Amy Malfoy

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Draco Malfoy Fred & George Weasley Ginevra Molly "Ginny" Weasley Lucius Malfoy OC (Own Character) Seamus Finnigan
11.07.2019
12.07.2019
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Es war ein warmer Augustmorgen. Der Maisonweg lag friedlich da und so auch alle anderen Strassen im nahen Umfeld. Einige Kinder spielten draussen auf der Strasse Fussball. Eine ältere untersetzte Dame führte gerade ihren Hund spazieren, nie hätte irgendjemand gedacht, dass sich hier etwas Übernatürliches, gar Magisches vor ihrer Nase abspielte. Im Allgemeinen wollten die Menschen, welche hier lebten, auch nie etwas Derartiges wahrnehmen. Dafür war ihr Leben viel zu geordnet!
Am Ende der Strasse ragte ein im neobarocken Stil gebautes Haus empor, das sich klar von all den anderen Reihenhäusern abhob. Über die Familie, die darin lebte, zerrissen sich die Vorstadtbewohner gerne die Münder. Was hatte es mit diesen Malfoys auf sich? Man hatte schon einige Nachbarn sagen hören, dass sie die Malfoys nie wirklich zu Gesicht bekommen hätten und falls dies doch je der Fall gewesen wäre, wäre keiner dieser Familie bereit gewesen, sich zu einem Hallo herabzulassen. Viele Kinder in der Umgebung waren der festen Überzeugung, dass es im grossen Herrenhaus der reichen Familie spukte.
Auffällig war ebenfalls, dass keines der zwei Malfoy-Kinder je hinausgekommen war, um mit den anderen Kindern zu spielen. Sie gingen ebenfalls nicht in die örtliche Schule. Sie wurden Zuhause unterrichtet, so war zumindest das Gerücht.
Die grossen Eichen, welche hinter dem Tor hinaufragten, wogten gemächlich im Wind. Ein lautes Klappern durchriss die Stille und wenige Augenblicke später ging ein Licht in einem der unteren Zimmer an. Ein Mann mit langen blonden Haaren erschien kurz vor dem Küchenfenster, ein zorniger Ausdruck auf dem spitzen, blassen Gesicht.
Sekunden später riss Amy ihre Augen auf. Ein lautes Geräusch hatte sie aus ihrem unruhigen von Albträumen durchflochtenen Schlaf gerissen. Es brauchte einen Moment, bis sie begriff, dass sie nur geträumt hatte. Sie schüttelte kräftig den Kopf, als ob es ihr helfen würde zu vergessen. Wie kann man nur solch schreckliche Kopfschmerzen haben?
Amy rieb sich den Kopf und richtete sich auf. Ein Blick auf ihren Wecker verriet ihr, dass sie noch genügend Zeit hatte, sich fürs Mittagessen vorzubereiten. Dennoch erhob sie sich wie von der Tarantel gestochen, um ein passendes Kleidungsstück zu finden. Rot? Nein, das mochte ihre Mutter nicht. Viel zu aggressiv. Vielleicht weiss? Zu unschuldig, würde ihr Bruder wohl sagen... Sie griff nach einigem hin und her nach ihrer Lieblingsfarbe, hellblau. Sie blickte sich einige Sekunden prüfend im Spiegel an. War das wohl seriös genug? Während sie sich frisierte, begutachtete sie, wie ihre hellblauen Augen zu ihrem Lieblingskleid passten. Auf ihre Augen war sie stolz, keine Frage!
Es klopfte laut. Amys Blick schoss panisch zur Türe, welche zum Badezimmer führte und ihr Zimmer mit dem ihres Bruders verband. Ihr nächster Blick galt dem Wecker.
11:55.
„Amy!“
Sie zuckte zusammen, als sie unerwartet die herrische Stimme ihres Bruders nebenan vernahm. Sie atmete einmal tief ein und wieder aus. Sie wollte sich wappnen. Dann wandte sie sich aufgesetzt lächelnd um, um Draco entgegenzutreten, der soeben unaufgefordert eingetreten war – wie er das jeden Tag zigmal machte.
„Ja, Bruder?“, entgegnete Amy übertrieben höflich, wenn nicht sogar ein wenig spöttisch.
