Der richtige Zeitpunkt

von Jackymi
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
15.07.2019
18.09.2019
19
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Hallo ihr Lieben
Es tut mir Leid dass es diesmal länger gedauert hat. Aber die Ideen für die nächsten Geschichten sind mir schon so konkret im Kopf herumgeschwirrt, dass er zerplatzt wäre wenn ich sie nicht niedergeschrieben hätte. Aber jetzt ist alles dort wo es hingehört und es geht bei dieser Geschichte weiter.
Viele liebe Grüße und DANKE fürs lesen!
Jackymi



Ein lautes, schauderhaft hallendes Lachen dringt an meine Ohren und reißt mich wach. Erschrocken  fahre ich hoch und lege, schwer atmend, meine Hand auf mein polterndes Herz. Was zur Hölle war das, schießt es mir durch den Kopf als die Kälte des harten Bodens unter mir, meinen Körper zitternd durchzieht. Ich schaue mich um. Aber in dem schummrigen Licht erkenne ich nur einen leeren Raum rund um mich, dessen Wände schon wieder im Schatten verschwinden. Wo zum Teufel bin ich hier? Die Nervosität kriecht in mir hoch als ich angestrengt Nachdenke aber nicht auch nur den Hauch einer Ahnung habe, wo ich hier sein könnte und wie ich hier her gekommen bin. Was geht hier nur vor sich!? Langsam stehe ich vom kalten Boden auf als mir ein vertrauter, herber Duft in die Nase steigt, der den ganzen Raum erfüllt.  „ Aahhh!“, ich zucke zusammen als ein blitzartiger Schmerz meine Flanke durchzieht. Schnell presse ich meine Hand dagegen während in der gleichen Sekunde auch mein Kopf höllisch zu pochen beginnt! AH, Gott! Was ist  nur passiert?!! Ich stütze mich auf meinen Oberschenkel , schaue mit feuchten Augen angestrengt zur Decke und versuche den Schmerz weg zu atmen. Was ist… Wo…Wo bin ich hier! Ich richte mich auf. Lasse meinen Blick im Raum herumwandern während ich mich im Kreis drehe und die Schmerzen langsam erträglicher werden. Erst jetzt erkenne ich, in dem schummrigen Licht das ein Deckenspiegel ausstrahlt, einen weitläufigen runden Raum in dessen Mitte ich mich befinde. Tausende, aneinandergereihte Spiegel bilden die Wand des Raumes und erstrecken sich vom Boden bis hinauf zur Meterhohen Decke, wo sie als glänzende Kuppel zusammenlaufen. Ich schlinge meine Arme um mich als mir ein Schauer den Rücken hinunter läuft und ich mich inmitten dieses riesigen, unheimlichen Raumes winzig klein fühle. Ganz langsam gehe ich rückwärts, schaue mich weiter um. Mein Blick schweift im Raum umher und ich stutze als ich bemerke, dass mir auch nicht ein einziger Spiegel mein Spiegelbild zurückwirft. Was ist das hier nur für ein Ort?! Ganz langsam gehe ich auf die verspiegelte Wand zu, halte Ausschau nach einem Ausgang. Doch ich kann keinen erkennen. Nach und nach sickern auch die ersten Erinnerungsfetzen wieder in mein Bewusstsein und ein wirres Durcheinander entsteht in meinem Kopf. Bilder von Marcel, silbernen Löffeln und erstarrten Menschen vermischen sich mit glänzenden Spiegeln und flehenden, grünen Augen. In meiner Verwirrung greife ich nach meiner Tasche. Aber meine Hand fasst ins leere. TIKKI! NEIN! Wie ein Blitz durchzuckt es mich als mit einem Schlag, alle Erinnerungen und Bilder der letzten Stunden wie eine Flutwelle über mich herein brechen. Mit einem Mal ist alles wieder da und ich stolpere taumelnd nach hinten unter der Last, die sich plötzlich auf meine Schultern legt. Bitte, Nein! Adriens oder besser gesagt Chats Worte kommen mir wieder in den Sinn und treffen mich, wie ein Schlag ins Gesicht. Doch in der gleichen Sekunde lässt mich eine Bewegung hinter mir erschrocken zusammen zucken. Das Blut gefriert mir in den Adern als ich ahne wer es ist und blitzschnell drehe ich mich um. Doch Lily ist schneller. Mit ganzer Kraft schleudert sie mich gegen die Spiegelwand das es laut klirrt und ich zu Boden sacke als mir vor Schmerz kurz schummrig wird. Doch noch im selben Moment packt sie mich an den Haaren. „ AAHH!