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Wie zähme ich einen Sayajin

von Rikarin
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bulma Vegeta
15.07.2019
15.07.2020
30
178.381
45
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15.07.2019 4.054
 
Bulma wachte am nächsten Tag alleine in ihrem Bett auf. Yamchu hatte ihr gesagt, dass er frühmorgens zusammen mit Pool  losfliegen würde.
Sie strich sich nachdenklich durch die Haare. Ohne Yamchu waren sie und ihre Eltern alleine mit Vegeta…nicht dass Yamchu in einem Kampf eine Chance hatte, aber trotzdem…
Ob Vegeta sein altes Zimmer bezogen hatte?
Bulma hatte ihn wegen dem Konflikt mit den Namekianer das am weit entfernteste Gäste-Zimmer im Haus gegeben, während die Namekianer das Gewächshaus bezogen hatten. Das Problem dabei war, dass dieses Zimmer im selben Flur lag wie ihres.
Zu der Zeit waren sie gut ausgekommen, weil der Sayajin früher nichts anderes getan hatte als drei- bis fünfmal am Tag zu essen. Ansonsten war er weggeflogen und hatte die Stunden irgendwo an einem einsamen Ort auf der Erde verbracht…wahrscheinlich, um zu schmollen, weil er kein Super-Sayajin war.
Nachdem der namekianische Shenlong ihnen erzählt hatte, dass Goku lebte, aber nicht auf die Erde gewünscht werden wollte, hatte sich Vegeta das Raumschiff geschnappt und war wütend abgeflogen, um ihn zu suchen. Das war 6 Monate her.
Bulma glaubte nicht, dass sich jemand wie Vegeta in dieser kurzen Zeit verändern konnte. Ruhiger und Besonnener war er bestimmt nicht geworden…von Bescheidener ganz zu schweigen.
„Die nächste Zeit wird stressig, das spüre ich“ murmelte sie und ging in ihr Badezimmer.
Alles wäre leichter, wenn diese Idioten ihren Plan befolgen würden: Tötet Dr. Gero jetzt, anstatt auf den Tod zu warten!
Aber nein, die nervigen Sayajins wollten ja unbedingt kämpfen.
Son-Goku würde sonst beleidigt in einer Ecke schmollen und Vegeta…
Bulma musste zugeben, dass Krilin Recht hatte. Vegeta würde sich schnell ein anderes Ziel suchen und das könnte die Erde sein. Sie seufzte auf.
Sie würde jetzt duschen, frühstücken und sich zur Arbeit in ihr Labor zurückziehen. Je weniger sie den Prinzen eines zerstörten Planeten sah, desto besser.

„300 G“ rief Dr. Briefs erschrocken aus. „Das kann dein Körper aushalten? “
„Er wird sich daran gewöhnen“ sagte Vegeta überzeugt. „Kann das Raumschiff darauf upgedatet werden?“
„Das schon, allerdings werde ich für den Energieaufwand eine zusätzliche Energiezelle einbauen müssen. Ich bin mir aber unsicher, ob die Wände des Raumschiffs den Druck aushalten. Ein spezieller Trainingsraum, der darauf angepasst ist, wäre besser.“
„Dann soll das auch gebaut werden. Ich plane, die 300 G auch noch zu übertreffen“ bestimmt Vegeta. „Wie lange dauert das Update für das Raumschiff?“
„Oh, damit werde ich in einem Tag fertig“ beruhigte Dr. Briefs ihn.
„Dann ist noch eine Sache, die ich benötige…gibt es auf diesen Planeten Stoff oder Kleidung wie meine?“ Vegeta reichte ihm seine zerstörte Rüstung. Der Overall war mittlerweile so zerfleddert, dass er den oberen Teil abgerissen hatte und nur die Hose trug. Sie war aber schon an den Knien durchgescheuert. Das beschissene rosa Hemd würde er garantiert nicht mehr tragen. ROSA?! Was für eine unwürdige Farbe für einen Sayajin. Der Gedanke an Kakarott, der gestern im Aufzug eines Clowns aus der Raumkapsel gestiegen war, bestätigte ihn in dieser Meinung.
Dr. Briefs sah sich den Stoff und die Rüstung an.
„Tja, ich werde heute mit dem Update beschäftigt sein. Wenn es um Mode geht, solltest du meine Frau oder meine Tochter fragen.“
Vegetas Augenbrauen zogen sich verärgert zusammen.
„Besser meine Tochter…sie ist immer auf der Suche nach neuen Projekten. Sie müsste mittlerweile im Labor sein“ sagte Dr. Briefs nachdenklich.

