Traumhafte Erkenntnis

von xXSoMaXx
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Maka Albarn OC (Own Character) Soul Eater
15.07.2019
15.07.2019
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Einen wunderschönen guten Abend.
Nach einer halben Ewigkeit bringe ich mich auch mal wieder ins Soul Eater Fandom ein, wenn auch nur mit einem One Shot. Gut er ist ein bisschen lang geworden für meine Verhältnisse, aber ich denke das sollte kein Problem darstellen ^^
Diese Geschichte wurde inspiriert von der Silber-Trilogie von Kerstin Gier. Eine sehr schöne Buchreihe, kann ich nur empfehlen :)
Desweiteren wird ein OC eines guten Freundes (InfernalSniper) hier erwähnt und zwar Souls Schwester Yuri :3
Ich hoffe ich konnte halbwegs gut rüber bringen, wie sie erdacht wurde :D
Und noch ein weiterer OC taucht hier auf, damit ihr euch nicht wundert und denkt "was habe ich verpasst". Nein! Diesen Charakter gibt es nicht wirklich!

Aber jetzt möchte ich euch nicht weiter belästigen ^~^
Viel Spaß beim lesen <3

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„Soul, das ist jetzt schon das dritte Mal, dass ich dich heute ermahne. Ich will, dass du nach dem Unterricht zu mir kommst.“ Etwas benommen schlug ein weißhaariger junger Mann die Augen auf. In seinem Kopf hämmerte es, als hätte man in seinem Gehirn eine Baustelle eröffnet. Schon seit Tagen konnte er nicht mehr richtig schlafen. Jedes Mal, wenn er nachts ins Bett geht und es endlich schafft einzuschlafen träumt er den selben, grauenvollen Traum. War das etwa ein Fluch, der auf ihm lastete? Grundsätzlich machte er sich ja nichts aus Alpträumen, aber jedes Mal, wenn am Morgen der Wecker klingelte wachte er schweißgebadet auf und fühlte sich, als wäre er nie eingeschlafen und das nervte ihn abgrundtief.
„Es tut mir leid, Sid-sensei.“, murrte er schläfrig und musste sich anstrengen sein Gähnen zu unterdrücken. Mit halb geöffneten Augen sah er vorne zur Tafel, wo der blaue, zum Zombie gemachte Lehrer stand und ihnen die Theorie zum Schärfen einer Waffe beibrachte. Eigentlich müsste er aufpassen, denn wenn seine Sichel noch schärfer werden könnte, dann würde dies seine Meisterin sehr unterstützen. Doch immer wieder fielen ihm die Augen zu.
Doch es gab eine Sache, die störte den Jungen noch viel mehr, als die Tatsache, dass er momentan keinen Schlaf fand. Und zwar die Tatsache, dass Maka ihm immer wieder mitleidige Blicke zu warf. Sie sollte sauer auf ihn sein, dass er andauernd im Unterricht einnickt. Sie sollte genervt davon sein, dass er in ihren Kämpfen immer abwesend war und sie deshalb schon öfter in der Klemme steckten. Und allem voran sollte sie ihn wie jeden Morgen aus dem Fenster treten, wenn Blair ihn mal wieder wecken wollte. Doch seit kurzem kam sie nicht mehr in sein Zimmer, selbst wenn er droht zu verschlafen.
Stattdessen wurde sie in seiner Gegenwart so ruhig, als hätte sie das Interesse an ihm verloren und dann diese mitleidigenden Blicke, die er nicht einordnen konnte. Warum schaute sie ihn bloß so an? Doch konnte er sich darum kaum noch weitere Gedanken machen, da fielen ihm auch schon wieder vollständig die Augen zu.

Ein Ruckeln ließ die junge Sense aufschrecken.
„Soul. Der Unterricht ist vorbei. Es hat schon vor wenigen Minuten geklingelt“, sagte das Mädchen, was immer direkt rechts von ihm saß. Ihr aschblondes Haar war zu Zöpfen gebunden. Diese süßen kindlichen Zöpfe. Und ihre minzgrünen Augen, die ihn traurig anguckten. Einen Augenblick! Traurig?
„Wie spät ist es?“, fragte sie der Weißhaarige und suchte müde die Uhr, die immer rechts von der Tafel hing.
„Kurz nach halb 1. Sid wollte noch mit dir sprechen, schon vergessen?“ In seinem Hirn ratterte es. Zahnräder legten sich ineinander, bis es ihm plötzlich wieder einfiel.
„Ich bin schon wieder eingeschlafen. Zum vierten Mal heute.“ Genervt legte er seinen Kopf in den Nacken. Was war momentan denn nur los?
„Ja. Nicht, dass du noch krank wirst bei dem Schlafkonsum, den du momentan brauchst.“
„Ach Quatsch. Ich und krank. Ich bin nur genauso müde und gelangweilt, wie sonst auch.“ Spielerisch streckte der Junge seiner Meisterin die Zunge entgegen, welche zwar schmunzelte. Allerdings lachten ihre Augen dabei nicht mit.

„Soll ich draußen warten, oder kommst du allein klar?“, fragte Maka beiläufig, während sie ihre Sachen zusammen packte.
„Ich kriege das schon hin. Wäre doch uncool, wenn ich einen Babysitter bräuchte.“
„Na ja...“ Spielerisch sah das Mädchen ihren Partner an, welcher empört seine Arme überkreuzte.
„Du glaubst mir wohl nicht, was?“

„Na ja...“ Soul knirschte mit seinen Zähnen.
„Mach nur, dass du nach Hause kommst. Ich komme, sobald ich kann nach.“ Beleidigt sah Soul in eine andere Ecke des Raumes. Hauptsache weg von seiner Meisterin, die ihn gerade mit einer Mischung aus Belustigung und Trauer ansah.
„Dann sehen wir uns nachher.“ Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, ging sie auch schon zur Tür hinaus. Stumm folgte Soul ihr mit seinen Augen.
„Sie ist einfach nicht mehr so unbeschwert wie sonst. Ob ich wohl was falsch gemacht habe?“, ging es der Sense durch den Kopf. Doch konnte er sich einfach keinen Reim darauf machen. Er hatte sich doch nie anders benommen, als momentan.
„Soul Eater Evans“, polterte es vom Fuße des Raumes. Sid stand breitbeinig vor dem Lehrerpult und fixierte den Jungen streng. Soul seufzte. Wenn sein Nachname ins Spiel kam, verhieß das nie was Gutes. Langsam und mit Händen in den Taschen schlenderte er zu dem Waffenmeister hinunter.
„Erkläre es mir.“
„Was?“
„Ist der Unterricht für dich zu langweilig? Hast du momentan irgendeine dumme Trotzphase oder bleibst du momentan einfach nur zu lange wach? So wie es momentan ist, kann es nicht weiter gehen. Schon seit Wochen schläfst du uns der Reihe nach weg.“ So sehr man es auch wollte, aus Sid konnte man keinerlei Gesichtsregung erkennen. Hätte Dr. Stein ihn nicht mit mehr Muskeln in den Wangen zusammennähen können? Dass man zumindest erkennen kann, ob er lächelt oder wütend ist?
„Ja es tut mir leid. Ich bekomme momentan nicht viel Schlaf“, sagte der Weißhaarige.
„Das sollte sich schleunigst ändern. Egal was deine Meisterin und du nachts immer treibt, dezimiert es.“ In Souls Hirn ratterte es. Als er schließlich verstand, stieg ihm die Röte zu Kopfe.
„Nein nein nein nein nein. Das machen wir nicht. Das hat damit gar nichts zu tun.“ Einen kurzen Augenblick war es ruhig.
„Aber Maka scheint mir momentan auch ziemlich müde zu sein. Da ging ich davon aus, dass ihr beide...“

