wish i could tell you that i love you (but i can't)

OneshotDrama, Romanze / P18 Slash
Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
15.07.2019
14.02.2020
8
30177
13
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
[Das Gespräch zwischen Peter und Skinny ist vage inspiriert von Lux‘ „It‘s the way I ride you“
Fair warning: Skinnys… ähm… Argumente in diesem Kapitel sind etwas dubcon-y. Außerdem geht es jetzt so langsam ernsthaft mit dem Drama los, aber ich verspreche schon mal, dass es ein vorsichtiges Happy End geben wird!
...und, tut mir leid, wenns ein bisschen zusammengestückelt wirkt, ich Intelligenzbestie habe die einzig existierenden Dateien für dieses und drei andere Kapitel dieser Story komplett zerschossen und hab das Ganze jetzt innerhalb von einer Woche aus dem Gedächtnis rekonstruiert und irgendetwas sagt mir, dass es niemals an die Ursprungsversion heran kommen wird.]

a difference in expectations

Peter, Justus und Bob saßen schon den ganzen Nachmittag in der Zentrale. Sie hatten einen neuen Fall – eine Serie von Einbrüchen, die sich in den letzten Wochen in ganz Rocky Beach ereignet hatten. Eigentlich war das wirklich eher eine Sache für die Polizei, denn es gab keine seltsamen Vorkommnisse, keine Auffälligkeiten beim Stehlgut, keine Kuriosität, die andeutete, dass sie besser dafür aufgestellt sein könnten, als die Polizei.

Aber einer der Einbrüche hatte bei einem ihrer Klassenkameraden stattgefunden, und dieser hatte sie gebeten, sich die Sache zumindest einmal anzuschauen.

Also hatten sie die letzten Tage mit stumpfem Klinkenputzen verbracht und versucht, so viel wie möglich über die Häuser, die Familien und die gestohlenen Gegenstände in Erfahrung zu bringen.

Und heute hatten sie dann damit begonnen, die Aussagen zu vergleichen und einen Stadtplan mit Reißzwecken zu attackieren. Inzwischen wurde es draußen langsam dunkel, und sie waren immer noch keinen Schritt weiter gekommen.

„Sagt mal...“, stellte Justus gerade langsam fest, blätterte noch einmal in ihren Aufzeichnungen herum, warf einen Blick auf ihre Karte. „Kommt mir das nur so vor, oder haben alle betroffenen Familien Kinder etwa in unserem Alter? Vielleicht etwas älter?“

Bob schien ihm nicht zuzuhören, warf gerade einen Blick auf sein Handy, und auch Peter nickte nur abwesend. Er war heute mit den Gedanken auch nicht ganz bei der Sache.

„Das ist doch ein Ansatzpunkt. Da könnten wir...“, fuhr Justus fort, unterbrach sich dann jedoch, als Bob schon wieder auf die Uhr schaute.

„Ist was, Bob?“, wollte er wissen.

„Ja, in der Tat“, erwiderte Bob gereizt. „Falls du es vergessen hast, heute ist Valentinstag. Und habe letzte Woche schon gesagt, dass ich heute ein Date mit Jelena habe.“

„Richtig. Valentinstag“, stellte Justus überrascht fest.

Richtig. Valentinstag.

Der Grund, warum Peters Laune heute irgendwie im Keller war.

Er wusste ganz genau, dass er von Skinny nichts erwarten durfte. Sie waren kein Paar, sie führten keine Beziehung, er hatte kein Recht, beleidigt zu sein, weil Skinny ihm nicht einmal geschrieben hatte.

Aber irgendwie hatte er trotzdem… gehofft vielleicht.

Ganz sicher würde er sich nicht die Blöße geben, und als erster etwas sagen. Aber wenn Skinny der Meinung war, was immer sie hatten rechtfertigte eine Valentins-Nachricht…

Nun, offensichtlich war er das nicht. Peter wusste wirklich nicht, warum er enttäuscht war. Doch daran, dass er es war, ließ sich nicht rütteln.

