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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
12.04.2021
92
230.774
33
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Dieses Kapitel
1 Review
 
19.10.2020 3.010
 
Zweiter Akt - Dreißigste Szene: Viel zu viele


Der Tag zog träge dahin. Ihnen hing beiden noch die Nacht in den Knochen und der trübe Himmel tat sein Übriges. Seokjin hatte die Arme locker um Taehyung geschlungen, welcher sich an ihn lehnte und mehr döste als den Film zu schauen. Sie waren nicht vom Sofa hochgekommen, hatten keinen Antrieb irgendetwas Aufwändigeres zu machen. Taehyung störte es nicht sonderlich, neben der Müdigkeit plagte ihn auch sein Gewissen, brüllte ihm laut und ausdauernd entgegen und raubte ihm den letzten Nerv.

Träge blickte er sich um, sah dass es langsam dunkel draußen wurde und runzelte die Stirn.
„Was hast du eigentlich mit Jimin gemacht?“

„Nachhause gebracht. Was denn sonst?“, erwiderte Seokjin leicht lachend und Taehyung schlug sich die Hand vor die Stirn. Da waren seine Gedanken am Rotieren und doch nicht schnell genug, um die Abwesenheit von Jimin und zeitgleich Seokjins Wagen in einen logischen Zusammenhang zu bringen.

„Du schaffst ihn einfach so weg? Ohne dass ich auf Wiedersehen sagen kann?“, empörte er sich auch sogleich, ignorierte dabei galant, dass er Stunden gebraucht hatte, bis ihm auffiel, wie gerne er dies getan hätte.

Seokjin entwich ein Kichern, seine Arme schlossen sich fester um ihn und er bekam einen Kuss aufs Haar gedrückt.
„Darauf habe ich gewartet“, gluckste er zufrieden und Taehyung wurde hellhörig.

„Bitte?“, versuchte er pikiert nachzufragen, konnte sich selbst aber nicht vom Lachen abhalten.

„Das weißt du ganz genau“, raunte Seokjin ihm dunkel ins Ohr, verpasste Taehyung damit eine Gänsehaut. Grummelnd drehte sich dieser in der festen Umarmung um, wollte nach ihrem letzten Gespräch kein unnötiges Drama machen, auch wenn er Lust dazu hätte. Stattdessen legte er seine Lippen sanft auf Seokjins, küsste ihn liebevoll, um sich kurz später wieder von ihm zu lösen und nach seinem Handy auf dem Couchtisch zu angeln.

>> Ohne ein Wort abhauen… Eine Frechheit!!! << schrieb er an Jimin, wissend sich wenigstens hier ein wenig aufregen zu können. Es war nun einmal unhöflich sich einfach aus dem Staub zu machen, egal ob er noch geschlafen hatte als Jimin ging oder nicht.

>> Wie lange hätte ich denn warten sollen? So hast du den Tag mit deinem Schatz, genieße es. << kam Jimin schon wieder mit Logik daher. Das sollte er dem Blonden dringend abgewöhnen, es war auch sehr unhöflich seine grundlose Wut mit Tatsachen zu widerlegen. Leicht musste er den Kopf über sich selbst schütteln, was dachte er da nur wieder. Seokjin hatte recht, die Sache mit Jungkook tat ihm nicht gut, sorgte dafür, dass seine exzentrische Seite stärker hervortrat und das war ihm noch nie gut bekommen, stieß er den Menschen um sich herum so doch nur allzu leicht vor den Kopf, ohne es zu wollen.

>> Aber du bist jetzt ganz allein! << merkte er schließlich das Offensichtliche an. Dieser Gedanke gefiel ihm gar nicht. Auch wenn Jimin gestern ein wenig Spaß gehabt hatte war er sich dennoch sicher, dass es dem Blonden noch immer schlecht ging und wenn er zu lange allein war, hatte Jungkook zu viel Zeit ungut auf ihn einzuwirken.

>> War ich nicht, Kookie war bis eben da. << Seine Ängste wurden mit der nächsten Nachricht auch sogleich bestätigt und Seokjins Kinn bettete sich auf seiner Schulter als er sich verspannte.
„Was ist denn?“, wollte der wissen und Taehyung biss die Zähne zusammen, um nicht laut zu werden.

„Jimin! Er gibt einfach keine Acht auf sich“, meinte er ausweichend und Seokjin hauchte ihm einen Kuss in den Nacken.