“,  zieht mich daran hoch und presst mich mit dem Gesicht fest gegen die Wand. Mein ganzer Körper pocht vor Schmerz der mir die Tränen in die Augen treibt. Doch Lily kichert mir nur ins Ohr und lässt ihre spitze Klinge meinen Rücken hinunter wandern, die sich langsam durch mein Shirt hindurch zu meiner Haut schneidet. Ich beiße fest meine Zähne zusammen als der Schnitt eine schmerzhaft brennende Spur hinterlässt. „ Lily, bitte. Hör, auf.“, presse ich zitternd mit geschlossenen Augen hervor. Doch mehr als ihr höhnisches Lachen das den ganzen Raum erfüllt bekomme ich nicht als Antwort. Ihr kalter, süß duftender Atem streift meine Wange als sie sich ganz dicht zu meinem Gesicht lehnt und ich vor Angst aufhöre zu atmen „ Dein Alptraum fängt gerade erst an.“, haucht sie mir ins Ohr und ich fühle ihre kalten Lippen an meiner Haut. „ Und wenn ich mit dir fertig bin..“, fährt sie fort während ihre Stimme immer hasserfüllter wird „.. wirst du mich anbetteln, dich von deiner Qual zu erlösen.“ Mein Pulsschlag zerreißt mir fast den Schädel bei ihrem Worten als sich alles zu drehen beginnt. „ Lily… bitte …du..“ bebt meine Stimme flehend doch weiter komme ich nicht. Ruckartig reißt sie mich herum und presst mich mit dem Rücken gegen die Wand. Drückt ihren Arm so fest gegen meinen Hals dass sie mir fast die Luft abschnürt. Ich packe ihren Arm, versuche sie verzweifelt wegzudrücken. Doch ich schaffe es nicht. Röchelnd schnappe ich nach Luft während sie mich mit ihren Diamantfunkelnden Augen, voller Genugtuung angrinst. Ihr unheimliches, fast durchsichtiges Gesicht kommt meinem immer näher und ihr Blick ist starr auf meine Augen gerichtet als wollte sie darin etwas erkennen. „Zeig mir deine größten Ängste und deine tiefsten Zweifel!“, flüstert sie fast tonlos. Was? Mein Herzschlag setzt kurz aus als Ihr Blick, obwohl es doch kaum möglich ist, immer intensiver wird. So klar wie in einem Spiegel erkenne ich mein Gesicht, in ihren funkelnden Augen als ich verzweifelt an ihrem Arm rüttle um Luft zu bekommen. Doch schon im nächsten Moment lässt sie von mir ab. Weicht ein paar Schritte nach hinten zurück und schaut mich mit zusammengezogenen Augenbrauen an. Ich stütze mich an der Wand ab und fasse mir an meinen, wie Feuer brennenden Hals. Schnappe gierig nach Luft aber lasse sie nicht aus den Augen. Was zur Hölle war das gerade? Ein immer breiter werdendes Grinsen schleicht sich auf ihr Gesicht als sie mich verblüfft mustert. „ Nein! Du bist das?!“, entfährt es ihr freudig überrascht als ich sie schwer atmend und zitternd vor Angst anschaue. Was? Sie schließt ihre Augen und legt den Kopf in den Nacken als sie genüsslich seufzt. „ Keine Sorge. Ich habe sie soeben gefunden.“, scheint sie zu  jemanden zu sagen und ich glaube ich weiß zu wem sie da spricht. Aber was? Was hat sie gefunden? Ich schlinge schützend meine Arme um meine Brust denn ihre seltsame Reaktion jagt mir eine heiden Angst ein. Ruckartig richtet sie ihren Blick wieder auf mich. Starrt mich mit großen Augen ungläubig an und bricht in schallendes Gelächter aus als könnte sie ihren eigenen Gedanken gerade selbst nicht glauben. „ Ohhh, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.