„Dann beenden wir die Sache an dieser Stelle“, holte ihn Justus‘ Stimme wieder in die Gegenwart zurück. „Die Einbrüche laufen uns ja nicht weg. Außerdem könnte ich so langsam auch ein Abendbrot vertragen.“

Beide, Justus und Bob, standen auf. Bob griff nach seine Jacke und war mit einem kurzen Abschiedsgruß auch schon aus der Zentrale verschwunden.

Auch Justus begann, zusammen zu sammeln, was er mit hinüber ins Haus nehmen wollte. Dann hielt er inne, und warf Peter einen Blick zu, der sich nicht bewegt hatte und immer noch auf ihre Notizen starrte.

„Ich will die Aussagen noch mal kurz durchgehen“, kam er Justus zuvor, „Vielleicht fällt mir ja noch was ein.“

Justus sah ihn neugierig an, und Peter rechnete schon mit einer Nachfrage, die er garantiert nicht beantworten wollen würde. Stattdessen nickte Justus nur und sagte: „Denk dran, dass du abschließt, wenn du gehst.“

„Ja, logisch“, erwiderte Peter, etwas pampiger, als er beabsichtigt hatte. Aber zu seinem Glück reagierte Justus nicht weiter darauf, und verabschiedete sich einfach.

Seufzend ließ Peter sich im Schreibtischstuhl zurück sinken. Dann nahm er erneut eins der Blätter auf.

Eigentlich hatte er nicht wirklich Lust, sich noch länger damit zu beschäftigen. Aber er wollte auch nicht nach Hause gehen. Denn so lange er hier saß, konnte er sich immer noch vormachen, dass Skinny vielleicht doch noch von sich hören lassen würde, sich doch noch melden könnte, und dass er dann auf dem Heimweg in Little Rampart vorbei fahren könnte.

Aber wenn er erstmal in seinem Zimmer war und ins Bett ging, musste er endgültig der Tatsache ins Auge sehen, dass Skinny heute offensichtlich nicht an ihn dachte.

Lustlos legte er das Blatt wieder hin, und warf stattdessen einen erneuten Blick auf den Stadtplan.

Justus und Bob hatten ihn vorhin schon eine ganze Weile mit Zirkel und Lineal bearbeitet, aber irgendwie hatte auch das zu nichts geführt. Es wollte sich einfach kein Sinn ergeben.

Automatisch wurde Peters Blick von einer Ansammlung roter Stecknadeln im Bereich der wohlhabenderen Häuser angezogen. Auch bei Skinnys Eltern war eingebrochen worden, wie sie von Nachbarn erfahren hatten. Denn entweder wollten Mr und Mrs Norris nicht mit Justus reden (Peter würde sich hüten, sie zu belästigen) oder sie waren nie zuhause. Und ausnahmsweise war Cotta nicht bereit, ihnen Informationen zu geben. Genau genommen hatte er sie aus dem Büro gejagt, als er Justus bei dem Versuch erwischt hatte, einen Blick in die Polizeiakte zu werfen.

Die kleine Nadel im Haus der Familie Norris zog erneut Peters Blick an. Er hatte das Gefühl, dass sie ihm etwas sagen wollte. Aber wahrscheinlich war es nur seine Irritation mit Skinny, die ihn darauf aufmerksam machte.

Er versuchte, die Gedanken beiseite zu schieben und sich wieder auf den Fall zu konzentrieren. Justus hatte recht – es war wirklich auffällig, dass fast alle Familien jugendliche oder gerade so erwachsene Kinder hatte.

Irgendwie hatte er das Gefühl, dass ihm das Muster etwas sagen sollte, doch wie ein Wort, das einem auf der Zunge lag, entglitt es ihm immer wieder. Gerade, als er es beinahe zu fassen bekam, ging hinter ihm die Tür.