„NEIN! Bitte, denken sie da nicht mal drüber nach. Es ist zwar nicht so, dass ich nicht gern würde, aber das berede ich ganz bestimmt nicht mit meinem Lehrer.“ Panisch hielt sich Soul die Ohren zu. Das verlief gerade in eine absolut falsche Richtung. Es wäre ja schön, wenn seine Schlaflosigkeit daher kommen würde, aber so ist es nun mal nicht.
„Wie dem auch sein. Ich werde dir eine Strafe geben müssen. Das ist dir doch klar?“, erzählte Sid weiter.
„Uncool.“
„In letzter Zeit haben viele Schüler ihre ausgeliehenen Bücher wieder zurück gegeben. Diese müssen wieder eingeräumt werden. Kümmere dich drum und zwar heute.“ Es schmeckte ihm gar nicht, dass er den Rest des Tages in der Schulbibliothek verbringen durfte. Doch er hatte sich schon mal einem Lehrer der Strafe widersetzt. Es zog ihm noch immer einen kalten Schauer über den Rücken, was deshalb passierte.
„Gut. Dann gehe ich jetzt.“
„Noch ein kurzer Rat eines bereits toten Mannes. Geh früher schlafen, das bringt dich noch um. Sollte es aber nicht daran liegen. Sprich drüber. Das hilft manchmal.“ Genervt verdrehte Soul die Augen. Als ob er das nicht selbst schon wusste.

Es war bereits später Nachmittag, als Soul endlich das letzte Buch zur Hand nahm, um es einräumen zu können. Was musste diese Bibliothek auch so groß sein und wer kam auf die Schnappsidee den Regale so hoch zu machen, dass man dafür eine 20 Meter hohe Leiter brauchte, um ganz oben ran zu kommen?
Schnell griff sich der Junge das Buch, was einen seltsam verdreckten Einband besaß. Es war in braunes Leder gebunden und wurde von einem einzigen dünnen, roten Faden verschlossen gehalten. Es stand kein Name auf dem Buch. Doch ohne einen Namen konnte er es schlecht wieder einsortieren. Vorsichtig entknotete der Junge das Band und schlug das Buch auf der ersten Seite auf. Doch auch da stand nichts. Wieder blätterte er ein paar Seiten um. Nur leere Seiten.
„Ist das ein Scherz? Wenn da nichts drin steht, wie soll ich es denn dann wegräumen?“ Er setzte einen Finger an die Seite des Buches an und lies jede Seite durchrauschen, doch nicht eine einzige der unzähligen Seiten war beschrieben. „Hat das vielleicht jemand hier vergessen?“ Mit einem Plopp schlug er das Buch wieder zu und ein silberner Rauch flog ihm entgegen. Dieser roch stark nach Tinte und ließ den Jungen unaufhörlich husten. Seine Lunge war zum zerreißen gespannt. Seine Knie sackten weg, sodass sein Gesicht den Boden unweigerlich küsste.
Noch ein paar Minuten lag Soul einfach nur da und versuchte wieder Sauerstoff zu atmen. Nach einer kurzen Weile funktionierte das zum Glück auch wieder problemlos.
Kraftlos richtete er sich auf.
„Man, muss das Buch alt sein, wenn mir so eine Staubschicht entgegen fliegt.“ Seine Stimme krächzte, als hätte er zwei Tage lang nichts getrunken. „Und was mache ich jetzt mit dir?“ Desinteressiert ließ er das Buch in seiner Hand kreisen. Am Besten wäre es noch irgendjemanden zu suchen, der dieses Buch annehmen kann. Da er allerdings endlich nach Hause wollte und stark bezweifelte, dass er so spät noch jemanden finden konnte, steckte er das Ding einfach zwischen seine anderen Sachen in die Tasche. „Ich bringe es einfach am Montag wieder mit“, flüsterte der Weißhaarige zu sich selbst. „Aber jetzt will ich ins Wochenende.“

Kaum war er zu Hause angekommen, stürmte er zum Kühlschrank und griff sich die erste Flasche, die er greifen konnte. Shinigami sei Dank war das Cola, denn das befeuchtete nicht nur seinen Hals, sondern spülte noch diesen ekligen Tintengeschmack runter.
Kaum hatte er die 1,5 Liter Flasche zur Hälfte entleert, stand auch schon Maka im Türrahmen und beobachtete ihren Partner.
„Du musst ja Durst haben.“

„Hab vergessen mir was einzupacken.“
„Warst du etwa noch mit BlackStar und den anderen auf dem Sportplatz oder warum kommst du so spät so ausgedorrt hier an?“, wollte das Mädchen von der Sense wissen.
„Nö. Musste die Bibliothek aufräumen. Sid hat mir die Strafe wegen des ganzen Schlafens aufgebrummt.“
„Achso.“ Schon wieder sah Maka ihn so komisch an. Warum tat sie das nur? „Hast du Hunger? Ich wollte langsam mit dem Abendessen beginnen.“ Dicht stellte sich Soul vor sie hin und legte ihr seine Hände auf die Schulter. Mit großen Augen sah sie zu ihm hoch. Mittlerweile war er doch einige Zentimeter größer als sie, doch das störte sie nicht im geringsten. Irgendwie mochte sie das sogar. Tief sah Soul ihr in ihre wunderschönen minzgrünen Augen, denen er immer und immer wieder verfällt. Jedes Mal, wenn er in sie hinein sah, meinte er ein Leuchten zu sehen, dass nur ihm galt. Aber wahrscheinlich war das nur eine Wunschvorstellung. Niemals würde seine Meisterin und zu gleich beste Freundin die gleichen Gefühle für ihn hegen, wie er für sie hat. Besonders momentan nicht. Immerhin hielt sie deren Gespräche immer kurz und dann weiß auch er nichts mehr zu sagen. Auch so war sie in letzter Zeit immer recht zurück haltend und mied den Körperkontakt. Es verwunderte ihn gerade sowieso, dass er seine Hände auf ihre Schultern legen durfte.
„Maka. Erzähle mir von einer Dimension, in der ich kein Vielfraß bin und immerzu Hunger habe.“ Ein schmunzeln schlich sich auf die Lippen des Mädchens, was auch ihn zum Grinsen brachte. Ihre Wangen verfärbten sich rot und rasch wich sie seinem Blick aus.
„Dann wird es dich freuen, dass ich heute vor habe eine ordentliche Portion Chili con Carne zu machen.“ Dem Jungen lief das Wasser im Mund zusammen. Panisch wischte er sich mit dem Ärmel über seinen Mundwinkel.
„Du bist die Beste.“
„Wie war das?“
„Du bist die Beste!“
„Tut mir leid, das musst du nochmal wiederholen. Ich glaube ich habe was im Ohr.“
„DU BIST DIE… warte. Verarscht du mich gerade?“ Ungläubig sah Soul zu ihr rüber, wie sie das Hackfleisch aus dem Kühlschrank holte und Tomaten, sowie Kidneybohnen und den Mais aus dem Gemüsefach nahm.
„Wer weiß, möglicherweise“, säuselte sie zuckersüß und stellte schon mal eine Pfanne und den Topf auf den Herd.
„Uncool“, lachte Soul leise. Mit dem Rücken zu ihm gewandt begann Maka langsam das Essen zuzubereiten.
„So selten wie ich das von dir höre, musste ich das einfach machen… iek.“ Auf einmal schlangen sich zwei Arme von hinten um das Mädchen. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, als Soul seine Lippen unter ihrem Ohr ablegte und sie da leicht zu küssen begann.
„Du bist die mutigste, stärkste, coolste und hübscheste Meisterin und Freundin, die man haben kann und ich bin unglaublich froh, dass ich dein Partner bin.“ Seine Hände wanderten ihre Seite hinab und blieben auf ihrer Hüfte stehen. Makas Hände zitterten und ihre Atmung ging stoßweise. Sie musste sich stark zusammenreißen sich nicht einfach umzudrehen.
„Jetzt bist du es, der scherzt, oder?“ Ihre Stimme hatte an Kraft verloren. Sie war doch immer wieder erstaunt wie leicht Soul es mit ihr nur hätte, wenn er denn überhaupt an so was interessiert war.
„Mhm nö. Kein Scherz. Du bist wirklich wundervoll.“
„Soul...“
„Aber jetzt habe ich Hunger.“ Eine eisige Kälte zog sich durch ihren Körper, als er seine Hände wieder von ihren Hüften nahm. „Achja kochen kannst du auch noch sehr gut und ich freue mich schon aufs Abendessen.“ Mit einem provokanten Grinsen auf den Lippen lief er schnellen Schrittes aus der Küche hinaus ins Wohnzimmer. Gerade noch rechtzeitig, da ihm kurz darauf ein Buch folgte und er sich hinter dem Türrahmen verstecken konnte.
„Du Idiot!“, rief sie ihm hinterher, doch er ging nur lachend in Richtung Couch. Hätte er allerdings nochmal nachgesehen, hätte er sehen können, wie Maka breit lächelnd am Herd stand und verträumt aus dem Fenster sah.

