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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
01.03.2021
86
217.194
29
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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07.09.2020 2.996
 
Zweiter Akt - Vierundzwanzigste Szene: Bitte kein Horror!


Zufrieden betrachtete Taehyung die Auswahl vor sich auf dem Tisch. Die auf dem Heimweg bestellten Pizzen rochen herrlich und er konnte es sich nicht verkneifen schonmal ein Stück zu probieren. Reine Qualitätskontrolle, er musste doch wissen was er Jimin hier vorsetzte. Beim Kuchen konnte er sich immerhin sicher sein, dass der erstklassig war. Bei der Pizza musste er daher erst noch prüfen.

Lautstark machte sein Handy auf sich aufmerksam. Dass das blöde Ding ihn auch immer stören musste! Er hatte den Mund voll, konnte der Anrufer das nicht sehen? Offensichtlich nein, Jimin ließ es weiter klingeln.

„Was gibt’s?“, meldete er sich mit vollem Mund und versuchte sich möglichst leise die Finger abzulecken. Sehr lecker diese Pizza, die würde dem Blonden sicher auch schmecken, wenn der sich endlich mal zu ihm bequemen würde.

„Bei welcher Klingel muss ich klingeln?“, begrüßte Jimin ihn und Taehyung verstand die Frage nicht. Konnte der Kleinere nicht mehr lesen?

„Ich hatte dir die Nummer doch gegeben…“, grübelte er kurz, war sich aber sicher dreimal nachgeschaut zu haben, dass er diese, in einer seiner letzten Nachrichten, durchgegeben hatte. Musste folglich an Jimin liegen.

„Hier stehen aber Namen und keine Nummern.“

„Echt? Bist du sicher am richtigen Haus zu sein?"

„Ich stehe da wo Yoongi dich gestern reingeschleift hat. Also gehe ich stark davon aus“, meinte Jimin überzeugt. Taehyung war dies weniger, er traute dem Blonden nicht ganz. Seit wann standen denn bitte Namen auf den Klingeln? Das war doch vollkommen sinnlos, hier wechselten die Bewohner viel zu schnell. Er war sich sicher, dass Jimin nicht bei ihm vor der Tür stand, das würde er sich anschauen gehen. Gedacht, getan und schon war er auf dem Weg.

„Seltsam… warte mal kurz“, murmelte er im Gehen vor sich hin und eilte bereits die Treppen hinab.

Breit grinsend riss er die Eingangstür auf und war reichlich überrascht, dass Jimin wirklich vor ihm stand. Das Handy wegsteckend trat er näher an den Blonden, umarmte ihn, ignorierte dabei den viel zu niedlichen fassungslosen Blick, drehte sich lieber den Klingeln zu. Das musste er sehen, er war sich so sicher gewesen.

„Tatsache, da stehen Namen. Seltsam, im Hausflur stehen nur Nummern.“

Sachen gab’s. Das hätte Yoongi ihm ja auch mal sagen können. Alles die Schuld seines Hyung! Zufrieden mit sich und dieser Erkenntnis zog er Jimin hinter sich her ins Treppenhaus, weg von diesen verwirrenden Klingeln.

„Das hast du nicht gewusst?“, wunderte sich Jimin lachend, fühlte sich wohl ein wenig veralbert.

„Es mag seltsam klingen, aber ich klingle eher selten bei mir“, verteidigte er sich gelassen und zwinkerte Jimin über die Schulter zu. Dieser schüttelte nur schmunzelnd den Kopf, akzeptierte es aber ohne weitere Widerworte.

„Warum hast du nicht einfach mit dem Summer geöffnet, anstatt runterzukommen?“, wechselte er leicht das Thema. Kurz grübelte Taehyung, ob er nett oder ehrlich antworten sollte und entschied sich für zweiteres. „Wollte sehen, ob du Mist laberst. Ich hatte eigentlich erwartet, dass du vor dem Nebengebäude stehst. Den Blick hätte ich dann schon gerne gesehen“, erklärte er lachend, als er Jimins beleidigten Blick sah. Was diesen nicht wirklich gefiel, jetzt scheuchte er ihn auch noch, dass er schneller machen sollte beim Aufschließen. Diese Jugend, also echt Mal!

