Fallen Goddess

von PeanutMe
GeschichteDrama, Romanze / P12
Alexander Pierce Dr. Armin Zola Nicholas Joseph "Nick" Fury OC (Own Character) Red Skull / Johann Schmidt Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
10.07.2019
13.08.2019
8
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Ahoi!
Hier wieder ein Kapitel für euch, diesmal etwas länger. Würde mich natürlich sehr über eure Meinung freuen. :)
Aber erstmal viel Spaß beim lesen.



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Verzweifelt hockte sie neben dem Agent, aber traute sich nicht ihn anzufassen. Sie starrte ihn einfach nur fassungslos an, realisierend, dass er tot war.

Ein metallisches Klacken in ihrem Rücken holte sie wieder ins Geschehen zurück. Erst bei genauerer Betrachtung erkannte sie, dass der Anführer in der schwarzen Kluft unauffällig eine Pistole auf sie gerichtet hatte. Ohne sie aus den Augen zu lassen, deutet Johann Schmidt ihr an, ihm zu folgen, was sie auch widerspruchslos tat. Zu groß war die Angst, ebenfalls erschossen zu werden.

Nach einer unerträglich langen Reise, geprägt von Schweigen, Befehlen, ununterbrochenen Überwachung und der quälende Gedanke an die letzten gurgelnden Atemzüge des Agents, stiegen sie endlich aus dem kleinen Personenflugzeug aus. Man hatte ihr inzwischen längst Handschellen und einen Knebel angelegt, um sie 'unter Kontrolle zu behalten' – so sagte man es ihr jedenfalls, aber sie war sich ziemlich sicher, dass diese Typen vor allem auch ihre Machtposition ausspielen wollte; ihr zeigen, dass sie sich ihnen unterzuordnen hatte. Und auch wenn der Gedanke ihr natürlich nicht gefiel, tat sie es trotzdem, immerhin war sie alleine und die waren zu tausend.

Das Flugzeug war in einem riesigen Hangar gelandet, wobei die Landebahn sich wie ein enormer Tunnel vor ihr erstreckte. Viele Hunderte Meter entfernt erkannte sie dessen Öffnung und draußen erstreckte sich eine atemberaubende Landschaft von schneebedeckten Wäldern und Berggipfeln. Allerdings bekam sie nicht die Chance, sich das noch etwas länger ansehen zu dürfen, sondern wurde unsanft von einem HYDRA-Soldaten durch die Eiskalte halle geschliffen. Der Soldat führte sie durch unzählige Gänge, die alle so verschlungen und verworren waren, dass sie schon nach wenigen Metern die Übersicht verloren hatte. Zudem sah einfach alles ganz genau gleich aus, was bei der Orientierung wirklich nicht half. Zwischendurch sind sie mit einem Fahrstuhl einige Etagen tiefer gefahren, bis sie schließlich vor einer schmalen Stahltür stehen blieben. Kurzerhand löste der Soldat ihre Fesseln, stieß sie hinein und knallte hinter ihr die Tür zu. Sie hörte noch seine immer leiser werdenden Schritte, bis es schließlich mucksmäuschenstill war.

In ihrer Zelle stand ein schmales Bett, obwohl 'Liege' wohl eine treffendere Bezeichnung wäre, eine Stahltoilette und das dazu passende Waschbecken. Unschlüssig stand sie mitten in dem winzigen Raum und wusste nicht so recht, was sie nun tun sollte, also setzte sie sich einfach auf die dünne Matratze und wartete ab. Sie musterte den Raum ganz genau; der Boden und die Wände bestanden aus nacktem Stein, wodurch es in der Zelle unangenehm kühl war, aber eigentlich machte ihr das gar nichts aus. Gelangweilt lehnte sie sich an die Wand, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Noch immer konnte sie das innere ihrer Zelle sehen, aber unscharf und ein bisschen verschwommen, wie durch einen Schleier.

Nach einer ganzen Weile hörte sie wieder Schritte, die durch die leeren Gänge hallten und schließlich vor ihrer Tür stoppten. Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf und stellte sich, auf alles vorbereitet, vor die Tür. Doch es war wieder nur ein Soldat und ob es der selbe war wie vorhin, konnte sie dabei unmöglich sagen. Immerhin hatten alle diese seltsamen Helme auf und sprachen nie auch nur ein Wort. Wieder führte er sie durch das Labyrinth von Gängen zu einer doppelflügligen Stahltür. Hinter der Tür tauchte ein großes Labor auf, mit aller Art von Geräten, Maschinen die auf Hochtouren arbeiteten und ein kleiner bebrillter Wissenschaftler, dem vor harter Arbeit schon dicke Schweißperlen auf dem kahlen Kopf glitzerten. „Kommen Sie rein.“, rief er der Frau zu und winkte sie zu sich. Die Wache lies sie endlich los und neugierig was er zu sagen hatte, ging sie zu ihm rüber. Als er sie im grellen Licht der Laborlampen nun endlich betrachten konnte, hielt er fast schon ehrfürchtig inne und betrachtete jedes Detail ihres Gesichtes ganz genau. Sie war zwar überrascht, dass er nicht wie alle anderen angeekelt, sondern fasziniert von ihrer Erscheinung war, aber wie seine glubschigen Augen sie durch die große Hornbrille musterten, lies in ihr ein großes Unbehagen aufkommen. Er lies endlich von ihr ab und reichte ihr zwei winzige Stoffstücke: „Mein Name ist Dr. Arnim Zola. Ziehen Sie das hier an.“ Dabei deutete er auf die Ecke hinter ihr, die mit einem großen Vorhang abgeschirmt war. Dankbar sich auch endlich mal nicht vor aller Augen umziehen zu müssen, wie es Anfangs in der Militärstation der Fall war, griff sie nach der Kleidung und schlüpfte hinter den Vorhang.