Er wollte Justus schon fragen, was er denn vergessen hatte, doch als er sich umdrehte, verendeten die Worte auf seiner Zunge.

„Hey, Schisser“, begrüßte Skinny ihn grinsend und drehte den Schlüssel im Schloss.

Peters Kopf war wie leer gefegt. Dann kamen die Fragen. Was machte Skinny hier? Hatte er etwa doch daran gedacht? War es ihm vielleicht doch wichtig? Aber vor allem: Wieso war er hier?

„Woher wusstest du…?“, setzte Peter an.

„Hab deine Karre an der Straße stehen sehen“, erklärte Skinny schulterzuckend. „Und dann sind die anderen beiden weggegangen und ich dachte, ich nutze die Gelegenheit.“

Sein Grinsen sagte ganz deutlich, was für eine Gelegenheit er meinte. Also war es doch bloß eine spontane Idee gewesen. Wahrscheinlich war ihm nicht mal bewusst, was für ein Tag war.

Die Freude verflog so schnell, wie sie gekommen war.

„Nein, Skinny“, sagte Peter müde. Er hatte heute keine Lust, sich von Skinny in Schwierigkeiten bringen zu lassen. Und auch wenn er zu vielen Dummheiten bereit war, wenn Skinny sie ihm nur lange genug schmackhaft machte, an irgendeinem Punkt musste es eine Grenze geben.

Okay, vielleicht hatte er schon mal darüber nachgedacht. Aber das bedeutete nicht, dass er es in die Tat umgesetzt sehen wollte. Oder das er es auch nur für irgendetwas als seine sehr, sehr dumme Idee hielt.

Skinny achtete gar nicht auf seinen Einwand, sondern kam zu ihm herüber, beugte sich herunter, um ihn zu küssen.

Ganz automatisch erwiderte Peter den Kuss. Natürlich tat er es. Doch als Skinny Anstalten machte, ihn aus dem Stuhl hochzuziehen, machte er sich los.

„Welchen Teil von nein hast du nicht verstanden?“, wollte er gereizt wissen.

„Ach komm schon, Schisser“, versuchte Skinny ihn umzustimmen. „Jetzt tu nicht so.“

Er lehnte am Aktenschrank, grinste, und redete mit diesem ganz bestimmten Tonfall, dem Peter normalerweise nicht widerstehen konnte.

„Das ist ne beschissene Idee“, widersprach er jedoch. Die Vorstellung, es hier, im Herzen ihres Detektivunternehmens, zu treiben, war vielleicht interessanter, als er zugeben wollte, aber trotzdem war er noch nicht bereit, sich einfach so wieder überreden zu lassen. Denn da war immer noch das Problem, dass er nicht so ganz über das Datum hinweg kam.

„Wieso?“, Skinny schien nicht zu verstehen, warum Peter so reserviert war. „Die Tür ist zu, und die anderen werden schon nicht wiederkommen.“

Peter fluchte innerlich. Denn da hatte Skinny nicht ganz Unrecht.

Aber da war noch etwas anderes, dass ihn ärgerte. „Warum glaubst du eigentlich immer, dass du einfach auftauchen kannst, und ich schon Lust haben werde, die Beine für dich breit zu machen?“

Denn so langsam regte es ihn auf, dass Skinny immer nur eine Absicht zu haben schien.

Zugegeben, es gefiel ihm, es machte ihm Spaß, und normalerweise beschwerte er sich ja auch nicht. Aber trotzdem konnte er nicht ganz umhin, sich… mehr zu wünschen. Zu Beginn hatten sie wenigstens noch manchmal zusammen gesessen und gequatscht, ein bisschen gezockt, vielleicht etwas gegessen. Und das vermisste er wirklich.

„Du willst nicht wirklich, dass ich gehe, oder?“, erkundigte Skinny sich. Er klang viel zu selbstsicher, und für einen Moment wollte Peter ihm eine verpassen.

