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The Games we play

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
10.07.2019
02.09.2021
54
317.099
155
Alle Kapitel
453 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
15.01.2020 7.750
 
Vorneweg: Jaaa, ich will diese Reviews noch beantworten, habe nur aber gerade ein wenig um die Ohren und versuche mich in erster Linie auf die Kapitel zu konzentrieren x.x Ich kriege natürlich noch mit, was ihr mir schreibt, und freue mich jedes Mal sehr, wenn ich von meinen Lesern höre, aber durch mein Schleifenlassen von Antworten haben sich genug angesammelt, dass das... ein wenig Zeit brauchen wird. Und Stück-für-Stück-vortasten. Aber sie sind nicht vergessen, versprochen!
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„Oh, das ist so lieb von euch, ich wüsste gar nicht, was ich ohne eure Hilfe machen würde!"

„Awww, für dich doch immer, Süße!" Angel und Olivia knuddelten sich einen Moment, und als Angel den Blick von Quinn auffing, rollte sie überdeutlich die Augen. Quinn hatte die Hände vor den Körper gezogen, um dem kühlen Wind etwas entgegenzusetzen, und schmunzelte hinter ihren Fingern.

„Und das ist alles?" Olivia trottete um den teuren Wagen herum und besah die Kisten, die sich im Inneren stapelten. Noch war es das Freizeitauto ihrer Mutter, das Angel fuhr, aber zum achtzehnten Geburtstag würde sie ihr eigenes bekommen, wie sie nicht müde wurde zu erwähnen. Quinn versuchte sich jetzt schon gegen das Geprotze zu wappnen, dass damit einhergehen würde.

„Ich wollte jetzt nicht unseren gesamten Hausrat entfernen, sonst gibt's noch Stress mit meiner Mum..." Quinn hob die Brauen, wagte aber auch nicht, etwas dagegen zu sagen. Doch die Mutter von Angel war eine quirlige, geistig jugendlich gebliebene Frau, die eigentlich alles daransetzte, ihrer Tochter Freundin statt Erzieherin zu sein... was bei Angels herrischem Wesen viel zu oft dazu führte, dass sie übergangen wurde. „Aber wenn ich so sehe, was ihr bisher habt, wird es mit Sicherheit einen Unterschied machen." Diesmal wirkte Angels Lächeln offener. Quinn schob es darauf, dass das Mädchen sich in beinahe jeder Lebenslage im Konkurrenzkampf zu anderen sah - und wenn es nur darum ging, wessen Familie sich die ausgefallenere Halloween-Deko leisten konnte.

Genauso wie Angel wohnte Olivia unten in Mar-Le Villa, direkt an der Biegung des Flathead River. Es war der kleine Flecken Kalispell, an dem die Immobilienpreise plötzlich in die Höhe schossen und die Ansässigen zeigen wollten, dass sie sich Extravaganz leisten konnten. Gerade zu Feiertagen staunte Quinn jedes Mal, wenn sie hier entlangging und sah, in welche Unkosten die Leute sich stürzten, nur um ein wenig Stimmung zu verbreiten. Bei den Verhältnissen, aus denen Quinn kam, war es unvorstellbar gewesen, dass Leute solche Summen nur für ein wenig Deko ausgaben.

Wenn Olivia die Anspielung verstanden hatte, dann war sie nicht weniger geschickt darin als Angel, das Lächeln auf den Lippen zu behalten.

„Okay, dann - soll ich euch beim Auspacken helfen? Oder schaffen das die zwei da?" ‚Die zwei' waren Devon und Nero, die Angel kurzerhand zwangsrekrutiert hatte. Wie sie dieses Wunder bewerkstelligt hatte, war Quinn unklar, gerade, nachdem die Party nach dem gestrigen Spiel sich sicherlich in die Morgenstunden gestreckt hatte. Nero starrte ein wenig tot an die Decke des Autos, während Devon sich gegen ihn gelehnt hatte und knapp davor schien, im Schlaf seine Schulter zu besabbern.

„Ich glaube, die haben das im Griff. Geh schonmal vor, Schatz, wir kommen gleich nach." Noch einmal Umarmung und Geherze, dann ließ Angel Olivia gehen und wartete, bis sie sich außer Hörweite bewegt hatte. „Wie die mich manchmal aufregt... Und das ist alles? Dasselbe frag ich mich auch, wenn ich mir ihre Fake-Titten anschaue." Quinn, die diese Tiraden bereits kannte, grinste schwach, während sie sich abwandte und die Autotür öffnete.

„Wie siehts bei euch beiden aus? Habt ihr vor, euch heute nochmal ins Freie zu begeben?" Nero gab ihr ein ‚Daumen runter'-Symbol, und sie stützte sich schnaufend auf den Türrahmen. Das schien ein langer Tag zu werden.



Ace hatte sich eine Nacht lang hin- und hergeworfen, war aus unruhigen Sekundenschlafmomenten erwacht und hatte weite Strecken damit verbracht, sein Kissen zu umklammern und an die Decke zu starren, während er trotz Wärme zitterte. Er wünschte, er könnte sich mit jemandem austauschen... aber wem? Mitten in der Nacht Para anrufen fiel ja inzwischen aus...

Ihm war ein wenig übel, jedes Mal, wenn er ihre Gespräche rekapitulierte. Nicht die Art von Übelkeit, bei der sich Mund und Kehle zusammenzogen, sondern die, bei der sich der ganze Körper schwer anfühlte, und falsch, und ihm seine Haut ein klein wenig zu eng schien.

Du bist kein Weichei, ich finde dich-

...Halt dir den nächsten Samstag frei.

...Kriege ich Bilder von Lupa und von dir...

Ich schätze, ich steh ein bisschen auf dich.

Scheiße, wie lange musste er es geplant haben? Wie geschickt musste Nero sich vorgearbeitet haben, Schritt für Schritt, und immer mit einer Mischung aus Lüge und Wahrheit, die schön und erschreckend genug klang, um sie einfach glauben zu wollen? Er hatte eine Kunstfigur erschaffen, die anders genug war, um in Aces Augen faszinierend und liebenswert daherzukommen, und all das...

All das, nur um ihm eins auszuwischen? Es kam ihm beinahe unglaubwürdig vor.

Jetzt stell dich doch nicht blöd. Ich bin verknallt in dich.

Ace gab ein seltsames Geräusch von sich, eine Mischung aus Kichern und trockenem Schluchzen, und erstickte es in seiner Decke, ehe er die Knie näher an die Brust zog und sich zur Seite drehte. Vielleicht sollte er mit Katherine reden, um dieses Zeug verarbeiten zu können. Vielleicht würde sie nicht ganz so laut lachen, wenn sie erfuhr, auf was für eine Scheiße er sich eingelassen hatte.

Am nächsten morgen fühlte er sich schwer, erschöpft und schläfrig, und Ace spielte mit dem Gedanken, das Bett den Rest des Tages gar nicht zu verlassen. Seine Eltern würde es nicht wundern, ihn zum Frühstück oder Mittag nicht zu Gesicht zu bekommen - auch durchs Zocken kam es immerhin vor, dass er manchmal bis nachmittags liegen blieb.

