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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
28.06.2021
103
265.184
41
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01.02.2021 2.810
 
Dritter Akt - Siebte Szene: Prüfungen


Klirrend landete das Glas auf dem Tisch und ein Lachen schwappte durch die Runde. Jimin lehnte sich nur müde grinsend zurück und konterte die spottenden Blicke mit einer Miene reiner Unschuld.

„Hast wohl doch schon zu tief ins Glas geschaut, was?“ Mingyou grinste ihn leicht benebelt an und erntete nun selbst Lacher.

„Ich wollte nur wissen, ob noch alle wach sind“, konterte Jimin gelassen und blickte in die teils heiteren, teils halb schlafenden Gesichter.

„Sieht eher schlecht aus“, meinte sein Kommilitone, nachdem er seinem Blick gefolgt war und auch den anderen schien zu dämmern, dass ihr einer Drink nach der Probe etwas ausgeartet war. Jimin selbst war beim dritten und damit letzten Bier und so beschloss er der Spielverderber des Abends zu sein und die Runde aufzulösen. Mit scheuchenden Handbewegungen brachte er die anderen Tänzer zum Aufstehen und wenn sie auch murrten, folgten sie doch artig. Das Wissen, dass ihre Aufführung in nur wenigen Tagen stattfinden würde und sie dann richtig feiern konnten, half beträchtlich.

Auf der Straße schlug ihm die feuchte Nachtluft entgegen. Durch die warmen Tage brachte die hereinbrechende Nacht erst eine unangenehme Nässe, bevor die Luft sich klärte und angenehmer wurde. Nur solange wollte Jimin nicht warten mit dem Nachhauseweg. Es war nicht einmal zwölf, doch er musste fit sein und ausreichend Schlaf gehörte dazu, auch wenn er befürchtete nicht sonderlich viel davon zu bekommen diese Nacht.

Ganz langsam hatte sich eine gewisse Normalität eingestellt, auch wenn diese sich eher wie ein Floß auf dem Meer anfühlte. Es schwankte und wackelte, dennoch fühlte sich Jimin mit jedem Tag, der verging, sicherer. Nach der Uni kam das Training, die Vorbereitungen auf die Vorführung liefen gut und waren dabei so fordernd, dass Jimin sich ohne Probleme darin verlieren konnte, alles vergessen und erst wieder aus der Welt des Tanzes auftauchte, wenn er den Sportbereich verließ. Anschließend traf er sich mit Yoongi, mal waren die Abende ruhiger, mal unterhaltsamer, je nachdem wie die Tage selbst liefen. Yoongis Prüfung war bereits gelaufen, sehr gut wie dieser meinte, danach hatten sie das Thema fallen lassen. Jimin wollte gar nicht wissen ob Taehyung nun getanzt hatte oder nicht, fühlte sich ein wenig schuldig, da er gar nicht mehr daran gedacht hatte, dass sie mit dem Training noch nicht fertig waren als er den Kontakt abbrach. Als Yoongi das erste Mal wieder von der Prüfung sprach, oder besser gesagt berichtete, dass er länger unterwegs war wegen der finalen Probe, war es Jimin wie ein Kübel Eiswasser vorgekommen, der sich über ihm ergoss. Getraut nachzufragen hatte er sich nicht, war dennoch dankbar, dass der Ältere mit wenigen Worten das Wichtigste zusammenfasste und ihm die Entscheidung überließ das Thema zu vertiefen.

Nur leider würde er sich heute Nacht nicht an Yoongi klammern können, wenn unruhige Träume ihn jagten und ihn schwer atmend aus dem Schlaf schrecken ließen. Der hatte sich mit Taehyung verabredet, um ihre bestandene Prüfung nachzufeiern. Zwar hatte er Jimin mehr oder weniger um Erlaubnis gebeten, aber dieser wäre im Traum nicht darauf gekommen nein zu sagen. Er war der festen Meinung, dass Freundschaften wichtig waren und das besonders in schweren Zeiten. Dennoch schlug er den Weg zur Clubmeile ein, lief damit einen großen Umweg, alles in der lahmen Hoffnung Yoongi zu sehen und eventuell doch nicht allein schlafen zu müssen. Verbergen tat er diese Feigheit vor sich selbst hinter dem Vorwand, noch etwas frische Luft schnappen zu wollen, um besser zu schlafen, aber wirklich glauben tat er sich das nicht.