„Nimm deine Griffel da weg, das ist nicht für dich!“, fauchte Taehyung, kaum dass er sah, wer da in der Küche herumstreunte und sich an seiner Pizza vergreifen wollte. Erst die Küche in ein Biotop verwandeln und jetzt auch noch klauen. Wo kamen sie denn da hin? Der Kerl hatte doch echt den letzten Schuss nicht gehört. Sofort stürmte er auf ihn zu, verscheuchte ihn damit vom Küchentisch und brachte die Verpflegung in Sicherheit.

„Woher soll ich das denn wissen?“, fauchte der zurück und Taehyung hatte Mühe nicht Lau zu werden. Dümmer und dreister ging es ja nun wirklich nicht.

„Wenn du es nicht selbst bestellt hast, ist es nicht für dich. Wir wohnen hier zu viert, dass sollte klar sein“, konterte Taehyung gleichbleibend streng und drückte Jimin die Tüten in die Hand während er selbst nach den Schachteln griff.

„Du kannst ruhig etwas abgeben“, kam es noch einmal pampig, juckte ihn aber nicht weiter.

„Würde ich, wenn du deinen Dreck wegmachen würdest! Da du das aber nie tust, sieh zu wie du satt wirst“, versuchte er das Gespräch zu beenden. Auf den hatte er heute wirklich keine Lust, da war jedes Wort eines zu viel.

Den beleidigten Blick ignorierend deutete er auf seine Zimmertür und Jimin marschiert folgsam los, schien auch keine Lust zu haben sich mit dem Typen länger auseinanderzusetzen.

„Aber sei wenigstens leise mit dem da. Ich habe echt keinen Bock dir wieder die ganze Nacht beim Ficken zuzuhören!“ Wurde ihnen charmant nach gebrüllt und Taehyung riss endgültig der Geduldsfaden. Finster grinsend drehte er sich zu seinem Mitbewohner um und ließ seinen Blick einmal prüfend über ihn gleiten, bevor er ihn überheblich in die Augen schaute. Er konnte bereits sehen wie dieser seine eigenen Worte verfluchte, dennoch würde er es weitertreiben. Es reichte ihm einfach.

„Freu dich lieber, dass ich dich ein wenig teilhaben lasse. Näher kommst du echtem Sex sonst nämlich nicht.“
Er ließ den Kerl einfach stehen, würdigte ihn keines weiteren Blickes mehr und schloss die Tür hinter sich.

„Der Kerl ist die reine Pest. Nur am rumpöbeln und motzen. Wir sind hier alle genervt. Ich habe es lange genug mit nett und freundlich versucht, anders versteht er es einfach nicht“, erklärte er auf Jimins fragenden Blick hin, während er die Pizza auf dem Schreibtisch abstellte.

„Aha… ist ja spannend… und ich hatte so gehofft wir können es schön wild treiben“, erwiderte Jimin seufzend. Bitte was? Das waren interessante Gedanken, die der Blonde hier äußerte.

„Mach hier keine Angebote, die du nicht halten willst“, grinste Taehyung ihm frech entgegen, wackelte anzüglich mit den Augenbrauen und bekam einen leichten Schlag vor die Brust. Das war doch ein klein wenig Schade, gegen ein bisschen Fummeln hätte er nichts einzuwenden gehabt. Seokjin zwar schon, aber solange sie über der Gürtellinie blieben, ging das doch noch als ambitioniertes Kuscheln durch.

„Schön hast du‘s“, wechselte Jimin einfach das Thema und sah sich etwas um. Taehyung nutzte die Zeit und drapierte Kuchen und Pizza ansprechend auf seinem Schreibtisch, besah sich prüfend die Auswahl und nickte zufrieden.

„Soll ich was zum Essen beisteuern?“, kam es von hinten und Taehyungs Herz machte einen kleinen Hüpfer. Hatte sich der Blonde doch tatsächlich gemerkt, dass er chronisch knapp bei Kasse war.

Grinsend drehte er sich zu Jimin um und schüttelte sacht den Kopf. „Passt schon. Den Kuchen habe ich kostenlos bekommen, waren die Reste von heute, die sich nicht bis morgen halten und die Pizza ist nicht so wild.“

Es dauerte nicht lange bis Taehyung Jimin auf sein Bett gelockt und sie einen Film ausgesucht hatten, der ihre Mahlzeit untermalen konnte. Lediglich dass Jimin die Pizza geradezu zu inhalieren schien, störte das traute Bild. Taehyung hatte schließlich auch Hunger und versuchte die zweite Pizza vor den gierigen Griffeln erst noch etwas zu bewahren bis auch er halbwegs satt war.