Gleichzeitig musste er aber zugeben, dass das durchaus stimmte. Er wusste wirklich nicht, was er eigentlich von Skinny erwartete.

Abrupt stand Peter auf und ging zu Blackys Käfig hinüber. „Es wäre trotzdem schön, wenn du mich vorher mal fragen würdest“, sagte er ohne Skinny anzusehen, „Ich bin nicht deine Hure.“

Er hörte Schritte hinter sich, aber ehe er sich umdrehen konnte, war Skinny bei ihm, riss ihn herum und presste ihn gegen die Tür des Wohnwagens.

Das Licht der Schreibtischlampe zog seinen Schatten in die Länge, ließ ihn über Peter aufragen, und seine Augen glitzerten beinahe bedrohlich.

„Bist du nicht?“ Skinny klang ungewohnt kalt. „Bisher hast du dich nicht beschwert.“

Er drängte Peter stärker gegen die Tür, strich ihm mit einer Hand beinahe sanft über die Wange, doch es fühlte sich irgendwie herablassend an. „Gibs doch zu“, flüsterte er ihm ins Ohr, „Du bist gerne meine Schlampe.“

Unwillkürlich reagierte Peters verräterischer Körper darauf, und natürlich entging es Skinny nicht. Mit einem Grinsen sah er ihn an. „Oder willst du, dass ich gehe?“

Halb hatte Peter das Bedürfnis, ja zu sagen – Skinny von sich zu schieben und ihn rauszuschmeißen. Vielleicht wäre ihm das eine Lehre.

Für einen Moment schauten sie sich bloß an, dann fluchte Peter unterdrückt. Diesmal war er es, der Skinny küsste, die Hände in seinen Haaren vergrub und ihn dichter zog.

Als hätte er nur darauf gewartet übernahm Skinny sofort die Führung. Bevor Peter es sich versah, hatte Skinny ihm das T-Shirt ausgezogen und sie fanden sich auf dem Boden wieder.

Für eine Sekunde kamen ihm noch einmal Zweifel. Das war vielleicht die dümmste Idee, die er seit langem gehabt hatte. Aber andererseits hatte er Skinny den ganzen Tag vermisst. Und wenn das alles war, was er heute von ihm bekommen würde, musste es wohl reichen.

Er zog Skinny erneut in einen Kuss, die Knöpfe seiner Jeansjacke waren kalt auf Peters Haut, kalt wie der Ring der Handschelle, der sich im nächsten Moment um sein Handgelenk schloss.

„Hey, was soll das?“, wollte er aufgebracht wissen. Er war heute nicht in der Stimmung für Spielchen.

Aber Skinny grinste bloß, dann zerrte er Peters Arm mit einem Ruck über seinen Kopf und schloss den anderen Ring um das Bein des Schreibtisches.

„Wo hast du die überhaupt her?“, erkundigte Peter sich, ruckte versuchsweise an der Fessel.

Der Tisch bewegte sich ein Stück und er hatte das Gefühl, dass die Akten darauf ins Rutschen kamen.

„Du solltest lieber stillhalten“, sagte Skinny statt einer Antwort.

„Im Ernst, was soll das?“ Peter war wirklich nicht zu solchen Streichen aufgelegt.

„Ich mags, wenn du dich nicht wehren kannst“, erklärte Skinny schulterzuckend.

Die Implikationen, die das hatte, sollten Peter zu denken geben. Aber stattdessen musste er zugeben, dass es ihm vielleicht auch ganz gut gefiel.

Vor allem, wenn Skinny die Hände über seinen Oberkörper gleiten ließ, so leicht, dass es beinahe kitzelte und Peter sich ihm auf der Suche nach mehr unwillkürlich entgegen reckte.

Automatisch hatte er die freie Hand um die kurze Kette geschlossen, was er erst bemerkte, als Skinny es mit zufriedenem Gesichtsausdruck betrachtete.