Gähnend beobachtete er die Menschen, die trotz des Wochentags zu Hauf vor den Clubs warteten, rauchten, redeten oder schon betrunken herumschwankten. Es war etwas faszinierend wie es manche schafften schon jetzt sturzbetrunken zu sein. Wenn er so darüber nachdachte hatte er kein Recht über diese Menschen die Stirn zu runzeln, kam er doch selbst gerade aus einer Bar, in der er mit anderen Getrunken hatte, die nun nachhause wankten und morgen sicher höllische Kopfschmerzen haben würden.

Auch während er sich selbst einen Idioten schollt glitt sein Blick unaufhörlich über die Menschen, hielt Ausschau nach roten Haaren und hatte Angst Taehyung zu entdecken. Ein Faktor, den seine träumerische Hoffnung ausgeklammert hatte. Yoongi war ja nicht allein unterwegs. Es wäre also besser den Rückzug anzutreten oder eher seine Schritte zu beschleunigen und die Clubmeile hinter sich zu lassen. Eine Gruppe Raucher drängte ihn weiter an den Rand des Gehweges, welcher hier, wohlweislich, mit hohen Beeten von der Straße abgetrennt war. Auf deren Mauern saßen ebenfalls reichlich Leute und eine der jungen Frauen, die wankend in den Himmel starrte, ließ Jimin stutzen.

Mit wenigen schnellen Schritten war er bei ihr, musterte sie im Näherkommen und war sich sicher.

„Areum?“

Sie ließ den Kopf etwas sinken, glitt mit ihrem Blick über sein Gesicht, blieb einen Moment lang noch ausdruckslos, bis Erkenntnis ihren Blick ein wenig schärfte.

„Jiminshi…“, kam es leise und Jimin glaubte den dumpfen Klang von Tränen in ihrer Stimme zu hören. Ihre Augen waren leicht gerötet, die Pupillen riesig, doch Tränen sah er keine, dennoch verschwamm ihr Blick immer wieder leicht.

„Alles in Ordnung?“ Er wusste, dass dem nicht so war. Areum war niemand der nachts allein und offenbar angetrunken auf einer Mauer vor einem Club saß.

Ihr träges Nicken kam mechanisch und ließ Jimins Sorge nur noch mehr wachsen. Mit einem letzten Schritt überwand er den halben Meter zwischen ihnen, ging vor ihr in die Hocke und griff vorsichtig nach ihren Händen, die in ihrem Schoß ruhten. Stumm sah er sie an, wartete darauf, dass sie ihm wieder in die Augen schaute und konnte den Kampf darin sehen, bis sie überquollen und stumme Tränen über ihre Wangen rannen. Keiner sagte etwas, Jimin wusste gut genug, dass sie es hasste vor anderen zu weinen. Hoseok hatte ihm einmal betrübt erzählt, dass sie das nur bei ihrer Mutter tat, vor ihm ließe sie es nicht zu.

Behäbig zog sie eine ihrer Hände aus Jimins lockerem Griff, nahm das Taschentuch aus ihrem Schoß wieder in die Hand und tupfte sich die verräterischen Spuren aus dem Gesicht. Presste den dünnen Stoff schließlich an die Lippen und atmete mit geschlossenen Augen einige Male tief ein und aus. Ihr Gesicht wirkte blass, einzelne Schweißperlen glänzten im grellen Licht der Neonröhren der Clubbeleuchtung und ließen ihre Haut zusätzlich ungesund fahl wirken.

Wieder wartete Jimin, erhob sich schließlich, setzte sich neben sie und bot ihr eine Schulter zum Anlehnen. Mit einem gequälten Keuchen ließ sie sich gegen ihn sinken, öffnete vorsichtig die Augen wieder und starrte auf die Betonplatten vor sich.

„Was ist los? Warum sitzt du hier?“, versuchte er erneut etwas aus ihr heraus zu bekommen, aber mehr als ein abfälliges Schnauben erhielt er nicht. Vorsichtig und so Bewegungsarm wie möglich fischte er sein Handy aus der Tasche und schrieb Hoseok an. Er wusste, dass dieser gerade zum Essen bei seinen Eltern war und auch dort übernachten wollte, aber das hier schien ihm wichtiger.

