Fallen Goddess

von PeanutMe
GeschichteDrama, Romanze / P12
Alexander Pierce Dr. Armin Zola Nicholas Joseph "Nick" Fury OC (Own Character) Red Skull / Johann Schmidt Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
10.07.2019
16.07.2019
6
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Sylvan Beach Park, La Porte, Texas, USA - 1942

Die Sonne strahlte mit aller Kraft auf den eigentlich gut besuchten Sylvan Beach Park, doch trotz des guten Wetters, war keine Menschenseele am Strand. Auch schwammen keine im Meer und keine Kinder spielten auf der Wiese. Gestern Nacht war ein ganzes Bataillon an schwarzen Transportern und LKWs angerückt, geziert mit einem weißen Adler. S.H.I.E.L.D. Ein Mann mittleren Alters trat an den Strand. Mit einem weißen Tuch tupfte er sich die dicken Schweißperlen von der Glatze, unter seinen Armen waren schon große Schweißflecken zu erkennen. In der rechten Hand hielt er ein Walkie Talkie dicht an seinen Bart und fragte genervt den Typen an der anderen Leitung: „Wissen sie schon was es ist?“ Ein leises Rauschen ertönte ehe eine knisternde Stimme antworten konnte: „Nein, noch nicht, Sir. Ihre Jungs bauen gerade erst noch die Geräte auf. Heute Abend sollte alles fertig sein.“ Der Anzugträger schnaubte genervt: „Sie haben bis heute Nachmittag zeit. Diese Bullenhitze ist ja nicht auszuhalten.“ Ehe die Stimme protestieren konnte, stellte der S.H.I.E.L.D-Agent das Walkie Talkie aus und beendete das Gespräch. Mit zusammengekniffenen Augen lies er den Blick über das blaue Meer streifen. Gestern hatte die NASA unregelmäßige Energiestöße in Mitten des Golfes von Mexiko gemessen, dabei sah alles vollkommen ruhig aus. Sicher war es nur ein kleines Beben unterhalb des Meeresspiegels und all diese Wissenschaftler, die sich gerade 100 Meter entfernt in dem provisorischen Laboren einrichteten, würden in nicht einmal 2 Tagen schon wieder abziehen. Dann könnte George endlich wieder nach Hause und aus dieser elenden Hitze raus. Doch sie mussten sicher gehen. Der stämmige Glatzkopf arbeitet sich mühsam durch den Sand, um die Station schnellst möglich zu erreichen. Hoffentlich hatten die Jungs schon die Klimaanlage installiert.

Etwa drei Dutzend in schwarz gekleidete Männer schleppten schwere Kisten in die Zelte, verstauten sie unter Planen oder begannen, die Geräte der Wissenschaftler aufzubauen. George ging zu einem der Kittelträger: „Und Sie sind sich sicher, dass der NASA nicht irgendwelche Fehler unterlaufen sind?“ „Ja, ziemlich sicher. Dies ist keine gewöhnliches Meeresbeben.“ Der schlaksige Mann drückte George ein Klemmbrett mit einigen Auswertungen in die Hand und erklärte weiter: „Sehen Sie, die Energiestöße sind in ihren zeitlichen, sowie wie in ihrer Intensität regelmäßig aufgetreten.“ George sah sich das Diagramm an. Gleichmäßige Wellen zeichneten das Papier, immer zwei Energiestöße dicht hintereinander, dann eine kleine Pause und wieder zwei hintereinander. Es stimmte, das war nicht gewöhnlich für ein Beben. Genaugenommen war das für überhaupt nichts gewöhnlich und George hatte so etwas noch nie zuvor gesehen. Er seufzte, doch der Wissenschaftler unterbrach seinen Gedankenfluss: „Es erinnert mich irgendwie an ein schlagendes Herz, Sie nicht auch?“ Er platzierte seine Hand auf der Brust und lies sie im Takt seines eigenen Herzens auf die Brust schlagen – immer zwei Schläge hintereinander, Pause und wieder zwei Schläge. George konnte mit dieser Information absolut nichts anfangen: „Was wollen sie damit andeuten?“ „Nichts. Gar nichts.“, antwortete der Wissenschaftler eingeschüchtert, der sich für diesen abwegigen Gedanken zu schämen schien. Ohne ein weiteres Wort entfernte er sich.

