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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
19.04.2021
93
232.491
33
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02.03.2020 2.764
 
Erster Akt – Vierunddreißigste Szene: Schwere Gedanken


Ein entferntes Donnergrollen hallte zu ihm herunter, ließ ihn träge den Blick heben und die dunklen Wolkenberge am Himmel mustern. Monoton starrte Jimin sie an, folgte mit den Augen ihren Formen, suchte nach dem Rand der grauen Masse und fand ihn nicht. Ein bitteres Lächeln schlich sich bei diesem Anblick auf seine Lippen, spiegelte der Himmel doch seine eigenen Gedanken wider. Grau und trüb hingen sie über ihm, ließen ihn an allem zweifeln was er vor noch nicht allzu langer Zeit für richtig gehalten hatte.

Der Wind frischte auf, trug einen feinen Nebel aus salziger Gischt bis zu ihm. Träge senkte er den Blick auf die aufgewühlten Wellen, die immer energischer auf den menschenleeren Strand drängten. Sich scheinbar versuchten zu ihm vorzuarbeiten und ihn zu verschlingen, obwohl er sich im ausreichenden Abstand zur Wasserkante im weichen Sand niedergelassen hatte.

Jimin mochte die Schönheit der Wellen, ihre reine, erbarmungslose Kraft. Frei von jeglichen Gefühlen und so klar wie nur die Naturgewalten selbst sein konnten. Wellen wussten immer was sie zu tun hatten, was die Kräfte, die sie antrieben von ihnen erwarteten. Gerade wünschte er sich eine Welle zu sein, denn er wusste es nicht. Wusste nicht was von ihm erwartet wurde. Wusste nicht einmal welche Kraft ihn antrieb.

Sein Blick verlor sich in der Ferne, wurde auch von dem Wetterleuchten, welches die dunkler werdenden Wolken durchzog, nicht abgelenkt, während seine Gedanken wieder zu Jungkook wanderten. Der Jüngere hatte ihm geschrieben… oft.

Immer mit neuen Versuchen eine Lösung in ihrer festgefahrenen Situation zu erwirken und hatte selbst eingesehen, dass das alles Luftschlösser waren, das alles nicht funktionieren würde. Jimin hatte nicht geantwortet, alles stumm gelesen und sich sehnlichst gewünscht, dass einer dieser Vorschläge funktionieren könnte. In Gedanken ging er sie immer und immer wieder durch, wollte nichts auslassen, ehe er sich der einzigen überbleibenden Möglichkeit stellte.

Sie hatten nie eine Chance gehabt.

Diese Erkenntnis hätte befreiend sein sollen, tat jedoch einfach nur weh. Etwas tief in ihm hatte es gewusst, hatte sich Yoongi ausgesucht, um es ihm klarzumachen und ihn auf diesen Weg zu führen. Dieses Etwas war es auch, was ihm unermüdlich sagte, dass es so wie es war richtig war. Dennoch war der Schmerz präsent. Was hatte er auch erwartet? Er trennte sich von seiner ersten großen Liebe, mit der er bewegte Jahre hinter sich hatte und ging lächelnd zum Nächsten?

Es war dumm, aber er hatte es ein wenig gehofft. Hatte gehofft von diesen Gefühlen, die ihn gerade von Innen auffraßen, verschont zu bleiben. Traurig verzog er den Mund und drückt das Gesicht auf seine Knie, welche er, von seinen Armen umschlungen, an den Körper gezogen hatte. Er machte sich klein, versuchte sich vor allem zu verstecken und konnte es nicht. Seine Gefühle, besonders die Schuld, fanden ihn ohne jede Gnade. Prügelten auf ihn ein und er hatte nichts womit er sich schützen konnte.

Ein lauter Donner rollte über den Horizont und der Himmel öffnete seine Schleusen. Eisige Tropfen fielen aus den schweren Wolken. Groß und zahlreich erreichten sie die Erde. Binnen Sekunden sog sich Jimins Kleidung mit dem kühlen Nass voll, verursachte eine Gänsehaut auf seinem Körper. Dennoch hob er verwirrt das Gesicht, verstand nicht ganz was gerade geschah, war noch zu vertieft in seinen eigenen Gedanken.