„WOMAAAN!“
„Ahhhh“ erschrocken fiel Bulma beinahe von ihrem Stuhl.
Lauthals hatte Vegeta seine Anwesenheit in ihrem Labor angekündigt.
War er immer noch wegen der Shirt-Sache sauer?
So wie die Falte zwischen seinen Augenbrauen aussah und auf sie zu stampfte, ein Stück Stoff in seinen Händen und seine Rüstung und….wieso war er Oberkörperfrei?
Bulma war von dem Anblick des muskulösen, Narben übersäten Brustkorbs abgelenkt. Bis ihr das Stück Stoff vor dem Gesicht gehalten wurde.
„Mach mir daraus einen anständigen Anzug“ befahl Vegeta und legte die Rüstung auf ihren Schreibtisch.
„Oh, magst du deine Sachen nicht? Ich bin mir sicher, meine Mutter würde liebend gerne mit dir shoppen gehen“ sagte Bulma im süßen Tonfall, untersuchte aber gleichzeitig den Fetzen. Er war leicht und dehnbar, fühlte sich aber seidig glatt an. Polyester? Polyacryl? Auf jeden Fall eine Synthetikfaser, aber auf welcher Rohstoff-Grundlage? Vielleicht Zellulose oder mineralisch? War es brennbar?
„ Ich will ihn in genau dieser Farbe und nichts anderes“ befahl Vegeta und seine Stimme riss sie aus ihren Überlegungen. Sie sollte nicht zeigen, dass der Sayajin ihr eine interessante Aufgabe aufgetragen hatte. Er würde ihr nur noch mehr Aufgaben geben.
„Ich bin mit meiner Arbeit beschäftigt. Wenn du Trainingskleidung brauchst, wird dir meine Mutter etwas einkaufen. Auch in deiner Lieblingsfarbe Blau oder Schwarz…oder pink. Sie wird es lieben, dich anzukleiden“ sagte sie und drehte sich zurück zu ihrem Bildschirm.
Sie wurde wieder herumgerissen. Schwarze, harte Augen blitzten sie wütend an.
„Hör mir gut zu, du dummes Erdenweib“ seine Stimme war bedrohlich leise und merkwürdig ruhig „Wie hoch schätzt du deine Überlebenschancen ein,  sollte ich sterbe? Glaubst du, dein Weichei-Freund kann dich beschützen? Diese Cyborgs, die uns töten sollen, werden ihn pulverisieren, bevor er mit dir fliehen kann. Also wirst du alles tun, um mir dabei zu helfen stärker zu werden, damit ich diese Blechhaufen vernichten kann. Verstanden? Und mein erster Befehl lautet: neue Kampfrüstung.“
Bulma schluckte. Vegeta konnte überzeugend sein, auch ohne ein Loch in die Wand zu ballern.
Ihr Herz schlug schneller und ihr Hals war plötzlich so trocken, dass Bulma nur zustimmend nicken konnte. Ein Anblick, den der stolze Krieger genoss: es gab nichts Besseres, als wenn jeder aus  seiner Umgebung ihn fürchtete und vor ihm kniete.
Ein kleines, zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich umdrehte und den Raum verließ.
Bulma atmete tief durch um sich zu beruhigen. Ihre Hände zitterten dennoch leicht, als sie nach den Stoff zur weiteren Analyse griff.