„Was denn?“, quengelte Jimin als er es bemerkte.

„Du futterst mir ja alles weg“, konterte Taehyung anklagend. Grübelte aber bereits wie viel der Pizza er an Jimin abtreten konnte.

„Ich habe den halben Tag getanzt und durfte ja vorher nichts essen“, erwiderte Jimin mit großen Hundeaugen und einem kleinen Schmollmund. Damit war es um Taehyung geschehen. Wäre der blöde Karton samt Inhalt nicht gewesen, hätte er Jimin um den Hals gelegen. Allein sein seliges Lächeln als er der Pizza habhaft wurde, ließ Taehyungs Herz höher schlagen. Nur dieses verschmitzte Grinsen, welches sich langsam auf die vollen Lippen des Kleineren schlich, zerstörte das liebliche Bild und ließ Taehyung schnauben.

„Also wirklich. Du bist ganz schön schamlos…“

„Nein! Hungrig“, korrigierte Jimin. Wirkte dabei auch noch sehr zufrieden mit sich selbst und Taehyung fragte sich, warum er den Blonden so mochte. Wenigstens zügelte Jimin sich etwas und ließ Taehyung ausreichend übrig, damit auch dieser seinen Magen füllen konnte und brachte ihn dazu den Kuchen gerecht aufzuteilen. Gerecht in Jimins Sinne. Der bekam den Löwenanteil, aber hauptsächlich, weil Taehyung nichts mehr schaffte.

Als der erste Film vorbei und alles aufgegessen war, war es Zeit für den lustigen Teil des Abends. Was war denn immerhin ein Filmabend ohne guten Horrorschocker? Genau. Gar nichts! Nur leider wurde Jimin nicht müde zu betonen, dass er sowas nicht sehen wollte, egal wie hingebungsvoll Taehyung die Filme anpries. Wäre dieser Hundeblick nicht gewesen, hätte Taehyung sich einfach über die Wünsche seines Gastes hinweg gesetzt, in der Überzeugung zu wissen was gut für ihn war, aber er konnte nicht. So ein Mist aber auch! Also suchte er nach einer Alternative und fand sie schließlich in einem albernen Zombiefilm für Kinder, wenn Jimin der auch zu gruselig war, durfte er im Dunkeln auch nicht mehr vor die Tür.

„Willst du heute hier bleiben? Dann können wir den noch komplett schauen“, bot Taehyung ganz selbstlos an und versuchte sich seine Hintergedanken nicht anmerken zu lassen. Jimin blickte noch gebannt auf den Bildschirm, schien ganz gefesselt von dem Film und brauchte etwas, um zu realisieren, dass Taehyung Aufmerksamkeit wünschte. Schließlich schaffte er es sich ein Nicken abzuringen und Taehyung grinste zufrieden, bevor er ihm bequeme Kleidung lieh, ihm das Bad zeigte und den Film solange pausierte.

Während Jimin im Bad war warf Taehyung einen Blick auf sein Handy, welches er ausnahmsweise Mal auf lautlos geschaltet hatte. Immerhin hatte er gehofft einen guten Gruselstreifen zu schauen, wenn da plötzlich neben ihm die Kreissäge anging, wäre das selbst für ihn eine Spur zu viel. Genervt blies er die Luft aus als er seine Nachrichten sah. Jungkook wollte sich wieder mit ihm treffen, war wohl noch nicht darüber hinweggekommen, dass er vorhin schonwieder nicht durfte und wollte sein Glück erneut versuchen. Da sollte der lieber seine rechte Hand fragen, die Chancen standen besser. Dazu hatte er noch Nachrichten einer unbekannten Nummer. Er brauchte nicht nachschauen was dort stand, um zu wissen, dass der Absender lila Haare hatte. Der Kerl verlor keine Zeit und das Wort wörtlich, denn ungefähr so begann seine erste Nachricht. In der zweiten ging es munter weiter und er wollte sich mit Taehyung verabreden, ihm einen coolen Club zeigen und etwas feiern. Die Augen verdrehend legte er das Handy wieder beiseite als die Tür aufging und Jimin zurück ins Zimmer kam.

„War was?“ Jimin wirkte leicht angespannt und Taehyung hatte schon so eine Ahnung welche Laus ihm über die Leber gekrochen war.

„Dein Lieblingsnachbar hat mir mitgeteilt, dass das hier kein Stundenhotel ist“, berichtete er kopfschüttelnd und gesellte sich wieder zu seinem Gastgeber.

