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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
28.06.2021
103
265.184
41
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Dieses Kapitel
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31.08.2020 2.820
 
Zweiter Akt - Dreiundzwanzigste Szene: Bleiben oder gehen?


Herzhaft gähnend verließ Taehyung die Personalumkleide und tauschte mit seiner Kollegin die Plätze. Geübt prüfte er die Auslage der Kuchentheke vor sich und machte sich daran die vorhandenen Stücke adrett anzurichten. Seine Kollegin warf ihm noch einen entschuldigenden Blick zu, nuschelte etwas von, 'Keine Sekunde zum Durchatmen gehabt.' und verschwand im Personalbereich. Taehyung glaubte ihr gerne, es war später Nachmittag, da war es immer voll. Nicht nur an den Tischen, auch am Tresen drängten sich die Menschen. Wollten Kaffee und Gebäck zum Mitnehmen kaufen. Taehyung konnte sich glücklich schätzen, dass sie den Ansturm erstmal abgearbeitet hatte und er sich hier für die nächste Welle rüsten konnte, ehe es losging.

Ein Kollege kam mit Nachschub, half ihm noch beim Auffüllen, dann verlangte der erste Kunde auch schon Taehyungs volle Aufmerksamkeit. Warum die Leute immer im Rudel kamen und nicht einfach mit einem kleinen Abstand nacheinander würde er zwar nie verstehen, aber so war es nun einmal leider. Schneller als es Taehyung lieb war stand eine lange Schlange vorm Tresen und er wirbelte zwischen Kuchen und Kaffee herum. Innerlich musste er grinsen, scheinbar hatte sein Tanztraining unerwartete positive Nebenwirkungen. Das Ganze hin und her ging ihm heute deutlich leicht von der Hand als früher. Lange konnte er sich darüber aber nicht freuen, die Schlage wurde einfach nicht kürzer und ein Kribbeln im Nacken verriet ihm, dass sein neuer 'Lieblingskunde' wieder da war.

Leider nicht Seokjin, das wäre zu schön gewesen, aber der hatte heute den ganzen Tag Uni und dann auch noch Probe bis mitten in die Nacht. Nein, den Kerl, bei dem sich seine Nackenhaare aufstellten, kannte er nicht. Hatte ihn nur schon einige Male hier gesehen und seine Blicke wahrgenommen. Mit seinen lila Haaren und dem Bandana, welches er zu tragen pflegte, war er sehr auffällig und bei seinen Kolleginnen durchaus beliebt. Nur leider waren diese nicht so beliebt bei ihm, wie es schien.

Anfangs dachte Taehyung noch der Kerl wäre auf eine von ihnen scharf, starrte er doch die ganze Zeit zum Tresen, wo sie sich immer wieder aufhielten. Bis ihm eines Abends, als es draußen schon dunkel wurde und die großen Scheiben zu spiegeln begannen, die Blicke aufgefallen waren, die nicht seinen Kolleginnen folgten, sondern ihm. Es war zwar nichts Neues für ihn angestarrt oder eben angeschmachtet zu werden, aber dennoch störte es ihn mit der Zeit. Der Typ sollte mal aus der Hüfte kommen und ihn ansprechen, das wäre weit weniger seltsam als immer nur dessen Blicke zu spüren. Zwar hatte er kein Interesse an ihm - Seokjin reichte ihm und da war ja auch noch der Mist mit Jungkook - aber klare Verhältnisse waren ihm doch lieb.

Über die Arbeit hinweg vergaß er immer wieder das unangenehme Gefühl, doch schlich es sich in jeder kleinen Pause in sein Bewusstsein zurück und machte ihn mürbe. Solange wie heute war der Typ noch nie geblieben. Warum konnte er nicht einfach austrinken und gehen? Taehyung konnte seine Schicht nicht so einfach abbrechen, er hatte nicht die Möglichkeit einfach abzuhauen, auch wenn er langsam mit dem Gedanken spielte sich krankzumelden. Unwohl genug fühlte er sich definitiv.

