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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
28.06.2021
103
265.184
41
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Dieses Kapitel
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17.05.2021 2.727
 
Vierter Akt - Neunte Szene: Filme bei Nacht


Drückend lag die stickige Luft auf ihm, machte ihm das Atmen schwer und verschlimmerte seine dröhnenden Kopfschmerzen mit jedem Atemzug. Das schale Bier vom Vorabend hatte weder geschmeckt noch seine Gedanken beflügelt, nur sein Kopf hatte es sich gemerkt und ließ ihn mit eindringlichen Schmerzen erwachen. Seine Kehle fühlte sich ausgedörrt an, doch sein Versuch um sich herumzutasten scheiterte kläglich. Er lag auf den Bauch gerollt, die Arme irgendwo unter sich begraben und ein schwerer, viel zu warmer Körper drückte ihn nieder.

Schmerzhaft aufstöhnend drückte er Namjoon von sich, ignorierte sein Knurren und rutschte an der Wand entlang zum Rand der Matratze. Sich die Augen reibend blickte er sich schwerfällig um, verteufelte das Fenster, durch welches sich die Sonnenstrahlen blendend und heiß ins Zimmer stürzten. Die Vorhänge umrahmten es mit der gehässigen Botschaft ganz sicher nichts gegen Taehyungs aktuelle Probleme unternehmen zu wollen.

Auf wackligen Beinen schwankte er ins Bad, verzog das Gesicht als ihm feuchte muffige Luft entgegenschlug, die trotz ihrer Kühle nicht einladend wirkte. Ein Blick zurück in das aufgeheizte Zimmer ließ ein feines Rinnsal Schweiß seine Wirbelsäule hinabrinnen und ergeben trat er ins Bad. Schälte sich umständlich und noch viel zu müde aus seinen durchgeschwitzten Sachen, ignorierte die Unordnung und den Umstand das offensichtlich länger nicht mehr geputzt worden war.

Vorsichtig zog er am Hahn der Dusche, rüttelte etwas als er sich verklemmte und kein Wasser freigab, um kurz später erschrocken aufzukeuchen als sich ein Schwall kalten Wassers über ihn ergoss. Geschockt blieb er einige Sekunden unbewegt stehen, griff dann erneut nach dem Hebel und ließ die Finger unverrichteter Dinge sinken als er sah wie verkalkt er war. Hier gab es wohl nur an und aus und das Wasser was kam, war viel zu kalt.

Den Blick auf den verfärbten Plastikboden der Dusche gerichtet, beobachtete er wie sich Rinnsale aus Farbe seine Beine hinab in den Ausfluss schlängelten. Benommen beobachtete er sie bis sie längst versiegt waren und seine Gedanken der Frage folgten, ob die lila Flecken auf dem Boden wirklich alle von Namjoons Haarfarbe stammten. Suchend blickte er sich um, versuchte die Tube mit dem Duschgel ausfindig zu machen als er dichter an die Wand mit dem Duschkopf und aus dem kalten Wasserstrahl geschubst wurde.

Grummelnd drängte Namjoon ihn noch einen Schritt weiter, beschwerte sich dabei, dass er nicht so einen Lärm machen sollte und nur ganz langsam wurde Taehyung klar was hier gerade abging. Er drehte sich nicht um, führte nur sein Vorhaben zu Ende nach dem Duschgel zu greifen und begann sich einzuseifen als sei er noch immer allein in der Dusche. Der andere war eindeutig noch nicht ganz wach und er wollte hier weg sein bevor Namjoon es war. Während der Ältere sich die Haare einschäumte und sich hell lila Bläschen bildeten, nutzte Taehyung die Gelegenheit, spülte sich nochmal ab und drängte sich dann an dem Älteren vorbei, neben der Dusche blickte er sich flüchtig um, schnappte sich das nächstbeste Handtuch, trocknete sich flüchtig ab und griff im Hinauseilen nach seinen durchgeschwitzten Sachen.

