Fallen Goddess

von PeanutMe
GeschichteDrama, Romanze / P12
Alexander Pierce Dr. Armin Zola Nicholas Joseph "Nick" Fury OC (Own Character) Red Skull / Johann Schmidt Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
10.07.2019
13.08.2019
8
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Das schrille Piepen des Weckers riss George aus dem Schlaf. In roten Ziffern leuchtete ihm das '06:00am' fast schon hämisch ins Gesicht. George taumelte schlaftrunken auf die andere Seite des Schlafabteils und hämmerte auf den Ausschalter.
Das Eiskalte Wasser ließ ihn erst richtig aufwachen. Der Agent trocknete sich ab, kämmte sich den Bart und zog eine leichte Uniform an, ehe er nach draußen trat. Sicher würde es heute wieder eine erdrückende Hitze geben. George war einer der Ersten im Speisezelt. Eigentlich hatte er keinen besonders großen Hunger, aber er musste trotzdem kräftig Frühstücken, schließlich stand heute viel an. Recht zügig füllten sich die Bänke und der Lärmpegel stieg rapide an. George hatte keine Lust sich mit seinen Sitznachbarn zu unterhalten, dafür war es noch deutlich zu früh. Um den lauten Gesprächen, dem klirrenden Besteck und Geschmatze zu entkommen, ging er wieder zum Ost-Zelt und er könnte Wetten, das Doktor Moore bereits den Tauchroboter mobilisierte und natürlich kaum ausgeruhter ist, als er es gestern gewesen war.
„Doktor?“, hallte Georges tiefe Stimme durch das Zelt. „Hier hinten.“, antwortete die kratzige Kehle des Doks. Natürlich war er beim Tauchroboter, wie der Agent es schon vermutet hatte. „Haben sie gut geschlafen?“, fragte Dr. Moore, es war aber eher eine Höflichkeitsfloskel. „Blendet. Und sie überhaupt nicht, wie ich sehe.“ George verschränkte die Arme vor der Brust. „So Schlimm, ja?“, lachte der Doktor über seine eigenen Erscheinung. Seine Haare und der Bart waren ungekämmt, kleine Kaffeespritzer trockneten auf dem weißen Kittel und die Augen schienen klein. Er fuhr fort: „Nun, ich war gerade dabei das Labor zu verlassen, da hat hier alles verrückt gespielt. Sehen Sie sich das an.“ Mit zittrigen Händen wühlte er in einem Stapel Papiere, als er schließlich alle zusammen hatte, überreichte er sie George. „Sehen Sie nur.“, wiederholte er wieder und seine Finger huschten über die Tabellen und Diagramme. „Die Energiestöße häuften sich letzte Nacht nicht nur, sondern wurden auch deutlich intensiver. Der Roboter muss auf der Stelle zum Einsatz kommen, eher seine Sensoren gestört werden könnten. Ich habe schon den Befehl gegeben. Entschuldigung, ich konnte nicht auf Sie warten.“ Vollkommen überrumpelt legte George die Daten beiseite: „Könnte das, was auch immer da unten ist, gefährlich für die Küste werden?“ Der Doktor kaute auf seiner Unterlippe herum: „Unwahrscheinlich, unwahrscheinlich. Jedenfalls nicht, wenn wir jetzt handeln.“
Keine zehn Minuten später wurde der klobige Tauchroboter auf einen Transporter geladen. Das Team, darunter George und Doktor Moore, fuhren zum Pier, wo bereits ein kleiner Kran bereit stand. George stieg aus dem Truck und es bot sich ihm ein einzigartiger Anblick. Das Meer schürte nicht die kleinste Welle, doch etwa dreißig Zentimeter über der Wasseroberfläche hingen Millionen von Tropfen in der Luft, vollkommen bewegungslos. Genau das selbe geschah mit dem Sand. Der Doktor eilte um das Fahrzeug herum: „Beeindruckend, nicht war? Die gesamte Umgebung wurde durch die Energiequelle da unten statisch unfassbar hoch aufgeladen. Schauen sie.“ Er hielt seinen Arm unter Georges Nase. Jedes Haar stand stramm gen Himmel gerichtet, genau wie dessen Haarpracht. Ein kleines Schmunzeln schlich sich auf seine Lippen, dann gab er lautstark den Befehl: „Setzt den Tauchapparat ins Wasser!“ Der Kran drehte sich in Richtung des Trucks, ein paar der Arbeiter befestigten daran die Tauchdrohne und Stück für Stück wurde sie ins Wasser gelassen. „Kommen Sie.