wish i could tell you that i love you (but i can't)

OneshotDrama, Romanze / P18 Slash
Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
15.07.2019
01.04.2020
12
44668
14
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
[Eigentlich sollte dieses Kapitel schon nach Halloween kommen, dann nach metallica on the radio, aber irgendwie hat sich das immer weiter nach hinten verschoben. Aber jetzt ist es endlich an der Reihe! Titel ist von Halestorm geklaut.]

do not disturb

Peter war überrascht, als er eine Nachricht von Skinny bekam. Seit der Silvesterparty bei den Bakers hatte er nichts mehr von ihm gehört. Einmal war Peter nach Little Rampart gefahren, doch es war niemand zu Hause gewesen, und auch auf seine Nachrichten hatte Skinny nicht reagiert.

Jetzt war es der Name eines Motels, den er Peter schickte, zusammen mit einer Uhrzeit. Peter kannte das Motel – es war nicht gerade für seinen gehobenen Standard bekannt. Im Gegenteil. Schon mehr als einmal hatten irgendwelche Ermittlungen ihn, Bob und Justus dorthin geführt, weil der Täter dort untergekrochen war, wo niemand nach einem Ausweis fragte, und sicherlich schon mehr als ein Micky Mouse, Sam Winchester oder Tyler Durden für ein paar Stunden ein Zimmer gemietet hatte.

Auf seine Nachfrage reagierte Skinny nicht mehr, und für einen Moment kochte Wut in Peter hoch. Für wen hielt Skinny sich eigentlich, sich fast drei Wochen lang nicht zu melden, und dann zu erwarten, dass Peter seinen Anweisungen einfach Folge leistete?

Das Problem war nur, natürlich würde Peter am Abend dort sein.

Er nahm den Bus, denn er wollte wirklich nicht, dass jemand seinen MG dort stehen sah. Die Frage, was zum Teufel er bei diesem Motel tat, würde er lieber vermeiden.

Die Haltestelle war direkt vor dem Gebäude, und als Peter auf den Gehweg trat, war er für einen Moment versucht, gleich wieder einzusteigen und zurück nach Hause zu fahren.

Das Motel war heruntergekommen, Risse durchzogen die schmutzig gelbe Fassade, von den Türen und Fensterrahmen blätterte der Lack ab. Die Pflanzen, die in Kübeln vor der Rezeption standen, waren vertrocknet. Zögerlich ging Peter auf die Tür mit den blinden Fensterscheiben zu, überlegte gleichzeitig, mit welchem Namen er sich eigentlich nach Skinny erkundigen sollte.

Er war sich schmerzhaft der Tatsache bewusst, dass er aussehen musste wie jemand, der auf dem Weg zu einer geheimen Affäre war. Technisch gesehen stimmte das ja sogar. Aber normalerweise fühlte es sich nicht so an.

Bevor er die Tür zur Rezeption erreichte, vibrierte sein Handy. Kurz war er versucht, es zu ignorieren – er wollte jetzt garantiert nicht mit Bob oder Justus schreiben, die beide in dem Glauben waren, er sei mit Jeffrey surfen. Dann zog er es doch hervor. Es war Skinny, die Nachricht nur die Zimmernummer.

Also drehte Peter seufzend um, ging zu der verkratzen Tür hinüber, über der schief eine eiserne 7 hing.

Er klopfte, sah sich dabei misstrauisch um. Er wollte wirklich nicht hier sein. Wenn ihn jemand in Little Rampart sehen sollte, konnte er sich dafür immer eine Erklärung aus den Fingern saugen – ein Fall, eine Überprüfung, irgendwas, und wenn er behauptete, er hätte nur mal einen Blick in Skinnys Wohnung werfen wollen, um sich zu überzeugen, dass dieser keine Gaunereien betrieb. Aber hier? Was hatte ein vernünftiger Mensch hier verloren?

Bevor er sich jedoch weiter Gedanken machen konnte, öffnete sich die Tür, Skinny packte ihn am Arm, und zog ihn in das heruntergekommene Zimmer.