„Jimin?“, kam es nach endlosen Minuten der Stille. Nichts in Areums Haltung verriet, dass sie gesprochen hatte, starrte sie doch noch immer unbewegt vor sich hin und so war sich Jimin unsicher, ob er es sich nicht eingebildet hatte.

„Hm?“ Ein leises Brummen, eine Bestätigung, falls sie etwas gesagt hatte oder einfach nur ein Geräusch, falls er sich täuschte, es war feige, aber er war überfordert. Was sollte er mit der offenbar betrunkenen und deprimierten Freundin seines besten Freundes machen? Mehr als hier sitzen und zu versuchen herauszubekommen was los war, fiel ihm nicht ein.

„Kann ich mit zu dir?“

Überrascht drehte er sich etwas zu der jungen Frau, diese rutschte bei der abrupten Bewegung von seiner Schulter, geriet ins Wanken und nur ein schneller Griff von Jimin bewahrte sie davor ins Blumenbeet zu fallen. Nun hatte er sie halb im Arm, ihren Kopf an seiner Brust, aber das schien sie nicht weiter zu stören.

„Wäre es nicht besser, wenn ich dich nachhause bringe, oder Hobi dich abholt?“, versuchte er ruhig zu bleiben und hoffte, dass sie das Zittern in seiner Stimme nicht hörte. Bei Hoseoks Spitznahmen entkam ihr wieder ein abfälliges Schnauben und Jimin überlegte fieberhaft, ob dieser etwas gesagt hatte.

„Was hat Hoseok angestellt?“

„Nichts…“, gab sie wie aus der Pistole geschossen zurück, lachte dabei heiser auf und die Verzweiflung in diesem Ton stach ihm ins Herz.

„Was soll er schon angestellt haben… er ist doch perfekt.“ Ihre Worte waren träge, voller Trauer und das leise Schniefen am Ende verriet ihren Schmerz.

„Nur ich bin nicht gut genug, um seine Familie kennenzulernen.“ Fast flüsternd kam dieser Vorwurf über ihre Lippen und Jimins Stirn zog sich in Falten.

„Du kennst seine Familie doch schon.“ Er war sich sicher sich zu erinnern, dass Hoseok sie mit zum Familienfest genommen hatte und alle sie ganz bezaubernd gefunden hatten. Was also meinte sie? Für wen aus Hoseoks Familie war sie nicht gut genug?

„Nicht seine Großeltern, denen will er mich nicht vorstellen.“

Gänzlich verwirrt blickte er auf das ausdruckslose Gesicht der jungen Frau hinunter und verstand nicht ganz was sie meinte. Waren Hoseoks Großeltern nicht tot? Hatte sein Freund nicht mal sowas erzählt, dass er keine mehr habe? Es war ein Rätsel, welches er heute nicht mehr lösen würde, also versuchte er sich auf die dringenderen Probleme zu konzentrieren.

„Na komm, ich bringe dich nachhause und morgen klärst du das mit Hoseok, oder ich setze ihn auf den Pott“, bot er mit einem bemüht lockeren Ton und einem zuversichtlichen Lächeln an, doch Areum hob den Blick nicht, schüttelte nur träge den Kopf und schmiegte sich dichter an Jimin.

„Ich will nicht allein sein… kann ich nicht einfach mit zu dir kommen?“, bat sie erneut und die Trauer in ihrer Stimme schnürte ihm die Kehle zu.

„Das ist keine gute Idee, glaub mir. Soll ich wen anrufen? Eine Freundin?“ Wie sollte er für jemanden da sein, wenn er selbst einen emotionalen Aufpasser brauchte? Es wurde ihm gerade schmerzlich bewusst, wie labil sein kleines Floß der Normalität doch war, es schwankte gefährlich auf dem unruhiger werdenden Meer. Die Wellen schwappten über und ließen ihn in ihrem kalten Wasser zittern.