Der Himmel weinte.

Ein Lächeln legte sich auf die Lippen des Blonden. Der Himmel vergoss all die Tränen, die er sich selbst verboten hatte. Der Himmel weinte für ihn.

Sich seltsam geborgen fühlend, in dem Vorhang aus eisigen Tränen, bemerkte Jimin nicht, dass die Nässe auf seinem Gesicht nicht mehr nur aus den Wolken stammte. Nur, dass sich sein Herz immer leichter und freier anfühlte, nahm er wahr.

Einsam und verlassen, im nassen Sand, am menschenleeren Strand weinte er vor sich hin, bis er wieder frei amten konnte. Sich ein verwirrtes Lachen aus seiner Kehle stahl.

„Was mache ich bloß hier? Es schüttet wie aus Eimern“, schollt er sich selbst und rappelte sich mühsam auf. Seine Glieder waren steif, nicht nur von der Kälte, die sich mit jedem Tropfen tiefer in seine Knochen gefressen hatte. Ein Blick auf seine Uhr ließ ihn überrascht blinzeln, es war später Nachmittag. Er war am frühen Morgen an den Strand gegangen, um den Kopf freizubekommen. So wie die Vortage auch, nur war er sonst früher abgehauen, da der Strand sich zunehmend gefüllt hatte. Bei dem warmen Frühlingswetter nichts Ungewöhnliches, nur heute war er allein geblieben, dem Regen sei Dank, der ihn überrascht hatte. Einen dankbaren Blick in den Himmel richtend, zog er die Stirn in Falten. Das Wetterleuchten wurde stärker und auch der Donner grollte häufiger, dazu frischte der Wind stetig mehr auf. Ein Sturm zog vom Meer her heran und Jimin machte sich mit schnellen Schritten auf den Weg. Er war hier aufgewachsen und wusste, dass dieser Sturm binnen Minuten direkt über ihm sein konnte und das wollte er nicht erleben. Regen war nicht weiter schlimm, aber Wind und Blitze waren da schon etwas anderes.

In großer Eile erreichte er sein Elternhaus und drückte die Tür mühevoll hinter sich zu, als die ersten Sturmböen sie aufzudrücken versuchten. Gerade noch rechtzeitig hatte er das Haus erreicht, der Regen peitschte nun heftig gegen das Fenster und seine Mutter betrachtete erst dies als sie in den Flur trat.

„Du bist ja klitschnass!“, stellte sie besorgt fest, als sie sich zu ihrem Sohn drehte. „Geht’s dir gut? Ist was passiert?“

Jimins Lippen verzogen sich zu einem feinen Lächeln. Mütter, denen konnte man einfach nichts vormachen.
„Alles in Ordnung, mich hat nur der Regen überrascht“, erklärte er lahm, während er aus den nassen Schuhen schlüpfte und zusammenzuckte als sich ein flauschiges Handtuch über seinen Kopf legte.

„Muss ein schwerer Schock gewesen sein, es regnet seit gut zwei Stunden“, erwiderte seine Mutter und sah ihn mahnend an. Sie hatte Jimin oft gefragt was los war, seit er vor drei Tagen spontan zu Besuch gekommen war. Der Blonde hatte sie um Geduld gebeten, um Zeit sich zu fangen und sie hatte widerstrebend zugestimmt. Nutzte dennoch jede Möglichkeit, um etwas aus ihm herauszubekommen.

„Ach deshalb ist mir so kalt“, gab Jimin sich unwissend und seine Mutter schnaubte unwillig.

„Geh duschen und komm in die Küche, das Essen ist gleich fertig“, befahl sie und wollte sich schon abwenden, doch Jimin hielt sie verwirrt zurück.

„Jetzt schon? Und was ist mit Papa?“, wollte Jimin verwundert wissen, es war eindeutig zu früh.

