Beyond 84 Charing Cross Road - Übersetzung

von Telda
GeschichteDrama, Romanze / P18
Hermine Granger Severus Snape
14.07.2019
02.09.2019
33
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Dieses Kapitel
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Hey^^
ich habe mir für zwischendurch mal wieder ein Übersetzungsprojekt vorgenommen. Diese Geschichte stammt von der wunderbaren darnedchild und entstand aus einem abgebrochenen Rollenspiel. Sie besteht aus 33 Kapiteln und um die 120.000 Worten.

Ich werde so etwa jede Woche ein neues Kapitel hochladen - wenn ich es nicht früher schaffe. Viel Spaß^^
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AN: Einigen von Euch wird der Hauptort unserer Geschichte vielleicht bekannt sein. Charing Cross Road 84 ist eine ziemlich bekannte Adresse, auch wenn es nicht mehr der Sitz des Muggelgeschäftes Marks & Cohen ist. Es wird wahrscheinlich eine Überraschung für etliche von Euch sein zu entdecken, dass es nicht der ursprüngliche Buchladen ist. 84 5/6 war und ist der Sitz von Marks and Sons, einem von Magiern genutzten Antiquariat, gegründet im Jahr 1900, zwanzig Jahre, bevor Marks & Cohen ihre Türen öffneten und befindet sich nur wenige Schritte neben der Charing Cross Road 84.
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An diesem speziellen Tag stieß ein schwarzer Falke herab und hinterließ einen Brief, adressiert an den neuen Manager von Marks and Sons, auf dem Ladentisch. Ohne innezuhalten drehte er wieder ab und flog davon.

Ein junger Mann hob das Schreiben auf, brauchte einen Augenblick, um festzustellen, für wen der Brief bestimmt war und warf ihn in einen Korb unter dem Tresen. Schließlich fand der Korb und sein Inhalt seinen Weg in ein kleines Büro gleich neben dem Verkaufsraum und auf den Schreibtisch der leicht verblüfften – und mehr als nur ein wenig überarbeiteten – Managerin, wo das Schreiben endlich geöffnet und gelesen wurde.

15. Dezember 1999

Marks and Sons
84 5/6 Charing Cross Road

Mein Herr oder meine Dame,

dieses Schreiben findet seinen Weg in Ihr Geschäft in der wohl vergeblichen Hoffnung, dass Ihre Fähigkeiten die Ihres Vorgängers übertreffen. Eine Bücherliste ist beigelegt. Gebraucht, jedoch wird guter Zustand vorausgesetzt. Der Preis ist hierbei entscheidend. Ich bin nicht bereit mehr als den Betrag zu zahlen, der hinter jedem Titel aufgeführt ist. Mir sind die in Betracht zu ziehenden Preise bekannt. Ich halte sie für fair und werde diese von meinem Konto bei Ihrem Geschäft abzuziehenden Beträge nicht infrage stellen. Sie sollten in kürzester Zeit per Nachnahme-Eule zugestellt werden.

Höflichst

Simon Sopophorous


Mit einem Seufzer und einem Augenrollen legte die Managerin den Brief in ihre „To do“- Ablage und wandte sich dem Rest der Korrespondenz zu. Aus dem einen oder anderen Grund vergingen etliche Tage, bevor sie dazu kam eine Antwort zu schreiben.

21. Dezember 1999

Simon Sopophorous

London

Mister Sopophorous,

verzeihen Sie bitte die Verzögerung bei der Beantwortung Ihres Schreibens vom 15ten dieses Monats. Ihre Liste ist umfangreich und ich wollte mich mit den fraglichen Titeln erst selbst vertraut machen, bevor ich antworte.

Die meisten der Bücher, die Sie suchen, wurden seit Jahrzehnten, in einigen Fällen sogar beträchtlich länger nicht mehr verlegt. Eine größere Anzahl scheint das Produkt ziemlich obskurer Autoren und spezialisierter Verlagshäuser zu sein, was mich annehmen lässt, dass sich nur eine begrenzte Anzahl davon in Umlauf befindet.