Der Raum war klein und düster, der Teppich und die billige Gardine waren von Flecken übersät, bei denen Peter nicht wirklich wissen wollte, woher sie stammten. Das Bett – das entweder als breites Einzel- oder schmales Doppelbett durchging – sah selbst im Halbdunkel unbequem aus. An der Wand gegenüber des Bettes war ein großer Spiegel angebracht – diese Art von Motel war es. Eine Sporttasche, auf der ein Haufen Kleidung verstreut war, lag unter dem Fenster.

„Warum bist du nicht in deiner Wohnung?“, fragte Peter statt einer Begrüßung.

Dann erst sah er sich Skinny an, der gleich nachdem er die Tür hinter Peter geschlossen hatte, zum Bett hinüber gegangen war um sich eine Zigarette anzuzünden. Der Rauchmelder an der Decke, bemerkte Peter, war dick mit Panzertape umwickelt.

Skinnys Klamotten waren zerknittert, als habe er sie schon seit ein paar Tagen an, die Haare hingen ihm unordentlich in die Stirn, und unter den Augen hatte er dunkle Ringe.

„Skinny, was ist los?“, hakte Peter nach, als der statt einer Antwort nur an der Zigarette zog.

„Musste eine Weile untertauchen“, erklärte er betont beiläufig.

Irgendwie war Peter nicht überrascht. Wenn er ehrlich war, sowas hatte er sich vielleicht sogar schon gedacht. Nicht bewusst, aber sein Unterbewusstsein hatte die Möglichkeit zumindest nicht für unwahrscheinlich gehalten.

„Was hast du angestellt?“, wollte er wissen – oder vielmehr, er wollte es eigentlich nicht wissen, aber er fragte trotzdem.

Mit einer Handbewegung wischte Skinny die Frage beiseite. „Nicht so wichtig“, behauptete er.

Der Zweite Detektiv in Peter grübelte sofort, ob sie in letzter Zeit von irgendwelchen Straftaten gehört hatten, die bei genauerem Hinsehen Skinnys Handschrift trugen, aber ihm fiel nichts ein.

„Ist die Polizei hinter dir her, oder hast du dich wieder mit irgendwelchen Kriminellen angelegt, die eine Nummer zu groß für dich waren?“ Peter hörte selbst, wie schneidend seine Stimme geworden war.

Sofort verschloss sich Skinnys Miene, und Peter hatte plötzlich wieder seinen Erzfeind vor sich. In der letzten Zeit hatte es einen beinahe spielerischen Unterton gewonnen, wenn er von Skinny als ein Feind gedacht hatte. Doch in diesem Moment war er sich nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee war, hier zu sein.

„Das geht dich nichts an, Schisser“, sagte Skinny kalt.

Der Wunsch, er wäre einfach nicht hergekommen, machte sich unerwartet in Peter breit. Es fehlte nicht viel, und er wäre auf dem Absatz umgedreht, und zur Not nach Hause gelaufen. Aber bevor er genau das tun konnte, machte Skinny zwei Schritte auf ihn zu, krallte die freie Hand in seine Haare und küsste ihn.

Es war ein grobes Durcheinander von Lippen, Zähnen, und Peter hatte das Gefühl, er würde darin untergehen. Als würde Skinny ihm einfach so seinen Willen aufzwingen. Nur mit Mühe konnte er ihn von sich schieben.

„Skinny, stopp!“

Für einen Moment dachte er, Skinny würde nicht auf ihn hören. Da war ein Ausdruck auf seinem Gesicht, der sich von dem üblichen Hunger unterschied – böser, aggressiver – fast als würde er sich auf einen Kampf vorbereiten. Als wäre er darauf aus, sich einfach zu nehmen, was er wollte, Peters Einwilligung hin oder her.

Doch dann ließ er abrupt von Peter ab, zog an der Zigarette. „Was?“

Der graue Rauch stieg zur Decke hinauf, der Geruch kitzelte Peter in der Nase.

„Kannst du mir bitte sagen, was hier vor sich geht?“ Peter gab sich alle Mühe, ruhig zu bleiben, aber er konnte eine gewisse Schärfe nicht aus seinem Ton verbannen.

Denn es ärgerte ihn schon, dass Skinny einfach ohne ein Wort für drei Wochen vom Erdboden verschwand, keine Erklärung anbot, und dann von ihm erwartete, dass er einfach mitmachte, als sei nie irgendwas gewesen.