Am Ende des Tages hatte sie herausgefunden, dass das betreffende Material atmungsaktiv, wasserdampfdurchlässig, schwer entflammbar, säureresistent und antibakteriell war. Zudem wies es eine hohe Zug-und Dehnfestigkeit auf: es passte sich dem betreffenden Körper perfekt an, war aber nicht durch bloße Menschenkraft einreißbar.
So ein Material war ihr noch nie zuvor untergekommen: es  hatte die besten Eigenschaften von Natur- und Synthetikfaser. Würde man versuchen, solche Eigenschaften auf der Erde herzustellen, wäre eine mehrfache chemische Ausrüstung zu Lasten des Tragekomforts notwendig.
„Das heißt, ich muss versuchen, dieses Material irgendwie nachzubilden“ überlegte sie laut. „Den Brustschutz, den er darüber trägt, scheint aus ähnlichen Materialen zu sein, bloß in mehreren Schichten, die noch dazu lackiert sind. Wie soll ich das schaffen?“
Bulma war kein Freund des Wortes „Unmöglich“. Sie sah solche Situationen nur als eine Herausforderung an, die es zu lösen galt. Egal, wie lange es dauerte…sie würde es schaffen.  Sie schrieb ein paar Mails an Fachleuten und Freunden ihres Vaters.

Beim Abendessen waren die Briefs unter sich. Vegeta war von seiner Tour noch nicht zurückgekehrt.
Bulma Mutter, Panchy, hatte fürsorglich seine Portion in den Backofen warm gestellt.
„Schätzchen, wie lange wird Vegeta eigentlich bei uns bleiben? Ich werde sonst wieder den Supermarkt anrufen, damit sie wieder anfangen, uns täglich die Lebensmittel zu liefern“ sagte sie besorgt mit einem Blick auf den Kühlschrank.
Bulma schluckte. Es wurde Zeit, dass sie ihren Eltern von der Prophezeiung erzählte.

„Oh du meine Güte…in dem Fall bin ich sehr froh, dass Vegeta bei uns bleibt. Er sieht sehr stark aus. Die Muskeln, die ich heute gesehen habe…hach“ hauchte Panchy entzückt.
Bulma warf ihre Mutter einen schiefen Blick zu.
„Soll das heiße, Vegeta hat sich den ganzen Tag kein Shirt angezogen?“
„Er hatte jedenfalls keines beim Frühstück an. Sein Mittagessen hat er ja mitgenommen, weil er in einer Wüste trainieren wollte.“
„Ich glaube, dein Geschmack in Mode hatte ihn nicht überzeugt“ warf Bulmas Vater ein.
Bulma lächelte.  
„Wie geht es mit seinem Ausrüstung voran“ fragte er.
Bulma seufzte. „Das wird kniffelig. Ich warte auf Antwort von Dr. Schultze. Er forscht gerade an einer neuen Faser. Vegetas Anzug stammt nämlich aus einem Material, was nicht auf der Erde bekannt ist.“
Die beiden Forscher unterhielten sich während des Essens über die Möglichkeiten eines neuen Faser-Materials.

Am nächsten Tag war das Update für den GR-Generator fertig. Vegeta fing sofort mit seinem Training an.
Bulma, die erkannte, dass sein Overall mehr Zeit benötigen würde, dachte darüber nach, neue Kleidung für Vegeta einzukaufen. Nichts rosafarbenes, der Witz wurde nun alt.
Aber es würde im Fachhandel ja auch passende Sportkleidung für ihn geben.
Ihre Mutter würde sonst anfangen, Vegeta mittels Fernglas zu beobachten. Gut, dass ihr Vater kein eifersüchtiger Mensch war. Stattdessen gönnte  er seiner Frau das kleine Vergnügen.

