Die Aushilfe

GeschichteAllgemein / P12
Loki OC (Own Character)
11.07.2019
13.10.2019
10
7880
7
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Mit schnellen Schritten huschte ich durch den Flur und suchte hektisch nach der Nummer 22B. Da ist sie ja. Endlich. Ich klopfte kräftig an, während ich versuchte meinen Atem unter Kontrolle zu kriege. Ich strich mir die Strähnen, die sich aus meinem Zopf gelöst hatte aus dem Gesicht und wartete. Allerdings nur kurz, dann wurde die Tür auch schon aufgezogen.

„Entschuldigen sie. Die U-Bahn hatte…“, ich blickte in das Gesicht des Mannes und unterbracht mich. Ach du Scheiße. „Sie… Sie sind… Thor.“, stotterte ich überrascht. Sehr Professionell Luna. Super gemacht.

Der blonde Mann lächelte strahlend. „Ja Hallo. Schön, dass sie da sind.“, begrüßte er mich und zog die Tür weiter auf. „Kommen sie doch rein.“ Er deutete in die Wohnung.

Sie war hübsch. Nicht zu groß. Nicht zu klein. Modern, aber mit einem gewissen gemütlichen Charme. Eine geräumige offene Küche ging in ein Wohnzimmer über, an dass ein Flur angrenzte.

„Setzen sie sich doch.“, bot mir eine weiter Stimme an. Jemand erhob sich hinter der Kücheninsel. Tony Stark. Das glaubt mir jetzt wirklich niemand.
„Der Kühlschrank läuft Großer.“, wandt er sich an Thor.„Danke Freund aus Eisen.“, grinste dieser zurück.

Tony Stark. Tony fucking Stark setzte sich auf den kleinen Sessel und deute auf die Couch daneben. Ich setzte mich und schaute immer noch etwas überfordert zwischen beiden Männern hin und her.

„Aaalso. Ich mach es mal kurz und knapp, bevor Wallemähne mal wieder alles durcheinander bringt. Sie sind eine Haushaltshilfe, die hier dringend benötigt wird.“
„Ich bin eigentlich nur Babysitter. Ich putze auch und helf bei sowas, aber ich bin sonst wahrscheinlich nicht wirklich, was sie sich-„
„Nein schon gut. Nur putzen und ein… Sagen wir großes Baby versorgen.“, beschwichtigte mich Mr. Stark.
„Es geht um meinen Bruder.“, mischte sich jetzt Thor ein, „Er hat gerade einiges durchzumachen und kann nicht wirklich für sich selbst sorgen. Ich kann leider nicht die ganze Zeit hierbleiben und muss mich auch in Asgard um Angelegenheiten kümmern, weswegen ich Hilfe mit ihm brauche… Mein Freund hier sagte sie wären einer der Menschen, die sowas machen würden.“

Ich versuchte erstmal alles zu verarbeiten. „O-okay. Was stellen sie sich denn alles darunter vor.“

„Oh nur die Wohnung putzen und Essen machen und ihm bringen… Und keine Sorge. Momentan ist er nicht gefährlich.“, sagte Stark.
„Gefährlich?“, fragte ich verwirrt.
„Sie erinnern sich an den Mann, der New York angegriffen hat?“, fragte Thor sehr verunsichert klingend. Er kratzte sich im Nacken und wartete meine Antwort ab.

Die kam in Form eines entsetzten Blickes. „Er hat einen Magieblocker eingesetzt bekommen, um es ganz grob auszudrücken. Er kann ihnen nicht schaden. Momentan wurde er auf die Erde verbannt und naja schmollt jetzt.“, erklärte Stark sofort. „Ich lass euch mal den Rest klären. Pepper wartet.“ Er erhob sich, winkte über seine Schulter und ging mit kräftigen Schritten nach draußen.

„Vielleicht möchten sie ihn erstmal kennen lernen?“, fragte Thor etwas unbeholfen.
„Ja klar. Ich denk schon.“, nickte ich ab und stand auf.

Er führte mich den Flur entlang, bis er vor der Tür auf der linken Seite zum stehen kam und sie leise aufzog.

„Loki. Bist du wach?“, fragte er zögerlich.„Hau ab!“, kam die genuschelte Antwort.

Ich stahl mich zu Thor in das Zimmer. Mir blieb kurz die Luft weg. Es war unglaublich stickich. Die Luft war abgestanden und es roch muffig. Man könnte definitiv mal durchlüften. Im Zimmer standen ein paar Kartons. Unter der blassblauen Decke auf dem Bett lag etwas, dass wahrscheinlich Loki war. Die Vorhänge waren zugezogen. Irgendwie wirkte alles deprimierend in diesem kleinen, dunklen Zimmer.

„Ich habe jemanden organisiert, der dir ein wenig helfen wird, dich hier einzufinden.“, sagte Thor weiter. „Das ist… ähm…“, er stockte.
„Luna. Ich bin Luna… Hallo.“, stellte ich mich etwas unbeholfen vor.
„Ich hab gesagt hau ab!“, grummelte die Decke weiter.
„Gib der Sache doch wenigsten eine Chance. Ich weiß es ist schwer-„
„Du weißt gar nichts!“, zischte Loki und schmiss die Decke von seinem Kopf, als er sich aufsetzte.

Wer auch immer New York zerstört hatte lag nicht in diesem Bett. Vor mir saß ein abgemagerter Mann mit fettigen, verfilzten Haaren und Bartstoppeln. Eine gebrochene Figur, die vielleicht mal ein Mann war, aber jetzt nur noch den Schatten seiner selbst darstellte. In diesem Moment. Mit diesem Anblick verflog sämtliche Angst, die ich je für den Namen Loki und seinen Träger übrig hatte.

„Du weißt nicht, was man mir angetan hat und du weißt nicht, wie es ist für seine Folter auch noch bestraft zu werden und jetzt HAU AB!“, brüllte er und zeigte auf die Tür.

Thor legte mir eine Hand auf den Rücken und drückte mich sanft Richtung Tür. Ich weiß nicht warum, aber ich entzog mich diesem Druck leicht und ging Richtung Fenster. Ich zog die Gardine nicht auf, aber griff hinter sie und kippte die Fenster an.

„Es hat gerade geregnet. Da riecht die Luft am schönsten.“, sagte ich schlicht. „Wann haben sie das letzte Mal was gegessen?“, fragte ich schüchtern.
„Ich hab gesagt sie sollen verschwinden.“, zischte Loki. Die Decke rutschte noch weiter nach unten und legte nackte Rippen frei, die sich unter blasser Haut zeigten. Anscheinend sehr lange nicht mehr. Ich nickte und ging an Thor vorbei. Er folgte mir schnell.

„Es tut mir leid. Er ist sehr aufgebracht. Seine Magie ist quasi alles, was er hat und jetzt ist die auch weg und…“
„Schon okay. Er hat eine Menge durch was?“, fragte ich beruhigend. Thor nickte. „Gut bestellen sie ihm erstmal irgendwas. Pizza oder so. Ich bring morgen was zu Essen mit und koch ihm was… Was isst denn gerne?“, machte ich weiter und schaute mich in der Küche um, suchte schon mal nach den Putzsachen.

„Sie würden ihm helfen?“, fragte er überrascht.
„Er wäre nicht der erste, der mich mit seinem Essen bewirft.“, zuckte ich die Achseln.

Thor kam auf mich zu und umarmte mich herzlich. „Danke ihnen.“, murmelte er.
„Dafür bin ich doch hier.“, gab ich zurück.
Review schreiben