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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 Slash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
18.01.2021
80
203.013
28
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127 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.07.2019 3.035
 
Erster Akt - Zweite Szene: Spot On


Die Schlange war lang, gefühlt ewig lang und Hoseoks vorwurfsvoller Blick machte die Wartezeit auch nicht angenehmer. Seiner Meinung nach war einzig und allein Jimin schuld daran, dass sie warten mussten. Was aber nur zum Teil den Tatsachen entsprach. Es war Hoseok gewesen, der Jimins Outfit kritisiert hatte und ihm riet sich umzuziehen, solange bis er mit dem Aussehen des Jüngeren zufrieden war. Was schlussendlich bedeutet hatte, dass Jimin ihm die Herrschaft über seinen Kleiderschrank überließ und anzog, was ihm rausgelegt wurde. Hoseoks Ziel war klar zu erkennen gewesen, er wollte, dass der Jüngere heiß aussah und zwar so richtig. Jeder auf dieser Party sollte sich nach ihm umdrehen und das hatte er auch geschafft, schon auf dem Weg hierher hatten die Blicke auf Jimin gelegen. Dieser ignorierte das ungewollte Interesse so gut es ging, er wollte feiern und würde sich nicht durch Hoseoks Verkupplungsversuche davon abbringen lassen.

Leider war sein bester Freund der festen Überzeugung Jimin dringend an den Mann bringen zu müssen. Egal wie oft Jimin ihm auch sagte, dass das unnötig sei und er bereits einen Freund habe. Verstehen konnte er Hoseoks Einstellung allerdings, immerhin hatte er Jungkook noch nicht kennengelernt, Jimin sprach selten über ihn, nur den Namen und einige wenige Informationen hatte er preisgegeben. Der Ältere war irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass Jimin einfach nur unheimlich schüchtern war bei diesem Thema und sich deshalb einen Freund erfand, um alle Annäherungsversuche abwehren zu können. Nichts was ihn daran hinderte regelmäßig zu versuchen Jimin zu verkuppeln. Dieser war es mittlerweile gewohnt und sah es locker, er konnte alle Anwärter innerhalb kurzer Zeit verscheuchen, was Hoseok nicht gefiel, aber schweigend akzeptiert wurde. Der hoffte einfach, dass irgendwann der Richtige dabei war und Jimins imaginären Freund ablösen würde.

Heute hatten seine Hoffnungen beste Chancen, Jimin sah zum Niederknien aus, in der engen schwarzen Hose, die seine Beine betonte und dem dunkelblauen Hemd, das seine Figur perfekt in Szene setzte, die Harre waren leicht zerzaust und einige Strähnen hingen ihm locker ins Gesicht. Genau die richtige Mischung aus heiß und zurückhaltend, um Jimin ins beste Licht zu rücken.

Langsam kam Bewegung in die Schlange, der Club hatte endlich seine Türen geöffnet und begann nun nach und nach die feierwütige Meute hereinzulassen. Das war der eigentliche Grund, aus dem sie hier warten mussten, nicht Jimins Aussehen, sondern dass Hoseok sich in der Zeit vertan hatte. Sie waren einfach viel zu früh hier gewesen, ein Umstand für den Jimin nun wirklich nichts konnte und es reichlich unfair fand dafür böse angeschaut zu werden.

Endlich im Inneren, entschieden sie sich dagegen sich erneut einer Schlange anzuschließen, um an Getränke zu kommen, das konnten sie auch später noch nachholen. Lieber drehten sie eine Runde durch den sich füllenden Club und nahmen die unterschiedlichen Bereiche und Tanzflächen in Augenschein. Neben der großen Tanzfläche in der Mitte gab es noch ein paar Seitenräume mit alternativer Musik und kleineren Tanzflächen. Ansonsten sah es aus wie in den meisten Clubs. Darauf kam es aber auch weniger an als auf die Stimmung und für die waren Musik und Besucher zuständig.

Schneller als sie sich versahen, fanden sie sich auf der Haupttanzfläche wieder, inmitten einer großen tanzenden Menschenmenge und ließen sich treiben. Die Stimmung war gut, steckte an und ließ sie die vielen Menschen um sie herum ausblenden. Der DJ hatte einen guten Mix aus schnellen Liedern, die die Stimmung hochkochen ließ und solchen, die alle wieder etwas beruhigten. Die Atmosphäre war genau richtig, voller Energie und Spannung, riss alle Anwesenden mit.

