Kleiner Saphir

GeschichteFantasy / P18
Brienne von Tarth Bronn Davos Seaworth Jaime Lannister Samwell Tarly Tyrion Lannister
08.07.2019
10.10.2019
6
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Kapitel 6
Die Überlebende
Casterlystein


 „Du wirkst so vergnügt?“

Bronn warf dem älteren der Lannister-Brüder einen fragenden Blick zu.

 „Das bildest du dir ein.“

 „Seit zwei Tagen strahlt deine goldene Lannister Fresse noch mehr als sonst. Kaum auszuhalten! Und diese schnulzigen Blicke, die du dem Frauenzimmer zuwirfst... Hast du sie endlich wieder flachgelegt? Hat sie dich flachgelegt?“

 „Ich kann dir versichern, niemand hat irgendwen flachgelegt.“

 „Du warst noch nie ein guter Lügner.“

Jaime blieb abrupt stehen.
Nachdem sie jetzt schon seit einer Weile damit beschäftigt waren die Klingen zu kreuzen, kam das unerwartet. Bronn machte einen Ausfallschritt um das Gleichgewicht zu waren.

 „Deine gute Laune kann eigentlich nur einen Grund haben.“ stellte Bronn fest, während er sein Schwert in den Boden rammte und sich darauf stützte.“
 „Seit du aus Winterfell zurück bist, schaust du drein wie ein verdammtes Kleinkind dem man sein Lieblingsspielzeug geklaut hat. So als würdest du jedem Moment losheulen. Aber vorgestern hat sich was geändert. Und es hat mit deinem Ser Lady Ritter zu tun. Daran besteht überhaupt kein Zweifel. Ihr habt wieder gefickt, hab ich recht?“

Jaime antwortete nicht. Stattdessen versuchte er einen Angriff gegen Bronns Waden zu starten. Dieser wich mit einer geschmeidigen Bewegung aus, riss gleichzeitig das Schwert aus dem Boden und parierte den Schlag.

 „Ich hab also recht.“

Nach ein paar weiteren Hieben, Stichen und Paraden keuchte Jaime. Er hatte seine Energie, über die er seit Briennes Zusage im Überschuss verfügte, dafür nutzen wollen zu trainieren. Nur war Bronn offenbar der falsche Gegner. Vielleicht hätte er lieber Podrick fragen sollen. Schon seit heute Morgen musste er Sticheleien über sich ergehen lassen. Beim Frühstück war ihm zudem sein Bruder auf die Nerven gegangen.

Brienne morgens nach dem Aufwachen neben sich im Bett zu finden war ein schönes Gefühl. Eine besondere Wärme erfüllte ihn von innen. So glücklich war er schon sehr, sehr lange nicht mehr gewesen. Eigentlich war es da kein Wunder, dass man ihm seine Freude an der Nasenspitze ansehen konnte.
Gerade heute Morgen, als Brienne sich ankleiden wollte, hatte er sie zurückgehalten und sie wieder zu sich unter die Decken gezogen. Etwas wiederwillig hatte sie nachgegeben. Briennes Körper war wundervoll. Genau so hatte er sich als Kind immer die Kriegerfürstin Nymeria vorgestellt. Stark und kraftvoll. Jaime grinste als er daran dachte wie ihre nackten Körper aneinandergeschmiegt unter der Decke lagen. Schweißgebadet und erschöpft. Briennes Wangen gerötet und ihre Finger zärtlich an seinem Gesicht.

 „Willst du deine lüsternen Gedanken nicht mit uns teilen?“
Bronn deutete auf ein Mädchen welches eben zu ihnen gestoßen war. Jaime, viel zu sehr in seine Gedanken vertieft, dass er sie nicht einmal  bemerkt hatte, grummelte etwas Unverständliches.

 „Seine Majestät verlangt nach uns.“

 „Nur nach uns beiden?“

 „Nein. Tyrion, der kleine Fettwanst, Ser Schiff und dein Betthäschen kommen auch.“

 „Hör auf Brienne in meiner Gegenwart zu beleidigen! Sonst...“

 „Sonst was? Nicht mal in deinen Träumen, Goldhand!“
Bronn wandte sich zu dem jungen Dienstmädchen, dass ihnen die Nachricht der Ratsversammlung überbracht hatte.
 „Wie wär´s Schätzchen? Willst du mir heute Abend in meinem Bett nicht Gesellschaft leisten?“

Die junge Frau errötete und machte einen raschen Knicks.
 „Verzeiht mir mein Lord, ich muss wieder an die Arbeit.“
Damit verschwand sie wieder so schnell wie sie gekommen war.

 „Ein Jammer. Sie hätte einen guten Fick abgegeben.“

 „Du änderst dich wohl nie.“ stellte Jaime fest,
 „Lord von Rosengarten, Herr über die Weite, Meister der Münze und was nicht alles! Man sollte meinen, dass du es mit deinen vielen Titeln nicht mehr nötig hast, jeden Abend in ein anderes Bordell zu rennen.“

 „Falsch! Ich gehe nicht jeden Abend in ein anderes. Dafür gibt es nicht genug in der Gegend.  Aber die Frauen unten an der Flussstraße übertreffen sich wirklich. Eine schöner als die andere. Du solltest auch mal mitkommen!“

 „Das würde Brienne nicht gefallen.“

Der Mann mit den vielen Titeln grinste anzüglich.
 „Du hast zwei Möglichkeiten. Erstens, sie erfährt nichts davon und du lässt dich weiterhin von ihr flachlegen... Und zweitens, du nimmst sie mit.  Löst vielleicht endlich den Stock, den sie die ganze Zeit im Arsch hat!“

Jaime knirschte mit den Zähnen. Doch Bronn ließ sich davon nicht beeindrucken. Er redet munter weiter, während sie in Richtung des Ratszimmers gingen. Ausführlich beschrieb er seine Erfahrungen mit Dreiern und malte seinem Freund aus, wie es wäre Mit Brienne und einer weiteren Frau das Bett zu teilen.