Das schien ihm aufgefallen zu sein, denn seine hellen Augenbrauen trafen sich auf der Stirn. Mit drei Schritten hatte er das Zimmer durchquert und sich vor ihr aufgebaut. Seine hellen, gräulichen Augen waren kalt.
„Hier ist deine Liste.“
Er streckte ihr eine Rolle Pergament hin, doch bevor sie diese ergreifen konnte, zog er seine Hand noch einmal zurück.
„Wie sagt man?“
Amy hätte am liebsten die Augen verdreht, doch sie wusste, dass dies wohl kaum klug wäre, deswegen sagte sie zuckersüss und erneut dezent spöttisch:
„Danke?“
Dracos Nasenflügel blähten sich für einen kurzen Moment, dann gab er ihr das Pergament jedoch.
„Seit wann denn so höflich?“, wollte er beinahe schon zynisch wissen.
Amy zuckte mit den Achseln und tat so, um ihm Glauben zu machen, sie wüsse nicht, wovon er redete. In Wahrheit jedoch hatte er Recht. Amy fürchtete, dass sie heute nicht mitkommen dürfte, würde sie auch nur ein Wort gegen ihren Bruder sagen. Heute war der grosse Tag. Sie hatte sich schon Wochen, wenn nicht Monate oder gar Jahre auf den heutigen Tag gefreut. Es gab wenig, das Amy Freude bereiten konnte, doch einzig und allein der Wunsch, ihrem Elternhaus bald für einige Monate im Jahr entkommen zu können, hatte ihr die nötige Kraft und Energie gegeben, die Tage hier zu überleben.
Eines Tages wird alles leichter werden, hatte sie sich Tag für Tag gesagt.
Amy wusste, dass sie sich wohl auch auf diesen Tag gefreut hätte, wenn sie gerne zuhause gewesen wäre. Denn welche junge Hexe oder welcher junge Zauberer sehnte sich nicht nach seinem 11. Geburtstag?
Amy war kein normales Mädchen. Sie gehörte zu einer der ältesten und hochangesehensten Zaubererfamilien Grossbritanniens. Den Malfoys. Die Tatsache, dass alle in der Familie Malfoy magischen Blutes waren, erklärte, weshalb die beiden Kinder nie auf eine örtliche Schule gingen und weswegen sich die Eltern nicht mit den Bewohnern der Strasse abgaben, welche Muggel, also Nicht-Zauberer, waren. In der Familie Malfoy wurde viel Wert daraufgelegt, dass man sich nur mit reinblütigen Zauberern abgab. Alle anderen waren in den Augen ihres Vaters nichts weiter als Abschaum. Er war der Überzeugung, dass sich die Zauberer nie mit den Nicht-Zauberern hätten mischen dürfen, weil diese Abnormalität die Werte der Zauberergemeinschaft mit Füssen treten würde.
Amy war vor einem Monat 11 Jahre alt geworden, noch nie hatte sie einem Geburtstag so sehr entgegen gefiebert. In wenigen Tagen würde sie endlich an die Schule für Hexerei und Zauberei gehen dürfen, nach Hogwarts, um ihre siebenjährige Ausbildung zu beginnen.
„Ich meide nur Streit“, erwiderte Amy und wandte sich von ihrem Bruder ab, da sie wusste, dass dieser sie sonst mit seinem eiskalten Blick festnageln und ihr damit jeglichen Appetit rauben würde.
Draco sagte nichts, da Amy ihm keine Zeit und Möglichkeit liess. Sie eilte aus dem Zimmer, da es in wenigen Minuten Mittagessen geben würde.
Die Essenszeiten mussten stets eingehalten werden. Das gehörte zu den Regeln im Hause Malfoy. Regeln waren hier so omnipräsent wie Dracos süffisantes Grinsen. Amy verabscheute es, sich an Regeln halten zu müssen, doch es brachte nichts, sich ihrem despotischen Vater zu widersetzen.