Zwei Tage später überraschte Vegeta sie wieder in ihrem Labor.
„Wo ist mein Overall?“ war seine Begrüßung.
Bulma seufzte. Die aktuelle Situation würde er nicht gut aufnehmen. Sie drehte sich langsam in ihren Stuhl um und sah sich schon wieder mit eine nackte Männerbrust konfrontiert
„Hast du ein Problem mit T-Shirts?“ fragte sie.
„Ich will eure Erden-Kleidung nicht; ich will meine Rüstung.“
„Ich hätte diesen Scherz damals nicht machen sollen. Hätte ich gewusst, dass dieses Shirt dir eine solche Angst macht…alles wäre dann einfacher und ich hätte nicht diese Diskussion“ seufzte Bulma kopfschüttelnd.  
„Ich habe keine Angst. Und lenk nicht ab.“
„Schon gut. Also, ich habe den Stoff untersucht. Die schlechte Nachricht ist, dass ich momentan kein ähnliches Material habe. Aber…“ fing Bulma zögerlich an, wurde aber unterbrochen.
„Du dummes Weibsstück! Was ist so schwierig daran, einen einfachen Anzug zu nähen“ fauchte Vegeta wütend.
Bulmas Augen verengten sich.
„Pass auf, wie du mit mir redest und hör lieber zu“ sie stand auf und stupste mit ihren Zeigefinger gegen seine nackte Brust. Seine Brustmuskeln waren hart wie Stein. Wahrscheinlich spürte er noch nicht mal ein Pieken.
„Wenn du keine Ahnung hast, woraus dein Anzug besteht, dann solltest du keine Befehle geben, ihn nachzumachen“ forderte sie ihn auf. „Nur damit du es weißt, es gibt zur Zeit noch nichts auf diesen Planeten, was dem nahe kommt.“
„Zur Zeit?“ hakte Vegeta nach  "das heißt, du bekommst es hin?“
Bulma lächelte ihn neckisch an.
„Natürlich, denn ich bin nicht nur schön und geistreich, sondern auch schlau. Ich bin im Kontakt mit einem Professor, der gerade eine neue Art von Seide entwickelt, allerdings auf Basis von Spinnen-statt von Mottenproteine. Die ersten Ergebnisse sehen sehr gut aus und sobald er genügend genveränderte Seidenmotten hat, die die ausreichenden Menge Garn spinnen können, kann ich auch deinen Overall machen.“
„Und wie lange dauert es?“ fragte Vegeta stirnrunzelnd.
„Also zwei Jahre mindestens, aber bis zum Zeitpunkt der Cyborgs…“
„ Zwei Jahre?! Und du wagst es, dich dafür in den Himmel zu loben? Solche Anzüge waren Standard in Freezers Armee.  Wenn ich einen neuen wollte, habe ich einen passenden in zwei Minuten erhalten!“
„Du bist aber nicht mehr in Freezers Armee und darüber solltest du froh sein“ rief Bulma empört.
„Und was soll ich die nächsten zwei Jahre tragen?“ fragte er zurück und deutete auf seine zerrissene Hose.