Jimin spürte Hoseoks Hände an seiner Hüfte als der DJ ein ruhigeres Lied anstimmte, mit einem frechen Grinsen legte er seine Arme um dessen Nacken und schmiegte sich leicht an ihn. Sie ließen sich von dem Lied treiben, bewegten sich rhythmisch in der wogenden Masse aus Körpern, die sich immer mehr in Ekstase tanzte.

„Gib zu, dass du froh bist, dass ich dich hier her geschleift habe.“, forderte Hoseok ein wenig Bestätigung von dem Jüngeren. Dieser musste lachen, sein Freund war aber auch manchmal kleinlich.

„Ich war schon froh als du den Vorschlag gemacht hast. Deine Vorschläge für Partys haben mich noch nie enttäuscht.“, schnurrte er dem Älteren ins Ohr, er wollte nicht so schreien und Hoseoks roten Ohren waren auch nicht zu verachten. Jimin musste lachen als er sich wieder etwas von dem Älteren entfernte, um ihm in die Augen zu schauen. Wer von ihnen war hier schüchtern, wann es um Annäherungsversuche ging? Dabei war Hoseok nicht mal schwul und wusste, dass das nur ein Scherz war.

„Schön zu hören. Wie steht's mit einem Drink?“, versuchte dieser nun schnell das Thema zu wechseln. Ein wenig peinlich berührt schnappte er sich Jimins Hand und zog ihn in Richtung Bar. Diese war zwar immer noch gut besucht, aber lange nicht mehr so voll wie vorhin. Hoseok parkte den Jüngeren auf einem Barhocker am Rand der Theke und schloss sich der Menschentraube an, die dem Barkeeper ein Getränk aus den Rippen leiern wollte.

Jimin war klar, dass Hoseok sich hier nicht aufopfernd verhielt, sondern eiskalt berechnend. Die Chancen, dass er angesprochen wurde, waren gleich null solange er in Hoseoks Nähe blieb. Besonders da er es lustig fand seinem Freund ein wenig auf die Pelle zu rücken, die roten Ohren waren aber auch einfach zu süß. Wenn er hier so allein saß, waren die Aussichten besser, dass sich jemand traute ihn anzusprechen und genau das war Hoseoks Ziel. Jimin ließ ihm den Spaß, wenn er ein, zwei Kandidaten hatte abblitzen lassen, war der Ältere meist zufrieden und er konnte den restlichen Abend genießen. Das hier war sozusagen die Pflicht vor der Kür.

Der erste Anwärter ließ auch nicht lange auf sich warten. Während Jimin die tanzende Menge musterte und auf den Älteren wartete, setzte sich ein junger Mann auf den Barhocker neben ihm. Er sah gut aus, musste ungefähr im selben Alter sein wie er selbst, war etwas größer und sehr eigen, aber stilvoll gekleidet.

„Weißt du was ein Trobble Mojito sein soll?“, fragte ihn der Fremde unvermittelt. Jimin blinzelte ihn kurz überrascht an und begann zu überlegen. Die Getränkekarte hatte sein Gegenüber in der Hand, wenn es da nicht stand, woher sollte er es wissen?

„Absolut keine Ahnung. Bestell es doch einfach, dann weißt du es.“, meinte er schulterzuckend. Sein Gegenüber nickte nachdenklich und betrachtete sich dann das Knäuel aus Menschen, welches versuchte seine Bestellung aufzugeben. Hoseok musste da irgendwo mittendrin sein, hoffentlich ging es ihm gut.

„Ich habe irgendwie wenig Lust mich da reinzustürzen, um einen Drink zu bestellen, der eventuell scheiße ist.“, begründete der andere seine Entscheidung sitzenzubleiben. Jimin hatte schon damit gerechnet, nicht so schnell wieder seine Ruhe zu haben, aber einen Versuch war es wert gewesen.

„Und du hast auch keine Lust auf Gruppenkuscheln an der Alkoholquelle?“, versuchte der Fremde nun ein Gespräch in Gang zu bringen. Da dem Kleineren gerade eh langweilig war, beschloss er darauf einzugehen. Immerhin waren die ersten Sätze abwechslungsreich zu dem gewesen, was er sonst zu hören bekam. Mittlerweile hatten ihn Situationen wie diese restlos von Minderwertigkeitskomplexen bezüglich der Form seines Hinterns oder seiner Lippen befreit. Was zwar fragwürdig war, aber einfach mal so hingenommen wurde.

„Gruppenkuscheln klingt zwar nicht schlecht, aber die sind mir schon etwas zu betrunken.“, erwiderte er grinsend und sein Gegenüber zog fragend die Augenbaraue hoch.

