Die Sonne des Südreichs - MMFF

MitmachgeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
14.07.2019
30.06.2020
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ACHTUNG! Wer hat eine Mutter der Sternfamilie im Nordreich oder im Südreich reserviert? Bitte schreib mich an, wenn eine dieser Reservierungen deine ist! Ich habe bei ihnen nämlich den Überblick verloren und sowohl im Nordreich als auch im Südreich sind deswegen die Mütter der SF geschlossen und es kommt kein Steckbrief. WENN SICH BIS 7. JULI NIEMAND MELDET, WERDE ICH DIESE RESERVIERUNGEN AUFLÖSEN.

15. Kapitel – neues Leben (Nebelherz, Heiler der Sternfamilie, Südreich)
Die Sonne stand hoch am Himmel und schickte ihre heißen Strahlen auf die Welt. Die Katzen der Sternfamilie waren in den Schatten der Felsen geflüchtet. Auch Nebelherz saß unter einem Felsvorsprung und genoss den Schatten. Er hatte die hellblauen Augen nur halb offen und döste vor sich hin. Um diese Tageszeit war es einfach zu heiß zum Arbeiten.
Eine dunkelbraune Kätzin kam aus der Kinderstube und näherte sich dem Hellgrauen. Dieser grüßte sie: „Hallo, Lorbeerherz! Hat dir deine Rasselbande etwas Ruhe gegönnt?“ Er setzte sich auf und die Heilerin, die seit einiger Zeit Mutter war, ließ sich neben ihm nieder.
„Ja, ausnahmsweise“, schnurrte Lorbeerherz. „Wachtelstern hat sich bereit erklärt, ein Auge auf sie zu haben, wenn sie aufwachen.“ Der Heiler nickte und richtete seinen Blick auf das türkisblaue Wasser der Lagune, welches leicht ans sand- und kiesbedeckte Ufer schwappte.
Am anderen Ufer sah er Morgenstern und Mistelfleck leise miteinander reden. „Sie scheinen sich äußerst gut miteinander zu verstehen“, bemerkte Lorbeerherz. „Wirklich gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass er irgendwann einmal Mond wird.“ Nebelherz bedeutete ihr seine Zustimmung nur durch ein Nicken. Meistens redete sie weitaus mehr als er, was ihn aber keineswegs störte.
„Bei Federstern ist es bald soweit“, miaute die Dunkelbraune nun. „Es rumpelt in ihrem Bauch, sagt sie.“
„Vielleicht kommen die Jungen ja schon heute“, meinte Nebelherz. „Haben wir Borretsch parat?“
„Ich habe heute morgen schon nachgesehen“, erklärte sie. Er nickte und sah dann wieder den leichten Wellen zu. Er mochte es sehr an der Lagune, dass sie meist so ein friedliches Bild war.
Plötzlich durchbrach ein Schrei die Idylle. Beide Heiler der Sternfamilie sprangen auf und riefen gleichzeitig: „Federstern!“ Die Geburt ging los.
Nebelherz sah Farnherz in der Kinderstube verschwinden. Der Bruder der Sonne, der auch der angesehenste Heiler des Reiches war, war bereits bei der gebärenden Mutter. Ein größerer Katzentrupp kam aus dem Bau, es waren die anderen Mütter mit ihren Jungen. Der Hellgraue trabte schnell zur Heilerhöhle und schlüpfte durch den Tunnel.
Seine Augen mussten sich erst einmal an die Dunkelheit gewöhnen, die im hinteren Teil des Baues, dem Kräuterlager, herrschte. Das Plätschern des schmalen Rinnsals, das hier in einen kleinen Teich mündete und nur ein kleiner Seitenarm des Baches, der in der Lagune die Oberfläche erreichte, war, war das einzige Geräusch neben den schnellen Schritten des Katers.
Lorbeerherz hatte Recht gehabt; genau dort, wo man im Kräuterlager als erstes hinsah, lag ein Büschel frischer Borretsch. Nebelherz nahm die haarigen Blätter ins Maul und verließ die Höhle wieder. Er musste blinzeln – der Lichtunterschied zwischen draußen und drinnen war enorm.
In der Kinderstube hockte Farnherz neben Federstern und sprach beruhigend mit ihr. Immer wieder zuckte sie zusammen und ihre Augen sprachen Schmerz aus. Nebelherz legte die Kräuter neben ihrem Nest ab. Sie sollten die Milcherzeugung anregen, was bedeutete, dass sie sie erst nach der Geburt essen musste. Die Schwarze keuchte: „Holt… Häherflug! Sagt … ihm, dass seine … Jungen kommen!“
Aha, Häherflug also. Der Jäger war seines Wissens sehr pflichtbewusst und diszipliniert, aber auch verschlossen. Er war etwas überrascht, dass er der Vater war, aber er hatte kein Problem damit, wenn Katzen aus dem Volk mit Katzen der Sternfamilie Junge bekamen. Er verließ die Kinderstube und eilte auf einen braun gefleckten Kater zu. Moorflug war ein Bote; das Überbringen der Nachricht war seine Aufgabe.
„Moorflug. Suche Häherflug und sag ihm, dass Federsterns Junge gerade geboren werden. Er ist ihr Vater“, trug er ihm schnell auf. Der Bote nickte, drehte sich dann um und verließ den Lagunenfelsen. Der Heiler kehrte wieder in den Bau für die Mütter und ihre Jungen zurück.
Gerade, als er in die dämmrige Höhle eintrat, stieß Federstern einen lauten Schrei aus und sank dann in ihr Nest zurück. Ein kleines, grau gestreiftes Bündel rutschte neben ihr ins Nest, das erste Junge. Sie betrachtete es und schnurrte liebevoll. Farnherz hob es vorsichtig hoch und begann, es sauber zu lecken. „Es ist eine Kätzin“, verkündete der rote Kater.