Normalerweise tat er es für den Komfort, und heute, weil ihn die Welt außerhalb seines Bettes erschreckte ... und sich unter einem Stapel Decken vor der Realität zu verkriechen klang doch nach einer guten Lösung, oder?

Ace hatte sich das Kissen über sein Gesicht gezogen, grub die Fingernägel ins Fleisch seiner Unterschenkel, starrte ins Dunkel und fühlte sich leer.



„Sag mal..." Quinn stützte sich auf den Pappkarton, den Nero gerade eben auf dem Küchentisch abgeladen hatte, und faltete die Hände übereinander. „Will ich wissen, wie lange ihr gestern noch unterwegs wart?"

„Hm?" Nero hatte sich gegen einen der hohen Hocker gelehnt, die rund um den Tisch standen, und schien geistig weggetreten auf Paketband zu starren, bis er sich wieder zusammenriss und reagierte. „Unterwegs?"

„Jaja. Weißt schon. Hatte nicht irgendeiner von euch Spinnern den Cheerleadern von der Glacier High erzählt, er hätte nen beheizten Innenpool zuhause und ihr hättet die große Afterparty geplant-"

„Ah, ja, das war Sean. Bin ja fasziniert, dass ihm das gelungen ist." Neros Mundwinkel zuckten flüchtig, dann blickte er auch schon wieder ernster. „Aber nee, ich bin nicht mitgegangen. Eigentlich wollte ichs gestern ruhig angehen lassen." Mit gehobenen Brauen sah Quinn auf die dunklen Schatten unter seinen Augen.

„Nimms mir nicht übel, aber danach siehst du nicht aus."

„Ja, mit Schlafen war heute nicht so." Er machte sich allmählich daran, einen der Kartons zu öffnen, und beförderte etwas heraus, was für Quinns unkundige Auge eine große, unhandliche, viereckige Maschine für alles sein könnte, von Licht über Musik hin zu Kunstnebel.

„Oha... mussten wir mal wieder durchmachen mit Dem-der-es-nicht-verdient?" Quinn grinste, um die Worte zu entschärfen. Sie war sich noch nicht sicher, wie weit sie sich wirklich mit dem Gedanken an diesen Icy angefreundet hatte, aber solange sie alles spöttisch weglächelte, war es nicht so schlimm, sich Nero an der Seite von jemand anderem vorzustellen.

„Falsches Thema", sagte der Junge, ohne dass seine Miene weitere Auskunft gab. Nun war ihre Neugierde geweckt.

„Oha, echt?" Als ihre Worte keine Reaktion ernteten, fügte Quinn versuchsweise hinzu: „Gibt's denn schon Ärger im Paradies?" Nicht, dass sie sowas aktiv hoffen wollte, aber dennoch konnte sie das unerwünschte Gefühl in ihrer Kehle rumoren spüren. Quinn verfluchte sich selbst dafür. Sie wollte eigentlich niemand sein, der sich aus purem Eigennutz über die Probleme anderer Menschen freute.

„Sag mal, rede ich irgendwie chinesisch oder so? Falsches. Thema." Nero sah mit zusammengezogenen Brauen auf, breitete Verpackungen mit ominösen Plastestäbchen auf dem Tisch aus, und Quinn fühlte sich zusammensinken. Eigentlich wollte sie Nero nicht wütend erleben, und sie wollte erst recht nicht, dass er wütend auf sie war, aber da war immer noch die hoffnungsvolle Neugierde, die unbeständig in ihr pochte und sie beschwor, nicht lockerzulassen. Dieses Mal versuchte sie es geschickter zu verpackten.

„Manchmal kann es gut tun, mit anderen über seine Probleme zu reden", meinte Quinn mit sanftem Blick, und sie konnte Nero schnauben hören.

„Tu doch nicht so, als obs dir ums Problemlösen gehen würde, du kleine Kröte." Sie grinste ertappt, aber Nero klang belustigt, also blieb zu hoffen, dass sie vielleicht noch eine Chance hatte...

„Ich kann nichts dafür! Dinge, die andere Leute vor mir geheimhalten wollen, sind ne furchtbare Versuchung!"

„Jaaa, da kenne ich noch jemanden ..." Nero hielt inne und runzelte die Stirn. „Jetzt, wo du das sagst, habe ich das unangenehme Gefühl, ich steh auf einen bestimmten Typ."

„Süß und kreativ?"

„Eher ‚Nervensäge ohne jeglichen Respekt für persönliche Grenzen'..." Sie spürte sich schon ein wenig zusammensinken, ehe Nero die Schultern zuckte. „Aber ja, meinetwegen auch süß. Bring das hier mal in die Küche. Du hast ja gerade eh nichts zu tun."

Nach einem kurzen Abstecher zu Liv und Angel, die ihre Zeit anscheinend mehr mit Plaudern als dem Ausprobieren von Youtube-Rezepten verbrachten, kehrte Quinn zurück, rutschte auf den Barhocker, stellte ihr Getränk ab und schob das zweite vor Nero. Man hatte ihr auf Nachfrage erklärt, dass die seltsamen Plastestäbchen anscheinend Rauch in Getränken erzeugen konnten. Liv hatte darauf bestanden, ihr das zu demonstrieren, und kurzerhand entsprechende Cocktails gemixt. Quinns Einwände - sie würde außerhalb von Partys nichts trinken, und erst recht nicht am frühen Nachmittag - blieben ungehört.

Jetzt stiegen geheimnisvolle Halloween-Rauchschwaden aus den grünen Getränken, für die die anderen beiden Mädchen gerade Rezepte durchprobierten, und verfingen sich im Sammelsurium aus Früchten und gruseligen Schirmchen, die Liv rund um die Testgetränke drapiert hatte. „Aaaalso ... wir waren bei deiner problematischen Romanze?" Nero verdrehte die Augen.

„Du gibst auch niemals auf, oder?"

„Vielleicht kann ich ja eine hilfreiche neue Perspektive beisteuern!" Sie spürte den abschätzigen Blick auf sich ruhen, setzte die hübschesten Hundeaugen auf, und schließlich seufzte der Junge nur.

„Sagen wir... ich unterlag der einen oder anderen Fehleinschätzung, was Icy angeht."

„Er ist vierzig, arbeitslos und steht auf hübsche kleine Jungs!", sagte Quinn sofort im Brustton der Überzeugung. Sie hatte es doch gewusst! Es konnte nichts Gutes dahinterstecken, wenn Nero sich in den geheimnisvollen Fremden im Internet verguckte! Als sie seine Miene sehen konnte, korrigierte sie vorsichtshalber: „... Also, klein im übertragenen Sinn."

„Ganz falsche Richtung, aber faszinierende Einschätzung?... Nein." Nero lehnte sich einen Moment zurück und nippte an seinem Drink, mit dem Selbstbewusstsein von jemandem, der sich selbst von buntbedruckten Fruchtschirmchen, Strohhalmen mit Ringelsockenmuster und goldgrünem Glitzerrand nicht in seiner Männlichkeit bedroht sah. „Hm... wie erklär ich das am Besten..." Er hielt inne, runzelte die Stirn und meinte dann. „Okay. Versetz dich mal geistig... etwa ein Dreivierteljahr zurück. Direkt in die Zeit nach Zack, und bevor wir uns richtig kennengelernt haben. Und stell dir vor, du hättest - statt unangekündigt irgendwo aufzutauchen und Leute zu verprügeln-"

„Es war eine einzige Ohrfeige, und damals kannte ich die Geschichte ja nicht ganz!", brummte sie mit roten Wangen.