Er hatte Unterwäsche und Hose in Rekordzeit wieder an, suchte sein T-Shirt und hatte seine Tasche umgelegt als das Rauschen der Dusche erstab. Mit einem letzten prüfenden Blick versicherte er sich weder Handy noch Schlüssel vergessen zu haben und eilte mit dröhnenden Schritten und pochenden Schläfen aus der engen Wohnung.

Erst als er einige Straßen weiter war verlangsamte er seine Schritte, strich sich das triefend nasse Haar aus der Stirn und fröstelte. Auch wenn die Frühlingssonne Namjoons paar Quadratmeter erbarmungslos aufgeheizt hatte, draußen an der frischen Luft fehlte ihr diese Kraft. Sein Handy klingelte in seiner Hosentasche, doch er sah keinen Grund ranzugehen, auch die beiden weiteren Anrufe ignorierte er, las die Nachrichten nicht und legte zuhause nur einen kurzen Stopp ein. Zog sich frische und vor allem trockne Kleidung an, föhnte sich schnell die Haare, sammelte seine Unterlagen ein und versteckte sich den restlichen Tag in der Bücherei. Gegen Abend warf er einen Blick auf sein Handy und fand seine Befürchtung bestätigt. Namjoon hatte sein Abgang so gar nicht gefallen, doch er hatte sich zumindest in Textform wieder beruhigt. Waren die ersten Nachrichten noch gespickt mit verdeckten Drohungen klangen die letzten doch wieder versöhnlicher. Kurz überlegte er, ob er lieber aggressiv oder doch besser passiv antworten sollte und entschied sich für eine lahme und offensichtlich Lüge.

>> Ich musste noch lernen. Sehen wir uns die Tage im Café? <<

Die Nachrichten von Yoongi ignorierte er völlig, da ihn schon die Frage überforderte welche Lüge er ihm glaubhaft auf seine Fragen, was er gerade treibe, wie es ihm gehe und ob er etwas unternehmen wolle, auftischen solle. Der würde das sicher eh nicht merken, war er doch gut anderweitig beschäftigt…


********



Es hatte einige Tassen gratis Kaffee gebraucht bis Namjoon sich wieder beruhigt hatte und noch immer glitzerte ein verhaltener Zorn in seinen Augen auf, wenn Taehyung ihm widersprach oder ihm absagte. Doch dieser ignorierte es geflissentlich. Der andere brauchte nicht denken, dass er sich ihm unterordnen würde, nur weil er so hübsch vor sich hin brodeln konnte.

Wenigstens auf ihre abendlichen Touren hatte es keine Auswirkungen gehabt, auch wenn Taehyung nun mehr damit zu tun hatte die aufdringlichen Hände von sich zu wischen. Immer wieder hatte er es nicht bis nachhause geschafft, war über Nacht bei dem Älteren geblieben und hatte prüfende Blicke von Yoongi bekommen, wenn er wieder zu spät in der Uni auftauchte. Es war ja lieb von seinem Hyung, dass er ihn immer wieder niederstarrte, aber es würde ihm mehr bringen, wenn dieser mal von sich aus anbieten würde Jimin die Mittagspause über zu versetzen und mit ihm zu essen. Das er Yoongi nicht selbst fragte war immerhin nicht sein Problem, der Ältere kannte ihn gut genug, um selbst auf diesen Gedanken zu kommen. Zwar traute er sich wieder in die Mensa, achtete aber penibel darauf nicht gesehen zu werden und das allein essen ging ihm zusätzlich auf die Nerven. Seine losen Bekanntschaften waren ihm zu laut, zogen zu viel Aufmerksamkeit auf sich und so mied er auch diese, etwas woran er bald arbeiten würde aber noch nicht jetzt.

Aktuell sollte er lieber daran arbeiten nicht immer erst kurz vor Schichtbeginn ins Café zu stürmen und fast zu spät zu kommen. Seine Finanzen ließen es absolut nicht zu seine Einnahmequelle zu verlieren, schwanden aktuell doch schon die Trinkgelder, weil er so unkonzentriert war und immer mal wieder eine Bestellung verwechselte oder ganz vergaß.