Mister Sopophorous, ich versichere Ihnen, dass die Mitarbeiter von Marks and Sons – sowohl die früheren als auch die jetzigen – unseren Ruf der Kundenzufriedenheit sehr ernst nehmen und dass jede Anstrengung unternommen wird, alle Titel auf Ihrer Liste so schnell wie möglich zu beschaffen.

Hochachtungsvoll

Hermione Granger
Marks and Sons

Postscript: Beiliegend ein Angebot für zwei Bände von Ihrer Liste. Die Liefereule sollte heute Nachmittag eintreffen. Wenn der Zustand der Bücher zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt, wird Ihr Konto am Abend belastet.

H.G.

oOoOoOo

Den Umschlag mit dem Logo von Marks and Sons aufzuschlitzen nahm nur einen Augenblick in Anspruch und nachdem das erledigt war, setzte Simon sich an seinen Schreibtisch, um zu lesen. Eine Augenbraue hob sich und ein kleines Grinsen verzog seinen Mund, als er die Unterschrift am Schluss sah. Simons Augen wanderten wieder nach oben, um den Brief etwas langsamer zu lesen.

Immer noch das Bedürfnis, ihr Wissen zur Schau zu stellen, wie ich sehe.

Die Verteidigung gegen den Außenseiter ist ein ebenso unverwüstlicher Charakterzug.

Schade!

Man sollte meinen, sie wäre dem inzwischen entwachsen.

Mr. Weasley muss der Schlinge entkommen sein, oder sie vertritt die modernen Ansichten und hat ihren Mädchennamen behalten.

Ein leeres Pergament heranziehend, begann Simon mit einem Grad an Erwartung zu schreiben, den er schon seit vielen Jahren nicht mehr gespürt hatte. Ein kleines Lächeln zupfte an seinem Mundwinkel.

21. Dezember 1999

Marks and Sons
84 5/6 Charing Cross Road

Miss Granger,

ich bin kein Medi-Magier, also werden Sie meine Diagnose kaum ernst nehmen, bis Sie sie verifiziert haben, aber Sie sollten in Erwägung ziehen, sich eine Brille zuzulegen.
Wenn Sie sich meinen ersten Brief in Erinnerung rufen, werden Sie feststellen, dass ich schrieb, ich sei mit diesen Bänden vertraut. Mir ist sehr wohl bewusst, dass sie das sind, was als selten bezeichnet werden kann, daher meine Unzufriedenheit mit den Bemühungen Ihres Vorgängers.

Wenn Sie der Meinung sind, diese Aufgabe übersteigt Ihre oder auch die Fähigkeiten jedes anderen derzeit Beschäftigten bei Marks and Sons, lassen Sie es mich schnellstens wissen und ich werde bestrebt sein, einen kompetenten Buchhändler zu finden.

Die Bände, die Sie zu finden geschafft haben, sind akzeptabel.

Höflichst

Simon Sopophorous
oOoOoOo

Hermione erkannte, dass ihre linke Hand sich selbstständig gemacht hatte und den Rahmen ihrer Lesebrille geraderückte und zog eine Grimasse.

Wie konnte es dieser – dieser Kunde – wagen zu unterstellen, dass etwas mit ihrem Leseverständnis nicht stimmte. Sie hatte lediglich versucht zu erklären, warum sie die meisten seiner gewünschten Bücher nicht am Lager hatten – und sich nicht entschuldigen wollen für…

Ihre Grimasse verwandelte sich in ein Starren, während sie nach einem Stück Pergament und ihrer Feder griff. Hermione war auf halbem Wege, diesem Sopophorous mitzuteilen, er solle zum Teufel gehen und seine Geschäfte anderswo betreiben, da er in ihrem Geschäft nicht länger willkommen wäre – aber sie wusste, sie würde es nicht tun. Sie hatte seinen Einkaufsverlauf seit seiner ersten Anfrage durchgesehen, und obwohl er nicht jeden Monat exorbitante Summen von Galleonen ausgab, hatte er im letzten Quartal etliche Käufe getätigt – und wer weiß wie lange schon.