“, lacht sie mir ihre Worte entgegen und ich ziehe meine Schultern weit nach oben als mir ein Eiskalter Schauer den Rücken hinunter läuft. Als sie mich herausfordernd ansieht entkommt ihr ein zufriedener Seufzer. „ Aber das macht die ganze Sache noch spannender für uns Zwei!“. Was? Was zum Teufel weiß sie? Langsam geht sie um mich herum, starrt mich noch immer erstaunt an. Mit zitternden Beinen drehe ich mich mit jedem ihrer Schritte mit während mir mein Herz bis zum Hals schlägt. Traue mich nicht, sie auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Sie verschränkt ihre Arme vor der Brust. „ Eigentlich hatte ich ja etwas ganz anderes mit dir vor aber…..“, legt sie eine kurze Pause ein in der sie mich akribisch beäugt. „…DAS ändert natürlich die ganze Sache.“, sagt sie grinsend mit einem Kopfschütteln als sie sich von mir abwendet und zu der verspiegelten Wand schreitet. Was! Großer Gott was weiß sie alles!! Ich drücke meine Arme fest um mich als ich meinen Herzschlag im ganzen Körper spüre. Kurz vor einem Spiegel stoppt sie in ihrer Bewegung. Senkt ihren Blick als ob sie etwas hören würde. Ein lächeln schleicht sich auf ihre Lippen als sie ihre Augen schließt. „ Keine Sorge Hawk Moth. Ich habe unsere Übereinkunft nicht vergessen. Ich beweise dir dass ich Recht habe.“ Sie hebt ihren Blick und schaut mich böse funkelnd an. Lacht zu der Stimme in ihrem Kopf „Nein. Sie wird den Raum nicht lebend verlassen. Und danach bringe ich dir ihr Miraculous“, grinst sie mich teuflisch an bei den Worten die sie nicht nur an mich gerichtet hat. Mir entweicht jegliche Farbe aus dem Gesicht als meine Beine zitternd nachzugeben drohen und ich für einen kurzen Moment nur das Blut in meinen Ohren pulsieren höre. Doch gleich darauf hallt ihr widerliches Kichern durch den ganzen Raum als sie in den Spiegel hinein steigt und er sie zu verschlucken scheint. Großer Gott, Sie weiß es!

Wie erstarrt Blicke ich auf die verspiegelte Wand in der sie gerade verschwunden ist als sich eine Eiseskälte in mir ausbreitet, die mich zum erzittern bringt und mir trotzdem der Schweiß aus jeder einzelnen Pore meines Körper tritt. Sie weiß es! Und Hawk Moth auch! Das ist das Ende. Kurz spüre ich meinen Körper nicht mehr als mein Herz ein paar Schläge aussetzt doch eine schnelle Bewegung in den Spiegeln reißt mich wieder ins hier und jetzt. Ein Schatten huscht in der Spiegelwand rasant hin und her. Von links nach rechts, von oben nach unten, quer durch die Spiegel und ich versuche ihm mit meinem Blick zu folgen. Der Schatten bleibt in dem Spiegel gegenüber von mir stehen und ich erkenne Lilys Silhouette, wie sie ihre Arme vor der Brust verschränkt. „ Ich gebe dir jetzt die Chance dich zu verwandeln.“, säuselt sie zu mir herüber aber ihre Stimme scheint aus jedem einzelnen Spiegel zu dringen. „Dich einfach so zu erledigen hat, jetzt wo ich es weiß, keinen Reiz mehr für mich. Aber dich als Ladybug zu besiegen wird mein größter Triumph werden. Und ich werde deinen Untergang in vollen Zügen genießen!“, spukt sie mir ihre hasserfüllten Worte entgegen. Bitte Lily, nicht! Mein Herz rast bei ihren Worten. Selbst wenn ich wollte könnte ich mich jetzt nicht verwandeln. Mit zitternden Händen raufe ich mir meine schweißnassen Haare bei dem verzweifelten Gefühl, ihr so ausgeliefert zu sein . „ Mach schon!