Noch nie vom Zaubereiministerium gehört?

GeschichteAbenteuer / P12
08.07.2019
28.08.2019
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Willkommen zurück ihr Lieben!
Danke an Nym Dragneel für ihr Review <3 Ich habe mich sehr gefreut :)
Viel Spaß beim neuen Kapitel, mit Wendungen und Erkenntnissen, die hoffentlich ein Review wert sind ^^
Liebe Grüße
Anika

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„Haben Sie eine Weltkarte zur Hand? Wenn nicht hole ich eben meine.“, fragte Allison und griff bereits zu ihrer Tasche. Lorlen schüttelte den Kopf.
Die Hexe öffnete die kleine Öffnung der Tasche und steckte ihren ganzen Arm hinein. Die Augen des Administrators weiteten sich. Der Arm der Frau konnte gar nicht in den begrenzten Raum der kleinen Tasche passen! Und doch steckte ihr ganzer Arm in ihr.
Wenn der Hohe Lord überrascht war, so ließ er es sich nicht anmerken.
„Ich sollte dringend mal aufräumen…“, murmelte die Aurorin und stand auf. Sie legte die Tasche auf den Boden, ließ sich auf ihre Knie fallen und steckte nun ihren ganzen Oberkörper in die Tasche.
Scharf zog Lorlen Luft ein und stand auf, um einen genaueren Blick auf das Spektakel vor seinen Augen werfen zu können. Die Tasche war kaum größer als der Kopf der Frau, und doch steckte sie nun zur Hälfte in ihr!
Mit einem Stöhnen richtete sie sich wieder auf.
„Da ist es ja.“, murmelte sie und zog sowohl eine aufgerollte Karte, als auch ein dickes Buch mit der Aufschrift „Allerlei Länder der Welt“ trug aus der Tasche heraus.

„Darf ich?“, fragte sie und breitete die Karte nach einem Nicken ihres Gegenübers auf dem Schreibtisch aus.
„Das hier-“ sagte sie und zeigte auf ein Land, welches relativ Mittig auf der Karte lag. „Ist England. Und hier ist London, wo sich das Ministerium befindet.“, meinte sie. Lorlen runzelte die Stirn.
„Das ist keine Weltkarte.“, meinte er. Er hatte immer in Geografie aufgepasst und das hier war nicht im Entferntesten, was sie ihnen in der Universität gezeigt hatten. Auch Akkarin, welcher sich erhoben hatte um die Karte zu betrachten, schüttelte seinen Kopf.
Genervt seufzte Allison.
„Wollen Sie wieder Händchen halten, um zu sehen, dass ich die Wahrheit sage?“, fragte sie genervt. Lorlens Gesicht wurde rot.
„Nein, ich hätte gern, dass ihr mir erklärt, wo auf dieser Karte Kyralia sein soll. Vielleicht kann ich dann Eurer Karte Glauben schenken.“, sagte er und verschränkte die Arme vor der Brust.
Die Aurorin stöhnte auf. „Jetzt geht DAS schon wieder los. Vielleicht ist ihr Kyralia ja gar nicht so weit fortgeschritten, wie wir in England und weiß einfach nicht, dass es nicht der Nabel der Welt ist!“, meinte sie provokant und zückte ihren Zauberstab. Sofort nahm Akkarin eine Kampfhaltung ein.
„Entspannen Sie sich, oberster Lord, ich will Sie nicht angreifen. Ich werde einen Ortungszauber anwenden.“, meinte sie und legte den Stab auf die Karte.
„Um Ihren Exzellenzen zu demonstrieren, wie diese höhere Magie funktioniert.“, meinte sie spöttisch und hob ihre Hand über das Papier.
„Großbritannien.“, sagte sie und die Spitze ihres Zauberstabes bewegte sich auf den Fleck zu, den sie vorhin den Männern gezeigt hatte.
„Australien.“, sprach sie und der Zauberstab bewegte sich auf eine Landmasse in der unteren rechten Ecke der Karte zu.
„Sie verstehen?“, fragte sie. Die Männer nickten, doch wirkten bei weitem nicht mehr so freundlich, wie noch zuvor.
„Kyralia war es?“, fragte sie und erntete ein Nicken.
„Kyralia.“, sprach sie also und sah, wie der Zauberstab sich in die Mitte der Karte bewegte, aber auf keinem Punkt halten wollte. Er drehte sich im Kreis, ohne Halt machen zu wollen. Allison runzelte die Stirn.
„Kyralia existiert nicht.“, sagte sie und nahm ihren Zauberstab wieder zur Hand.
„Das stimmt nicht.“, meinte Lorlen und sah erneut auf die Karte. „Die Karte ist fehlerhaft.“, behauptete er und ließ sich wieder auf seinen Stuhl fallen.
„Nun, wenn Sie darauf bestehen, schaue ich noch einmal in meinem Buch nach. Hier drin befinden sich alle bekannten Länder der letzten 800 Jahre. War sehr teuer.“, meinte sie und hob ihren Zauberstab.
„Quaere Kyralia.“, sprach sie und sah, wie die Seiten des dicken Buches in einer hohen Geschwindigkeit umblätterten. Lange, nachdem sie den Buchstaben ‚K‘ passiert hatten, wollte sie es aufgeben.
„Ich bezweifle, dass Kyralia bei ‚Q‘ kommen wird, oder wie wird es geschrieben?“, fragte sie genervt. Man hielt sie zum Narren. „Vielleicht habe ich ja eine Zeitreise gemacht. In der Zukunft bin ich sicher nicht, dafür ist hier alles zu rückständig.“, meinte sie bitter zu sich selbst, war jedoch darauf bedacht, laut genug zu sprechen, damit die Männer sie hören konnten. Sie sollten spüren, wie genervt sie war. Wegen ihnen hing sie hier fest.