Der sackige Pullover war tatsächlich von dem ganzen Herumgezerre und Geschubse noch weiter geworden, sodass er ihr schon beinahe so von den Schultern glitt. Eilig riss sie sich die Sachen vom Leib und zog sich die neue Kleidung wieder an, wobei es eher Unterwäsche war. Die weißen Panties waren fast schon zu eng, genau wie der trägerlose BH, der eigentlich nichts weiter als ein breiter Stoffstreifen war. Sich fragend, ob sie wohl auch irgendwann einmal etwas normales zum Anziehen bekommen würden, zog sie den Vorhang beiseite und trat in den Raum. „Kommen Sie hier herüber“, hallte seine Stimme durch das Labor und wies ihr an sich auf einen weißen Untersuchungsstuhl zu setzten. Sie ahnte schon, dass sie jetzt wieder von Kopf bis Fuß unter die Lupe genommen werden würde, und in der Hoffnung das umgehen zu können, wandte sie ein: „Man hat mich schon untersucht. Können Sie nicht diese Daten verwenden?“ Ein kleines Schmunzeln ging im über die Lippen, als wüsste er etwas, das sie nicht wüsste: „Nun, ich ermittel gerne meine eigenen Daten, um sicher zu gehen, dass sie nicht durch irgendwelche Variablen verfälscht werden.“ Seufzend setzte sie sich in den Stuhl, worauf kurzerhand ihr schon das grelle Licht der Lampen in ihren empfindlichen Augen brannten. Auch jetzt wurde wieder allerhand an ihr abgehört, getestet und Proben entnommen, während sie einfach still da saß und alles über sich ergehen ließ.

Nach dem Dr. Zola alle Daten hatte, die er wollte, bedankte er sich, sagte er sei gespannt auf deren Auswertung und verließ prompt das Labor mit den Proben. Völlig perplex saß sie noch immer auf dem Untersuchungsstuhl und war nun ganz allein mit dem stummen Soldaten im Raum, der sie nicht aus den Augen ließ. Völlig fehl am Platz blieb sie einfach sitzen, vermutlich würde Dr. Zola bald zurück kehren. Warum musste sie eigentlich ständig warten und nie bekam sie irgendwelche Infos...das ging ihr langsam wirklich auf die Nerven.

Nach gefühlt Stunden kehrte der Wissenschaftler endlich zurück. Seine Miene war zwar sorglos und völlig normal, doch irgendetwas war anders. Sie konnte seine Nervosität förmlich spüren. Ihr Misstrauen überspielend fragte sie nach: „Und was haben sie raus gefunden?“ Für einen Moment blickte sie er stumm auf sein Klemmbrett mit ihren Daten, sodass sie für einen kurzen Augenblick dachte, er hätte sie gar nicht gehört. Dann schaute er hoch, stockte kurz, aber anstatt ihr zu antworten fragte er: „Wissen Sie, wie lange sie in dieser Kugel auf dem Meeresgrund waren?“ „Nein.“, antwortete sie wahrheitsgemäß. „Ich erinner mich an nichts.“ Er legte seine Stirn in Falten und sprach weiter: „Ich gehe davon aus, dass sie für eine wirklich sehr lange Zeit dort drin waren.“ Ihre Verwirrung stand ihr ins Gesicht geschrieben, aber Dr. Zola wusste nicht, wie er es erklären sollte. „Sehen Sie, ich glaube, der Grund für ihr besonderes Aussehen ist schlichtweg der, dass Sie einfach nicht genügend Sonnenlicht, genauer gesagt UV-Strahlen, in dieser Kugel bekommen haben. Durch dessen Bestrahlung, kann unser Körper nämlich einen Stoff, Melanin, produzieren und verleiht uns unter anderem unsere Hautfarbe. Ich denke, wenn man sie regelmäßig genügend UV-Stahlen aussetzt, könnte man das vielleicht rückgängig machen. Ich würde jetzt einen kurzen Testversuch starten.“ Zustimmend nickte sie, obwohl er eigentlich gar nicht nach ihrem Einverständnis gefragt hatte. Er kramte kurz in einem der Regale und kam mit einer kleinen Taschenlampe und einer Kamera zurück. „Legen Sie ihre Hand auf die Unterlage.“ Sie tat was man ihr sagte und er schoss ein Foto. Dann legte er die Kamera beiseite und holte die Taschenlampe heraus. Ohne Umschweife richtete er den violett leuchtenden Lichtkegel der Taschenlampe auf ihre Handfläche und wartete einige Minuten ab. Als er sie wieder anhob, war der zuvor bedeckte Fleck nicht mehr so transparent, wie die umliegende Haut. Zwar konnte man noch immer die Fingerknochen, Sehnen und alles andere erkennen, aber nicht mehr ganz so deutlich. Der Doktor schoss wieder ein Foto und freute sich darüber, dass er recht behalten hatte und es funktionierte.
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