“, schreit Lily wütend aber ich sehe ihren Schatten nicht mehr. Ein lautes poltern hinter mir dringt an meine Ohren und ich zucke erschrocken zusammen als sie mich fest von hinten packt. Panisch versuche ich sie wegzuschlagen als sie mich zu Boden drücken will aber sie lässt nicht von mir ab. Wie ein Blitz durchfährt es mich als ich einen Ring an einem ihrer Finger entdecke. Da muss sich der Akuma verstecken! Ich kann es schaffen! Auch alleine! Mit aller Kraft die ich in mir finde drehe ich mich schnell zur Seite. Raus aus ihrem festen Griff. Schnappe sie von hinten an ihren Handgelenken und reiße sie zu Boden während sie laut vor Wut aufschreit. Doch gerade als ich ihr den Ring von ihrem bleichen, kalten Finger ziehen will windet sie sich aus meinem Griff und springt auf. Stürmt hysterisch auf mich zu. „ Jetzt verwandle dich endlich“! , schreit sie mir entgegen. Ich laufe so schnell mich meine zitternden Beine tragen  an das andere Ende des Raumes. Doch sie holt auf und reißt mich von hinten zu Boden . Setzt sich mit Wucht auf meinen Rücken und zieht mir den Kopf an den Haaren nach hinten. „ JETZT MACH ENDLICH! VERWANDLE DICH!“ kreischt sie mir ins Ohr und drückt mir ihre scharfe Klinge gegen den Hals, doch plötzlich wird sie still. Das Adrenalin unterdrückt den pochenden Schmerz in meinem Körper aber mein Herz schlägt mir schmerzhaft wild gegen die Brust. „ Nein Hawk Moth sie ist es. Ich brauche nur noch etwas  Zeit!“, faucht sie in den Raum hinein als sie ihre Klinge sinken lässt und ich weiß dass das jetzt meine Chance ist. Mit voller Wucht ramme ich ihr meinen Ellenbogen in den Bauch als ich mich Blitzschnell umdrehe. Schlage ihr mit dem Fuß ihre Scheiß Klinge aus der Hand und laufe ans andere Ende des Raumes. Atemlos drehe ich mich zu ihr um. Doch sie ist schon wieder verschwunden. „Großer Gott.“, keuche ich laut. Mein ganzer Körper zittert vor Angst und Anspannung und ich muss mich auf meine Oberschenkel stützen um nicht zusammen zu sacken. Ich hoffe inständig das Chat und Tikki bald den Weg hier her finden. „ Er glaubt ich irre mich. Aber ich weiß es besser!“, säuselt sie verbissen ruhig in den Raum hinein als ich ihre Silhouette wieder hinter den Spiegeln erkenne. Er glaubt ihr nicht! Hawk Moth glaubt ihr nicht! Sie wandert weiter in den Spiegeln umher und obwohl ich ihr Gesicht nicht sehen kann spüre ich ihren hasserfüllten Blick auf mir. „ Du kannst mich nicht täuschen. Ich weiß dass du Ladybug bist. Ich habe es in dir gefühlt. Genauso wie ich alle deine Selbstzweifel gefühlt habe. Du hast panische Angst davor zu versagen. Angst, dass die Menschen sich enttäuscht von dir abwenden wenn sie erfahren, wer hinter der Maske steckt. Dass sie ihrer Heldin nicht mehr vertrauen. Weil nur du es bist. Und weißt du was ich noch gefühlt habe?“, säuselt sie kichernd voller Genugtuung während ich versuche die schmerzhaften Bilder die ihre Worte auslösen zu unterdrücken. „ Schau genau hin. Ich werde dir deinen schlimmsten Alptraum zeigen!“ Ihr schauderhaftes Kichern hallt durch den Raum als alle Spiegel gleichzeitig, in einem schummrigen Lichtschein aufleuchten. Das Blut gefriert mir in den Adern als ich mich umsehe. Bilder von Adrien tauchen in jedem einzelnen, der Tausenden Spiegeln, in dem hohen Raum auf. Großer Gott! Was hat sie vor! Ein eiskalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter aber ich kann meine Augen nicht von den Bildern abwenden. Sie sehen so schrecklich Real aus. „ Scheiße!