Skinnys Augen waren kühl, als wäre dahinter ein Stahltor zugegangen, das sich in den Monaten zuvor immer mehr geöffnet hatte. Zum ersten Mal seit langem sah Peter wirklich wieder ihren Erzfeind vor sich, dessen Motivation ihm schon immer ein Geheimnis gewesen war, und dessen beinahe gewohnheitsmäßige Hinterhältigkeit sie mehr als einmal ins Stolpern gebracht hatte.

„Ist doch nicht dein Bier, oder?“, gab Skinny zurück.

In Peter meldete sich wieder die Wut. Es war dumm gewesen, her zu kommen. Skinny hatte offensichtlich nur an einem Interesse, und das war nicht Peters Gesellschaft. Irgendwie hatte Peter sich in der letzten Zeit vorgemacht, es könnte vielleicht eines Tages mehr sein – es war ihm so vorgekommen, als Skinny in seinem Zimmer auf ihn gewartet hatte, als er tatsächlich im Planet Evil aufgetaucht war und Peter vor allen Leuten geküsst hatte. Aber in diesem Moment wurde ihm deutlich, dass er sich da geirrt zu haben schien. Aus irgendeinem Grund stach der Gedanke in seiner Brust.

„Ich glaube, ich bin hier falsch“, brachte er hervor, wandte sich jetzt doch zum Gehen.

Bevor er mehr tun konnte, als die Hand auf die Klinke zu legen, war Skinny wieder bei ihm. Mit einer Hand hielt er die Tür zu – das glühende Ende der Zigarette unangenehm dicht an Peters Gesicht. Mit der anderen Hand packte er Peters Schulter, zwang ihn, sich wieder zum Raum – zu Skinny – umzudrehen.

„Ich musste ein paar Tage weg“, erklärte Skinny beinahe hastig, „Weil mein Vater nach mir gesucht hat.“

Peter wollte etwas sagen, nachfragen, was Mr Norris von Skinny wollte und warum Skinny sich vor ihm versteckte, doch er kam nicht dazu.

„Reicht das?“, Skinnys Tonfall machte deutlich, dass es darauf nur eine Antwort geben durfte, „Oder willst du die hässlichen Details auch noch?“

Er war dicht vor Peter, und er konnte nicht denken, wenn Skinny ihn so anstarrte, irgendwo zwischen Herausforderung und etwas anderem, die grauen Augen beinahe farblos in dem düsteren Raum, der Geruch nach Rauch und Skinny, der Peter fast den Atem nahm.

Ehe er so recht wusste, was er tat, hatte er genickt. Er erinnerte sich wieder, warum er immer darauf bestand, dass sie keine Fälle annehmen sollten, in die Skinny verwickelt war. Und der war, dass Peter unfähig schien, nicht genau das zu tun, was Skinny von ihm erwartete – egal, ob es darum ging, falschen Fährten zu glauben oder seinen Anweisungen Folge zu leisten.

Wieder küsste Skinny ihn, und diesmal wehrte Peter sich nicht. Stattdessen schlang er die Arme um Skinny, hielt sich an ihm fest, krallte die Finger in das fadenscheinige T-Shirt, in die Haut darunter.

Einen langen Moment verharrten sie so, bis es schließlich Skinny war, der ein Stück zurück wich, um an der Zigarette zu ziehen.

Er ließ den Blick über Peter wandern, was ihn ein wenig nervös machte. Er konnte Skinnys Ausdruck nicht deuten. Obwohl er noch bekleidet war, fühlte er sich nackt.

Gerade als er etwas sagen wollte, kam Skinny ihm zuvor.

„Los, rüber vor den Spiegel“, wies er ihn an. „Wir haben heute ganz viel Zeit.“

Ein Grinsen zog über sein Gesicht, das irgendwie nicht an die Fröhlichkeit heranreichte, die Peter in letzter Zeit so oft bei ihm gesehen hatte. Aus irgendeinem Grund machte es ihm Angst.

Trotzdem widersprach er nicht. Es waren nur drei Schritte, dann stand er zwischen dem Fußende des Bettes und dem großen Spiegel.

