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Eine Liebe in vier Akten

von Pingulina
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Jimin Jungkook Kim Seokjin Suga V
15.07.2019
07.06.2021
100
250.815
36
Alle Kapitel
155 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
07.10.2019 2.889
 
Erster Akt - Dreizehnte Szene: Küsse über Küsse


Endlich. Nach viel zu langen Tagen hatte sich Taehyung dazu bequemt sich zu melden und einen neuen Termin auszumachen. Zumindest hatte er diesmal angegeben nicht mehr unter Schmerzen zu leiden und so stimmte Jimin dem Termin auch zu. Weitermachen wollte der andere schon längst, nur hatte Jimin wenig Lust auf Bewegungstherapie gehabt und daher abgesagt, wen Taehyung am Telefon allzu schmerzhaft aufstöhnte, wenn er ihm auftrug diese oder jene Bewegung auszuführen. Taehyung war nicht begeistert gewesen und hatte von Schleimen bis Meckern alles probiert, um Jimin umzustimmen, nur genutzt hatte es nichts. Wenn der Größere ihn als Trainer wollte, sollte er sich auch an seine Regeln halten, da half alles Jammern nichts.

Aufgeregt wirbelte Jimin durch den Probenraum, die anderen beiden konnten erst eine halbe Stunde später als er selbst und so nutzte er die Zeit, um für sich etwas zu üben. Demnächst würde sein Semester verschiedene Aufführungen haben und dafür konnte er gar nicht genug proben, jede freie Minute zählte. Er war Hoseok sehr dankbar, dass er ihm einmal wöchentlich diesen Raum besorgt hatte und die Reservierung nicht abblies, als Jimin Taehyungs Training eine Woche lang ausfallen lassen musste. Der Ältere hatte sich einfach zu Jimin gesellt und ihm eine Privatstunde gegeben. Zwar war hierbei überdurchschnittlich oft der Name Yoongi gefallen, aber das konnte man ja wunderbar mit lauter Musik übertönen.

Hoseok war felsenfest davon überzeugt, dass Jimin wegen Yoongi am vorletzten Wochenende abgesagt hatte und erst am Montag wieder zu erreichen war. Jimin hatte wenig Lust gehabt es klarzustellen. Wie auch? Er wollte nicht zu viel über Jungkook erzählen und dessen Abgang lag ihm noch schwer im Magen. Die folgende Woche hatte sich sein Freund rar gemacht, zwei lausige Nachrichten binnen fünf Tagen, mehr hörte er nicht. Erst am letzten Sonntag bekam er Jungkook wieder zu Gesicht, er hatte mit ihm über das Wochenende sprechen wollen, doch kaum, dass der Jüngere bei ihm war, vergaß er seinen Ärger und Enttäuschung und wollte lieber die wenige Zeit so gut er konnte genießen. Im Nachhinein hielt er das für einen Fehler, er hätte es klären sollen, spürte er doch das es zwischen ihnen stand und seinen Ärger für sich zu behalten würde zu nichts führen, außer zu Problemen. Momentan wartete er auf eine Antwort von Jungkook, wann sie sich treffen wollten. Er hasste diese Ungewissheit.

Außer Atem ließ er sich auf den Boden sinken. Seine trüben Gedanken hatten ihn erneut gepackt und aus dem Takt gebracht. Beim Üben mit Hoseok zusammen war es leicht gewesen sich nur auf die Schritte zu konzentrieren, aber allein wollte es ihm nicht gelingen. Immer wieder kam ihm Jungkook in den Sinn und hinterließ ein taubes Gefühl im Magen, etwas stimmte zwischen ihnen nicht und das musste er klären, er wollte seinen Freund nicht verlieren.

Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, vertrieb den Schweiß und rappelte sich dann wieder auf. Mit festen Schritten ging er zur Musikanlage und startete das Lied neu, stellte sich auf Position und begann von vorne. Dieses Mal gelang es ihm die Konzentration zu halten, sich nicht herausreißen zu lassen und die Schritte fehlerfrei aneinander zu reihen. Etwas zufriedener als zuvor blickte er sich im Spiegel an und zuckte heftig zusammen als leiser Applaus ertönte.

„Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken“, entschuldigte sich Yoongi von hinten mit einem leisen Lachen in der Stimme. Jimins Augen suchten schnell die Spiegelfront vor sich ab und entdeckten den Ältere an der Wand neben der Tür lehnend und ihn anlächeln. Mit einer schwungvollen Pirouette drehte er sich zu seinem Besuch und verbeugte sich elegant, erntete dafür ein kleines Lachen und grinste Yoongi frech an, während er zu seiner Wasserflasche ging und unauffällig auf die Uhr spähte.

„Du bist früher als ich erwartet habe“, erwiderte er, nach einigen Schlucken. In der Zeit schaffte es sein Herz nicht ganz sich von dem Schreck und der Anstrengung zu erholen und pochte etwas schneller als normal weiter, schien auch keinen Grund zusehen daran etwas zu ändern.

„Mein Kurs war zu Ende und ich wusste nicht, was ich in der Zwischenzeit mit mir anstellen soll“, gab Yoongi schulterzuckend zu und ließ sich auf den Boden gleiten. Machte es sich dort im Schneidersitz gemütlich und beobachtete Jimin eingehend.
„Du kannst gerne weiter üben, wenn ich nicht störe.“

Jimin betrachtete ihn grübelnd, nickte dann aber nur. Er war Publikum gewöhnt, außerdem würde er das hier bald auf einer Bühne präsentieren. Wirklich stören tat es ihn daher nicht, richtig entspannt und konzentriert sein konnte er aber auch nicht mehr. Den Kopf über sich selbst schüttelnd ging er wieder zur Anlage und stellte sie neu ein, schnappte sich die Fernbedienung und ging zurück auf Position. Die Schrittfolge saß, nun kam die Feinarbeit.

Wieder und wieder stoppe er das Lied, ließ den letzten Teil neu laufen und ging die Schritte durch, bis er zufrieden war. Versuchte sie dann in Reihe zu bringen und war nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass nun eigentlich auch Taehyung auftauchen müsste, in einer Minute sollte ihr gemeinsames Training anfangen.

„Ich befürchte, der kommt wieder zu spät. Er war in letzter Zeit noch zerstreuter als sonst“, kam es von Yoongi, welchem Jimins Blick nicht entgangen war.
„Da heult er tagelang rum, dass wir uns endlich treffen und dann das“, spielte er den Beleidigten und brachte Yoongi zum Lachen.
„So ist der gute Tae, bestens im Nerven und eine Katastrophe, wenn es um Pünktlichkeit geht.“
„Dabei habe ich ihm gesagt, dass wir vor zehn Minuten hätten anfangen wollen“, seufzte Jimin schwer und Yoongis Augen funkelten zufrieden auf, als er ihm zuzwinkerte.

„Guter Einfall, aber Tae hat ein Delay von zwanzig Minuten. Sag beim nächsten Mal also fünfundzwanzig, dann sollte er pünktlich sein.“
„Hast du's ausprobiert?“
„Jupp, und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Taehyung eher weniger…“, meinte Yoongi mit einem schelmischen Blick und kam dann auf Jimin zu. Hielt ihm Sekunden später sein Handy unter die Nase und ließ den Jüngeren lesen. Etwas verwirrt blinzelte Jimin und brauchte einen Augenblick, bis er verstand was er tun sollte, lass den Text mit wachsender Verwirrung und schaute Yoongi schließlich, auf eine Erklärung wartend, an.

„Der Text zu dem Lied, welches ich gerade schreibe“, führte dieser aus und bei Jimin machte es klickt. Der Text war gut, dennoch etwas vollkommen anderes als er selbst gedacht hätte. Zumal sie nie darüber gesprochen hatten, dass es dazu einen Text geben soll. Die Melodie hatte Jimin voll und ganz gereicht, mehr brauchte er zum Tanzen nicht. Der Text gab dem Stück eine andere Tiefe und die Schrittfolge in seinem Kopf veränderte sich schlagartig.
„Ist das schon final?“, fragte Jimin grübelnd und versuchte sich mit einigen Stellen anzufreunden, die er nicht ganz rund fand.
„Nein, noch nicht, es passt noch nicht ganz“, stellte Yoongi klar und Jimin nickte zustimmend.
„Wenn du Zeit und Lust hast, können wir uns die Tage ja mal treffen und es überarbeiten“, schlug Yoongi vor und etwas in seinem Blick sorgte für ein nervöses Kribbeln in Jimins Magengegend. Es war keine Frage nach einem Date gewesen, nur ob sie an einem Lied arbeiten wollten, aber es fühlte sich so an und machte Jimin unsicher. Er schluckte verlegen und schnappte sich sein eigenes Handy, versteckte sich dahinter, während er so tat, als schaue er in seinen Terminkalender, welchen er auswendig kannte.