Sicher sind nicht alle Eulenbestellungskunden so charmant wie der?

21. Dezember 1999

Simon Sopophorous

London

Mister Sopophorous,

wenn Sie sich meinen früheren Brief ansehen, werden Sie bemerken, dass jede Anstrengung unternommen wird Ihre Anforderungen zu erfüllen.
Ihre Bände werden so schnell wie möglich aufgetrieben und zum Kauf angeboten, wenn man die Herausforderung bedenkt, die in der Seltenheit besagter Bücher besteht – und die uns beiden bewusst ist, wie klar dargestellt wurde.

Hochachtungsvoll

Hermione Granger
Marks and Sons

oOoOoOo

Ein nahezu unhörbares Lachen gluckste tief in Simons Kehle, als er das letzte Schreiben von Miss Granger durchging. Er war schon seit einer ganzen Reihe von Jahren nicht mehr so amüsiert gewesen. Ihr Brief lag auf dem Tisch und Simons Augen wanderten in die Ferne, während er überlegte, was er als Antwort schreiben würde.

Die Löwin hat definitiv ihr Fell gesträubt.

Was wäre, wenn…

Ja.

22. Dezember 1999

Marks and Sons
84 5/6 Charing Cross Road

Miss Granger,

ich muss zugeben, Ihr letztes Schreiben hat mich ein wenig – nostalgisch gestimmt. Ich bin sicher, Sie wollen nicht wissen, worauf ich mich beziehe, aber es hat die Sehnsucht nach den entgegenkommenderen, freundlicheren Zeiten geweckt, als die einfache Anfrage eines Kunden von Seiten des Verkaufspersonals und des Managements mit einer nahezu dankbaren Attitüde erfüllt wurde, einer Zeit, als der Kunde noch als der Grund dafür anerkannt wurde, dass jeder Laden ein blühendes Geschäft hatte.

Ich muss wohl dieses besondere Phänomen ein wenig erforschen, dass Kunden jetzt so etwas wie eine Störung darstellen und schauen, ob es dafür irgendein Interesse gibt – auf Seiten der Ladenbesitzer natürlich - indem sie ihre Verkäufer zum Unterricht einladen, um diesen unangenehmen Trend umzukehren. Bis dahin finden Sie anliegend auf separatem Blatt zwei Titel, die sich mit Geschäfts-Etikette befassen und der Liste der von mir angefragten Bücher hinzugefügt werden sollen.

Höflichst

Simon Sopophorous

Entgegen ihrem ersten Impuls loszugehen und Mister Sopophorous den Kopf zu waschen, dachte Hermione, dass es das Beste wäre, seinen Brief zur Seite zu legen und ihn für den Rest des Tages zu ignorieren. Besser das als dass ihre Frustration – die sie so heftig seit ihren Schultagen nicht mehr gespürt hatte – dazu führte, dass sie etwas schrieb, das sie nur bereuen und den Geschäftsinhabern einen Grund liefern würde, ihre Entscheidung anzuzweifeln, sie zur Managerin gemacht zu haben.

Die nächsten zwei Tage verbrachte sie damit, das Personal bei dem Ansturm der Käufer zu unterstützen, die noch ein Geschenk auf die letzte Minute oder etwas für die Weihnachtsstrümpfe suchten und Hermione meinte, sie hätte keine Zeit, sich mehr als nur einen oder zwei Augenblicke mit der Plage zu befassen, die Mister Sopophorous darstellte.

Erst etliche Tage nach den Feiertagen war Hermione bereit, ihren Stift auf das Pergament zu setzen.

Es gibt nur einen Weg, damit umzugehen. Erdrücke ihn mit Höflichkeit.

Und hoffe, dass er daran erstickt.