„Er wirkt so als könne er auf sich aufpassen“, widersprach er. Taehyung verspannte sich noch etwas mehr, musste die Worte niederkämpfen, die sich in seiner Kehle hocharbeiteten.

„Möglich, ich mache mir trotzdem Sorgen“, wich er aus und Seokjin lachte nur leise, lehnte sich aber wieder zurück und ließ Taehyung weiter schreiben.

>> Hmh… << mehr fiel ihm nicht ein. Was sollte er darauf auch sagen, ohne sich zu verraten? Es sorgte daher leider auch nicht für das gewünschte Ergebnis.

>> Was soll das heißen? << kam es zurück und Taehyung schnaubte, Jimin sollte sich nicht so dumm stellen, das war zwar niedlich aber gerade nicht hilfreich.

>> Das weißt du, wenn du so fragst. << gab er schlicht zurück und erwartete, dass der Blonde sein hübsches Köpfen zum Denken nutzte.

>> Wenn ich es wüste würde ich nicht fragen! <<

>> Ich find‘s nicht gut. Du hast es nicht direkt gesagt, aber Jungkook war der Grund, warum es dir die letzten Tage so mies ging. << schrieb er und wartete, doch nichts geschah und erneut flogen seine Finger über das Display.
>> Versuch nicht es zu leugnen! <<

>> Wollte ich gar nicht, habe mich nur gewundert, dass du Gedanken lesen kannst…<< gestand Jimin schließlich und Taehyung kniff die Lippen zusammen. Gedanken lesen wollte er nicht, immerhin wollte er sich schon genauer mit Hellsehen auseinander setzten, das reichte erstmal.

>> Kann ich zum Glück nicht, das wäre gruselig. Aber darauf zu kommen, dass Jungkook schuld ist, wenn es dir schlecht geht, ist nicht schwer. <<

>> Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Es ist so schwer zwischen uns und ich kann an der Situation nichts ändern, aber ich liebe ihn… << Ein wenig überrascht von der plötzlichen Offenheit musste Taehyung die Worte zweimal lesen bevor er sie glaubte.

>> Es gibt einen Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit. Der ist nicht groß, denn bei beiden fühlt man sich wohl und geborgen, aber Liebe geht darüber hinaus. <<

>> Ich verstehe nicht was du meinst. << stellte Jimin sich erneut unwissend. Sollte er eben, er würde eh nicht darum herumkommen es zu verstehen, da sollten ihm die letzten Momente in der gnädigen Ahnungslosigkeit gegönnt sein.

>> Denk mal darüber nach was dir so wichtig an der Beziehung mit Jungkook ist. Dass es einfach und verlässlich ist, weil du es kennst und es die letzten Jahre eben so war oder ob es da auch noch dieses 'mehr' gibt. Was dich dazu bringt Dinge zu tun, die du dir nicht hattest vorstellen können, immer in dem Wissen jemanden an deiner Seite zu haben, der das mit dir durchzieht oder dir eben knallhart die Wahrheit ins Gesicht sagt. Ist er noch die Person, mit der du bis ans Ende der Welt gehen würdest? <<

>> Da muss ich in Ruhe drüber nachdenken. Ich melde mich die Woche wegen dem Training. <<

Seufzend legte er das Handy wieder weg, wand den Blick zur Decke und sah sie dennoch nicht.

„Meinst du, du konntest ihm helfen?“, kam es von hinten und ein trauriges Lächeln legte sich auf Taehyungs Lippen.

„Ich hoffe es.“


********



Erst am nächsten Morgen ließ Seokjin ihn wieder gehen, auch wenn Taehyung nicht so recht wollte. Er musste sich mit Yoongi für ihr Projekt treffen und einiges besprechen, dass er dafür auf Seokjins Arme um sich verzichten musste passte ihm nicht so ganz. Zu sehr hatte er sich in den letzten Stunden an diese gewöhnt, hatte er sich doch fast durchgehend in ihnen befunden, seit Seokjin am Samstag wieder nachhause gekommen war.

Schnell schrieb er Yoongi noch, versicherte zum zehnten Mal, dass er wirklich auf dem Weg war. Das wollte ihm der Ältere nicht ganz glauben und das nur, weil sie sich eigentlich gestern Abend hatten treffen wollen und er es verschwitzt hatte. Seokjins Lippen waren aber auch zu überzeugend gewesen, besonders als diese begannen sanft über seinen Hals zu gleiten.

