Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die schöne Helena und das Amulett der Nacht

von Madragan
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bunnymund Jack Frost OC (Own Character)
09.07.2019
06.09.2020
9
7.875
5
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
13.07.2019 1.088
 
Immer noch komplett verwirrt kam ich nach Hause.
„Mama?“
Keine Antwort. Ich runzelte die Stirn. Meine Mum arbeitete zuhause, deshalb hab ich eigentlich erwartet, dass sie da sein würde...
Ich versuchte es nochmal, diesmal aber lauter.
„Mum?“
Immer noch nichts. Mmh. Vielleicht is sie einkaufen? Ich ging in die Küche, wo auch schon mein Handy lag. Ach Mensch, dass hatte ich heute Morgen ja glatt vergessen!
Ich schaute drauf.
39 Anrufe?! Alle von Mum. Ich hoffe, ich werde schnell und schmerzlos sterben. Ich fing an die Mailbox abzuhören. Die ersten paar waren dazu, dass ich mein Handy vergessen hätte, die Restlichen etwas panischer, dass sie auf irgendeine Geschäftsreise nach L.A. muss und für die nächsten 5 Wochen nicht da wäre.
Moment mal,was?
Ich rief Mum an.
„Hallo?“
„Hey Mum. Was war das noch gleich mit dieser Geschäftsreise? Hab ich da was verpasst?“
„Ach Schätzchen, mein Chef hat angerufen, der Kongress von unserem Unternehmen findet ja die nächste Weile statt und es sind ein paar aus der Organisation kurzfristig erkrankt. Deshalb musste ich spontan einspringen.“
„Und für wie lange?“
„5 Wochen sind für mich angesetzt. Es könnte aber auch länger dauern. Es tut mir leid, meine Kleine, du musst so lange wohl allein klar kommen müssen. Glaubst du, du schaffst das?“
Ich seufzte leicht.
„Ja Mum. Ich krieg das schon hin.“
„Das ist gut. Hör mal, wegen Geld für Essen und so. Ich schick dir einfach ein bisschen mehr auf dein Konto, falls das nicht reicht, musst du mich anrufen.“
„Und für Strom und so?“
„Naja, es ist noch Anfang des Monats, aber sobald Rechnungen kommen, kannst du sie mir per E-mail schicken?“
„Geht klar Mum.“
So ging das noch eine Weile weiter. Absprachen und so n Zeug. Mum endete dann doch in einem Monolog darüber, wie groß ihr kleines Mädchen schon geworden ist. Ich verdrehte lächelnd die Augen.
Als ich dann auflegte, wirkte das Haus viel zu still. Ich mein, durch das leise Klappern der Tastatur aus Mamas Arbeitszimmer wurde es nicht unbedingt viel lauter. Aber ich merkte, das jemand im Haus fehlte.
Ich machte mich an meinen Kakao mit Schuss. Den brauchte ich jetzt irgendwie.
Als Dad starb, ist es still geworden.
Vorher war alles immer irgendwie summend, die Luft schien bunt zu schmecken. Ohne ihn wich dieser Effekt.
Es wurde leise.Und jetzt auch ohne Mum im Haus...
Es war ein seltsames Gefühl.
So mulmig, irgendwie einsam.
-Aber ich bin doch da.-
Ich zuckte zusammen. Gott, ich werd wahnsinnig, jetzt höre ich auch noch Stimmen!
-Du wirst nicht wahnsinnig und du hörst nur eine Stimme, nämlich meine.-
„Und wer zur Hölle willst du sein?“, fragte ich und rieb mir die Schläfen.
-Ich bin Leyla. Du hast mir endlich zugestimmt, erinnerst du dich nicht?-
Langsam formte sich in meinem Kopf ein Bild.
Eine tiefschwarze Finsternis. Eine unscharfe Gestalt vor mir. Das gleiche Gespräch wie all die Träume zuvor. Doch mit einem Unterschied.
Ich hab eingewilligt.
Warum noch einmal?
-Weil es keinen anderen Weg gibt. Ich habe schon seit Jahrtausenden auf einen würdigen Träger gewartet. Einen verwandten des Geistes, meiner gleich.-
Mir wurde schummerig.
