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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
10.05.2021
96
239.968
34
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.12.2019 2.109
 
Erster Akt - Fünfundzwanzigste Szene: Frühstück zu dritt


Grummelnd hob Jimin langsam die Lider, schloss sie schnell wieder als die Helligkeit in seine Augen stach. Stöhnend drehte er sich um, drückte sein Gesicht ins Kissen, um dem bösen Licht zu entkommen. Ein leises Kichern erklang neben ihm und der tiefe Klang der Stimme ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Kurz musste er überlegen wo er war, dann fiel es ihm wieder ein und er entspannte sich.

„Lass mich Tae, ich bin noch müde“, grummelte er halb ins Kissen. Ein weiteres Lachen erklang und eine Hand fuhr ihm sachte durchs Haar. Ein genießendes Brummen entfuhr ihm und die Finger kraulten ihn sanft. Der Schlaf fiel nach und nach von ihm ab und entspannt öffnete er die Augen wieder, drehte sich auf den Rücken, um in Taehyungs grinsendes Gesicht zu blicken.

„Ich habe was zum Frühstücken geholt. Komm in die Küche, noch ist der Kaffee heiß“, versprach Taehyung und erhob sich wieder vom Bett, zwinkerte ihm nochmal frech zu und verließ das Zimmer.

Jimin setzte sich auf, fuhr sich durch die zerzausten Haare, versuchte sie etwas zu bändigen und streckte sich erstmal ausgiebig. So konnte ein Morgen doch wirklich beginnen, gut ausgeschlafen und mit einem Frühstück, das bereits auf einen wartete. Nachdenklich warf er seinen Sachen einen Blick zu, er trug noch immer die Klamotten von Taehyung und beschloss, dass er auch in dem geliehenen T-Shirt und der Jogginghose in die Küche konnte. Zwar waren ihm die Sachen etwas zu groß und er versank fast darin, aber das würde schon gehen.

Kaum das Schlafzimmer verlassen und die Küche betreten bereute er diese Entscheidung mit jeder Faser seines Körpers. Er hatte nicht auf die Stimmen geachtet, dachte es sei das Radio oder der Fernseher, aber tatsächlich saß Taehyung gemeinsam mit Yoongi am Tisch und unterhielten sich munter. Yoongis Augen wurden groß als er nun verschlafen und zerknautscht in der Tür stand und Jimin überlegte was peinlicher war. Sich so wie er war zu den anderen zu setzen oder peinlich berührt den Rückzug anzutreten und sich erst noch frischzumachen. Sein Magen zog ihn zu dem gedeckten Tisch und schließlich beschloss er, dass nichts dabei war, er war vollständig angezogen und Yoongi hatte ihn eh schon gesehen. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Dumm nur, dass sich langsam das Blut in seinen Wangen sammelte und er sich mit rosa Bäckchen auf dem Stuhl neben Taehyung fallen ließ, eine Begrüßung an den Älteren murmelnd.

Taehyung sprang hocherfreut auf, flitzte zur Kaffeemaschine und brachte Jimin eine dampfende Tasse, lächelte Yoongis tadelnden Blick einfach weg.
„Aha, du hast als nur rein zufällig für drei eingekauft, ist klar“, meinte der nur trocken.

Jimin blickte verwirrt zwischen den beiden hin und her, welche mal wieder in einem ihrer heiß geliebten Blickduelle versunken waren. Er griff so lange nach seiner Tasse, nippte vorsichtig daran und ließ die beiden machen, wenn sie Spaß daran hatten.

„Verlangst du gerade wirklich von mir Jimin einfach so rauszuschmeißen, nur damit du mich für dich haben kannst?“, brach Taehyung schließlich das Schweigen, garniert mit einem anzüglichen Grinsen und wippenden Augenbrauen. Jimin verkniff sich ein Lachen und Yoongi schnaubte empört.