Nach dem wirklich sehr üppigen Abendessen, räumten beide zusammen den Tisch ab. Es war sogar noch eine Portion übrig geblieben, die Soul sich am nächsten Tag warm machen konnte und er freute sich jetzt schon drauf. Nach dem Abwasch und einem Fernsehabend trennten sich schließlich aber ihre Wege. Maka ging in ihr Zimmer und wollte noch ein bisschen lesen, Soul verdrückte sich in seines. Es war immerhin schon kurz vor Mitternacht und bei seinen Schlafproblemen kann es nicht schaden frühstmöglich schlafen zu gehen.

Dunkelheit umwarb ihn. Von weit weg hörte er das Schlagen von Metall auf Metall, als würde nicht weit von ihr jemand kämpfen. Doch er sah nichts, nicht mal seine eigene Hand vor Augen. Er beschloss nicht länger hier rum zu stehen und einfach weiter zu laufen, so wie er es jeden Abend auch tat. Es war schon wieder der gleiche Traum und er wusste genau, was gleich passieren würde. Einige Minuten lief der Junge in dieser schier endlosen Dunkelheit umher und da sah er es in weiter Ferne. Ein weißer Punkt. Ganz automatisch zogen seine Füße ihn dahin, obwohl er da nicht hin wollte. Sein Herz raste und auch wenn er schon seit Wochen immer und immer wieder die Gleiche Szene sah, ließ ihn das einfach nicht kalt.
Der weiße Punkt kam näher und wurde immer größer. Was er erblickte ließ sein Blut gefrieren. Da stand er selbst, doch anders, als sonst. Maka stand auch vor ihm. Vor Angst waren ihre Augen geweitet und ihre Hände hat sie schützend vor ihr Gesicht gehalten. Einige Schnittwunden zierten bereits ihren Körper. Teilweise waren es nur kleine Schnitte, teilweise waren es aber auch so tiefe Wunden, dass das Blut schon aus ihr heraus tropfte. Es war so ruhig hier im Raum, sodass er jedes Plätschern der Tropfen hören konnte. Er wollte zu ihr rennen, ihr helfen, doch bewegte er sich keinen Zentimeter. Seine Füße waren wie angenagelt. Er schrie ihren Namen, doch kam kein Ton hervor. Er stand einfach nur da und sah dabei zu, wie er selbst gerade seine Meisterin umbrachte. Die Gestalt, die ihm so gleich war, hatte ein wahnsinniges Grinsen im Gesicht. Seine Augen waren vollständig von einer unheimlichen Schwärze ausgefüllt und immer und immer wieder prügelte er mit seinen Klingen auf seine Meisterin ein.
Er wusste, dass Maka ihre Waffenform in Notsituationen aktivieren konnte, daher kam auch der metallene Klang, aber sie hatte diese Fähigkeit absolut nicht unter Kontrolle. Es gab vorher noch nie einen Meister, der zeitgleich eine Waffe war und irgendwie wehrte ihr Waffenblut sich gegen die Gene des Meisters. Deshalb konnte sie diese Fähigkeit nie ausbauen. Nur wenn sie mal wieder absolut ihren Verstand verlor und rein instinktiv kämpfte, nur dann konnte sie ihre Klingen wirklich einsetzen.
Soul hatte schon dutzende Male die gleiche Schlagabfolge gesehen, deshalb wusste er auch, was als nächstes dran kam. Das Schatten-Ich seiner selbst beugte sich mit einem fetten Grinsen auf den Lippen hinab und hielt dem Mädchen die Klinge direkt an die Kehle. Soul schloss seine Augen. Er konnte einfach nicht mitansehen, wer er seine Geliebte Meisterin einfach köpfte. Er zählte bereits den Countdown.

10: Ein schrilles Lachen erklang.

9: Das Schatten-Ich von ihm ließ das sperrige Licht in diesem Zimmer auf der Klinge tanzen.

8: Das Grinsen des Jungen wurde noch größer.

7: Makas Augen sind von Panik erfüllt, sie merkt, dass sie ihm nicht mehr entkommen kann.

6: Soul realisiert, dass er nichts tun kann, nicht mal seine Augen kann er geschlossen halten.

5: Die Muskeln des Schatten-Ichs spannen sich an. Nur ein kurzer Schnitt und der Kopf rollt.

4: Ein silberner Nebel erhellt den dunklen Raum hinter Soul.

3: Er bemerkt, dass er sich bewegen kann.

2: Er rennt los.

1: Maka beißt die Zähne zusammen. Stolz will sie abtreten.

0: Soul schmeißt sich auf sein Schatten-ich und verhindert in letzter Sekunde, dass Maka was passiert.

Mit vor Schreck geweiteten Augen sah das Mädchen das Spektakel vor ihr an. Zwei Souls kämpften gegeneinander. Der Eine für sie, der andere gegen sie. Der Soul, der für sie kämpfte rammte dem anderen gerade seine Sichel in den Bauch, doch stach diese nicht weit. Aus der Wunde sickerte schwarzes Blut, was sich sofort verhärtete. Dies bemerkte der Junge sofort und machte auf dem Absatz kehrt. Rasch griff er nach Makas Hand und rannte mit ihr in den silbernen Nebel hinein.
„Soul, was ist los?“, fragte das Mädchen verwirrt.
„Maka, das hier ist ein Alptraum und ich schaffe es das erste Mal dich zu retten. Das verspreche ich dir.“
„Das erste Mal? Kam das schon öfter vor?“
„Ich träume seit Wochen den gleichen Traum und auch wenn ich weiß, dass du nicht die echte Maka bist, sondern nur eine von mir erschaffene Traum-Maka kann ich dich einfach nicht sterben lassen.“ Noch während er diese Worte sagte, sah er eine Tür in weiter ferne. Genauer gesagt eine blutrote Tür. Wie von selbst steuerte er darauf zu und riss diese auf. Noch immer hielt er Maka an der Hand, als er durch diese Tür hindurch rannte. Doch kaum hat er die Schwelle übertreten, ist der Druck von Makas Hand aus seiner verschwunden, als hätte sie sich einfach aufgelöst. Die Tür fiel hinter ihm zurück ins Schloss.