“, keuche ich atemlos und springe erschrocken ein Stück zurück als sich die Bilder in den Spiegeln, geräuschvoll zu bewegen beginnen. Panisch schaue ich um mich. Doch jedes einzelne der Bilder bewegt sich. So, als ob er es wirklich wäre. Wie in einem riesigen Kaleidoskop, beginnen die Bewegungen vor meinen Augen zu verschwimmen als sich in meinem Kopf, alles zu drehen beginnt. Ich schließe die Augen als mich die Übelkeit übermannt und mein Herz wie wild rast. Doch plötzlich wird es still. „Marinette“, höre ich Adriens säuselnde Stimme durch den Raum hallen und nur zögernd traue ich mich meine Augen zu öffnen. Schaue auf sein Bild genau vor mir, das zu mir spricht und sich als einziges jetzt noch bewegt. Wann hat dieser Alptraum endlich ein Ende. Er verschränkt die Arme vor seiner Brust, atmet tief durch als er eine Augenbraue hebt und mich abfällig mustert. „ Dachtest du wirklich dass ich mich für dich interessieren würde Marinette?!“, sagt er langsam mit einem schiefen grinsen auf den Lippen und voller Hohn in der Stimme. „ Du bist so dumm und hast mir tatsächlich jedes Wort geglaubt. Es war so leicht dich rum zu kriegen!“, einzelne Lacher entkommen ihm bei seinen Worten die mir jegliche Luft zum Atmen nehmen. Ich schlinge meine zitternden Arme um mich und schließe die Augen. Das passiert nicht wirklich! Das ist alles nicht Real! Sein süßlich, herber Duft steigt mir wieder in die Nase und langsam redet er weiter.“ Marinette, ich kenne dein Geheimnis! Und die Chance konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Wieso sonst sollte ich mich mit jemanden wie dir einlassen. Sieh dich doch nur an!“, redet er weiter und die Abscheu in seiner Stimme treibt mir die Tränen in die Augen. Nein bitte, das würde er doch nie sagen. Versuche ich mir verzweifelt einzureden als ich schon fast keine Luft mehr bekomme. „ Du widerst mich so an Marinette und keine Sekunde länger werde ich meine Zeit mit dir verschwenden!“ – „ NEIN! HÖR ENDLICH AUF!“, schreie ich voller Verzweiflung und raufe mir die Haare als meine Brust ein glühender Schmerz durchzieht der mir fast das Herz herausreißt. „ Nicht eine Sekunde habe ich dich geliebt!“, spukt er mir hasserfüllt ins Gesicht und in einem lauten durcheinander dringen diese Worte aus jedem einzelnen Spiegel als mir zitternd der Atem stockt und die Tränen über meine Wangen laufen. Wie ein lautes Echo hallen die Worte immer und immer wieder aus jedem Winkel des Raumes und treiben mich fast in den Wahnsinn. „ Hör ..endlich.. auf!“ schluchze ich heulend in den Raum hinein. Presse mit aller Kraft meine Hände gegen meine Ohren und die Augen fest zusammen um den Worten zu entkommen die meine größte Angst spiegeln und mir ein Loch tief in die Seele reißen. Aber ich kann dem Druck nicht länger standhalten. Tränenüberströmt sacke ich auf dem Boden zusammen. Vergrabe meinen Kopf In meinen Armen um Halt zu finden in dieser Hölle, die mich fast den Verstand verlieren lässt. Während das Echo seiner Worte noch immer den Raum erfüllt und mich langsam von innen aufzufressen droht. Nur allmählich wird das Stimmengewirr leiser und mein Schluchzen im Raum immer lauter. Schritte hallen durch den Raum aber ich nehme es gar nicht richtig wahr. „ Genau das wollte ich sehen. Dich so leiden sehen wie auch ich leide. Jeden einzelnen Tag!“, spukt mir Lily entgegen während die Schritte weiter auf mich zukommen.  