„Du bist ohne Frühstück aus dem Haus und ohne was zu essen gehst du mir nicht nochmal ins Bett!“, erwiderte sie streng und Jimin bemerkte erst auf dem Weg die Treppe hinauf zum Bad, dass sie einen Teil der Frage nicht beantwortet hatte.

Frisch geduscht und aufgewärmt stand er schließlich wieder in der Küche und musste sich zusammenreißen seiner Mutter nicht zu helfen. Sie hasste es, wenn man dies Tat. Die Küche war ihr Refugium und jeder andere nur ein Gast, der sich an ihre Regeln zu halten hatte.

„Was ist mit Papa?“, wollte Jimin schließlich wissen, als er den verbissenen Ausdruck seiner Mutter nicht länger ertrug.

„Er ist noch auf der Arbeit“, gab sie genervt seufzend zurück. „Und er wird heute wohl nicht mehr her kommen. Das macht er in letzter Zeit oft, schläft dort in einem der Hotels und arbeitet bis zum Umfallen. Das geht wohl noch einige Wochen so, dann muss irgendein Projekt fertig sein.“

„Du denkst doch nicht, dass er…“ Jimin konnte diesen spontanen Gedanken nicht aussprechen. Das war etwas, was er seinen Eltern einfach nicht zutraute. Aber war das nicht normal bei den eigenen Eltern?

„Mich betrügt?“, vollendete seine Mutter belustigt die Frage und grinste ihn siegessicher an. Sofort beruhigte sich alles in Jimin, den Blick kannte und hasste er von Zeit zu Zeit. War es doch eben jener, der ihm immer klargemacht hatte, dass seine Mutter ganz genau wusste, was er für Unsinn angestellt hatte.

„So dumm ist er nicht. Für ein kleines Abenteuer mich aufzugeben! Er weiß was er an mir hat“, erklärte sie mit einem bescheidenen Anflug von Selbstzufriedenheit. Jimin lachte leise auf und seine Mutter zwinkerte ihm verschwörerisch zu. Sie hatte ihm einmal erzählt wie sie seinen Vater kennengelernt hatte und wie viel Mühe es ihn gekostet hatte sie für sich zu gewinnen. Es hatte sich für seinen Vater gelohnt, egal bei welcher Krise, seine Frau hatte immer hinter ihm gestanden, ihm den Kopf gewaschen, wenn es nötig war und ihm gut zugeredet, wenn er den Mut verlieren wollte. Sie waren ein Team, welches sich liebte, respektierte und auf den andere Rücksicht nahm.

Wehmut erwuchs in Jimins Brust, er hatte immer gedacht, dass er und Jungkook auch so seien, dass es nicht so war, tat weh. Ob der Jüngere etwas dafür konnte oder nicht war egal, er war nicht da gewesen, wenn Jimin ihn gebraucht hatte, wieder und wieder hatte er ihn allein gelassen. Jimin wusste, dass er nicht übertrieben anhänglich war und selbst wenn, es musste passen. Partner mussten sich ergänzen und er und Jungkook waren doch zu verschieden. Egal wie sehr sie sich bemüht hatten sich zu ergänzen.

„Ich hätte ihn nur grade gerne da. Immerhin sitzt mein Sohn ihr rum, ist am Boden zerstört und der Elternteil, mit dem er über so etwas redet, hockt auf der Arbeit und pennt wahrscheinlich gerade mit dem Kopf auf der Tastatur“, empörte sie sich gespielt, während sie sich zu Jimin an den Tisch setzte und ihm eine Schale Reis reichte.

„Tut mir leid“, murmelte Jimin schuldbewusste. Er wusste selbst nicht so genau warum er lieber mit seinem Vater sprach, vielleicht weil dieser einfach nur zuhörte und hinterher eine einfache Frage stellte. 'Was willst du jetzt mit deinen Erfahrungen machen?'
Es war nicht das Gleiche sich diese Frage selbst zu stellen. Sich nicht vorher alles von der Seele zu reden machte es unmöglich sie zu beantworten und das konnte er nur bei seinem Vater.