„So ist gut“, sagte er leise, und Peter konnte den Schauer nicht ganz unterdrücken, der bei den Worten durch seinen Körper lief.

Skinny hatte sich aufgesetzt, kniete über Peters Brust. Jetzt streifte er die Jacke ab, ließ sie mit einem dumpfen Geräusch neben sich fallen. Betont langsam glitten seine Hände zu seiner Jeans, spielten mit dem Knopf, rieben über den harten Umriss seines Schwanz, bis Peter mit einem frustrierten Stöhnen den Kopf zurück auf den Fußboden fallen ließ.

Über ihm lachte Skinny leise, dann hörte Peter, wie der Reißverschluss geöffnet wurde. Skinny grub eine Hand in seine Haare, hob seinen Kopf an. Beinahe sanft rieb er mit der Spitze über Peters Wange, über seine Lippen, wich ihm jedoch aus, als Peter versuchte, den Mund zu öffnen.

Also ließ Peter ihn einfach gewähren, schloss die Augen und genoß das Gefühl von warmer Haut auf seiner. Über ihm murmelte Skinny etwas, aber es war zu leise für Peters Ohren. Es klang zufrieden, und das war alles, was ihn interessierte.

Folgsam machte er den Mund auf, als Skinny schließlich doch auffordernd gegen seine Lippen drückte.

Der bittere Geschmack breitete sich auf Peters Zunge aus, aber das hatte ihm schon immer gefallen. Ganz automatisch passte er sich Skinnys Rhythmus an, ließ sich von ihm benutzen, schluckte um ihn, wenn sich ihm die Gelegenheit dazu bot.

Die Geräusche, die sie machten, schienen in dem kleinen Raum widerzuhallen.

„Reicht“, sagte Skinny schließlich, zog Peters Kopf zurück. „Braver Junge.“

Die zufriedene Herablassung in seiner Stimme machte irgendwas mit Peter, das er nicht ganz identifizieren konnte.

Das Gewicht auf seiner Brust verschwand, Skinny zog ihm die Jeans aus, ließ sich gerade genug Zeit, dass Peter sich übermäßig der Tatsache bewusst werden konnte, dass er gerade splitternackt auf dem Fußboden der Zentrale lag, mit einer Hand an den Schreibtisch gefesselt.

„Habt ihr was hier?“, erkundigte Skinny sich.

Beinahe meinte Peter, den Ladebildschirm in seinem Kopf sehen zu können, bevor ihm klar wurde, worauf Skinny hinaus wollte. Nein, sie waren nicht auf Sex in der Zentrale vorbereitet. Genau genommen würden Justus und Bob ihn umbringen, wenn sie wüssten, was hier geschah.

Er wollte Skinny gerade fragen, ob der Idiot etwa unvorbereitet hier aufgetaucht war, als dieser die Antwort offenbar von seinem Gesicht ablas und begann, in der Tasche seiner Jeansjacke herum zu graben.

Peter konnte nicht sehen, was er machte, aber er konnte es sich vorstellen. Im nächsten Moment war Skinny wieder über ihm, und kalte Finger berührten seine Haut. Mit einem frustrierten Geräusch presste Peter sich ihnen entgegen, doch Skinny grinste nur hämisch. Langsam rieb er über Peters Eingang, ganz entspannt, als hätten sie alle Zeit der Welt.

„Na komm, schön die Beine breit machen“, murmelte er, unnötigerweise, denn Peter gab ihm schon so viel Raum, wie ihm möglich war. Ihm war absolut klar, dass Skinny es nur sagte, um ihn zu ärgern, doch sein Protest wandelte sich in sein Stöhnen, als Skinny endlich zwei Finger in ihn hinein schob.

Und Peter wusste wieder, warum er sich doch immer wieder von Skinny umstimmen ließ. Er wusste ganz genau, wie er die Finger spreizen und beugen musste, damit Peter stumm um mehr bettelte.