Mit verschwommenen Blick schaue ich auf, in Lilys kalte Augen während mein Körper noch von lauten Schluchzern geschüttelt wird und mich mein Herz in der Brust brennend schmerzt. Einige Meter entfernt von mir bleibt sie stehen während ich stolpernd aufstehe. Schaut mich hasserfüllt aber voller Genugtuung an während ich am ganzen Körper zittere und mir meine Tränen wegwische. „ AAHH“, schreie ich erschrocken als sie mit einem Satz auf mich zu springt. Sie reißt mich so schnell zu Boden dass ich nicht mehr reagieren kann. Mit brennenden, weit aufgerissenen Augen schaue ich sie an als sie sich auf meinen Brustkorb kniet und mir fast die Luft wegbleibt. „ Lily!“ presse ich panisch und nach Luft schnappend hervor, versuche sie runter zustoßen doch sie bewegt sich kein Stück. Voller Hass schaut sie mich mit ihren funkelnden Augen an und keift mir ins Gesicht: „ VERWANDLE DICH ENDLICH! WORAUF WARTEST DU!“. Wutentbrannt rammt sie ihre Klinge mit einer solchen Wucht neben meinem Kopf in den Boden das es eine Kerbe schlägt. Ich spüre noch den Lufthauch an meiner Wange als ich ihr zitternd entgegnen krächze „ Wie soll ich denn?“. Der Druck auf meiner Brust macht es mir fast unmöglich zu sprechen während mir die Tränen aus den Augen schießen. Sie schaut mich entgeistert an. „ Aber wie? Du bist doch… Ich…Ich weiß doch was ich gespürt habe!“ faucht sie mir ihre letzten Worte entgegen. Reißt mir die Haare nach hinten und fasst an meine Ohrringe. Panisch packe ich sie an den Handgelenken, halte sie zurück so gut ich
kann.
Die Klinge in ihrer
Hand drückt sich schon schmerzend in meinen Hals bei ihrem versuch meine Ohrringe
rauszureißen doch mit einem Mal wird sie ganz ruhig,
als ob sie wieder
jemanden sprechen hört. Aber schon in der nächsten Sekunde reißt sie die Augen auf und sagt hektisch: „ Nein! Bitte! Gib mir noch etwas mehr Zeit mit ihr. Ich weiß dass sie….“ Doch weiter kommt sie nicht. Im gleichen Moment entfährt ihr ein grässlicher Schmerzschrei und sie rollt zuckend  von mir runter. Keuchend drehe ich mich zur Seite und hole tief Luft während sie sich wimmernd vor Schmerzen neben mir am Boden windet. Scheiße, ich glaube Hawh Moth´s Wut  hat mir gerade das Leben gerettet. Ich kämpfe mich hoch und gehe zitternd ein paar Schritte von Lily zurück, fahre mir mit den Händen über mein Schweißnasses Gesicht. Doch schon bei meinem nächsten Augenaufschlag beginnt der Boden unter mir zu beben. „Verdammt was ist das!“, entfährt es mir atemlos. Ich springe erschrocken zur Seite  als die Spiegelwände laut zu klirren beginnen und sich Lily am Boden noch immer vor Schmerzen windet. „ AH!“, zucke ich zusammen als mit einem Ohrenbetäubenden Donnern ein Teil der Kuppeldecke samt Mauerbrocken neben mir herunter bricht. Ich werfe mir meine Arme über den Kopf und versuche, nicht von herunterfallenden Mauerteilen getroffen zu werden. Die gewaltige Staubwolke raubt mir die Sicht und brennt wie Feuer in meiner Lunge. Der Ring! Hustend und mit geschlossenen Augen taste ich mich zu Lily hinüber, die noch immer unter Schmerzen stöhnt und schnell ziehe ich ihr den Ring vom Finger. „ Marinette“  höre ich Chat erleichtert, zwischen dem lauten grollen der herabstürzenden Brocken, hinter mir rufen. Doch mir jagt seine Stimme im Moment nur einen eiskalten Schauer den Rücken hinunter. Sein Duft steigt mir in die Nase als ich auch schon seine warmen Arme um mich spüre. Er hebt mich hoch, zieht mich fest an sich und mir bleibt nichts anderes übrig, als mich an ihm festzuhalten.  

