihm herübergebeugt, sodass sein Atem beim Sprechen sanft Chans Ohr strich. Überrascht und gleichzeitig erschrocken wandte sich der Leader ihm zu. Ihre Gesichter waren sich eindeutig zu nah. Doch das schien den Vocalist nicht im Geringsten zu stören. Er lächelte breit und neigte den Kopf zur Seite, wie um auf Bestätigung zu warten. „In etwa so?“ „J-Ja“, Chans Stimme brach und er wurde fast automatisch rot. Die braunen Augen leuchteten wieder, doch diesmal konnte er noch etwas anderes darin ausmachen. Ein Windstoß wirbelte die Blätter neben der Parkbank auf. Die Sekunden, in denen sie sich einfach nur anstarrten, zogen sich wie Kleber.

Doch dann spürte Chan plötzlich Woojins Lippen auf den Seinen. Die Lippen, die ihm schon von Anfang an aufgefallen waren. Zögerlich erwiderte er den Kuss. Das Letzte was er erwartet hatte, war, dass Woojin dasselbe für ihn empfand. Und doch sagte seine jetzige Handlung genau das aus. Er spürte, wie der Braunhaarige in den Kuss hinein grinste, bevor er begann, ihn zu vertiefen. Chan tat es ihm gleich. Und es fühlte sich unheimlich gut an. Eine kleine Ewigkeit schien der Kuss noch anzudauern, in der Chans Finger den Weg in Woojins Haare fanden und dessen Hand sich mittlerweile an die Wange des Blonden gelegt hatte. Der Wind fegte die Blätter weiter durch die Gegend, als wäre nichts gewesen. Und das würde er auch weiterhin. Auch die Blätter würden weiter tanzen. Und der Herbst würde vergehen. Allerdings war das nicht weiter schlimm. Schließlich hatte Chan jetzt selbst ein Stück des Herbstes. Und das würde auch so bleiben.

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Hi^^,
Schön zu sehen, dass sich doch jemand hierher verirrt hat.
Ich habe mich dann auch mal an einem Oneshot versucht. Es ist zwar mein Erster, aber ich hoffe er hat euch trotzdem nicht gleich zum Kotzen gebracht xD
Immerhin hab ich es versucht. Sagt mir einfach mal, was ihr davon haltet und ob euch die Story gefallen hat. Für Kritik bin ich immer offen und wenn ich irgendwas verbessern kann, dann sagt einfach Bescheid.
LG,
BigPanda
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