„Einen schwarzen Kaffee, ein Stück Apfelkuchen und deine Nummer bitte“, kam die nächste Bestellung und mitten in der Drehung zur Kaffeemaschine stockte Taehyung. Mit überraschtem Blick drehte er sich zurück und fand sich Auge in Auge mit seinem lilahaarigen Krankheitsgrund. Hatte er sosehr über ihn nachgedacht, dass er ihn heraufbeschworen hatte? Anders konnte er es sich nicht erklären, der lächelte auch noch so wissend. Ohne ein Wort zu sagen, drehte sich Taehyung wieder zur Kaffeemaschine, stellte den Becher bereit und startete das Programm. Machte sich dann geübt daran den Kuchen zu verpacken und pünktlich war der Kaffee fertig.

„Bitte schön. Einmal Kaffee schwarz und ein Stück unseres vorzüglichen Apfelkuchens.“
Beides stellte er auf den Tresen, nahm das gereichte Geld entgegen und rechnete ab.

„Da fehlt aber ein Teil meiner Bestellung“, merkte der Gast grinsend an. Taehyung schenkte ihm ein professionelles Lächeln und übte sich in Freundlichkeit.

„Tut mir sehr leid, aber dieser Teil ihrer Bestellung befindet sich nicht auf unserer Karte“, erwiderte er betont ruhig und tippte dann weiter auf der Kasse herum.
Der Kerl ließ sich aber nicht beirren, lehnte sich vertrauensvoll etwa vor, stützte dabei die Arme auf den Tresen, um Taehyung besser in die Augen schauen zu können.

„Ach komm schon, ich bin Stammkunde“, säuselte er zutraulich. Tat so als könne ihn kein Wässerchen trüben. Ein Blick über die Schulter des Gastes verriet Taehyung, dass gerade leider niemand hinter ihm stand, den er als Vorwand nehmen konnte, um ihn loszuwerden. Der zweite Blick ging an sein Gegenüber und der Eindruck des ach so anständigen jungen Mannes war Passe. Freiheitsliebend blitzte tätowierte Haut an seinen Armen und seinem Kragen unter dem Shirt und der Jacke hervor, welche durch sein Vorlehnen verrutscht waren. Der Kerl war eindeutig nicht so brav wie er gerade versuchte zu wirken. Nichts was Taehyung störte, er mochte es nur nicht, wenn man sich verstellte und anderen etwas vorgaukelte.

„Als Stammgast kennen sie unser Angebot dann doch sicher auswendig“, gab Taehyung abschließend zurück und überreichte seinem Gegenüber das Wechselgeld und die Bestellung in einer Tüte. Der aufdringliche Gast ließ es sich nicht nehmen beim Entgegennehmen Taehyungs Hand zu berühren, sie sogar leicht zu streicheln. Erschrocken zog Taehyung sie zurück und brachte den anderen damit zum Lachen.

„Warum denn nicht? Ich verlange doch nicht deine Kontodaten, nur deine Handynummer. Du brauchst dich auch nicht mit mir zutreffen, nicht einmal schreiben“, schnurrte er mit einem Funkeln in den Augen.
Die Augenbraue skeptisch hochziehend lehnte sich Taehyung etwas zu dem unverschämten Kerl vor.

„Warum sollte ich sie dir dann geben?“

„Weil du es wollen wirst“, versprach dieser verheißungsvoll und Taehyung entkam ein genervtes Seufzen.

„Du hast ja ein fabelhaftes Selbstvertrauen“, murmelte er mehr zu sich, doch sein Gegenüber lachte leise auf.

„Sei doch ehrlich, du bist gar nicht abgeneigt. Und was hast du schon zu verlieren? Eine Nummer mehr die du blockierst?“

„Das ist trotzdem Aufwand.“

„Aber der könnte sich lohnen.“

„Ich habe einen Freund“, raunte Taehyung verschlagen grinsend und genoss den kurzen Moment als sein Gegenüber überrascht wirkte. Dann fand dieser sein freches Grinsen wieder und lehnte sich erneut zu Taehyung vor, wurde etwas leiser, damit andere nicht hörten, was er sagte.