Als ich das nächste Mal meine Augen öffne, blinzle ich der orangeroten Abendsonne entgegen während er mich auf dem Dach hinunter lässt, auf dem wir auch vorhin gestanden sind. Ich spüre seinen Blick auf mir als ich mich mit zitternden Beinen, auf den kalten Betonboden setzte und einen Moment lang tief durchatme. Ich schließe meine Augen und spüre in meiner geschlossenen Faust Lilys Ring. Der kühler werdende Abendwind streift mir um die Nase als ich es kaum fassen kann, dieser elenden Hölle lebend entkommen zu sein. Ein paar Tränen laufen mir die Wange hinunter als sich so etwas wie Erleichterung beginnt in mir auszubreiten und gleichzeitig die Erschöpfung über mich hereinbricht. „ Es tut mir so leid dass ich so lange gebraucht habe dich zu finden. Aber dieser Raum war genau in der Mitte des Gebäudes. In meinem Stockwerk.“, flüstert mir Chat zu während ich meine Beine an den Körper ziehe und meinen Kopf auf meine Knie lege. Daher kam also sein Geruch in dem Raum. „ Und dieses Scheiß Spiegellabyrinth war die Hölle!“, flucht er so dicht vor mir, dass ich seinen Atem an meinem Haar spüre während ich seinen Ring piepsen höre. Er hat ja keine Ahnung wie Recht er mit seinen Worten hat. Ich versuche die Übelkeit zu unterdrücken die die Bilder von gerade eben in mir auslösen. „ Ich bin fast Wahnsinnig geworden als ich dich nicht gefunden habe.“, flüstert er so leise dass ich es gerade noch hören kann und mein Herz versetzt mir einen Stich bei seinen Worten. Ich spüre wie seine Finger mein Haar berührt aber im gleichen Moment zieht er sie wieder zurück und seufzt laut als mir ein Schauer zitternd den Rücken entlang fährt. Es war einfach alles zu viel und im Moment kann ich nicht anders. „ Was hast du da in deiner Hand?“, fragt er ganz leise und räuspert sich, aber ich kann die Nervosität in seiner Stimme hören. Ich hebe meinen Blick, schaue auf meine Faust und dann in sein Gesicht, dass meinem so nahe ist das sein Atem meine Haut streift. Seine Haare hängen ihm in verschwitzten, schmutzigen Strähnen in die Stirn und überall an ihm klebt Dreck und Staub. Auf seinem Gesicht liegt ein erschöpfter und sorgenvoller Ausdruck und in seinen wunderschönen grünen Augen spiegelt sich traurige Unsicherheit. Er fährt sich durch seine schmutzigen Haare als sein Blick zu Boden wandert und er laut die Luft ausstößt. „ Bitte lass uns über alles red…“, setzt er an als er mich flehend aus seinen großen Augen ansieht, doch Tikkis laute Stimme hinter ihm unterbricht ihn. „ Marinette!“, schreit sie laut als sie auch schon an Chat vorbei flitzt und sich fest an mein Gesicht drückt. „ Ich hatte solche Angst um dich.“, bringt sie schluchzend hervor während ein paar warme Tropfen meine Wange hinunter laufen, die nicht von mir sind. Ich streiche mit meinen Fingern ihre Tränen weg als sie sich ein Stück von mir löst und mich mit großen, glänzenden Augen ansieht. Einige Kekskrümel hängen ihr noch im Mundwinkel und der unheimlich süße Anblick lässt mich lächeln. „ Tikki!“, entfährt es mir als mir einfällt das ich noch immer den Ring mit dem Akuma in meiner Hand halte. „ Wir brauchen heute nicht mehr zu Kämpfen.“  Ich öffne meine Faust und halte ihr den Ring vor ihre kleine Nase. „ Der ist von lily. Ich glaube da versteckt sich der Akuma, denn es war das einzige dass sie die ganze Zeit bei sich getragen hat. Bestimmt auch schon vor der Verwandlung“, erkläre ich ihr während meine Augen immer schwerer werden und die Erschöpfung schon heftig an mir zerrt.  