Amy spürte Dracos kalten Blick im Nacken, als sie den dunklen, kühlen Gang entlangging. Im Hause Malfoy schien es immer Winter zu sein. Die Wärme von aussen drang nicht ins Haus. Es war, als ob die Wände das Sonnenlicht magisch absorbierten. Bloss nicht Licht ind die Finsternis des Hauses bringen!
Als die beiden in den grossen Salon traten, sassen die Eltern bereits am Tisch und schwiegen sich an. Nichts Neues! Ihr Vater las die Zeitung, in welchem alle Neuigkeiten der magischen Kommune in Grossbritannien und Schottland standen, nämlich den Tagespropheten. Sein brustlanges, weissblondes, glattes Haar und der schwarze Umhang liessen seine Haut noch blasser wirken. Amys Mutter hingegen, deren Haut einen gesunden Glanz hatte und deren blonde Haare eher gelblich, statt weisslich waren, bildete einen leichten Kontrast zu dem Rest der Familie.
„Seid ihr schon fertig?“, wollte Lucius Malfoy wissen, ohne nach oben zu sehen.
Draco reckte sich ein wenig, um aufrechter zu stehen.
„Wie du es gewünscht hast, Vater.“
Narzissa Malfoy erhob sich und begutachtete die zwei. Sie strich über eine Falte in Amys Rock und versuchte sie vergebens mit den Fingern glatt zu streichen. Draco, der dies sah, rief laut:
„DOBBY!“
Die Türe, die von der Küche in den Salon führte, sprang sofort auf und der Hauself der Familie Malfoy trat in den Raum und verbeugte sich tief. Es war in der magischen Welt gang und gäbe, dass reiche Familien mindestens einen Hauselfen hatten, welcher gleichgestellt mit einem Diener war. Dobby, dessen grosse Nase bei der Verbeugung den Teppich streifte, ging auf Draco zu und fragte mit piepsiger Stimme:
„Wie kann ich dem Herrn dienen?“
Amy entnahm seinen blauen Flecken auf den mickrigen Armen, dass er sich eine Tracht Prügel eingefangen hatte und nun war Amy auch klar, wer für das laute Geräusch vorhin verantwortlich gewesen war. Amy fiel auf die Knie, um auf gleicher Höhe mit ihm zu sein.
„Wäre es möglich, dass du mein Kleid bügelst?“
Dobby machte grosse Augen, wie immer, wenn Amy so nett zu ihm war. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, herrschte Draco Amy an:
„Erhebe dich und knie dich nicht auf den Boden wie Ungeziefer!“
Lucius sah von seiner Zeitung hoch und sein Gesichtsausdruck verhärtete sich. Amy hatte sich schon erhoben, ohne jedoch etwas zu erwidern. Sie wies Dobby mit einem Wink ihrer Hand an, ihr zu folgen, so dass sie das Kleid ausziehen konnte. Sie war in die Garderobe getreten und schloss die Türe. Sie begann sich hinter dem Paravent auszuziehen und streckte Dobby das Kleid hin.
„Wie geht es dir heute?“, wollte sie wissen, als sie sich einen Morgenrock übergeworfen hatte.
Dobby, dessen grosse Augen sich mit Tränen füllten, sah sie entgeistert an. Was Amy am allermeisten schmerzte war, immer und immer wieder zu sehen, wie unsicher Dobby wurde, wenn jemand ihn „normal“ behandelte. Amy hatte das Konzept, Schwächere zu drangsalieren, nie ganz verstanden. In diesem Punkt war Draco ganz der Vater.
„Mir geht es sehr gut und Ihnen?“
Amy schenkte ihm ein warmes Lächeln. Im Grunde genommen unterschied sich ihr Schicksal nicht gross von dem des Elfen. Auch sie war eine Gefangene in diesem Haus, so fühlte sie sich zumindest und auch sie wurde behandelt, als ob sie Abschaum wäre.
„Ich brauche das Kleid in ungefähr einer halben Stunde wieder, geht das in Ordnung?“
Dobby nickte, verbeugte sich und wuselte dann aus der Garderobe, um so schnell wie möglich in die Küche zu rennen, das Essen zu servieren und sich danach ans Bügeln zu machen.