Plötzlich jedoch hörten die Seiten tatsächlich auf, umzublättern. Sie waren beim Buchstaben ‚S‘ angekommen. ‚Sonstige Länder‘ hieß es.
Allison richtete sich auf und starrte mit gerunzelter Stirn auf die offenen Seiten vor sich.
„Zu den sonstigen Ländern gehören Orte, deren Existenz nicht bestätigt ist. In unregelmäßigen Abstanden und unabhängig voneinander sind Menschen aufgetaucht, die behaupten, aus Ländern zu kommen, die uns unbekannt sind. In Reiseberichten zeigen sich vermehrt Länder mit dem Namen Kyralia, Elyne und Sachaka. Interessant ist, dass einige der Berichte von Männern stammen, die sich niemals kennen lernen konnten und bis zu 100 Jahre zwischen ihrem Ableben lagen, einige Berichte entstanden hingegen in einem Abstand von nur wenigen Jahren. Obwohl ihre Existenz nicht nachweisbar ist, lässt sich nicht leugnen, dass das unabhängige Auftauchen kurioser Magier mit den gleichen Fähigkeiten und einem uns so fremden Umgang mit Magie an unterschiedlichen Orten der Welt und zu unterschiedlichen Zeiten kein Zufall sein kann. Den Quellen nach war es jedoch niemandem möglich, an den genannten Ort zurückzukehren, weshalb eine Bestätigung nicht erfolgen kann. Was jedoch sicher ist, ist dass sie nicht auf unserer Erde existieren.“, las Allison laut vor, wurde jedoch zum Ende hin immer leiser. Geschockt lehnte sie sich in ihrem Sessel zurück.
Was hatte das zu bedeuten?