28. Dezember 1999

Simon Sopophorous

London

Mister Sopophorous,

ich bin hocherfreut Sie informieren zu können, dass beide Titel, die Sie in Ihrer letzten Korrespondenz aufführten, diesen Nachmittag an Ihre Adresse geliefert werden. Keins der Bücher ist gebraucht, fürchte ich, aber da wir Sie hier bei Marks and Sons als einen solch geschätzten Kunden betrachten, habe ich besondere Arrangements getroffen, um Ihnen diese beiden Bücher zum Discountpreis anzubieten. Ich denke, Sie werden feststellen, dass der Preis für jedes Buch in makellosem Zustand mit dem Preis eines gebrauchten Buches vergleichbar ist.

Ihr Anliegen bezüglich weiterer Ausbildung meines Mitarbeiterstabes ist sehr anrührend. Ich habe der Angelegenheit einiges Nachdenken gewidmet und stimme Ihnen zu, dass wir zusätzliches Training dazu anbieten, unseren Gönnern am besten zu dienen.

Hermiones Lippen kräuselten sich aufwärts, als sie über das Seminar nachdachte, das sie vorhatte ihren Vorgesetzten vorzuschlagen - „Der Kunde hat immer recht und andere Irrtümer: Mit anspruchvoller Kundschaft im heutigen Markt umgehen“.

Wir sollen nach dem Jahreswechsel eine Sendung seltener Tränkeschriften erhalten und ich habe Grund zu der Annahme, dass zumindest einer Ihrer Titel darin enthalten ist.

Mit freundlichsten Grüßen

Hermione Granger

Marks and Sons

oOoOoOo


Hermiones Antwort auf Simons Hetzerei erreichte ihn nach einer besonders schlechten Nacht mit wenig oder gar keinem Schlaf. Er war nicht einmal in der Stimmung zu versuchen, die junge Hexe weiter auf die Palme zu bringen, als er die Worte las, die er voller Verzweiflung ein paar Stunden zuvor geschrieben hatte.

Warum träume ich immer noch von Dir, Lily? Wie müssen die letzten Minuten Deines Lebens gewesen sein?

Es gibt Zeiten, da wünschte ich, ich könnte davon träumen, was hätte sein können, wenn ich meine Zunge im Zaum gehalten und Dich nicht mit dieser gemeinen Bezeichnung belegt hätte. Es könnte mir den Mut verleihen, diese Farce eines Lebens zu beenden und zu Euch allen auf der anderen Seite zu kommen. So wie es ist, befürchte ich, dass meine Rückkehr als Geist meine einzige "Belohnung" für erbrachte Dienste sein könnte. Ein unendlicher Weg, für immer nach Erlösung suchend.

Dein Sohn lebt noch, Lily. Was kann ich sonst tun, um die Schuld und das Schuldgefühl meiner Seele zu lindern? Solange der Dunkle Lord noch existierte, waren meine Anstrengungen fast genug. Doch entfernte Echos von Schreien jagen mich aus dem Bett.

Ich liebe Dich noch immer… Ich flehe darum.

Lass mich endlich schlafen.

„Ich werde alt, Yorick“, sagte Simon zu dem großen Rußfalken, der auf der Stange in der Ecke saß, nachdem er das Tagebuch geschlossen hatte. "Ich bin nicht einmal versucht, den Topf ein bisschen mehr umzurühren, bis Miss Grangers Wut überkocht."

Der Kopf des Vogels wippte ein oder zwei mal, als ob er sagen wollte: „Ja.“

„Du brauchst mir nicht zuzustimmen, Du schwarzherziger Bastard“, knurrte Simon, als er aufstand und sich zurück ins Schlafzimmer schleppte. „Ich bin einfach nur müde, nicht tot. Erinnert mich daran, dass ich meinen Willen ändere und Dich Hagrids Halbbruder überlasse. Ein Biss wäre mehr als genug.“

Als er sich hinlegte und seine Augen schloss, schwirrten ihm Hermiones Worte im Kopf herum.

„Wir sollen nach dem Jahreswechsel eine Sendung seltener Tränkeschriften erhalten und ich habe Grund zu der Annahme, dass zumindest einer Ihrer Titel darin enthalten ist.“

„Eine Antwort“, flüsterte er zur Decke. „Bitte – lass‘ eine Antwort in diesem Buch stehen.“