Schutzengel II

von Afaim
GeschichteDrama, Mystery / P16 Slash
Regulus Arcturus Black Remus "Moony" Lupin Severus Snape Sibyll Trelawney
11.07.2019
18.07.2019
3
8350
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Schutzengel II



HP-FF

Genre: Drama/Humor/Romance

Spoiler für die ganze Reihe und den ersten Teil dieser Fic

Warnings: beinhaltet auch mxm Slash, Uminterpretationen und grotesken Sinn für Humor

Pairings: u.a. SBRL (Wolfstar), LESS, HGRW, FDBW, ev. LLDM und OCSS, sowie Canon-Pairings. Außerdem eindeutig eher Anti- NTRL und auch eher Anti-GWHP.

Inhalt: Sirius ist tot. Doch mit dem Tod ist es nicht vorbei. Im Gegenteil, da über seine weitere Zukunft nicht klar entschieden werden kann, wird Sirius zum Schutzengeldienst eingeteilt. Und sein Schützling ist niemand anderer als Severus Snape. Keiner von beiden ist von dieser Entwicklung sehr begeistert, doch nachdem Severus Dumbledore getötet und Sirius gefeuert hat, beginnt dieser erstmals wirklich damit seinen Job ernst zu nehmen.

Anmerkung: Nach langer Zeit schreibe ich jetzt endlich den zweiten Teil. Mal sehen, was dabei herauskommt. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich das nachzuholen, bevor er das hier liest, um sich auch wirklich auszukennen.

Das ist übrigens keine SBxSS Geschichte. Sirius liebt nur seinen Remus (das bleibt aber das einzige mSlash-Pairing in dieser FF) und ich werde sehen, was ich für den guten Severus tun kann, auch wenn er wohl immer nur eine gewisse Rothaarige Person im Kopf hat.

Disclaimer: „Harry Potter“ gehört nicht mir und ich verdiene auch kein Geld an dieser Fanfiktion.



Was bisher geschah:



Bei dem Kampf gegen seine Cousine Bellatrix Lestrange im Zaubereiministerium kam Sirius Black ums Leben. Er fand sich im Jenseits wieder, wo beschlossen wurde, dass er in seinen bisherigem Leben aufgrund seiner langen Gefangenschaft in Askaban zu wenig getan hätte um nach Unten oder nach Oben geschickt zu werden, also wurde er zum Jenseitigen Dient als Schutzengel eingeteilt. Sein Schützling war niemand anderer als seine alte Nemesis Severus Snape. Da keiner auf seine Forderung ihm einen neuen Schützling zuzuteilen einging, musste sich Sirius mit dieser Tatsache wohl oder übel abfinden.

Auch mit der Tatsache tot zu sein musste er sich abfinden, und das fiel ihm gar nicht so leicht. Er konnte nicht anders als immer noch Anteil an den Leben seines Patensohnes Harry Potter, seines Geliebten Remus Lupin, und dem Kampf des Orden des Phönix gegen Lord Voldemort zu nehmen. Doch zumindest traf er im Jenseits seinen Bruder Regulus wieder, der ebenfalls ein Schutzengel ist, und zuletzt der Schutzengel von Sirius war, nun jedoch der von Remus Lupin ist, und sich regelmäßig weigert seinem Bruder zu genaue Auskunft über das aktuelle Leben des besagten Werwolfs zu geben.

Schutzengel sind eigentlich für die Lebenden unsichtbar, es sei denn diese denken intensiv an die entsprechende Person, während sie anwesend ist. Durch so einen Zwischenfall und Sirius‘ Versuche auf seinen Schützling via dessen Träume Einfluss zu nehmen, wurde Severus auf seinen Schutzengel aufmerksam und hielt diesen zunächst für eine Halluzination oder einen Test des Dunklen Lords und dann für ein Ärgernis. Schließlich nutzte Sirius die Tatsache, dass er von seinem Schützling gesehen wurde, aber dazu aus um mit diesem zusammenzuarbeiten und herauszufinden, wie man ihm dabei helfen könnte den Unbrechbaren Schwur, den er geschworen hatte – Albus Dumbledore zu töten – doch noch brechen könnte.

Jedoch ließ sich Severus nicht gerne helfen, weder was die Arbeit, noch was sein unterentwickeltes Liebesleben und die zurückhaltenden Versuche seiner ehemaligen Schülerin Clementine Cheswick ihm näher zu kommen, anging.

Und dann entwickelte Sirius auch noch den Verdacht, dass im Jenseits nicht alles mit rechten Dingen zuging. Sein Coach Jack wurde einfach weiter befördert, auf der Erde begegnete er niemals anderen Schutzengeln und in einem geheimen Urlaubsressort war er ungewollt monatelange gefangen.