„Wirken wie ziemlich große Ansprüche, meinst du nicht?“
-Maaaann, hast du denn alles vergessen? Du kommst hier mit den gleichen Sprüchen wie vor noch ein paar Stunden!-
„Ich weiß ja nicht, wie es bei dir aussieht, aber ich erinnere mich an die wenigsten Träume. Also, worum geht die Abmachung?“
-Du hast mir die Erlaubnis gegeben, meinen Geist in deinen Körper zu übertragen.-
„Ach ja...“
Eigentlich hätte es mich panisch machen sollen. Ich wurde eindeutig verrückt.
-Nein wirst du nicht.-
„Sollte ich jetzt nicht irgendwie schreiend im Kreis laufen und versuchen, es umzukehren?“
-Normalerweise ja. Aber auch wenn es dir nicht bewusst ist, weißt du, dass ich jetzt zu dir gehöre. Du flippst ja auch nicht wegen deiner eigenen Hand aus.-
Ich lachte kurz auf.
„Netter Vergleich. Kann ich ja mal machen“
-Wehe.-
Grinsend nahm ich meinen alkoholisierten Kakao und schleppte mich ins Wohnzimmer. Wenn ich hier schon verrückt werde, kann ich mir daraus zumindest einen Spaß machen.
-Sach mal, bist du schwer von Verstand? Ein letztes mal, du bist nicht verrückt!-
„Ok, ich spiel mal mit. Woher kommst du und warum grade ich,“
-Ich habe dich erwählt, warum sonst hättest du mich finden sollen?-
„Finden? Wann soll ich dich denn gefunden haben?“
-Weißt du nicht mehr? Du hast mich am Strand gefunden!-
„Moment. Du bist meine Kette?“
-Richtig erraten. -
Ich griff nach dem Stein um meinen Hals.
„Und wenn ich dich, rein theoretisch, jetzt abnehmen würde, würdest du aus meinem Kopf verschwinden?“
-Nein.-
„Nein? Einfach nur Nein?“
-Ja. Du hast mir zugestimmt. Ich habe damit quasi ein Dauereintrittsticket in dein Hirn.-
„Schöne Scheiße. Helena, wo reitest du dich immer rein?“
-So ist es einfach. Der eine kommt geritten, der nächste mit nem Pferd.-
Ich kicherte.
„Wenigstens hast du Humor.“
-Also glaubst du mir jetzt?-
„Was denn?“
-Das ich echt bin?-
„Ich glaube daran, das du eine Stimme in meinem Hinterkopf bist und ich dich wohl oder übel da auf die schnelle nicht wegbekomme. Ob du wirklich echt bist, wird sich dann noch zeigen.“
-Na gut. Damit kann ich so halbwegs arbeiten.-
Wir unterhielten uns noch eine Weile. Dafür das es eine fremde Stimme in meinem Kopf war, ist sie echt angenehm. Gott, ich kling jetzt doch schon wie eine Irre.
Auf einmal horte ich was auf der Straße aufprallen.
Ich schreckte hoch.
Es war bereits dunkel geworden. Ich stand auf und lief zum Fenster. Vorsichtig blickte ich durch die zugezogenen Vorhänge. Ich traute meinen Augen nicht.
Ein riesiger Schlitten ist auf der Straße. Mit Rentieren und allem.
Aus dem riesigen, knallrotem Gefährt stiegen ein riesiger Mann mit weißem Bart und rotem Mantel, gefolgt von einem golden schimmernden Männchen, einem überdimensionalem Hasen in Ledermontur, einer Kolibri-Frau und...
diesem fliegenden Frostjungen von heute Morgen!
Ich schoss weg vom Fenster, als hatte ich mich verbrannt. Jetzt höre ich nicht nur Stimmen, sondern sehe auch seltsame Gestalten!
Oh. Mein. Gott.
-Die sind noch in Ordnung.-
Is ja klar, dass du sie magst. Dachte ich.
-Ne, die sind wirklich in Ordnung, glaub mir. Ich sag schon Bescheid, wenn mit einem von denen was faul ist.-
Ich atmete einmal tief durch.
Warum sollte ich dir vertrauen?
-Hey, ich lebe jetzt auch in diesem Körper! Wenn dir etwas zustößt, bin ich genauso dran! Also geh jetzt und mach ihnen die Tür auf, du Angsthase!-
Ich holte nochmal Luft. Irgendwie kam davon nicht mehr genügend in meine Lunge.
Warum Ich? Was sollten sie von mir wollen?
-Mich.-
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast