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Die schöne Helena und das Amulett der Nacht

von Madragan
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
E. Aster "Bunny" Bunnymund Jack Frost / Jackson Overland Frost OC (Own Character)
09.07.2019
06.09.2020
9
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17.08.2020 1.592
 
Die Gestalten stiefelten (oder schwebten) tatsächlich in mein Haus und ließen sich ohne Probleme in mein Wohnzimmer führen.
Ich kannte sie nicht, wollte aber kein schlechter Gastgeber sein. Nachdem ich das Pack also mit Tee und ein paar Keksen versorgt habe (woran sich vor allem der bärtige Mann bediente), setzte ich mich in den Ohrensessel und sah die Gemeinschaft an.
So...was mache ich jetzt mit denen?
-Sei nett.-
<Mal sehen.>
„Also, wer seid ihr und was wollt ihr?“,fragte ich und schlug meine Beine über einander.
„Moment einmal, du weißt das nicht? Und du hast uns dennoch in dein Haus gelassen? Haben deine Eltern dir denn gar nichts bei gebracht?“, fuhr der Hase mich an.
„Ich bin mit Schlimmeren klar gekommen als mit einem 2-Meter.Häschen. Außerdem, ihr seid in meinem Haus. Wer sagt, ihr das Gift in eurem Tee überlebt?“, schmunzelte ich. Mein Grinsen wurde breiter, als der Frostjunge sich direkt an dem Getränk verschluckte.
Alle starrten mich entsetzt an.
-So lustig das auch war, es wird gerade unangenehm.-
<Jajaja, jetzt bleib mal ruhig.>
Ich konnte mein Lachen nicht mehr unterdrücken.
„Moment, ihr habt mir das gerade abgekauft?“, japste ich, goss mir selbst eine Tasse ein und nahm einen Schluck.
„Ha! Mädchen, ich hab schon fast Schreck bekommen. Beinahe, ich hätt es geglaubt.“, lachte der Mann mit Rauschebart.
Ich lehnte mich zurück und beobachtete den Mann genau. Er lachte mit dem ganzen Körper, ehrlich und befreit, dass hab ich nicht oft gesehen.
„Also, fangen wir nochmal an. Wie heißt ihr alle?“
„Ich bin North, der Weihnachtsmann. 2-Meter-Häschen ist der Osterhase. Das hier ist Tooth, die Zahnfee. Sandy, der Sandmann und Jack Frost. Wir sind die Hüter des Lichts.“
-Oh, ich erinner mich! Doch damals war es nur eine Idee...-
<Was meinst du?>
-Später.-
„Gut. Und ihr Hüter des Lichts wollt noch einmal...was von mir?“
„Die Kette, die du trägst. Dürfte ich sie vielleicht einmal sehen? Es dauert nur eine Minute.“, fragte die Kolibrifrau, Tooth, und flog an mich heran.
Starker Widerwille wallte in mir auf und wie aus Reflex schloss ich meine Finger um das Schmuckstück, welches um meinem Hals hing.
„Ungern. Wieso?“
-Solange die Transfusion von meiner Seele nicht abgeschlossen ist, wirst du die Kette nicht abnehmen.-
<Und wieso nicht?>
-Vertrag. Es würde den Vorgang nur unnötig verlangsamen.-
<Grandios. Jetzt hat es sich von 'Es ändert nichts, wenn du es abnimmst' umgewandelt zu 'Du kannst nicht'?>
-Jetzt sei nicht so...-
„Es könnte sich um etwas handeln, was für uns sehr wichtig ist. Bitte, gib es kurz her.“, jetzt streckte sie mir die Hand entgegen. Auch, wenn sie nicht irgendwie unhöflich oder aufdringlich war, es drehte sich mir der Magen um.
„Nein.“, sagte ich bestimmt und drückte mich noch tiefer in den Sessel.
Auf einmal lenkte mich das goldene Männchen ab. Sandy? Ich glaub er hieß Sandy, er formte aus seinem goldenen Sand auf jeden Fall viele Figuren in schneller Reihenfolge.
Mond, Mensch, meine Kette, ein Vorhängeschloss mit zerbrochenem Schlüssel.
