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Donnergrollen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Auron Rikku
11.07.2019
11.07.2019
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ie fühlte sich, als wäre plötzlich ihr schlimmster Alptraum wahr geworden. Außerdem fühlte sie sich ziemlich jämmerlich. Wie sie auf dem Boden gelegen und alle angebettelt hatte, dass sie eine Pause machen konnten. Und wie Auron, dieser verdammte Sturkopf, ewig nicht nachgegeben hatte.

Warum musste diese Reise auch durch die Donnersteppe führen? Es gab so viele schöne Orte in Spira! Konnten sie nicht mit irgendeiner Machina einfach über die Donnersteppe hinwegfliegen? Rikku fühlte sich schrecklich.

Und wie sie in ihrem Bett im Reisebedarf lag, da dämmerte es ihr außerdem langsam, dass die Pause keine gute Idee gewesen war, und dass Auron auch noch recht gehabt hatte. Nicht, dass sie es zugegeben hätte.

Aber jetzt lag sie in diesem Bett und konnte alle paar Sekunden den Blitz einschlagen und den Donner grollen hören und konnte noch nicht einmal davor weggelaufen.

Sie wusste zwar, dass sie hier drinnen nichts zu befürchten hatte, aber es machte ihr trotzdem schreckliche Angst. So würde sie sicher nicht schlafen können.

Also beschloss sie, zu Yuna zu gehen. Vielleicht konnte sie sich einfach mit ihrer Cousine ins Bett kuscheln und sie konnte sie beruhigen. Yuna strahlte immer Ruhe aus. Das würde sicher funktionieren!

Also schlich sie sich aus ihrem Zimmer und zu der Tür, von der sie glaubte, dass Yuni ihr Zimmer dahinter hatte. Die Tür war zum Glück nicht abgeschlossen, sondern ließ sich einfach öffnen.

Der Raum dahinter war allerdings stockdunkel.Rikku konnte wieder einen Blitzeinschlag hören und sprang regelrecht in den Raum hinein, schloss die Tür hinter sich und war mit einem weiteren Satz im Bett.

“Yuni, beschütz mich!”

“Was glaubst du...was du hier tust?” Oh Oh… Das war nicht Yunis Stimme! Ganz im Gegenteil.

“Du...bist nicht Yuni…”

“Ach was?”

Rikku wollte gerade etwas sagen, aber dann schlug wieder ein Blitz ein, und ohne dass sie etwas dagegen hätte tun können rutschte sie noch ein Stück näher an Auron und schlang sogar die Arme um seine Mitte. Lange hielt das allerdings nicht an, denn Auron schob sie von sich weg.

“Würdest du jetzt bitte aufstehen und wieder gehen? Ich möchte nicht kuscheln.” Jedenfalls nicht mit ihr, aber diesen Nachschub behielt er lieber für sich.

“Entschuldigung. Ich wollte eigentlich zu Yuni, weil ich doch...ahhh” Schon wieder hatte es geknallt und Rikku die im Begriff gewesen war aufzustehen rutschte ins Bett zurück. Auron verdrehte die Augen.

“War es wohl doch keine gute Idee, eine Pause einzulegen? Ganz genau, wie ich es von Anfang an gesagt habe?” Auron schaltete das elektrische Licht neben sich wieder ein. Hier im Reisebedarf war alles voller Technik. Die Al-Bhed gaben eben nicht viel auf die Leitsätze Yevons. Und das war auch besser so.

“Jaja, du hattest recht. Das musst du jetzt nicht raushängen lassen, wenn ich völlig verängstigt bin. Blödmann!”

“Solange du in meinem Bett liegst solltest du aufpassen, was du sagst. Sonst werfe ich dich vor die Tür.”, brummte er sie an, und lehnte seinen Kopf gegen die Wand.

“Nur dann? Du wirfst mich doch sicher sowieso raus!”