Ohne auf Skinnys Aufforderung zu warten drehte er sich mit dem Rücken zum Bett. Automatisch fuhr er sich mit der Hand durch die Haare – er war vorhin zuhause kurz eingenickt, und auf der einen Seite war seine Frisur platt gelegen. Sein T-Shirt war auch etwas zerknautscht, und er strich es unruhig glatt.

Skinny trat hinter ihn, und über seine Schulter fing er Peters Blick auf. Immer noch grinste er, und Peter war sich nicht ganz sicher, ob dreckig oder heimtückisch die bessere Beschreibung dafür war.

Irgendwie gefiel es Peter, dass Skinny ein Stück größer war als er. Nicht viel, gerade genug, dass er ihn ein wenig überragte, dass Peter im Spiegel Skinnys Gestalt hinter sich sehen konnte.

Die Zigarette glühte im Halbdunkeln. Skinnys linker Arm wand sich um Peters Taille, zog ihn gegen seinen Körper.

„Das Grün steht dir“, murmelte Skinny, klang dabei mehr oder weniger abgelenkt, und ließ die Finger über den dünnen Stoff von Peters T-Shirt tanzen. Aus irgendeinem Grund gefiel seine Zustimmung Peter ungemein.

Die Kippe zwischen die Lippen geklemmt, ließ Skinny nun auch seine rechte Hand über Peters Körper gleiten – über die Brust, zum Bauch hinunter, über seinen eigenen Arm und zur Front von Peters Jeans, wo er beinahe sanft den Druck erhöhte.

Mit einem Stöhnen ließ Peter den Kopf zurück auf Skinnys Schulter fallen.

„Schön die Augen offen lassen“, befahl Skinny, nuschelte leicht um die Zigarette herum.

Unter halb geschlossenen Lidern hindurch behielt Peter den Spiegel im Blick – hätte vielleicht gar nicht weggucken können, wenn er gewollt hätte – und beobachtete, wie Skinny ihn weiter durch die Jeans hindurch massierte. Unter der Berührung wurde er unweigerlich hart, und konnte spüren, dass es nicht nur ihm so ging.

Gerade als Peter das Gefühl hatte, er würde jeden Moment einfach so kommen, ließ Skinny von ihm ab. Stattdessen streifte er ihm das T-Shirt ab. Es segelte einfach zu Boden, blieb auf dem Teppich liegen und war auch schon vergessen.

Skinny lehnte sich zur Seite, drückte die Kippe in einem Aschenbecher aus, der auf dem ungemachten Bett stand. Dann zündete er prompt eine neue an.

Durch den Spiegel beobachtete Peter ihn. Langsam, beinahe provokant, zog Skinny an der Zigarette, ohne die Augen von Peters Spiegelbild abzuwenden. Dann schob er ihm die Kippe zwischen die Lippen.

Peter sog den Rauch ein, ließ ihn sich in seiner Lunge sammeln. Es fühlte sich unerklärlich intim an, sich über den Spiegel im Blick zu behalten und die Zigarette zu teilen.

Skinny nahm sie zurück zwischen die Finger seiner rechten Hand, fuhr dann mit beiden Händen über Peters Brust. Der Filter kratzte auf seiner Haut.

Als er eine Hand hob, nach Skinny greifen wollte, schüttelte der den Kopf.

„Du machst nur, was ich dir sage“, wies er Peter an.

Peter nickte. Vielleicht sollte es ihm missfallen, wenn Skinny ihn so umherkommandierte, aber tatsächlich genoss er es. Es nahm den Druck von ihm – er brauchte sich um nichts Gedanken machen, konnte einfach stumpf Skinnys Befehle befolgen. Die Implikationen, die das hatte, waren vielleicht ein wenig bedenklich, aber er fand es nicht in sich, sich daran zu stören.

Schon gar nicht, wenn Skinny die Fingernägel über seine Brustwarzen zog – es schien eine direkte Verbindung von ihnen zu Peters Erektion zu geben – und er machte ein Geräusch, als würde plötzlich die Luft aus seiner Lunge gepresst.

Beinahe sanft wanderten Skinnys Lippen über seinen Hals, ohne, dass Skinny ihn aus den Augen ließ. Er fand den Punkt direkt an der Halsschlagader, der Peter dazu brachte, sich in seinem Griff zu winden und still um mehr zu betteln.