-Der Sandmann hat's verstanden.-
<Beim Wort 'Sandmann' fällt mir immer diese Horrorgeschichte ein.>
-Zum Sandmann gibt es eine Horrorgeschichte?-
<Ich glaub es gibt für fast alles eine Horrorgeschichte.>
„Bin ich der Einzige, der das gerade nicht verstanden hat?“
„Ich stimme der Frostbeule ungern zu, aber ich habe es auch nicht verstanden.“
Auch die Zahnfee und der Weihnachtsmann schüttelten ratlos die Köpfe. Ich und der Sandmann sahen uns an. Er verdrehte die Augen, ich zuckte mit den Schultern.
Auch mit Sandy könnte ich mich anfreunden.
-Ich hab doch gesagt, die sind nett.-
<Zwei von Fünf, jetzt bleib mal ruhig.>
„Es läuft ein Vertrag mit mir und...wer oder was auch immer in dieser Kette steckt. Bis die Abmachung beendet ist, werde ich die Kette nicht abnehmen.“
Stecke ich in einem Déjà-vu ? Ich könnte schwören...
-Du hast diese Worte bereits gesprochen. Letzte Nacht, im Traum.-
Ahh.
„Vertrag?! Ich dachte, das Amulett hätte nur einen Meister gewählt, der Vertrag kommt doch erst viel später!“, rief der Hase entsetzt aus und sah den Weihnachtsmann entsetzt an.
„Meister? Ha! Das ich nicht lache!“,rief ich aus und warf meinen Kopf in den Nacken, auf das mein zerzaustes Haar in alle Richtungen flog.
„Wenn ich wirklich der Meister hier wäre, könnte ich dieser Stimme in meinem Hinterkopf einfach befehlen, die Klappe zu halten. Aber nix is!“
Der Frostjunge, Jack, sah mich schief lächelnd an:
„Du hast eine Stimme im Hinterkopf? Klingt irgendwie verrückt.“
„Sagt der Frostjunge, der vor meinen Augen den Nordlichtern hinterherfliegt.“
„Tja, meine Realität seit 300 Jahren.“
„Oha. Das ist lang.“
„Geht. Ich hab noch die Ewigkeit, also...“, er sah kurz zu Seite. Als er mich wieder ansah, wechselte er schnell das Thema.
„Wie heißt du überhaupt?“
„Mein Name ist Helena Viola. Aber alle nennen mich einfach nur Lene.“
„Schöner Name!“
„Danke, Jack.“
Täusch ich mich, oder sitzt er gerade ein Stück gerader? Und warum friemelt er so an der Bauchtasche seines Pullis rum?
-Ist der Name einer Heiligen, weißt du das?-
Was? Ach ja, der Name...
<Ja.>
-Passt aber mal überhaupt nicht zu dir.-
<Würde es nicht stimmen wäre ich jetzt beleidigt.>
„Sag mal, wohnst du alleine hier? Das Haus ist riesig!“, fragte Jack weiter und sah sich jetzt in meinem Wohnzimmer um.
„Es ist ein Erbstück. Ich wohn hier mit Mum, aber bin oft auch allein hier. Mum muss wegen ihrem Job oft für längere Zeit verreisen. Deswegen ist sie jetzt auch für die nächsten fünf Wochen nicht da.“
Prompt war North wieder mit im Spiel:
„Fünf Wochen?! Dann du bist allein zu Weihnachten?!“
„Und zu Silvester auch. Ist aber nicht schlimm. Wir haben schon lange kein richtiges Weihnachten mehr gefeiert. Wir feiern eher Ostern.“,meinte ich mit Schulterzucken und trank noch einen Schluck Tee. Er wurde langsam kalt.
„Ha! Ich mag sie!“, rief der Hase triumphierend aus. Dem Weihnachtsmann hingegen entgleisten alle Gesichtszüge.
„Du willst mir sagen, dass du kein Weihnachten feierst UND alleine sein wirst?! Das müssen wir ändern! Du wirst die fünf Wochen am Nordpol wohnen! Dann du wirst lieben Weihnachten, dass versprech ich dir!...“, seine Aufregung schien seinen Akzent zu verschlimmern. Witzig!