„Schön wärs, dann könnte der Sicherheitsdienst ihn endlich rausschmeißen…“, brummte Taehyung vor sich hin, während er den Film wieder startete.

Einige Minuten später blinkte die Nachrichtenanzeige seines Handys unheilvoll auf und Taehyung rang mit sich. Einerseits wollte er den Film sehen, andererseits wissen, wer ihm schrieb. Hätte er das blöde Ding doch bloß wieder mit dem Display auf die Decke gelegt, so wie es vorher war, dann wäre er nun nicht so neugierig. Noch mit sich ringend lehnte er sich etwas vor und griff nach dem blinkenden Gerät. Öffnete schließlich seine Nachrichten und las die frechen Worte, die an ihn gerichtet worden waren.

>> Ich sehe, dass du es gelesen hast! <<

>> Glückwunsch… Sehtest bestanden. << schrieb er zurück und fragte sich sogleich, warum er es nicht einfach ignoriert hatte.

>> Ich weiß, sonst wäre ich ja nicht in der Lage gewesen dich aus diesem Meer von Durchschnittstypen herauszufischen ;P << kam es prompt zurück und Taehyung unterdrückte ein Seufzen. Der Kerl hatte ein tadelloses Selbstvertrauen.

>> Verrat mir lieber erstmal deinen Namen… Das hast du bei deiner Bettelaktion vorhin nämlich vergessen. << Etwas peinlich, dass ihm das erst jetzt auffiel, war es Taehyung schon. Aber hey, er hatte seine Nummer herausgegeben, ohne zumindest den Namen seines Gegenübers zu kennen. Musste man doch auch mal gemacht haben in einem richtigen Studentenleben! Wieder ein Punkt, den er vor seinem Abschluss zu schaffen hatte und nun streichen konnte. Eigentlich der ideale Zeitpunkt, um diese Nummer nun zu sperren.

>> Namjoon und mit wem habe ich das Vergnügen? <<

>> Das habe ich noch nicht entschieden… <<

>> Du hast noch nicht entschieden wie du heißt? Bist du beim FBI? <<

>> Möglich << Auch wenn das hier keine gute Idee war, machte es ihm zunehmend mehr Spaß Namjoon auflaufen zu lassen. Dem Film folgte er schon nicht mehr richtig, schaute zwar hin und wieder Richtung Fernseher, bekam aber nicht mit was sich dort abspielte.

„Was ist eigentlich mit deinem Hals passiert?“, riss Jimin ihn aus seinen Gedanken und ganz automatisch schob sich Taehyungs Hand über die Blutergüsse in seinem Nacken. Kurz kam Verlegenheit in ihm auf, doch mit der Erinnerung legte sich ein zufriedenes Lächeln auf seine Lippen. Der Gedanke von Seokjin markiert worden zu sein gefiel ihm, sehr sogar.

„Seokjin musste da was klarstellen“, erklärte er und zwinkerte Jimin frech zu. Immerhin war dieser der Grund für diese Klarstellung gewesen, auch wenn Taehyung weder das eine noch das andere bereute. Die blinkende Leuchte an seinem Handy zog erneut seine Aufmerksamkeit auf sich und Jimin war kurz vergessen.

>> Wie du meinst. Dann nenne ich dich halt Kaffeebönchen bis du mir was Besseres sagst. <<

„Trottel…“, entfuhr es Taehyung.

>> Echt kreativ! Jemanden nach dem Ort zu benennen an dem man sich getroffen hat. Wie bist du bloß auf diesen genialen Namen gekommen? <<

„Weiß Seokjin, dass du ihn so nennst?“, kam es von hinten und Taehyung drehte sich wieder um. Da hatte er wesentlich bessere Gesellschaft und ließ sich von einem frechen Gast nerven. Wie blöd war er eigentlich?

„Das ist er nicht, das ist ein Kumpel von mir und der… ist nun mal gerade ein Trottel…“, korrigierte Taehyung die Annahme und hatte eine Idee. Er wollte in der Sache mit Jimin und Yoongi endlich weiterkommen und nun hatte er hoffentlich einen Gesprächseinstieg gefunden.

„Oder wie würdest du einen Kerl nennen, der weiß, dass er betrogen wird und lieber seinem Freund hinterherrennt als Schluss zu machen?“, fragte er, den Blick nicht von Jimin abwendend. Er konnte deutlich sehen, dass die Worte saßen und ihn zum Nachdenken brachten.