„Muss es nicht. Es ist deine Entscheidung und ich kann dich ja verstehen, ich bin manchmal etwas vorschnell mit meinem Mundwerk“, erwiderte sie lächelnd, dennoch bat ihr Blick darum, dass Jimin doch endlich sein Schweigen brechen möge.

Tief luftholend überlegte der Blonde. Wo könnte er anfangen? Was war wichtig?
„Ich habe mich von meinem Freund getrennt“, berichtete er schließlich stockend. Seine Mutter riss die Augen auf, wollte schon etwas sagen und aß doch lieber erstmal ein Stück Karotte.

„Ich muss dich enttäuschen, ich habe nicht Schluss gemacht, weil ich gemerkt habe doch nicht schwul zu sein“, seufzte Jimin leicht genervt. Noch so ein Grund, warum er so etwas nicht gerne mit seiner Mutter besprach. Seine Eltern hatte es anfangs nicht gut aufgenommen, dass er auf Männer stand, es aber akzeptiert. Sein Vater überraschenderweise mehr als seine Mutter. Er hatte Jimin irgendwann gesagt, dass er mitbringen soll wen auch immer sein Herz für richtig halte, er habe das bei seiner Mutter schließlich auch getan, nur wenn der männlich ist, solle er das bitte mit Ankündigung tun. Eine Bedingung die Jimin ohne Probleme einhalten würde, er hielt nichts davon seinen Partner den Eltern alla 'Schaut mal wer da ist!' vorzustellen, das wäre für keine Seite gut. Seine Mutter hatte mehr Probleme bei dem Thema, zwar akzeptierte sie es im Großen und Ganzen, hatte aber dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es nur eine Phase war und sie irgendwann eine hübsche, liebenswürdige Schwiegertochter bekam.

„Schade…“, murmelte sie ehrlich traurig in ihr Glas, mied den Blick ihres Sohnes.
„Mama!“, entfuhr es Jimin eine Spur zu laut. Seine Mutter zuckte zusammen, verzog die Lippen zu einem schuldbewussten Lächeln.

„So meine ich das nicht. Du solltest mit dem zusammen sein zu dem dein Herz dich zieht, nur…“, sie verstummte, bekam aber verräterisch rote Wangen und Jimin hob abwartend die Augenbraue.

„… ist es so verwerflich, dass ich gerne Oma werden würde?“, platzte es dann aus ihr heraus. Ihr Blick dabei war so voller kindlicher Unschuld, dass Jimin kurz stutzte und dann in schallendes Gelächter ausbrach. Es tat gut, so gut wie nichts in den letzten Wochen. Diese Situation war einfach so absurd, dass es vielleicht genau diese Konstellation aus seltsamen Faktoren war, die er gebraucht hatte, um für einen kurzen Moment alles zu vergessen und etwas Abstand zu seinem eigenen Leben zu nehmen.

Da hatte er die schlimmste Gefühlskrise seines Lebens und seine Mutter entschuldigte sich dafür sich Enkelkinder zu wünschen.
„Ach Mama“, kicherte Jimin, drückte seine Mutter an sich und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Sie funkelte ihn schelmisch an und hob fragend die Augenbraue, doch Jimin schüttelte nur den Kopf.
„Dass ich mir eine Frau suche schließe ich mal aus, alles andere kann man auch anders Regeln“, erwiderte er noch immer glucksend. „Wenn ich älter bin!“, fügte er noch schnell an als er das glückliche Funkeln in den Augen seiner Mutter sah. Er war eindeutig noch zu jung, um sich über Kinder Gedanken zu machen.

„Auch gut. Da wir das geklärt haben können wir zurück zum eigentlichen Thema kommen“, lenkte seine Mutter ein und Jimin wusste, dass sie nachher noch mit seinem Vater telefonieren würde. Sollte sie, so glücklich wie sie gerade aussah sollte sie es teilen können.

„Du hast einen anderen und deshalb schlussgemacht“, stellte sie nüchtern fest, als Jimin nicht schnell genug antwortete und diesem blieben die Worte im Hals stecken. Treffer versenkt oder wie sollte man das nennen?