„Sicher nicht. Es wäre nur nett gewesen, wenn du mir mitgeteilt hättest, dass du neben deinem Handy auch Jimin im Zimmer vergessen hattest“, konterte dieser spitz und versuchte nochmals Taehyung nonverbal zu maßregeln, was dieser aber geflissentlich ignorierte und sich lieber frech grinsend an den Blonden wand.

„Ich glaube, er mag dich nicht.“
„Den Eindruck habe ich auch“, bestätigte Jimin traurig, blickte vor sich auf den Tisch und tat ganz betreten. Yoongi sog hörbar die Luft ein und Taehyung richtete sich plötzliche kerzengerade auf, rückte etwas vom Tisch ab.

„Das tut weh! Spinnst du?“, fauchte er dem Älteren entgegen und dieser griff zufrieden nach seiner Kaffeetasse.
„Gut so und nein“, antwortete er artig und trank einen Schluck, Taehyung leise auslachend. Jimin schüttelte nur den Kopf, die beiden wieder, er könnte da wirklich noch etwas zuschauen, sie waren eine gute Unterhaltung beim Essen. Zufrieden biss er nebenbei in sein Croissant und wartete darauf was als nächstes passierte.

„Hilf mir gefälligst!“, wollte Taehyung ihn mit in den Streit einbeziehen, bekam aber nur ein mildes Lächeln.

„Mir hast du auch nicht gesagt, dass Yoongi da ist“, erwiderte er nur und versuchte krampfhaft zu ignorieren wie er noch immer aussah. Als er zu den Älteren schielte, lag dessen Blick auf ihm und ihm wurde schlagartig warm. Verlegen kratzte er sich über den Arm und beobachtete Taehyung dabei, wie er empört die Lippen öffnete und schloss, ohne ein Wort zu sagen.

„Ich bin doch hier nicht die Information! Ihr hättet ja auch fragen können, ob sonst noch wer da ist!“, beschloss dieser und verschränkte die Arme vor der Brust.

Yoongi entkam ein trockenes Lachen. „Hätte da eine allgemeine Frage gereicht oder hätte die Konkret nach Jimin sein müssen?“, fragte er neugierig nach und verhöhnte Taehyung mit seinem wissbegierigem Blick. Dieser bekam nun auch rote Backen und Jimin hatte gleich etwas mehr Sympathie für ihn übrig. Wenn hier zwei mit rotem Gesicht herumsaßen konnten sie es auf die Temperatur in der Küche schieben und nicht auf Verlegenheit. Ein Gedanke, der ihm direkt bessere Laune machte.

Taehyung hatte beschlossen Yoongi erstmal zu ignorieren, sah demonstrativ an ihm vorbei an die Wand und hielt es nicht für nötig die Frage zu beantworten. Der Ältere registrierte es zufrieden und richtete seine Aufmerksamkeit nun vollends auf Jimin, was diesen noch nervöser machte. Schnell versteckte er sich hinter seiner Kaffeetasse und versuchte sein Herz zu beruhigen.

„Was genau machst du eigentlich hier?“, wollte Yoongi kauend wissen und Taehyung schnaubte beleidigt. Dem schien es nicht recht zu passen, dass seine Ignoranz Yoongi gegenüber, ignoriert wurde.

„Wir haben gestern Filme geschaut und Tae hat angeboten, dass ich hier schlafen kann“, erklärte Jimin knapp, stupste den Benannten dabei mit dem Ellenbogen an und schenkte ihm ein warmes Lächeln. Die Gesichtszüge des Größeren wurden langsam wieder weich und ein zartes Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Er ließ sich sogar zu einem Nicken herab, ignorierte Yoongi aber weiterhin.

„Ignoriert er dich öfter?“, wand sich Jimin wieder an Yoongi. Taehyungs Verhalten wurde ihm zu bunt. Sowas am frühen Morgen, also nein, das brauchte er nicht.