„-und Leute zu verprügeln-", fuhr Nero unbeirrt fort, „beschlossen, nie wieder mit einem anderen Menschen zu reden und dich lieber ins Internet abzusetzen, um dich da von wildfremden Spinnern trösten zu lassen. Einer von diesen Spinnern scheint ganz sympathisch, warum auch immer, wider besseren Wissens verknallst du dich in ihn, er sich offenbar auch in dich, ihr turtelt ganz romantisch rum, wie's dumme Teenager halt tun, und im Geiste planst du schon eure gemeinsame Zukunft, weil du diesen Typen einfach super findest. Und dann findest du raus, dass es Zack ist."

„Uff." Quinn versuchte immer noch, beim Namen nicht zu offensichtlich zusammenzuzucken, aber ihrem Gesicht konnte man einen Teil der inneren Vorgänge vermutlich ansehen. „Warte... willst du mir damit etwa sagen, dass Häschen in Wahrheit Zack-!?" Nero guckte sie schon ab der Satzhälfte an, als wäre sie ein wenig geistig zurückgeblieben, und da machte es auch bei Quinn Klick. „Du... bist nicht die Quinn in dieser Geschichte, oder?"

„Bin ich nicht."

„...Uff?", wiederholte sie, weil ihr Kopf sie einen Moment im Stich ließ, wenn es darum ging, irgendeine unverfängliche Antwort zu finden. „...Ähm. Scheiße. Kenne ich denjenigen?"

„Mehr vom Sehen, aber ja." Quinn runzelte die Stirn, ging innerlich Namen durch und versuchte, ein Gesicht zu finden, dass für sie ein wenig nach einem Icy aussah, bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel.

„Eugene!"

Nein, sagten Neros gehobene Brauen. Sie ließ die Hand wieder sinken.

„...Nicht Eugene?"

„Darling, wenn ichs ernsthaft geschafft hätte, mich in Eugene zu verknallen, dann hätte ich mich inzwischen selbst hinters Haus geschliffen und mir den Gnadenschuss verpasst." Quinn runzelte die Stirn.

„Okay, also ist er schonmal weniger schlimm als Eugene?"

„Er ist nicht so ne degenerierte Hackfresse, also... sagen wir... von meinem Standpunkt aus besser, von seinem aus übler. Klein Hughie kriegt zumindest keine Panikattacken in meiner Nähe." Quinn blies die Wangen auf.

„Das grenzt die Auswahl jetzt nicht unbedingt ein, weißt du?"

„Ich finde es schön, dass du immer Worte findest, die die Situation in einem so viel hübscheren Licht erscheinen lassen." Sie musste grinsen, trotz des dick aufgetragenen Sarkasmus, und versuchte so unverfänglich wie möglich anzumerken: „Dir ist klar, dass du dir dieses Grab in gewisser Weise selbst gebuddelt hast, oder?"

„Und ich würds jederzeit wieder tun." Nero schnaubte leise. „Außer halt in diesem einen spezifischem Fall. Nebenbei, willst du den noch?" Sie schob ihren Drink, der inzwischen ohne großen Enthusiasmus vor sich hinrauchte, näher zum Jungen und stützte sich wieder auf die Kiste, die immer noch unausgepackt vor ihr ruhte.

„Okay. Eh... Ist es Jose?"

„Ich bitte dich."

„Zacharias? Casey? Miles? Ace? Calvin? Ist es überhaupt ein Junge?"

„Ace ist schon richtig." Quinn stockte, rieb sich über die Stirn und ließ sich das durch den Kopf gehen. Ace? ... Sicher, der Kerl war ein wenig komisch und hatte eine sehr linkische Art, aber ganz hässlich sah er nicht aus, und im richtigen Licht konnte er sogar niedlich sein... dann dachte sie an den Vorfall zurück, der gestern noch im Schulchat diskutiert worden war, und ließ ihre Hand seufzend zurück auf den Karton sinken.

„Oh, verdammt."

„Kannst du laut sagen." Nero grinste humorlos, und sie begann nachzuvollziehen, was ihn womöglich wachgehalten hatte.



Ace hatte es geschafft, sich aus dem Bett zu quälen, nur um nach einem Abstecher zum Frischmachen fünf Meter weiter vor seinem Computer festzuwachsen. Er wünschte, er könnte sein Gehirn irgendwie ruhigstellen, aber es war genauso unmöglich wie gestern. Selbst wenn es ihm einmal gelang, sich auf sowas wie süße, harmlose Disneyfilme zu konzentrieren, dann genügte die geringste Andeutung von ehrlicher Zuneigung zwischen den Figuren auf dem Bildschirm, und er spürte wieder Tränen aufquellen. Ace sah zwei Nebenfiguren Händchenhalten, wischte sich mit dem Deckenzipfel das Gesicht trocken und schlang seine Arme haltsuchend um seinen Körper, während seine Kehle eng war. Lüge, Lüge, Lüge, Lüge schrie irgendwas in seinem Kopf. Sowas gibt es gar nicht. Liebe ist Bullshit. Nur eine Lüge. Und obwohl ihm klar war, dass er sich ein albern verhielt, schien es ihm unmöglich, die Stimme abzuschalten.

Daran, was Nero mit seinem Wissen anfangen mochte, wollte er inzwischen gar nicht mehr denken.



„Also hast du lieber gar nichts gesagt?"

„Auch nicht ganz richtig. Ich hab nur getan, als wäre alles wie immer." Nero grollte leise. „Ich meine, was sollte ich denn sagen? ‚Haha, oh man, das ist jetzt vielleicht ein witziger Zufall, Icy, aber rate mal, wer ich bin...?"

„Die Wahrheit! Und dann entschuldigst du dich! Und dann..." Nach ‚und dann' stockte Quinns Vorstellungsvermögen. Für sie war es unvorstellbar, dass irgendjemand sich nicht auf Nero einlassen würde, wenn der sogar schon freiwillig ankam, aber andererseits war sie vorbelastet. Ihre Möglichkeiten, sich in Aces Situation zu versetzen, gingen gegen Null. Ein Teil von ihr wollte glücklich darüber sein, dass das gesamte Fiasko wirkte, als wäre es jetzt schon zum Scheitern verurteilt, und gleichzeitig fühlte sie sich elend. Gerade sie sollte doch eigentlich wissen, wie schmerzhaft Gefühle sein konnten, und diesen Schmerz wollte sie anderen Menschen nicht wünschen.

„Jaaa... was das mit der Wahrheit angeht - versetz dich mal zurück ins Zack-Szenario vom Anfang. Wie hättest du auf so eine Offenbarung reagiert?" Quinn versuchte, sich ein Jahr zurückzudenken, an ein unsicheres, spöttisches Mädchen, dass die hässlichsten Kämpfe mit sich selbst austrug, und schnalzte leise mit der Zunge.