„Hm, also die nächsten Tage ist schlecht, da sind viele Kurse, Freitag treffe ich mich mit meinem Freund… Sonntag ginge“, grübelte er und ein verwunderter Ausdruck machte sich in Yoongis Blick breit. Länger als normal lag dieser auf Jimin, bis Yoongi nickte und selbst nachsah, dann erneut nickte. „Sonntag klingt gut, gleich vormittags?“
Jimin nickte und das Treffen war ausgemacht, nur das leichte Kribbeln in seinem Magen wollte nicht so recht verschwinden. Er wünschte sich sehnlichst, dass Taehyung endlich auftauchen möge und überlegte angestrengt, was sie mit der verbleibenden Zeit anstellen sollten. Es war ihm plötzlich unangenehm nur hier herumzustehen und Yoongi schien es nicht anders zu gehen. Unruhig strich sich dieser über die Arme und blickte dann zur Anlage, legte nachdenklich den Kopf schief.

„Das Model kenn ich gar nicht. Kannst du mir zeigen, wie das funktioniert?“
Jimin folgte ihm und gab dem Älteren eine kurze Einweisung, Yoongi wirkte nicht so, als hätte er sie gebraucht, fand er sich doch schneller mit den Knöpfen und Reglern zurecht als Jimin sie erklären konnte.

„Wie lange bist du mit deinem Freund schon zusammen?“, kam es unvermittelt. Yoongi sah ihn nicht an, beschäftigte sich weiter mit der Anlage und klang seltsam gleichgültig. Jimin brauchte etwas, bis er die unnötige Enttäuschung beiseitegeschoben hatte - was die plötzlich hier wollte, war ihm nicht ganz klar - und seine Stimme zu seiner Antwort bewegen konnte.

„Seit einigen Jahren“, antwortete er und begann im Kopf nachzurechnen, wie viele es mittlerweile wahren. Bevor er sich mit der plötzlich gedrückten Stimmung auseinandersetzen konnte, wurde die Tür aufgerissen und ein keuchender Taehyung kam in den Raum geplatzt.

„Ich bin da…“, rief er erleichtert, bevor er zu Boden ging und nach Atem ringend auf allen Vieren mitten im Raum kauerte. Yoongi schüttelte nur den Kopf und schnalzte unzufrieden mit der Zunge, während in Jimin noch die Entscheidung tobte, ob er helfen oder lachen sollte.
Als Taehyung sich nicht zu beruhigen schien, siegte sein inneres Engelchen und er gesellte sich zu dem anderen.
„Hinsetzen, Oberkörper gerade und tief ein- und ausatmen“, befahl er mit sanfter Strenge und der Größere folgte, bekam langsam seine Lunge wieder unter Kontrolle und schenkte Jimin ein dankbares Lächeln.

„Es tut mir so leid“, begann er, kaum dass seine Atmung sprechen wieder zuließ, setzte dazu noch einen Bettelblick auf, der um Verzeihung bat. „Ich musste noch was klären und das hat sich gezogen“, beendete er seine Erklärung und krümmte sich zu einer flehenden Verbeugung vor Jimin zusammen.

Dieser stieß belustigt die Luft aus und stand wieder auf.
„Steh auf und mach dich fertig fürs Training“, kommandierte er nur, nicht mehr ganz so sanft wie zuvor und ein zufriedenes Grinsen erschien auf Yoongis Lippen. Diesem gefiel der Tonfall wesentlich besser als Taehyung selbst, der schluckte schwer. Unter Jimins strengen Blicken legte er Tasche und Jacke ab und begann sich warmzumachen, offensichtlich hatte er vor oder nach dem was er noch zu klären hatte ausreichend Zeit gehabt sich umzuziehen, trug er doch wieder seinen Trainingsanzug und Sportschuhe.