„Maka?“ verwirrt und gleichzeitig panisch sah Soul sich um. Vor ihm streckte sich ein ewig langer Gang in beide Richtungen. Meterweise war eine Tür neben einer anderen aufgestellt. Kurz drehte er sich nochmal um. Die blutrote Tür von ihm war immer noch da. Bei genauerer Betrachtung erkannte er, wie die Türklinke seine Klinge darstellte. Genau in der Mitte prangerte das rote Auge, was er auf dem Stab trug. Etwas zerkratzt, aber dennoch noch gut lesbar, konnte er sogar seinen Namen auf der Tür lesen. Es sah so aus, als hätte dies jemand mit einem Messer hinein geritzt. Kurz legte er nochmal seine Hand an die Türklinke und ein warmes Gefühl umgab ihn. Die Tür pochte in seinem Herzschlag sanft mit, als wäre sie ein Teil von ihm.
„Hey du!“ Soul schreckte auf. Rasch drehte er sich rum und sah in das Antlitz einer silbernen Katze. Doch das war keine normale Katze, diese Katze war von der Größe her wie ein Tiger, doch war dies offensichtlich keiner. Starr blieb Soul stehen in der Hoffnung die Großkatze würde kurz an ihm schnuppern, das Interesse verlieren und wieder verschwinden. Ach was dachte er da? Er würde sich ja selbst essen wollen, wenn er es könnte, dann würde die Katze ihn auch fressen. Seine einzige Beruhigung gerade war, dass er wusste, dass dies ein Traum war.
„Erde an Dummkopf. Was machst du hier?“ Hat die Katze gerade etwa gesprochen? Wieso erschreckte ihn das überhaupt, immerhin hatte er eine magische Katze bei sich wohnen. „Soll ich es mal in einer anderen Sprache versuchen. Der Name ist immerhin englisch. Vielleicht kommt er ja aus England“, murmelte die Katze zu sich selbst.
„Who are you and what do you do here?“, fragte die Katze nochmal. Erst jetzt realisierte der Junge, dass er vielleicht antworten sollte.
„Ich bin Soul und na ja ich scheine zu träumen und wer bist du?“
„Ich bin der Traumfänger. Ich wache über alle Träume von jedem Menschen auf diesem Planeten. Einen Namen habe ich keinen, wofür auch. Es gäbe niemanden, den ich ihm sagen könnte, weil sich für gewöhnlich niemand hier hinein verirrt. Wie zur Hölle kamst du aus deinem Traum raus?“
„Ich kam was?“ Verwirrt sah der Weißhaarige zu dem Wesen, was sich Traumfänger nannte hinab.
„Aus deinem Traum raus? Sag mal spreche ich chinesisch?“
„Es ist für mich schon seltsam, dass du überhaupt sprichst.“
„Noch nie eine sprechende Katze gesehen, was? Ist dir nicht zu verübeln. Gibt es in der richtigen Welt ja auch nicht.“
„Eigentlich schon...“
„Jetzt ernsthaft?“ Geschockt riss die Großkatze die Augen auf. „Ich wusste ja, dass Tiere in ihrer eigenen Sprache träumen, aber, dass diese auch sprechen, wusste ich nicht.“ Plötzlich zog ein weißer bis leicht silberner Nebel auf und hüllte die Katze ein, sodass man nur noch einen Schatten sehen konnte. Und dieser wuchs. Wobei nein, er wuchs nicht, er veränderte sich. Als der Nebel sich wieder verzog, stand ein junges Mädchen vor ihm. Ihre Haare waren silbern, ihre Augen waren von einem kristallklaren blau. Interessanterweise trug sie ein Kimono in dunkelblau und diese traditionellen, japanischen Holzschuhe. Auf einmal zückte sie ein Notizbuch und schrieb sich irgendwas auf. Wo hatte sie das Buch eigentlich her? Und war sie nicht gerade noch eine Katze? Unter ihren silbernen Haaren zuckte etwas und bei genauerer Betrachtung erkannte man kleine Katzenohren. Und ein Katzenschwanz zuckte unter dem Kimono hervor.
„Was geht hier gerade eigentlich ab?“, fragte Soul nun sichtlich verwirrt.
„Ich schreibe mir gerade nur auf, dass Tiere in der realen Welt sprechen.“
„Das stimmt so auch nicht so ganz. Ein paar wenige können das und hauptsächlich sind das alles Hexen, die sich in Tiere verwandeln.“
„Oh okay.“ Und wieder kritzelte sie was in ihr Heftchen. Kaum war sie fertig ließ sie das Notizheft in der Luft verschwinden.
„Und nochmal. Was geht hier gerade eigentlich ab. Was ist das für ein absolut hirnrissiger Traum?“
„Du träumst nicht.“ Soul zuckte zusammen.
„Was?“, fragte er ungläubig und versuchte sich zu kneifen. Tatsächlich er spürte Schmerz.
„Also nicht direkt. Es stimmt zwar, dass du durch einen Traum hier her gekommen bist, aber dein Traum ist hinter dieser Tür dort.“ Unberührt zeigte das Mädchen auf die blutrote Tür.
„Und wo bin ich dann hier?“, wollte der Junge wissen.
„Mhm wie erkläre ich das. Man könnte sagen in einer Art Parallelwelt, zu der nur das Unterbewusstsein eines Menschen fähig wäre hin zu gelangen, weil sie allein aus Hirnströmen besteht.“
„Hä?“
„Du bist im Traumkorridor. In beide Richtungen siehst du Träume aller Menschen und Tiere dieses Planeten.“
„Cool“, ein Glitzern stahl sich in Souls Augen.
„Überrascht dich das gar nicht?“
„Sollte es?
„Ja irgendwie schon. Immerhin bist du an einem Ort, wo bis lang so gut wie niemand Zutritt zu hatte.“
„Mhm ja überrascht mich immer noch nicht. So gut wie niemand? Wer war denn sonst alles schon hier?“, fragte der Junge interessiert.
„Ein paar Spinner, die glaubten sie könnten lernen luzid zu träumen. Die haben es dann 2-3 Mal geschafft her zu kommen, aber irgendwie kamen sie seit dem nie wieder. Haben es wohl wieder verlernt.“ Bedröppelt sah das Mädchen zu Boden. „Immer wieder dachte ich, endlich hätte ich jemanden zum reden und dann ist es auch genauso schnell wieder vorbei, wie es gekommen war.“ Selbst ihren Schwanz ließ sie hängen.
„Was bitte ist luzides Träumen?“
„Na ja den Traum kontrollieren. Aber selbst dann sind die meisten eigentlich nicht in der Lage ihre Traumtür zu sehen. Du scheinst anders zu sein. Wie kamst du hier her?“
„Wenn ich das wüsste. Ich bin vor meinem Alptraum weg gerannt und plötzlich war ich hier.“ Verschämt kratzte sich der Junge am Hinterkopf. Jemand fremden von seinen Alpträumen zu erzählen, war wirklich uncool.
„Hm Angst kann ein Auslöser für kontrolliertes Träumen sein, aber das erklärt nicht warum du deine Traumtür sehen kannst.“
„Da war so ein silberner Nebel...“

„Nebel? Was für Nebel? Seit wann siehst du den?“
„Würde sagen seit eben.“
„Hast du heute irgendwas getan oder hast du irgendwas bestimmtes eingeatmet?“ Das Mädchen legte ihren Kopf schief.