„Ich will mit zu dir“, beharrte sie und Jimin wünschte sich weglaufen zu können. Die Überforderung machte ihn sprachlos, klaute alle Worte und ließ ihn hilflos zurück, während sich Areums flehender Blick auf ihn richtete.

„Das geht nicht“, brachte er mühsam über die Lippen, zitternd unter Last der Bitte in ihrem Blick.

„Warum?“, kam es schwach, fast weinend und traf Jimin mitten im Herz. Er mochte Areum und es tat unendlich weh sie so leiden zu sehen, ohne ihr helfen zu können.

„Weil er die Nacht nicht bei sich verbringen wird.“ Zwei paar Augen richteten sich auf den jungen Mann, der vor ihnen stand. Die Hände in den Taschen vergraben, in lockerer Haltung und mit einem ruhigen prüfenden Blick stand Yoongi da. Jimins Herz machte einige zittrige Schläge während Erleichterung seine Adern flutete. Er war nicht mehr allein, seine moralische Stütze hatte ihn gefunden. Ein dankbares Lächeln huschte über seine Lippen, wurde von dem Älteren mit einer hochgezogenen Augenbraue begegnet, bevor sein Blick zu der jungen Frau in Jimins Armen wanderte.

„Was machst du denn hier?“, kam es wenig intelligent über Jimins Lippen, aber die eingetretene Stille machte ihm Angst. In Yoongis ruhiger Miene zu lese war einmal mehr unmöglich, konnte der andere doch sein Pokerface einschalten wie es ihm beliebte und Jimin aus seiner Gefühlswelt aussperren.

„Bin auf dem Heimweg“, kam es lahm, ihre Blicke trafen sich kurz und ein kalter Schauer rollte über Jimins Rücken. Auch wenn nichts in Yoongis Gesicht oder seiner Haltung darauf hindeutete, glaubte er leise Wut zu spüren.

„Du bist Yoongi.“ Areums Stimme war leise, aber feststellend und sich sehr sicher. Ihr Blick lag auf Yoongis Gesicht und nun runzelte dieser die Stirn.

„Genau der und mit wem habe ich das Vergnügen?“ Ein freundliches Lächeln erschien auf seinen Lippen während er sprach, ließ nicht durchscheinen, ob ihn die Situation störte oder nicht.

„Ich dachte echt du wärst kleiner… Hobi meinte du seist ein Zwerg…“, murmelte sie als Antwort und ließ Yoongis Gesicht aufbrechen. Ehrliche Verwunderung geisterte über seine Züge und Schmerz schimmerte in seinen Augen, bevor er sich wieder fing und sich ein ironischer Zug um seine Lippen breit machte.

„Glaub nicht alles was der Kerl erzählt, er hat nicht die beste Beobachtungsgabe.“
Jimin spürte Areums Nicken mehr, als dass er es sah, während sie sich stärker gegen ihn lehnte und langsam an Körperspannung verlor. Er verstärkte seinen Griff, umarmte sie dabei kurz, um sie wieder aufrecht hinzusetzen. Sie murrte leise, wehrte sich aber nicht. Von Yoongi wurden sie nur stumm beobachtet und langsam stieg die Angst in Jimin, dass der Ältere einfach gehen könnte.

„Areum!“ Die Stimme, auf die Jimin so sehnsüchtig gewartet hatte schallte endlich zu ihnen herüber, gehetzt und außer Atem, aber erfreulich nah. Mit vom Laufen geröteten Wangen und schwer atmend kam Hoseok vor ihnen zum Stehen, ging direkt vor seiner Freundin in die Knie und betrachtete sie besorgt.

„Geht's dir gut? Was ist passiert?“, sprudelte er sofort los. Seine Lippen bebten vor unausgesprochenen Worten, doch er hielt sich zurück als er Areums ausdruckslosen Blick sah.

„Ich will dich nicht sehen… Ich bin doch eh nicht gut genug.“ Ein leises Schluchzen unterbrach ihre Worte und Hoseok streckte die Hände nach ihren aus, zog sie zurück als Areum unkoordiniert danach schlug.

„Du bist das Beste, was mir passieren konnte. Wenn ich nicht gemusst hätte, wäre ich da selbst nicht hingegangen“, versicherte er ihr. Yoongis Blick lag auf Jimin, stellte stumme Fragen, doch auch dieser wusste nicht worum es ging, zuckte nur mit den Schultern.