Einige Stunden später waren die Zelte und Gerätschaften allesamt aufgebaut, jeder hatte sich eingerichtet und George hatte sich endlich etwas leichteres anziehen können. Bei diesen Temperaturen hätte er es keine fünf Stunden in dem schweren Sakko ausgehalten. Strammen Schrittes ging er auf die Ost-Abteilung zu. Der Platz war gute 2 Hektar groß, umrandet von einem hohen Stacheldrahtzaun und zur Bucht hin geöffnet. Alle 5 Wachtürme waren besetzt und am Zaun wurde gerade die Patrouille abgelöst. S.H.I.E.L.D hatte echt das ganze Programm aufgefahren, doch nur wegen ein paar kleinen 'Energiestößen'?

Im Ost-Zelt waren die Forscher und deren ganzer Kram untergebracht. George erwartete möglichst bald Berichte. Zu seiner Zufriedenheit waren die in weiß gekleideten Männer schon in heller Aufruhr. Alle wirrten durch den Raum, jeder in seine eigenen Notizen vertieft und alle elektronischen Utensilien liefen auf Hochtouren. George ging gemächlichen Schrittes durch den Raum und genoss diese Atmosphäre. Es gab nichts besseres, wenn jeder hart arbeitete und es zügig voran ging. Ganz am Ende des langen Raumes war die Wand fast komplett mit Bildschirmen verdeckt, doch es war noch nichts interessantes zu sehen.

In der Spiegelung der Bildschirme sah George Doktor Moore, den Laborleiter dieser Station, auf ihn zu kommen. Er war Mitte der 40er, nicht älter als George selbst, doch der graue Vollbart und die tiefen Ringe unter den Augen ließen ihn um mindesten 10 Jahre älter wirken. Mit Sicherheit hatte er die letzten Tage kaum ein Auge zu bekommen, um jederzeit auf dem neusten Stand der Ermittlungen zu bleiben. „Agent Philips, Sie haben sich schon umgesehen, wie ich annehmen darf?“, fragte der Doktor. „Das habe ich. Beeindruckende Technik. Funktioniert sie auch?“, entgegnete George. Mit einem sarkastischem Lachen antwortete der Doktor: „Na das will ich doch hoffen. Das ist die neuste Stark Technologie.“ „Seit wann entwickelt Stark Equipment für die Forschung?“ „Tut er nicht. Das meiste hier ist Zweckentfremdet. Naja, bis auf eines.“ Der Doktor eilte durch den Raum, zog einen weißen Sichtschutz beiseite und offenbarte Agent Philips etwas, dass er bis her nur aus der Zeitung kannte. Ein grau-gelb angestrichener Kasten, mit lediglich einer Kamera, 3 großen Scheinwerfern und hinten massive Steuerflossen sowie einen propellerartigen Antrieb. Ein Tauchroboter, der eher nach einem Prototypen aussah, als einem einsatzbereiten Forschungsmittel.
Doktor Moores Augen strahlten wie die eines kleinen Kindes am Weihnachtsmorgen und er schwärmte: „Eine hochauflösende Kamera, natürlich Wasserdicht. Seine Scheinwerfer könnten das ganze Riff beleuchten und er kann bis zu einer Tiefe von 175 Meter dem Druck standhalten.“ George hingegen verschränkte die Arme vor der Brust: „Und das Ding soll morgen beim Tauchgang für Klarheit schaffen?“ „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er das, ja. Wir haben bereits den exakten Standort der Quelle der Energiestöße lokalisiert. Das dürfte morgen ein Kinderspiel werden.“ „Meinen Erfahrungen nach, wird es das nicht. Es geht immer irgendetwas schief.“, murmelte George. Ein kleines Grinsen huschte über das Gesicht des Doktor: „Bei allem Respekt, ein wenig Optimismus könnte ihnen wirklich nicht schaden.“ „Und ihnen könnte etwas Schlaf wirklich nicht schaden!“, fuhr er den Doktor an. Wie oft hatte George so was schon gehört? 'George, sei nicht immer so pessimistisch. Vertrau auf die Menschen.' Meist sagte Mary diese Worte, aber dafür liebte er sie eigentlich auch. Sie war der Optimismus in seinem Leben. Entnervt verließ der Agent das Ost-Zelt, um wenigstens noch ein wenig Schlaf vor dem anstehenden Einsatz morgen zu bekommen.
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