“, flüsterte der Doktor und eilte zu einem schwarzen LKW. Im Anhänger waren einige Bildschirme angebracht und eine große Konsole, mit der man den Roboter steuerte. Doktor Moore schnappte hektisch nach ihr und setzte sich vor die Monitore. Der Computer fuhr hoch, an der Konsole blinkten einige Lämpchen und kurz darauf erschien die Liveübertragung der Drohnenkamera. Gefesselt an den Bildschirm verfolgte George das Geschehen. Sein Sitznachbar rangierte die Drohne mit Fingerspitzengefühl durch das Wasser. Besonders viel war nicht zu erkennen. Ab und zu huschte ein Fisch an der Kamera vorbei, die ein oder andere Alge blieb daran hängen. Dann stöhnte der Doktor immer genervt auf, um keinen Preis wollte er diese Mission abbrechen. Georges Augen huschten immer wieder zum Radar rüber, wie weit es noch bis zu Energiequelle war. 100 Meter, 50 Meter, 25 Meter, 10 Meter. Es war totenstill im Anhänger und keiner von beiden wagte es auch nur zu atmen. Die Scheinwerfer des Unterwasserroboters hatten tatsächlich eine beträchtliche Reichweite. Dann plötzlich stieß der Doktor auf einen glänzenden Gegenstand. Es war eine Kugel, etwa 3 Meter Durchmesser und leuchtend, wie kein Metall der Welt es je war. Sie lag da einfach auf dem Grund des Meeres, als ob sie da eben erst reingefallen wäre. Keine Algen, nicht das kleinste Sandkorn, geschweige denn Rost hatte sich auf ihrer glatten Oberfläche abgesetzt. Nur im Sand unter ihr zeichneten sich immer größer werdende Kreise ab. „Was ist das?“, flüsterte George, erwartete aber eigentlich keine Antwort. Woher sollte sein Sitznachbar denn auch wissen. Plötzlich zitterte und flackerte das Bild. Graue Querstreifen und grüne Blitze durchzogen das Bild, sodass der Blick auf das wundersame Objekt getrübt wurde. „Holen Sie das Ding zurück, Doktor!“, hetzte der Agent. Ohne zu zögern befolgte dieser den Befehl und entfernte den Tauchroboter von dem unbekannten Körper. „Was war das?“, fragte der Agent wieder, diesmal aber im Ernst. Drucksend antwortete sein Kollege: „Ich hab keine Ahnung. So was habe ich noch nie gesehen.“ Eine drückendes Schweigen machte sich breit, keiner wusste was man dazu noch sagen könnte. George unterbrach die Stille mit einem Räuspern: „Nun, ich werde die Zentrale informieren, die wissen sicher, was zu tun ist.“ Ohne noch eine Antwort seitens seines Kollegen abzuwarten, verließ er den den Anhänger und fuhr alleine wieder zur Forschungsstation in der Bucht. Während der Fahrt schwirrten ihm unendlich viele Fragen durch den Kopf. Was war dieses Ding, da unten auf dem Meeresgrund? Dann erinnerte George sich wieder an die Worte des Laborassistenten vom Vortag: 'Es erinnert mich an ein schlagendes Herz, Sie nicht auch?'. Da dachte er noch, was für ein abstruser Blödsinn das sei, doch jetzt wo er die Energiequelle gesehen hatte...
Die ganze, im wahrsten Sinne des Wortes 'elektrisierende', Atmosphäre dort am Strand ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren und einen eisigen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen.

An der Forschungsstation angekommen eilte George gleich zur Vermittlungsstelle um eine Nachricht an die S.H.I.E.L.D-Zentrale zu verfassen. Er schnappte sich einen Protokollanten, setzte sich fernab in eine abgeschiedene Ecke und diktierte: „Dienstag der 25.08.1942, Forschungsstation am Sylvan Beach Park, Houston, Texas. Die Aufklärungsmission unter Wasser mit dem RX-720, Marke Stark Industries, war nur teilweise erfolgreich. Ein kugelförmiger Körper aus einem bisher noch unbekannten Metall war auf dem Grund des Golfs von Mexiko zu finden. Die Energiestöße wurden gestern Abend gegen 01:30 morgens extremer, doch nicht bedrohlich. Warte auf weitere Befehle.“ Der junge Protokollant hämmerte auf die Tastatur. „Senden sie es ab.“ Ein letzter Tastenschlag. Ab jetzt konnte George nur noch abwarten, also zog er einen der Stühle an den Aluminiumtisch und legte die Füße hoch. Bei der noch nicht ganz ausgereiften Technik, wusste man nie, ob es nur 5 Minuten oder 3 Stunden dauerte, bis man eine Rückmeldung erwarten konnte.
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