„Ich hätte mich ein bisschen selbst gehasst, und ihn noch viel mehr, und dann hätte ich vielleicht ne Woche oder so nichts gegessen, damit mein dämlicher Körper mal wieder auf die Realität klarkommt? ... Aber Ace ist doch nicht in die Richtung gestört, oder?"

„Keine Ahnung." Diesmal knurrte der Junge, ein wenig ungehaltener, und schob das zweite leere Glas von sich. „Anscheinend kenn ich ihn ja ohnehin viel weniger, als ich vor Kurzem glaubte. Aber ein bisschen neben der Spur ist auch der, und ich seh schon förmlich vor mir, wie ich ihm sowas an den Kopf knalle und er erstmal seinen Toaster zum Baden mitnimmt." Quinn musste ziemlich überrumpelt geguckt haben, denn Nero fügte hinzu: „Ich meine, ist dir bewusst, wie ich ihn in den letzten Jahren behandelt habe? Wenn dem klar wird, in wen er sich verknallt hat... und außerdem besteht die Möglichkeit, dass er glaubt, dass es von meiner Seite nur gespielt war. Weißt schon, wie in der siebten Klasse, als wir Wetten gemacht haben, bei denen man so tun musste, als würde man Brenda oder Branwyn ernsthaft daten wollen..."

„Ich erinnere mich.", schnaubte Quinn, diesmal mit grimmigerem Gesichtsausdruck.

„...und nach allem, was zwischen uns passiert ist, wäre so ein Gedanke sogar naheliegend. Wenn ichs ihm jetzt sage, dann ist er mit dem Gedanken allein, über das Wochenende und sehr wahrscheinlich auch die Woche durch, denn seien wir ehrlich, als ob der jemals mit auf Schulausflüge gekommen wäre ... und mir wird jede Möglichkeit fehlen, zu kontrollieren, was er denkt oder tut oder wie er damit umgeht und - Ach, scheiße!" Letzteres wurde etwas ungehaltener gezischt, bis Nero sich auf die Tischplatte stützte und angespannt ausatmete.

„Also glaubst du, dass er wirklich so weit gehen könnte?"

„Ich weiß es nicht!" Nero hob die Hände frustriert, ehe er sie wieder im Nacken verschränkte und grollte, während er sich zurücklehnte. „Ich meine, wie stellst du dir vor, dass ich das in Erfahrung bringen soll? Hey Icy, was ich mal fragen wollte - im super-unwahrscheinlichen Fall, dass ich jemand bin, der dir die letzten vier Jahre deines Lebens zur Hölle gemacht hat, wäre das doch nicht wirklich ein Grund für Überreaktionen, oder?" Er atmete erneut aus, diesmal um Ruhe bemüht. „Ich sage nicht, dass etwas passiert, aber ich wär gerne in einer Position, in der ich darauf Einfluss nehmen kann."

„Und in der siehst du dich in einer Woche?"

„In einer Woche ist es weniger übel als jetzt. Wenn er den Ort und die Situation aussuchen kann, dann muss er nicht so viel Schiss vor mir haben wie hier in Kalispell. Ace hat seine Illusion von Sicherheit, es wird genug andere Leute drumherum geben, die die schlimmsten Szenarien für ihn ausschließen, ich warte, bis er mit Jammern fertig ist, erklär meine Sicht der Dinge, lass ihn das Zeug löschen, was noch von ihm auf meiner Festplatte hängt-"

„Du verlierst mich gerade. Warum willst du es nicht jetzt löschen?" Von welchem Zeug genau Nero sprach, wollte sie gar nicht fragen. Immerhin kannte sie die Bilder, die sie mit ihm austauschte, und einiges, was Quinn von anderen Mädchen gehört oder gesehen hatte. Ace ordnete sie ganz spontan in dieselbe Sparte ein.

„Wenn ers nicht selber löscht, wird er niemals Sicherheit darüber haben, obs nicht doch noch existiert." Nero verstummte, holte einen Moment tief Luft und fuhr fort. „Und dann können wir getrennter Wege gehen und reden nie wieder ein Wort miteinander, und alles ist gut - das heißt, Ace wird wahrscheinlich noch ne zwergwüchsige Angststörung vor dem Verlieben mitnehmen, aber das ist nichts, was ein guter Psychiater nicht geregelt kriegt." Ein Teil von Quinn empfand das als durchaus rationale Vorgehensweise, ein anderer - der, dem doch etwas an ihren Mitmenschen lag - war unzufrieden.

„Das klingt traurig", brummte sie. Einen Moment lang schwieg Quinn und erwog, ob es okay war, diese Frage zu stellen, dann fügte sie leiser hinzu: „Wie gehst du selbst damit um?" Nero zuckte die Schultern in absoluter Zurschaustellung von Gleichgültigkeit.

„Du kennst mich, ich pack das schon. Ich hab ein paar Stunden versucht, traurig zu sein, aber das hat sich kacke angefühlt, und irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich mir das überhaupt antue, und wieder drauf verzichtet." Quinn verdrehte die Augen, als müsste sie sich dann nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass ernste Gespräche mit Nero sich bisweilen anfühlten, als würde sie mit einem Alien reden. „Die ganze Angelegenheit ist..." Er hielt inne, als würde er kurz nach Worten suchen. „...nervig, aber auch das wird sich irgendwann wieder legen. Ich bin nicht derjenige in diesem Szenario, um den du dir Sorgen machen musst."

„Ich will mir aber Sorgen machen.", murmelte Quinn, mehr zu sich selbst, dann seufzte sie und sah wieder auf. „Also lügst du ihn jetzt ne Woche lang an, bis es sicher ist, ihm die Wahrheit zu erzählen?"

„Am liebsten würde ich gar nicht mit ihm schreiben." Nero verzog das Gesicht. „Es war schon übel, ihm nicht einfach gleich von Anfang an sagen zu können, was Sache ist, und für den Rest der Woche werd ich mir irgendeine Ausrede aus den Fingern saugen müssen. Außerdem will ichs gerne in Person klären, aber das wird ab Montag schwer. Ich könnte es dieses Wochenende noch regeln, aber ich glaube, ‚Nero taucht unangemeldet vor meiner Tür auf' ist Aces ganz persönliche Horrorvision, und ich werd kein Gespräch mit ihm führen können, wenn er sich im Bad einschließt und von dort versucht, die Polizei anzurufen oder so."

Quinn kicherte ungewollt. Je länger sie darüber nachdachte, desto mehr kam ihr die ganze Situation genauso absurd wie erschreckend vor. Das Gespräch hätte sie vermutlich selbst unruhig schlafen lassen, würde sie es nicht mit dem einen Menschen führen, an dem ohnehin alles abzuprallen schien. Dann kam ihr ein anderer Gedanke. „Aber er hat keinen blassen Schimmer, dass- wer du bist, oder?"

„Zwischendurch hatte ich tatsächlich das Gefühl, er wüsste was, aber da ich noch immer nicht auf sämtlichen Kanälen geblockt bin, gehe ich stark davon aus." Nero sah aus, als würde er noch etwas hinzufügen wollen, aber in dem Moment kam Angel zur Tür herein, warf einen Blick auf die zwei und schürzte die Lippen.