Das Essen verlief mehr oder weniger still, bis auf einige Anordnungen von Lucius. Amy sagte kein Wort, ausser sie wurde direkt angesprochen. Sie wollte ihrem Vater keinen Grund geben, es sich anders zu überlegen und ihr Hausarrest aufzubrummen. So wie sie ihren Vater kannte, suchte er nämlich zweifelsfrei auch jetzt nach einem guten Grund, sie zu bestrafen. Dafür, dass sie eine missratene Tochter war, dafür, dass sie Menschen nicht wie Dreck behandelte und dafür, dass sie keineswegs die Ansichten ihres Elternhauses teilte.
„Ich muss noch mit dir sprechen, Amy“, erklang plötzlich die Stimme ihres Vaters und riss Amy aus ihren Tagträumen von Hogwarts. „Du kannst bleiben, Draco.“
Amy fühlte sich, als ob ihr jemand mit voller Kraft in die Magengrube geschlagen hätte. Sie konnte sich vorstellen, worüber er mit ihr sprechen wollte, doch sie hatte gehofft, dass er es nicht tun würde.
Du reisst dich jetzt zusammen, schärfte sie sich ein. Nur noch zwei Tage und dann bist du endlich in Hogwarts.
Narzissa erhob sich und rief Dobbys Namen. Der Elf sprang sofort in den Raum und begann, den Tisch abzuräumen. Draco lächelte süffisant. Amy wusste, dass er sich zweifelsfrei darauf freute zu sehen, wie Amy für weiss Gott was zusammengestaucht wurde. Es dauerte einige unangenehm ruhige Minuten, bis Dobby mit seiner Arbeit fertig war und Narzissa mit einem kurzen ernsten Blick aus dem Salon trat. Als das letzte Mal das Geräusch von der zuschlagenden Türe erklang, hallte es im Raum wieder und ging dann in eine drückende Stille über.
„Über Generationen geniesst die Familie Malfoy nun schon ihr Ansehen“, setzte Lucius zu Wort an.
Und da war es schon! Die Rede, die Amy erwartet hatte. Sie hielt jedoch den Mund, denn sie war schliesslich nicht lebensmüde!
„Ausnahmslos jeder kam ins Haus Slytherin, das geht so viele Generationen zurück, dass irgendwann der Überblick verloren geht, doch eins ist klar: Sie kamen alle nach Slytherin.“ Er machte eine Pause, in der er sie kalt taxierte. „Ich möchte dir geraten haben, dass sich das mit dir nicht ändern wird.“
Seine Stimme liess keinen Zweifel übrig, dass er von ihr kein aus-der-Reihe-Tanzen dulden würde. „Und du bist eine Enttäuschung, bist du schon immer gewesen! Wieso bist du nicht wie dein Bruder?“ All dies schwang in seinem Blick, seiner Haltung und seiner gefühlslosen Stimme mit.
In der Hogwartsschule gab es vier Häuser, in denen man sich seine ganzen sieben Jahre aufhielt. Jedes dieser Häuser zeichnete sich durch andere wichtige Eigenschaften und Persönlichkeiten aus. Rawenclaw stand für Klugheit, Hufflepuff für Loyalität und Fleiss, Gryffindor für Mut, Slytherin für Listigkeit, Ehrgeiz und Stolz auf die magische Abstammung. Amy würde von sich behaupten, dass sie sicherlich auch einen gewissen Stolz an den Tag legte. Sie identifizierte sich jedoch gar nicht, mit den Ansichten ihrer Familie, welche, wie ihr Vater sie wieder einmal daran erinnert hatte, alle in diesem Haus stets geteilt hatten.
„Klar doch, Vater“, sprach Amy tonlos, auch wenn sie am liebsten geschrien und geflucht hätte.
Sie hätte ihren Vater gerne gefragt, weshalb er sich nicht für einmal nur das Beste für SIE wünschte. War das denn nicht, was Eltern eigentlich tun sollten?