„Ach du kuschelst gern, wie süß. Ich bin übrigens Taehyung und du?“ Jimin musterte ihn eingehend. Das mit dem süß hatte weder herablassend noch anzüglich geklungen, sondern einfach nur interessiert. Was ihn verwirrte, sowas war er nicht gewohnt.

„Jimin.“, antwortete er nur knapp. Jetzt war er vorsichtiger geworden. Taehyung verhielt sich anders als die üblichen Typen, das machte ihn misstrauisch. Warum konnte er selbst nicht genau sagen. Der Größere saß entspannt da und lächelte ihn freundlich an, wirkte nicht betrunken, sondern einfach nur neugierig. Er gehörte nicht zu der Sorte Mensch, die an der Bar nach einem wehrlosen Opfer suchten, welches sie mit süßen Worten für eine Nach gewinnen konnten. Ihn wieder loszuwerden könnte schwerer werden.

„Du studierst auch hier an der Uni, oder? Ich glaube ich habe dich da schonmal gesehen.“, überlegte Taehyung laut, schien von Jimins veränderter Stimmung nichts mitbekommen zu haben. Der angesprochene überlegte sofort, ob er Taehyung dort ebenfalls schon mal gesehen hatte, konnte sich aber nicht erinnern.

„Ja, aber erst im zweiten Semester. In welchem Fachbereich bist du denn?“, leider hatte ihn nun die Neugierde gepackt. Da Taehyung ihn nicht anbaggerte, sondern ein nettes Gespräch anzustreben schien, schwanden Jimins Vorbehalte für diese Unterhaltung wieder.

„Musik, im zweiten Semester. Du bist im Sportbereich, oder? Ich glaube ich habe dich bei den Turnhallen gesehen.“, noch immer grübelnd hatte Taehyung seinen Blick auf einen Punkt an der Wand gerichtet, als könne er sich so besser erinnern.

„Mehr oder weniger, ich studiere Tanz.“, bestätigte er die Vermutung seines Gegenübers, welcher zustimmend nickte. Auch wenn er Taehyung auf dem Campus nicht wahrgenommen hatte, schien sich dieser nun sicher ihn gesehen zu haben.

Prüfend schaute Taehyung ihn an, ließ dann seinen Blick zur Tanzfläche gleiten und grinste Jimin frech zu. Dieser konnte seine Gedanken erahnen, war ja auch nicht schwer. Zu Taehyungs Glück konnte der Kleinere gerade noch sehen, dass Hoseok auf sie aufmerksam geworden war. Wenn er jetzt kurz mit Taehyung auf die Tanzfläche verschwand und ihn dort vergraulte, konnte er Hoseok irgendeine Geschichte auftischen und wäre für den Abend aus dem Schneider. Interessiert lächelte er sein Gegenüber an und hob fragend die Augenbraue, als sei ihm nicht klar was der andere gerade vorhatte. Dem schien die leicht naive Anwandlung seines Gegenübers zu gefallen, das Lächeln wurde auf jeden Fall noch eine Spur breiter.

„Hättest du Lust mir eine kleine Kostprobe von deinem Können zu geben?“, fragte Taehyung noch formhalber nach, stand aber bereits auf, griff nach Jimins Hand und zog diesen Richtung Tanzfläche.

„Aber nicht lange, ich bin mit einem Freund hier, der müsste gleich mit den Getränken wiederkommen.“

„Wie du wünscht.“

Und schon waren sie in die tanzende Menge abgetaucht. Sofort schlossen sie sich den Menschen um sich herum an, bewegten sich im Takt der Musik. Schnell fiel Jimin auf, dass Taehyung kein geborener Tänzer war, er war ein reiner Clubtänzer, er konnte den Takt halten, aber sehr viel mehr nicht. Schaffte es aber mit einigen wenigen Bewegungen, die er gut kombinierte und seinem hübschen Gesicht trotzdem eine gute Figur auf der Tanzfläche hinzulegen. Jimin sah sich das eine Zeit lang an und beschloss dann spontan Taehyungs Repertoire an Bewegungen etwas zu erweitern. Grinsend näherte er sich dem Größeren und schlang die Arme um seinen Nacken, wie er es vorher bei Hoseok getan hatte.

„Sorry Tae, aber das geht so nicht. Leg mal die Hände an meine Hüfte, ich zeig die wie man richtig tanzt.“, ein freches Funkeln lag dabei in seinen Augen. Irgendwie wollte er wissen, ob der andere nicht doch einer von den üblichen Aufreißern war, der sich einfach nur ein bisschen besser tarnen konnte. Mit etwas Körperkontakt würde er diese Frage sehr schnell klären können.