„Wenn sie sich lieben, können sie das durchaus schaffen“, verteidigte Jimin diesen Idioten, dessen Namen Taehyung nicht nennen würde. Nichts anderes hatte er erwartet, Jimin war noch nicht soweit Jungkooks wahres Gesicht wahrhaben zu wollen. Aber der Samen des Zweifels war gesät und würde hoffentlich schnell keimen. Dennoch ließ das ängstliche Flackern in Jimins Augen Taehyungs Herz schwerer werden. Er mochte es nicht, wenn Jimin bedrückt war, dazu liebte er dessen Lächeln bereits zu sehr.

„Würde der Kerl ihn lieben, würde er es nicht immer wieder tun… mit wechselnden Partnern“, machte Taehyung einfach weiter und nahm Jimin damit die letzte Möglichkeit es schönzureden.

„Und was rätst du ihm jetzt?“, fragte er vorsichtig nach. Die Stimme schwach und ängstlich, fast als wolle sie brechen und Taehyung beschloss einzulenken.

„Gar nichts“, fauchte er genervt. Hasste sich ein weiteres Mal dafür Jimin nicht einfach die Wahrheit zu sagen und das hier zu beenden, aber er hielt sich an seinen Plan. Er hatte sich entschieden, da musste er jetzt durch und Jimin mit ihm.

„Er hat nicht nach meiner Meinung oder einem Rat gefragt, sondern ob ich Zeit habe. Leider darf ich mit ihm nicht über dieses Thema reden“, erfand er direkt eine Erklärung für sein Verhalten und blies resigniert die Luft aus. Schlug anschließend die Augen nieder, um sich nicht anmerken zu lassen, wie es wirklich ihn ihm aussah. Lieber blickte er wieder auf das Display und versuchte zu entscheiden was er mit Namjoon anstellen sollte.

>> Ich hätte noch haufenweise andere Namen, aber so wie ich dich einschätze würdest du mir die übel nehmen… << stand dort und Taehyung hatte einiges im Kopf was genau darunter fallen würde. Jeder einzelne wäre der direkte Weg die Nummer zu sperren. So betrachtet war der Name durchaus clever, wenn auch unkreativ.

>> Was ist jetzt? Kommst du morgen mit? Der Club soll der Wahnsinn sein! <<
Auf der Unterlippe kauend überlegte Taehyung was er tun sollte. Eigentlich hatte er wenig dagegen, außer dass es unter der Woche war, aber er war Student da gehörte das zum guten Ton. Andererseits hatte er aber bereits zwei Kerle, mit denen er jonglierte und er fraß einen Besen, wenn Namjoon wirklich nur an einer Freundschaft Interesse haben sollte.

>> Ich darf abends nicht allein raus, sonst versohlt mein Freund mir den Hintern. <<
Mit diesen Bildern beendete er für heute den Chat mit Namjoon, sollte der sich vorstellen, was er wollte, Taehyung hatte Besuch und um den wollte er sich kümmern. Immerhin hatte sich Jimin zur Seite und damit auf sein Kissen fallen lass, wohl ein klares Zeichen, dass er lieber schlafen als den Film schauen wollte.

„Bist du müde? Sollen wir schlafen?“, fragte Taehyung nach, kaum dass er das Handy hatte sinken lassen.

„Stört Seokjin das nicht?“, kam es unerwartet von Jimin. Taehyung zog überrascht die Augenbrauen hoch. Warum sollte es Seokjin stören, wenn sie sich schlafen legten? Jimins Blick zu seinem Nacken machten ihm klar, worauf der Blonde hinaus wollte.

„Solange ich nicht mit dir knutsche, ist alles in Ordnung“, grinste er augenzwinkernd und schaltete den Fernseher aus.

„Ihr habt das besprochen?“, wunderte sich Jimin.

„Klar… aber weißt du was? Er hat mich nicht gebeten nicht wild mit dir zu vögeln“, grinste er anzüglich und nickte dabei in Richtung Tür, brachte Jimin damit zum Lachen. Währenddessen machte es sich Taehyung neben ihm gemütlich, deckte sie zu und wünschte eine gute Nacht. Kaum war das Licht aus, ruckelte Jimin noch etwas neben ihm herum, dann kehrte Ruhe ein. Dennoch dauerte es noch eine geraume Weile bis der Atem des Blonden ruhiger wurde und noch mal länger bis auch Taehyung endlich ins Reich der Träume entglitt.
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