Eine feine Vibration verkündete den Eingang einer neuen Nachricht und Taehyung stöhnte genervt.

>> Hallo Böhnchen. Bereust du es, nicht mit mir aus gewesen zu sein? <<

>> Was daran sollte ich bereuen? << schrieb er zurück, obwohl er eigentlich nicht wollte. Irgendetwas an Namjoon reizte ihn, machte ihn neugierig.

Als Antwort kamen einige Bilder. Es brauchte etwas bis Taehyung erkannte was sie zeigten, sah nach Schaumparty mit viel nackter Haut und sehr bunten Cocktails aus. Grinsend biss er sich auf die Unterlippe. Dass er auf sowas stand würde er Namjoon sicher nicht verraten.

>> Schön dass du dich gewaschen hast, ich hoffe die Haarfarbe ist jetzt nicht ausgeblichen. <<

>> Die ist noch leuchten wie immer. Zeige ich dir die Tage mal... <<

War das ein Versprechen oder eine Drohung? Dass Namjoon seine Arbeitszeiten im Café kannte bezweifelte er wenig, Seokjin hatte sie auch schnell raus gehabt. War auch nicht schwer, fast jede freie Sekunde, die er hatte, verbrachte er dort, er brauchte das Geld. Nachdenklich steckte er das Handy weg, stapfte die Treppen zu Yoongis Wohnung hinauf und wurde mit einem abfälligen Lächeln begrüßt.

„Du kommst ja wirklich. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.“ War die herzliche und rein gar nicht sarkastische Begrüßung, Taehyung wurde direkt warm ums Herz. Zum Dank zog er Yoongi fest in seine Arme und da der so schön zappelte, bekam er auch noch einen Schmatzer auf die Wange.

„Ich freue mich auch dich zu sehen“, säuselte er an die rosa Wange und drückte sich an ihm vorbei. Zog sich die Schuhe aus, während Yoongi noch leise neben ihm grummelte.

„Warum hast du mich gestern versetzt?“, wollte dieser auch gleich wissen und Taehyungs Grinsen wurde eine Spur trüber.

„Hatte einiges mit Seokjin zu klären und darüber habe ich's vergessen“, gestand er dann doch wahrheitsgemäß und zog Yoongi nicht damit auf, dass er nicht mit feiern war.

„Wieder mit anderen rumgeknutscht?“, stichelte Yoongi direkt, während er ihnen aus dem Kühlschrank Getränke holte und Taehyung schon auf sein Zimmer zuhielt.

Taehyung lachte leise auf und schüttelte den Kopf. „Nein. Ich war artig, habe nur Seokjin geküsst und mit Jimin nur minimal geschmust.“

Wie beiläufig blickte er Yoongi dabei ins Gesicht und kam nicht umhin zusehen, dass dieser wenig überrascht über den Namen des Blonden war. So war das also, na da konnte er ja lange versuchen den Kuppler zu geben, wenn Yoongi so unwillig war.

„Du wusstest, dass Jimin mitkommt!“, beschwerte er sich auch sogleich, kurz unterbrochen von der etwas laut zuschlagenden Tür von Yoongis Zimmer. Der Angeschnauzte guckte erst gespielt unschuldig, kam dann wissend grinsend auf ihn zu. Taehyung sah es gar nicht ein auch nur einen Schritt zurückzuweichen, Yoongi hielt nichts von Gewalt und küssen würde er ihn auch nicht, da konnte er sich das Getue auch sparen.

„Das war nicht schwer zu erraten. Du bist in letzter Zeit immer so verbissen, wenn es um ihn und mich geht“, meinte er leise, fast etwas böse und jagte Taehyung nun doch einen Schauer über den Rücken. Diese leicht zusammengekniffenen Augen zeigten, dass Yoongi es nicht so lustig fand, wie es gerade klang.

„Ich bin auch immer noch der festen Überzeugung, dass ihr wunderbar zusammenpasst“, blieb Taehyung bei dem, was er Yoongi eh schon gesagt hatte. Die sollten sich nicht so haben und endlich einsehen, dass sie nicht nur aufeinander standen, sondern dass das wirklich etwas werden konnte! Taehyungs Meinung nach zumindest.