„Gewöhn dich daran, Erdlings-Kleidung zu tragen oder geh nackt. Aber wenn du das tust, wirst du damit rechnen müssen, dass meine Mutter Bilder macht.“
„ DU VULGÄRES WEIB“ rief Vegeta entsetzt zurück und Bulma musste sich das Lächeln verkneifen.
Vegeta sah aus, als würde er gleich platzen, also musste sie ihm wenigstens eine gute Nachricht geben.
Sie gab ihm eine schwarze Weste zur Ansicht.
„Schau, ich habe schon mal versucht, die Rüstung für den Oberkörper nach zu entwickeln. Ich habe dazu eine  schusssichere Weste genommen und sie …“
PLOPPS! KNACK!
Mit großen Augen schaute Bulma auf die Löcher, die Vegeta mühelos mit seinen Fingern rein gestochen hatte. Er warf die Weste in die Ecke.
„Erbärmlich“ sagte er leise.
„Du…du hast…das waren zwei Kevlar-Schichten mit einer Keramik-Platte dazwischen und du hast…mit bloßen Fingern“ sagte sie stotternd.
„Kannst du eigentlich irgendetwas nützliches?“ fragte Vegeta abfällig. „Ich brauche auch noch Übungs-Droiden, aber ich glaube, ich frage besser deinen Vater. Der scheint mehr drauf zu haben.“
Bulmas Erstaunen wandelte sich in Wut.
Sie zeigte auf einen Stapel mit blauen Sportklamotten, die sie gestern für ihn gekauft hatten.
„Da, nimm das Zeug, damit du endlich aufhörst, in deinen löchrigen Shorts rumzulaufen. Du kriegst deinen Overall. Und deine Droiden mache ich auch. Und dann kannst du die nächsten drei Jahre im GR verbringen und MICH IN RUHE LASSEN“ schrie sie empört auf.
„Und wann wird das sein? In zwei Jahren ist es zu spät“ stichelte Vegeta.
„DIESEN MONAT NOCH; WENN DU MICH ENDLICH IN RUHE ARBEITEN LÄSST!“
„Na, das wollen wir mal sehen“ mit diesen abfälligen Worten nahm er sich die Sachen und verließ den Raum.
Als die Tür sich automatisch schloss, wurde Bulma klar, worauf sie sich eingelassen hatte.
Diesen Monat noch eine Lösung für den neuen Anzug und Trainings-Droiden zusätzlich?
Wie sollte sie….aber nein, die Genugtuung würde sie dem eingebildeten Sayajin nicht geben.
Der Kerl glaubte, dass seine Rasse die Krönung der Schöpfung war. Sie würde ihm das Gegenteil beweisen.
Sie setzte sich an ihren Computer. Wenn die neue Seide auf biologische Weise zu langsam angebaut wurde, musste sie also die betreffenden Proteine chemisch nachbilden.
Und sie konnte vielleicht ein altes Roboter-Programm der Firma umändern und damit die gewünschten Trainings-Droiden bauen.
„Ich werde sehr viel Kaffee benötigen“ murmelte sie. Gut, dass sie momentan kein Privatleben hatte.