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Lorlen nach einer Weile der Stille und sah sie besorgt an. Er konnte sich nicht ausmalen, was für Neuigkeiten dies sein mussten.
„Ich… weiß nicht, ob ich das richtig verstehe.“, murmelte sie und starrte Lorlen an, ohne ihn jedoch wirklich anzusehen. Sie schüttelte den Kopf und klappte das Buch wütend zu.
„Ich fasse nicht, dass… DAS wahr sein soll! Das klingt, als wären wir auf einem anderen Planeten oder in einem anderen Universum. Die 40 Galleonen hätte ich mir sparen können, das Buch ist Dreck!“, rief sie. Doch so sehr sie nichtwahr haben wollte, was sie gerade gelesen hatte, beschlich sie ein komisches Gefühl, das sich in ihrer Magengrube breit machte. Die Gewissheit sank nur schwer, aber es würde eine Menge erklären. Wieso sie nicht apparieren konnte, wieso sie zersplintert war und wieso die Magier hier keine Zauberstäbe nutzten. Erneut schüttelte sie ihren Kopf. Nein, das war absurd. Zeitreisen und apparieren war verständlich, aber eine ganz andere Welt? Oder gar ein anderer Planet? Sehr unwahrscheinlich. Wenn dem so wäre, dann hätte in den vergangenen Jahrhunderten jemand in der Richtung geforscht.
Aber wer sagte denn, dass es in den großen Bibliotheken des Landes keine Forschungen dazu gab? Sie konnte es nicht nachlesen. Sie würde, wenn sie dem Buch glauben schenken durfte, nicht mehr einen Fuß in das Ministerium setzen können, in dem es ganze Räume gab, die mit Büchern gefüllt waren.

„Darf ich?“, fragte der Hohe Lord plötzlich und hielt seine Hand nach dem Buch aus. Allison nickte geistesabwesend und reichte es ihm.
Akkarin schlug die richtige Seite auf und las den Teil, den die Hexe zuvor vorgelesen hatte, erneut.
Suchend drehte er die umgebenden Seiten um, als suche er nach weiterführenden Texten, doch er konnte keine finden.
„Es kann kein Zufall sein, dass in Eurem Buch von Elyne und Sachaka die Rede ist, es sind unsere Nachbarländer.“, sagte er mit seiner ruhigen Stimme. Allerdings war die Stimme weitaus weniger abweisend und skeptisch als noch vorher.
Weder Lorlen, noch Allison konnten ahnen, dass ihm mit der Gewissheit über ihre Herkunft ein Stein vom Herzen fiel. Seit Jahren fürchtete er, dass die Ichani Spione schicken würde, aber sie war offensichtlich keiner.
„Sie kennen diese Länder?“, fragte die Aurorin und an ihrer Stimme merkte Lorlen, dass ihre letzte Hoffnung auf ein Missverständnis in die Brüche ging. Lorlen nickte.
„Ich habe Lord Jerrik beauftragt, nach Büchern über Eure Heimat Ausschau zu halten, aber wenn sich in unserer Bibliothek nichts finden lässt, habt ihr vielleicht mehr Glück in Elyne. Die große Bibliothek dort weist einen weitaus größeren Schatz an Wissen auf, als die Magier und Novizenbibliothek zusammen.“, sagte er.
Unter normalen Umständen hätte Allison sich für die Hilfe bedankt, doch sie war zu keinem Wort fähig. Sie strich sich durch das Gesicht und kam dabei über die pochende, nur langsam heilende Wunde auf ihrer Stirn. Der Schmerz holte sie in die Realität zurück.
„Wie weit ist diese Bibliothek entfernt?“, fragte sie mit neuem Lebensmut. Vielleicht würde sie dort Antworten finden und eine Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren, wo auch immer das war.
„Von hier bis nach Capia sind es etwa 2 Wochen mit dem Schiff.“, sagte Lorlen und sah die Frau vor sich besorgt an. Sie war gefährlich blass geworden und ernster, als zuvor. Als sie noch dachte, von ihnen würde Gefahr ausgehen, war sie vorlaut gewesen, doch nun… Der Schock musste tief sitzen.
„2 Wochen!“, stöhnte sie und vergrub ihr Gesicht erneut in ihren Händen.
„Und Sie haben keine Portschlüssel dahin?“, fragte sie mit wenig Hoffnung. Wenn stimmte, dass sie hier gänzlich andere Magie praktizierten, wie sie es bereits vermutete, dann hatten sie keinen Portschlüssel.
Lorlen runzelte die Stirn und schüttelte seinen Kopf.
„Ich fürchte Nein.“

