Arthur weiß Bescheid

von Boots
GeschichteFantasy, Freundschaft / P16
Arthur Pendragon Guinevere "Gwen" Pendragon Merlin OC (Own Character)
10.07.2019
13.08.2019
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Heilmittel zum Zweck

„Wie geht’s es Morgana?“ Aus irgendeinem Grund hatte ich erwartet in ihrem Zimmer zu sein, genauso wie bei Merlin. Aber das war nicht der Fall. „Sie ist immer noch bewusstlos, Gaius sagt ihr Körper ist komplett inaktiv.“ Er stand beim Fenster und starrte hinaus in den blauen Himmel. „Gaius hat Recht. Etwas hat ihr Gehirn infiziert und ihren Körper lahmgelegt.“ Ich stand bei seinem Bett, an einem Pfosten lehnend. „Ja, aber hat keine Ahnung was genau!“ Arthur drehte sich um und begann auf und ab zu gehen. „Du machst mich nervös.“ Ich konnte die Bemerkung nicht unterdrücken und er stoppte sofort, mich genervt anschauend. „Merlin macht mich verrückt.“ „Er ist besorgt. So wie du.“ Arthur murmelte etwas in seinen nicht vorhanden Bart und fuhr sich durchs Haar. „Was hältst du von Edwin Muirden?“ Er sah mich an. „Von wem?“ „Der Arzt den du heute im Hof kennengelernt hast. Er behauptet er hätte-“ „Ein Heilmittel für jedes Gebrechen… Ja, ich erinner mich. Was ist mit ihm?“ Ich legte den Kopf schief. „Du hast sicher bereits bemerkt, dass jedes Mal wenn ich dich besuche… etwas passiert.“ „Wie die Krankheit oder magische Angriffe, ja, ist mir aufgefallen. Bist du deshalb hier? Wegen ihm?“ Ich nickte und Arthur runzelte die Stirn. „Was ist mit ihm? Er schien nicht sehr gefährlich.“ Ich zuckte die Schultern. „Ich bin mir eigentlich nicht sicher wie viel du selbst bemerken wirst. Dieses Ereignis involviert hauptsächlich Gaius und Merlin. Vielleicht habe ich dieses Mal etwas mehr dir zu zeigen.“ Er öffnete den Mund, schloss ihn aber sofort. Er verschränkte die Arme und schüttelte den Kopf. Ich grinste leicht. Es war schon etwas einfacher für mich zu sehen was in seinem Kopf vorging. Ich kam näher, immer noch grinsend. „Bereit?“ „Bereit für-“ Aber da hatte ich das Wasser schon in sein Gesicht geschmissen.

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„Ich höre Lady Morgana geht es besser?“ Arthur saß in seinem Sessel, aufblickend als ich beim Fenster erschien. „Ja. Muirden, er hat sie geheilt.“ Er sprach langsam, zögerlich, als wäre er nicht sicher was er sagen sollte. „Und trotzdem scheinst du ihm nicht sehr zugetan.“ Ich saß auf dem Tisch, Beine in der Luft, nah bei Arthur. „Das war ich. Bis ich mich wieder hier befand und mich an deine Worte erinnerte. Jetzt bin ich… vorsichtig.“ „Und das solltest du auch. Willst du sehen wie er sie geheilt hat?“ Ich hatte eine Schüssel voll Wasser in meinem Schoß und Arthur stand auf, etwas zögerlich aber er kam nah genug um die Oberfläche zu sehen.

Muirden hatte alle hinausgeschickt, sodass er allein mit Morgana war. Er hielt eine Pinzette und ein Tuch bereit, als er sich über sie beugte und ihren Kopf zur Seite drehte. Guinevere kam herein während er über ihrem Kopf gestikulierte. Er bemerkte ihre Gegenwart und schickte sie hinaus Wasser zu holen. Sie tat wie geheißen und er drehte sich zurück zum Bett. Er nahm die Gestik wieder auf, ein paar magische Worte flüsternd. Als er wieder hochkam, hielt er ein kleines Insekt mit der Pinzette, die in seinem Griff zappelte. Er benutzte das Tuch um etwas Blut aufzufangen welches Morganas Ohr verließ als der Käfer herauskam. Muirden packte ihn in eine kleine hölzerne Box, dessen Inhalt für uns nicht sichtbar war. Dann schloss er die Box.