Areum machte ein abfälliges Geräusch, glaubte kein Wort und tupfte sich mit ihrem Taschentuch das Gesicht trocken.

„Lass uns das in Ruhe besprechen, nicht hier, nicht so“, bat Hoseok überraschend ruhig und sachlich, Jimin kannte diesen Ton, es war jener den der andere anschlug bevor er ganz verzweifelte, auch Areum schien ihn zu verstehen, ließ sie es doch nun zu, dass er ihr sacht über die Hand strich.

„Ich bringe dich nachhause und morgen reden wir. Ja?“ Seine Stimme bebte, sein Blick wurde flehend, während Areum auf eine Reaktion warten ließ. Schließlich nickte sie, ließ sich aus Jimins Armen ziehen und von Hoseok huckepack nehmen, als es mit dem Laufen einfach nicht mehr klappen wollte. Mit schnellen unwirschen Blicken und knappen Worten verabschiedete er sich von den anderen beiden, bemerkte selbst nicht was er für einen Müll redete, während seine volle Aufmerksamkeit auf seiner Freundin lag. Keiner der Zurückgelassenen verübelte es ihm, lag doch auch ihr Blick noch auf den beiden, während sich Hoseok durch die Menschen kämpfte.

„Das war seltsam,“ ergriff schließlich Yoongi das Wort, packte Jimin leicht grob am Arm und zog ihn auf die Füße. Kaum stand der Jüngere ging Yoongi auch schon los, achtete scheinbar nicht darauf, ob Jimin ihm folgte, doch das Zucken in seinen Schultern zeigte, dass es ihn beruhigte als sich Jimin bei ihm einhakte.

„Kannst du mir erklären was los war?“, setzte Yoongi erneut an als die Straßen leerer wurden und keine Neonreklamen mehr die Nacht erhellten.

„Nein. Ich habe keine Ahnung.“ Jimin seufzte schwer, versuchte zu verstehen was gerade geschehen war und verstand es nicht. Yoongi blieb stumm, wartete darauf, dass Jimin mehr sagte als nur dies und so setzte der Jünger von Neuem an.
„Das war Areum, Hoseoks Freundin. Ich habe sie zufällig getroffen und wollte sie in dem Zustand nicht allein lassen. Ich glaube, die beiden hatten Streit und sie hat sich betrunken.“ Das mit dem Streit war zwar offensichtlich, aber was sollte er sonst sagen, er verstand ihr Verhalten auch nicht.

„Und warum wollte sie dann mit zu dir?“, hakte Yoongi ruhig nach und entlockte Jimin ein überfordertes Seufzen.

„Frag sie. Nicht allein sein? Jemanden zum Reden haben? Bevor du fragst, sie weiß, dass ich schwul bin“, fügte er noch an als es ihm langsam dämmerte. Es war wirklich schwer zu erkennen, Yoongis Pokerface war gut, aber Jimin glaubte doch feine Risse zu sehen und hinter diesen schimmerte etwas Eifersucht hindurch.

„Und ich dachte du wolltest mich abholen kommen“, warf Yoongi nach einiger Zeit ein. Jimin blickte ihn irritiert an, sah das schelmische Funkeln und verstand langsam, dass Yoongi das Thema fallen lassen wollte, auch wenn es Jimin noch durch den Kopf spukte.

„Eventuell könnte es sein, dass ich aus diesem Grund da rumgelaufen bin“, gestand er leise, hasste seine Wangen dafür, dass sie rot wurden. Yoongi löste ihre verschränkten Arme, griff nach seiner Hand und zog ihn an sich, während er stehen blieb.

„Eventuell könnte es sein, dass ich aus dieser Hoffnung dort nach dir Ausschau gehalten habe.“

Jimin musste schwer Schlucken bei dem direkten Blick mit dem Yoongi ihn fesselte, während sich ein warmes Schimmern durch dessen Augen zog.

„Steht das Angebot mit dem Übernachten noch?“

Ein liebevoller Blick und ein sanfter Kuss auf die Stirn waren die Antwort und ließen Jimins Beine ein wenig zittern.
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