So kam es, dass er erst wieder rechtzeitig zur Erde zurückkam um mitzubekommen, wie Severus Dumbledore tötete, und im Anschluss daran wurde er von diesem auch noch offiziell entlassen, da er kein Interesse mehr an der Hilfe seines Schutzengels hatte. Doch anstatt die Chance zu nutzen um so den unliebsamen Job loszuwerden, den er niemals hatte haben wollen, beschloss Sirius Black seinen Status als Schutzengel von Severus Snape nun endlich ernst zu nehmen. Was sein Betreuer vom Amt für Jenseitige Dienste Damien Abrams endlich mal einen Anfang nannte.



Prolog



„Die Entfernung ist unwichtig. Nur der erste Schritt ist wichtig.“ – Marquise du Deffand



„Gut“, meinte Damien Abrams lächelnd, „Das nenne ich endlich mal einen Anfang.“

Mit dieser Antwort hätte Sirius nicht gerechnet. Die musste er erst einmal verdauen. Bisher hatte ihm sein „Betreuer“ hier in der Abteilung für Jenseitige Dienste nicht gerade den Eindruck vermittelt, dass er auf seiner Seite stehen würde, aber offenbar war das doch der Fall. War das alles dann … vielleicht nur eine Art Test? Um mich dazu zu bringen meinen Job endlich ernst zu nehmen? Jacks Verschwinden, meine Gefangenschaft in der Strandbar, dass ich nicht mehr zur Erde kommen konnte … Nein, das kann doch nicht sein, oder doch?

Seine Verwirrung musste sich in seiner Miene widerspiegeln, denn Damien Abrams meinte: „Sehen Sie, Mister Black, der Grund, warum ich das endlich einmal einen Anfang nenne, ist der, dass Sie seit Sie vor einem Jahr hier gelandet sind keine Minute lang auch nur daran gedacht haben zu akzeptieren, was Sie nun zu tun haben. Vielleicht haben Sie sich damit abgefunden, aber akzeptiert haben Sie es nie. Ihr erster Impuls war, dass ein Missverständnis vorliegen muss, dass Severus Snape auf keinen Fall Ihr Schützling sein kann. Sie wollten einen anderen, haben sich wann immer es möglich war vor Ihrer Arbeit gedrückt, und jedes Mal, wenn Sie begonnen haben diese doch zu erledigen, hat ein kleines Ärgernis ausgereicht um Sie aufzugeben zu lassen und dazu geführt, dass Sie sich lauthals über Ihren Schützling beschweren. Sie haben Ihre Zeit auf Erden damit verbracht Ihre Hinterbliebenen auszuspionieren, oder haben im Jenseitigen Garten mit Ihrem Bruder Schach gespielt, oder sich an Orte begeben, an denen Sie nicht sein sollten, und all das nur um nicht bei Ihren Schützling sein zu müssen. Und jeder Versuch ihm zu helfen Ihrerseits war halbherzig, ob Sie sich das eingestehen wollten oder nicht.“

Sirius wollte gegen diese Behauptung eigentlich protestieren, wollte darauf hinweisen, dass alles das im Grunde nicht seine Schuld gewesen war, sondern die von Snape, und dass Damien Abrams, wenn Severus Snape sein Schützling wäre, wohl ebenfalls an diesem verzweifelt wäre, er wollte Unbrechbare Schwüre erwähnen und manipulative alte Zauberer und paranoide Doppelagenten, die nicht verstanden, wenn jemand romantisches Interesse an ihnen zeigte und dieses dann beinhart unterbanden, aber wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann hatte der gute Damien nicht ganz unrecht. Sirius hatte niemals Severus Snapes Schutzengel sein wollen, und jedes Mal, wenn er damit begonnen hatte ihm wirklich zu helfen, dann war das in einen riesigen Streit gemündet, der Sirius zumindest vorübergehend hatte aufgeben lassen. Aber das mit der Strandbar war nicht meine Schuld! Okay, ich hätte nie hingehen dürfen, während Snape in so großen Schwierigkeiten steckt, aber jeder braucht mal eine Pause, oder? Jeder kann mal überarbeitet sein! Das Leben kann doch nicht nur aus Arbeit und Schlafen bestehen, oder? Und zuletzt wurde ich nicht auf die Erde zurückgelassen. Das war also nicht meine Entscheidung!