Doch ganz offensichtlich wollte er sich damit heute nicht zufrieden geben.

„Irgendwas, das du mir sagen willst?“, fragte er, viel zu ungerührt für Peters Geschmack.

„Komm schon“, Peter drängte sich ihm entgegen, „Bitte.“

Aber Skinny hob nur fragend eine Augenbraue und behielt seinen langsamen Rhythmus bei. „Bitte was?“, wollte er mit schlecht gespielter Unschuldsmiene wissen. Die andere Hand ließ er leicht über Peters Erektion gleiten, so sacht, dass es nicht einmal annähernd Befriedigung brachte.

Frustriert ließ Peter den Kopf nach hinten fallen. „Du weißt schon.“

Doch das schien Skinny nicht zu genügen. Er sah ihn nur weiter auffordernd an, und Peter wusste ganz genau, was er hören wollte. Denn Skinny wusste ganz genau, dass er trotz allem diesem einen verdammten Wort immer noch Schwierigkeiten hatte. Es fühlte sich zu grob an, und er wurde schon rot, wenn er es nur dachte.

Murmelnd brachte er die Bitte hervor.

„Das hab ich nicht verstanden“, erwiderte Skinny, und das gemeine Grinsen, das Peter so gut kannte, breitete sich wieder über sein Gesicht aus, „Das musst du widerholen.“

„Fick mich“, brachte Peter endlich hervor.

Skinny küsste ihn grob. „Geht doch“, sagte er leise.

Seine Finger verschwanden, und Peter stöhnte, als Skinny in ihn eindrang, ohne allzu viel Rücksicht zu nehmen, wie immer ein bisschen schneller, als es angenehm war, und genau so, wie Peter es am liebsten hatte.

Ohne Peter Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen, begann er sich zu bewegen. Hart und tief, und der Gedanke, dass er Skinny morgen noch spüren würde, gefiel Peter viel zu sehr.

Er hatte das Gefühl, der Schreibtisch würde über ihm in Bewegung geraten, doch Skinny achtete gar nicht darauf. Eine Hand hatte er wie so oft in Peters Haut gekrallt, die blauen Flecken, die er hinterließ, schienen kaum noch zu verblassen.

„Und du bist eben doch meine Hure“, flüsterte er, bevor er Peter erneut küsste.

Peter wusste, dass es ihn stören sollte, wenn Skinny sowas zu ihm sagte. Aber es viel ihm schwer, sich darüber aufzuregen, wenn sein Schwanz gegen Skinnys Bauch rieb, und dieser genau den richtigen Punkt in ihm traf.

Außerdem, hatte er nicht recht?

Sie lösten sich aus dem Kuss, mussten beide Luft holen, und Skinny schloss eine Hand um Peters Kehle. Doch er drückte nicht zu, ließ sie einfach dort ruhen, wie eine Erinnerung daran, wie ausgeliefert Peter ihm war.

Seine Augen glänzten im Licht der Schreibtischlampe, als er sich wieder zu Peters Ohr herunter beugte. „Das gefällt dir, oder?“

Peter nickte, wollte nach ihm greifen, doch eine Ohrfeige belehrte ihn schnell eines besseren. Also umfasste er wieder die kurze Kette, plötzlich ganz froh darüber. Das harte Metall drückte in seine Haut und gab ihm etwas anderes, worauf er sich konzentrieren konnte.

Im nächsten Moment schlug Skinny erneut zu, diesmal ohne besonderen Grund, einfach nur, weil er es konnte. Peter stöhnte, und Skinny lachte herablassend.

Wieder legten sich seine Finger um Peters Hals. Irgendwann würde Peter darüber nachdenken, was zum Teufel Skinnys Fixierung darauf war, ihn zu würgen, aber heute war nicht dieser Tag.