Der Russe redete noch eine ganze Weile so weiter. Ich lehnte mich währenddessen zu dem Hasen und Jack rüber und fragte leise:
„Hab ich da ein Mitspracherecht?“
„Das ist North. Er richtet in Gedanken schon dein Gästezimmer ein, glaube ich.“, meinte Jack und grinste.
„Die Frostbeule hat Recht, Kleine. Wenn North einen Plan hat, gibt es für ihn nichts anderes mehr.“, sagte der Hase und lächelte.
„Aber eins sag ich dir. Nichts ist besser als Ostern in meinem Bau. Davon ab wird es bei North leichter sein, dich zu beschützen. Wenn du wirklich einen Vertrag geschlossen hast, werden zwar andere Leute anrücken, aber sie werden zumeist nicht weniger schlechte Absichten mit dir und dem Amulett haben, dass kann ich dir versprechen.“
Mich beschützen? Seh ich etwa schutzbedürftig aus? Aber gut, wenn wirklich noch mehr kommen, wäre es naiv zu denken, dass alle so nett wären wie die Helden von Kindergeschichten. Ich nehm also lieber, was ich kriegen kann.
„Was macht den Vertragsschluss den von dieser ganzen...Meister-Erwählungs-Gedöns...so unterschiedlich?“, fragte ich schließlich. Die Kolibrifrau kam auf mich zugeflattert.
„Naja...So weit ich weiß, ist nach der Erwählung das Amulett zunächst einmal bei einer Person, aber mit dem Vertrag wird die Bindung mit dieser Person, jetzt gerade du, geschlossen. Grund, warum du die Kette gar nicht mehr abnimmst. Du bist an sie gebunden!“
Okay, die Frau ist belesen! Nicht übel.
„Das bin ich wohl...“, murmelte ich und sah kurz in das Feuer des Kamins.
„Also ist es beschlossen? Du kommst mit zum Pol?“, fragte Jack auf einmal und riss mich aus allen Wolken. Ich setzte mich nach kurzer Überlegung gerade auf.
„Ich muss eventuell ein paar Sachen packen. Aber ja, warum nicht? Weihnachten am Nordpol, klingt doch cool! Würdet ihr mich morgen Nacht abholen?“
„Ehrlich?“, er sah mich mit einer Mischung aus Begeisterung und Überraschung an. Seine Augen waren dabei weit geöffnet, Mann, sind die mal krass blau...
Ich zuckte mit den Schultern.
„Ich hab eh kaum was besseres zu tun. So lange die Heizungen meiner Schule vereist bleiben, wäre meine einzige Alternative mit ein paar Kumpels endlos Blödsinn zu machen.“
-Und deinen Erinnerungen zu Folge verliert das nach dem dritten Mal Kotzen den Reiz?-
<Leyla, du sprichst mir aus der Seele.>
„Das krieg ich hin.“, grinste Jack, der von diesem inneren Dialog natürlich nichts mitgekriegt hat. Ich musste jetzt auch lächeln. Er hat also meine Schule auf Glatteis gelegt!
Mein Ritter in strahlender Rüstung. Oder...naja, im blauem Hoodie, is auch okay.
-Gehen wir wirklich zum Pol?-, irgendwie begann mein Bauch so lustig zu kribbeln und meine Brust wurde warm.
<Kann es sein, dass du dich freust?>, mein Lächeln breitete sich zu einem Grinsen aus.
-Vielleicht? Ach Schnauze, ich bin jetzt schon gespannt wies aussieht!-
<Süß!>
-Klappe.-
North klatsche seine Hände zusammen und rieb sie aufgeregt aneinander. Sah bei ihm irgendwie witzig aus. Er mag ein alter Mann sein, doch er hat die Augen eines Kindes. Und das ist was verdammt Gutes.
„Dann es ist beschlossenen Sache. Leyla, morgen kommen wir wieder. Bis dahin wird Jack aufpassen, dass dir nichts passiert. Abgemacht?“
Der Frostjunge bleibt? Warum nicht? Wenn ich schon die nächsten fünf Wochen mit ihm rumhänge, dann kann ich doch direkt heraus finden, womit ich zu tun habe!
Ich strahlte North an:
„Abgemacht!“
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