„Ich habe auch nur nach deiner Nummer gefragt und nicht nach einem Quickie.“

„Was willst du mit der, wenn nicht das?“

„Man kann auch auf viele andere Arten und Weisen Spaß haben. Ich bin neu hier und suche noch Kontakte. Am besten bin ich bisher immer damit gefahren die Leute anzusprechen, die ich interessant fand.“

„Und da ist dir kein Besserer aufgefallen als ich?“

„Nein. Und ich saß echt lange hier und habe mich umgeschaut. Aber du bist mit Abstand der Beste hier“, kam es mit einem Augenzwinkern zurück. Langsam bröckelte Taehyungs Widerstand. Im Grunde hatte der Kerl recht, er konnte ihn sperren, wenn er ihn nervte und der würde wohl auch erst Ruhe geben, wenn er seine Nummer hätte oder der Laden schloss und bei Zweiterem wäre er sich nicht mal so sicher.
Grummelnd griff Taehyung in seine Schürze, kritzelte seine Nummer, extra unleserlich, auf seinen Bestellblock und stopfte das Stück Papier in die Tüte zu dem Kuchen.
„Und jetzt raus hier, ich will weiter arbeiten.“

Wenigstens war seine restliche Schicht nicht mehr ganz so nervenaufreibend, auch wenn er reichlich zu tun hatte und immer wieder glaubte nicht hinterherzukommen. Tapfer kämpfte er sich durch, machte kleine Fehler mit einem breiten Lächeln und seinem Charm wett. Dennoch war er erleichtert als er sich endlich wieder in den Personalraum zurückziehen konnte und die Schürze loswurde.

Schnell checkte er noch sein Handy, wollte sichergehen, dass Jimin nicht abgesagt hatte. Sie hatten sich heute Morgen erst zum Filmegucken verabredet, nicht dass dem Blonden nun doch eingefallen war, dass er leider keine Zeit hatte. Dem war zum Glück nicht so und Taehyung startete seine Bettelattacke bei seinem Chef. Glücklich und mit einigen Stücken Kuchen beladen machte er sich schließlich auf den Weg nachhause, überlegte dabei schon, was er alles noch so mit Jimin anstellen wollte. Die Filme waren immerhin nur ein Vorwand, denn egal wie knisternd die Spannung zwischen Jimin und Yoongi auch sein mochte ohne Unterstützung, oder eben aggressives Schubsen, wurde das nichts! Er war schon fast versucht die beiden einfach aneinanderzuketten und den Schlüssel so lange zu verstecken bis sie es einsahen. Nur leider würde Yoongi ihn dafür umbringen, egal wie richtig er auch liegen mochte und er hing am Leben.

Das schrille Kreischen seines Handys ließ ihn, kaum daheim angekommen, aber wieder die Augen verdrehen. Was wollte der denn jetzt? Für Lügner hatte er gerade keine Zeit und keinen Nerv. Dennoch schaute er nach was Jungkook ihm geschrieben hatte und konnte sich ein boshaftes Grinsen nicht verkneifen. Der Jüngere wollte vorbeikommen. Wäre sicher witzig ihn solange dazubehalten bis Jimin auftauchte. Das Gesicht wäre sicher göttlich. Jungkooks zumindest, bei Jimin war er sich nicht ganz sicher, ob er das wirklich sehen wollte…

Er schrieb zurück, stellte den Kuchen auf dem Küchentisch ab und inspizierte den restlichen Raum. So sauber wie lange nicht mehr, da hat aber jemand einen gehörigen Anschiss bekommen.

Keine fünf Minuten später klingelte es auch schon. Er konnte gar nicht so schnell an der Tür sein, wie sein Mitbewohner schon wieder zu meckern begann, Besuch sei nicht erwünscht. Auch wenn Taehyung ihm in diesem Fall zustimmen musste, verdrehte er nur die Augen und öffnete. Ein etwas geknickter Jungkook stand vor ihm und lächelte ihn geschafft an.

„Du siehst nach einem langen Tag aus“, begrüßte Taehyung ihn, wurde zur Antwort sanft geküsst und in eine feste Umarmung gezogen.

„Sehr lang und sehr ätzend“, bestätigte Jungkook und eine Ahnung keimte in Taehyung mit wem der Jüngere heute geredet hatte, besonders da er mal wieder nach Jimins Shampoo roch.

„Na dann kommst du ja gerade richtig, ich hatte einen entspannten Abend im Sinn“, erklärte Taehyung munter und zog den Jüngeren hinter sich her in sein Zimmer. Jungkook folgte ohne jedes Widerwort. Schlang ihm die Arme um den Bauch, kaum dass sich die Tür hinter ihnen schloss und hauchte ihm feine Küsse auf den Hals.