Eine Reise in ein anderes Land, das sich in einer anderen Welt befand… Darauf war Allison nicht vorbereitet. Ihr Geld war hier vermutlich nichts wert und wenn sie Glück hatte, befand sich ihr Zelt noch in der Tasche. Es war furchtbar.
„Wenn Ihr wollt, bin ich mir sicher, dass wir Euch helfen können.“, meinte Lorlen und sah hilfesuchend zu seinem Freund. Akkarin beachtete ihn jedoch nicht, sondern las konzentriert in Allisons Buch.
„Stimmt doch, oder hoher Lord?“, fragte Lorlen erneut und mit Nachdruck. Akkarin hob seinen Kopf und setzte zum Reden an, wurde jedoch von einem Klopfen an der Tür unterbrochen.
Lorlen ließ die Tür nach innen aufschwingen und wurde von den Gesichtern Lord Jerriks und Lord Borden begrüßt. Beide verneigten sich.
„Lord Jerrik, habt ihr Neuigkeiten?“, fragte der Administrator und sah, wie Allisons Kopf in die Höhe schoss. Vielleicht hatte der Mann, der Nachforschungen anstellte, ja etwas herausgefunden.
„Hoher Lord, Administrator.“, sagte der Bibliothekar.
„Ihr habt nach Informationen zu einem Ort gefragt und…“, sprach Jerrik und sah zu Allison, als wollte er sich vergewissern, dass er die Erlaubnis hatte, in ihrer Anwesenheit weiter über eventuell vertrauliche Informationen weiter zu reden.
„Redet weiter.“, sagte Lorlen mit einem freundlichen Lächeln.
„Nun, ich habe ein Buch gefunden, in dem Lord Borden eine Nachricht hinterlassen hat. Er wollte informiert werden, sobald jemand Interesse an dem Thema zeigt, also habe ich ihn mitgebracht.“, meinte Jerrik und händete dem Administrator das besagte Buch aus.
„Vielen Dank, Lord Jerrik.“, antwortete Lorlen und nahm das Buch entgegen. Der Bibliothekar verabschiedete sich mit einer Verbeugung und ließ die vier anderen in dem Raum verweilen.

„Lord Borden, was verschafft uns die Ehre ihres Besuches? Sicher habt ihr einen Grund für Euer Interesse an dem Thema.“, meinte Lorlen und bot dem Mann einen Stuhl an.
Borden jedoch hatte keine Augen für den Administrator. Er sah lediglich zu der jungen Frau vor sich.
Hätte Allison sich nicht umgedreht, dann hätte Lorlen die geweiteten Augen der Hexe gesehen. Der Mann hatte eine unverwechselbare Ähnlichkeit mit ihrem Großvater. Aber das musste Zufall sein… oder?
Der Mann in violetten Roben wandte seinen Blick zum ersten Mal von Allison ab und sah zu dem Administrator.
„Ich glaube, ich kann der jungen Dame hier mehr helfen, als Ihr. Ich habe Nachforschungen zu dem Thema angestellt und würde mich bereit erklären, ihr in dieser Situation zu helfen. Außerdem bin ich sicher, dass Ihr in Eurem Amt noch viele wichtigere Dinge zu tun habt, als Euch mit Weltenwechslern zu beschäftigen.“, lächelte der ältere Mann, konnte allerdings eine gewisse Ungeduld in seiner Stimme nicht unterdrücken. Allison zog scharf Luft ein. Dieser Mann konnte ihr helfen!
Lorlen zog überrascht die Augenbrauen hoch. Das war eine interessante Wendung der Ereignisse, er wusste nicht, dass der ältere Mann Forschungen in diesem Gebiet gemacht hatte. Er konnte sich schlecht vorstellen, dass ein solches Projekt finanziert wurde.
„Nun… Das sind sehr gute Neuigkeiten. Ich danke Euch für Eure Bereitschaft, Lord Borden.“, sagte er und schob das Buch, das ihm Lord Jerrik zuvor gegeben hatte, über den Schreibtisch zu Allison hinüber. Diese nahm es entgegen und verstaute es mit ihrer Karte, sowie dem Buch über die verschiedenen Länder der Welt in ihrer Tasche.
„Ihr seid in besten Händen.“, meinte Lorlen an Allison gewandt. Schnell stand sie auf, bereute ihren Enthusiasmus jedoch sofort, als ihr für einen Moment schwindelig wurde. Sie hatte schon lange nichts mehr gegessen und ihre Verletzungen waren nicht spurlos an ihr vorbei gegangen.
Allerdings gab ihr die Hoffnung auf mehr Informationen die nötige Kraft, auf den Beinen zu bleiben und den Mann vor sich zu begutachten. Er musste etwa 70 Jahre alt sein, sein Haar war bereits ergraut und an einigen Stellen kahl. Seine dunklen Augen schienen ebenso geweitet vor Aufregung, wie ihre eigenen.
Ihre eigenen Hände hielten den Saum ihrer Tasche fest umklammert. Sie konnte nicht glauben, dass ihre ausweglose Situation so schnell eine Wendung nahm. Vielleicht wusste dieser Mann genug, dass sie schon bald wieder zuhause wäre!