„Und ich dachte noch, wir hätten eine furchtbare Arbeitsmoral... Dev und Caro sind fast fertig mit dem Keller, und ihr habt... eine Kiste aufgemacht?"

„Zwei Kisten", korrigierte Nero, der schon wieder grinste, als gäbe es keinerlei Problem auf der Welt. „Wir mussten wichtige Gespräche führen." Angel ächzte.

„Jaja, die Art von wichtigen Gesprächen kann ich mir vorstellen. Quinn, hör auf, dich von dem Jungen anflirten zu lassen, ich will hier nicht den ganzen Tag verbringen. Liv hat mir endlich erzählt, wie ihre Klasse es letztes Jahr geschafft hat, den Alkohol mit nach Florida zu schmuggeln, und das heißt, wir haben zuhause noch ein bisschen was vorzubereiten."

„Sklaventreiberin.", kommentierte Quinn, zog sich aber artig die nächste Kiste heran.



Aces Mutter musste irgendwas gespürt haben. Zumindest hatte sie den Tag durch unterschwellige Angebote und Aufforderungen zum gemeinsamen Zeit-Verbringen ausgesprochen, und nachdem Ace einem verspäteten Mittag, Kaffeetrinken, familiärem Eisessen, einem Filme- und Spieleabend und stummen, auffordernden Blicken abgesagt hatte, hielt er es für das Beste, das Haus einen Moment zu verlassen, um dem Verhör zu entkommen.

Ein Teil von ihm wünschte sich einen dramatischen grauen Wolkenhimmel mit kalten Regenschauern, unter denen er durchtrotten und sich beschissen fühlen konnte, aber Kalispells Wetter weigerte sich, sich seiner Laune anzupassen. Stattdessen fühlte Ace sich traurig und melancholisch unter einem strahlend blauen Himmel und goldener Herbstsonne, die die Stadt freundlich leuchten ließ.

Er trottete den Ashley Creek entlang, der nicht weit entfernt von seinem zuhause einen Schlenker machte und durchs Grün führte. Nur durch die Bäume konnte man noch Ausläufer der Stadt schimmern sehen. Das Rauschen des Wassers in der Ferne klang fast meditativ, und irgendwann hatte er eine der Stellen gefunden, an der der Bewuchs um den Fluss dicht war, aber ein kleiner Pfad bis hinab ans Wasser führte. Wenn er sich nicht irrte, hatte er genau an dieser Stelle früher mit John Staudämme gebaut und im Kieselschmeißen versagt.

Ace rutschte über mehrere kleinere und größere Steine hinweg, die diese Stelle des Ufers säumten, bis er sich auf einem flachen Felsen niederließ, der beinahe schon im Wasser lag, und die Beine an den Körper zog. Obwohl die Traurigkeit nicht weichen wollte, schienen seine Gedanken hier endlich ein wenig Ruhe zu geben. Solange er sich auf nichts anderes als das Wasser- und Blätterrauschen konzentrierte, zogen sich seine Gefühle zu einem schmerzenden Ball im Magen zusammen und ließen den Rest von ihm vorübergehend in Ruhe.

Sein Blick ruhte auf dem Wasser, dass sich in Wellen und Wirbeln kräuselte, und er stellte sich kurz vor, aufzustehen, einzusinken und unter der Oberfläche zu bleiben, bis seine Probleme sich alle von selbst gelöst hatten. Das war aus vielerlei Sicht albern - zum einen, weil der Ashley Creek nicht besonders tief war und ihm an den seichteren Abschnitten höchstens über die Hüften gehen würde, und zum anderen ... zum anderen, weil es das nicht wert war. Wenn er jetzt ging, dann hatten alle anderen gewonnen, in einem Spiel, in dem Ace eigentlich niemals Teilnehmer sein wollte.

Als er noch ein halbes Kind war, hatte er den romantischen Gedanken gehabt, dass ihm irgendwas furchtbar Schlimmes passieren könnte, und dann würden sie alle bereuen, dass sie so schrecklich zu ihm waren, und an seinem Grab unter Tränen um Vergebung betteln, aber inzwischen wusste er es besser. Spätestens seit Para wusste er es besser. Die Welt würde sich auch ohne ihn weiterdrehen. Und zuletzt kannte Ace sich selbst zu gut. Ihm war schmerzhaft bewusst, dass er ein Angsthase war. Lieber würde er für immer vor sich hinvegetieren, statt eine so furchteinflößende Entscheidung zu treffen.

Ein irritierender Teil von ihm wünschte, nicht allein zu sein. Er wünschte - und Ace fand das so lächerlich, dass er es kaum laut denken wollte - Nero wäre jemand, der sich den Nachmittag mit ziellosen Stadtwanderungen vertrieb, und würde ihn hier entdecken, und sie würden reden wie normale Menschen. In seiner Vorstellung war es aber nicht wirklich Nero, sondern Para-Nero, eine umgängliche, weichgespülte Version des Originals, die ihn ernstnahm und ihm half, eine klare Linie in das bösartige Chaos in seinem Kopf zu bringen. Ace verstand den Reiz dieses Gedankens selbst nicht ganz, aber solange er von Nero als Para dachte, kam ihm dessen Präsenz weniger furchteinflößend vor. Es war, als hätte er zwar begriffen, dass sie dieselbe Person waren, aber seine Gefühle hatten das Memo noch nicht bekommen.

Mit tiefen Atemzügen zog er die Beine näher an den Körper, sah kreiselndem Herbstlaub nach und wartete auf Begegnungen, von denen er wusste, dass sie niemals eintreten würden.



"Und ihr wollt echt schon gehen? Was habt ihr denn so wichtiges vor?" Cora klimperte mit langen, dichten Wimpern, und Quinn lächelte noch, während sie sich vorstellte, wie sie Cora und ihre Fakewimpern gleichermaßen unter einem Berg von Kunstspinnweben vergrub.

Das Mädchen mit den blonden Strähnen war genauso wie Liv keine Schülerin der Flathead, sondern besuchte die Glacier High, und dennoch schienen sie und Nero sich gut zu kennen. Oh, lass dir doch lieber von Devon helfen, ich brauch Nero unten im Keller, weil wir da so viel an der Decke dekorieren müssen, ja, das ist sehr wichtig... Nicht, dass das überraschend war. Nero schien mehr Freunde und Bekannte zu haben als Quinn Follower auf YU.Space, und besonders von den Weiblichen ploppten immer wieder neue auf, sobald sie dachte, sie alle aufzählen zu können. Aber Quinn kannte den Blick, den das Mädchen in Neros Nähe aufsetzte, zu gut von sich selbst. Er sorgte für sofortigen innerlichen Beissreflex. Strähnchen sollte sich gefälligst auf die Kerle von ihrer Schule begrenzen.

"Sorry, aber wir müssen uns fürs Bootcamp der Toleranz diese Woche vorbereiten. Sowas ist wichtiger." Angel sandte ein sarkastisches Lächeln nach, damit man auch ja wusste, wie schrecklich sie das Ganze fand, und Quinn spürte sich innerlich aufatmen. Noch mehr hochinteressante, spaßige Erzählungen von Cora über ihre Erlebnisse mit Typen im Fitnessstudio hätte sie kaum ausgehalten.