Erst recht nicht, als Skinny böse lächelte und leise sagte: „Ich könnte dir einfach die Luft abdrücken, bis du bewusstlos wirst. Und du würdest es auch noch mögen, was?“

Seine Stimme wurde langsam atemlos, und Peter presste sich ihm entgegen, als der Gedanke sich ungebeten in seinem Kopf einnistete.

Vielleicht war es beunruhigend, wie leicht er es sich vorstellen konnte. Wie die Welt um ihn ihre Konturen verlor, wie ihm schwarz vor Augen wurde, während Skinny sich immer noch in ihm bewegte, immer schneller, immer hastiger. Wie er kam, den Bruchteil einer Sekunde, bevor er das Bewusstsein verlor.

Seine Finger krallten sich um das beruhigend solide Metall der Handschellen, und Skinnys Lippen schluckten, was ein Schrei hätte werden können, als ihn der Höhepunkt unerwartet erwischte.

Nur einen Moment später wurde Skinny über ihm still.

Sie versuchten beide, wieder zu Atem zu kommen, und Peter wusste, dass er Skinny direkt ins Gesicht sehen würde, wenn er die Augen wieder öffnete. Trotzdem – oder gerade deshalb? – ließ er sie geschlossen. Er war sich nicht sicher, ob er den Ausdruck auf Skinnys Gesicht gerade ertragen konnte.

Also wartete er, bis Skinny sich zurück zog. Dann erst orientierte er sich wieder in seiner Umgebung.

Skinny entsorgte gerade das Kondom im Abfalleimer – irgendwie beruhigte das Wissen, dass niemand je ernsthaft den Inhalt in Augenschein nahm Peter in diesem Moment ungemein – und sah dann auf Peter hinab.

„Vielleicht sollte ich dich einfach so liegen lassen, damit Jonas und Andrews dich morgen finden können“, überlegte er laut.

Und auch wenn Peter sich ziemlich sicher war, dass er mit der freien Hand eine Büroklammer vom Schreibtisch angeln und damit das Schloss knacken könnte, wallte kurz Panik in ihm auf. Doch dann holte Skinny mit einem bedauernden Gesichtsausdruck einen kleinen Schlüssel hervor und öffnete die Handschellen. Er schob sie zurück in seine Hosentasche.

Gerade als Peter ihn erneut fragen wollte, wo er die eigentlich her hatte, zog Skinny ihn auf seinen Schoss, küsste ihn, und beinahe erwartete Peter, dass er etwas sagte wie Alles Gute zum Valentinstag. Aber natürlich tat er es nicht. Warum auch.

Stattdessen erklärte er ohne besonderen Zusammenhang: „Ich werd n paar Tage weg sein.“

„Gibts nen bestimmten Grund?“, erkundigte Peter sich, und versuchte dabei nicht genervt zu klingen. Vermutlich sollte er sich glücklich schätzen, dass Skinny es ihm überhaupt mitteilte.

Wenig überraschend bekam er keine Antwort darauf. Skinny zuckte nur mit den Schultern, und als Peter aufstand, sich saubermachte und sich wieder anzog, hob er seine Jeansjacke auf und holte eine Schachtel Zigaretten hervor.

Wenigstens wartete er, bevor er sich eine anzündete, bis sie draußen vor dem Wohnwagen standen.

Trotzdem war es Peter unangenehm – wenn jetzt jemand vom Haupthaus aus herüber schaute, würde er die Glut deutlich sehen.

Also schloss er schnell die Tür ab, und scheuchte Skinny dann zum Roten Tor hinüber.

„Wir sehen uns, Schisser“, verabschiedete Skinny sich, und ging mit einem Winken davon zu seinem Wagen.

Einen Moment sah Peter ihm nach, rieb über den roten Abdruck der Handschelle an seinem Arm, bevor er sich umdrehte und sich ebenfalls auf den Heimweg machte.

Irgendwie fühlte er sich seltsam unbefriedigt.
Review schreiben