„Wenn Ihr uns nun entschuldigen würdet. Hoher Lord, Administrator.“, sprach der ältere Magier und verneigte sich, ehe er auf die Tür zuging. Allison blieb noch einen Moment stehen und sah zu den beiden anderen Männern im Raum.
„Komm.“, sagte Borden zu ihr und wank sie freundlich in den Flur. Allison ging einen Schritt auf die Tür zu, drehte sich dann jedoch noch einmal um.
„Vielen Dank für alles.“, meinte sie mit einem aufrichtigen Lächeln zu den beiden Männern im Raum, deutete eine der Verbeugungen an, die jeder für sie zu machen schien und lief dann schnell in den Flur. Vielleicht war diese kuriose Gilde ja doch nicht so übel.

„Du hast sicher viele Fragen.“, meinte der Mann, als sie durch die Flure gingen. Allison nickte.
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll…“, sagte Allison und kratzte sich am Hinterkopf.
„Wenn ich einen Vorschlag machen darf, würde ich sagen, du nimmst zuerst ein Bad und ziehst frische Kleidung an.“. Allison seufzte. Das war genau, was sie gerade brauchte.
„Hast du schon gefrühstückt?“, fragte Borden und sah zu ihr. Allison schüttelte den Kopf.
„Dann werde ich jemanden bitten, uns Frühstück zu bringen.“, sagte er mit einem Lächeln, als sie in einen größeren Flur abbogen.
„Mein Name ist übrigens Bordon. Die Menschen hier werden meist nur mit ihrem Vornamen angesprochen und ohne ihren Familiennamen oder ihr Haus. Das kommt nur bei offiziellen Anlässen und Vorstellungen vor, weil die Magier geschworen haben, sich aus ihren familiären Angelegenheiten herauszuhalten.“, erklärte er.
„Ich bin Allison. Allison Lorey.“, erwiderte sie mit einem Lächeln und geriet wieder ins Grübeln.

„Wie kommt es, dass sie über dieses… Ereignis… Bescheid wissen?“, fragte sie und schaute zu dem größeren Mann empor. Er besah sie mit einem wissenden Lächeln und schaute wieder geradeaus.
„Vor etwa 55 Jahren ist mir das gleiche passiert.“, meinte er. Allison blieb geschockt stehen, beeilte sich dann jedoch, wieder mit ihm Schritt halten zu können.
„Es ist Ihnen auch passiert? Dann haben Sie zurückgefunden!“. Allisons Augen leuchteten vor Freude, als sie sich der Bedeutung der Worte des Mannes Bewusst wurde. Wenn er es zurückgeschafft hatten, dann könnte sie es auch!
Borden schüttelte jedoch seinen Kopf.
„Ich fürchte nein. Ich bin in London geboren.“, sagte er mit einem entschuldigenden Lächeln und aufrichtigem Bedauern in seiner Stimme. Allison blieb erneut wie angewurzelt stehen, doch offenbar waren sie bereits angekommen. Bordon griff an eine Türklinke und die Tür vor der sie standen schwang nach innen auf.
„Aber… Es ist doch möglich, oder?“, fragte sie. Bordon zuckte mit den Schultern.
„Lass uns drin weiterreden, zunächst solltest du baden und essen, dann werden wir alles weitere klären.“, sagte er und bedeutete ihr, in den Raum zu treten.

All ihre Hoffnung war im Bruchteil einer Sekunde wieder auf ein Minimum zusammengefallen.
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