„Ich kann nicht mehr“, jammernd ließ er sich auf dem Stuhl gegenüber seines lilahaarigen Verfolgers nieder. Er konnte noch immer nicht genau sagen in welchem Verhältnis er zu dem Älteren stand. Wirklich mögen tat er ihn nicht, aber dennoch verbrachte er viel zu viel Zeit mit ihm, schaffte es ein ums andere Mal nicht ihn abzuschießen und klagte ihm liebend gern sein Leid, achtete jedoch stets akribisch darauf keine Namen zu nennen und sich zu wage auszudrücken, als dass Namjoon Rückschlüsse ziehen konnte. Es war ihm erschreckend wichtig Namjoon und von seinem übrigen Leben zu trennen, auch wenn die Grenze immer mehr zu verschwimmen begann. Ein Umstand, welcher ihm Bauchschmerzen bereitete, welche aber nicht stark genug waren, um ihn davon abzuhalten sich weiterhin mit ihm zu treffen.

„Dann mach Feierabend oder hör auf zu jammern.“ War die kalte Antwort und ein genervter Blick traf ihn, dann wanderte dieser wieder auf das Buch, welches der Ältere gerade las. Irgendein Klassiker, ließ den Älteren intelligent und seriös wirken, was seltsam in Verbindung mit den gefärbten Haaren und der tätowierten Haut wirkte. Namjoon hatte Facetten, reichlich, doch Taehyung waren sie egal. Der Ältere sprang, wenn er ihn rief und das reichte ihm. Gesellschaft und Alkohol mehr wollte er nicht.

„Ich muss aber noch“, stöhnte Taehyung weiter, ignorierte das abfällige Schnauben und blickte durch die Fenster auf der Straße. Die Sonne ging langsam unter, versank hinter den gegenüberliegenden Gebäuden und tauchte die Straße in länger werdende Schatten.

Mit einem tiefen Seufzen stemmte er sich wieder hoch, räumte die Tasse vor Namjoon ab, ging zurück zum Tresen und arbeitete unmotiviert weiter, lächelte seine Kollegin entschuldigend an als sie ihm besorgt betrachtete und versuchte wenigstens seine Laune für sich zu behalten. Eine Stunde noch, dann hatte er frei, sagte er sich immer wieder und ignorierte Namjoon die restliche Zeit, blickte nicht zu ihm und brachte ihm auch keinen weiteren Kaffee. Wenigstens das konnte er unternehmen, um sich besser zu fühlen.

Mit dem Handy in der Hand trat er aus dem Hintereingang des Cafés, fuhr heftig zusammen als Namjoon ihm den Weg verstellte und ihn gehässig auslachte.

„Wolltest du ohne mich abhauen, nachdem du mich so lange hast warten lassen?“ Seine Stimme troff vor Spot und er genoss sichtlich Taehyungs kalkweißes Gesicht und den schneller gehenden Atem.

„Wir sollen nicht durch den Laden gehen, wenn wir kommen oder gehen“, schnauzte er zurück. Drängte sich an Namjoon vorbei oder wollte das zumindest, der feste Griff an seinem Arm hinderte ihn daran schnell voranzukommen. Die Schultern angespannt atmete er tief ein und aus, drehte sich dann um und funkelte sein Gegenüber vernichtend an, doch dieser grinste nur zufrieden und beugte sich näher zu ihm.

„Du pflichtbewusster Mitarbeiter“, hauchte er, schaffte es die Worte wie eine Beleidigung klingen zu lassen und Taehyungs Anspannung wuchs weiter. In ihm kam der Wunsch auf dem anderen ins Gesicht zu schlagen und dessen Blick verriet, dass ihm das nur zu bewusst war.

„Komm mit, ich habe das perfekte Kontrastprogramm für dich.“


********



„Das ist nicht dein Ernst!“, entfuhr es Taehyung, als er auf die dunkle Wiese vor ihnen blickte. Die Sonne war mittlerweile ganz untergegangen und das restliche Licht versickerte immer mehr in der Nacht, tauchte die Wiese vor ihnen in ein dunkles grauschwarz und ließ sie nur Schemen erkennen. Links von ihnen erhob sich eine hellerleuchtete Leinwand, vor der jemand mit einem Mikrofon kämpfte und versuchte den Menschen vor sich irgendein Spiel zu erklären.