„Während du in Hogwarts bist, hältst du dich an das, was Draco dir sagt“ Lucius’ graue Augen, die dem seines Sohnes so ähnlich waren, nahmen nun Draco ins Visier, der wie ein Soldat vor seinem Offizier bolzensteckengerade dastand. „Ich verlasse mich darauf, dass du, Draco, alles in deiner Macht Stehende tun wirst, um dafür zu sorgen, dass deine Schwester sich angemessen verhält.“
Deine Schwester! Als wäre Amy nicht seine Tochter! So distanziert wie er immer von Amy sprach, könnte man meinen sie wäre ungewollter Gast in diesem Haus und nicht sein Fleisch und Blut.
„Und wenn Amy wieder ihren eigenen Kopf durchsetzt?“, fragte Draco mit schneidender Stimme und brachte Amy wieder ins Hier und Jetzt zurück.
Lucius beäugte Amy eine ganze Weile von oben herab. Amy hatte keine Ahnung, was sich hinter dem blassen Gesicht und den graphitfarbenen Augen abspielte. Sie hatte sich schon oft gefragt, ob in dem langgliedrigen Körper ihres Vaters überhaupt ein Herz schlug.
„Dann wirst du es ihr austreiben.“
Kalter Schweiss bildete sich auf Amys Stirn und an ihrem Rücken. Sie und Draco wussten beide, was Lucius damit meinte. Draco nickte, fasste Amy am Arm und zog sie mit sich aus dem Raum, als sie Anstalten machte, stehen zu bleiben.
„Das könnte äusserst unangenehm für dich werden“, feixte er, als er die Türe hinter sich geschlossen hatte und ihr Kinn nach oben drückte, sodass sie ihm direkt ins Gesicht sehen musste.
Sie war für ihr Alter wirklich nicht klein, doch Draco überragte sie schon seit Jahren. Er mochte erst zwölf sein und in seinem Kopf noch so kindisch wie ein kleiner Schuljunge, der eben erst in die Grundschule eingestuft worden war, doch seine Gewaltbereitschaft schien schon seit Geburt mit ihm verwachsen zu sein und wuchs mit jedem Jahr.
„Oder für dich, je nachdem, was geschehen wird“, entfuhr es Amy, die es nicht lassen konnte.
Dracos Augen verengten sich zu grauen Schlitzen. Es war erschreckend wie sehr er Lucius glich, auch wenn zwanzig Jahre zwischen ihnen waren. Vom eher rundlichen Gesicht Narzissas und deren blauen Augen, hatte Draco nichts, Amy dafür umso mehr.
„Es ist, als ob du es wollen würdest“, zischte Draco, der sie mit einem Schraubstockgriff an den Haaren packte und sie zu Boden riss.
Er ging kurz in die Knie, um ihr direkt ins Gesicht blicken zu können. Amys Kopfhaut brannte und ihr linkes Bein pochte, weil sie drauf gefallen war.
Die Türe zu Amys Linken öffnete sich und Lucius trat aus dem Salon. Mit einem kurzen kalten Blick und einem Naserümpfen trat er an den beiden vorbei und ging Richtung Treppe.
Herzlichen Dank auch, Vater, war Amys säuerlicher Gedanke.
„Wieso musst du immer alles so boykottieren?“, fauchte Draco, der beinahe verzweifelt klang. „Siehst du denn nicht, dass du eine längst verlorene Schlacht kämpfst?“
Er erhob sich und zerrte sie an ihren Haaren hoch. Amy schossen Tränen in die Augen. In ihr schrie alles, doch kein Ton wollte rauskommen. Zwei Tage, nur noch zwei Tage musste sie es hier aushalten und dann hätte sie endlich Ruhe. Zumindest bis Weihnachten. Der heutige Nachmittag würde zumindest Spass machen. Hoffentlich. Mit diesem tröstenden Gedanken im Kopf gelang es ihr, Dracos Blick zu erwidern.
„Es tut mir Leid“, sagte sie mit ruhiger Stimme.
Draco runzelte die Stirn und liess sie los. Kopfschüttelnd entfernte er sich, zweifelsfrei, um sich für heute Nachmittag noch einmal umzuziehen. Er war ja sowas von eitel!
Trotz den Schmerzen, lächelte Amy. Heute würde sie all ihre Schulsachen kaufen können und das in der beliebtesten Einkaufsstrasse für Hexen und Zauberer Grossbritanniens, nämlich der Winkelgasse.