Taehyung tat wie ihm geheißen und folgte den geschmeidigen Bewegungen des Kleineren, versuchte es zumindest. Der Erfolg ließ zu wünschen übrig, aber beide hatten sichtlich Spaß bei den Versuchen. Ganze zwei Lieder war Taehyung konzentriert dabei, dann verließ ihn allerdings die Motivation und er zog Jimin lieber etwas näher an sich, hinderte ihn so daran weiter seine Bewegungen unter die Lupe nehmen zu können.

„Ich bin einfach zu schlecht darin, aber danke für den Versuch.“, raunte er Jimin entschuldigend ins Ohr, was diesen zum Schmunzeln brachte.

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wenn du weiter übst wird das schon.“

„Stimmt, aber ich find's so gerade viel schöner.“, seine Stimme war eine Spur dunkler geworden, der Griff etwas fester, Jimin fuhr ein Schauer über den Rücken. Also doch nicht nur ein nettes Gespräch. Er musste sich zwar eingestehen, diese Situation selbst heraufbeschworen zu haben, aber wenn kein Interesse bestehen würde hätte Taehyung ihn wohl auch nicht angesprochen. Gerade konnte Jimin seine eigene Intention nicht mehr verstehen, dem anderen die Arme um den Hals gelegt zu haben. Er hatte damit das Flirten begonnen, obwohl er es eigentlich nicht wollte. Wie hatte er das nur wieder hinbekommen und das nüchtern? Für Selbstvorwürfe war es nun jedoch zu spät, er musste zusehen wie er aus der Situation wieder rauskam, besonders da Taehyung ihn gerade noch enger an sich zog und sich dessen Lippen seinem Hals näherten.

„Ich halte das für keine gute Idee.“, versuchte Jimin die spannungsgeladene Stimmung wieder zu entschärfen. Er konnte das Knistern zwischen ihnen spüren und war sich mittlerweile sehr bewusst, was er für einen Eindruck auf Taehyung gemacht haben musste. Sofort tat es ihm leid, das war mies, er hatte einen Freund und sollte nicht andere Typen anmachen.

Der Größere hatte die Veränderung in Jimins Stimme sehr wohl wahrgenommen und hob den Kopf wieder an, um ihm forschend in die Augen zu blicken. Dabei schaffte er es Jimins Blick vollkommen für sich einzunehmen und zu fesseln. Ganz langsam beugte er sich zu dem Kleineren hinunter, bis sich ihre Nasen fast berührten.

„Sehr schade.“, murmelte Taehyung nur Millimeter von Jimins Lippen entfernt, welcher ihn aus großen Augen wie gebannt anschaute. Dann überbrückte er den letzten Abstand und drückte dem Kleineren einen zarten Kuss auf die Wange, direkt neben seinen Mundwinkel. Jimins Herz schien einen Schlag auszusetzen, um im Anschluss mit doppelter Geschwindigkeit seine Arbeit wieder aufzunehmen. Was war das gewesen?

Er brauchte einige Momente, um sich wieder zu sammeln und zu verdauen, was gerade passiert war.
„Ich sollte wieder zu meinem Kumpel gehen, der wartet sicher schon.“, versuchte er der Situation zu entkommen. Hatte mittlerweile die Hände auf Taehyungs Arme wandern lassen, um diesen leicht von sich wegzudrücken. Was nicht klappte, da dieser ihn immer noch an seiner Taille umschlungen hielt und nicht den Eindruck erweckte ihn so schnell gehen zu lassen.

„Du willst mich einfach so sitzen lassen?“, kam es nun wieder frech von dem Größeren, was Jimin sich wieder etwas entspannen ließ, die erotische Spannung zwischen ihnen war verschwunden.

„Tut mir leid, aber das ist wohl das Beste.“

„Finde ich nicht. Erst machst du dich an mich ran und jetzt willst du einfach abhauen? Ich finde, ich habe eine Entschädigung verdient!“

„Was denn für eine Entschädigung?“, Jimin konnte nicht anders als leicht zu kichern. Taehyung klang gerade wie ein Fünfjähriger, der ein Eis haben wollte. Wenn der so weitermachte, hatte er gute Chancen wirklich eine Entschädigung von Jimin zu bekommen, kam nur drauf an, was er haben wollte.
Taehyung legte nachdenklich den Kopf schief und überlegte, blickte Jimin dann Sekunden später mit begeisterter Mine wieder in die Augen.