„Er benutzte Magie um einen Käfer aus ihrem Kopf zu entfernen?“ Es klang wie eine Frage und Arthur hob den Kopf um mich anzusehen. Ich errötete leicht, er war während der Vorführung sehr nahe gekommen und hatte sich mit den Händen links und rechts neben meinem Körper abgestützt. Er bemerkte vermutlich nicht mal was er tat, ich allerdings schon. „Einen Käfer, den er dort platziert hat, ja.“ Unsere Köpfe berührten sich fast als ich nickte und jetzt schien ihm unsere Position aufzufallen. Er trat schnell zurück, seinen Stuhl zwischen uns schiebend. Ich entschied mich das nicht zu kommentieren. „Vater hat ihm angeboten zu bleiben… das ist nicht gut.“ „Und er hat Merlin Magie benutzen sehen.“ „Was? Wie konnte er so dumm sein?“ Ich musste lachen. Es war das erste Mal, dass Arthur genauso klang wie in meinen Visionen. Und natürlich bezog er sich dabei auf Merlin. Arthur war sichtlich irritiert, sagte aber nichts. „Merlin ist einsam“, begann ich zu erklären. „Er hat starke Kräfte, die er nicht benutzen darf ohne den Tod zu fürchten. Und jetzt ist da jemand Anderes, mit seiner eigenen Magie, jemand wie er. Merlin möchte jemandem vertrauen.“ Arthur wurde sehr still. Ich wartete auf seine Antwort, die auch irgendwann kam, aber nicht wie ich erwartet hatte.

„Ich hasse meine Hilflosigkeit. Und dass ich deine Worte glauben muss. Ich habe keinen Weg zu überprüfen ob irgendwas was du mir sagst oder zeigst der Wahrheit entspricht. Sicher, nichts widerspricht meinen eigenen Erinnerungen, aber du hast mir ja gezeigt dass ich mir in dem Bereich auch nicht zu sicher sein kann. Ich werde herum geschoben, zwischen dir, Merlin oder anderen Gefahren mit Magie, so wie Muirden oder diese Nimueh. Und ich kann absolut nichts tun! Ohne dich würde ich es nicht mal wissen!“ Er wurde während seiner Rede lauter, am Ende fast schreiend. Sein Atem ging schwer und er starrte mich an, blaues Feuer in den Augen. „Es tut-“ „Nein! Sag nicht, dass es dir leid tut, denn das tut es nicht! Du tust was du für richtig hältst, auch wenn es mich verrückt machen wird.“ Ich war mir nicht sicher wie ernst es ihm war, also schwieg ich bis er sich abgekühlt hatte. Als das der Fall zu sein schien, fragte ich: „Willst du immer noch, dass ich aufhöre?“ Er setzte sich, müde aussehend. „Was?“ „Willst du mich noch loswerden? Das mit deiner Erinnerung und den Machtspielchen hier drin mal außer Acht, willst du immer noch, dass ich aufhöre, sodass du nicht mehr wissen würdest als was du tatsächlich hörst und siehst?“ Das Schweigen wuchs als er mich anstarrte. Dann, in einem leisen Flüstern: „Ich weiß es nicht.“ Ich nickte langsam und warf die Schüssel nach ihm.
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„Ich bin wirklich angetan von diesem Mantel.“ Arthur wandte sich um, er trug das Objekt meines Interesses. Er schritt mit langen, aber trägen Schritten durch den Raum. „Was soll ich tun?“, fragte er plötzlich. Ich blinzelte. „Wie bitte?“ „Wenn ich zulasse, dass alles einfach weitergeht, wird Muirden der neue Hofarzt. Ohne dass jemand weiß, wer er ist und was er will.“ „Gaius weiß es“, stellte ich klar und er blickte mich an. „Tut er?“ Ich nickte. „Gaius hat bemerkt, dass er Muirden bereits begegnet ist. Als er noch ein kleiner Junge war.“ Arthur setzte sich in seinen Sessel. „Muirden hat hier gelebt?“ „Bis seine Eltern in den Flammen starben, die Uther benutzte um die Stadt zu ‚reinigen‘.“ „Seine Narben..“, murmelte Arthur, entsetzt schauend. „Ja, er versuchte seine Eltern zu retten, die Magie besaßen.“ „Also kam er für Rache? An meinem Vater, für den Tod seiner Eltern?“ Er nahm mein Schweigen als Zustimmung. „Dann kann ich es ihm nicht mal verübeln.“ Ich zuckte die Schultern. „Laut Gaius waren seine Eltern keine guten Menschen. Mit dunkler Magie. Aber ich kann keinen Blick in die Vergangenheit werfen. Alles was ich über die damaligen Geschehnisse weiß, stammt aus einer Vision der Zukunft, in der jemand über die Vergangenheit sprach.“ „Warum greift Gaius dann nicht ein?“ „Was glaubst du?“ Arthur dachte nach und als sein Gesicht sich verhärtete, wusste ich er hatte den richtigen Grund.