„Nein ich… warte, doch! Ich habe dieses leere Buch gefunden und als ich es zu geklappt habe, ist mir eine fette Staubschicht entgegen geflogen. War echt uncool was danach passierte.“
„War das Buch zufällig braun und die Seiten waren alle leer?“ Mit großen Augen sah der Junge das Mädchen vor sich an.
„Ja genau.“
„Verdammter Mist. Wie ist das Buch denn in die reale Welt gekommen? Das sollte mein neues Tagebuch werden, aber irgendwie hatte ich es verloren. Vielleicht in einem Traum einer anderen Person und der hat es mit raus genommen…?“, dachte das Katzenmädchen laut. „Wo ist das Buch jetzt?“
„In meinem Zimmer.“
„Pass gut darauf auf. Das ist ein Buch, was hier in der Traumwelt gefertigt wurde. Jede einzelne Seite besteht aus Traumstaub. Wahrscheinlich hast du den eingeatmet und hast dadurch eine künstliche Verbindung zu diesem Ort geöffnet.“ Plötzlich begann das Mädchen zu strahlen. „Das heißt ja, du kannst jetzt öfter vorbei kommen. Jaaaaa! Endlich habe ich jemanden zum quatschen.“ Ihr lächeln zog sich einmal quer über das Gesicht. Sie sah schon irgendwie süß aus. Wie eine kleine Schwester, die man an sich drücken und nie mehr loslassen möchte. Apropos Schwester…
„Ich habe eine Frage. Du sagtest doch dies sind alles Türen zu den Träumen von Menschen.“
„Und anderen Lebewesen, aber ja fahre fort.“
„Kann ich in diese Träume rein gehen?“ Ein wildes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Theoretisch ja, aber was willst du da tun? Ich bin eine Art Traumwächter. Ich kann dich nicht einfach irgendeinen Schabernack treiben lassen.“
„Und wenn ich dir verspreche, dass ich nur zusehe und keinen Scheiß baue?“
„Dann wäre es okay, denke ich. Ich meine, es ist ja nicht so als gäbe es hier irgendwelche Regeln...“ Auf einmal fing Soul an zu lachen.
„Und wie finde ich die Träume der entsprechenden Personen.“ Er wollte unbedingt einer Person einen Besuch abstatten. Immer und immer wieder hatte sie ihn in der Vergangenheit drangsaliert. Bei ihren Eltern war sie das liebste Mädchen auf Erden, doch kaum waren die beiden allein, zeigte sie ihr wahres ich. Sie ließ ihn kaum schlafen und dann wäre es nur fair, wenn er sie jetzt auch einmal nicht richtig schlafen lässt.
„Einfach dem Gefühl nach.“

Na toll. Einfach dem Gefühl nach. Was für ein Tipp. Entnervt schlenderte Soul den Flur hinab. Hätte sie es ihm nicht einfach sagen können. Er wettete darauf, dass sie jede Tür hier auswendig kannte. Doch nein, stattdessen ließ sie ihn allein. Sie hätte noch was zu tun, sagte sie. Was bitte soll sie denn in einer endlosen Unendlichkeit bitte zu tun haben? Sich Socken stricken? Origami falten? Sich die Fingernägel schneiden? Was sollte denn so wichtig sein?
Auf einmal blieb der Junge wie angewurzelt stehen. Es war, als würde ein unsichtbare Macht um seinen Körper schlingen und ihn bis vor eine bestimmte Tür bringen. Diese Tür war in einem leuchtenden hellrot gestrichen. In der Mitte der Tür hing der schwarz-weiße Stoffhase, den er ihr mal Geschenkt hatte, als sie noch klein waren und sie für nicht so viele Missverständnisse gesorgt hatte. Hübsch mit pinken Plüsch verziert, stand ihr Name auf der Tür. Yuri. Ein boshaftes Grinsen schlich sich auf seine Lippen.
„Jetzt kannst du was erleben“, murmelte er, bevor er die Tür öffnete.

2 Minuten später stand er wieder auf dem Gang und lehnte sich entsetzt an eine andere Tür. Was lief in ihrem Gehirn bloß schief. Selbst in ihrem Traum hielt er es keine zwei Minuten mit ihr aus. Na gut, das war ja auch das absolute Unterbewusstsein von ihr. Und es war so… so… so… so…. unbeschreiblich. Er wusste ja, dass seine kleine Schwester eine Affination zu solchen Dingen hatte, aber er hätte nie damit gerechnet, dass es so stark ausgeprägt war. Und dann auch noch diese zwei verschiedenen Seiten? Auf der einen Seite war alles in plüschiges Pink gestaltet. Es war wie ein Zimmer, wo absolut alles pink war. Das Sofa war mit einem plüschigen Pelz überzogen und auch der Fernseher war pink, der Fernseher!!! Ganz zu schweigen von der Toilette. Das einzige in dieser Wohnung, was nicht pink gewesen war, war ihre Küche. Diese wiederum war hochmodern. Als hätte sie in ihren Träumen schon alle möglichen Rezepte ausprobiert. Und dann war da dieser Keller…
Es zog ihm noch immer eiskalt den Rücken runter, als er diese Stufen hinunter ging und da unten war einfach. Nein, dass durfte er nicht mal denken. Er liebte seine Sexualität und wollte nicht allein durch diesen Anblick impotent werden. Was ihn nur wunderte war, dass Yuri nirgends zu sehen war. Na ja gut er war auch nicht vor die Tür gegangen. Allein das Haus reichte ihm schon, in dem sie sich in ihren Träumen zurück zog.
Erleichtert stützte er sich auf die Klinke der Tür, an der er gerade angelehnt stand, als ihm diese Bilder endlich aus dem Kopf verschwanden. Am besten schaute er gar nicht mehr, was sein Bruder träumte. Er selbst hatte Alpträume, sie war plüschig und sein großer Bruder Wes hatte sich auch irgendwelche Leichen im Keller.
Erst zu spät bemerkte er, wie er die Klinke unter seinem Arm hinunter drückte, als er auch schon in den Raum stolperte. Erst musste er seine Augen zusammenkneifen, weil ihm plötzlich diese starke Sonne entgegen schien, bis er dann bemerkte, dass er an einem Strand stand. Er hörte das Rauschen der Wellen und roch die salzige mit Algen bestückte Meeresluft. Der Sand unter seinen nackten Füßen war warm und weich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass er die ganze Zeit nur in Unterwäsche und T-Shirt hier durch lief. Aber wer sollte ihn auch sehen? Ob er sich wohl andere Kleidung erdenken kann? Oder geht das nur in seinem eigenen Traum? Kurz schloss er die Augen und stellte sich in seinen Gedanken seine Badehose vor. Langsam sah er an sich hinab und tatsächlich. Er trug seine Badehose. Perfekt, er kann Dinge auch in anderen Träumen verändern. Jetzt galt nur noch herauszufinden wer hier gerade träumte. Die Tür war auf jeden Fall in einem hellen minz-grün gestrichen und in der Mitte prangerte ein großes, schwarzes Buch. Noch bevor er den Namen las, wusste er eigentlich schon in wessen Traum er gerade hinein gestolpert war. Und wie aufs Stichwort hallte auch schon ihr bezauberndes Lachen an sein Ohr. Leise schloss er die Tür, die noch immer offen stand. Ob wohl nur er diese Tür sehen konnte, oder konnte sie diese jetzt auch sehen, jetzt da hier jemand ist, der dadurch kam? Doch eigentlich interessierten ihn diese Gedanken gar nicht. Er war viel zu fasziniert wie ausgelassen und fröhlich das Mädchen durch den Sand rannte. Ihre sonst zu niedlichen Zöpfen geflochtenen Haare waren offen und vom Meereswasser durchnässt. An ihrem Körper trug sie einen dunkelgrünen, sehr schlichten Bikini. Ihre Haut glitzerte von den Wassertropfen und dieses Lachen. Es war einfach so befreiend.
Weit genug weg, damit sie ihn nicht sehen konnte, setzte er sich in den Sand und beobachtete seine Meisterin. Irgendwann kam dann eine junge Frau daher, die ähnlich wie sie auch blonde Haare hatte, doch eher mit einem Stich ins Weiße.
„Mama, Mama, Mama. Schau!“ Aus dem Wasser sprang ein grau-blauer Delfin und tauchte einige Meter weiter wieder ein. Soul musste sich ein Lachen verkneifen. Es fehlten nur noch die pinken, fliegenden Pegasusse, die alle Zuckerwatte pupsten und das wäre so ein richtig typischer Mädchentraum, wie aus einem Barbiefilm. Fehlt nur noch, dass Ken vorbei kam.
Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht schon stand ein blonder Schönling hinter dem Mädchen, dass er so sehr liebte und umarmte sie. Wie von der Tarantel gestochen, sprang Soul plötzlich auf.
„Wer ist das denn?“, murmelte er zu sich selbst. Maka fing an zu grinsen und drehte sich in der Umarmung des Jungen um. Es wurmte den Weißhaarigen, dass der blonde Schönling sie so liebevoll und vertraut ansah. Wer zum Teufel ist das bloß?
„Was machst du denn hier?“, freute sich das Mädchen.
„Ich wollte dich eben mal wieder sehen. Das ist doch nicht verboten.“ In Soul kochte sein Blut. Dieses charmante Lächeln von ihm ging ihm gewaltig auf die Nerven.
„Warum sollte es?“ Freudig drückte sie den Jungen an sich. Entsetzt riss Soul die Augen auf. Immer dachte er, dass Maka ähnliche Gefühle für ihn hegte, wie er für sie. Auch wenn es momentan eher den gegenteiligen Anschein hatte. Aber dass sie einen Freund hatte, das wusste er nicht.
„So ihr beide.“ Makas Mutter steuerte die beiden wieder an. „Ihr habt doch sicher Hunger. Lasst uns Picknicken.“
„Ja!“, riefen beide gleichzeitig, ehe Maka dem Jungen nochmal tief in die Augen sah und sich schließlich von ihm trennte. Okay sie hatten sich nicht geküsst, bis lang war das nur eine Umarmung. Noch war nicht alles verloren. Soul fasste sich einen Entschluss. Da dies ja ein Traum war und man sich in 50% aller Fälle eh nicht mehr an den Traum erinnern konnte, würde er mal dazwischen funken.