„Du bleibst über Nacht?“, säuselte Taehyung leise. Sein verschlagenes Grinsen konnte der Jüngere zum Glück nicht sehen.

„Das war mein Plan“, raunte dieser, knabberte sacht an Taehyungs Ohr und jagte ihm einen Schauer über den Rücken.

„Was hältst du von einer erfrischenden Dusche? Ich bin ganz verschwitzt von der Arbeit.“
„Ich mag es, wenn du verschwitzt bist“, entgegnete Jungkook verführerisch, erhob aber keine Einsprüche als sich Taehyung leise lachend von ihm losmachte und das Zimmer Richtung Bad verließ.

Dort angekommen schloss Jungkook vielsagend grinsend die Tür hinter ihnen ab und half Taehyung nur zu gerne aus seinen Klamotten. Zog sich anschließend selbst aus während der Ältere bereits das Wasser anstellte und die ersten warmen Strahlen genoss. Schon war er wieder bei ihm, legte ihm die Arme um die Taille und verwickelte seine Lippen in einen intensiven Kuss. Taehyung seufzte leise auf, krallte die Hände in Jungkooks Haar und zog ihn näher, presste sich nebenbei an ihn. Jungkooks Bein drückte sich zwischen Taehyungs Schenkel, rieb leicht gegen ihn und ließ ihn verhalten in den Kuss keuchen, während ihre Zungen sich umspielten.

Besitzergreifend legten sich Jungkooks Hände auf Taehyungs straffen Hintern, massierten ihn während das Wasser unaufhörlich auf sie niederprasselte. Die Luft im Raum war schwül und stickig und beiden wurde zunehmend wärmer, heißer. Willig pressten sie sich aneinander und Taehyung entfuhr ein dunkles Stöhnen, als Jungkook seine Lippen entließ und sich zu seinem Hals hinab küsste.

Ein eisiger Schauer lief dem Älteren über den Rücken, als ihm einfiel, wie sein Nacken aussah. Noch war es zu früh, um Jungkook mit der Sache mit Seokjin fertigzumachen, es musste noch eine kleine Weile geheim bleiben.

„Kookie…“, hauchte er erregt. Hört ein leises Brummen und der Blick des Jüngeren hob sich wieder, traf ihn verträumt und Taehyung musste ein Schnauben unterdrücken. Jungkook war gut, wirklich gut, selbst in so einer Situation konnte er so gut schauspielern. Taehyung konnte die wachsende Erregung des anderen an seinem Bein spüren und der hatte noch Konzentration für falsche Spiele. Man konnte über ihn sagen was man wollte, aber seine Selbstbeherrschung war erste Klasse.
„…das geht nicht“, machte Taehyung weiter und versuchte sich aus dem festen Griff zu lösen, wurde aber nicht gelassen. Schon lagen die verführerischen Lippen wieder auf seinen und Jungkooks Hände schienen überall zu sein, besonders da wo er am empfindlichsten war.

„Ich meins ernst…“, setzte Taehyung erneut an, drehte das Gesicht zur Seite als Jungkook ihn erneut am Sprechen hindern wollte. „… Bald kommt eih-ein Freund vorbei… ahh… der will uh-uns sicher nicht beim… Vögeln beobachten“, brachte er erstickt heraus. Jungkook war einfach nur unfair. Seine halbharte Erektion zu verwöhnen, während er versuchte seine Fassung zu bewahren, also wirklich!

Doch kaum waren die Worte heraus verschwanden die geschickten Finger und Taehyung konnte wieder klar denken. Kurz spielte er mit dem Gedanken das Wasser auf Kalt zu stellen und setzte diesen auch postwendend um. Mit einem spitzen Schrei machte Jungkook einen Satz nach hinten, während Taehyung sich ungestört abseifte und wieder fokussierte.

„Ich dachte, du hast Zeit für mich!“, beschwerte sich Jungkook schwach. Sah aber ein, dass Taehyung ihn heute nicht mehr ranlassen würde und jeder Versuch vergeblich wäre. Lieber versuchte er es mit Schmollen und rang Taehyung nur ein müdes Lächeln und etwas Übelkeit ab.