Aber ihre Augen werden immer größer und stolz lächelt sie mich an „ Marinette, das ist einfach……du bist einfach….“, sucht sie nach den richtigen Worten. „… unglaublich!“, beendet Chat, der hinter ihr sitzt, leise ihren Satz und schaut mich dabei mit schüchternem Blick, traurig lächelnd an. Bei seinem niedergeschlagenen Anblick zieht sich mein Herz zusammen. „ Na dann los Marinette.“, richtet sich Tikki mit aufmunternder Stimme an mich aber ich schaue nur zu Chat hinüber, verschränke meine Finger ineinander und beiße mir unsicher auf die Unterlippe. Er versteht sofort als er meinen Blick erwidert. „ Ich ..warte….dann Mal da hinten.“, gibt er kleinlaut von sich als er seinen Blick von mir abwendet, aufsteht und auf dem Dach gegenüber verschwindet. Tikki schaut mich mit großen traurigen Augen an als sie leise sagt: „ Bitte versprich mir dass du danach mit ihm redest.“ Ich schließe müde meine Augen, seufze und nicke kaum merklich. Spreche die Worte die meine Verwandlung einleiten um das Drama hier endlich zu beenden und schnell von hier wegzukommen.

„ Machs gut kleiner Papillon.“ Erleichtert schaue ich dem kleinen, weißen Schmetterling nach als er im schummrigen Licht der dunkler werdenden Abendröte davon flattert. Es ist doch wirklich kaum zu glauben zu welchen Taten dieses kleine Tierchen die Menschen bringen kann. Ich atme tief durch als mir Lilys Schmerzerfülltes Gesicht wieder in den Sinn kommt. Es ist so unglaublich paradox dass ihr Wissen um meine Identität sie am Ende zu Fall gebracht hat. Ein leises, trauriges lachen entfährt mir bei dem Gedanken das nicht einmal Hawk Moth glauben kann das jemand wie ich Ladybug sein könnte. Ich schließe die Augen und schüttle den Kopf um die Bilder an diesen Wahnsinn zu vertreiben. Denn ich bin mit meiner Arbeit hier noch nicht am Ende. „ Glücksbringer!“, rufe ich und im gleichen Moment fällt mir ein kleines Polaroid in die Hände. Was zum! Meine Güte, das Schicksal hasst mich. Denn es ist genau das Foto das Alya vor neun Monaten von Adrien und mir im Park geschossen hat. Nur eine Stunde bevor ich herausfand dass er Chat ist. Ich schaue zum Himmel und bin Heil froh wenn dieser furchtbare Tag endlich sein Ende findet.

Als der wirklich mehr als unpassende Glücksbringer alle Schäden beseitigt hat, setzt allmählich auch der dichter werdende Abendverkehr auf den Straßen ein. Einen kurzen Moment lasse ich meinen Blick auf den umherhuschenden Lichtern der Autos verweilen während nur einzelne Motorengeräusche den Weg nach hier oben finden. Hinter mir höre ich lauter werdende Schritte und das piepsen von Chats Ring. Die Schritte stoppen nahe an meinem Rücken und ich schließe meine Augen als der auffrischende Abendwind seinen Duft um meine Nase weht „ Es gibt vieles über das wir reden müssen. Und ich glaube das jetzt der richtige Zeitpunkt dafür wäre.“, gibt er mit bedrückter, leiser Stimme von sich. Ich öffne meine glasigen Augen und schaue den letzten, rosafarbenen Ausläufern der untergehenden Sonne hinterher als ich noch einmal tief durchatme: „ Ja, jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.“
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