Wieder zog dieses undefinierbare Grinsen über Skinnys Gesicht, bevor er die Stelle mit den Zähnen bearbeitete – erst vorsichtig, dann kräftiger, bis Peter Anstalten machte, ihn wegschieben zu wollen. Denn ein Knutschfleck war das letzte, was er brauchen konnte – es war beim letzten Mal schon schwer genug gewesen, Justus und Bob davon zu überzeugen, dass es sie nichts anging, mit wem Peter sich traf.

Natürlich gingen die beiden von irgendeinem mysteriösen Mädchen aus, mit dem Peter eine Affäre hatte, und er würde sein Möglichstes tun, sie in diesem Irrglauben zu belassen. Aber je weniger Anlass sie zu Nachfragen hatten, desto besser.

Ein grobes Kratzen von Skinnys Fingernägeln über seine Brust holte Peter in die Gegenwart zurück. Der dunkle Ausdruck in Skinnys Augen sagte ihm, dass dieser ganz genau mitbekommen hatte, dass Peters Gedanken abgeschweift waren – und dass ihm diese Tatsache überhaupt nicht gefiel.

„Was meinst du, Schisser“, fragte er in falschem Plauderton, „was soll ich mit dir machen?“

Es klang nicht so, als würde Skinny ernsthaft eine Antwort erwarten, also gab Peter auch keine. Doch im nächsten Moment legte sich Skinnys Hand wie ein Schraubstock um sein Kinn, neigte seinen Kopf. „Ich habe dich etwas gefragt“, flüsterte er ihm ins Ohr.

„Was du...“, er stockte, als Skinny ihn wieder losließ und die Finger beinahe sanft unter den Bund seiner Jeans gleiten ließ, „was du willst.“

Das Lächeln, das sich auf Skinnys Lippen niederließ, hatte etwas Raubtierhaftes, und Peter wusste, dass er die Beute war.

„Das klingt gut“, erwiderte Skinny mit zu viel Zufriedenheit. „Ich habe da auch schon eine Idee.“

Entgegen seiner Worte machte Skinny jedoch noch eine ganze Weile weiter wie gehabt. Seine Hände wanderten über jede Stelle, die sie von Peters Körper erreichen konnten – als wollte er eine verdammte Landkarte davon erstellen – und sein Mund glitt über Peters Hals, wenn er ihm nicht gerade schmutzige Dinge ins Ohr flüsterte oder an einer Zigarette zog.

Peters Zeitempfinden verabschiedete sich völlig, er wusste nur, dass er schon viel zu lange hart war, und dass er platzen würde, wenn Skinny nicht bald etwas dagegen unternahm.

Schließlich hatte sein halb kohärentes Betteln Erfolg.

Skinny drückte die letzte in einer langen Reihe von Kippen aus, und ließ ihn los.

„Ausziehen, und dann aufs Bett“, befahl er.

Hastig befolgte Peter die Anweisung. Seine restlichen Klamotten landeten in einem Haufen auf dem Fußboden, bevor er auf die Matratze krabbelte, die unter seinem Gewicht unangenehm nachgab.

Skinny dirigierte ihn ein wenig hin und her, bis er ihn in der richtigen Position hatte – auf den Knien, seitlich zum Spiegel und mit dem Gesicht zur Wand.

In der Reflektion konnte Peter sehen, wie Skinny den Blick über seinen Körper gleiten ließ. Es war nicht unangenehm, doch er war sich einmal mehr übermäßig der Tatsache bewusst, dass Skinny nicht einmal sein T-Shirt ausgezogen hatte.

Skinny kletterte hinter ihm aufs Bett, zog mit einer harschen Bewegung Peters Beine ein weniger weiter auseinander. Ein seltsames Gefühl der Verletzlichkeit machte sich in Peter breit.

Schweigend und nicht besonders rücksichtsvoll bereitete Skinny ihn vor – Peters schweres Atmen und das Geräusch, das Skinnys Finger und das kalte Gel machten und an das Peter sich wahrscheinlich nie wirklich gewöhnen würde, hallten in seinen Ohren wider.