Maka, Kami und der Unbekannte machten es sich auf der Picknickdecke bequem. Ein geflochtener Korb stand genau in der Mitte und jeder nahm sich das Zeug raus, was er essen wollte. Darunter waren Brötchen, Belag, ein Döner, ein Teller Hummerfleisch, ein gebackener Truthahn... „Hä? Souls Gesichtszüge entglitten. Wie konnte das aus einem einfachen Picknickkorb kommen? Achso ja, Traum. Es war gerade gar nicht so leicht von Realität und Fiktion zu unterscheiden, denn für ihn fühlte sich alles so echt an.
„Hey Leute“, sagte der Weißhaarige unbehelligt und setzte sich dazu. Kami nahm den Jungen direkt in den Schwitzkasten.
„Soul, freut mich dich wieder zu sehen. Bist ja zu einem richtigen Mann geworden. Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe, da warst du 13 oder so“, meinte Kami lachend und ließ den Jungen wieder los. Das Makas Unterbewusstsein das noch so genau wusste.
„Endlich bist du da. Ich dachte du kommst gar nicht mehr“, bemerkte die Aschblonde plötzlich an.
„Waren wir verabredet?“, fragte der Junge erneut.
„Ja und das schon vor Stunden. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, da du nicht gekommen bist.“ Mit großen Augen sah das Mädchen zu ihrer Waffe herüber.
„Oh äh tut mir leid. Mir ist was dazwischen gekommen.“ Auch wenn Soul absolut keine Ahnung hatte, was vor sich ging, spielte er das Spiel einfach mal mit.
„Aber jetzt bist du wenigstens da.“ Ein Lächeln zierte die Lippen des Mädchens. Es erleichterte ihn, dass Maka tief im Inneren doch noch ausgelassen ihm gegenüber war. Momentan war sie in der Schule immer so verschlossen.
„Wir kennen uns noch nicht, oder?“, merkte Soul plötzlich an und sah dem blonden Jungen herausfordernd in die Augen. Seine Augen hatten eine meeresblaue Farbe. Blond und blauäugig, uncool.
„Ja ich glaube wir sind uns noch nie begegnet. Aber du hast sicher schon von mir gehört. Ich bin Ken.“ Soul entglitten alle Gesichtsmuskeln. Es fiel ihm gerade ungemein schwer nicht zu lachen.
„Tatsächlich habe ich von dir noch nie was gehört. Wie steht ihr beide denn so zueinander?“, fragte der Weißhaarige interessiert. Als Ken auf einmal einen Arm um Maka legte und sie an sich drückte, fletschte Soul die Zähne.
„Also Maka. Ich weiß so viel von deinem ach so geliebten Soul und mich kennt er gar nicht? Jetzt bin ich aber enttäuscht.“ Das Mädchen wurde rot, als sie die Worte hörte.
„Ken, sag doch so was nicht. Er ist nicht mein ach so geliebter Soul.“ Verschämt hielt sie die Hände vor die Augen.
„Ach nein? Dein Tagebuch sagt aber was anderes.“ Ken grinste und ganz plötzlich hielt er ein kleines Heftchen in der Hand, dass Soul schon öfter auf dem Schreibtisch von Maka hat liegen sehen. „Soll ich vorlesen?“

„Nur über meine Leiche!“ Maka sprang auf, um sich auf den Blonden zu stürzen. Lachend hielt Ken allerdings dagegen an und schaffte es immer noch sie davon abzuhalten sich das Heftchen zu schnappen. Souls Hirn war derzeit auf Durchzug geschaltet.
„Geliebter Soul? Hatte er gerade geliebter gesagt? Meinte er das ernst?“ Maka geriet ins Stolpern. Reflexartig klammerte sich sich an die nächste Person in ihrem Sichtfeld. Als sie dann ins Gesicht der jungen Sense blickte, wurden ihre Augen groß und auch er hielt seinen Atem an.
„Komm schon Schwesterherz, küss ihn und alles ist geregelt.“ Der blonde Junge klopfte dem jungen Mädchen so fest auf den Rücken, dass ihr ganzer Körper nach vorne rutschte und ihre Lippen die seinen berührten. Wie zur Statur erstarrt, saß Soul da und spürte dieses warme, unvergleichliche Gefühl auf seinen Lippen. Sein Herz machte eine Salto und sein Verstand schaltete sich nun endgültig ab.
Langsam schloss der Weißhaarige seine Augen und auch das Mädchen schien sich in seinen Armen zu entspannen. Sanft, ganz sanft leckte er mit seiner Zunge über ihre Lippen und bat um Einlass. Unerwarteterweise gewährte sie ihm diesen sogar und ein flammender Zungenkuss begann.