Kaum hatte der Größere sich aufgewärmt, ging es auch schon los. Jimin gönnte ihm noch eine letzte Verschnaufpause, als er den beiden die finale Version präsentierte und dann musste Taehyung ran. Jimin zeigte seine Zufriedenheit über die Fortschritte der Größeren nicht, auch wenn diese ihn wirklich beeindruckten. Taehyung hatte offensichtlich beim Eigentraining vieles richtig gemacht, auch wenn er sich nicht ausreichend Zeit genommen hatte damit sich seine Muskeln erholen konnten. Da Taehyung bereits so weit war, beschloss Jimin das Training eine Gangart hochzuschalten und ließ keine Gnade mehr bei kleinen Fehlern wallte. Sein Schüler musste jede Bewegung so lange wiederholen, bis sie tadellos saß, egal wie verzweifelt er Jimin anschaute oder versuchte von Yoongi Hilfe zu erhalten. Sie kamen nur langsam voran, aber das hatte Jimin bei diesem Abschnitt erwartet, die genaue und perfekte Ausführung brauchte Zeit, war aber notwendig. Das hier auch ein wenig erzieherischen Härte für Zuspätkommer mit einfloss, wäre reine Unterstellung gewesen.

Nach dreißig Minuten gestattete Jimin eine kurze Pause, erlaubte aber nicht, dass Taehyung sich hinsetzte. Er sollte locker durch den Raum laufen, damit die Muskeln nicht kalt wurden und sie direkt weitermachen konnten. Dass Yoongi Jimin prüfende und leicht besorgte Blicke zuwarf, ignorierte dieser gekonnt. Nur, weil er bei Taehyung bisher den Kuschelkurs gefahren war, brauchte der sich noch keine Sorgen zu machen.

Dann ging es mit gleicher Härte weiter, langsamer als zuvor. Taehyungs Kräfte schwanden und damit auch dessen Konzentration. Von Minute zu Minute schien es ihm schwerer zu fallen Jimins Anweisungen umzusetzen und ein Freudenschrei entfuhr ihm, als Jimin das Ende des Unterrichts verkündete. Ohne zu zögern sackte Taehyung auf den Boden, lag auf dem Rücken, alle Viere von sich gestreckt und stellte sich erstmal tot. Auch als Jimin neben ihn trat und in die Hocke ging, genau sah, dass Taehyung ihn bemerkt hatte, hielt dieser die Augen geschlossen und schien sich weit weg zu wünschen.

„Tae?“, fragte Jimin prüfend.

„Ja?“, kam es zögerlich zurück. Eines von Taehyungs Augen öffnete sich einen kleinen Spalt, aus dem er zu Jimin spähte.

„Weißt du, warum das Training heute so hart war?“
„Weil bei mir eine Lektion über Pünktlichkeit mehr als fällig war?“
„Nein“, antwortete Jimin ernst und wurde prompt von Yoongi ausgelacht. Kurz drehte er sich zu diesem und schenkte ihm einen tadelnden Blick.

„Du bist verdammt gut geworden“, erklärte er dann weiter. Taehyung öffnete nun auch das andere Auge und blickte ihn Misstrauisch an. Erhielt aber nur ein warmes Lächeln und einen Blick, aus dem der Stolz sprach, langsam glätteten sich die Falten auf Taehyungs gerunzelter Stirn.

„Die Feinarbeit ist immer anstrengend und braucht gute Nerven, aber ich hätte wirklich nicht erwartet, dass wir heute schon damit anfangen können. Hut ab, du hast dich echt gemacht“, meinte Jimin dann, nun auch mit unverkennbarem Stolz in der Stimme und ein Strahlen breitete sich auf Taehyungs Gesicht aus. Dessen Arme schnellten nach oben, schlangen sich um Jimins Oberkörper und zogen ihn ruckartig nach Unten. Lachend krachte der überrumpelte Jimin auf den Liegenden, welcher ihn an sich presste, umdrehte und unter sich auf den Boden pinnte. Mit einem glücklichen Grinsen blickte er Jimin an.

„Danke, danke, danke“, gluckste er und begann stürmisch feine Küsse auf Jimins Gesicht zu verteilen. Dieser schrie überrascht auf und versuchte sich von Taehyung zu befreien, schaffte es aber nicht. Woher auch immer dieser seine Kraftreserven bezog, er war zu euphorisch für den schmaleren Blonden. Erst als Yoongi das Schauspiel genug genossen hatte ließ er sich dazu herab Jimin aus seiner misslichen Lage zu befreien, zog Taehyung in eine sitzende Position und hielt ihn in Schach bis Jimin sich aufgerappelt und in Sicherheit gebracht hatte.

