Wenn die unbekannte Vergangenheit dich einholt!

von KdB
GeschichteAllgemein / P12
11.07.2019
15.02.2020
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Es ist 6 Uhr morgens und die Frühschicht ist gerade dabei die Nachtschicht abzulösen. Hannah Becker und Martin Fuchs werden auf streife fahren, während Tom Mayer sich an die Funke dran macht. Paul Richter ist für den Eingangsbereich verantwortlich.
"So Leute ich Düse auch mal ab." verabschiedet sich Arne Schneider.
Die restliche Nachtschicht ist schon weg, Arne Schneider ist der letzte der geht.
"Tschüsschen." kommt es fast gleichzeitig von allen.
Hannah und Martin schnappen sich noch einen Kaffee und besetzen dann auch schon ihr Wagen und schon wird es still auf der Wache. Es ist nämlich keine Vorkommnisse in der letzten 2 Stunden vorgekommen, was eigentlich ungewöhnlich ist in so einer Großstadt wie Köln. Da es so ruhig ist, gesellt sich Tom zu Paul.
"Na wie läufts?" fragt Tom mit einem Grinsen im Gesicht.
Paul dreht sich um und erblickt sein Kollege. Er hat gar nicht gemerkt, dass er hinter ihm steht.
"Ja, alles ruhig." antwortet Paul locker.
"Wenn es weiterhin so ruhig ist, dann schlaf ich hier noch ein." meint Tom scherzend.
Paul muss grinsen.
"Mach dir keine Sorgen. Ich bin ja noch da. So schnell wirst du hier nicht einschlafen." scherzt auch nun Paul.
"Da hast du recht, wenn…." Tom wird von einem klopfen unterbrochen.
"Du wirst gebraucht." meint Tom zu Paul und verschwindet wieder zu der Funke.
Paul grinst nur und packt die Akte weg und betätigt dann den Türöffner. Ein Summen ertönt und ein junger Mann kommt ins Revier. Der junge Mann mustert Paul, als ob er überrascht ist, dass er da steht.
"Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?" unterbricht Paul die Gedanken von dem Herren. Paul hat den musternden Blick bemerkt, allerdings hat er sich dabei nichts gedacht.
"Hallo. Mein Name ist Johannes Richter. Ich wollte eine Anzeige wegen Diebstahl aufgeben." erklärt der Mann nun.
"Können wir machen. Ähm… Haben sie einen Ausweis da?" fragt Paul.
" Nein, leider nicht die wurde auch geklaut. Mein Rucksack wurde geklaut und da war auch mein Portemonnaie drin mit meinem Ausweis, Kreditkarte, Bankkarte und circa 120 Euro." beschreibt der Mann.
Paul notiert alles und ordert den jungen Mann in einem Büro, um alles andere aufzunehmen.
"Also ihr Name ist Johannes Richter geboren am 08.09.1993 in Hannover und auch in Hannover wohnhaft. Darf ich Sie mal fragen, was sie hier in Köln machen." fragt Paul neugierig, während er die Angaben überprüft.
"Ja klar. Ähm… Ich und meine Familie machen einen Ausflug und wollten eigentlich mit meiner Tochter in den Kölner Zoo." erklärt der Mann.
"Kann ich Ihnen sehr empfehlen. Der Zoo ist hier echt super. Ok. Die Angaben stimmen soweit. Können Sie mir sagen, wo man Ihren Rucksack entwendet hat?" fragt nun Paul.
"Ja. Es war hier nur eine Straße weiter. Ich wollte nur kurz was trinken und hab daher die Tasche auf dem Boden abgestellt, um eine Wasserflasche herauszunehmen. Nachdem ich was getrunken hatte, habe ich die Wasserflasche wieder in den Rucksack gesteckt und den Rucksack auch wieder verschlossen und hab mich nur kurz weggedreht, da ich hinter mir ein seltsames Geräusch gehört hatte und zack als ich wieder meinen Pucksack wendete, war der nicht mehr da. Ich hab nur noch ein Typ gesehen, der weggerannt ist. Ich bin hinterher, als ich es realisiert habe, aber er hatte schon einen ordentlichen Vorsprung gehabt und deshalb hatte ich ihn verloren. Ich wusste, dass ich eine Polizei Wache steht, da ich vorhin hier vorbeigelaufen bin und bin dann sofort hier her gekommen." schildert der junge Mann.
Paul hört aufmerksam zu und notiert alles.
"Ok. Haben Sie schon die Karten sperren lassen?" fragt Paul den jungen Mann.
"Nein daran habe ich noch nicht gedacht." erklärt der Mann.
"Dann würde ich vorschlagen, dass sie erstmal die Karten sperren lassen, bevor noch was abhanden kommt." schlägt Paul vor.
