A Lost Story

GeschichteAllgemein / P12
11.07.2019
13.07.2019
3
1889
 
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Hey :)
Da ich euch nicht länger warten lassen wollte, gibt es ein neues Kapitel.
Das zweite Kapitel ist sogar etwas länger als das Erste :).
Ich hoffe es gefällt euch und ich würde mich über Reviews sehr freuen :D.
LG QuietFlower

Am späten Abend stand die junge Fee noch auf dem Balkon, der zu ihrem Zimmer führte und beobachtete die Sterne. Es war wunderschön anzusehen. Schon oft hatte sie versucht einen von ihnen zu greifen, doch es gelang ihr logischerweise nicht. Rosie verbrachte fast jeden Abend dort, da es eine beruhigende Wirkung auf sie hatte. Nichts oder niemand konnte, dieses Gefühl in ihr auslösen. Die Fee fühlte sich so ihren Eltern näher. Sie fühlte sich von oben beschützt und nicht mehr so allein. Der Tod von ihren Eltern lag nun schon 12 Jahre zurück, wirkte aber noch so präsent. Gut konnte sie sich zwar nicht mehr erinnern, wie sie starben, jedoch tat es so unglaublich weh. Es fühlte sich so an, als wäre ihre Kehle zugeschnürt und sie würde dadurch keine Luft mehr bekommen. Es war ein bedrückendes Gefühl.

Das 17-jährige Mädchen war so in Gedanken versunkten, sodass sie nicht bemerkte wie jemand den Balkon betrat. Die Unbekannte Person betrat barfuß den Holzboden und bekam eine angenehme Brise ins Gesicht. Etwas traurig betrachtete sie das Szenario und wollte sich gar nicht ausmalen, wie sich ihre Nichte nach all dem Unglück fühlen musste. Es lag zwar schon lange zurück, doch ein Kind brauchte seine Eltern. Egal in welchem Alter. Mary hatte schon so oft versucht eine gute Ersatzmutter für Rosie zu sein, doch es funktionierte nicht. Rosie sah sie nicht wie eine Mutter, sondern ihre Tante. Das sollte nicht bedeuten, dass Rosie ihre Tante nicht mochte, immerhin tat sie das sehr. Doch es war anders. Niemand konnte die Mutter von jemandem ersetzen und das wollte die 45-jährige auch nicht. Sie sollte ihre Mutter niemals vergessen, immerhin war es auch ihre Schwester. Ihre einzige Schwester, welche sie zu früh verloren hatte. Seitdem versuchte sie es Rosie so leicht wie möglich zu machen.

Als die Braunhaarige ihre Nichte seufzen hörte, erwachte sie wieder aus ihrer Starre. Sie ging ein paar Schritte auf die Person vor sich zu und umarmte sie fest. Sie konnte Rosie ihre Gedanken, Schmerzen und Sorgen zwar nicht abnehmen, doch wollte sie weniger präsent machen, indem sie für sie da war. Das war sie ihr schuldig. ,,Was ist den los, mein Schätzchen?“, fragte Mary und vergrub ihr Gesicht in Rosies rosa Haaren. Sie liebte ihre Tochter Elly zwar mehr als alles anderes, aber ihre Nichte war ihr mindestens genauso wichtig. Immerhin hatte sie sie, seitdem sie fünf Jahre alt war, aufgezogen. Das war eine lange Zeit. ,,Nichts, ich denke nur an Mom und Dad. Ich vermisse sie so sehr.“ Rosie fing an zu schluchzen, da sie ihrer Trauer nicht mehr standhalten konnte. Ihr ging es schon viel zu oft so. ,,Weine nicht mein Engel, du bist nicht alleine. Ich vermisse sie auch sehr, aber ich bin mir sicher, sie wollen dich nicht weinen sehen. Du bist doch ihr starkes Mädchen. Natürlich weinen auch starke Mädchen mal, aber lass dich nicht von deiner Trauer brechen. Du bist viel zu besonders dafür.“, versuchte ihr Mary verständlich zu machen, doch es klappte wie immer nicht. ,,Danke für dein Versuch mich umzustimmen, aber diese Trauer liegt noch zu tief. Es tut mir leid. Es ist nicht deine Schuld, sondern meine.“ Die blauäugige entfernte sich etwas von ihrer Nichte, da sie wusste, dass Rosie nicht sehr viel mit Gefühlen anfangen konnte. Sie ging wieder in richtig Tür und drehte sich nochmal um. Rosies Blick war immer noch auf den Horizont gerichtet und sie hatte auch nicht vor sich umzudrehen. Ihr verweintes Gesicht wollte sie niemandem zeigen. ,,Du musst dich nicht entschuldigen. Ich nehme es dir nicht übel, das weißt du hoffentlich.“ Sie lächelte das Mädchen am Balkon nochmal an, bevor sie sich zum Gehen bereitmachte. ,,Schlaf gut“, sagte sie noch, bevor sie ging. Sie erwartete keine Antwort, so gut kannte sie Rosie. Dafür konnte sie sich nicht zusammenreißen. Irgendwas war am Tag, an dem ihre Eltern gestorben waren, zerbrochen und seitdem konnte sie keine Liebe mehr empfinden. Sie mochte ihre Tante und Cousine, doch sie schaffte es einfach nicht sie zu lieben. Es ging einfach nicht mehr, tiefgründig für einen Menschen zu empfinden.
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