„Fast“, bestätigte Jimin und überlegte wie er das ausdrücken sollte.
„Ich habe jemanden kennengelernt und dadurch langsam realisiert, dass meine Beziehung mir nicht gutgetan hat.“

Seine Mutter hörte ihm aufmerksam zu, nickte hin und wieder.
„Und was quält dich daran so?“, stellte sie die Frage die Jimin nicht so recht beantworten konnte.

„Ich fühle mich wohl schuldig. Mein Ex steckt in einer blöden Situation, aus der er erstmal nicht herauskommt und ich lasse ihn darin auch noch allein… es ist… keine Ahnung.“ Jimin verstummte, zuckte hilflos mit den Schultern und sah seine Mutter fragend an.

„Jimin, mach dir eins bitte klar. Du lässt niemanden einfach so im Stich, weil dir gerade der Sinn danach steht. So haben wir dich nicht erzogen und so bist du auch einfach nicht. Wenn du beschließt, gehen zu müssen, dann, weil du längst hättest gehen sollen! Du hast schon immer dazu geneigt anderen über deine eigene Schmerzgrenze hinaus zu helfen, eine löbliche aber bisweilen auch dumme Eigenschaft. Dich selbst kaputtzumachen hilf niemanden und jemandem der dich liebt schon gar nicht.“

Jimin presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, fand sich in den Worten seiner Mutter zu sehr wieder, um sie abstreiten zu können und wollte die Erleichterung nicht recht zulassen, die über ihn hereinzubrechen versuchte. Schließlich nickte er und wand sich wieder seinem Essen zu, beschäftigte sich lieber damit als mit den neugierigen Augen seiner Mutter. Er musste das alles erst einmal sacken lassen.

„Was ist mit dem anderen? Den denn du kennengelernt hast?“, brach sie schließlich das Schweigen, hatte selbst kaum etwas gegessen, war zu sehr darauf konzentriert ihren Sohn im Auge zu behalten. Dessen Wangen begannen schlagartig zu brennen als er an Yoongi dachte.

„Ich weiß nicht so recht… ich mag ihn irgendwie…“, stammelte Jimin verlegen vor sich hin und mied den Blick seiner Mutter. Diese prustete belustigt und legte im beruhigend die Hand aufs Knie.

„Du siehst gerade nicht so aus als wüsstest du es nicht. Eher als wolltest du es dir nicht eingestehen.“

Ertappt biss sich Jimin auf die Unterlippe. Solange er noch mit Jungkook in einer Beziehung war hatte er sich nicht erlaubt allzu genau über seine Gefühle für Yoongi nachzudenken, doch seine Mutter hatte recht. Er war verknallt in den Rothaarigen, das wusste er, verdrängte es nur noch immer, obwohl der Grund hierfür entfallen war.

„Aber… ich weiß doch gar nicht was er… w-was er darüber denkt“, murmelte Jimin, schaffte es nicht den wissenden Blick seiner Mutter mehr als einige Momente zu erwidern. Ihr Blick machte klar, dass sie ganz genau wusste, was in ihrem Sohn vorging.

„Dann finde es heraus. Sprich mit ihm und finde es raus.“

Jimin nickte stumm. Recht hatte sie, vom Grübeln würde er Yoongis Meinung nicht erfahren und wenn er an ihr letztes Treffen dachte, war es eigentlich eindeutig wie der andere zu ihm stand. Nur würde er es gerne klar gesagt bekommen und leider war er so unendlich feige, dass er sich lieber zu seiner Mama verkrümelte, als ihn einfach zu fragen. Er war wohl doch noch nicht ganz so erwachsen wie er sich gerne fühlte, musste er sich selbstkritisch eingestehen und fasste einen Entschluss.

Mit einem dankbaren Lächeln auf den Lippen sah er seiner Mutter wieder in die Augen und beide wussten, dass er die Nacht, trotz des Sturms, nicht mehr hier verbringen würde.
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