Und plötzlich war alles schwarz. Maka war weg und nur die minzgrüne Tür war noch zu sehen, die nicht weit von ihm stand. Verwirrt stand der Junge auf.
„Was ist denn jetzt passiert?“ Langsam tapste er wieder zur Tür zurück und öffnete diese, nur um kurz darauf wieder im hell erleuchteten Gang zu stehen.
„Sie ist wohl aufgewacht“, bemerkte eine silbrige Gestalt neben ihm, als er sich verwirrt umsah.
„Wenn alles schwarz wird, heißt das also sie wachen auf?“
„So ist es“, meinte die silberne Katze, die sich langsam an ihn ran schlich.
„Kann ich auch aufwachen?“
„Nicht hier. Nur in deinem eigenen Traum.“
„Ich muss dringend dorthin.“ Er wartet gar nicht ab, was die Katze ihm noch sagen wollte, als er auch schon los rannte in die Richtung, wo seine Tür stehen müsste. Als er diese gefunden hatte, riss er diese fast aus den Angeln und sprang kurzerhand hindurch.

Es dauerte keine paar Sekunden, da schreckte der Weißhaarige auf. Desorientiert tastete er neben sich und erfühlte das weiche Bett, in dem er gerade schlief. Er war tatsächlich wieder aufgewacht. Schnell sprang er aus dem Bett. Wenn Maka wirklich aufgewacht war, musste sie irgendwo hier sein. Als er seine Tür öffnete, hörte er das Rauschen des Wasserhahns im Bad. Leise schlich sich Soul dorthin und lugte durch die angelehnte Tür. Und da stand sie auch. Seine Meisterin stand über das Waschbecken gebeugt und schüttete sich kaltes Wasser ins Gesicht. Ihre Augen waren so leer und verloren, als er sie im Spiegel sah.
„Schon wieder...“, flüsterte das Mädchen leise, doch Soul hörte dies problemlos. Bei genauerer Betrachtung war das nicht nur das Wasser aus dem Waschbecken, sondern auch Tränen flossen leise ihre Wangen hinab. Ihre Hand zitterte, als sie diese zu ihrem Herzen führte und auf ihre Brust legte.
„Soul...“ flüsterte sie erneut und hauchte ihren Atem auf den Spiegel vor sich. Wie in Trance malte sie ein Herz auf die beschlagene Stelle. Kurz starrte sie das Herz vor sich an, bevor sie ihre Hand wieder zu einer Faust zusammenpresste und mit der Handfläche über die Stelle wischte.

Soul, der diese Szenerie interessiert beobachtete atmete tief ein und wieder aus. Auch er presste seine Hand zu einer Faust. Stumm drehte er sich um und lief schnurstracks in Makas Zimmer. Kurz sah er sich um und schließlich fand er es. Das Tagebuch, was dieser Ken in der Hand hatte. Lautlos stapfte der Junge zum Schreibtisch und legte eine Hand auf dieses. Er wusste er durfte es nicht einfach nehmen und lesen und er würde es auch nicht tun. Aber er würde warten und zwar genau hier, bis Maka wieder zurück kam.

Als Maka nach einem guten Schluck Wasser, den sie eben noch trank wieder in ihr Zimmer ging, erschreckte sie sich, als sie sah, dass jemand auf ihrem Bett saß. Instinktiv griff sie nach dem nächsten Buch und warf es in seine Richtung. Hätte Soul damit nicht allerdings schon gerechnet, hätte dieses auch voll getroffen, doch so konnte er ihr Tagebuch als Schutzschild verwenden.
„Maka?“ Als das Mädchen realisierte wer da auf ihrem Bett saß, ließ sie ihre Schulter hängen.
„Soul. Was machst du hier.“ Ihr Blick fiel auf das Heft in seine Händen und man sah ihr förmlich an wie die Röte in ihre Wangen lief. „Ha.. ha...hast d..du das ge...gelesen?“ Panisch versteifte sie sich. Doch als Soul seinen Kopf schüttelte, atmete sie erleichtert aus. Wütend stampfte sie zu ihm rüber und hielt ihre offene Hand hin, damit er ihr das Tagebuch wieder zurück gab, doch stattdessen griff Soul nach ihrer Hand und zog sie zu sich auf den Schoß.

„Wa..“ Instinktiv klammerte sich das Mädchen an seinen Nacken, doch brauchte sie sich eigentlich keine Sorgen machen, da Soul sie sicher in seinen Armen hielt.
„Ich möchte gern etwas mit dir reden“, meinte der Junge ruhig und sah dem Mädchen vor sich tief in ihre minzgrünen Augen. Überwältigt von der Situation nickte das Mädchen nur stumm. „Ich habe das Gefühl, dass ich noch immer nicht alles von dir weiß. Ich möchte gerne alles von dir erfahren.“ Mit großen Augen sah das Mädchen den Jungen an, der sie so beschützend im Arm hielt.
„Was ist denn momentan bloß los mit dir?“ Verwirrt sah der Junge Maka an.
„Was meinst du?“

„Jede Nacht schreist du im Schlaf. Du hast eindeutig Alpträume. Du schläfst im Unterricht, auf der Couch nach dem Essen, eigentlich immer wenn es sie Möglichkeit gibt Schlaf nachzuholen. Und auf einmal sitzt du mitten in der Nacht bei mir auf dem Bett und möchtest reden?“ Vorsichtig hielt Maka eine Hand an seine Wange.
„Du hast es bemerkt?“
„Ich bin deine Partnerin. Natürlich bemerke ich so was. Deshalb habe ich dich auch schlafen lassen, immer wenn ich es konnte.“ Traurig sah das Mädchen zu ihm auf. Sein Gesicht war so verführerisch nah an ihrem.
„Schon wieder dieser Blick“, flüsterte der Weißhaarige fast lautlos.
„Was?“
„Bist du deshalb momentan so traurig? Weil du dir Sorgen um mich machst, da ich bis jetzt nicht mehr so gut schlafen konnte?“ Stumm sah die Aschblonde ihn an. „Ja mir sind deine traurigen Augen aufgefallen. Immer wenn du mich anguckst, quält dich was. Ich weiß nur noch nicht was es ist.“ Weiterhin blieb die Meisterin ruhig.
„So sprachlos kenne ich dich ja gar nicht“, grinste der Junge entschlossen.
„Du hast mich ja auch noch nie so erstaunt wie jetzt.“
„Nie?“
„Nie!“
„Ich habe dich noch nie sprachlos gemacht?“
„Nö“
„Auch nicht, als ich damals als ich dir das 4 Sterne Menü gekocht habe?“
„Du meinst das einzige Essen, was du kochen kannst?“
„Ja genau das!“
„Nein, selbst dann nicht.“ Frech grinste das Mädchen ihn an.
„Aber du warst damals so still.“
„Ja, weil ich nicht erwartet hatte, dass du kochen kannst. Aber sprachlos war ich nicht. Ich wusste nur nicht was ich sagen sollte.“
„Das heißt doch sprachlos.“