Während die Stimme verzehrt zu ihnen hallte, zog Namjoon ihn weiter. Ein Pärchen kam ihnen mit schnellen Schritten und wütenden Gesichtern entgegen, die Frau schimpfte vor sich hin, während der Kerl ihr scheinbar Entschuldigungen hinterher murmelte. Verdattert blickte Taehyung ihnen nach, stolperte Namjoon dabei blind hinterher und unterdrückte im letzten Moment einen kleinen Schrei als er zu Boden gedrückte wurde. Unter sich spürte er eine viel zu glatte Oberfläche, um auf dem Rasen gelandet zu sein. Verdattert blickte er sich um, ertastete die Decke unter sich, mehr als dass er sie sah und blickte Namjoon nur genervt entgegen als dieser sich neben ihn fallen ließ.

„Die brauchen das hier wohl nicht mehr“, spottete er und deutete dabei in die Richtung, aus der sie kamen und kramte etwas neben sich herum, reichte Taehyung eine Decke, die dieser auf seinen Schoß fallen ließ und unschlüssig beobachtete wie die Menschen um sie herum die Arme empor reckten. Der Moderator bedankte sich, nannte einen Titel und wieder strebten Arme gen Himmel und langsam dämmerte Taehyung was hier los war.

„Welche Filme stehen zur Auswahl?“, raunte er Namjoon zu und blickte suchend nach vorne, vielleicht versteckten sich ja auch dort die gewünschten Informationen.

„Der letzte Ramsch, den sie gefunden haben.“ War die Antwort und mit missfallend verzogenen Lippen drehte er den Blick zu seinem Nebenmann.
„Guck nicht so, die sind doch alle nur zum Rummachen hier. Etwas den Nervenkitzel genießen, wenn sie es in so großer Gesellschaft tun.“

„Spinner.“

„Sieh dich um“, forderte Namjoon ihn auf und Taehyung tat wie ihm geheißen, während die Menschen um ihn herum johlten und klatschten und der Moderator sich für ihre Unterstützung bedankte. Namjoon hatte recht, noch war genug Licht da, um die Menschen um sie herum zu erkennen und einige hatten sich bereits unter die Decken verzogen, beachteten die Abstimmung nicht weiter. Kopfschüttelnd blieb er an sich sehr eindeutig bewegenden Decken hängen und fragte sich, was der Reiz daran war, dann wanderte sein Blick weiter und ihm wurde schwer ums Herz. Schnell drehte er sich wieder nach vorne, heftete die Augen auf die Leinwand und versuchte erneut herauszubekommen was es für Filme geben würde.

„Tu doch nicht so prüde“, raunte Namjoon ihm ins Ohr, rutschte dabei näher an ihn heran und Taehyung verkrampfte sich. Er wünschte es wäre, weil er prüde war, aber Jimin und Yoongi hatten viel zu unschuldig dagesessen und sich an der Abstimmung beteiligt, um ihr Verhalten als Anstößig zu verurteilen. Tief durchatmend schloss er für einige Momente die Augen, verfluchte Namjoon dafür ihn hierher geschleppt zu haben und versuchte sich dann auf die Stimmen zu konzentrieren, die aus den Lautsprechern drangen.

Es war erschreckend einfach ein lächerlich tiefgründiges Gespräch über den gezeigten Film mit Namjoon zu beginnen. Während Taehyung die Musikstimmung analysierte, erörterte Namjoon welche tiefen die Story vermissen ließ und durch plumpe Klischees zu erzeugen versuchte. Fast konnte sich der Jüngere in ihrem Geplänkel verlieren und den Abend wirklich genießen nur Namjoon hatte andere Pläne. Drückte ihn in einem unachtsamen Moment auf die Picknickdecke unter ihnen und schob sich über ihn, küsste ihn herrisch, während er seine Hände auf den Boden pinnte. Taehyung hatte sich schon gefragt, wann der andere wieder damit anfangen würde, war er es doch mittlerweile gewöhnt von diesem geküsst zu werden, ohne dass er es wollte. Wie immer hielt er einfach nur still, auch wenn der andere es sich nicht anmerken ließ störte es ihn und ließ Taehyung schmunzeln.