„Weil Muirden Merlin bedroht.“ Ich schenkte ihm ein trauriges Lächeln. „Er gab Gaius die Wahl. Merlin oder Uther.“ Arthur fuhr sich durchs Haar, sein Blick sah durch mich durch. „Und was wird er tun?“ Ich schwieg. Arthur wiederholte sich, dringlicher. Ich behielt mein emotionsloses Lächeln bei, zuckte nur leicht. Sein wütendes Seufzen füllte die sich aufbauende Stille. „Du wirst es mir nicht sagen. Natürlich nicht. Was würdest du dann an meiner Stelle tun?“ Ich war unsicher ob er bloß nach mehr Informationen fischte, oder ob er wirklich meinen Rat wollte. Ich entschied auf der sicheren Seite zu bleiben. „Das einzige was du tun kannst. Lass es einfach geschehen.“ Er schien als wollte er mich unterbrechen, also machte ich schnell weiter: „Ich erzähle dir das alles nicht, damit du eingreifen kannst. Du sollst nicht eingreifen. Du solltest es eigentlich nicht mal wissen. Aber das gefiel ihr nicht.“ „Deiner seltsamen Existenz.“ Ich nickte. „In meinem Kopf habe ich sie ‚die Lektorin‘ getauft.“ Arthur runzelte die Stirn. „Was?“ „Ein Lektor überarbeitet eine bereits geschriebene Geschichte. Sie hat durch mich Einfluss. Sie verändert die Geschichte gerade genug um das Ende in eine andere Richtung zu lenken.“ Arthur neigte verstehend den Kopf. „Und genau das ist der Grund warum du nicht eingreifen darfst. Sie hat den Überblick und benutzt mich um ein paar Dinge anzupassen. Aber wenn ich dich ein komplettes Kapitel ändern lasse, wird die ganze Geschichte anders ablaufen. Verstehst du?“ Er sah immer noch grimmig aus, nickte aber. Ich atmete ein. „Gut. Dann lass uns die Nacht hier beenden, damit du sehen kannst wie alles ausgeht.“ „Musst du immer Wasser benutzen? Oder mich schubsen?“ Ich trat einen Schritt auf ihn zu und zuckte die Schultern. „Ich muss deinem Körper einen gewissen Schock verpassen. Wasser, Fallen oder Schmerz sind am zuverlässigsten.“ Arthur seufzte. „Fein. Wie wäre es dann mit einer Warnung?“ „Eine Warnung? Wenn du ‚geschockt‘ werden sollst?“ Ich sah ihn zweifelnd an und gab ihm auch keine Gelegenheit zum Antworten. Mit einer schnellen Bewegung zog ich eine Nadel aus meinen Haaren und stach in seinen Arm. Sein lautes „Autsch!“ brachte mich zum Grinsen.
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„Siehst du? Alles gut ausgegangen.“ Arthur trug nur Hosen und einen Shirt, nicht mal Stiefel. Ich versuchte mich nicht ablenken zu lassen. „Ja, anscheinend schon. Auch wenn ich nicht sicher bin wie, wie immer. Ich habe versucht Edwin zu finden, schaffte es aber nicht. Als ich zu Vater zurückkehrte, ging es ihm besser und Gaius erklärte, dass Muirden hinter allem steckte.“ „Nicht viele Details, hm? Willst du mehr wissen?“ Ich deutete zu dem großen Spiegeln neben Arthurs Bett. Dieser drehte sich um und lehnte gegen den Tisch während ich es mir auf dem Bett bequem machte.