Eine Woche später erhielt Vegeta die ersten drei  Droiden in seinem GR-Raum.
„Sie bilden Energiebälle und reflektieren Angriffe. Sollten also etwas aushalten können. Sag mir Bescheid, ob sie in Ordnung sind oder du mehr brauchst“ sagte sie kühl.
Der Idiot hatte ja nicht gesagt, was die Droiden tun sollten.
„Und mein Anzug?“ war die Antwort anstelle von Dank.
Bulma knurrte und verließ den Raum.
Wenigstens trug er eine der neuen Shorts und die Sportschuhe. Die Kleidung schien zu passen und fürs Training akzeptierte er sie.

Drei Tage später klopfte Bulma am Abend an Vegetas Tür.
„Ich brauche deine Maße. Du bist hoffentlich schon geduscht“ sagte sie mürrisch zu ihm. Sie hielt einen Notizblock mit Stift und ein Maßband in der Hand.
Vegeta grummelte etwas von „Nerviges Weibsstück“ und trat zur Seite, damit sie eintreten konnte.
Vermutlich wollte er sagen „Komm nur rein. Vielen Dank für die Mühe“ aber er war ja so wortkarg. Oder sie war mehr Wörter nicht wert. Stattdessen zog er sein Shirt aus. (er hatte tatsächlich auch eines der für ihn eingekauften T-Shirts angezogen. Vermutlich, weil es simples Blau war.)
Nun, da sie so nah am ihm dran war und er keine abwehrende Haltung eingenommen hatte, konnte sie seinen Körper genauer betrachten. Sie musste zugeben, dass sein Körper toll proportioniert war. Ihr fielen aber auch die frischen Kratzer auf, die er sich beim Training zugezogen haben musste.
Sie führte das Maßband um seinen Hals.
„Wie sind die Droiden?“ fragte sie beiläufig. Diese Stille ging ihr auf die Nerven. Besonders, wenn sie so unter Beobachtung stand. Sie hatte kein Gespür dafür, wie sich Vegeta verhalten würde. Mal war er merkwürdig ruhig und ignorierte sie oder er schrie sie wütend an.
„Ich brauche noch mindestens vier Stück mehr“ murmelte er. „Und halte ein paar als Ersatz bereit. Die ersten machen es nicht mehr lange.“
Kein Lob, kein Danke. Bulma wollte das Band um seinen Hals festzurren, aber vermutlich würde es eher reißen als ihn erwürgen. Er drehte seinen Kopf und wandte seinen Blick ab. Bulmas Nähe schien ihm unangenehm zu sein. Als sie das Band um seinen Oberkörper führte, wurde ihr auch klar, dass sie mit ihrer Nase fast seine Brust berührte. Himmel, so naher Körperkontakt war wirklich ungewöhnlich und selten. Sie konnte  ein holziges Aroma riechen. War es von seinem Duschgel? Sie schluckte nervös.
„Äh, Arme einmal ausbreiten“ sagte sie. Er streckte seine Arme aus.
Bulma musste sich fast mit Gewalt aus ihrer Bewunderung für diese muskulösen Arme reißen. Davon zärtlich gehalten zu werden…
//Was denke ich denn da? Der Kerl könnte mir mit den Muskeln das Rückgrat brechen wie ein Zweig.//
„Wie lange brauchst du noch, Weib?“ zischte Vegeta ungeduldig.
„Klappe! Du willst doch nicht, dass etwas unangenehm im Schritt zwickt, oder? Außerdem kannst du dir endlich mal meinen Namen merken. So kompliziert ist er auch nicht“ gab sie zurück und drehte sich zu seinem Rücken um.
Vegeta murmelte unüberhörbar „Bescheuerter Name“
Ja klar, als ob „Vegeta“ so ein toller Name war. Der Kerl konnte froh sein, dass er nicht „Veganer“ hieß. Bei seinem Essens-Vorlieben wäre das richtig lustig gewesen.
Sie maß seine Schulter aus. Als sie das Band um seine Hüfte legen wollte, fiel ihr eine komische, runde, dunkle Narbe  an seinem unteren Rücken auf. Ohne groß nachzudenken, strich sie sanft darüber.
Vegeta schrie überrascht auf und sprang hoch.
„Wa…was fällt dir ein!? Du kannst mich doch nicht da berühren“ sagte er entsetzt. Bulma war von seinem geröteten Gesicht und seiner Reaktion überrascht.
„Wieso? Was war das?“
„Das ist die Narbe, wo mein Saiyajin-schwanz war“ erklärte er schwer atmend.
Bulma brauchte eine Sekunde, dann erinnerte sie sich.
„Stimmt, das war es…hatte ich vergessen…und auch, dass ihr dort sehr empfindlich seid. Tut mir leid.“
„Gut, schön, dass wir darüber gesprochen haben. Nun hau ab“ befahl er und hielt immer noch einen Sicherheitsabstand zu ihr ein.
„Hört mal, Vegeta, ich werde vorsichtig sein. Ich muss noch Hüfte und Beine messen und..“
„Später, komm morgen wieder. Ich bin müde und du nervst.“
Bulma erkannte, dass Vegeta beschämt war und als Abwehrreaktion wurde er wütend. Es war wirklich besser, wenn sie jetzt gehen würde.
„Gut, dann komm morgen in mein Labor vorbei“ murmelte sie.

Erst als die Erdenfrau fort war, konnte Vegeta erleichtert die Schultern sinken lassen.
Scheiße, er hoffte, sie hatte die Erektion nicht bemerkt.
Es hatte ihn wie einen Blitz durchzuckt, als sie ihn an der Stelle berührt hatte und er hatte es nicht mehr unter Kontrolle gehabt.
Schlimm genug, dass sie so nahe an seinem Körper dran gewesen war, dass er den Blumenduft in ihrem Haar riechen konnte.
Er atmete tief durch. Verdammt, er musste sich beruhigen.
Niemals würde er sich von einer Frau, ganz besonders nicht von einer Frau mit schriller Stimme und niedriger Kampfkraft, irritieren lassen.