Dieses Mal gab der Ältere aber nicht so leicht auf, animierte Taehyung mit allen Mitteln zum Mitmachen und einfach nur aus Mitleid stieg dieser irgendwann darauf ein, strich mit seiner Zunge gegen die fremde, die seinen Mund erkundete. Das Grinsen, welches er an seinen Lippen spürte, störte ihn mehr als er zugeben wollte. Ruckartig versuchte er seine Hände freizubekommen, Namjoon wuchtig von sich zu stoßen, doch dessen Griff war zu fest, wurde noch etwas schmerzhafter.

„Ich könnte dich hier und jetzt vögeln und keine Sau würde es mitbekommen, wetten?“
Das süffisante Lachen in Namjoons Stimme trieb ihm die Übelkeit in den Magen und ein angewidertes Knurren über die Lippen.

„Du kannst dir auch einen Strick nehmen. Mal schauen, wann das einer merkt.“

Die Dunkelheit machte es unmöglich Namjoons Blick deutlich zu sehen, dennoch meinte Taehyung etwas Schneidendes darin erkennen zu können. Der Griff um seine Handgelenke schnürte ihm die Blutzufuhr ab als Namjoon sie über seinen Kopf zwang, sie dort mit einer Hand umfasste und auf dem Boden fixierte. Ein ängstliches Zittern durchlief Taehyung, während ihm kalter Schweiß über die Stirn rann. Ein bösartiges Grinsen schlich sich auf die Lippen des Älteren, bevor er sich wieder zu ihm beugte, einen Kuss auf die zusammengebissenen Lippen hauchte und sich dann tiefer arbeitete. An seinem Hals verharrte er, saugte und leckte an der immer gleichen Stelle, Taehyung unterdrückte jeden Laut, schaute so uninteressiert wie er nur konnte als Namjoon zu ihm hinauf spähte.

Unerwartet fest legte sich mit einem Mal Namjoons freie Hand auf seinen Mund, bedeckte halb seine Nase und drückte ihm fast den Atem ab. Dann explodierte der Schmerz in seinem Hals, ließ ihn erstickt aufstöhnen, gedämpft durch die Finger, die seine Lippen verschlossen hielten. Tränen schossen ihm in die Augen und sein ganzer Körper verkrampfte. Er versuchte verzweifelt seine Hände freizubekommen, während er hilflos nach dem Älteren trat, ihn aber nicht richtig erwischte.

Dann war sein Mund plötzlich wieder frei, der Schmerz ebbte etwas ab und Namjoon stemmte sich auf die Unterarme. Sein Blick ließ Taehyung das Blut in den Adern gefrieren, ihn unbewegt zusehen wie sich der Ältere über die Lippen leckte und langsam aufstand, aus seinem Blickfeld verschwand. Die Stimmen des Films rauschten in seinen Ohren, während sein Hals zwickend pochte und sein Atem zittrig zwischen seinen Lippen hindurchfloss.

Stockend wanderten seine Finger zu der pochenden Stelle an seinem Hals, zuckten sofort zurück als die Stelle zu brennen begann. Mit zusammengepressten Lippen setzte er sich auf, presste die Hand nun doch gegen den Hals, ignorierte das nasse Gefühl an der Handfläche, während er sich wacklig auf die Beine kämpfte. Taumelnd verließ er die Wiese, spähte verhalten um sich, wurde aber nicht weiter beachtet. So schnell er konnte legte er den Weg nachhause zurück, sperrte sich im Bad ein und blickte sich im Spiegel in das eigene kreidebleiche Gesicht. Die Hand sinken lassend starrte er sich in die Augen, schaffte es nicht den Blick zum Hals wandern zu lassen und betrachtete lieber erst einmal seine Finger. Sie glänzten feucht rot und schwer schluckend hob er den Blick.
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