Nothing but Trouble

von KlaraFall
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Palina Rojinski
12.07.2019
15.07.2019
2
3282
4
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Prolog


Klaas lief mit seiner besten Freundin durch die Innenstadt. Eigentlich hasste er shoppen – und das hatte sich auch an diesem Tag nicht geändert -, aber Palina brauchte, ihrer Aussage nach, dringend seine Beratung. Sie war wegen ihres bevorstehenden Dates sowieso schon völlig von der Rolle, daher tat Klaas ihr den Gefallen. Zudem erfüllte er damit wunderbar das Klischee eines schwulen, besten Freundes.
„Gut... I-Ich glaube, ich habe alles...“, meinte Palina irgendwann und Klaas Jokote bestätigend, nahm ihr pflichtbewusst die letzte Tüte ab.
„Dann lass uns noch einen Kaffee trinken gehen.“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, zog er sie mit der freien Hand in ein Café. „Latte Macchiato?“

***

Joko lehnte sich gelangweilt in seinem Stuhl zurück, nippte zum wiederholten Male an seinem schwarzen Kaffee. Ein Tag, an dem einfach nichts zu tun war, außer die Zeit tot zu schlagen und ein paar Leute zu beobachten. Hin und wieder hatte er schließlich das Glück einen zumindest halbwegs interessanten Mann zu treffen. Und vielleicht sollte ihm dieses Glück heute treu bleiben.
Der 20jährige setzte sich etwas auf, als ein junger Mann – etwa in seinem Alter, vielleicht ein kleines bisschen jünger – das Café betrat, rollte aber mit den Augen, als eine junge Frau ihm folgte. Erstes Date? Weniger wahrscheinlich, schließlich war der Fremde die Ruhe selbst. Und er sah bemerkenswert gut aus...

Klaas drapierte Palina auf einem Stuhl und ging dann selbst zur Theke um den Latte Macchiato und einen Tee mit Milch zu bestellen. Da es recht leer war und er schnell bedient wurde, nahm er das Tablett einfach selbst mit. Doch auf dem Rückweg zu seinem Tisch fiel ihm ein anderer Mann ins Auge. Blonde Haare, dafür dunkle Augen und ein markantes Gesicht. Ihre Blicke trafen sich nur für eine winzige Sekunde, doch dieser Moment reichte für Klaas aus, um über seine eigenen Füße zu stolpern und die eine Hälfte von Palinas Getränk über den Tisch des Fremden, die andere Hälfte über den Mann selbst zu kippen.
„Oh fuck, das... Das tut mir wirklich leid!“
Der Fremde sprang auf, stieß einen kurzen Fluch aus, gab gleichzeitig freien Blick auf seinen muskulösen Bauch, auf dem sich sein nasses T-Shirt spannte. Ein wütender Blick aus stechend braunen Augen traf Klaas. Doch dann schlich sich ein sanftes Lächeln auf seine Mundwinkel. „Ist schon okay.“
Klaas sah ihn einen Moment überrascht an, griff dann hastig nach einer Serviette um den Tisch abzutrocknen.
„Kann ich das wieder gut machen?“
„Ist das der Moment, in dem ich nach deiner Handynummer frage?“
Der 19jährige sah überrascht auf und direkt in ein amüsiert grinsendes Gesicht, dass nur ein paar Zentimeter neben seinem war. Röte schoss in seine Wangen.
„Wenn du das willst...“
„Wenn du mir auch deinen Namen dazu spendierst...“
„Klaas...“, murmelte Klaas unsicher. „Und du?“
„Joko.“ Er lächelte, zog sein Handy aus der – zum Glück trockenen – Hosentasche. „Also?“
Klaas diktierte ihm seine Nummer und lächelte leicht, fasste sich aber recht schnell, als Joko ihn wieder ansah und das Smartphone in die Tasche zurück gleiten ließ.
„Ich sollte mal einen neuen Latte holen und zu Palina zurück, glaube ich...“
„Deine Freundin?“
„Beste Freundin“, betonte Klaas und wieder grinste Joko.
„Also... man hört sich.“ Er leerte den Rest seines mittlerweile kalten Kaffees und verschwand dann aus dem Café, ohne das leise „Tschüss“ zu hören, das Klaas ihm hinterher hauchte.


Auf dem ganzen Weg zurück in seine Studentenwohnung dachte Klaas nur an Joko. Ob dieser sich wirklich bei ihm melden würde?
Erst gegen sieben Uhr klingelte sein Handy endlich und eine unbekannte Nummer erschien auf dem Display.
„Ja, bitte?“
„Hallo, schöner Mann.“
Joko.
„Hallo...“ Beschämt musste Klaas feststellen, dass ihm die Hitze ins Gesicht schoss. Dabei konnte Joko ihn nicht mal sehen...
„Wieder zu Hause oder immer noch auf Shoppingtour mit deiner besten Freundin?“
„Ich bin zu Hause“, antwortete Klaas wahrheitsgemäß und  ignorierte den letzten Teil geflissentlich.
„Lust auf Gesellschaft?“ kam Jokos Stimme vom anderen Ende der Leitung.
Klaas‘ Augen weiteten sich und er hauchte ein schüchternes „Gerne“.
„Soll ich zu dir kommen oder traust du dich in die Höhle des Löwen?“ Das Grinsen war kaum zu überhören und es fiel Klaas auch nicht weiter schwer, es sich bildlich vorzustellen. Joko in seiner Wohnung auf einem stylischen, modernen, dunklen Sofa, dass prima zu ihm passte, zurückgelehnt und mit dem Handy am einen Ohr, den anderen Arm über die Lehne gehängt. In seiner eigenen Wohnung jedoch herrschte Chaos... „Wenn du mir sagst, wo du wohnst, traue ich mich zu dir, Löwe.“
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