„Habe ich doch auch. Meinen Kumpel wird es nicht stören, wenn du mit von der Partie bist“, erwiderte er locker, drehte das Wasser ab und griff nach seinem Handtuch. Jungkook beobachtete ihn noch immer unzufrieden und er konnte sehen wie hinter dessen Stirn die Gedanken rasten.

Ja Kookie, wie kommst du nun aus der Nummer wieder raus? Eben hast du noch gesagt du hast Zeit und nun willst du nur noch Weg. Viel Spaß beim Grübeln.

Zumindest hatte Taehyung Spaß, während er das Handtuch weiterreichte und sich die Haare durchkämmte. In gemütlichen Klamotten und mit nassen Haaren verließ er das Bad schließlich, gefolgt von Jungkook. Dieser sah noch immer nicht zufriedener aus, hatte wohl bisher keine brauchbare Lüge gefunden.

Zurück in seinem Zimmer schmiss sich der Jüngere direkt auf Taehyungs Bett, kuschelte sich in die Kissen, während dieser etwas Ordnung schaffte. Nicht viel, nur eben so, dass er sich vor Jimin nicht schämen musste.

„Tae?“, kam es zögerlich vom Bett und als er sich umdrehte, saß Jungkook im Schneidersitz und musterte ihn nachdenklich. Oh, da war wohl einer fertig mit nachdenken und wollte einen auf einfühlsam machen. Jetzt wurde es spannend, oder auch nicht. Taehyung würde es ihm auf jeden Fall nicht leicht machen.
„Ich sollte besser gehen. Wenn du schon einen Abend mit einem Freund geplant hast, störe ich doch nur“, schlug Jungkook, in erwartet aufopferungsbereiter Manier, vor. Taehyung legte jedoch nur den Kopf schief und blickte ihn an, machte ihm klar, dass er nicht verstand was der andere meinte.

„Warum? Wie gesagt, du würdest nicht stören und wir könnten den Abend zusammen verbringen.“

„Ich kenne dich doch, du willst die halbe Nacht Filme schauen und für drei wird es hier reichlich eng“, erwiderte Jungkook, deutet dabei auf das Bett und brachte Taehyung dazu unbeherrscht zu schnauben. Gut, er hatte zwar recht, dass er Jimin über Nacht dabehalten wollte und das Bett für drei zu klein war. Aber dennoch war die Begründung schlecht und einfach nur eine Ausrede!

„Warum willst du meinen Freund nicht kennenlernen?“, fragte er direkt zurück und Jungkooks Augen weiteten sich kurz, bevor sein Blick sanft und einfühlsam wurde. Damit verpasste er Taehyung eine neue Welle von Übelkeit. Er fühlte sich hier ja schon fast wie eine Schwangere in den ersten Wochen.

„Darum geht es doch gar nicht. Du hattest einen anstrengenden Tag und willst ihn gemütlich ausklingen lassen. Da will ich mich nicht dazwischen drängen, du hast deine Entspannung wirklich verdient“, erklärte Jungkook liebevoll, stand nebenbei auf und kam auf Taehyung zu. Sanft streichelte er ihm die Wange, schenkte ihm ein Lächeln und Taehyung stellte seinen Widerstand ein. Nicht weil er überzeugt war, dass Jungkook es ernst meinte, er wusste es immerhin besser, er ertrug nur dieses falsche Spiel schlicht nicht mehr. Sie wollten doch gerade das Gleiche, dass Jungkook hier verschwand und das besser sofort als gleich. Ein Blick auf die Uhr verriet Taehyung, dass Jimin in gut zehn Minuten hier sein würde und der Blonde war ja leider so schrecklich pünktlich.

„Auch wieder wahr. Ich will dich aber nicht rausschmeißen“, versicherte Taehyung gespielt unsicher, brach den Blickkontakt betreten ab. Leicht zuckte er zusammen als Jungkooks Finger an sein Kinn glitten und sein Gesicht soweit anhoben, damit sie sich wieder in die Augen schauen konnten.

„Das tust du doch gar nicht“, erwiderte Jungkook milde und küsste ihn sacht auf die Lippen. Lächelte ihn wieder verträumt an und Taehyungs Magen zog sich zusammen. Er ahnte was nun kam und hätte sich am liebsten die Ohren zu gehalten.

„Ich liebe dich.“
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