Die ganze Zeit konnte Peter im Spiegel jede von Skinnys Bewegungen beobachten. Als Skinny besonders grob in ihn hinein stieß – die Dehnung für einen Moment in Schmerz umschlug – stöhnte Peter, und ohne dass er es so recht merkte, schlossen sich seine Augen und er senkte den Kopf.

Mit lautem Klatschen traf Skinnys flache Hand seinen Hintern und Peter schreckte wieder auf.

„Ich habe gesagt, lass die Augen offen!“ Die Drohung in Skinnys Stimme sollte Peter Angst machen.

Er konnte nur nicken, und zwang sich, den Kopf wieder zu heben. Er sah und spürte, wie Skinny sich ein Stück zurück zog, die Finger an der Bettdecke abwischte, und sich endlich zumindest des T-Shirts entledigte.

Selbst im Halbdunkel konnte Peter einen großen blauen Fleck auf Skinnys rechter Seite sehen, doch als er ansetzte, etwas dazu zu sagen, fing Skinny seinen Blick auf und schüttelte den Kopf.

Er öffnete Knopf und Reißverschluss der Jeans, ohne Peter aus den Augen zu lassen. Der kühle Blick schien sich in Peter hinein zu bohren, und er hatte Mühe, ihm stand zu halten. Doch er traute sich auch nicht, wegzugucken.

Nur das leise Knistern der Folie verriet ihm, war Skinnys Hände taten. Dann umfassten sie wieder Peters Hüfte, zogen sie zurück, und Skinny drang langsam aber unaufhaltsam in ihn ein.

Wieder musste Peter den Impuls bekämpfen, die Augen zu schließen, damit er sich ganz auf die Empfindungen konzentrieren konnte.

Skinny nahm einen steten Rhythmus auf, weniger hart und weniger schnell als Peter es erwartet hatte. Andererseits sollte er vielleicht nicht überrascht sein – schließlich hatte Skinny schon angekündigt, dass sie alle Zeit der Welt hatten.

Es war ungewohnt, und der Ausdruck auf Skinnys Gesicht sagte ihm, dass es eine ganz bewusste Art der Folter war – nicht genug, nicht das, was sie beide eigentlich wollten.

Jeder Versuch von Peter, Skinny weiter entgegen zu kommen, das Tempo zu erhöhen, wurde durch den harten Griff vereitelt, mit dem Skinny noch immer die Finger in die dünne Haut über Peters Hüftknochen grub.

Es machte Peter wahnsinnig.

Und dann schien Skinny plötzlich in Redelaune zu kommen.

Ohne den Rhythmus zu verändern, begann er zu reden und seine Worte tropften über Peters Haut wie giftiger Honig.

„Was würden deine kleinen Freunde wohl sagen, wenn sie dich jetzt sehen könnten, hm?“, erkundigte Skinny sich betont heiter. Doch der böse Unterton ließ Peter erschaudern. „Wenn sie sehen könnten, wie du die Beine für mich breit machst?“

Die Erniedrigung sollte ihn nicht so sehr erregen, wie sie es tat. Er stöhnte, drängte sich zurück gegen Skinny, und Skinny lachte herablassend.

„Oder hast du es ihnen inzwischen gesagt?“, fragte Skinny. Wieder fand sein Blick im Spiegel Peters, und Peter schüttelte stumm den Kopf.

„Das wäre bestimmt auch ein lustiges Gespräch“, überlegte Skinny laut, „Ihnen zu erzählen, dass du dich gerne von mir ficken lässt.“

Langsam wurde Skinnys Stimme angestrengt, rauer und atemloser, und jedes Wort schien sich in Peter hinein zu bohren. Er schämte sich dafür, wie gerne er Skinny so reden hörte.

„Was meinst du“, flüsterte Skinny, zerrte Peter mit einer Hand um seine Kehle gegen seine Brust, „was würden sie von dir denken?“

Er verstärkte den Griff um Peters Hals, drückte ihm nur ein wenig die Luft ab. Peters Atem wurde schwerer und er konnte im Spiegel Skinnys Grinsen sehen.

„Du bist mir gerne ausgeliefert, oder?“, fragte Skinny und drückte wie zur Untermalung ein bisschen stärker zu.