Der Mann zögert nicht lang und greift zu seinem Smartphone, was glücklicherweise in seiner Hosentasche war, und wählt eine Nummer. Nach dem Telefonat geht die Befragung weiter. Leider kann der Mann die Person nicht beschreiben, da es so schnell war und da der Typ auch noch zu weit weg war, um irgendetwas zu erkennen. Paul lässt sich die Beschreibung des Rucksack geben lassen und gibt die Infos an die Kollegen weiter. Vielleicht hat man Glück und man findet jemanden mit so einem Rucksack. Paul hat alles soweit aufgenommen und entlässt damit den Mann.
"Darf ich denn hier im warten auf meine Frau? Sie musste gleich hier sein um mich abzuholen." fragt der Mann.
"Ja klar. Nehmen Sie ruhig vorne Platz." kommt es von Paul.
Der Mann bedankt sich und schaut Paul noch prüfend an. Dies bleibt nicht unbemerkt von Paul und deswegen mustert Paul den Mann. Als der Mann dies bemerkt, verlässt er den Raum und nimmt vor den Büros platz. Paul denkt nicht weiter daran und macht den Papierkram zu Ende und geht dann auch schon zum Eingang zurück. Keine Minute später klopft es an der Tür und Paul betätigt den Knopf. Ein Summen ertönt und eine junge Frau mit einem vielleicht 2 jährige Mädchen betritt die Wache.
"Hallo. Richter mein Name. Mein Mann müsste hier sein." stellt sich die Frau vor.
"Ja. Der sitzt da. Den können sie sofort mitnehmen." Paul zeigt auf den Mann der auf dem Stuhl konzentriert nachdenkt und die Ankunft seiner Frau nicht bemerkt.
"Schatz?" spricht die Frau ihr Mann an, jedoch kommt von dem Mann keine Reaktion.
Die Frau nähert sich den Mann und legt ihre Hand an seine Schulter. Der Mann erschreckt sich und schaut erschrocken in das Gesicht seiner Frau.
"Schatz, alles Ok bei dir?" fragt die Frau vorsichtig.
"Ähm… Ja klar. Komm lass uns gehen." meint der Mann und schaut sich bisschen irritiert um, eher er mit seiner Frau die Wache verlässt.
Paul geht wieder an die Akte ran, als Tom sich wieder von hinten anschleicht.
"Und was war da los?" fragt Tom neugierig.
"Nur eine Diebstahl Geschichte, mehr nicht." antwortet Paul fast nicht anwesend.
"Also nicht spannendes." meint Tom.
Es kommt von Paul keine Reaktion. Irgendwie hat er ein komisches Gefühl. Warum hat der Mann ihn gemustert und warum war er so nachdenklich. Irgendwie hat Paul ein sehr ungutes Gefühl, aber er weiß nicht warum. Hätte er den Mann doch erstmal nicht gehen lassen.
"Erde an Paul!" holt Tom Paul aus seinen Gedanken.
"Hmm… Ähhhhh… Ja. Was ist los?" versucht Paul sich nichts anmerken zu lassen.
"Woran denkst du den da? Was ist los?" fragt Tom.
Tom hat gemerkt, dass Paul irgendetwas beschäftigt.
"Es ist nichts. Nur ein momisches Gefühl." meint Paul.
"Komm spucks aus. Was ist los?" redet Tom beruhigt auf Paul ein.
Paul zögert zwar erst, aber dann beschließt er, es ihm zu sagen.
"Du hast doch den Mann gesehen, der hier die Anzeige gemacht hat." fängt Paul an.
"Ja." bestätig Tom.
"Er hat mich zweimal gemustert und war total in Gedanken, als er von seiner Frau abgeholt werden sollte. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er irgendetwas verheimlicht oder irgendetwas verschweigt." erzählt Paul.
"Das ist alles? Mensch Paul, deswegen brauchst du dir doch keinen Kopf machen. Vielleicht war er noch nie bei der Polizei oder du siehst jemanden ähnlich aus und deswegen war er so irritiert." versucht Tom Paul zu beruhigen.
"Ja, ich weiß, aber irgendetwas ist komisch an der Geschichte. Ich weiß nur nicht was es ist." erklärt Paul.
"Wenn da wirklich was faul ist, dann hast du ja sein Name und sein Wohnsitz. Wie heißt er den?" fragt Tom plötzlich.
"Johannes Richter." antwortet Paul knapp.
"Hey! Dein Namens Vetter." scherzt Tom rum.
Paul musste einfach grinsen. Normalerweise ist Paul die Stimmungskanone, aber jetzt bräuchte er einfach jemanden, der das kurz übernimmt. Die beiden alberten noch eine Menge rum und redeten über allmögliches, bis die von einem Telofonklingel gestört werden.
"Die Arbeit ruft." meint Tom und nimmt den Anruf entgegen.
Paul widmet sich wieder der Akte zu. Mit Tom zu reden hat Paul echt gut getan. Der Rest der Schicht musste er nicht mehr an die Sache mit dem Mann denken. Kann auch davon kommen, da es jetzt wieder der normale Stress zuging.