Die Aushilfe

GeschichteAllgemein / P12
Loki OC (Own Character)
11.07.2019
23.11.2019
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20.07.2019 641
 
Ich hatte mit Thor noch die Details geklärt. Zwei Mal am Tag sollte ich vorbei schauen und Essen machen, oder mitbringen. Einmal die Woche wird geputzt, es sei denn natürlich es fällt öfter an. Die Bezahlung war… gigantisch.
Aber egal wie hoch die Summe für diesen Job war. Ich hatte eine gewisse Zurückhaltung in mir, als ich vor der Tür von 22B stand. Der Schlüssel lag in meiner Hand, aber so richtig wollte die sich nicht zum Schlüsselloch bewegen. Ich atmete einmal tief ein und wieder aus, gab mir einen Ruck und schon stand ich in der Wohnung.

Es war wahnsinnig still. Fast schon zu still für meinen Geschmack. Ich bewegte mich leise, da ich es irgendwie in dieser Situation für angebracht fand. Die Tüten, die ich mit mir trug, stellte ich auf dem Küchentresen ab und packte die Lebensmittel behutsam in den Kühlschrank. Es brauchte etwas, bis ich mich in den Schränken orientiert hatte, aber dann lief alles recht flüssig. Es war 10 Uhr morgens und ich beschloss Frühstück zu machen. Toast. Tee. Saft. Was Leichtes für den Anfang.

Den Loki, den ich gestern gesehen hatte, hatte bestimmt schon seit Tagen nichts gegessen und ich bezweifelte, dass sein Magen bei einem Omelette schon mitspielen würde. Ich stellte alles auf ein kleines Tablett und trug es den Flur entlang. Langsam. Sehr langsam öffnete ich die Tür.
Loki saß auf dem Bett und starrte apathisch auf seine Hände. Er schaute zu mir auf. Gebrochene Augen blickten mich an.

„Geh!“, flüsterte er.

Ich stellte das Tablett auf den Nachttisch, der mit am nächsten stand, damit ich das Bett nicht umrunden musste. „Du musst etwas essen. Hungern hilft keinem.“, flüsterte ich und ging so schnell wie ich rein gegangen bin auch wieder aus dem Zimmer. Als die Tür ins Schloss fiel lehnte ich mich dagegen und ließ den Kopf fallen. Ich hatte keine Ahnung, was es war, aber irgendwie waren diese vielleicht 30 Sekunden anstrengender gewesen, als sie sollten. Ich ging zurück in die Küche und räumte die wenigen Sachen, die ich genutzt hatte, wieder an ihren Platz, schnappte meinen Schlüssel und verließ die Wohnung.

Am Abend kehrte ich wieder zurück. Selber Vorgang. Ich ging in die Küche und machte eine Kartoffelsuppe. Ich versuchte dabei so leise wie möglich zu sein, bevor ich mich wieder zum Zimmer am Ende des Flures bewegte. Ich schob die Tür auf. Diesmal lag Loki wieder unter der Decke. Das Frühstück stand genau so wie ich es hinterlassen hatte noch auf dem Nachttisch.

„Geh!“, kam es wieder leise unter der Decke hervor.

Ich seufzte. „Du musst essen.“, versuchte ich es noch einmal.
„Nein.“, kam die knappe Antwort.
„Ich hab Suppe gemacht.“, sagte ich zögerlich.

Ich ging um das Bett herum und stellte den Teller auf den noch nicht besetzten Nachttisch.

„Ich will keine Suppe.“, grummelte er weiter.
„Was wäre dir denn lieber?“, fragte ich.
„Geh.“, beharrte er wieder.
„Erst isst du.“, beharrte ich.

Er zog sich lustlos die Decke vom Kopf, blieb sonst aber liegen. „Warum ist dir das so wichtig?“, fragte er. Er klang müde und ausgelaugt.

Ich zuckte mit den Achseln. „Ich soll mich um dich kümmern, bist du wieder auf den Beinen bist. Dazu gehört, dass du isst. Bitte.“, sagte ich ruhig.
„Ich hab die Stadt zerstört.“, sagte er einfach.
„Es ist New York. Die Leute sind es langsam gewöhnt.“, schmunzelte ich.

Loki blieb einfach weiter liegen und starrte die Wand an. Ich seufzte, griff nach dem Teller und den darin liegenden Löffel. Ich schöpfte etwas Suppe mit dem Löffel und hielt ihn Loki hin.
Er schaute mich an. Etwas rang ihn ihm. Er schnüffelte kurz in der Luft und öffnete seinen Mund ergeben. Er schaffte den Großteil der Portion, bis er seine Decke wieder über den Kopf zog.

Ich packte den Rest vom Frühstück zusammen und verließ das Zimmer schweigend. Räumte auf und ging.
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