„Tae geh dir mal Wasser ins Gesicht kippen, du bist neben der Spur“, befahl er dem Jüngeren lachend und zog ihn auf die Füße. Glucksend und kichernd trabte dieser weisungsgemäß zur Tür und suchte den nächsten Waschraum. Jimin meinte noch so etwas wie, er hat gesagt, ich bin gut, ich bin wirklich gut, zu hören dann war er verschwunden. Nur Yoongis leises Lachen drang noch an sein Ohr, während er sich behelfsmäßig mit dem Arm übers Gesicht fuhr.

„Früher war es dir nicht möglich zu helfen?“, fragte er angefressen und erhielt lediglich ein Kopfschütteln, das breite Grinsen blieb.

„Was machst du den armen Tae auch so fertig“, konterte der nur ohne jede Reue in der Stimme.

„Ich habe ihn doch nicht fertig gemacht. Er will es perfekt machen und dabei helfe ich ihm, mehr nicht“, verteidigte sich Jimin beleidigt bei dieser Unterstellung und blies etwas die Wangen auf. Yoongi lachte bei diesem Anblick auf und kniff ihm frech in die geblähte Wange, erntete einen geschockten Blick des Blonden. Dieser ließ sich das Verhalten nicht länger gefallen und beschloss zum Gegenschlag auszuholen.

Ohne zu zögern legte er Yoongi eine Hand unters Kinn zog dessen Gesicht zu sich und begann es, wie Taehyung zuvor bei ihm, mit schnellen Küssen zu bedecken. Anders als der Größere nahm er jedoch die extra nasse Sorte. Yoongi brauchte einen Moment, um zu realisieren was gerade mit ihm geschah und noch einen weiteren, um seinen Muskeln den Befehl zu geben, den Jüngeren von sich zu stoßen. Jimin hatte jedenfalls reichlich Zeit sich von der linken Wange über die Stirn bis hin zur rechten Wange zu arbeiten, bevor er einen Stoß vor die Brust bekam und gut gelaunt einen kleinen Sprung nach hinten machte.

„Das war wohl nicht genug kaltes Wasser“, kam es verdattert von der Tür. Munter wirbelte Jimin zu Taehyung, hüpfte auf ihn zu und legte ihm die Arme um die Taille, während sie zusammen Yoongi dabei zusahen, wie sich dieser mit theatralischen Gesten das Gesicht abwischte.

„Ich muss duschen“, jammerte dieser übertrieben und steuerte seine Tasche an, würdigte seine Beobachter keines Blickes mehr.

„Was genau habe ich verpasst?“, wand sich Taehyung verwundert an Jimin, blinzelte ihn aus müden Augen an und schien zu erschöpft, um noch selbst Schlüsse ziehen zu können.

„Yoongi war neidisch, dass du ihn nicht auch abgeknutscht hast“, meinte der Gefragte locker und kassierte von Yoongi ein beleidigtes Schnauben.

„Wäre mir neu“, murmelte Taehyung und lehnte sich stärker an Jimin, schien keine Kraft mehr zu haben, um allein zu stehen.

„Na komm Tae, soll ich dich nachhause bringen?“, bot Jimin schließlich an, strich dem Größeren dabei eine Strähne aus der Stirn und musterte ihn fürsorglich.

„Ich mache das schon“, kam Yoongi Taehyungs zustimmenden Brummen zuvor und hielt diesen seine Tasche hin. Brummelnd nahm er sie entgegen und tauschte einen kurzen Blick mit Yoongi, wandte sich dann aber ergeben ab und drückte Jimin nochmal zum Abschied an sich.

„Sobald ich wieder bei Sinnen bin, melde ich mich zur nächsten Folterstunde“, raunte er Jimin noch ins Ohr und schlürfte unmotiviert auf den Flur. Yoongi drückte auch Jimin seine Tasche in die Hand, blickte ihn noch einmal fragend an, mit einem Nicken in den Raum hinein und folgte Taehyung eilliegen Schrittes, als Jimin nur den Kopf schüttelte. Dieser beobachtete noch von der Tür aus, wie Yoongi zu Taehyung aufschloss, sich bei ihm einhakte und ihn stützend um die nächste Ecke dirigierte.
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