"Och", machte Cora mit enttäuschter Miene. "Heißt das eigentlich, ich sehe dich diesen Dienstag gar nicht, Nero?"

"Ich schätze nicht … Bin jetzt auch nicht wirklich scharf aufs Mitfahren, aber wenn ich mich davor drücke, dann lyncht mich die Hill wahrscheinlich. Irgendwer hat ihr die fixe Idee in den Kopf gesetzt, dass ausgerechnet ich irgendeine größere Rolle innegehatte bei allen furchtbaren Dingen, die sich eventuell in der Schülerschaft abgespielt haben könnten…“ Sein Blick sprach von kindlicher Unschuld, und Devon, der sich neben ihm an das geöffnete Auto gelehnt hatte, gluckste.

„Wer würde denn so was tun?“

„Wenn ich das wüsste …“ Einen Moment lang zog er die Brauen sinnierend in die Höhe, dann grinste Nero wieder. „Aber hey, siehs positiv… nach dem, was ich gehört habe, hast du immerhin Ethan. Der wird sämtliche Sehnsucht nach deinen Trainingspartnern sicherlich gerne in hunderten von Nachrichten stillen.“ Sicher, weil es hier ja ums Training ging. Und um Ethan. Coras Gesichtsausdruck bestätigte Quinns Vermutungen.

„Ah ja… Ethan… sag ihm, wenn er nochmal ausversehen betrunken gewisse Bilder sendet, dann landet er endgültig auf der Blockliste.“ Devon unterdrückte kurzes Lachen, und Nero schnaufte.

„Das ist mein Zeichen, nicht weiter nachzufragen. Bis in zwei Wochen, Strähnchen… Liv, viel Spaß auf der Party. Lass dich nicht von gruseligen Typen mitschleppen.“

Cora setzte noch einen Schmollmund auf, der unterging, als Liv und Angel sich gegenseitig lautstark ihre allerbeste liebevollste Freundschaft bekundeten und sich zum Abschied knuddelten. Als sie in den Wagen stiegen, hatte das Mädchen es schon wieder aufgegeben, bemitleidenswert zu gucken.

Quinn bugsierte Devon sanft zu den Vordersitzen und pflanzte sich neben Nero. Natürlich nur für den emotionalen Beistand im Notfall. Nicht etwa, um Strähnchen gegenüber Revier zu markieren.

Sie kaute sich auf den Lippen, als Angel anfuhr. Ihr Blick huschte hin und her, blieb auf Nero hängen und richtete sich dann fast schuldbewusst wieder auf die Straße. Er schien nicht darauf zu achten, starrte gedankenverloren aus dem Fenster, und die zwei vorne stritten sich darüber, welche Musik auf den zehn Minuten Fahrt spielen sollte. Quinn versuchte, alle schlechten Gefühle von sich zu schieben. Häschen war doch ohnehin von der Speisekarte verschwunden, also war es nicht, als würde sie sich in irgendwas einmischen, wenn- wenn …

„Nebenbei.“, murmelte sie und spürte, wie Neros Augen sich fragend auf sie richteten. „Wenn du keine Lust hast, heute wieder schlaflos zuhause rumzuhängen und mit Stimmen in deinem Kopf zu diskutieren, eh… ich hätte nichts gegen Gesellschaft?“ Sie sandte ein kurzes Lächeln hinterher, um Unsicherheit zu überspielen. Sie konnte die Nervosität spüren, die sie jedes Mal ergriff, wenn das Gesicht des Jungen so unbewegt blieb, dann nickte Nero, ehe er sich wieder dem Fenster zuwandte. Quinn sank in ihrem Sitz zurück und atmete leise aus.



„Ace?“ Und er hatte noch gehofft, er könnte einem weiteren Verhör aus stummen Blicken entkommen. Seufzend hängte Ace seine Jacke an die Garderobe und versuchte, seine zerwühlten Haare mit den Fingern in Form zu kämmen, als er sich umdrehte.

„Ja?“, erkundigte er sich so ruhig und unverfänglich, wie es ihm möglich war. Carla setzte das schiefe Lächeln auf, dass bereits ankündigte, dass seiner Mutter etwas auf dem Herzen lag.

„Darf ich dich noch ein paar Minuten von deiner Konsole fernhalten?“ Ace verdrehte die Augen, wenn auch nur innerlich. Momentan hatte er ohnehin Besseres zu tun als zocken… Alles war besser, genau genommen. Er wollte nicht an die Situation erinnert werden, in der er sich befand.

„Klar doch.“ Er schaffte es sogar zu lächeln und folgte seiner Mutter in die Küche, in der sie sich mit ihren Arbeitsunterlagen am Esstisch ausgebreitet hatte.

„Aaalso…“ Das lange Luftholen sagte ihm bereits, dass irgendwas nicht stimmte. „Ich habe heute auf Arbeit mit Elle gesprochen, die mich gefragt hat, ob du dich denn auch schon aufs Camp freuen würdest…“ Ace ließ sein Gesicht unbewegt, bis die nächste Frage auf ihn abgefeuert wurde. „…für das offenbar ein Zettel ausgegeben wurde, den weder ich noch Sanders gesehen haben?“

„Ja, kann sein, dass ich das vergessen habe…“ Ace versuchte ihr in die Augen zu schauen, entschied sich dann aber doch für den Nasenrücken, um zumindest die Illusion von Ehrlichkeit zu wecken. Seine Mutter runzelte die Stirn.

„Du weißt aber schon, dass sie dich ohne dieses Einverständnis der Eltern nicht mitfahren lassen, ja? … Ace, du wirst erst in zwei Wochen achtzehn.“

„Gut möglich, das ist mir einfach entgangen-“

„Und dann hätten sie dich wieder nach Hause geschickt… damit du dann was tun kannst? Die ganze Woche nur in deinen Spielen hängen?“ Carla war nicht wirklich gut darin, streng zu sprechen. Stattdessen sank ihre Stimme zum Ende hin in bittere Enttäuschung ab, ein ‚Ich versuch doch schon mein Bestes, ich weiß nur nicht, wie es ab hier weitergehen soll‘-Tonfall. Ace blinzelte überrumpelt.

„Was?... Nein!“ Zumindest jetzt nicht mehr.