„Tut es nicht.“
„Tut es doch.“
„Nein.“
„Doch!“
„Nein! Chop!“ Ihr Tagebuch, was mittlerweile neben den beiden lag, hatte nun einen sichtbaren Abdruck auf seiner Kopfhaut hinterlassen.
„Aua.“
„Hast du verdient.“
„Uncool“, bemerkte der Junge, musste daraufhin allerdings anfangen zu lachen. Auch Maka prustete plötzlich los. Es war schon so lange her, dass sie so miteinander sprachen. Genau wie früher.
„Aber mal Spaß bei Seite. Maka. Bitte sag mir, was dich so traurig macht.“ Augenblicklich verschwand das Lächeln in ihrem Gesicht wieder und eine unschöne Schwere machte sich darin breit.
„Ich… ich… kann nicht...“ Verschämt sah das Mädchen an sich runter. Dreimal atmete der Weißhaarige tief durch, bevor er seinen ganzen Mut zusammennehmen kann.
„Ich verrate dir ein Geheimnis und verrätst mir ein Geheimnis, okay?“ Erstaunt starrte Maka zu ihrer Sense hoch, ehe sie mit dem Kopf nickte.
„Also gut. Ich kann Träume anderer Leute besuchen.“ Das Mädchen zog eine Augenbraue hoch.
„Aha.“
„Du glaubst mir nicht?“
„Kein Stück.“ Innerlich grinste der Junge.
„Soll ich dir verraten, was du gerade geträumt hast?“ Herausfordernd sah Soul zu seiner Meisterin, der wieder die Röte ins Gesicht schoss.
„Sag's mir.“
„Du warst mit deiner Mutter am Strand. Ihr habt euch die Delfine im Meer angesehen, als plötzlich dieser Junge vorbei kam. Ken. Wer ist das eigentlich? Danach habt ihr ein Picknick gemacht und ich bin dazu gestoßen. Ken und du habt euch um dieses Tagebuch hier gestritten...“ Er wedelte kurz mit dem Heft in der Hand vor ihren Augen rum. Danach bist du auf mich gefallen und wir haben uns...“ Auf einmal zog er Maka an sich heran. Geschockt riss sie die Augen auf, als Soul seine Lippen auf ihre legte. In ihrem Kopf rödelte es. Es war als hätte jemand alle Schleusen ihres Körper gleichzeitig geöffnet. Doch dann schloss sie auch schon die Augen und drückte sich näher an ihn heran. Sie krallte sich in sein T-Shirt und genoss die wärme seiner Lippen. Sanft tanzten ihre Zungen miteinander, als er um Einlass gebeten hatte. Ihr Atem ging stoßweise, doch der Mangel an Sauerstoff hinderte sie keineswegs daran ihn einfach weiter zu küssen. Zu schön war das Gefühl um dies jetzt zu beenden.

Als sie sich nach unendlichen Minuten doch trennten, sahen sie sich tief in die Augen.
„Du kannst also in Träume gehen?“
„Ja“
„Heißt das, das warst du die letzten Male immer?“ Entsetzt drückte sie sich von ihm.
„Was meinst du?“
„Die Träume, in denen wir uns küssen und die Sexträume...“
„Die Sexträume?“ Grinsend zog Soul eine Augenbraue hoch. „Du träumst davon, wie wir miteinander schlafen?“ Als dem Mädchen gerade klar wurde, was sie da erzählte, bereute sie alles, was in den letzten 2 Minuten geschah. Peinlich berührt drückte sie ihr Gesicht gegen seine Brust.
„Das braucht dir nicht peinlich sein. Bevor die Sache mit meinen Alpträumen angefangen hat, hatte ich auch hin und wieder solche Träume von uns beiden.“ Sanft drückte er das Mädchen von sich und zwang sie ihn anzugucken. Krampfhaft versuchte sie seinem Blick auszuweichen. Doch fanden ihre Augen immer wieder die blutroten Augen von seinen.
„Und nein, ich kann das erst seit dieser Nacht. Wenn du willst, zeige ich dir wie.“ Kurz überlegte das Mädchen ruhig und nickte schließlich.
„Ja zeig es mir, aber erst morgen. Wenn du willst, aber auch wirklich nur wenn du willst. Würdest du dann gerne diese Nacht bei mir schlafen?“ Überrascht sah der Junge zu seiner geliebten Meisterin.
„Cool, ich darf neben meiner geliebten Maka schlafen und sie an mich ran kuscheln.“ Verschämt sah sie zur Seite.
„Deiner geliebten Maka?“
„Ja, eine kleine Andeutung auf deinen Traum.“
„Äh…“ Sie räusperte sich. „Würdest du... willst du... sind wir… ah ich kann das nicht.“ Und wiedermal presste sie ihr Gesicht an seine Brust.
„Das wird wohl in Zukunft dein Lieblingsort“, kicherte die Sense und legte seine Arme sanft um den Körper seiner Meisterin. Maka brummte vor sich hin, doch Soul wusste ganz genau, was sie fragen wollte.
„Ich wäre gern mit dir zusammen. Wobei… nur wenn du mir eine Sache verrätst.“ Neugierig zuckte das Mädchen hoch. „Wer ist dieser blonde Schönling da aus deinem Traum? Ein Ex-Freund? Eine Wunschvorstellung? Deine erste Liebe?“
„Welcher Schönling?“ Als Maka schließlich klar wurde, wen er meint, fing sie lautstark an zu lachen. „Du meinst Ken? Das ist mein Bruder.“
„Dein Bruder? Du hast einen Bruder?“
„Einen zwei Jahre jüngeren Bruder, um genau zu sein. Doch dieser ging mit meiner Mutter mit auf Reisen. Er ist ein Waffenmeister, wie ich. Seine Spezialität ist das Schwert. Da Mama schon immer so eine Vorliebe für japanische Namen hatte, hatte sie ihn Ken genannt.“
„Ken ist doch ein amerikanischer Name. Ich meine Barbie und Ken? Der Kerl sieht der Puppe wie aus dem Gesicht geschnitten aus.“
„Was? Jetzt wo du es sagst… Shinigami ist peinlich.“ Laut musste sie lachen. „Eigentlich hieß der Name auf deutsch übersetzt so viel wie Schwert. Bis jetzt kam uns der Name immer absolut passend vor. Ich habe ja auch nur ein Anagramm für den Begriff Kama, was so viel wie Sense heißt. Aber jetzt wo du es sagst, finde ich das irgendwie witzig. Ich werde ihn ab jetzt so was von damit aufziehen. Apropos ist es für dich in Ordnung, wenn ich ihn mal zu uns einlade? Dann lernst du ihn mal kennen. Er würde dann mein Zimmer nehmen und ich würde bei dir mit im Zimmer schlafen.“ Als Antwort küsste er sie einfach. In dem Moment war er bestimmt der glücklichste Mensch dieses Planetens, da war es ihm auch egal, dass noch jemand hier wohnen würde für eine Zeit lang. Immerhin musste Maka Yuri ja auch schon mal aushalten. Wie schlimm konnte das schon werden.

In den folgenden Nächten schliefen sie immer nebeneinander. Sie sahen sich in der realen Welt und auch im Traum, wo sie immer ihre perfekten Dates abhielten. Schöner konnte es für die beiden nicht mehr werden.

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Und da habt ihr es auch schon zum Ende geschafft :)
Ich hoffe es hat euch doch ein bisschen gefallen.
Irgendwie glaube ich, ich muss den Anime nochmal sehen. Ich habe das Gefühl Soul und Maka sind bei mir nicht mehr ganz ihrem Charakter entsprechend. :/
Na ja, vielleicht war es trotzdem ganz schön :3

Würde mich über ein Review freuen. (Wer nicht?) und dann sage ich mal bis denne :)
Man schreibt sich :D

Alles Gute wünscht,
eure Soma~
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