“Wenn du brav Ruhe gibst, darfst du bleiben. Dann wird zumindest Yuna nicht gestört.”, und, aber das würde er ihr sicher nicht sagen, er würde vielleicht nicht allzu sehr in seinen trüben Gedanken über die Vergangenheit versinken, die ihn bisher beherrscht hatten. Es war hier, in diesem Reisebedarf...Jekkt und er waren sich hier zum ersten Mal sehr, sehr nahe gekommen. Braska hatte sie hier zusammen gefunden und er hatte endgültig seinen Glauben über Bord geworfen. Das war der eigentliche Grund, aus dem er hier keine Rast machen wollte. Natürlich war ihm auch klar gewesen, dass Rikku hier nicht glücklich werden würde. Aber das war ja nicht sein Problem.

“Okay… Dann...ähm…” Rikku schien nicht zu wissen, was genau sie davon halten sollte. Wollte sie überhaupt bei Auron bleiben? Immerhin wäre sie dann nicht allein. Aber…

Das aber verschwand sehr schnell, als es wieder rumste. Ihre Arme schlangen sich wieder um Auron und ganz zu ihrer Verwunderung schob er sie dieses Mal nicht davon, sondern schob nun seine Arme ebenfalls um sie, und legte seinen Kopf auf ihrem ab.

Er brauchte diese Nähe selbst. Hier, so tief in seine Erinnerung versunken würde er allein durchdrehen. Aber das brauchte sie nicht zu wissen.

“Es ist okay, dass du Angst hast. Jeder fühlt sich von Zeit zu Zeit ängstlich, auch wenn die Gründe manchmal für andere lächerlich sein mögen. Wichtig ist nur, dass du dich nicht völlig von dieser Angst vereinnahmen lässt.”, Auron hatte begonnen, Rikku leicht hin und her zu wiegen. Das hatte er früher bei Tidus getan.

Auron hatte ein Kind aufgezogen. War eine Vaterfigur gewesen. Auch wenn weder er noch Tidus jemals darüber gesprochen hätten, Auron waren solche Situationen nicht unbekannt. Tidus hatte oft in seinen Armen geweint. Unter anderem, weil er seinen Vater vermisste - noch etwas, was wohl für immer unausgesprochen bleiben würde.

Rikku wusste nicht ganz, wie ihr geschah, aber sie ließ es geschehen. Sie beruhigte sich tatsächlich ein bisschen. Aurons Arme fühlten sich sicher an. Als könnte ihr nichts passieren. Er hatte einfach diese Ausstrahlung von Schutz. Als könnte er alles besiegen, was sich ihm in den Weg stellte. Er war immerhin eine Legendäre Leibgarde… auch, wenn er das selbst anders sah.

“Du bist eigentlich gar nicht so böse, wie du immer tust, was?”, murmelte Rikku mit verweinten Augen. Auron musste grinsen. “Stimmt. Ich bin noch viel, viel böser.” Rikku lachte gegen seine Brust. “Ich glaube eigentlich bist du ein ziemlicher Softie, der nur die beschützen will die ihm wichtig sind.”

Oh wie Recht sie damit hatte.

“Unterstellst du mir gerade, du wärst mir wichtig? Ich kenne dich keine zwei Tage.”

“Naja...du hälst mich im Arm und wiegst mich hin und her. Du warst bestimmt sofort von mir verzaubert!”

“Ich glaube das Wort, das du suchst, ist verflucht.”

“AURON!” Rikku schlug ihm leicht gegen die Schulter, aber sie sahen sich nur an und fingen an zu lachen. Auron lachte nicht oft. Eigentlich sogar nur sehr, sehr selten. Aber irgendwie fühlte er sich in ihrer Nähe befreiter.

“Du solltest schlafen. Wir haben noch einen langen weg vor uns.” Auron ließ sie nicht los, als er sie in eine liegende Position zog. Sie lag in seinen Armen. Die Situation war verwirrend und kam ihm falsch vor, schon allein, weil er so viel älter war als sie (und nicht zuletzt, weil er so viel toter war als sie) aber Rikku kam zur Ruhe, schlief langsam ein und hielt letztlich dadurch den Mund. Und allein das war es ihm wert.

Jedenfalls redete er sich ein, dass es nur das war ~
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