Peter konnte nur nicken, nicht mal eine Stöhnen kam aus seinem Mund.

Skinnys Tempo wurde schneller, härter, kam endlich dem nahe, wie sie es beide am liebsten hatten. Seine freie Hand legte sich um Peters Erektion, nahm den Rhythmus auf.

„Du bist ne kleine Schlampe, Schisser“, presste Skinny hervor, „So eine brave kleine–“

Er brach ab, fluchte heiser.

Peter hatte inzwischen  den Fokus für die Umwelt verloren, konzentrierte sich nur noch auf Skinnys Berührung, wie er sich in ihm bewegte, und auf das Gefühl, das sich tief in ihm aufbaute.

Er kam mit einem erstickten Laut, die Finger in seine Oberschenkel gekrallt, und Skinnys Stöhnen im Ohr.

Ein, zwei Herzschläge später brach Skinnys hastige Bewegung ab. Seine Finger krallten sich um Peters Kehle und er fluchte wieder.

Einen Moment verharrten sie so. Dann löste Skinny langsam seinen Griff von Peters Hals. Beinahe sanft schob er ihn von seinem Schoss.

„Du solltest doch weiter in den Spiegel gucken“, sagte er ohne Vorwurf.

Peter angelte nach einer Packung Taschentücher, warf ihm dann einen vorsichtigen Blick zu – versuchte seine Laune abzuschätzen. „Das wäre einfacher gewesen, wenn ich tatsächlich den Kopf hätte drehen können.“

Skinny lachte. Er verschwand kurz im Bad, bevor er sich lang aufs Bett fallen ließ. Nach kurzem Zögern rutschte Peter neben ihn. Kommentarlos legte Skinny den Arm um ihn, und Peter gefiel sich in der Vorstellung, dass Skinny nur seine Wut hatte loswerden müssen, und nun wäre alles wieder in Ordnung zwischen ihnen.

Schon wieder zündete Skinny sich eine Kippe an – so viel wie heute hatte Peter ihn noch nie am Stück rauchen sehen.

Offenbar ohne darüber nachzudenken reichte er die Zigarette an Peter weiter und für eine Weile teilten sie sie in Frieden.

Dann fiel Peter Skinnys hämischer Kommentar wieder ein. Über Justus und Bob, und ob sie Bescheid wussten.

„Willst du, dass ich es ihnen sage?“, fragte er leise, bevor er darüber nachdenken konnte, ob das eine gute Idee war

Es war ihm lieber, ihre… Beziehung vor seinen Freunden geheim zu halten, und bisher hatte er immer das  Gefühl gehabt, Skinny ginge es genauso. Aber wenn er das Versteckspielen leid war...

Skinny zog an der Zigarette. Ohne Peter anzusehen antwortete er: „Das ist mir sowas von scheißegal.“

Irgendwie hatte Peter das Gefühl, dass er log. Aber er konnte beim besten Willen nicht sagen, aus welcher Richtung – wollte er es offiziell machen? Oder wollte er es unter allen Umständen geheim halten?

Aber es war offensichtlich, dass er keine andere Antwort aus Skinny heraus bekommen würde. Also kuschelte er sich bloß an ihn, legte den Kopf auf seiner Schulter ab.

Wieder fiel ihm der blaue Fleck auf. Sanft fuhr er mit den Fingerspitzen über die Verfärbung. Skinny zuckte zusammen, ließ es dann jedoch geschehen.

„Frag nicht“, sagte er leise, bevor Peter auch nur den Mund öffnen konnte.

Sie versanken erneut in Schweigen, und Peter war kurz davor, wegzudämmern. Da bewegte Skinny sich, sah ihn an, und hatte plötzlich wieder diesen fröhlich-spöttischen Gesichtsausdruck, den Peter mehr vermisst hatte, als ihm klar gewesen war.

„In der Tasche sind Fesseln“, bemerkte Skinny grinsend und nickte zu seiner Sporttasche, „falls du nachher Lust auf noch ne Runde hast.“

Und Peter musste lachen, während ihm gleichzeitig ein Schauer über den Rücken lief.


[Teaser: Das nächste Kapitel ist für Valtentinstag geplant ;) ]
Review schreiben