„Und uns beide abzufüllen, damit wir sonst was tun, ist da der beste Weg?“

„Da ihr nüchtern ja nicht zu Potte kommt? Ja, verdammt! Tu dir und Jimin einen gefallen und schnapp ihn dir endlich. Sein Freund macht ihn noch ganz kaputt, also tu was!“, fauchte er Yoongi überraschend aggressiv entgegen und dessen Augen weiteten sich.

„Woher willst du das nun wieder wissen?“, kam es verächtlich zurück. Dennoch bildete sich eine leichte Sorgenfalte auf Yoongis Stirn, er trat einen kleinen Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Das merkt man ihm an. Sein Lächeln ist nicht mehr so echt wie noch vor einigen Wochen, er wirkt angespannt und müde. Immer wenn ich ihn auf den Kerl anspreche verkrampft er, als hätte ich etwas Unangenehmes gesagt und zugegeben hat er es letztens auch!“, führte Taehyung immer aufgebrachter aus und spürte mit einem Mal Yoongis Hände auf seinen Schultern.

„Reg dich ab, kein Grund zu brüllen.“

„Doch! Beweg deinen Arsch und ich habe keinen Grund mehr! Aber solange muss ich wohl lauter werden.“

Yoongi stand mit besorgter Miene vor ihm, die Hände noch immer auf den verspannten Schultern und Taehyungs stechenden Blick gelassen erwidernd.

„Um wen soll ich mir jetzt mehr Sorgen machen? Jimin oder dich?“, kam es viel zu ruhig zurück.

„Kümmer' dich um Jimin und ich hab' keinen Grund mehr mich aufzuregen… Moment! Was war das gerade?“, unterbrach Taehyung seine Forderung als er ein seltsames Glitzern in Yoongis Augen sah. Dieser blickt ihn übertrieben unwissend an und Taehyung verstand.

„Du bist längst dabei!“, stellte er triumphierend fest und hätte Yoongi am liebsten umarmt, doch dieser nutzte seine Hände auf Taehyungs Schultern nun dazu, um ihn von sich fern zu halten.

„Nein… naja… nicht wirklich“, stammelte Yoongi ertappt und Taehyung wollte Luftsprünge machen.

„Genauer oder ich knutsch dich ab!“, drohte Taehyung zufrieden, aber dennoch ernst genug damit Yoongi verstand, dass er zu reden hatte. Dieser ließ ihn nun endlich los und ging auf Sicherheitsabstand.

„Ich schreibe bloß mit ihm und will mir ein bisschen bei einem Text helfen lassen“, erklärte er, während er sich auf seinen Bürostuhl niederließ. Taehyung, welcher auf dem Weg zum Sofa war, machte eine Pirouette, stieß sich dabei das Schienbein am Tisch und spürte den Schmerz gar nicht, blickte Yoongi lieber entgeistert an.

„Er soll dir bei einem Text helfen? Wehe ich werde nicht zur Hochzeit eingeladen“, frohlockte er und hüpfte fröhlich auf der Stelle. Er durfte Yoongi nur beim Text helfen, da es ein gemeinsames Projekt war, sonst durfte die niemand sehen bevor sie fertig waren. Nicht mal Yoongis Mama! Dass diese sich auch nicht dafür interessierte sei mal dahin gestellt.

Ein genervtes Schnauben kam zur Antwort und ein tadelnder Blick obendrauf. Beides half nichts, Taehyung hatte ihn längst durchschaut.

„Komm schon. Es ist so offensichtlich, dass du ihn willst. Weg von seinem Freund direkt zu dir. Was auch gut ist, du tust ihm wesentlich besser als dieser Arsch. Siehst besser aus, kümmerst dich um ihn. Wegen dir wird er mir auch sicher nicht die Ohren vollheulen…“

„Tae!“, fauchte Yoongi dazwischen. Taehyung drehte sich verdattert um, hatte gar nicht bemerkt wie er im Siegestaumel dem Älteren den Rücken zugedreht hatte.

„Ja?“

„Krieg dich wieder ein, wir beraten uns nur. Wirklich romantisch ist das nicht.“

„Und warum wirst du dann rot?“, schoss Taehyung zurück und das zarte Rosa wurde eine Spur dunkler. Treffer! Von wegen nicht romantisch, die besprachen mit Sicherheit einen schnulzigen Text über heimliche, unerwiderte Liebe und diskutierten, wie sie das Happy End möglichst kitschig hinbekamen. So war das gut, noch etwas schubsen und die beiden lagen sich endlich in den Armen!