Damien hatte also nicht ganz recht. Nur ziemlich recht, oder dreiviertel recht, wenn man genau sein wollte. Aber irgendetwas sagte Sirius, dass sein Betreuer das nicht gerne gehört hätte, also meinte er: „Vielleicht stimmt das ja sogar.“

„Natürlich stimmt es. Aber jetzt, wo Ihr Schützling, ein Mann, den Sie niemals hatten helfen wollen, es gewagt hat Sie zu entlassen, da ist Ihr Ehrgeiz erwacht. Jetzt wollen Sie ihm und allen anderen beweisen, dass Sie sehr wohl ein guter Schutzengel sein können“, erwiderte Damien, „Natürlich ist die Motivation für Ihren Plan nicht aufzugeben und von jetzt an alles richtig zu machen verletzter Stolz, und das ist nicht gerade ein edelmütiger Beweggrund, aber zumindest ist es ein Anfang. Zumindest wollen Sie jetzt endlich zum ersten Mal Severus Snape wirklich und aufrichtig helfen. Selbst, wenn der Grund dafür Ihr Ego ist.“

Sirius öffnete den Mund um zu widersprechen. Es ging hier nicht um seinen Ego, es war nicht verletzter Stolz, der ihn Snape helfen lassen wollte, es war mehr als das, aber … nun ein wenig war es auch verletzter Stolz. „Okay, vielleicht bin ich nicht edelmütig. Ich habe auch nie behauptet edelmütig zu sein. Es ist aber so: Ich will Snape helfen, und zwar nicht nur meinetwegen sondern auch seinetwegen. Ich glaube nämlich, dass er einfach aufgegeben hat. Das hätte mir früher klar sein sollen. Dass das der wahre Grund ist, warum er sich für jeden meiner Vorschläge gesperrt hat, warum er nichts von dem, was er hätte tun können um aus seiner Zwickmühle herauszukommen, getan hat, warum er Miss Cheswick so schnell er nur konnte wieder abserviert hat. Weil er aufgegeben hat. Er denkt nicht mehr, dass er noch gerettet werden kann, er denkt nicht mehr, dass für ihn noch alles gut ausgehen kann, er hat sich damit abgefunden verloren zu sein, und das … nun dieses Gefühl kenne ich sehr gut, und ich finde, dass es keiner empfinde sollte. Noch nicht mal der olle Schnieflus.“

Damien Abrams nickte nachdenklich. „Nun, das ist vielleicht eine etwas bessere Motivation als ich befürchtet hatte“, gab er zu, „Auf jeden Fall können wir damit arbeiten.“

Sirius nickte und wartete ab. Damien räusperte sich. „Nun, eigentlich ist es ja so, dass Ihr Schützling Sie nicht sehen können sollte, oder mit Ihnen interagieren sollen könnte. Da Sie aber immer alles anders machen müssen als alle anderen, sind die Dinge in Ihrem Fall nun mal anders gelaufen“, erklärte er dann, „Trotzdem hat kein Schützling die Befugnis dazu seinen Schutzengel zu entlassen - das dürfen nur wir. Von offizieller Seite hat sich für Sie also nichts geändert. Sie sind immer noch Severus Snapes Schutzengel. Auch wenn ich Sie verwarnen muss – erneut - da Sie die natürliche Ordnung der Dinge durcheinander gebracht haben und Ihren Schützling dazu gebracht haben Sie via Magie heraufzubeschwören. Ja, ich weiß, das war nicht Ihre Idee sondern seine und sollte eigentlich gar nicht möglich sein, aber offenbar gab es in der Vergangenheit doch mehr Kontakt zwischen Angestellten der Jenseitigen Dienste und den Sterblichen als offiziell vermerkt wurde. Wie auch immer, positiv zu sehen ist, dass wir nun darüber Bescheid wissen und entsprechend verfahren können, wenn Sie verstehen, was ich meine. Wir können dieses und ähnliche Rituale in Zukunft näher untersuchen und einen Weg finden es zu blockieren um unsere Existenz vor dem sterblichen Leben wieder geheim zu halten, so wie es sein sollte. Sie sehen also, dass Sie uns auf gewisse Weise sogar einen Dienst erweisen haben, dank Ihnen wissen wir nun davon, dass man auf der Erde von uns weiß. Aber nein, den Verweis kriegen Sie trotzdem.“

Sirius schloss seinen geöffneten Mund wieder, da Damien ihm zuvorgekommen war, was seinen Einwand anging. Bilde ich mir das ein, oder hört der sich zunehmend an wie McGonagall?

„Wie auch immer. Damit hätten wir alles besprochen. Sie bekommen einen Verweis und machen weiter wie bisher, nur diesmal mit der tatsächlichen Absicht Ihren Schützling zu helfen“, schloss Damien Abrams dann.