„Ich könnte deine Hilfe gebrauchen!“, verkündete er freudestrahlend, vor Tatendrang nur so sprühend. Taehyungs Verhalten stand im starken Kontrast zu dem Publikum um sie herum, welches immer mehr in der Musik und im Alkohol abdriftete. Er wirkte so klar und frisch wie ein kleines Stück blauer Himmel zwischen den Wolken. Jimin musste sich eingestehen, dass er ihn faszinierte und ihn gerade die Neugierde packen wollte, sein Verstand hielt stark dagegen.

„Wobei denn?“, fragte er mit leicht argwöhnischem Unterton nach. Wenn man ihre Umgebung und die ganze Situation bedachte, konnte das hier schnell in eine unangenehme Richtung umschlagen.

„Erzähl ich dir morgen, ohne Gedrängel und dröhnende Bässe. In Ruhe bei einem Kaffee.“, war die überraschende Antwort des Größeren. Jimin blickte ihn skeptisch an, wollte er sich echt mit ihm treffen? War das eine Anmache oder wollte der Andere wirklich Hilfe von ihm? Wenn ja, was für welche und wofür? Verdammt. Warum war er nur so neugierig? Er war schon drauf und dran ja zu sagen.

„Wann und wo?“, gab Jimin nach. Seine Vernunft lief zwar gerade Sturm, aber die musste eben auch mal lernen nicht immer gewinnen zu können.

„Gib mir deine Nummer dann schreib ich's dir.“, grinste Taehyung ihn zufrieden an und Jimin nahm artig sein Handy hervor. Kaum hatte er es entsperrt wurde es ihm auch schon abgenommen. Bevor er sich dagegen wehren konnte, hatte Taehyung seine Nummer eingespeichert und sich selbst angerufen. Gut dann wäre das ja geklärt, liebe Vernunft lass es doch für heute einfach gut sein und melde dich morgen wieder.

„Sehr schön, dann bis morgen. Ich freu mich.“, verabschiedete sich Taehyung, nachdem er das gestohlene Handy seinem Besitzer wiedergegeben hatte. Schnell drückte er Jimin noch einen Kuss auf die Wange, dann trennten sich ihre Wege. Jimin ging zurück zur Bar an der Hoseok schon wartete und Taehyung schlängelte sich durch das Meer aus Körpern zu seinen Freunden.

„Ich will hoffen du hast ein Date mit dem Süßen klargemacht!“, begrüßte Hoseok den Jüngeren und hielt dessen Glas etwas höher, als Jimin danach greifen wollte. Jimin hasste es, wenn Hoseok es so schamlos ausnutzte, dass er etwas größer war als Jimin. Der brauchte es gar nicht versuchen, er käme nicht an das Glas heran, solange Hoseok es nicht wollte. Beleidigt blies er seine Wangen auf und starte seinen Freund böse an, dieser behielt aber nur seinen fragenden Blick auf. Er hatte sie wohl lange genug beobachtet und hatte nun allen Grund neugierig zu sein.

„Ja habe ich und nun gib her.“, gab Jimin sich geschlagen und ignorierte das triumphierende Grinsen von Hoseok.

„Warum hast du ihn denn überhaupt gehen lassen? Der wollte doch eindeutig noch etwas kuscheln.“, bohrte er aber gleich nach, während er Jimin endlich sein Glas überreichte. Dieser nahm erstmal einen tiefen Schluck, bevor er sich auf dieses Gespräch einließ.

„Ich hatte einfach keinen Bock aufs Rummachen zwischen so vielen Leuten. Da hätte er schon mehr Stil beweisen und mich aufs Klo schleifen müssen.“

Hoseok musste loslachen bei Jimins Erklärung und verschluckte sich prompt, hustete gequält den Alkohol aus seinen Lungen, welcher wohl ziemlich brannte. Jimin grinste nur, kleine Sünden bestraft der liebe Gott nun mal sofort.

„Da du deine gute Tat für heute erfüllt hast, können wir den restlichen Abend ja in Ruhe feiern, ohne dass ich Leute an meinen Arsch lassen muss.“, forderte Jimin seinen Freund auf, woraufhin dieser sich wieder verschluckte. Ja, Jimin war ein wenig fies und ihm war klar, dass er das früher oder später wiederbekommen würde. Da er sich sicher war in den nächsten Wochen mit Fragen zu seiner Clubbekanntschaft gelöchert zu werden, nahm er es aber in Kauf.
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