Am nächsten Tag schaute Vegeta zur Mittagszeit in ihrem Labor vorbei.
Er hatte wieder kein Shirt an, nur seine Shorts, war verschwitzt und hatte ein Handtuch über dem Nacken.
„Los, Weib, mach hin. Das Mittagessen ist gleich fertig.“
Bulma wandte sich wieder an ihren Computer.
„Dann iss erst was und geh dann duschen. Du bist verschwitzt und eklig. Und wenn du Hunger hast, bist du noch unausstehlicher“ sagte sie. Ihr Stuhl wurde gewaltsam herumgedreht.
„Nein, jetzt. Ich will das hinter mir bringen und mir nicht meine Freizeit von dir verderben lassen.“
„Freizeit?!“ staunte Bulma. „Was ist für dich Freizeit? Wenn du schläfst? Oder isst?“
Irrte sie sich oder war da ein kleines Lächeln auf Vegetas Gesicht? Musste sie sich einbilden.
Igitt, musste sie wirklich an diesen verschwitzen Körper die restliche Maße nehmen?
NIEMALS!
„Oh, hast du schon die neue Stoffprobe gesehen?“ lenkte sie ihn ab.
Vegtea nahm das kleine Stück Stoff, strich darüber und zehrte dann daran. Das Material hielt der Belastung stand. Erst als er mit großer Kraft daran zehrte, fing es an einzureißen.
„Sollte genügen“ murmelte er. Bulma atmete erleichtert auf.
„Fürs erste jedenfalls“ folgte die Kritik. „So, wo waren wir?“
Vegeta hatte Bulmas Unbehagen bemerkt. Gut so, die Frau sollte sich ihrer Position endlich bewusst werden. Sie hatte ihm nichts zu sagen. Stattdessen sollte sie sich nach ihm richten. Er fühlte sich heute besser, da er die Situation kontrollierte. So etwas wie gestern würde nicht passieren.
Bulma biss sich kurz auf die Lippe, während sie überlegte, wie sie ihn ablenken konnte.
„Hast du keine Angst, dass ich dich an einer …sensiblen Stelle berühren könnte?“
„Die Narbe ist für dich tabu. Berühr sie nochmal und ich breche dir die Finger“ drohte er.
Oho, die typische Androhung von Gewalt.
„Wann wächst dein Schwanz nach? Oder überhaupt? Goku hatte ihn in seiner Kindheit zweimal verloren. Aber als Erwachsener ist er nicht nachgewachsen. Komisch.“
„In der Kindheit der Sayajins kommt es häufiger vor, dass wegen einer unkontrollierten Wandlung der Schwanz abgeschnitten werden muss. Solange wir aber noch im Wachstum sind, regeneriert sich der Schwanz wieder. Sobald das Erwachsenenalter aber erreicht ist, nicht mehr“ erklärte er.
„Oh…vermisst du ihn?“
Vegeta wurde ungeduldig. „Da ich ihn nicht brauche, um ein Super-sayajin zu werde: nein. Diese Art der Verwandlung ist besser als die des Ozaru. Was soll überhaupt das Gequatsche? DU bist kein Sayajin. Was kümmert es dich?“
Bulma lächelte süßlich. „Aber ich kenne welche. Es interessiert mich.“
Vegeta räusperte sich und streckte seitlich die Arme aus. Sein hochmütiger Blick sagte ihr, was er wollte. Quatschen war es nicht.
Bulma seufzte. Selbst über sein Lieblingsthema, die Überlegenheit der Sayajins, konnte sie ihn nicht ablenken. Sie nahm das Maßband aus der Schublade und stand auf.
Als sie sich bückte und das Band um seine Hüfte legte, sah der Sayajin stur geradeaus. Keine Regung auf seinem Gesicht war zu erkennen.
Bulma bemerkte erleichtert, dass sein Schweiß doch nicht so stank wie befürchtet. Stattdessen roch er irgendwie würzig. Wie verbranntes Holz und Pfeffer.
Sie maß schnell seine Beine ab.
„Was ist mit den Schuhen?“ fragte sie, als ihr Blick auf seine Füße fiel.
„Die müssen auch gemacht werden. Genauso wie die Handschuhe“ hörte sie die dunkle Stimme von oben.
„Selber Stil wie die alten? Oder kann ich dich zu etwas Modisches überreden? “
„Bleib bei dem alten Stil!“
Bulma verkniff sich ein Lächeln und erhob sich.
„Die Maße von Hand und Füße übernehme ich dann von deinen alten Sachen“ sagte sie und gab die fehlenden Zahlen in eine Tabelle ein. „Oder gibt es etwas, was dich daran stört?“
„An meiner Ausrüstung oder im Allgemeinen?“
„Hey“ Bulma warf ihm einen wütenden Blick zu. Seine Antwort war ein zynisches Lächeln.
„Der Stoff wird sehr flexibel und dehnbar sein. Das heißt, wie auch immer dein Muskelzuwachs in nächster Zeit aussehen wird; er wird sich deiner Körperform anpassen. In einer Woche hast du die erste Version.“
„Also noch, bevor der Monat zu Ende ist? Hm, hätte nicht  gedacht, dass du pünktlich liefern kannst.“
Bulma wartete, aber der Sayajin sagte nichts mehr. Stattdessen drehte er sich um und ging.
„Hey, Vollidiot, hier auf der Erde sagt man „Danke“ oder man entschuldigt sich, wenn man einen Fehler gemacht hat“ rief sie ihm hinterher.
„Ein Sayajin bedankt sich nicht und entschuldigt sich nicht“ war seine Antwort zum Abschied.