„Ace, du weißt, dass diese Spiele nicht das reale Leben sind?“ Er wollte den Mund öffnen und empört einwerfen, natürlich wisse er das, als seine Mutter auch schon händeringend fortfuhr. „Ich weiß, das fühlt sich sicher toll und spannend an, mal ein bisschen abzuschalten und Monster zu töten, und ich will dir deine Hobbys auch gar nicht schlechtreden, aber… das ist doch nicht alles, was zählt, okay? Es gibt da draußen auch noch ein echtes Leben, und ich habe das Gefühl, dass du das ein wenig aus den Augen verlierst.“ Beinahe konnte er ihre Stimme brechen hören. Das war nicht fair. Tränen waren nicht fair, und wenn, dann war ja wohl er momentan derjenige, der es verdient hätte, sich mal irgendwo ausheulen zu können! „Ich meine, du bringst nie Freunde nach Hause, du verbringst jede freie Sekunde in irgendwelchen Spielen, du weißt noch nicht einmal wirklich, was du nach der Schule machen willst, und ich hab Angst, dass – ich meine, man hört immer wieder von diesen Leuten, die sich irgendwann entscheiden, gar nicht mehr aus dieser Illusion rauszugehen, die sie dann stationär versorgen und die irgendwelche obskuren Jobs im Internet annehmen oder sich in bezahlte Medikamentenstudien einschreiben, nur damit – nur damit sie nichts mehr mit der echten Welt und ihrem realen Leben zu tun haben müssen, und – ich will doch nur nicht, dass dasselbe mit dir passiert, Ace!“ Jetzt flossen wirklich Tränen. Er wollte sich schlecht fühlen, aber stattdessen fühlte Ace sich nur gereizt und erschöpft.

„Mum, dir ist klar, dass ich Lichtjahre von solchen Extremfällen entfernt bin, oder?“

„Das sagst du so einfach!“ Jetzt schluchzte sie wirklich. „Aber versuch doch mal, dich aus meinen Augen zu sehen… Ich meine, ich seh dich höchstens noch zum Essen! Du entfernst dich von uns, und von John auch,, du baust keinen Kontakt zu irgendwem in der Umgebung auf, du bist absolut gereizt, wenn man dich vom Internet wegholt oder irgendwo mit dir hinfährt, du verwendest kaum Gedanken an die Schule, du versuchst alles Reale auszusperren, nur für – für irgendwelche Highscores in irgendwelchen Videospielen! Und ich ertrag den Gedanken nicht, dass du in zehn Jahren einer dieser Menschen bist, der mit seiner Familie nur noch über Textnachrichten kommuniziert, weil er seinen realen Körper gar nicht mehr benutzen will, weil er nur in seiner elenden Scheinwelt leben will und nichts mit sich anzufangen weiß und-!“ Die Worte flossen inzwischen aus ihr heraus, ohne dass sie ihnen noch wirklich klare Form geben konnte, und Ace fühlte sich fast zu niedergeschlagen, um wirklich auf Defensive zu gehen. Er wollte das nicht ausdiskutieren, vor allem nicht heute.

„Ja, und ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, außer, dass ich nicht so bin.“ Denn – Überraschung – in der virtuellen Welt gab es dieselben Arschlöcher wie in der realen. Vermutlich gab es gar keine richtigen Zufluchten und Illusionen. Vermutlich war sein eigener Kopf der einzige Ort, an dem er Ruhe finden konnte, und der arbeitete momentan gegen ihn. Ace versuchte den Gedanken von sich zu schieben, ehe ihm verräterisches Wasser in die Augen stieg.

Carla schniefte noch einmal. „Versprich mir, dass du auf deinem Ausflug auch mal versuchst, mit echten Menschen klarzukommen, ja, Ace? Nicht immer nur mit Pixelköpfen im Internet.“ Er war schon drauf und dran, sich ein vorsichtiges „Jaaaaaa…“ über die Zunge gleiten zu lassen und dann nach Fluchtplänen zu suchen, als sie mit zitterndem Lächeln hinzufügte: „Und nicht wieder krankmachen, ja? Fünf Jahre in Folge ist das doch etwas offensichtlich. Und ich wollte nie was sagen, denn ich kenn ja auch deine Probleme nicht, aber ich will nicht, dass du hierbleibst, nur um deine Zeit dann im Internet abzusitzen.“ Und Ace sah seinen letzten Stützpfeiler wegbrechen. Im Ernst? Darauf wollte sie hinaus?

Einen Moment lang wollte er es ihr sagen. Ace wollte ihr alles erzählen, von Anfang an, von dem Moment, in dem er in dieselbe Klasse wie Devon und Zack gekommen war, und wie es mit Neros Schulwechsel dann noch einmal übler wurde, wie er jeden Morgen Furcht hatte, aufzustehen und zurück in die Hölle zu wandern… Dann warf Ace einen Blick auf die Tränen, die ihr über das Gesicht rannen, und entschied, dass das eine Erzählung für einen anderen Zeitpunkt war. Er hätte sich gerne für diese Selbstlosigkeit auf die Schulter geklopft, aber Wahrheit war, dass er einfach zu feige war zum Reden. Stattdessen zwang er sich ein äußerst natürliches Lächeln auf die Lippen. „Ich werds versuchen.“



„Sag mal…“ Die Zeiger der Uhr waren bereits auf einige Stunden nach Mitternacht vorgerückt. Sie hatten noch einen großen Teil des Nachmittags bei Angel verbracht, und wieder war die meiste produktive Arbeit unter dem Herumgealbere der beiden Jungs und ihrem Getratsche untergegangen, aber zumindest sahen sie sich nun an einem Punkt, an dem sie den Rest der Woche klaren – wenn auch nicht nüchternen – Verstandes überleben würden.

Mangels eigener Autos hatten sie sich von Devon bei Quinn absetzen lassen, und sie hatte Nero schnellstmöglich in ihr Zimmer bugsiert, ehe ihre Mutter auch nur mitbekam, dass sie das Haus wieder betreten hatten. Der Rest der Zeit war schnell verbracht – Kuscheln, Plaudern, Fernsehen, mehr Kuscheln, und dann... Quinn war sich nichtmal sicher, ob sie sich dafür schuldig sprechen wollte. Es war ja nicht, als hätte sie Nero irgendwie ausgenutzt. Vielleicht, wenn es irgendjemand anderes gewesen wäre – aber Nero war nunmal er selbst, und es war nicht, dass man behaupten konnte, sie würde ihn manipulieren, wenn sie sich in einer solchen Situation als Trostquelle anbot. Nicht wahr? … Außerdem konnte man nicht behaupten, dass er lange gezögert hatte, ihr aus dem Rest ihrer Kleidung zu helfen.

Quinn schmiegte sich stärker gegen ihn, die Arme um seinen Oberkörper geschlungen und das Gesicht an seiner Halsbeuge vergraben. Sie spürte warme Hände, die über ihren Rücken streichelten und ihren Hintern kneteten. Nero zog sie näher und drückte sie an sich, als wäre sie das einzige Mädchen, an das er jemals in seinem Leben einen Gedanken verschwendet hatte. Sie sammelte sich einen Moment, bis sie den Gesprächsfaden wieder im Kopf hatte. „Also, jetzt, wo sich dieses ganze Ding um Häschen in ziemlich… hässlicher Art und Weise gelöst hat… glaubst du, du hast eine Weile gar keine Lust auf sowas wie Dating, oder-?“ Schon als sie spürte, wie sich der Körper in ihren Armen anspannte, bereute sie, die Frage nicht geschickter formuliert zu haben. Nero grollte leise, und sie konnte spüren, wie sein Brustkorb wieder einsank.

„Ich hab noch nie jemanden getroffen, der so gut wie du darin war, die Stimmung zu zerstören.“

„Das ist gelogen!“, protestierte Quinn, die lachte und trotzdem nicht wusste, ob sie sich beleidigt fühlen sollte. Nero nahm den Einwand schweigend hin, ehe er antwortete.