Sirius sah ihn misstrauisch an. „Das war’s?“, wollte er dann wissen, „Mehr haben Sie nicht zu bieten? Sie haben keinen hilfreichen Hinweis für mich, was genau ich tun soll um ihm zu helfen? Wo Sie doch so viel wissen, wissen Sie das nicht?“

Das brachte ihm einen strafenden Blick ein, der tatsächlich ein wenig den Blicken, die McGonagall immer gerne eingesetzt hatte, wenn sie jemand verärgert hatte, ähnelte. „Sie sind der Schutzengel, Mister Black, und nicht ich“, meinte Damien Abrams streng, und dann gab es einen WUSCH, und Sirius Black fand sich im Jenseitigen Garten wieder.

Na wunderbar. Damit wäre ich wieder zurück am Anfang. Genau da, wo ich vor einem Jahr war, als Jack mir erklärt hat, dass ich nun ein Schutzengel bin, und ich keine Ahnung hatte, was das eigentlich bedeutet, und was ich zu tun habe.

Selbst wenn er zurück zur Erde gehen würde, zurück zu Snape, konnte er sich erstens nicht sicher sein, ob dieser nicht bei seinen Recherchen auch auf einen Zauber gestoßen war, der Schutzengel abwehrte, und wusste er zweitens aus leidvoller Erfahrung, dass Snape außerdem sehr gut darin war seine Anwesenheit zu ignorieren und Sirius derjenige mit der geringeren Geduldsspanne von ihnen beiden war. Was also sollte er tun?

Es war ja schön und gut, wenn man wusste, dass man jemanden helfen wollte, doch wie sollte man jemandem helfen, der sich nicht helfen lassen wollte?



Es war getan, und Severus Snape fühlte sich so, als wäre die letzte schwere Last seines alten Lebens von ihm abgefallen. Black auszutreiben, zu feuern, war das gewesen, was noch gefehlt hatte um alles hinter sich lassen zu können: Den Orden, Dumbledore, Hogwarts, das Doppelagententum, und sogar Spinner’s End. Nun war er frei.

Nun, natürlich war er nicht wirklich frei. Dumbledore mochte tot sein – von ihm selbst getötet – aber sein Geist und all die Aufgaben, die er Severus gestellt hatte, verfolgten den jüngeren Mann noch immer. Seine richtige Arbeit fing jetzt erst an. Potter hatte inzwischen vermutlich allen erzählt, was passiert war, was bedeutete, dass alle wussten, dass er Dumbledore getötet hatte, und ihn keiner mehr vertrauen würde. Also würde er sich eine neue Methode einfallen lassen müssen um den Orden Informationen zukommen zu lassen, die Potter und all die anderen schützen könnten.

Potter schützen. Wenn Dumbledore mir nur nicht …. Nein, daran wollte er nicht denken. An diese eine Information, die alles geändert hatte. Diese eine Information, die er seinem sogenannten Schutzengel so lange vorenthalten hatte, bis er sie ihm ins Gesicht geschleudert hatte um ihn zu entlassen, zusammen mit allen anderen Dingen, für die Black ihn verachten und hassen musste, zusammen mit der Rolle, die Snape beim Tod der Potters gespielt hatte, und der Rolle, die er beim Tod von Harry Potter noch spielen würde.

Man kann niemanden retten. Niemals. Das wusste er jetzt. Black hatte es nie einsehen wollen, aber Severus wusste, dass es wahr war. Und musste mit diesem Wissen leben. Vermutlich nicht mehr lange, aber vielleicht noch lange genug um den Dunklen Lord ein Ende zu bereiten. Harry Potter musste sterben damit dies geschehen konnte. Severus‘ ganze Arbeit der letzten 15 Jahre war ein einziges absurder Scherz gewesen, seine ganze Existenz war ein einziger absurder Scherz. Dumbledore hatte wenigstens schon jetzt sterben können, er hingegen musste weitermachen solange es möglich war – vollkommen alleine und vollkommen ohne Hoffnung, egal in welcher Form.

Und Hoffnung konnte er sich nicht mehr leisten. Black hatte versucht ihm Hoffnung auf ein Danach zu machen. Auf ein Danach mit Miss Cheswick, auf ein Danach in einer Welt, in der Harry Potter lebte und Voldemort fort war, in der Hogwarts noch stand und Draco Malfoy ein Leben wie jeder andere auch führen konnte. Doch es würde kein Danach geben. Nicht für Harry Potter, und wohl auch nicht für Severus Snape.

Er hatte sich damit abgefunden. Black jedoch hätte sich damit niemals abgefunden, deswegen hatte er ihn loswerden müssen. Sein Schutzengel war lästig gewesen, nervig, naiv - und verdammt noch mal es war Sirius Black gewesen -,  aber er war immer da gewesen. Und nun, da Severus ihn los war und Dumbledore tot war, war er wirklich vollkommen allein.

Und das war auch gut so.


A/N: Ja, hier ist endlich der zweite Teil. Zumindest mal der Beginn. Viel Spaß damit!

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