Knurrend setzte sich Bulma an ihren Schreibtisch.
Dieser Kerl war doch….
Gut, dafür war das Thema mit der Ausrüstung erst mal vom Tisch. Sie hatte noch diverse Ideen für die Rüstung und eine Verbesserung des Overalls, aber das konnte sie über die nächsten Monate zeitgleich zu ihrer Arbeit laufen lassen.
// Ich bin so froh, wenn er die nächsten drei Jahre nur trainiert und mir nicht mehr über den Weg läuft. Wenn Yamchu wüsste, wie nahe ich Vegeta war…der würde ausflippen.//
Die Infos über seinen Sayajin-Schwanz kamen ihr in den Sinn.
Aus einem Gedanken heraus öffnete Bulma auf ihrem Computer und tippte schnell alle Gedanken und Informationen herein, die ihr gerade über Sayajins einfielen.
Sie wusste nicht, wieso sie es aufschreiben wollte, aber bislang gab es auf der Erde auch kein Buch über Sayajins. Irgendjemand musste also der Erste sein. Son-Goku wusste nichts über seine Rasse. Sie hatte ihn immer als Mensch mit besonderen Eigenschaften angesehen. Seit dem Besuch von Radditz, seinem Bruder, war ihr klar geworden, dass einige seiner Eigenschaften typisch für Sayajins war.
//Wer weiß, ob es nicht nützlich ist, wenn ich die beiläufigen Informationen von Vegeta sammel und aufschreibe// dachte  sie.
Son-Goku interessierte sich nicht dafür, aber vielleicht später mal Son-Gohan? Er würde sich aber niemals trauen, Vegeta zu fragen.
Radditz hatte erwähnt, dass die Sayajins schwache Kinder auf fremde Planeten zur Eroberung schickten. Was, wenn es noch mehr Sayajins wie Goku gibt, die man aber vergessen hat? Wenn es irgendwann mal auf der Erde zu einem erneuten Angriff kommt? Dann wäre jede Information über sie doch nützlich.
Sie scrollte zur Anfangsseite. Wie sollte sie das Dokument nennen?
Dann lächelte sie und schrieb auf:

„Eine Abhandlung über das Verhalten und die Eigenschaften der außerirdischen Rasse der Sayajins, abgeleitet durch Beobachtungen an den Sayajins Kakarott und Vegeta,  geschrieben von Bulma Briefs“

„Untertitel: Wie zähme ich einen Sayajin“
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