„Keine Ahnung. Ich denk nicht drüber nach. Wenn ich Lust drauf habe, dann werde ichs schon merken.“ Er wälzte sich ein wenig herum, ließ sich ganz auf den Rücken fallen und zog Quinn mit, bis sie auf ihm saß, ehe er ihr in die Augen sah. „Aber wenn deine Frage eigentlich lautet, ob ich Lust habe, dich zu daten… Nein.“

Sie lächelte breit, als könnte das übertönen, wie sehr die Worte sie einen Moment lang verletzen wollten. „Und du willst mir was von zerstörter Stimmung erklären.“ Nero grinste nur und stupste ihr gegen die Nase, ehe er ihren Oberkörper wieder zu sich zog.

„Darum, Darling, solltest du diese Fragen beim Sex stellen und nicht erst danach. Hinterher fühlt man sich nicht mehr verpflichtet, um zu allem Ja und Amen zu sagen, nur um zu bekommen…“ Sie spürte, wie seine Stimme sich zu einem Raunen senkte, während seine Finger in äußerst nicht-platonischer Weise ihren Oberschenkel entlangstrichen, ehe sie knapp vor der Rundung ihres Hinterns hielten und zupackten. „…was man will.“ Quinn beschränkte sich darauf, ihr Gesicht wieder zwischen Neros Schulter und Halsbeuge ins Kissen zu graben, um Verlegenheit zu überspielen.

„Merk ich mir fürs nächste Mal.“

„Cleveres Mädchen. Und tu mir den Gefallen, Häschen nicht mehr zu erwähnen. Je weniger ich die Woche an den denken muss, desto besser.“

Quinn brummte einen bestätigenden Laut, während sie eine unbestimmte Traurigkeit in sich spürte. Wie schlimm mochte sie sein, wenn ‚lieber gar nichts‘ die Alternative zu einer Beziehung zu ihr war? Andererseits kannte sie die Antwort. Diese Diskussion ein weiteres Mal zu führen, würde nichts bringen. Lieber schweigen, und im Moment leben, und nicht daran denken, dass dieser vertraute Körper, den sie am liebsten nie wieder loslassen würde, wahrscheinlich schon morgen nicht mehr hier lag.



Ace saß im Auto seiner Mutter und fühlte sich wie auf dem Weg zum Richtplatz.

Sein gepackter Koffer ruhte auf der Bank hinter ihnen. Als hätte es Carla geahnt, hatte sie darauf geachtet, ihn am Sonntag noch einmal zu erinnern, alles Wichtige einzustecken, und an diesem Morgen extra darauf bestanden, ihn zur Haltestelle zu fahren, damit er nicht etwa den Bus verpasste. Ace hatte tatsächlich erwogen, sich zwischenzeitlich nochmal irgendwas zu brechen, aber dafür war er nicht risikofreudig genug. Wenn er sich mies fühlte, zog er sich lieber in seinen Kopf zurück, statt es an seinem Körper auszulassen.

In jeder anderen Situation hätte ihn die Ironie amüsiert, dass ausgerechnet seine Mutter, die vermutlich – oder hoffentlich – nur sein Bestes war, diejenige war, die ihn selbst in Ketten gelegt hatte und dem Henker überreichte. Am Sonntag hatte er noch einmal eingehender überlegt, ihr die Sache zu erzählen, und sich am Ende doch wieder dagegen entschieden. Er würde es nicht ertragen zu hören, wie sie erzählte, sie hätte es ihm doch schon immer gesagt und Leuten im Internet solle man nicht vertrauen. Und es war doch nur eine Woche, oder? Was war schon eine Woche?

Dafür, dass er gestern noch das Gefühl hatte, leergeweint und innerlich regungslos und tot zu sein, konnte er schon jetzt das vertraute innere Magenschlingern spüren. Ace wollte fast darüber lachen. Wirklich, wozu waren Gefühle gut, wenn sie nie taten, was man brauchte?

Carla war klug genug, auf einem Teil des Parkplatzes zu halten, auf dem man sie von der Bushaltestelle aus nicht erkennen konnte. Ace wollte ungern, dass die anderen Schüler zusahen, wie er sich von seiner Mami abliefern ließ. Er war nicht der einzige, für den das galt, aber so, wie er seine Mitschüler kannte, war er einer der wenigen, dem man daraus einen Strick drehen würde.

„Und, soll ich noch mit vor-?“

„Nicht nötig“, stotterte Ace, so hastig, dass er sein Gesicht einen Moment in den Händen vergraben wollte. Carla tat es mit einem Lachen ab.

„Jaja, immer die peinlichen Eltern, was?“ Er enthielt sich vorsichthalber einer Antwort, während er aus der Tür schlüpfte und seinen Koffer von hinten holte. „Ace?“

„Hm?“ Ace sah auf, während er den Rollkoffer abstellte, und sah seine Mutter zu ihm lächeln.

„Ich wünsch dir eine tolle Woche, mein Schatz. Und das mag für dich vielleicht blöd klingen, aber… versuch dich darauf einzulassen. Manchmal stellt man fest, dass andere Menschen gar nicht so schlimm sind, wenn man sie einmal kennenlernt. Okay?“ Die Worte, die ihm weitergeholfen hätten, als er noch zwölf war und sich vor seinem Sommercamp fürchtete, kamen ihm an dieser Stelle unglaublich falsch vor. Er brachte sich dazu, trotzdem zu lächeln.

„Ich werds versuchen.“

„Das ist mein Junge.“ Carla strahlte, während er mit schwerem Herzen begann, sich in die Richtung des Busplatzes zu bewegen. „Ich hab dich lieb!“

„…Ich dich auch.“ So, wie er es murmelte, zweifelte Ace irgendwie, dass es noch ankam, und wenig später vernahm er den anspringenden Motor hinter sich. Noch einmal atmete er tief durch, dann ging er weiter. Ace fühlte sich übel, und diesmal war es exakt die Art von Übelkeit, bei der er sich jeden Moment aufs Pflaster übergeben sah. Aber es war nur eine Woche, sagte er sich. Nur eine Woche. Sogar nur fünf Tage. Fünf Tage überleben.

Er versuchte nicht auf die Blicke zu achten, die sich auf ihn richteten, als er sich am Rand der Schülergruppe dazustellte. Ace hielt den Kopf gesenkt, und nur durch den Schleier aus lose fallenden Strähnen warf er ab und zu einen Blick in seine sorglos schwatzenden Mitschüler. Wie er sich wünschte, einer von ihnen zu sein, nur diese eine Woche, diesen einen Tag… dann streifte sein Blick Nero. Der Junge starrte zu ihm herüber, als würde er überlegen, ob die Zeitspanne noch ausreichte, Ace persönlich zurück nach Hause zu prügeln. Ace biss die Zähne zusammen und ließ den Kopf sinken. Ja, es hatte sich exakt gar nichts verändert.

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Btw, wir haben die 100 Favos geknackt. Ich bin total happy darüber und möchte euch allen für die Liebe und den Enthusiasmus danken, mit dem ihr diese Story verfolgt <3
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