Bran räusperte sich. Ein sicheres Zeichen, dass das was nun folgte äußerste Aufmerksamkeit von allen Anwesenden forderte.
 „Es gibt noch eine Sache die wir unbedingt besprechen sollten. Was soll mit Ellaria Sand geschehen?“  

 „Sie ist noch am Leben!“
Tyrion hatte sich überrascht aufgerichtet. Schnell warf er einen Blick auf seinen Bruder. Jaime hatte die Hände zu Fäusten geballt und seine Fingernägel gruben sich in die Haut. Dieser Name weckte schlimme Erinnerungen.

Schweigen legte sich über den Tisch.

 „Wer ist das?“ wollte Davos Seewert schließlich wissen.

 „Ellaria Sand ist.... war, die Geliebte von Prinz Oberin Martell." erklärte Tyrion und nach einer weiteren Pause fügte er zögernd hinzu,
 „Und sie ist schuld am Tod meiner Nichte. Prinzessin Myrcella. Sie hat sie vergiftet.“

Brienne betrachtete Jaimes Profil. Schweigend legte sie eine Hand auf die Seine. Er sah nicht auf und sagte auch nichts. Die Tischplatte schien ihn zu fesseln.
Ohne seine Hand loszulassen wandte sie sich an den König.
 „Wie kann sie überlebt haben? Es hieß immer sie sei im Kerker des roten Bergfrieds gestorben.“

 „In der Tat. Es scheint unmöglich, dass sie den Angriff des Drachen überlebt hat. Der Bergfried ist in sich zusammengestürzt. Und doch ist es so. Sie lebt. Anscheinend hat sie rechtzeitig entkommen können.“

Ser Davor runzelte die Stirn.
 „Dass ich das richtig verstehe... Wollt ihr etwa sagen, diese Frau ist aus den Überresten der Burg entkommen, hat es durch die Stadt geschafft, wären dieser verfluchte Drache alles bis auf die Mauern niedergebrannt hat?“

 „Nein, sie ist nicht aus dem Bergfried entkommen.“ schaltete sich nun auch Samwell ein, „Soldaten haben sie unter dem Schutt gefunden. Ihre Hand wurde beim Einstürzen der Wände eingeklemmt. Sie konnte sich nicht allein davon befreien. Ein paar Stunden später und sie wäre verblutet.“

 „Aber das ist doch schon Wochen her, dass der Bergfried durchsucht worden ist. Wie kann es sein, dass wir erst jetzt davon erfahren?“ wollte Davos wissen.

Dieses Mal antwortete der König.
 „Sie war nicht bei Bewusstsein, als man sie fand. Die Soldaten haben sie zu den anderen Verletzten gebracht. Keiner hat sie erkannt. Als sie wieder zu sich kam, konnte sie sich angeblich an nichts vor dem Unglückstag erinnern. Nicht an ihren Namen oder ihre Familie. Die Ärzte sagen, ihr Gedächtnisverlust könnte wegen der großen Kopfwunde zustande gekommen sein. Vor zwei Tagen hat sie ein alter Mann erkannt, der damals beim Kampf von Berg und Viper anwesend war.“

Jetzt konnte sich Jaime nicht mehr zurück halten. Geräuschvoll schob er seinen Stuhl zurück, stand auf und schlug die Hände auf den Tisch. Während Tyrion und Bran es hatten kommen sehen, zuckten die anderen bei dem Läuten Schlag zusammen.
 „Das ist doch alles nur eine Farce! Sie gibt vor sich nicht zu erinnern? Dass ich nicht lache! Bringt sie her und ich sorge dafür, dass sie sich an Alles erinnert! Wenn ich sie eigenhändig erwürge!“

 „Ihr werdet nichts dergleichen tun.“ stellte Bran sachlich fest. Dabei sah er dem vor Wut schäumenden Mann direkt in die Augen. Er hielt seinem Blick stand ohne zu Blinzeln. Schließlich war es Jaime, der sich als erster abwandte.

 „Sie hat meine Tochter vergiftet! Vor meinen Augen!“

 „Sie ist eine gebrochene Frau...“

 „Das ändert nichts an ihrer Schuld!“

 „Eure Schwester hat Elaria Sand dazu verdammt, der Leiche ihrer eigenen Tochter beim verwesen zuzusehen. Mehrere Monate lang. Jeden Tag musste sie mit ansehen, wie die Überreste ihrer Tochter von Würmern zerfressen wurden und ihr Fleisch von den Knochen fiel... Sie ist eine gebrochene Frau.“ wiederholte er.

 „Sie hat es nicht anders verdient! Ich werde ihr mit Freude mein Schwert durch den Kopf stoßen!“

Bran schien genug von dieser Diskussion zu haben. Er wandte sich an Maester Samwell.
 „Sam, schick bitte einen Raben nach Königsmund. Elaria Sand soll nach Casterlystein gebracht werden. Gebt acht, dass sie von genügend Wachen begleitet wird. Ich möchte mit ihr sprechen.“

Jaimes Nägel bohrten sich ins Holz des Tisches. Er hatte Probleme seine Atmung ruhig zu halten.

 „Diese Schlange verdient den Tod!“

Damit drehte er sich um und verließ mit raschen Schritten den Raum. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss noch ehe ihn jemand aufhalten konnte.

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Eure Ginger ♥
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