„Ja, aber leider nie lange. Er kann eben nicht ohne zu reden leben“, lachte Yoongi leise. Taehyung klappte der Mund auf, wollte schon protestieren, doch er beherrschte sich. Ein verschlagenes Funkeln zog sich durch Yoongis Augen, als er Jimin stumm zur Mithilfe aufforderte. Dieser überlegte kurz, zwar hatte er keine Lust auf Taehyungs eingeschnappte Art, aber er bezweifelte, dass Yoongis Weg ihm wesentlich besser gefallen würde.

„Schade auch. Zu dritt wäre das Gespräch sicher interessanter. Ich wüste zu gerne was ihr im Studium so alles macht und für Projekte habt“, versuchte er daher mit einem harmlosen Thema zu locken. Das Zucken welches Taehyung durchfuhr, zeigte deutlich, dass der Weg gut war, aber er blieb eisern. Immerhin sprang Yoongi darauf an und plauderte gemütlich mit Jimin über die Vorlesungen, welche er am meisten mochte, ignorierte dabei Taehyung und brachte ihn fast zum Platzen.

„Tae, nun sag endlich was. Das ist sicher nicht gesund, was du da gerade machst“, lenkte Yoongi schließlich ein, beugte sich etwas über den Tisch, um seinem Kommilitonen die Hand auf die Schulter zu legen.

„Warum denn? Ihr amüsiert euch doch auch ohne mich ganz gut“, empörte der sich maulig, schüttelte dabei die Finger von seiner Schulter.

Jimin lachte auf, bevor es unterdrücken konnte. „Ohne dich wäre das eben nicht halb so amüsant gewesen“, murmelte er vor sich hin. Taehyungs Augen wurden groß, während Yoongi laut loslachte und sich mit der flachen Hand auf den Oberschenkel schlug.
„Gott Jimin, du bist herrlich!“, rief er zufrieden aus und bekam einen Todesblick vom Dritten der Runde.

„Da sitzt ihr beiden in meiner Küche, lasst euch ein Frühstück ausgeben und der Dank ist Hohn und Spott?“, kam es fassungslos von Taehyung, nachdem er den Blick von Yoongi hatte losreißen können.

„Das sagen wir doch nur, weil wir dich lieb haben“, raunte ihm Jimin ins Ohr, der ihn einfach an sich zog und fest drückte. Grummelnd ließ Taehyung es zu, entspannte sich langsam als Jimins Hände über seinen Arm und Rücken streichelten.

„Dir glaube ich das, bei dem da bin ich mir unsicher“, flüsterte er zurück, laut genug, dass Yoongi es hören konnte. Da sein Blick direkt zu diesem wanderte, war das wohl Absicht gewesen.

„Glaubs oder nicht, aber ich habe dich tatsächlich auch lieb. Frag mich nicht welcher Teufel mich geritten hat“, erklärte Yoongi theatralisch, schenkte Taehyung aber ein Lächeln, welches so warm und herzlich war, dass selbst die kleine Frühstücksdiva nicht länger den Empörten mimen konnte.

Wieder schoss Taehyung das Blut in die Wangen und er presste sich an Jimin, um es vor Yoongi zu verbergen, wollte wohl sichergehen nicht erneut ausgelacht zu werden. Nachdem sich Taehyung beruhigt hatte mischte er beim Tischgespräch kräftig mit, horchte Jimin aus was der noch so alles in Sachen Tanz lernte und wirkte fast so als wolle er den Studiengang wechseln. Yoongi belächelte Taehyungs Eifer über seinen Kaffee hinweg, sagte aber nichts dazu. Ein Divenanfall pro Morgen schien auch ihm zu reichen und Jimin schenkte ihm dafür ein dankbares Lächeln.

Schließlich verschwand Jimin ins Bad, machte sich frisch und schlüpfte wieder in seine eigene Kleidung, stellte sicher, dass er nicht mehr so verzottelt aussah wie beim Frühstück und trat Yoongi wesentlich ruhiger wieder unter die Augen. Dieser wartete, auf Taehyungs Befehl hin, mit dem Aufbruch noch auf ihn. Warum Yoongi und Jimin die Wohnung nicht allein verlassen durften hatte Taehyung zwar lang und breit erklärt, jedoch auch so diffus, dass ihm keiner der anderen beiden hatte folgen können. Yoongi beendete die Diskussion, indem er versprach auf Jimin zu warten und dieser sputete sich, da der Ältere es eilig hatte. Seite an Seite verließen die Taehyungs WG, nachdem sie sich verabschiedet hatten und ein flaues Gefühl machte sich in Jimins Magen breit.

Es war eingetreten was sie hatten vermeiden wollen, sie waren allein. Hatten vier Stockwerke im engen Treppenhaus vor sich. Yoongi ging voraus, Jimin hinterher und beide fühlten sich offensichtlich unwohl. Auf Höhe des zweiten Stocks blieb Yoongi unerwartet stehen, Jimin merkte es zu spät, hatte zu viel Schwung drauf und lief ihn prompt um. Mit einem schnellen, festen Griff packte der Ältere ihn, zog Jimin an sich und verhinderte, dass er fiel. Mit rasendem Herzen und schreckgeweiteten Augen starrte Jimin Yoongi in das blasse Gesicht.

„Sorry, das wollte ich nicht“, murmelte dieser verlegen und ließ ihn wieder los. Taumelnd machte Jimin einen Schritt zurück, blieb eine Armlänge von Yoongi entfernt stehen. Noch immer schlug sein Herz viel zu schnell und er bezweifelte, dass es am Schreck lag.

„Warum bleibst du stehen?“, krächzte Jimin, hatte seine Stimme nicht unter Kontrolle und wurde wieder rot. Mit gesenktem Kopf stand er vor Yoongi, traute sich nicht aufzublicken, um seine Röte zu verstecken und den stechenden Blick nicht sehen zu müssen.

„Bleibt das zwischen uns jetzt so angespannt?“, fragte Yoongi unerwartet und Jimins Blick ruckte hoch. Traf nicht auf Kälte, sondern auf ehrliches Bedauern und sein Herzschlag erhöhte sich wieder.

„Die nächste Zeit wohl schon…“, erwiderte Jimin unwillig. Was sollte er denn tun? Er liebte Jungkook, aber reagierte bei Yoongi vollkommen über. Er musste sich zusammenreißen, konnte sich nicht entspannen und gehen lassen, das würde in einer Katastrophe enden.

Yoongi presste die Lippen zusammen, sah zu Boden und schluckte die Worte, die ihm auf der Zunge lagen. Dann nickte er und sah Jimin wieder an. Bedauernd lächelnd legte er eine Hand an Jimins Wange, strich mit dem Daumen über die weiche Haut.

„Schade…“

Wie ein Blitz durchzuckte dieses Wort mit der sanften, gefühlvollen Stimme Jimin. Versteinert stand er da, starrte Yoongi nur an und konnte nicht benennen was gerade in ihm vorging, viel zu viel auf einmal. Auch Yoongi schien mit dem Augenblick nicht umgehen zu können, tat aus lauter Überforderung kurz gar nichts. Räusperte sich dann, ließ die Hand wieder sinken und brauchte noch eine Sekunde, bis er sich umdrehen und die Stufen weiter hinuntersteigen konnte. Jimin brauchte eine Sekunde länger und hielt den weiteren Weg Sicherheitsabstand.

Erst als sich ihre Wege vor dem Haus trennten konnte er wieder richtig Atmen, doch noch immer pochte sein Herz viel zu schnell und schmerzhafte Stiche durchzogen es von Zeit zu Zeit.







Hallöchen,

da das hier das letzte Kapitel für dieses Jahr ist, muss ich mich mal wieder zu Wort melden.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein glückliches, erfolgreiches und einfach schönes Jahr 2020. Vielen Dank für die Unterstützung in diesem Jahr und ich hoffe ihr lest, kommentiert, empfehlt und favorisiert auch künftig weiter so fleißig.

Rutscht gut rein und bis zum nächsten Mal.
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