Muirden kehrte erfolgreich zu seinen Räumen zurück als er mit Uther fertig war. Gaius‘ Stimme brachte ihn zum Umdrehen. „Ich werde nicht erlauben, dass du Uther tötest.“ „Du hattest vorher nie ein Problem damit Leute sterben zu lassen“, antwortete Muirden ruhig. „Deine Eltern praktizierten schwarze Magie. So wie du.“ Gaius kam näher. „Und wie willst du mich aufhalten?“ Der alte Arzt hob den Arm und rief magische Worte, aber nichts geschah. „Hm, ich denke du meintest…“ Muirden korrigierte ihn und Gaius flog zurück und knallte gegen eine Säule. „Du hast alles vergessen, Gaius. Du wirst zu alt. Aber dafür habe ich die Lösung.“ Er benutzte seine Magie wieder und ein Feuerring erschien um Gaius, der ihn einkesselte und bedrohte. Arthur zuckte kurz zurück, als er plötzlich sich selbst sah, der auf Merlin zukam und ihn schickte Muirden zu suchen. Gaius raffte sich auf, gegen die Säule lehnend. Die Tür öffnete sich und Merlin erschien. Er brauchte eine Sekunde um das Bild zu verarbeiten und wandte sich zu Muirden. „Was tust du?“ „Er versuchte den König zu töten, ich konnte ihn nicht lassen“, erklärte Gaius. „Ich kann jetzt regieren. Mit dir an meiner Seite könnten wir allmächtig sein“, bot Muirden an. „Befrei ihn!“, verlangte Merlin wütend. „Dein Verlust, Merlin.“ Muirden schaute zu einer Axt an der Wand, welche auf seinen Gegner zuflog. Merlin lehnte sich zurück, seine Augen leuchteten golden auf und die Axt stoppte, in der Luft schwebend. Muirden versuchte es stärker mit magischen Worten aber mit dem zweiten Blitzen von Merlins Augen, drehte die Axt, Muirden genau treffend, der nicht mal reagieren konnte. Das Feuer um Gaius verschwand. „Bist du in Ordnung?“, fragte Merlin angespannt. „Ja… dank dir Merlin“, antwortete Gaius, sichtlich angestrengt.

Ich machte ein Zeichen zum Spiegel und deutlich schneller sahen wir, wie Merlin die hölzerne Box nahm, Gaius ihm erklärte was das für Käfer waren und beide neben Uthers Bett standen, unsicher wie sie verfahren sollten. Schließlich legte Merlin seine Hände an die Ohren des Königs und flüsterte etwas. Als er sich zurückzog, zeigte er Gaius den Käfer, beide sehr erleichtert.

Der Spiegel klarte auf und ich sah zu Arthur, der noch immer auf die Oberfläche starrte. „Wie hat er das gemacht?“ Ich runzelte die Stirn. „Was gemacht?“ Arthur drehte sich gestikulierend zu mir. „Muirden wollte ihn umbringen, er hat es mit dieser Axt fast geschafft, aber Merlin hat ihn besiegt. Ohne etwas zu sagen, einfach so!“ Ich lächelte. „Da gibt es jene, die behaupten Merlin ist der größte Zauberer, der jemals auf der Erde wandeln wird.“ Arthur war komplett überrumpelt. „Merlin? Dieser Merlin, unser Merlin, ernsthaft?“ Ich grinste. „Er hat unglaubliche Macht. Und sie wird mit der Zeit noch wachsen.“ Arthur fing wieder an herumzulaufen, von seinem Bett um den Tisch, zu seinem Schrank und wieder zurück. „Was ist, wenn Merlin die Kontrolle über seine Kraft verliert?“ „Das ist sehr unwahrscheinlich. Und selbst wenn. Jeder Zentimeter seines Körpers ist darauf ausgerichtet seine Liebsten zu beschützen.. Gaius, Gwen… selbst dich.“ „Mich?“ Er hielt inne. „Natürlich dich. Dein Schicksal ist untrennbar mit seinem verbunden. Und er weiß das. Glaub mir, Merlin wird dein engster Freund und Verbündeter. Es wird Legenden über euch zwei geben.“ „Ernsthaft?“ Sein Gesicht war Gold wert. Ein Mix aus Überraschung, Unglauben und Skepsis. Ich grinste. Sehr breit. „Du wirst sehen. Aber erst mal lass uns Schluss machen, ja?“ Ich stand vom Bett auf und näherte mich ihm. Er trat schnell zurück und hob den Arm. „Hey, einen Moment. Du wirst mich nicht wieder stechen, oder?“ „Oh, tat das weh?“ „Ja!“ Er sah irritiert aus und mein Grinsen wurde noch breiter. Das ist eine Weile nicht passiert. Schien als wäre sein Drang zu lügen größer wenn es darum ging seine Männlichkeit zu verteidigen. „Keine Sorge. Ich werde es durchmischen, du wirst nie wissen was es sein wird’s.“ Und ich kappte die Verbindung bevor er antworten konnte.