„Wunderbar, ihr habt also Kontakt, dann wird es für dich ja kein Problem sein ganz unschuldig am nächsten Freitag dabei sein zu können“, ruderte er etwas zurück, um Yoongi eine Zusage abzuringen. Er war sich absolut sicher, dass Yoongi Jimin nur noch etwas in Aktion erleben musste und gar nicht mehr anders können würde, als über ihn herzufallen.

„Du lässt auch nie locker…“, willigte Yoongi grummelnd ein und Taehyung hüpfte zurück zum Sofa.

„Bitte. Du kennst mich, aufgeben ist für mich keine Option.“

„Gut, dann sollten wir mal anfangen. Oder willst du unser Vorhaben, produktiv zu sein 'aufgeben'?“, fragte er höhnisch zurück. Taehyung streckte ihm dafür nur die Zunge heraus und hatte einen Geistesblitz. Ein fieses Grinsen schlich sich auf seine Lippen und Yoongi zog fragend eine Augenbraue hoch.

„Was geht nun wieder ihn deinem Kopf vor?“

„Och, nur, dass ich noch shoppen muss, vorgestern hat mein Schrank seine Inkompetenz bewiesen“, meinte er bemüht unschuldig und konnte Yoongi aus den Augenwinkeln zusehen wie dieser in seinen Erinnerungen kramte.

„Solltest du es wagen in einem Lederoutfit aufzukreuzen, verschwinde ich sofort und leugne, dass wir jemals auch nur miteinander gesprochen haben!“, machte er leicht blass klar. Taehyung biss die Zähne zusammen, um nicht laut zu lachen. Er wusste nicht mehr wie sie damals auf dieses Thema gekommen waren, aber Yoongis Ablehnung gegen Leder hatte Taehyung damals derart erheitert, dass er immer wildere Ideen mit diesem Material hatte, die knallenge Lederhose war da noch das harmloseste. Seitdem drohte er hin und wieder mit einem Ganzkörperlederanzug und konnte sich stundenlang an Yoongis Gesichtsausdrücken ergötzen.

Zufrieden grinsend ließ er das Thema ruhen, machte sich lediglich einen Spaß daraus Yoongi hin und wieder wissende Blicke zuzuwerfen, welche geflissentlich ignoriert wurden.

Der Tag verstrich so zäh und langsam wie es Tage immer taten, an denen man lernte und darauf wartete, dass die vereinbarte Zeit endlich zu Ende ging. Auf dem Nachhauseweg überlegte er fieberhaft, wie er den beiden am besten unter die Arme greifen konnte und beschloss, dass hier doch Yoongi selbst gefragt war. Der musste Jimin endlich die Augen öffnen, Jungkook würde es sicher nicht tun und Taehyung konnte es nicht, ohne sich zu verraten. Da er hier nichts weiter tun konnte, tat er was er sonst auch tat, wenn er etwas freie Zeit hatte, er schloss sich in seinem Zimmer ein und ging die Schritte der Choreografie durch. Beobachtete sich dabei in dem Spiegel, den er gegen den Schrank gelehnt hatte und fragte sich, ob er es jemals schaffen würde elegant dabei auszusehen.

Ganz der gute Freund wartete er geduldig bis Jimin sich wieder bei ihm meldete, was erst am nächsten Tag der Fall war. Für Taehyung viel zu spät, war er doch längst auf der Arbeit und musste sich etwas von seiner kostbaren Pause abknapsen, um Jimin zu antworten. Dieser bestätigte auch lediglich das Training und erst auf Nachfrage, dass auch Hoseok wieder mit dabei wäre. Auf die Frage wie weit Jimin mit Nachdenken, seiner Beziehung bezüglich, war, wich dieser aus. Dennoch schlich sich ein siegessicheres Lächeln auf Taehyungs Lippen, dass Jimin nicht sofort schrieb, dass alles bestens war und er mit Jungkook absolut glücklich sei, reichte vollkommen. Es würde nicht mehr lange dauern, da war er sich sicher. Sein zufriedenes Grinsen verflog jedoch wieder als er zurück hinter den Tresen trat und sah, dass Namjoon am Fenster saß, die Haare leuchtendet lila und breit in seine Richtung grinste.
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