Nebelherz trat zu der Mutter und begann, ihren Bauch abzutasten. Er war noch immer stark geschwollen. „Es kommen noch mindestens zwei“, erklärte er. Da setzte auch schon die nächste Wehe ein. Federstern stöhnte schmerzerfüllt und biss die Zähne aufeinander. Der Hellgraue entdeckte die Bruchstücke eines kräftigen Astes neben dem Nest und reichte ihr ein Stück, auf das sie sofort biss.
Nach einer weiteren Wehe lag das nächste Junge im weichen Nest. Es war eine weitere Kätzin, ebenfalls grau. Der Hellgraue nahm sie aus dem Nest und begann, sie mit kräftigen Zungenstrichen zu putzen. Ihr kleines Herz pochte schnell und sie riss ihr Maul zu einem schwachen Maunzen auf. Sie ist so niedlich! Nebelherz liebte Junge.
„Federstern?“ Ein dunkelgrau getigerter Kater erschien am Eingang der Höhle und kam hereingeeilt. Der vom schnellen Lauf zum Lagunenfelsen keuchende Häherflug wirkte erst, als würde er sich ein bisschen Fehl am Platz fühlen, doch als er seine Gefährtin und die beiden Jungen erblickte, wurden seine Augen groß.
„Häherf-“ Federstern wollte den Jäger begrüßen, wurde jedoch unterbrochen und schnappte nach Luft. Das nächste Junge war geboren, es war ein grauer Kater mit schwarzen Flecken.
„Sauber lecken“, befahl Farnherz und legte dem Vater den Sohn vor die Pfoten. Erst bewegte er sich vor Rührung nicht und Nebelherz musste ihn anstoßen, um ihn in die Gegenwart zurückzuholen.
Die Schwarze seufzte: „Ich denke, das sind alle.“ Nebelherz reichte ihr den Borretsch. Kurz darauf lagen die drei Jungen wieder im Nest ihrer Mutter und saugten gierig an ihren Zitzen. Die junge Kätzin sah sehr erschöpft aus, aber sie strahlte und konnte den Blick nicht von ihrem Nachwuchs abwenden. Häherflug leckte ihr liebevoll über die Ohren und bewunderte seine Jungen ebenfalls.
„Ich kann mir keinen schöneren Wurf vorstellen“, flüsterte Federstern. Ihre Stimme war schwach, aber trotzdem voll Glück.
„Alle haben unsere weißen Pfoten und die weiße Schwanzspitze“, schnurrte Häherflug, „aber auch, wenn uns kein einziges ähnlich sehen würde, währen sie sicher genauso großartig. Du hast das wunderbar gemacht.“
Auch Nebelherz schnurrte. Er liebte es, zu sehen, wie neues Leben auf die Welt kam. Er konnte das Glück der frischgebackenen Familie gut mitempfinden. Er sah mehrere neugierige Augenpaare am Baueingang – die anderen Jungen interessierten sich für ihre neue Baugefährten.
„Farnherz“, miaute Federstern, „Häherflug soll bitte noch hierbleiben. Ich möchte jetzt schlafen.“ Dann schloss sie ihre blauen Augen. Farnherz stimmte zu, dann nickte er Nebelherz zu und verließ die Kinderstube. Der Hellgraue würde noch ein wenig bei der Familie bleiben.
Auf einmal riss Federstern ihre Augen weit auf und jaulte auf. Nebelherz war sofort an ihrer Seite. „Es kommt noch eines“, miaute er besorgt. Es war kein sehr gutes Zeichen, wenn ein Junges so klein war, dass es erst nicht bemerkt wurde und dann auf sich warten ließ. Die Kätzin zuckte immer wieder zusammen und stöhnte, das Kleine machte es ihr nicht einfach. Häherflug und Nebelherz sprachen beruhigend auf sie ein, aber den Katern war klar, dass die Situation nicht so war wie die Geburt der Geschwister des vierten Jungen.
Sie machte eine ruckartige Bewegung, als sie von einer weiteren Schmerzwelle überrollt wurde. Farnherz, der bereits wieder herbeigeeilt war, nahm die drei Neugeborenen sicherheitshalber wieder aus dem Nest, damit sie nicht versehentlich verletzt wurden, wobei sie heftig protestierten.
Endlich lag das Vierte neben seiner Mutter. Es war eine Kätzin, die aussah wie eine Miniaturausgabe von Federstern. Sie bewegte sich nicht. Stille herrschte im Bau. Nebelherz beugte sich vor und leckte Klein-Federstern kräftig, aber vorsichtig ab. Würde es überleben? Nach einer gefühlten Ewigkeit bangen Wartens schlug das Junge mit der Pfote nach Nebelherz. Der Heiler schnurrte und legte es an den Bauch seiner Mutter, wo es sofort zu saugen begann.
Farnherz tastete nun Federsterns Bauch ab und stellte fest, dass nun wirklich Schluss war. Alle im Bau waren erleichtert. Die vier Kätzchen stießen sich immer wieder gegenseitig an, um an die besten Plätze zu gelangen.
Nebelherz war wie bei jeder Geburt aufs Neue fasziniert. Diese vier winzigen Kätzchen waren soeben aus Federstern herausgekommen. Sie würden mal so groß wie er werden und drei von ihnen würden vielleicht mal selbst Junge zur Welt bringen.
Und wie bei jeder Geburt stellte er sich diese Frage: Was wird das soeben begonnene Leben diesen vier Jungen bringen?
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